{"id":554,"date":"2026-07-18T08:38:25","date_gmt":"2026-07-18T08:38:25","guid":{"rendered":"https:\/\/shattered.io\/de\/bandai-namco-chatgpt-hack-2026\/"},"modified":"2026-07-18T23:45:14","modified_gmt":"2026-07-18T23:45:14","slug":"bandai-namco-chatgpt-hack-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shattered.io\/de\/bandai-namco-chatgpt-hack-2026\/","title":{"rendered":"ChatGPT-Hack: Bandai Namco verliert 46.812 Konten [2026]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein 15-j\u00e4hriger Sch\u00fcler aus der japanischen Pr\u00e4fektur Saitama hat gezeigt, wie weit generative KI die Einstiegsh\u00fcrde f\u00fcr Cyberkriminalit\u00e4t inzwischen gesenkt hat: Mit Unterst\u00fctzung von ChatGPT schrieb er ein Skript, das am Abend des 4. November 2025 automatisiert <strong>46.812 Nutzerkonten<\/strong> des japanischen Streaming-Dienstes Bandai Channel l\u00f6schte. Die Festnahme durch die Tokioter Polizei erfolgte erst acht Monate sp\u00e4ter, am 13. Juni 2026 \u2013 ein Zeitversatz, der zeigt, wie aufwendig die forensische Aufkl\u00e4rung selbst bei einem gest\u00e4ndigen T\u00e4ter sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fall betrifft Bandai Namco Filmworks, die Film- und Anime-Sparte des japanischen Unterhaltungskonzerns Bandai Namco Holdings \u2013 nicht direkt das Gaming-Gesch\u00e4ft, zu dem Marken wie Tekken, Dark Souls oder Pac-Man geh\u00f6ren. Doch die Geschichte ist f\u00fcr die gesamte Gaming- und Tech-Branche relevant, weil sie exemplarisch zeigt, wie generative KI-Werkzeuge Angriffe demokratisieren, die fr\u00fcher fundierte Programmierkenntnisse voraussetzten. Diese Analyse ordnet den Fall ein, vergleicht ihn mit \u00e4hnlichen Vorf\u00e4llen und zeigt, was Unternehmen in der DACH-Region daraus lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-fall-im-ueberblick-ein-schueler-chatgpt-und-46-812-geloeschte-konten\">Der Fall im \u00dcberblick: Ein Sch\u00fcler, ChatGPT und 46.812 gel\u00f6schte Konten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum der Geschichte steht ein damals 15-j\u00e4hriger Junge aus Tokorozawa in der Pr\u00e4fektur Saitama, der nach Angaben der japanischen Polizei bereits seit der vierten Klasse Grundschule autodidaktisch programmieren gelernt hatte. Als er in der dritten Klasse der Mittelschule war, analysierte er den Netzwerkverkehr zwischen Endger\u00e4ten und den Servern von Bandai Channel, einem Abo-Streaming-Dienst f\u00fcr Anime und Tokusatsu-Serien, und entdeckte dabei eine ausnutzbare Schwachstelle im K\u00fcndigungsprozess des Dienstes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den ersten Teil des Angriffscodes schrieb er eigenst\u00e4ndig. Weil die Verarbeitung damit jedoch zu langsam lief, griff er auf ChatGPT zur\u00fcck, um den Code in eine andere Programmiersprache zu \u00fcbertragen und zu beschleunigen. Am Abend des 4. November 2025, zwischen 17:00 und 20:46 Uhr Ortszeit, setzte er das fertige Skript ein und l\u00f6ste damit die automatisierte K\u00fcndigung von 46.812 Mitgliedskonten aus. Als das Unternehmen reagierte und seinen Zugriff blockierte, umging er die Sperre nach eigenen Angaben rund 30-mal, indem er seine IP-Adresse wechselte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"zeitlicher-ablauf-des-angriffs\">Zeitlicher Ablauf des Angriffs<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>4. November 2025:<\/strong> Angriff auf die Bandai-Channel-Server, 46.812 Konten automatisiert gek\u00fcndigt<\/li>\n<li><strong>6. November 2025:<\/strong> Bandai Namco Filmworks setzt den Dienst komplett aus<\/li>\n<li><strong>7. November 2025:<\/strong> \u00d6ffentliche Mitteilung des Unternehmens<\/li>\n<li><strong>19. Dezember 2025:<\/strong> Vollst\u00e4ndige Wiederherstellung des Dienstes nach rund sechs Wochen<\/li>\n<li><strong>13. Juni 2026:<\/strong> Festnahme des mutma\u00dflichen T\u00e4ters durch die Tokioter Polizei<\/li>\n<li><strong>ab 4. Juli 2026:<\/strong> Internationale Medien greifen den Fall auf<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vom-netzwerk-mitschnitt-zum-funktionierenden-exploit\">Vom Netzwerk-Mitschnitt zum funktionierenden Exploit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch bemerkenswert an dem Fall ist weniger die Schwachstelle selbst als der Weg dorthin. Statt eine bekannte L\u00fccke aus einer Exploit-Datenbank zu \u00fcbernehmen, analysierte der Jugendliche eigenst\u00e4ndig den Datenverkehr zwischen Client und Server und rekonstruierte daraus, wie der K\u00fcndigungsprozess von Bandai Channel intern funktionierte. Diese