{"id":584,"date":"2026-07-21T02:05:04","date_gmt":"2026-07-21T02:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/shattered.io\/de\/games-foerderung-2026\/"},"modified":"2026-07-21T02:08:20","modified_gmt":"2026-07-21T02:08:20","slug":"games-foerderung-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shattered.io\/de\/games-foerderung-2026\/","title":{"rendered":"125 Mio. \u20ac Games-F\u00f6rderung: 80 Mio. noch offen [2026]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bund hat f\u00fcr 2026 ein Rekordbudget f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung freigegeben: 125 Millionen Euro stehen deutschen Studios in diesem Jahr zur Verf\u00fcgung \u2013 so viel wie nie zuvor seit dem Start des Programms im September 2020. Zur Jahresmitte zeigt sich jedoch ein \u00fcberraschendes Bild: Nur rund 35 Millionen Euro wurden bislang bewilligt, mehr als 80 Millionen Euro liegen noch unangetastet beim <strong>Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine Branche, die zuletzt mit Werksschlie\u00dfungen bei Ubisoft, tausenden gestrichenen Stellen bei Xbox und einem schrumpfenden Konsolenmarkt zu k\u00e4mpfen hatte, w\u00e4re ein prall gef\u00fclltes F\u00f6rderbudget eigentlich eine gute Nachricht \u2013 wenn das Geld denn abgerufen w\u00fcrde. Dieser Artikel ordnet die Zahlen der <strong>staatlichen Spielef\u00f6rderung 2026<\/strong> ein, zeigt, welche Studios bereits profitieren, und erkl\u00e4rt, warum ausgerechnet jetzt so viel F\u00f6rdergeld liegen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-die-games-foerderung-des-bundes\">Was ist die Games-F\u00f6rderung des Bundes?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das F\u00f6rderprogramm ist das zentrale Instrument des Bundes zur direkten finanziellen Unterst\u00fctzung deutscher Computerspiele-Entwicklung. Gestartet im September 2020, vergibt das BMFTR nicht r\u00fcckzahlbare Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Konzeption und Entwicklung von Prototypen sowie f\u00fcr die Produktion marktreifer PC-, Konsolen- und Mobile-Games, einschlie\u00dflich Portierungen und umfangreicher Erweiterungen. F\u00f6rderf\u00e4hig sind projektbezogene Kosten in Bereichen wie Personal, Lizenzen, Unterauftr\u00e4ge, Community-Management, Testverfahren und Marketing.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgewickelt wird das Programm praktisch nicht vom Ministerium selbst, sondern vom <strong>DLR Projekttr\u00e4ger<\/strong>, der Antr\u00e4ge pr\u00fcft, Bescheide ausstellt und Auszahlungen koordiniert. Anders als eine Steuergutschrift ist es ein klassisches Zuschussprogramm: Studios reichen ein Projekt ein, weisen f\u00f6rderf\u00e4hige Kosten nach und erhalten \u2013 bei Bewilligung \u2013 einen Zuschuss in H\u00f6he eines bestimmten Prozentsatzes der Entwicklungskosten. Laut <a href=\"https:\/\/www.game.de\/games-foerderung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verband der deutschen Games-Branche (game e.V.)<\/a> soll das Programm Deutschland als Entwicklungsstandort st\u00e4rken und verhindern, dass Studios wegen g\u00fcnstigerer F\u00f6rderbedingungen ins Ausland abwandern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"125-millionen-euro-das-budget-2026-im-detail\">125 Millionen Euro: Das Budget 2026 im Detail<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundestag hat das Budget f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung 2026 am 28. November 2025 verabschiedet. Mit <strong>125 Millionen Euro<\/strong> markiert es das bislang gr\u00f6\u00dfte Jahresbudget der Programmgeschichte \u2013 ein Plus von rund 42 Prozent gegen\u00fcber den 88 Millionen Euro, die 2025 zur Verf\u00fcgung standen. Laut <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/bundestag-forschung-bmftr-haushalt-2026-games-011225\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a> entspricht die Summe exakt der Forderung, die der Branchenverband game e.V. im Vorfeld der Haushaltsverhandlungen gestellt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den 125 Millionen Euro flie\u00dfen laut \u00fcbereinstimmenden Angaben von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/New-call-Research-Ministry-steps-up-games-funding-10493343.