{"id":551,"date":"2026-07-18T04:32:52","date_gmt":"2026-07-18T04:32:52","guid":{"rendered":"https:\/\/shattered.io\/de\/playstation-store-klage-sony-2026\/"},"modified":"2026-07-20T23:45:10","modified_gmt":"2026-07-20T23:45:10","slug":"playstation-store-klage-sony-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shattered.io\/de\/playstation-store-klage-sony-2026\/","title":{"rendered":"PlayStation Store: 2-Mrd.-Pfund-Klage gegen Sony [2026]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sony steht wegen des PlayStation Store gleichzeitig in vier Gerichtsverfahren auf drei Kontinenten. In Gro\u00dfbritannien fordert eine Sammelklage vor dem Competition Appeal Tribunal bis zu 2 Milliarden Pfund Schadenersatz f\u00fcr rund 12,2 Millionen Nutzer, in den Niederlanden verlangt die Stiftung \u201eFair PlayStation&#8221; mehr als 400 Millionen Euro, in den USA hat Sony bereits 7,85 Millionen Dollar Vergleichssumme zugesagt \u2013 und seit dem 18. Juni 2026 l\u00e4uft in Kalifornien eine vierte Klage, die Sonys \u201eJetzt kaufen&#8221;-Button selbst infrage stellt. Im Zentrum aller vier Verfahren steht dieselbe Frage: Nutzt Sony seine Kontrolle \u00fcber die Plattform aus, um Preise k\u00fcnstlich hochzuhalten und K\u00e4ufer \u00fcber die wahre Natur digitaler Spiele zu t\u00e4uschen? Der Ausgang k\u00f6nnte nicht nur \u00fcber Milliardensummen entscheiden, sondern auch, wie digitale G\u00fcter auf Spielkonsolen weltweit verkauft werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vier-klagen-ein-gemeinsamer-vorwurf\">Vier Klagen, ein gemeinsamer Vorwurf<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was auf den ersten Blick wie vier unabh\u00e4ngige Rechtsstreitigkeiten wirkt, teilt einen roten Faden: Wer eine PlayStation 5 oder PS4 besitzt, kann digitale Spiele ausschlie\u00dflich \u00fcber den PlayStation Store kaufen. Anders als am PC, wo Epic Games Store, GOG oder Steam um Kunden konkurrieren, gibt es auf Sonys Konsolen keinen alternativen Marktplatz. Entwickler d\u00fcrfen ihre Titel ohne Sonys Zustimmung nicht anderswo vertreiben, und auf jeden Kauf erhebt Sony rund 30 Prozent Provision \u2013 ein Satz, der branchenweit als Standard gilt, den Kl\u00e4ger in allen vier Verfahren aber als \u00fcberh\u00f6ht und wettbewerbswidrig bezeichnen. Die rechtlichen Ans\u00e4tze unterscheiden sich: In Gro\u00dfbritannien geht es um Marktmachtmissbrauch, in den Niederlanden um konkrete Preisaufschl\u00e4ge, in den USA um irref\u00fchrende Werbung und um die Frage, was ein \u201eKauf&#8221; digitaler G\u00fcter \u00fcberhaupt rechtlich bedeutet. Zusammengenommen ergeben die vier Verfahren das bislang umfassendste rechtliche Sperrfeuer gegen dieses geschlossene Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"grossbritannien-playstation-you-owe-us-vor-dem-competition-appeal-tribunal\">Gro\u00dfbritannien: \u201ePlayStation You Owe Us&#8221; vor dem Competition Appeal Tribunal<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gr\u00f6\u00dfte und am weitesten fortgeschrittene Verfahren l\u00e4uft in London. Unter dem Namen <a href=\"https:\/\/playstationyouoweus.co.uk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePlayStation You Owe Us&#8221;<\/a> reichte Alex Neill, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Verbraucherorganisation Consumer Voice, am 22. August 2022 beim <a href=\"https:\/\/www.catribunal.org.uk\/cases\/15277722-alex-neill-class-representative-limited\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Competition Appeal Tribunal (CAT)<\/a> Klage ein, Aktenzeichen 1527\/7\/7\/22. Finanziert wird das Verfahren vom Prozessfinanzierer Woodsford, die juristische F\u00fchrung liegt bei den Kanzleien Milberg London und Hausfeld unter Federf\u00fchrung von Robert Palmer KC. Nach einer Anh\u00f6rung zur Zulassung im Juni 2023 erteilte das Tribunal im Januar 2024 formal die <a href=\"https:\/\/www.monckton.com\/cat-certifies-playstation-collective-claim\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Collective Proceedings Order<\/a>. Die Klasse umfasst alle britischen Nutzer, die zwischen dem 19. August 2016 und dem 12. Februar 2026 digitale Spiele oder Inhalte im PlayStation Store gekauft haben \u2013 urspr\u00fcnglich rund 8,9 Millionen zertifizierte Betroffene, inzwischen durch die verl\u00e4ngerte Erfassungsperiode auf etwa <strong>12,2 Millionen<\/strong> angewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Prozess