Form des Reverse Engineering \u00fcber Netzwerk-Traffic ist eine Grundtechnik, die in jedem soliden Penetration-Testing-Curriculum gelehrt wird \u2013 hier jedoch von einem Teenager ohne formale Ausbildung angewendet, mutma\u00dflich mit frei verf\u00fcgbaren Tools wie Paketanalysatoren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach eigenen Angaben schrieb er den urspr\u00fcnglichen K\u00fcndigungs-Code selbst, w\u00e4hlte aber offenbar einen Ansatz, der f\u00fcr die geplante Zahl an Anfragen zu langsam war, um rechtzeitig fertig zu werden. An dieser Stelle kam ChatGPT ins Spiel: nicht als Ideengeber f\u00fcr die Schwachstelle selbst, sondern als Werkzeug, um funktionierenden, schnelleren Code in einer anderen Sprache zu erzeugen. Diese Trennung ist f\u00fcr die Einordnung des Falls wichtig \u2013 die eigentliche Sicherheitsl\u00fccke fand ein Mensch, die KI half lediglich bei der Umsetzung in produktionsreifen Code.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"chatgpt-als-werkzeug-wie-generative-ki-den-angriff-beschleunigte\">ChatGPT als Werkzeug: Wie generative KI den Angriff beschleunigte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei seiner Vernehmung beschrieb der Jugendliche seine Vorgehensweise nach \u00fcbereinstimmenden Medienberichten in bemerkenswerter Offenheit. \u00dcbersetzt aus dem Japanischen sagte er sinngem\u00e4\u00df, warum er auf die KI zur\u00fcckgriff:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eIch habe den Quellcode f\u00fcr den K\u00fcndigungsprozess selbst geschrieben. Da die Verarbeitung zu lange dauerte, habe ich ChatGPT gefragt und den Code in einer anderen Programmiersprache fertiggestellt.\u201c<\/p><cite>Mutma\u00dflicher T\u00e4ter, laut Polizeiangaben \u2013 <a href=\"https:\/\/automaton-media.com\/en\/news\/15-year-old-arrested-in-japan-over-alleged-cyberattacks-on-bandai-namco-anime-streaming-service-using-chatgpt-generated-malware\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Automaton West<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Zitat markiert einen Wendepunkt im \u00f6ffentlichen Verst\u00e4ndnis von KI-gest\u00fctzter Cyberkriminalit\u00e4t. Wo Sicherheitsforscher seit Jahren vor dem theoretischen Missbrauchspotenzial von Sprachmodellen warnen, liegt hier ein dokumentierter, gest\u00e4ndiger Fall vor, in dem ein Minderj\u00e4hriger ohne professionellen Hintergrund ein Sprachmodell gezielt nutzte, um funktionsf\u00e4higen Schadcode zu produzieren. Fachmedien wie <a href=\"https:\/\/dailysecurityreview.com\/threat-actors\/japan-arrests-teen-who-used-chatgpt-to-cancel-46812-bandai-accounts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Daily Security Review<\/a> bezeichnen den Fall als einen der ersten \u00f6ffentlich best\u00e4tigten F\u00e4lle, in denen ein Jugendlicher generative KI direkt als Werkzeug zum Bau funktionsf\u00e4higer Cybercrime-Software einsetzte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr die Einordnung: ChatGPT hat die Schwachstelle nicht gefunden und wurde nicht explizit angewiesen, einen Angriff auf Bandai Channel zu entwickeln. Der Jugendliche nutzte das Modell als Programmier-Assistenten f\u00fcr ein bereits konzipiertes Skript \u2013 ein Muster, das Sicherheitsforscher als \u201eVibe Coding&#8221; bezeichnen und das in Deutschland unter anderem von Golem.de aufgegriffen wurde. F\u00fcr Plattformbetreiber bedeutet das: Rate-Limiting und Anomalieerkennung auf sensiblen Endpunkten wie Kontok\u00fcndigungen sind keine K\u00fcr mehr, sondern Pflicht, weil die F\u00e4higkeit, Angriffscode zu schreiben, nicht mehr an klassische Programmierausbildung gekoppelt ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-ausmass-des-schadens-46-812-konten-136-millionen-datensaetze\">Das Ausma\u00df des Schadens: 46.812 Konten, 1,36 Millionen Datens\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die unmittelbare Folge des Angriffs war laut <a href=\"https:\/\/www.cbr.com\/bandai-channel-46000-user-account-delete\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CBR<\/a> die automatisierte K\u00fcndigung von 46.812 Abonnements binnen weniger Stunden \u2013 ein Vorgang, der bei den betroffenen Nutzenden zu ungewollten Kontoschlie\u00dfungen f\u00fchrte und bei Bandai Namco Filmworks massive R\u00fcckerstattungsverpflichtungen ausl\u00f6ste. Nach Angaben des Unternehmens waren potenziell bis zu 1.366.000 personenbezogene Datens\u00e4tze einsehbar, darunter E-Mail-Adressen, Nutzernamen beziehungsweise Anzeigenamen, Guthabenst\u00e4nde der plattforminternen W\u00e4hrung Bandai Namco Coin sowie ausgew\u00e4hlte Zahlungsinformationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend f\u00fcr die Risikoeinsch\u00e4tzung: Passw\u00f6rter und vollst\u00e4ndige Kreditkartennummern waren nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen, und es liegen bislang keine best\u00e4tigten F\u00e4lle von Datenmissbrauch oder Weiterverkauf vor. Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen des Vorfalls zusammen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Kennzahl<\/th><th>Wert<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>Betroffene Konten<\/td><td>46.812<\/td><\/tr>\n<tr><td>Potenziell einsehbare Datens\u00e4tze<\/td><td>bis zu 1.366.000<\/td><\/tr>\n<tr><td>Betroffene Datentypen<\/td><td>E-Mail, Nutzername, Coin-Guthaben, ausgew\u00e4hlte Zahlungsdaten<\/td><\/tr>\n<tr><td>Nicht betroffen<\/td><td>Passw\u00f6rter, vollst\u00e4ndige Kreditkartennummern<\/td><\/tr>\n<tr><td>Angriffszeitraum<\/td><td>4. November 2025, 17:00\u201320:46 Uhr (JST)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Ausfalldauer des Dienstes<\/td><td>ca. 6 Wochen (6. Nov.\u201319. Dez. 2025)<\/td><\/tr>\n<tr><td>IP-Wechsel zur Umgehung der Sperre<\/td><td>ca. 30-mal<\/td><\/tr>\n<tr><td>Zeit bis zur Festnahme<\/td><td>ca. 8 Monate<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sechs-wochen-stillstand-die-reaktion-von-bandai-namco-filmworks\">Sechs Wochen Stillstand: Die Reaktion von Bandai Namco Filmworks<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bandai Namco Filmworks reagierte vergleichsweise schnell: Bereits zwei Tage nach dem Angriff, am 6. November 2025, wurde der gesamte Bandai-Channel-Dienst vom Netz genommen \u2013 ein drastischer, aber aus Sicherheitssicht nachvollziehbarer Schritt, um weiteren automatisierten Zugriff zu unterbinden. Einen Tag sp\u00e4ter folgte die \u00f6ffentliche Mitteilung an die Kundschaft. Die vollst\u00e4ndige Wiederherstellung des Dienstes zog sich anschlie\u00dfend \u00fcber rund sechs Wochen bis zum 19. Dezember 2025 hin, was auf eine umfassende forensische Pr\u00fcfung und H\u00e4rtung der Infrastruktur hindeutet, bevor der Betrieb wieder freigegeben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Unternehmen bot betroffenen Nutzenden R\u00fcckerstattungen f\u00fcr die durch die ungewollte K\u00fcndigung entfallenen Mitgliedschaftszeitr\u00e4ume an und entschuldigte sich \u00f6ffentlich f\u00fcr den Vorfall. In seiner Stellungnahme k\u00fcndigte der Konzern an, \u201eregelm\u00e4\u00dfige Kontrollen fortzusetzen und sich um die Vermeidung einer Wiederholung zu bem\u00fchen&#8221; \u2013 eine f\u00fcr japanische Unternehmenskommunikation typische, zur\u00fcckhaltende Formulierung, die im Vergleich zu den ausf\u00fchrlicheren, oft von Aufsichtsbeh\u00f6rden erzwungenen Stellungnahmen europ\u00e4ischer Unternehmen nach einer Datenschutzverletzung auff\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist zudem die zeitliche L\u00fccke zwischen dem operativen Vorfall im November 2025 und seiner breiten internationalen Berichterstattung erst ab dem 4. Juli 2026 \u2013 ausgel\u00f6st durch die Festnahmemeldung, nicht durch den urspr\u00fcnglichen Ausfall. F\u00fcr ein Unternehmen mit Sitz in Japan bestand dazu keine Pflicht zu einer der EU-Datenschutz-Grundverordnung vergleichbaren 72-Stunden-Meldefrist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"acht-monate-bis-zur-festnahme-der-weg-zur-aufklaerung\">Acht Monate bis zur Festnahme: Der Weg zur Aufkl\u00e4rung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Wiederherstellung des Dienstes Ende 2025 \u00fcbergab das Unternehmen den Fall an die Tokioter Polizeibeh\u00f6rde (Tokyo Metropolitan Police Department). \u00dcber Kommunikationsprotokolle und weitere digitale Spuren identifizierten die Ermittelnden den Jugendlichen als Tatverd\u00e4chtigen. Am 13. Juni 2026 nahmen sie ihn fest; laut Medienberichten gestand er die Tat bei der Vernehmung und gab als Motiv Neugier an \u2013 er habe \u201enichts gegen das Unternehmen&#8221; gehabt, sondern festgestellt, dass sich \u201eviele Konten&#8221; auf diese Weise manipulieren lie\u00dfen. Ein finanzielles Motiv oder Erpressungsversuche sind nach aktuellem Kenntnisstand nicht Teil der Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"rechtliche-grundlage-in-japan\">Rechtliche Grundlage in Japan<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Jugendlichen wird ein Versto\u00df gegen das japanische Gesetz zum Verbot des unbefugten Computerzugriffs (Unauthorized