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">heise.de<\/a> und GamesWirtschaft.de rund <strong>121 Millionen Euro<\/strong> in die klassische, projektbezogene Studiof\u00f6rderung \u2013 also direkt an Studios. Die verbleibenden rund 4 Millionen Euro sind f\u00fcr die Arbeit des DLR-Projekttr\u00e4gers reserviert, der die Antr\u00e4ge im Auftrag des Ministeriums bearbeitet und auszahlt. Diese Verwaltungskosten sind im Vergleich zu fr\u00fcheren Programmjahren gestiegen, was Branchenvertreter mit dem gewachsenen Antragsvolumen begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"foerderquoten-nach-unternehmensgroesse\">F\u00f6rderquoten nach Unternehmensgr\u00f6\u00dfe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel ein Studio erhalten kann, h\u00e4ngt von seiner Unternehmensgr\u00f6\u00dfe und seinem Alter ab. Die F\u00f6rderquote \u2013 der Anteil der Entwicklungskosten, den der Staat \u00fcbernimmt \u2013 ist gestaffelt: Junge Studios erhalten deutlich h\u00f6here S\u00e4tze als etablierte Gro\u00dfunternehmen. Gleichzeitig wurde die maximale F\u00f6rdersumme pro Projekt in der aktuellen F\u00f6rderrichtlinie auf 8 Millionen Euro vervierfacht \u2013 zuvor lag die Obergrenze bei 2 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr><th>Kriterium<\/th><th>Wert<\/th><th>Anmerkung<\/th><\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr><td>Startup (\u2264 3 Jahre)<\/td><td>bis zu 50 %<\/td><td>H\u00f6chste F\u00f6rderquote im Programm<\/td><\/tr>\n<tr><td>Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)<\/td><td>bis zu 45 %<\/td><td>Ohne Startup-Status<\/td><\/tr>\n<tr><td>Gro\u00dfunternehmen<\/td><td>bis zu 25 %<\/td><td>Niedrigste F\u00f6rderquote<\/td><\/tr>\n<tr><td>Mindestprojektgr\u00f6\u00dfe<\/td><td>300.000 \u20ac<\/td><td>Untergrenze f\u00fcr f\u00f6rderf\u00e4hige Projekte<\/td><\/tr>\n<tr><td>Maximale F\u00f6rdersumme<\/td><td>8.000.000 \u20ac<\/td><td>Vervierfacht gegen\u00fcber der Vorg\u00e4ngerrichtlinie (2 Mio. \u20ac)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Antragsrunden pro Jahr<\/td><td>ca. 2<\/td><td>Keine festen Fristen, Bearbeitung nach Eingang<\/td><\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Staffelung folgt einer einfachen Logik: Je kleiner und j\u00fcnger ein Studio, desto schwerer f\u00e4llt ihm in der Regel die Fremdfinanzierung \u00fcber Banken oder Investoren \u2013 also greift der Staat hier st\u00e4rker unter die Arme. Zur Veranschaulichung, wie die F\u00f6rderlogik in etwa umgesetzt wird, ein vereinfachtes Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>{\n  \"foerderquote_beispiel\": {\n    \"unternehmenstyp\": \"Startup (weniger als 3 Jahre)\",\n    \"projektvolumen_eur\": 1200000,\n    \"foerderquote_max\": 0.50,\n    \"foerderbetrag_eur\": 600000,\n    \"projektvolumen_min_eur\": 300000,\n    \"foerderung_max_eur\": 8000000,\n    \"hinweis\": \"Nur zur Veranschaulichung der BMFTR-Foerderlogik, keine offizielle Berechnungsvorlage\"\n  }\n}<\/code><\/pre>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"halbzeitbilanz-nur-35-von-125-millionen-euro-vergeben\">Halbzeitbilanz: Nur 35 von 125 Millionen Euro vergeben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird die eigentliche Nachricht sichtbar. Nach Angaben von <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/games-foerderung-budget-2026-bmftr-300626\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a> vom 30. Juni 2026 wurden bis zum 22. Juni 2026 Projekte mit einem Volumen von knapp 40 Millionen Euro beantragt \u2013 bewilligt waren zu diesem Zeitpunkt lediglich rund 35 Millionen Euro. Damit stehen bis Jahresende noch <strong>mehr als 80 Millionen Euro<\/strong> zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr die das Fachportal w\u00f6rtlich \u201edringend&#8221; Abnehmer sucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist bemerkenswert: In einem Jahr mit Rekordbudget und in einer Branche, die vielerorts \u00fcber Finanzierungsnot klagt, bleibt zur Jahresmitte mehr als die H\u00e4lfte der Mittel ungenutzt. Die Diskrepanz zwischen verf\u00fcgbarem Budget und tats\u00e4chlicher Inanspruchnahme ist damit selbst zum Politikum geworden \u2013 und wirft die Frage auf, ob das Problem beim Angebot oder bei der Nachfrage liegt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-groessten-gefoerderten-projekte-2026\">Die gr\u00f6\u00dften gef\u00f6rderten Projekte 2026<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der insgesamt schleppenden Mittelabrufung profitieren einzelne Studios bereits erheblich vom Rekordbudget. Die folgende Tabelle zeigt die gr\u00f6\u00dften laufenden F\u00f6rderprojekte 2026, basierend auf einer laufend aktualisierten \u00dcbersicht von <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/games-foerderung-groesste-projekte-2026-090326\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr><th>Projekt<\/th><th>Studio<\/th><th>Standort<\/th><th>F\u00f6rdersumme<\/th><\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr><td>Multispace<\/td><td>Rockfish