lief vom 10. M\u00e4rz bis zum 8. Mai 2026 \u00fcber rund zehn Wochen. Ein Urteil steht Stand Mitte Juli 2026 weiterhin aus \u2013 Beobachter rechnen fr\u00fchestens in einigen Monaten mit einer Entscheidung. Die Schadenssumme wurde im Lauf des Verfahrens pr\u00e4zisiert: Urspr\u00fcnglich waren bis zu 5 Milliarden Pfund als Obergrenze zertifiziert, beziffert wurde die Forderung beim Prozess auf rund <strong>1,49 Milliarden Pfund zuz\u00fcglich 8 Prozent Zinsen<\/strong>, was in Summe etwa 2 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 2,7 Milliarden US-Dollar) ergibt. Im Schnitt entspr\u00e4che das einer \u00dcberzahlung von etwa 162 Pfund pro Nutzer, wobei die individuellen Sch\u00e4tzungen je nach Kaufverhalten zwischen 67 und 562 Pfund liegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-vorwuerfe-geschlossenes-oekosystem-30-prozent-provision\">Die Vorw\u00fcrfe: geschlossenes \u00d6kosystem, 30 Prozent Provision<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechtlich st\u00fctzt sich die britische Klage auf Chapter II des Competition Act 1998 sowie \u2013 f\u00fcr den Zeitraum vor dem Brexit \u2013 auf Artikel 102 AEUV, also auf das Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Die Klageschrift wirft Sony vor, ein geschlossenes System zu betreiben, das K\u00e4ufer zu einer \u201egefangenen Klasse&#8221; macht, da auf der Konsole keine konkurrierenden Stores zugelassen sind und Entwickler vertraglich an einen Vertrieb ausschlie\u00dflich \u00fcber den PlayStation Store gebunden werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEin geschlossenes \u00d6kosystem, das Nutzer zu einer gefangenen Klasse macht, ohne jede realistische Ausweichm\u00f6glichkeit auf einen alternativen Anbieter.&#8221;<\/p>\n<cite>Sinngem\u00e4\u00dfe Formulierung aus der Klageschrift Alex Neill v. Sony Interactive Entertainment, CAT-Verfahren 1527\/7\/7\/22<\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zentrale Zahlenwert ist die Provision von rund 30 Prozent, die Sony auf praktisch jeden digitalen Kauf erhebt. Die Kl\u00e4ger argumentieren, dieser Satz sei angesichts fehlenden Wettbewerbs k\u00fcnstlich hochgehalten und werde eins zu eins an Endkunden weitergereicht. Sony selbst hat den genauen Provisionssatz nie offiziell best\u00e4tigt, 30 Prozent gilt jedoch branchenweit als Richtwert \u2013 exakt derselbe Satz, den auch Apple, Google und lange Zeit auch Valve \u00fcber Steam verlangten. Weitere Details zur juristischen Argumentation liefert <a href=\"https:\/\/legalclarity.org\/sony-class-action-lawsuit-uk-the-2-billion-claim\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Fallanalyse von LegalClarity<\/a>, die F\u00fchrung der Kl\u00e4gerseite \u00fcbernimmt neben Milberg London die Kanzlei <a href=\"https:\/\/www.hausfeld.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hausfeld<\/a>, finanziert durch <a href=\"https:\/\/woodsford.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Woodsford<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sonys-verteidigung-und-der-streit-um-die-prozessfinanzierung\">Sonys Verteidigung und der Streit um die Prozessfinanzierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sony versuchte zun\u00e4chst, die Klage per Antrag auf Abweisung oder Summary Judgment zu stoppen \u2013 das Tribunal lehnte beide Antr\u00e4ge ab, das Verfahren ging in die Hauptverhandlung. Inhaltlich argumentiert Sony, alternative Stores auf der Konsole stellten ein Sicherheits- und Datenschutzrisiko dar, die vergleichsweise geringen Hardware-Margen der PS5 w\u00fcrden durch die Provisionen aus dem digitalen Gesch\u00e4ft querfinanziert, und das Modell entspreche dem branchen\u00fcblichen Vorgehen von Nintendo und Microsoft. Zus\u00e4tzlich bem\u00e4ngelt Sony, das Gesch\u00e4ftsmodell der Kl\u00e4ger erlaube \u201eTrittbrettfahren&#8221; auf einer Plattform, in deren Aufbau Sony Milliarden investiert habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel griff Sony die Finanzierungsvereinbarung mit Woodsford an und berief sich auf das PACCAR-Urteil des Supreme Court von 2023, das prozentuale Erfolgsbeteiligungen bei Prozessfinanzierern f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt hatte. Woodsford strukturierte die Vereinbarung daraufhin auf ein gedeckeltes Vielfaches des eingesetzten Kapitals um; der Court of Appeal best\u00e4tigte