Computer Access Prohibition Act) sowie Behinderung der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit durch betr\u00fcgerische Mittel vorgeworfen. Da er zum Tatzeitpunkt minderj\u00e4hrig war, wird das Verfahren voraussichtlich vor einem Familiengericht verhandelt, das in Japan f\u00fcr Jugendliche zust\u00e4ndig ist und andere Ma\u00dfst\u00e4be anlegt als bei Erwachsenen. Wie sich das zur deutschen Rechtslage verh\u00e4lt, ordnen wir im DACH-Abschnitt weiter unten ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"bandai-namco-im-ueberblick-zahlen-marken-marktmacht\">Bandai Namco im \u00dcberblick: Zahlen, Marken, Marktmacht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Tragweite des Vorfalls einzuordnen, lohnt ein Blick auf den Konzern dahinter. Bandai Namco Holdings ist einer der gr\u00f6\u00dften Unterhaltungskonzerne Japans mit einem zuletzt berichteten Konzernumsatz von rund 1,05 Billionen Yen (umgerechnet etwa 9,57 Milliarden US-Dollar) und 11.159 Mitarbeitenden weltweit (Stand 2024). In Deutschland und der gesamten DACH-Region ist der Konzern vor allem \u00fcber sein Gaming-Gesch\u00e4ft bekannt \u2013 mit Marken wie Tekken, Dark Souls, Soulcalibur, Ace Combat, Ridge Racer und den Digimon- sowie Gundam-Lizenzspielen (\u00fcber die Tochtergesellschaft Sunrise).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der konkret betroffene Dienst, Bandai Channel, geh\u00f6rt jedoch nicht zum Gaming-Bereich, sondern zur Sparte Bandai Namco Filmworks \u2013 dem Film- und Anime-Gesch\u00e4ft des Konzerns, zu dem unter anderem die Studios Sunrise, Bandai Namco Pictures, Actas und Eight Bit sowie das Label Bandai Visual z\u00e4hlen. Bandai Channel ist ein japanisches Abo-Angebot f\u00fcr Anime- und Tokusatsu-Serien und international, anders als die gro\u00dfen Spiele-Marken des Konzerns, kaum bekannt. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Konzernkennzahlen ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>Angabe<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>Konzernmutter<\/td><td>Bandai Namco Holdings<\/td><\/tr>\n<tr><td>Konzernumsatz (zuletzt berichtet)<\/td><td>1,05 Billionen Yen (~9,57 Mrd. USD)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Mitarbeitende weltweit (2024)<\/td><td>11.159<\/td><\/tr>\n<tr><td>Bekannte Gaming-Marken<\/td><td>Tekken, Pac-Man, Dark Souls, Soulcalibur, Ace Combat, Ridge Racer, Digimon, Gundam<\/td><\/tr>\n<tr><td>Betroffene Sparte<\/td><td>Bandai Namco Filmworks (Film\/Anime)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Betroffener Dienst<\/td><td>Bandai Channel (Anime-\/Tokusatsu-Streaming)<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Trennung ist f\u00fcr die Einordnung wichtig: Wer in Deutschland Tekken oder Dark Souls spielt, war von diesem konkreten Vorfall nicht betroffen. Die Geschichte ist dennoch relevant, weil sie zeigt, wie verwundbar auch Sparten gro\u00dfer, ressourcenstarker Konzerne gegen\u00fcber technisch simplen, KI-unterst\u00fctzten Angriffen sein k\u00f6nnen \u2013 ein Risiko, das grunds\u00e4tzlich f\u00fcr jede digitale Plattform mit K\u00fcndigungs- oder Kontoverwaltungs-Workflows gilt, unabh\u00e4ngig von Branche oder Konzerngr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kein-einzelfall-parallelen-zum-rakuten-mobile-betrug\">Kein Einzelfall: Parallelen zum Rakuten-Mobile-Betrug<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bandai-Channel-Fall ist nicht der erste dokumentierte Vorfall dieser Art in Japan. Bereits im Februar 2025 nahm die japanische Polizei drei Jugendliche im Alter von 14, 15 und 16 Jahren fest, die sich \u00fcber Online-Gaming kennengelernt hatten und zwischen Mai und August 2024 mit ChatGPT-gest\u00fctzten Tools betr\u00fcgerisch Mobilfunkvertr\u00e4ge bei Rakuten Mobile abschlossen. Ein 16-J\u00e4hriger aus der Pr\u00e4fektur Gifu schrieb dabei das zentrale Programm. Unter rund 3,3 Milliarden zuvor gestohlenen Zugangsdatens\u00e4tzen fanden die Ermittelnden laut <a href=\"https:\/\/mobileidworld.com\/japanese-teens-arrested-for-using-chatgpt-to-hack-rakuten-mobile-contracts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mobile ID World<\/a> etwa 220.000 mit Rakuten-Bezug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gruppe verkaufte auf diese Weise mehr als 2.500 betr\u00fcgerisch erschlichene Vertr\u00e4ge f\u00fcr umgerechnet rund 50.000 US-Dollar in Kryptow\u00e4hrung \u2013 das Geld floss unter anderem in Spielkonsolen und Online-Gl\u00fccksspiel. Die strukturelle \u00c4hnlichkeit zum Bandai-Fall ist auff\u00e4llig: minderj\u00e4hrige, autodidaktische T\u00e4ter, Einsatz von ChatGPT als Werkzeug zur Umsetzung, und ein japanisches Unternehmen als Ziel. Sicherheitsforscher werten beide F\u00e4lle zunehmend als Beleg daf\u00fcr, dass KI-gest\u00fctzte Jugendkriminalit\u00e4t kein hypothetisches Zukunftsszenario mehr ist, sondern ein bereits mehrfach dokumentiertes Muster \u2013 mit dem Unterschied, dass die Rakuten-Gruppe finanziell motiviert war, w\u00e4hrend der Bandai-T\u00e4ter nach eigenen Angaben aus Neugier handelte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"historischer-vergleich-vom-psn-hack-2011-zur-ki-aera\">Historischer Vergleich: Vom PSN-Hack 2011 zur KI-\u00c4ra<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Dimension des Bandai-Vorfalls realistisch einzuordnen, hilft der Vergleich mit dem bislang folgenreichsten Sicherheitsvorfall der Gaming-Branche: dem PlayStation-Network-Hack vom April 2011. Damals erbeuteten externe, organisierte Angreifer die Daten von 77,1 Millionen PSN-Konten, darunter Nutzernamen, Adressen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und verschl\u00fcsselte Passw\u00f6rter. Sony musste den Dienst 24 Tage lang vom 20. April bis 14. Mai 2011 komplett abschalten und bezifferte die Kosten des Vorfalls sp\u00e4ter \u00f6ffentlich auf 171 Millionen US-Dollar (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/2011_PlayStation_Network_outage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bandai-Fall erreicht diese Dimension bei Weitem nicht \u2013 weder bei der Zahl der Konten noch bei den offengelegten Datentypen. Doch die eigentliche Nachricht liegt nicht in der Gr\u00f6\u00dfe, sondern im T\u00e4terprofil: 2011 brauchte es ein koordiniertes, technisch versiertes Angreiferteam f\u00fcr einen Vorfall dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung. 2025\/2026 gen\u00fcgt ein einzelner Teenager mit Grundschul-Programmierkenntnissen und Zugang zu einem frei verf\u00fcgbaren KI-Chatbot, um einen f\u00fcnfstelligen Nutzerkreis empfindlich zu treffen. Die folgende Tabelle stellt die drei F\u00e4lle gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Vorfall<\/th><th>Jahr<\/th><th>Betroffene Konten\/Daten<\/th><th>Ausfalldauer<\/th><th>T\u00e4terprofil<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>Sony PSN-Hack<\/td><td>2011<\/td><td>77,1 Mio. Konten<\/td><td>24 Tage<\/td><td>Organisierte externe Angreifer<\/td><\/tr>\n<tr><td>Rakuten Mobile<\/td><td>2024\/2025<\/td><td>~220.000 Datens\u00e4tze (von 3,3 Mrd. gestohlenen Zugangsdaten)<\/td><td>kein Dienstausfall (Vertragsbetrug)<\/td><td>3 Jugendliche (14\u201316 J.), ChatGPT-gest\u00fctzt<\/td><\/tr>\n<tr><td>Bandai Channel<\/td><td>2025\/2026<\/td><td>46.812 Konten \/ bis zu 1,366 Mio. Datens\u00e4tze<\/td><td>~6 Wochen<\/td><td>1 Jugendlicher (15 J.), ChatGPT-gest\u00fctzt<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"nicht-verwechseln-fruehere-sicherheitsvorfaelle-bei-bandai-namco\">Nicht verwechseln: Fr\u00fchere Sicherheitsvorf\u00e4lle bei Bandai Namco<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Recherche zu diesem Fall kursieren online mehrere \u00e4ltere Bandai-Namco-Vorf\u00e4lle, die leicht mit der aktuellen Geschichte verwechselt werden k\u00f6nnen. 2022 wurde der Konzern Opfer eines Ransomware-Angriffs der Gruppe ALPHV\/BlackCat, bei dem die Angreifer mit der Ver\u00f6ffentlichung gestohlener Daten drohten \u2013 ein vollst\u00e4ndig anderer, \u00e4lterer Vorfall mit anderem T\u00e4terprofil (organisierte Ransomware-Gruppe statt Einzelt\u00e4ter) und anderer Angriffsmethode (Erpressung statt automatisierter Massen-K\u00fcndigung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls nicht zu verwechseln ist der Fall mit dem Neopets-Datenleck, bei dem zwischen Januar 2021 und Juli 2022 Daten von rund 69 Millionen Nutzerkonten der virtuellen Haustier-Plattform Neopets kompromittiert wurden. Dieser Vorfall taucht 2026 wieder in den Schlagzeilen auf, weil eine Sammelklage dazu l\u00e4uft \u2013 es handelt sich aber nicht um ein neues Ereignis von 2025\/2026, sondern um die juristische Aufarbeitung eines mehrere Jahre alten Lecks. Wer die drei F\u00e4lle sauber trennt, versteht die aktuelle Bandai-Channel-Geschichte deutlich klarer: als eigenst\u00e4ndigen, neuartigen Fall von KI-gest\u00fctzter Jugendkriminalit\u00e4t und nicht als Fortsetzung einer \u00e4lteren Pannenserie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-groessere-trend-ki-gestuetzte-cyberkriminalitaet-in-japan-und-weltweit\">Der gr\u00f6\u00dfere Trend: KI-gest\u00fctzte Cyberkriminalit\u00e4t in Japan und weltweit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bandai-Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Berichten ein, die den Missbrauch generativer KI f\u00fcr Cyberangriffe dokumentieren. Laut einer Analyse von <a href=\"https:\/\/thehackernews.com\/2026\/05\/2026-year-of-ai-assisted-attacks.