Games<\/td><td>Hamburg<\/td><td>8.000.000 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Warhammer: Dawn of War 4<\/td><td>King Art<\/td><td>Bremen<\/td><td>6.536.820 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Foxtrott<\/td><td>Deck13 Interactive<\/td><td>Frankfurt<\/td><td>5.007.903 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Tropico 7<\/td><td>Gaming Minds<\/td><td>G\u00fctersloh<\/td><td>3.234.370 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>TMNT: The Last Ronin<\/td><td>Black Forest Games<\/td><td>Offenburg<\/td><td>3.160.685 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Whisper 3<\/td><td>Aesir Interactive<\/td><td>M\u00fcnchen<\/td><td>3.098.212 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Coven<\/td><td>Realmforge Studios<\/td><td>M\u00fcnchen<\/td><td>2.710.593 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>New Tomorrow<\/td><td>Claymore Game Studios<\/td><td>Darmstadt<\/td><td>2.475.429 \u20ac<\/td><\/tr>\n<tr><td>Schie\u00dfeisen<\/td><td>King Art<\/td><td>Bremen<\/td><td>2.244.028 \u20ac<\/td><\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"rockfish-games-erreicht-als-erstes-die-neue-foerderobergrenze\">Rockfish Games erreicht als Erstes die neue F\u00f6rderobergrenze<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders auff\u00e4llig: Das Hamburger Studio Rockfish Games, bekannt f\u00fcr die Everspace-Reihe, erh\u00e4lt f\u00fcr sein neues Projekt Multispace exakt 8 Millionen Euro \u2013 also die volle, seit 2026 g\u00fcltige F\u00f6rderobergrenze. Damit ist Rockfish das erste \u00f6ffentlich bekannte Studio, das die neue, vervierfachte Grenze tats\u00e4chlich aussch\u00f6pft. F\u00fcr ein mittelst\u00e4ndisches deutsches Studio ist ein solcher Zuschuss eine seltene Gr\u00f6\u00dfenordnung und unterstreicht, dass die Anhebung der Obergrenze gezielt auf gr\u00f6\u00dfere, wettbewerbsf\u00e4higere Produktionen abzielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den Gro\u00dfprojekten f\u00f6rdert der Bund auch deutlich kleinere Vorhaben: Der Berliner Studio-Neuling Gryphon Games UG erh\u00e4lt f\u00fcr \u201ePlanet Crusher&#8221; 861.775 Euro, das K\u00f6lner Studio ProLog 830.494 Euro f\u00fcr ein Serious Game namens \u201ePhonowald&#8221;, und das Hamburger Studio Mooneye f\u00fcr eine Switch-2-Portierung von \u201eIkuma&#8221; 163.123 Euro. Die Bandbreite zeigt, dass die F\u00f6rderung sowohl AA-Produktionen als auch kleine, spezialisierte Teams erreicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"regionale-verteilung-wo-die-foerdermillionen-ankommen\">Regionale Verteilung: Wo die F\u00f6rdermillionen ankommen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick auf die Studiostandorte der gef\u00f6rderten Projekte zeigt, dass sich die Bundesf\u00f6rderung keineswegs auf die klassischen Games-Hochburgen beschr\u00e4nkt. Unter den \u00f6ffentlich bekannten Gro\u00dfprojekten und kleineren Vorhaben aus den GamesWirtschaft.de-\u00dcbersichten liegt <strong>Berlin<\/strong> mit vier gef\u00f6rderten Studios vorn (Gryphon Games, Edkon Games, Blue Backpack, Finitude), gefolgt von M\u00fcnchen und Hamburg mit je zwei Studios. Bremen ist mit King Art gleich zweimal in der Liste der gr\u00f6\u00dften Einzelprojekte vertreten \u2013 \u201eWarhammer: Dawn of War 4&#8243; und \u201eSchie\u00dfeisen&#8221; stammen beide aus demselben Studio.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist au\u00dferdem die Streuung abseits der Metropolen: G\u00fctersloh, Offenburg und Darmstadt tauchen mit jeweils einem Millionenprojekt in der F\u00f6rderliste auf \u2013 ein Hinweis darauf, dass sich in den vergangenen Jahren auch au\u00dferhalb von Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen und K\u00f6ln tragf\u00e4hige Entwicklerstrukturen etabliert haben. F\u00fcr die Debatte um den \u201eGames-Standort Deutschland&#8221;, die Felix Falk in seinen Aussagen anspricht, ist diese Verteilung ein Argument daf\u00fcr, dass die F\u00f6rderung tats\u00e4chlich in der Breite der Branche ankommt und nicht nur wenige etablierte Zentren st\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-bleibt-so-viel-geld-liegen-das-vertrauensproblem\">Warum bleibt so viel Geld liegen? Das Vertrauensproblem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schleppende Mittelabrufung hat eine Vorgeschichte. Laut <a href=\"https:\/\/www.game.de\/games-foerderung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">game e.V.