dieses Modell im Juni 2025 einstimmig, der Supreme Court lehnte eine weitere Berufung Sonys ab. Der Finanzierungsstreit ist damit vom Tisch \u2013 offen bleibt einzig das Urteil in der Sache selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-praezedenzfall-wie-apple-gegen-dr-rachael-kent-verlor\">Der Pr\u00e4zedenzfall: Wie Apple gegen Dr. Rachael Kent verlor<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum Branchenbeobachter Sonys Chancen skeptisch einsch\u00e4tzen, liegt an einem Urteil desselben Tribunals aus dem Vorjahr. Dr. Rachael Kent hatte 2021 beim CAT im Namen von rund 36 Millionen britischen iPhone- und iPad-Nutzern gegen Apple geklagt \u2013 exakt dieselbe Rechtsgrundlage, exakt derselbe Vorwurf einer \u00fcberh\u00f6hten 30-Prozent-Provision im App Store. Im Oktober 2025 entschied das Tribunal <strong>einstimmig zugunsten von Kent<\/strong>: Apple habe seine Marktmacht durch App-Store-Exklusivit\u00e4t und \u00fcberh\u00f6hte Geb\u00fchren missbraucht. Der zugesprochene Schaden \u00fcber ein Jahrzehnt bel\u00e4uft sich auf rund 1,5 Milliarden Pfund \u2013 das erste erfolgreiche \u201eOpt-out&#8221;-Sammelverfahren, das vor dem CAT \u00fcberhaupt ein Urteil in der Sache erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Apple versuchte zu berufen: Das CAT selbst verweigerte am 13. November 2025 die Berufungserlaubnis, Apple wandte sich daraufhin an den Court of Appeal, der f\u00fcr den 23. M\u00e4rz 2026 eine kombinierte Anh\u00f6rung \u00fcber Zul\u00e4ssigkeit und Berufung ansetzte \u2013 eine Entscheidung steht noch aus. Juristen werten den Kent-Fall als direkten Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr Neill v. Sony, da beide Verfahren vor demselben Tribunal, mit derselben Rechtsgrundlage und demselben 30-Prozent-Provisionsargument verhandelt wurden. Ganz sicher ist ein Sony-Verlust dennoch nicht: Im Fall Le Patourel v. BT stellte das CAT im Dezember 2024 zwar \u00fcberh\u00f6hte Preise fest, wies die Klage aber dennoch ab, weil die Preise nicht als \u201eunfair&#8221; im rechtlichen Sinn galten. Der Ausgang bleibt also trotz des Kent-Pr\u00e4zedenzfalls offen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"niederlande-fair-playstation-und-der-47-prozent-aufschlag\">Niederlande: \u201eFair PlayStation&#8221; und der 47-Prozent-Aufschlag<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Niederlanden verfolgt die Stiftung Massaschade &#038; Consument unter dem Namen \u201eFair PlayStation&#8221; einen eigenen Ansatz auf Basis des niederl\u00e4ndischen WAMCA-Sammelklagegesetzes. Vertreten werden rund 1,7 Millionen niederl\u00e4ndische PS4- und PS5-Besitzer, die geltend machen, digitale Spiele im PlayStation Store kosteten im Schnitt <strong>47 Prozent mehr<\/strong> als physische Kopien desselben Titels \u2013 trotz nachweislich niedrigerer Vertriebskosten bei digitalen G\u00fctern. Die Forderung liegt bei \u00fcber 400 Millionen Euro, erfasst werden K\u00e4ufe seit dem 29. November 2013.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 29. Juni 2026 fand vor dem Bezirksgericht Midden-Nederland eine erste Anh\u00f6rung statt, bei der zun\u00e4chst Zust\u00e4ndigkeits- und Klagebefugnisfragen gekl\u00e4rt wurden; eine Entscheidung in der Sache steht noch aus. Bemerkenswert: Nachdem Sony im Juli 2026 offiziell best\u00e4tigt hatte, ab Januar 2028 <a href=\"\/de\/playstation-disc-produktion-2028\/\">die Produktion physischer PlayStation-Discs f\u00fcr Neuver\u00f6ffentlichungen einzustellen<\/a>, erweiterte die Stiftung ihre Klage explizit um dieses Argument \u2013 ohne physische Alternative, so die Stiftung, entscheide Sony k\u00fcnftig allein \u00fcber Preis und Nutzungsdauer eines Spiels. Beobachter werten das <a href=\"https:\/\/www.telecompaper.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">niederl\u00e4ndische Verfahren<\/a> als m\u00f6glichen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr weitere EU-Mitgliedstaaten, in denen bislang keine vergleichbare Klage gegen den Store anh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"usa-zwei-klagen-zwei-voellig-unterschiedliche-ansaetze\">USA: zwei Klagen, zwei v\u00f6llig unterschiedliche Ans\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Vereinigten Staaten laufen parallel zwei separate Verfahren mit unterschiedlicher Sto\u00dfrichtung. Das \u00e4ltere, <strong>Caccuri v. Sony Interactive Entertainment<\/strong>, wurde bereits im Mai 2021 vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien eingereicht und st\u00fctzt sich auf den Sherman Antitrust Act sowie den Clayton Act. Hintergrund war Sonys Entscheidung, ab dem 1. April 2019 den Verkauf von PSN-Guthabenkarten und Download-Codes \u00fcber Drittanbieter wie Amazon, Best Buy und GameStop zu beenden und Nutzer damit ausschlie\u00dflich auf den PlayStation Store zu verweisen. Ein erster Vergleichsvorschlag wurde im Juli 2025 vom Gericht zur\u00fcckgewiesen; ein <a href=\"https:\/\/www.classaction.