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Hacker News<\/a> gilt 2026 in der Sicherheitsbranche zunehmend als das Jahr, in dem KI-gest\u00fctzte Angriffe vom Ausnahmefall zum wiederkehrenden Muster wurden. Auch der Sicherheitsdienstleister Rapid7 beschreibt in einem aktuellen <a href=\"https:\/\/www.rapid7.com\/blog\/post\/tr-criminal-ai-underground-market-operationalizing-cybercrime-2026\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht zur kriminellen KI-Untergrundwirtschaft<\/a>, wie Angreifer generative Modelle zunehmend routinem\u00e4\u00dfig in ihre Werkzeugketten integrieren, statt sie nur punktuell zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Atlantic Council ordnet diese Entwicklung in einem <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/in-depth-research-reports\/report\/hacking-with-ai\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschungsbericht zum Thema \u201eHacking with AI&#8221;<\/a> strukturell ein: KI-Modelle senken vor allem die Einstiegsh\u00fcrde f\u00fcr weniger erfahrene Akteure, w\u00e4hrend sie f\u00fcr hochspezialisierte, staatlich unterst\u00fctzte Angreifergruppen einen geringeren relativen Vorteil bieten, da diese ohnehin bereits \u00fcber Ressourcen und Expertise verf\u00fcgen. Genau dieses Muster \u2013 ein technisch unerfahrener, aber wissbegieriger Jugendlicher, der dank KI-Unterst\u00fctzung ein Ergebnis erzielt, das sonst deutlich mehr Fachwissen erfordert h\u00e4tte \u2013 zeigt sich sowohl im Bandai- als auch im Rakuten-Fall exemplarisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Sicherheitsverantwortliche bedeutet das eine Verschiebung der Bedrohungsmodellierung: Wo fr\u00fcher komplexe Angriffe prim\u00e4r von Innent\u00e4tern, organisierten Gruppen oder Nationalstaaten ausgingen, muss k\u00fcnftig auch die Kategorie \u201etechnisch unerfahrener Einzelt\u00e4ter mit KI-Unterst\u00fctzung&#8221; explizit mitgedacht werden \u2013 gerade bei \u00f6ffentlich erreichbaren Endpunkten wie Konto- und Abo-Verwaltung, die selten mit derselben Sorgfalt abgesichert werden wie Zahlungs- oder Login-Systeme.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"relevanz-fuer-deutschland-rechtslage-und-risiken-fuer-dach-unternehmen\">Relevanz f\u00fcr Deutschland: Rechtslage und Risiken f\u00fcr DACH-Unternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn Bandai Channel in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz nicht verf\u00fcgbar ist, sind die strukturellen Lehren aus dem Fall unmittelbar auf DACH-Unternehmen \u00fcbertragbar \u2013 insbesondere auf Streaming-, Gaming- und Abo-Plattformen mit vergleichbaren K\u00fcndigungs- und Kontoverwaltungs-Workflows. Ein Angriff dieses Musters auf ein deutsches Unternehmen w\u00fcrde datenschutzrechtlich deutlich strengeren Vorgaben unterliegen: Die DSGVO verpflichtet Verantwortliche, eine Datenschutzverletzung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung binnen 72 Stunden der zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rde zu melden \u2013 die achtmonatige Verz\u00f6gerung bis zur \u00f6ffentlichen Bekanntheit, wie sie im Bandai-Fall zwischen Vorfall und internationaler Berichterstattung lag, w\u00e4re in der EU allein aus der Meldefrist heraus nicht zul\u00e4ssig, selbst wenn die Ermittlungen l\u00e4nger dauern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Strafrechtlich w\u00fcrde ein vergleichbarer Angriff in Deutschland unter \u00a7 303a StGB (Datenver\u00e4nderung) und \u00a7 303b StGB (Computersabotage) fallen, erg\u00e4nzt um \u00a7 202a StGB (Aussp\u00e4hen von Daten), sofern beim Reverse Engineering auch Zugangsdaten kopiert worden w\u00e4ren. Da der Bandai-T\u00e4ter zum Tatzeitpunkt minderj\u00e4hrig war, ist zudem der Vergleich zum deutschen Jugendstrafrecht naheliegend: F\u00fcr 14- bis 17-J\u00e4hrige gilt in Deutschland grunds\u00e4tzlich das Jugendgerichtsgesetz, das erzieherische Ma\u00dfnahmen in den Vordergrund stellt \u2013 strukturell \u00e4hnlich der japanischen Familiengerichtsbarkeit, vor der der Fall nun vermutlich verhandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Entwicklerteams in der DACH-Region liefert der Fall vor allem eine technische