<\/a> standen seit dem Programmstart im September 2020 bis April 2025 Antragsfenster nur in 31 von 54 Monaten offen \u2013 der Rest entfiel auf insgesamt drei separate F\u00f6rderstopps, weil das jeweilige Jahresbudget vorzeitig ersch\u00f6pft war. Zwischen dem letzten F\u00f6rderaufruf im Juli 2025 und dem regul\u00e4ren Neustart klaffte zus\u00e4tzlich eine rund einj\u00e4hrige L\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese wiederholten Unterbrechungen haben nach Einsch\u00e4tzung von Branchenvertretern das Vertrauen vieler Studios in die Planbarkeit des Programms besch\u00e4digt \u2013 gerade bei internationalen Partnern und Investoren, die verl\u00e4ssliche F\u00f6rderzusagen f\u00fcr ihre eigene Planung ben\u00f6tigen. Ein F\u00f6rderprogramm, das jederzeit pausieren kann, eignet sich schlecht als verl\u00e4ssliche Kalkulationsgrundlage f\u00fcr mehrj\u00e4hrige Produktionen. Hinzu kommt Kritik am Verwaltungsaufwand: Der Verband beschreibt das bisherige, rein zuschussbasierte Modell als \u201epraxisuntauglich&#8221; f\u00fcr viele Studios, die mit komplexen Nachweis- und Abrechnungspflichten zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade kleinere Teams ohne eigene Controlling-Abteilung schrecken oft schon vor der Antragstellung zur\u00fcck, weil jede f\u00f6rderf\u00e4hige Ausgabe einzeln dokumentiert und im Zweifel gegen\u00fcber dem DLR Projekttr\u00e4ger nachgewiesen werden muss. Wer einmal einen F\u00f6rderstopp miterlebt hat, kalkuliert ein laufendes Projekt zudem tendenziell so, als st\u00fcnde die F\u00f6rderung nicht zur Verf\u00fcgung \u2013 und beantragt sie im Zweifel gar nicht erst, selbst wenn das Budget aktuell offen ist. Genau dieser Vorsichtsreflex d\u00fcrfte neben der reinen B\u00fcrokratie mit erkl\u00e4ren, warum die Antragszahlen trotz Rekordbudget bislang hinter den Erwartungen zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vom-foerdertopf-zum-steuermodell-die-geplante-reform\">Vom F\u00f6rdertopf zum Steuermodell: Die geplante Reform<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Antwort auf diese Kritik arbeitet die Bundesregierung parallel an einem grundlegend anderen F\u00f6rdermechanismus: einer <strong>steuerlichen F\u00f6rderung<\/strong> nach dem Vorbild von L\u00e4ndern wie Frankreich oder Gro\u00dfbritannien. Statt eines Zuschusses, \u00fcber den einzeln entschieden werden muss, w\u00fcrde eine Steuergutschrift automatisch und rechtssicher greifen, sobald ein Studio bestimmte f\u00f6rderf\u00e4hige Kosten nachweist \u2013 ohne das Risiko eines erneuten F\u00f6rderstopps.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Plan sieht vor, das bestehende Zuschussmodell nicht sofort zu ersetzen, sondern beide Instrumente \u2013 klassische F\u00f6rderung und Steuergutschrift \u2013 parallel zu betreiben. Ein entsprechendes Konzeptpapier zur steuerlichen F\u00f6rderung liegt bereits vor, ein konkretes Inkrafttreten steht jedoch noch aus. F\u00fcr Studios, die heute ein Projekt planen, bleibt die klassische F\u00f6rderung damit vorerst der einzige verf\u00fcgbare Weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der praktische Unterschied zwischen beiden Modellen ist erheblich. Bei der klassischen F\u00f6rderung entscheidet eine Fachjury im Rahmen eines begrenzten Jahresbudgets \u00fcber jeden einzelnen Antrag \u2013 gute Projekte k\u00f6nnen leer ausgehen, wenn der F\u00f6rdertopf f\u00fcr dieses Jahr bereits ausgesch\u00f6pft ist. Bei einer Steuergutschrift nach britischem oder franz\u00f6sischem Vorbild entf\u00e4llt diese Auswahlentscheidung komplett: Jedes Studio, das die f\u00f6rderf\u00e4higen Kosten nachweist, erh\u00e4lt die Gutschrift automatisch \u00fcber die Steuererkl\u00e4rung, unabh\u00e4ngig davon, wie viele andere Studios im selben Jahr ebenfalls Antr\u00e4ge stellen. F\u00fcr die Finanzplanung eines Studios ist das ein grundlegender Unterschied \u2013 und genau der Punkt, den Falk mit seiner Forderung nach \u201everl\u00e4sslichen Rahmenbedingungen&#8221; anspricht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"felix-falk-der-motor-springt-wieder-an\">Felix Falk: \u201eDer Motor springt wieder an&#8221;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Felix Falk, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Branchenverbands game e.V., ordnet die Situation optimistisch, aber mit klaren Bedingungen ein. Gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/games-foerderung-budget-2026-bmftr-300626\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a> erkl\u00e4rte er im Juni 2026:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eInsbesondere internationale Partner m\u00fcssen erst die Erfahrung machen, dass Deutschland ein verl\u00e4sslicher Investitionsstandort mit einer planbaren F\u00f6rderung ist.