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcberarbeiteter Vergleich<\/a> \u00fcber <strong>7,85 Millionen US-Dollar<\/strong> erhielt im April 2026 die gerichtliche Genehmigung. Er deckt rund 4,4 Millionen US-K\u00e4ufer f\u00fcr den Zeitraum 1. April 2019 bis 31. Dezember 2023 ab, ausgezahlt als PSN-Guthaben; die endg\u00fcltige Verteilung ist f\u00fcr den 15. Oktober 2026 vorgesehen, bis zu 25 Prozent der Summe flie\u00dfen in Anwalts- und Verwaltungskosten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutlich neuer und juristisch anders gelagert ist <a href=\"https:\/\/www.bgr.com\/2198115\/california-lawsuit-playstation-digital-game-ownership\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine am 18. Juni 2026 von vier kalifornischen Kl\u00e4gern eingereichte Klage<\/a>. Sie beruft sich auf das kalifornische Gesetz <strong>AB 2426<\/strong>, das seit 2025 in Kraft ist und Anbieter digitaler G\u00fcter verpflichtet, unmissverst\u00e4ndlich offenzulegen, dass ein \u201eKauf&#8221; tats\u00e4chlich nur eine widerrufliche Lizenz einr\u00e4umt. Die Klage bem\u00e4ngelt, dass Sonys Buttons \u201eJetzt kaufen&#8221; und \u201eKauf best\u00e4tigen&#8221; Eigentum suggerieren, w\u00e4hrend der eigentliche Lizenzhinweis in den Nutzungsbedingungen zu klein und leicht zu \u00fcbersehen sei. Namentlich genannt werden unter anderem die Titel NBA 2K25, Madden NFL 26 und Resident Evil Requiem. Anders als die drei \u00e4lteren Verfahren geht es hier nicht um Provisionsh\u00f6he oder Marktmacht, sondern um die Grundsatzfrage, ob ein K\u00e4ufer \u00fcberhaupt versteht, was er beim Kauf eines digitalen Spiels tats\u00e4chlich erwirbt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-spielkonsolen-der-eu-regulierung-entkommen\">Warum Spielkonsolen der EU-Regulierung entkommen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine zentrale Erkenntnis aus allen vier Verfahren: Regulierungsbeh\u00f6rden haben Spielkonsolen bislang nicht im Blick. Im September 2023 benannte die EU-Kommission im Rahmen des <a href=\"https:\/\/digital-markets-act.ec.europa.eu\/index_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digital Markets Act (DMA)<\/a> 22 zentrale Plattformdienste von Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta und Microsoft als \u201eGatekeeper&#8221; \u2013 eine Einstufung, die etwa Apple zwang, alternative App-Stores und Sideloading in der EU zuzulassen. PlayStation und Xbox wurden trotz vergleichbarer Marktmacht auf ihren jeweiligen Plattformen <strong>nicht<\/strong> als Gatekeeper eingestuft. Branchenvertreter fordern laut <a href=\"https:\/\/www.globalcompetitionreview.com\/article\/dma-should-target-playstation-and-xbox-data-advantage-industry-executive-says\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Global Competition Review<\/a> seit L\u00e4ngerem, den DMA auf Konsolenhersteller auszuweiten, insbesondere wegen der Kontrolle \u00fcber Entwicklerdaten \u2013 bislang ohne Erfolg. Solange sich daran nichts \u00e4ndert, bleibt die Zivilklage wie in Gro\u00dfbritannien, den Niederlanden und den USA der einzige verf\u00fcgbare Hebel gegen die Gesch\u00e4ftspraktiken der Plattform.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-vier-klagen-gegen-sony-im-ueberblick\">Die vier Klagen gegen Sony im \u00dcberblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgende Tabelle fasst Zust\u00e4ndigkeit, Kl\u00e4gerzahl, Forderung und aktuellen Verfahrensstand aller vier Klagen zusammen (Stand: Mitte Juli 2026):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr><th>Land \/ Zust\u00e4ndigkeit<\/th><th>Verfahren<\/th><th>Betroffene<\/th><th>Forderung<\/th><th>Status<\/th><\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr><td>Gro\u00dfbritannien<\/td><td>Alex Neill v. Sony (CAT 1527\/7\/7\/22)<\/td><td>~12,2 Mio.