Lehre: Endpunkte, die kritische Kontoaktionen wie K\u00fcndigungen ausl\u00f6sen, ben\u00f6tigen dieselbe Sorgfalt bei Rate-Limiting und Anomalieerkennung wie Login- oder Zahlungsfl\u00fcsse. Ein einfaches Muster zur Erkennung ungew\u00f6hnlicher K\u00fcndigungsraten k\u00f6nnte beispielsweise so aussehen:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>\/\/ Illustratives Beispiel, keine echte Bandai-Namco-Implementierung\nconst KUENDIGUNGS_SCHWELLENWERT = 50; \/\/ pro IP-Adresse und Stunde\nconst zaehler = new Map();\n\nfunction pruefeKuendigungsRate(ipAdresse) {\n  const aktuellerStand = zaehler.get(ipAdresse) || 0;\n  if (aktuellerStand >= KUENDIGUNGS_SCHWELLENWERT) {\n    \/\/ Anomalie: Konto sperren, Vorgang zur manuellen Pruefung markieren\n    return { erlaubt: false, grund: \"Kuendigungsrate ueberschritten\" };\n  }\n  zaehler.set(ipAdresse, aktuellerStand + 1);\n  return { erlaubt: true };\n}<\/code><\/pre>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein solcher Mechanismus h\u00e4tte die rund 30 IP-Wechsel des Bandai-T\u00e4ters zwar nicht vollst\u00e4ndig verhindert, aber die Geschwindigkeit und Reichweite des Angriffs deutlich reduziert und w\u00e4re ein naheliegender erster Schritt f\u00fcr jedes Unternehmen mit \u00e4hnlichen Self-Service-K\u00fcndigungsfunktionen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ausblick-5-prognosen-fuer-ki-gestuetzte-jugendkriminalitaet\">Ausblick: 5 Prognosen f\u00fcr KI-gest\u00fctzte Jugendkriminalit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Basis der bisherigen Fallentwicklung und der aktuellen Berichterstattung lassen sich f\u00fcr die kommenden Monate mehrere Entwicklungen absehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Mehr dokumentierte F\u00e4lle:<\/strong> Mit Bandai Channel und Rakuten Mobile liegen bereits zwei vergleichbare japanische F\u00e4lle innerhalb weniger Monate vor \u2013 weitere, bislang unentdeckte oder noch nicht \u00f6ffentlich gewordene F\u00e4lle in Japan und anderen L\u00e4ndern sind wahrscheinlich, da die technische Einstiegsh\u00fcrde weiter sinkt.<\/li>\n<li><strong>Anomalieerkennung wird Standard:<\/strong> Plattformbetreiber mit Self-Service-K\u00fcndigungs- oder Kontoverwaltungsfunktionen d\u00fcrften verst\u00e4rkt in Rate-Limiting und Verhaltensanalyse investieren, um automatisierte Massenaktionen fr\u00fchzeitig zu erkennen.<\/li>\n<li><strong>Diskussion um Jugendstrafrecht:<\/strong> Da Minderj\u00e4hrige mit KI-Unterst\u00fctzung zunehmend Sch\u00e4den verursachen k\u00f6nnen, die fr\u00fcher organisierten Gruppen vorbehalten waren, d\u00fcrfte die Diskussion um eine Anpassung des Jugendstrafrechts an digitale Sachverhalte an Fahrt gewinnen \u2013 sowohl in Japan als auch in Europa.<\/li>\n<li><strong>KI-Anbieter unter Beobachtung:<\/strong> OpenAI und andere Anbieter generativer KI-Modelle d\u00fcrften st\u00e4rker unter Druck geraten, Missbrauchsmuster wie \u201eVibe Coding&#8221; f\u00fcr Angriffscode technisch und richtlinienseitig einzud\u00e4mmen, ohne die legitime Nutzung f\u00fcr Lernzwecke zu blockieren.<\/li>\n<li><strong>Meldefristen international im Fokus:<\/strong> Die achtmonatige Verz\u00f6gerung zwischen Vorfall und \u00f6ffentlicher Bekanntheit im Bandai-Fall d\u00fcrfte in Regionen mit strengen Meldepflichten wie der EU als Argument f\u00fcr eine globale Angleichung der Offenlegungsfristen bei Sicherheitsvorf\u00e4llen angef\u00fchrt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"haeufig-gestellte-fragen\">H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-bei-bandai-namco-genau-passiert\">Was ist bei Bandai Namco genau passiert?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein damals 15-j\u00e4hriger Sch\u00fcler aus Japan nutzte am 4. November 2025 ein mit ChatGPT-Unterst\u00fctzung geschriebenes Skript, um automatisiert 46.812 Nutzerkonten des Anime-Streaming-Dienstes Bandai Channel zu k\u00fcndigen. Er wurde am 13. Juni 2026 festgenommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"ist-das-gaming-geschaeft-von-bandai-namco-betroffen\">Ist das Gaming-Gesch\u00e4ft von Bandai Namco betroffen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Betroffen ist Bandai Namco Filmworks, die Film- und Anime-Sparte des Konzerns, \u00fcber den Dienst Bandai Channel. Spiele-Marken wie Tekken, Dark Souls oder Pac-Man liefen \u00fcber andere Systeme und waren nicht betroffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wurden-passwoerter-oder-kreditkartendaten-gestohlen\">Wurden Passw\u00f6rter oder Kreditkartendaten