&#8221;<\/p><cite>Felix Falk, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer game e.V. \u2013 <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/games-foerderung-budget-2026-bmftr-300626\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDer Motor springt wieder an und das Potenzial des Games-Standorts Deutschland ist weiterhin riesig. Um es wirklich zu nutzen, m\u00fcssen jetzt verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen kommen, mit dem kombinierten Modell aus der aktuellen und der steuerlichen F\u00f6rderung.&#8221;<\/p><cite>Felix Falk, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer game e.V. \u2013 <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/games-foerderung-budget-2026-bmftr-300626\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GamesWirtschaft.de<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falks Formulierung ist bezeichnend: Er spricht nicht von einem bereits gel\u00f6sten Problem, sondern von einem Motor, der erst \u201ewieder anspringt&#8221; \u2013 ein Eingest\u00e4ndnis, dass die Vertrauensbasis nach den F\u00f6rderstopps der Vorjahre noch im Wiederaufbau ist. Die von ihm geforderte Kombination aus Zuschuss und Steuermodell gilt in der Branche als wahrscheinlichster Weg, wie die staatliche Unterst\u00fctzung mittelfristig stabiler werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Gelegenheit, diese Forderung \u00f6ffentlichkeitswirksam zu platzieren, bietet sich auf der <a href=\"\/de\/gamescom-2026-termine-tickets-aussteller\/\">gamescom 2026<\/a> im August in K\u00f6ln: Laut GamesWirtschaft.de werden dort neben Forschungsministerin B\u00e4r auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) erwartet \u2013 ein Auftritt, den Branchenvertreter nutzen d\u00fcrften, um den Druck f\u00fcr eine schnellere Einf\u00fchrung der steuerlichen F\u00f6rderung zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"historischer-kontext-sechs-jahre-bundesfoerderung\">Historischer Kontext: Sechs Jahre Bundesf\u00f6rderung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der Bundesf\u00f6rderung ist eine Geschichte wechselnder Budgets. Seit dem Start im September 2020 ist der Etat mehrfach gestiegen, aber eben auch mehrfach durch vorzeitige Ersch\u00f6pfung der Mittel unterbrochen worden. Von 88 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 125 Millionen Euro 2026 ist der gr\u00f6\u00dfte Einzelsprung der Programmgeschichte \u2013 ein politisches Signal, dass die Bundesregierung die Games-Branche st\u00e4rker als bisher als f\u00f6rderw\u00fcrdigen Wirtschafts- und Kulturzweig behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Untermauert wird diese Priorisierung mit \u00f6konomischen Argumenten: Eine vom Verband referenzierte Studie beziffert den Multiplikatoreffekt der F\u00f6rderung auf rund 4,80 Euro an zus\u00e4tzlichen Investitionen pro eingesetztem F\u00f6rder-Euro. Ob sich dieser Hebel 2026 tats\u00e4chlich entfaltet, h\u00e4ngt aber genau an der Frage, die diesen Artikel antreibt: ob das Rekordbudget auch abgerufen wird, bevor das Jahr endet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"internationaler-vergleich-wie-foerdern-grossbritannien-und-frankreich\">Internationaler Vergleich: Wie f\u00f6rdern Gro\u00dfbritannien und Frankreich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland ist mit seinem F\u00f6rderansatz nicht allein \u2013 aber auch nicht die einzige Blaupause. Zwei der wichtigsten europ\u00e4ischen Konkurrenten um Studioansiedlungen setzen auf ein grundlegend anderes Modell: die Steuergutschrift statt des Einzelfall-Zuschusses.