<\/td><td>~2 Mrd. \u00a3 (inkl. 8 % Zinsen)<\/td><td>Urteil ausstehend, Prozess endete 8.5.2026<\/td><\/tr>\n<tr><td>Niederlande<\/td><td>Stiftung Massaschade &#038; Consument, \u201eFair PlayStation&#8221;<\/td><td>~1,7 Mio.<\/td><td>&gt; 400 Mio. \u20ac<\/td><td>Anh\u00f6rung 29.6.2026, Entscheidung offen<\/td><\/tr>\n<tr><td>USA (Bundesgericht)<\/td><td>Caccuri v. Sony Interactive Entertainment<\/td><td>~4,4 Mio.<\/td><td>7,85 Mio. $ (Vergleich)<\/td><td>Genehmigt Apr. 2026, Auszahlung 15.10.2026<\/td><\/tr>\n<tr><td>USA (Kalifornien)<\/td><td>Vier Kl\u00e4ger gg. Sony (AB 2426)<\/td><td>4 namentlich + Klasse<\/td><td>Nicht beziffert<\/td><td>Eingereicht 18.6.2026, l\u00e4uft<\/td><\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"provisionsvergleich-playstation-store-vs-apple-google-steam-und-epic\">Provisionsvergleich: PlayStation Store vs. Apple, Google, Steam und Epic<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 30-Prozent-Satz, um den sich die britische und die niederl\u00e4ndische Klage drehen, ist keine Sony-Besonderheit, sondern jahrelanger Branchenstandard. Genau dieser Satz kostete Apple bereits den Kent-Prozess, und auch Google musste ihn nach einer Niederlage anpassen: Im Dezember 2023 entschied eine Jury in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Epic_Games_v._Google\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Epic Games v. Google<\/strong><\/a> in allen elf Anklagepunkten zugunsten von Epic und zwang Google, alternative Zahlungsanbieter mit Geb\u00fchren von 2,5 bis 5 Prozent statt bis zu 30 Prozent zuzulassen. Separat davon einigte sich Google im September 2023 mit US-Bundesstaaten und Verbrauchern auf eine Zahlung von 700 Millionen US-Dollar (630 Millionen Dollar Verbraucherfonds, 70 Millionen an die Bundesstaaten). Auch Valve steht mit Steam unter Druck: In Gro\u00dfbritannien fordert eine eigene CAT-Klage 656 Millionen Pfund, in den Niederlanden verlangt die Initiative GameClaim 220 Millionen Euro \u2013 <a href=\"\/de\/valve-steam-kartellklage-2026\/\">mehr Details dazu in unserer Analyse zur Steam-Kartellklage<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr><th>Plattform<\/th><th>Standard-Provision<\/th><th>Rechtlicher Status 2026<\/th><\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr><td>PlayStation Store<\/td><td>~30 %<\/td><td>Beklagt in UK, NL, USA (2\u00d7)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Apple App Store<\/td><td>30 %<\/td><td>Verloren gg. Kent, Okt. 2025 (UK)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Google Play<\/td><td>30 % (Altf\u00e4lle)<\/td><td>Nach Epic-Urteil (Dez. 2023) angepasst<\/td><\/tr>\n<tr><td>Valve Steam<\/td><td>~30 %<\/td><td>Beklagt in UK (656 Mio. \u00a3) und NL (220 Mio. \u20ac)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Epic Games Store<\/td><td>12 %<\/td><td>Kl\u00e4ger in mehreren Verfahren gg. Apple\/Google<\/td><\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"historischer-kontext-der-lange-weg-zu-offeneren-app-stores\">Historischer Kontext: der lange Weg zu offeneren App-Stores<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuellen PlayStation-Store-Klagen stehen am vorl\u00e4ufigen Ende einer mehrj\u00e4hrigen Entwicklung. Ausgangspunkt war 2020 Epics offener Konflikt mit Apple und Google, nachdem beide Fortnite wegen eines eigenen Zahlungssystems aus ihren Stores geworfen hatten. Das folgende Verfahren Epic v. Apple endete 2021 gemischt: Apple musste Entwicklern externe Zahlungslinks erlauben, blieb aber als Marktbeherrscher unbeanstandet. Deutlich sch\u00e4rfer fiel das Urteil im Fall Epic v. Google im Dezember 2023 aus. 2024 zwang der europ\u00e4ische DMA Apple, in der EU Sideloading und alternative App-Stores zuzulassen. Mit dem Kent-Urteil im Oktober 2025 verschob sich der Fokus dann erstmals von App-Stores auf mobilen Ger\u00e4ten hin zu geschlossenen Plattformen im Allgemeinen \u2013 und mit Neill v. Sony 2026 erstmals konkret auf Spielkonsolen. Was als Streit um Mobile-Payment-Optionen begann, ist damit zu einem branchen\u00fcbergreifenden Angriff auf 30-Prozent-Provisionsmodelle geworden, der nun auch vor PlayStation, und absehbar auch vor Xbox und Nintendo, nicht haltmacht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"marktauswirkungen-was-ein-sony-urteil-fuer-die-gaming-branche-bedeuten-wuerde\">Marktauswirkungen: Was ein Sony-Urteil f\u00fcr die Gaming-Branche bedeuten