gestohlen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Betroffen waren E-Mail-Adressen, Nutzernamen, Guthabenst\u00e4nde der Bandai-Namco-Coin-W\u00e4hrung und ausgew\u00e4hlte Zahlungsinformationen bei bis zu 1.366.000 Datens\u00e4tzen \u2013 Passw\u00f6rter und vollst\u00e4ndige Kreditkartennummern blieben nach Unternehmensangaben unber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-hat-chatgpt-konkret-bei-dem-angriff-geholfen\">Wie hat ChatGPT konkret bei dem Angriff geholfen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Jugendliche fand die Schwachstelle selbst und schrieb einen ersten K\u00fcndigungs-Code eigenst\u00e4ndig. Weil dieser zu langsam war, nutzte er ChatGPT, um den Code in eine andere, schnellere Programmiersprache zu \u00fcbertragen. Die KI fand also nicht die L\u00fccke, sondern half bei der technischen Umsetzung des Angriffscodes.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"gab-es-bereits-aehnliche-faelle-in-japan\">Gab es bereits \u00e4hnliche F\u00e4lle in Japan?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Im Februar 2025 wurden drei japanische Jugendliche festgenommen, die mit ChatGPT-gest\u00fctzten Tools betr\u00fcgerisch Mobilfunkvertr\u00e4ge bei Rakuten Mobile abschlossen und dabei rund 220.000 Datens\u00e4tze missbrauchten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"welche-strafe-droht-dem-taeter\">Welche Strafe droht dem T\u00e4ter?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihm wird ein Versto\u00df gegen das japanische Gesetz zum Verbot unbefugten Computerzugriffs sowie Behinderung der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit vorgeworfen. Da er zur Tatzeit minderj\u00e4hrig war, wird der Fall voraussichtlich vor einem Familiengericht verhandelt, das auf erzieherische statt strafende Ma\u00dfnahmen setzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-unterscheidet-sich-der-fall-vom-bandai-namco-hack-2022\">Wie unterscheidet sich der Fall vom Bandai-Namco-Hack 2022?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2022er-Vorfall war ein Ransomware-Angriff der Gruppe ALPHV\/BlackCat mit Erpressungsversuch durch eine organisierte Gruppe. Der aktuelle Fall von 2025\/2026 ist ein automatisierter Massen-K\u00fcndigungsangriff eines einzelnen Jugendlichen ohne Erpressungsabsicht \u2013 beide Vorf\u00e4lle sind vollst\u00e4ndig voneinander unabh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-koennen-unternehmen-aus-dem-fall-lernen\">Was k\u00f6nnen Unternehmen aus dem Fall lernen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Endpunkte f\u00fcr kritische Kontoaktionen wie K\u00fcndigungen sollten mit Rate-Limiting und Anomalieerkennung abgesichert werden, \u00e4hnlich wie Login- oder Zahlungsfl\u00fcsse. Da generative KI die technische H\u00fcrde f\u00fcr das Schreiben von Angriffscode senkt, reicht der Schutz vor \u201eklassischen&#8221; erfahrenen Angreifern allein nicht mehr aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"related-coverage\">Related Coverage<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"\/de\/atlas-menu-cheat-hack-2026\/\">Atlas Menu gehackt: 63.926 Konten offengelegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/subnautica-2-krafton-chatgpt-klage-2026\/\">Subnautica 2: Krafton zahlt mehr als 250 Mio. $<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/playstation-store-klage-sony-2026\/\">PlayStation Store: 2-Mrd.-Pfund-Klage gegen Sony<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/roblox-altersverifizierung-2026\/\">Roblox-Gesichtsscan: Aktie -18 %, 162 Klagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/passwortsicherheit\/\">Passwortsicherheit: starke Passw\u00f6rter, Hashing und 2FA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/category\/gaming\/\">Weitere Gaming-News auf shattered.io<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein 15-j\u00e4hriger Sch\u00fcler aus der japanischen Pr\u00e4fektur Saitama hat gezeigt, wie weit generative KI die Einstiegsh\u00fcrde f\u00fcr Cyberkriminalit\u00e4t inzwischen gesenkt hat: Mit Unterst\u00fctzung von ChatGPT schrieb er ein Skript, das\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":555,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-554","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gaming"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=554"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":556,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/554\/revisions\/556"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}