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"vereinigtes-koenigreich-video-games-expenditure-credit\">Vereinigtes K\u00f6nigreich: Video Games Expenditure Credit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien f\u00f6rdert Spieleentwicklung \u00fcber den <strong>Video Games Expenditure Credit (VGEC)<\/strong>, der die Vorg\u00e4nger-Steuererleichterung Video Games Tax Relief abgel\u00f6st hat. Der Bruttosatz liegt laut <a href=\"https:\/\/www.myriadassociates.com\/resources\/news\/2026\/what-is-vgec-worth\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Myriad Associates<\/a> bei 34 Prozent der f\u00f6rderf\u00e4higen Produktionskosten; nach Abzug der K\u00f6rperschaftsteuer verbleibt effektiv ein Nettovorteil von rund 25,5 Prozent. Der entscheidende Unterschied zum deutschen Modell: Die Gutschrift wird automatisch \u00fcber die Steuererkl\u00e4rung geltend gemacht, es gibt kein Antragsbudget, das vorzeitig ersch\u00f6pft sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"frankreich-credit-dimpot-jeu-video\">Frankreich: Cr\u00e9dit d&#8217;Imp\u00f4t Jeu Vid\u00e9o<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frankreichs <strong>Cr\u00e9dit d&#8217;Imp\u00f4t Jeu Vid\u00e9o (CIJV)<\/strong> erstattet bis zu 30 Prozent der Produktionsausgaben, gedeckelt auf 6 Millionen Euro pro Gesch\u00e4ftsjahr und Unternehmen. Die Regelung ist laut <a href=\"https:\/\/www.fonds-publics.fr\/aides\/credit-impot-jeux-video\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fonds-publics.fr<\/a> bis Ende 2026 befristet, gilt aber als eine der etabliertesten Games-Steuerf\u00f6rderungen Europas und wird regelm\u00e4\u00dfig verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\">\n<table>\n<thead>\n<tr><th>Land<\/th><th>Modell<\/th><th>Satz \/ Quote<\/th><th>Obergrenze<\/th><\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr><td>Deutschland<\/td><td>Zuschuss (Einzelantrag)<\/td><td>25\u201350 % je nach Unternehmensgr\u00f6\u00dfe<\/td><td>8 Mio. \u20ac pro Projekt<\/td><\/tr>\n<tr><td>Vereinigtes K\u00f6nigreich<\/td><td>Steuergutschrift (VGEC)<\/td><td>34 % brutto \/ ca. 25,5 % netto<\/td><td>keine feste Obergrenze<\/td><\/tr>\n<tr><td>Frankreich<\/td><td>Steuergutschrift (CIJV)<\/td><td>bis zu 30 %<\/td><td>6 Mio. \u20ac pro Gesch\u00e4ftsjahr<\/td><\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vergleich erkl\u00e4rt, warum Falk explizit ein \u201ekombiniertes Modell&#8221; fordert: Sowohl London als auch Paris haben Planungssicherheit \u00fcber eine feste, gesetzlich verankerte Steuergutschrift geschaffen \u2013 ein Vorteil, den Deutschlands Zuschussmodell mit seinen wiederkehrenden F\u00f6rderstopps bislang nicht bieten konnte. Gleichzeitig erlaubt die deutsche F\u00f6rderquote von bis zu 50 Prozent f\u00fcr Startups einen h\u00f6heren Einzelsatz, als ihn VGEC oder CIJV im Regelfall erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-foerderung-im-kontext-der-branchenkrise\">Die F\u00f6rderung im Kontext der Branchenkrise<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Rekordbudget f\u00e4llt in eine Phase struktureller Umbr\u00fcche der gesamten Branche. Bei <a href=\"\/de\/xbox-entlassungen-2026\/\">Xbox wurden 2026 rund 3.200 Stellen gestrichen und vier Studios aufgegeben<\/a>, w\u00e4hrend Ubisoft seine finanzielle Schieflage unter anderem durch den <a href=\"\/de\/ubisoft-tencent-vantage-studios-2026\/\">Verkauf von Anteilen an der neuen Tochtergesellschaft Vantage Studios an Tencent f\u00fcr 1,16 Milliarden Euro<\/a> abfedert. \u00d6ffentliche F\u00f6rdermittel wirken vor diesem Hintergrund wie ein Gegengewicht zum privatwirtschaftlichen Konsolidierungsdruck \u2013 gezielt auf kleinere und mittlere deutsche Studios zugeschnitten, die sich einen Tencent-Deal oder Investorenkapital in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht erschlie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig bleibt der Gesamtmarkt robust: Steam meldete f\u00fcr das erste Halbjahr 2026 einen <a href=\"\/de\/steam-umsatz-rekord-2026\/\">Rekordumsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar<\/a>, gr\u00f6\u00dftenteils getragen von \u00e4lteren Titeln im Bestandskatalog. F\u00fcr deutsche Studios bedeutet das: Der Absatzmarkt w\u00e4chst, aber die Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Spielerzeit auf den gro\u00dfen Plattformen wird h\u00e4rter \u2013 ein zus\u00e4tzliches Argument daf\u00fcr, dass staatliche Anschubfinanzierung gerade jetzt wirken k\u00f6nnte, wenn sie denn abgerufen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung der Gr\u00f6\u00dfenordnung: Der deutsche Games-Gesamtmarkt kam laut Jahresreport des Branchenverbands game e.V. zuletzt auf rund 9,4 Milliarden Euro Umsatz. Das F\u00f6rderbudget von 125 Millionen Euro entspricht damit etwas mehr als einem Prozent dieses Marktvolumens \u2013 ein kleiner, aber gezielter Hebel, der nicht den Massenmarkt bewegen soll, sondern konkrete Entwicklungsprojekte einzelner Studios erm\u00f6glicht, die sonst mangels Eigenkapital gar nicht erst starten w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-studios-jetzt-wissen-muessen-der-antragsprozess\">Was Studios jetzt wissen m\u00fcssen: Der