w\u00fcrde<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Sony selbst w\u00e4re <a href=\"https:\/\/www.thegamebusiness.com\/p\/could-a-26-billion-uk-lawsuit-force\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">selbst ein verlorenes Verfahren \u00fcber 2 Milliarden Pfund<\/a> finanziell verkraftbar \u2013 die PlayStation-Sparte erwirtschaftet j\u00e4hrlich Milliardenums\u00e4tze allein \u00fcber digitale Verk\u00e4ufe. Strukturell brisanter ist ein m\u00f6glicher Pr\u00e4zedenzfall: M\u00fcsste Sony wie zuvor Google alternative Zahlungswege oder gar Drittanbieter-Stores auf der PS5 zulassen, geriete das komplette Provisionsmodell der Konsolenindustrie unter Druck \u2013 mit direkten Folgen f\u00fcr Microsofts Xbox Store und Nintendos eShop, die nach identischem Muster funktionieren. Entwickler und Publisher, die ohnehin unter sinkenden Margen leiden \u2013 man denke an <a href=\"\/de\/ea-uebernahme-55-milliarden-saudi-pif-2026\/\">die ins Stocken geratene EA-\u00dcbernahme<\/a> oder <a href=\"\/de\/ubisoft-tencent-vantage-studios-2026\/\">Ubisofts Verkauf von Anteilen an Tencent<\/a> \u2013, w\u00fcrden von niedrigeren Plattformgeb\u00fchren unmittelbar profitieren. Gleichzeitig warnt Sony, dass niedrigere Provisionen langfristig h\u00f6here Hardwarepreise oder reduzierte Investitionen in Exklusivtitel nach sich ziehen k\u00f6nnten, da das aktuelle Modell explizit auf Quersubvention ausgelegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die ohnehin angespannte Konsolenbranche kommt der Rechtsstreit zu einem denkbar ung\u00fcnstigen Zeitpunkt: Die weltweiten Konsolenverk\u00e4ufe sind 2026 sp\u00fcrbar eingebrochen, <a href=\"\/de\/konsolen-verkaufszahlen-2026-ps5-switch-2\/\">die PS5-Abs\u00e4tze allein um rund 58 Prozent<\/a>. Ein zus\u00e4tzliches Milliardenurteil tr\u00e4fe Sony also in einer Phase, in der die PlayStation-Sparte ohnehin unter Druck steht, ihre Profitabilit\u00e4t zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-das-fuer-kaeufer-in-deutschland-und-der-eu-bedeutet\">Was das f\u00fcr K\u00e4ufer in Deutschland und der EU bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine eigenst\u00e4ndige deutsche Sammelklage gegen die Provisionspraxis des Sony-Stores existiert bislang nicht. Dabei hat der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) durchaus bereits Erfahrung mit Sony: <a href=\"\/de\/ps-plus-preiserhoehung-2026\/\">Gegen die PS-Plus-Preiserh\u00f6hungen erwirkte der vzbv vor dem Kammergericht Berlin bereits ein Urteil<\/a>, gegen das Sony inzwischen vor dem Bundesgerichtshof Berufung eingelegt hat \u2013 ein anderes Thema als die PlayStation-Store-Provisionen, aber derselbe Konzern, dieselbe grunds\u00e4tzliche Bereitschaft deutscher Verbrauchersch\u00fctzer, gegen Sony vorzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechtlich steht deutschen Verbrauchern mit der seit 2018 bestehenden Musterfeststellungsklage nur ein vergleichsweise stumpfes Schwert zur Verf\u00fcgung: Sie stellt lediglich Tatsachen verbindlich fest, individuelle Schadenersatzanspr\u00fcche m\u00fcssen Betroffene anschlie\u00dfend selbst geltend machen. Seit der Umsetzung der EU-Verbandsklagenrichtlinie im deutschen Verbraucherrechtedurchsetzungsgesetz (VRUG) 2023 k\u00f6nnen qualifizierte Einrichtungen wie der vzbv jedoch auch grenz\u00fcberschreitende Abhilfeklagen mit direkter Schadenersatzforderung anstrengen \u2013 n\u00e4her am britischen Opt-out-Modell oder der niederl\u00e4ndischen WAMCA-Klage als die alte Musterfeststellungsklage. Sollte das niederl\u00e4ndische \u201eFair PlayStation&#8221;-Verfahren erfolgreich sein, gilt es unter Juristen als wahrscheinlichste Vorlage f\u00fcr eine sp\u00e4tere deutsche oder EU-weite Klage gegen den PlayStation Store.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch betrifft die Debatte um \u201eKauf&#8221; versus \u201eLizenz&#8221; auch deutsche Spieler unmittelbar: Digitale PlayStation-Store-K\u00e4ufe sind an das pers\u00f6nliche PSN-Konto gebunden, nicht \u00fcbertragbar und nicht weiterverkaufbar. Wer den Zugriff auf sein Konto verliert \u2013 etwa durch einen erfolgreichen Phishing-Angriff oder eine Konto\u00fcbernahme \u2013 verliert damit im Zweifel auch den Zugriff auf die gesamte gekaufte Spielebibliothek. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum <a href=\"\/de\/passwortsicherheit\/\">robuste Passw\u00f6rter und Zwei-Faktor-Authentifizierung<\/a> gerade bei Gaming-Konten mit umfangreicher Kaufhistorie keine K\u00fcr, sondern Pflicht sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"lizenz-statt-eigentum-ein-technischer-blick-auf-das-store-modell\">Lizenz statt Eigentum: ein technischer Blick auf das Store-Modell<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kern der kalifornischen AB-2426-Klage l\u00e4sst sich am ehesten anhand des Datenmodells hinter einem digitalen Kauf verstehen. Vereinfacht und rein illustrativ \u2013 keine echte Sony-API \u2013 l\u00e4sst sich ein PlayStation-Store-\u201eKauf&#8221; als Lizenz-Eintrag darstellen, nicht als Eigentums\u00fcbertragung:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>\/\/ Illustrativ, KEINE echte Sony-API-Struktur\n{\n  \"entitlementId\": \"ent_9f2c...\",\n  \"accountId\": \"psn_user_id\",\n  \"productId\": \"UP0000-NBA2K25...\",\n  \"type\": \"REVOCABLE_LICENSE\",\n  \"transferable\": false,\n  \"resellable\": false,\n  \"revocationConditions\": [\n    \"accountTermination\",\n    \"titleDelisting\",\n    \"regionalRightsExpiry\"\n  ]\n}<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau dieser Unterschied zwischen einem klassischen Kauf (Eigentums\u00fcbertragung, frei weiterverkaufbar, siehe Gebrauchtspielemarkt bei physischen Discs) und einer widerruflichen Lizenz steht im Zentrum der kalifornischen Klage. Sony weist in den Nutzungsbedingungen zwar korrekt auf die Lizenzform hin, die AB-2426-Kl\u00e4ger argumentieren aber, dieser Hinweis m\u00fcsse vor Abschluss eines Kaufs ebenso prominent sichtbar sein wie der \u201eJetzt kaufen&#8221;-Button selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prognosen-wie-geht-es-2026-und-2027-weiter\">Prognosen: Wie geht es 2026 und 2027 weiter?<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>UK-Urteil fr\u00fchestens Ende 2026:<\/strong> Angesichts der Verfahrensdauer im Kent-Fall (Urteil erst rund zwei Jahre nach Prozessbeginn) ist im Fall Neill v. Sony kaum vor dem vierten Quartal 2026 oder Anfang 2027 mit einer Entscheidung zu rechnen.<\/li>\n<li><strong>Berufung ist so gut wie sicher:<\/strong> Unabh\u00e4ngig vom Ausgang wird die unterlegene Seite \u2013 wie bereits im Kent-Fall bei Apple zu beobachten \u2013 aller Voraussicht nach den Court of Appeal anrufen, was eine endg\u00fcltige Kl\u00e4rung zus\u00e4tzlich um Jahre verz\u00f6gern d\u00fcrfte.<\/li>\n<li><strong>Die Niederlande k\u00f6nnten zum EU-Vorbild werden:<\/strong> F\u00e4llt die \u201eFair PlayStation&#8221;-Entscheidung zugunsten der Kl\u00e4ger aus, d\u00fcrften \u00e4hnliche WAMCA- oder Verbandsklagen in weiteren EU-Staaten folgen, in Deutschland am ehesten getragen vom vzbv.<\/li>\n<li><strong>Druck auf Microsoft und Nintendo w\u00e4chst:<\/strong> Ein Sony-Verlust in Gro\u00dfbritannien w\u00fcrde die strukturell identischen Provisionsmodelle von Xbox Store und Nintendo eShop unter verst\u00e4rkte rechtliche Beobachtung stellen, auch ohne dass bereits konkrete Klagen vorliegen.<\/li>\n<li><strong>Regulierung bleibt vorerst aus:<\/strong> Eine kurzfristige Ausweitung des DMA auf Spielkonsolen ist nicht in Sicht; Zivilklagen bleiben mittelfristig der einzige wirksame Hebel gegen die Store-Praktiken der Konsolenhersteller.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"haeufig-gestellte-fragen\">H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"worum-geht-es-bei-der-playstation-store-klage-in-grossbritannien-konkret\">Worum geht es bei der PlayStation-Store-Klage in Gro\u00dfbritannien konkret?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alex Neill wirft Sony vor dem Competition Appeal Tribunal vor, seine Marktmacht \u00fcber den PlayStation Store zu missbrauchen und \u00fcber eine faktisch alternativlose Plattform k\u00fcnstlich hohe Provisionen und damit Preise durchzusetzen. Die Forderung liegt bei rund 2 Milliarden Pfund f\u00fcr etwa 12,2 Millionen Betroffene.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wann-faellt-das-urteil-im-britischen-verfahren\">Wann f\u00e4llt das Urteil im britischen Verfahren?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Prozess endete am 8. Mai 2026, ein Urteil lag Stand Mitte Juli 2026 noch nicht vor. Rechtsexperten rechnen fr\u00fchestens gegen Ende 2026 mit einer Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"betrifft-die-klage-auch-kaeufer-in-deutschland-oder-der-restlichen-eu\">Betrifft die Klage auch K\u00e4ufer in Deutschland oder der restlichen EU?