Antragsprozess<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Studios, die eine F\u00f6rderung in Betracht ziehen, gilt: Es gibt keine festen j\u00e4hrlichen Fristen, aber in der Regel rund zwei F\u00f6rderaufrufe pro Jahr mit definierten Einreichungsfenstern. Antr\u00e4ge werden nach Eingangsdatum sequenziell bearbeitet \u2013 wer fr\u00fch im F\u00f6rderjahr einreicht, hat bei begrenztem Budget bessere Chancen. F\u00f6rderf\u00e4hig sind sowohl Konzeptions- und Prototypphasen als auch die Produktion marktreifer Spiele, Portierungen und umfangreicher Erweiterungen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Antragstellung erfolgt beim DLR Projekttr\u00e4ger im Auftrag des BMFTR<\/li>\n<li>Mindestprojektvolumen: 300.000 Euro<\/li>\n<li>Nachweis der Unternehmensgr\u00f6\u00dfe entscheidet \u00fcber die anwendbare F\u00f6rderquote (25\u201350 %)<\/li>\n<li>Maximal 8 Millionen Euro F\u00f6rderung pro Projekt<\/li>\n<li>F\u00f6rderf\u00e4hige Kosten umfassen Personal, Lizenzen, Unterauftr\u00e4ge, Tests und Marketing<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der aktuell noch verf\u00fcgbaren mehr als 80 Millionen Euro besteht f\u00fcr antragswillige Studios kurzfristig eine ungew\u00f6hnlich gute Ausgangslage \u2013 vorausgesetzt, sie \u00fcberwinden die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden, die viele potenzielle Antragsteller bislang abgeschreckt haben. Neben der klassischen Projektf\u00f6rderung finanziert das BMFTR-Budget auch flankierende Ma\u00dfnahmen der Branche mit, etwa den j\u00e4hrlich verliehenen Deutschen Computerspielpreis und die Nachwuchskonferenz Womenize, die parallel zur gamescom stattfindet \u2013 beide Formate sollen die Sichtbarkeit deutscher Produktionen und den Nachwuchs in der Branche st\u00e4rken, auch wenn sie finanziell deutlich kleiner dimensioniert sind als die eigentliche Projektf\u00f6rderung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prognose-wie-geht-es-mit-der-games-foerderung-weiter\">Prognose: Wie geht es mit der Games-F\u00f6rderung weiter?<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Antragswelle im zweiten Halbjahr:<\/strong> Angesichts der \u00f6ffentlichen Berichterstattung \u00fcber ungenutzte Mittel ist ein sp\u00fcrbarer Anstieg der Antragszahlen bis Jahresende wahrscheinlich, da Studios versuchen, das Budget vor Verfall noch zu sichern.<\/li>\n<li><strong>Steuerliche F\u00f6rderung fr\u00fchestens 2027:<\/strong> Das parallele Konzept einer Steuergutschrift nach britischem oder franz\u00f6sischem Vorbild d\u00fcrfte angesichts des noch fehlenden Gesetzgebungsverfahrens kaum vor 2027 in Kraft treten.<\/li>\n<li><strong>Strukturell gebremste Nachfrage h\u00e4lt an:<\/strong> Das durch drei fr\u00fchere F\u00f6rderstopps besch\u00e4digte Vertrauen d\u00fcrfte nicht innerhalb eines einzigen F\u00f6rderjahres vollst\u00e4ndig wiederhergestellt sein \u2013 auch 2027 k\u00f6nnte die Inanspruchnahme hinter dem Budget zur\u00fcckbleiben, sofern der Bund keine mehrj\u00e4hrige Planungssicherheit zusagt.<\/li>\n<li><strong>H\u00f6here F\u00f6rderobergrenze ger\u00e4t unter Druck:<\/strong> Sollte die Nachfrage nach Gro\u00dfprojekten wie Rockfish Games&#8217; Multispace steigen, d\u00fcrfte die Debatte um eine weitere Anhebung der 8-Millionen-Euro-Grenze neu entflammen.<\/li>\n<li><strong>Wettbewerbsdruck durch UK und Frankreich w\u00e4chst:<\/strong> Je stabiler sich VGEC und CIJV als planbare Modelle etablieren, desto gr\u00f6\u00dfer der politische Druck auf Deutschland, seinerseits verl\u00e4ssliche, gesetzlich verankerte Rahmenbedingungen zu schaffen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"haeufige-fragen-zur-games-foerderung-2026\">H\u00e4ufige Fragen zur Games-F\u00f6rderung 2026<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-die-games-foerderung-2026-genau\">Was ist die Games-F\u00f6rderung 2026 genau?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist das Zuschussprogramm des Bundes zur F\u00f6rderung der Entwicklung deutscher Computerspiele, verwaltet vom BMFTR \u00fcber den DLR Projekttr\u00e4ger. 2026 stehen daf\u00fcr 125 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wer-kann-sich-fuer-die-games-foerderung-bewerben\">Wer kann sich f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung bewerben?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich alle in Deutschland ans\u00e4ssigen Spieleentwickler \u2013 von Startups \u00fcber kleine und mittlere Unternehmen bis hin zu Gro\u00dfunternehmen \u2013, sofern ihr Projekt ein Mindestvolumen von 300.000 Euro erreicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-hoch-ist-die-maximale-foerderung-pro-projekt\">Wie hoch ist die maximale F\u00f6rderung pro Projekt?