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, die britische Sammelklage gilt ausschlie\u00dflich f\u00fcr K\u00e4ufe \u00fcber britische PSN-Konten. F\u00fcr deutsche und \u00fcbrige EU-K\u00e4ufer existiert bislang keine vergleichbare Klage gegen die Provisionspraxis des Stores \u2013 die niederl\u00e4ndische \u201eFair PlayStation&#8221;-Klage gilt ebenfalls nur f\u00fcr niederl\u00e4ndische Nutzer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-die-fair-playstation-klage-in-den-niederlanden\">Was ist die \u201eFair PlayStation&#8221;-Klage in den Niederlanden?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stiftung Massaschade &#038; Consument vertritt rund 1,7 Millionen niederl\u00e4ndische PlayStation-Besitzer und fordert \u00fcber 400 Millionen Euro, weil digitale Spiele im PlayStation Store durchschnittlich 47 Prozent teurer seien als physische Kopien desselben Titels.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-hat-der-fall-mit-apple-und-google-zu-tun\">Was hat der Fall mit Apple und Google zu tun?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieselbe britische Instanz entschied im Oktober 2025 gegen Apple im Fall Kent v. Apple, ebenfalls wegen einer 30-Prozent-App-Store-Provision. Juristen sehen darin einen direkten Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die Sony-Klage. Google musste nach einer Niederlage gegen Epic Games im Dezember 2023 alternative Zahlungsanbieter im Play Store zulassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-hoch-ist-die-provision-um-die-es-in-den-klagen-geht\">Wie hoch ist die Provision, um die es in den Klagen geht?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 30 Prozent auf digitale Verk\u00e4ufe im PlayStation Store \u2013 derselbe Satz, den auch Apple App Store, Google Play und lange Zeit Steam verlangten. Der Epic Games Store erhebt zum Vergleich nur 12 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-die-kalifornische-ab-2426-klage-und-worin-unterscheidet-sie-sich\">Was ist die kalifornische AB-2426-Klage, und worin unterscheidet sie sich?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier kalifornische Kl\u00e4ger reichten am 18. Juni 2026 Klage ein, weil Sonys \u201eJetzt kaufen&#8221;-Button suggeriere, Nutzer w\u00fcrden Eigentum erwerben, obwohl es sich rechtlich nur um eine widerrufliche Lizenz handelt. Anders als die anderen drei Verfahren geht es hier nicht um die Provisionsh\u00f6he, sondern um mangelnde Transparenz beim Kaufvorgang selbst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"welche-rolle-spielt-das-ende-der-physischen-playstation-discs-dabei\">Welche Rolle spielt das Ende der physischen PlayStation-Discs dabei?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sony stellt die Produktion physischer Discs f\u00fcr Neuver\u00f6ffentlichungen ab Januar 2028 ein. Die niederl\u00e4ndische Kl\u00e4gerstiftung nutzt diese Ank\u00fcndigung als zus\u00e4tzliches Argument: Ohne physische Alternative entscheide Sony k\u00fcnftig vollst\u00e4ndig allein \u00fcber Preis und Verf\u00fcgbarkeit digitaler Spiele.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"related-coverage\">Related Coverage<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"\/de\/valve-steam-kartellklage-2026\/\">Steam-Kartellklage: 32.000 Entwickler, 3,1 Mrd. $<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/playstation-disc-produktion-2028\/\">PlayStation-Disc endet 2028: 85 % sind digital<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/ps-plus-preiserhoehung-2026\/\">PS Plus wird bis zu 14 % teurer \u2013 nur f\u00fcr Neukunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/ps5-pro-vs-xbox-series-x\/\">PS5 Pro vs. Xbox Series X: 39 % mehr Power f\u00fcr 900 \u20ac<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/konsolen-verkaufszahlen-2026-ps5-switch-2\/\">PS5 bricht 58 % ein, Switch 2 enteilt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/roblox-altersverifizierung-2026\/\">Roblox-Gesichtsscan: Aktie -18 %, 162 Klagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/category\/gaming\/\">Weitere Gaming-News auf shattered.io<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sony steht wegen des PlayStation Store gleichzeitig in vier Gerichtsverfahren auf drei Kontinenten. 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