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maximal 8 Millionen Euro pro Projekt \u2013 eine Vervierfachung gegen\u00fcber der vorherigen Obergrenze von 2 Millionen Euro. Rockfish Games&#8217; \u201eMultispace&#8221; ist bislang das einzige \u00f6ffentlich bekannte Projekt, das diese Grenze voll aussch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"welche-foerdersaetze-gelten-fuer-startups-kmu-und-grossunternehmen\">Welche F\u00f6rders\u00e4tze gelten f\u00fcr Startups, KMU und Gro\u00dfunternehmen?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Startups (bis drei Jahre) erhalten bis zu 50 Prozent der Entwicklungskosten, kleine und mittlere Unternehmen bis zu 45 Prozent und Gro\u00dfunternehmen bis zu 25 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-viel-geld-ist-2026-noch-verfuegbar\">Wie viel Geld ist 2026 noch verf\u00fcgbar?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stand 22. Juni 2026 waren rund 35 Millionen Euro des 125-Millionen-Euro-Budgets bewilligt. Mehr als 80 Millionen Euro standen zu diesem Zeitpunkt noch f\u00fcr Antr\u00e4ge zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-wurde-bisher-so-wenig-geld-vergeben\">Warum wurde bisher so wenig Geld vergeben?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Branchenvertreter f\u00fchren dies auf das durch fr\u00fchere F\u00f6rderstopps besch\u00e4digte Vertrauen sowie auf den administrativen Aufwand des Antragsverfahrens zur\u00fcck. Zwischen 2020 und April 2025 waren Antragsfenster wegen dreier F\u00f6rderstopps nur in 31 von 54 Monaten ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-aendert-sich-mit-der-geplanten-steuerfoerderung\">Was \u00e4ndert sich mit der geplanten Steuerf\u00f6rderung?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bund plant eine zus\u00e4tzliche steuerliche F\u00f6rderung, die automatisch \u00fcber die Steuererkl\u00e4rung greifen w\u00fcrde, statt \u00fcber Einzelantr\u00e4ge. Ein Konzeptpapier existiert bereits, ein Inkrafttreten wird nicht vor 2027 erwartet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-unterscheidet-sich-die-deutsche-foerderung-von-der-in-grossbritannien-und-frankreich\">Wie unterscheidet sich die deutsche F\u00f6rderung von der in Gro\u00dfbritannien und Frankreich?<\/h3>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien (VGEC, 34 % brutto) und Frankreich (CIJV, bis zu 30 %) nutzen automatische Steuergutschriften ohne Antragsbudget. Deutschlands Zuschussmodell erlaubt h\u00f6here Einzelquoten f\u00fcr Startups (bis 50 %), war aber wiederholt von F\u00f6rderstopps betroffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"related-coverage\">Related Coverage<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"\/de\/ubisoft-tencent-vantage-studios-2026\/\">Ubisoft: Tencent zahlt 1,16 Mrd. \u20ac f\u00fcr Vantage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/xbox-entlassungen-2026\/\">Xbox streicht 3.200 Stellen, 4 Studios weg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/pegi-16-lootboxen-usk-vorbild-2026\/\">PEGI 16 f\u00fcr Lootboxen: Deutschland war Vorbild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/unreal-engine-vs-unity-vs-godot\/\">Unreal vs. Unity vs. Godot: 5 % Geb\u00fchr oder 0 \u20ac<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/bundesnetzagentur-steam-dsa-ermittlungen-2026\/\">Bundesnetzagentur ermittelt: Steam droht 6% Bu\u00dfgeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/steam-umsatz-rekord-2026\/\">Steam-Umsatz knackt 11,1 Mrd. $, 79 % aus Altspielen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/category\/gaming\/\">Weitere Gaming-News auf shattered.io<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bund hat f\u00fcr 2026 ein Rekordbudget f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung freigegeben: 125 Millionen Euro stehen deutschen Studios in diesem Jahr zur Verf\u00fcgung \u2013 so viel wie nie zuvor seit dem\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":585,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-584","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gaming"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=584"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":586,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions\/586"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/shattered.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}