{"id":596,"date":"2026-07-21T20:38:31","date_gmt":"2026-07-21T20:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/shattered.io\/de\/ics-spielearchiv-foerderung-2026\/"},"modified":"2026-07-21T20:45:21","modified_gmt":"2026-07-21T20:45:21","slug":"ics-spielearchiv-foerderung-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/shattered.io\/de\/ics-spielearchiv-foerderung-2026\/","title":{"rendered":"ICS-Archiv: 60.000 Spiele nach F\u00f6rderstopp bedroht [2026]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 3. Juli 2026 haben die Gesellschafter der <strong>Internationalen Computerspielesammlung (ICS)<\/strong> einstimmig beschlossen, das Projekt einzustellen. Damit endet nach 14 Jahren der Versuch, in Deutschland das gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Archiv f\u00fcr Video- und Computerspiele aufzubauen \u2013 mehr als 60.000 physische Titel auf Modulen, Disketten, CDs, DVDs und Blu-rays, dazu Verpackungen, Handb\u00fccher und historische Hardware. Der Grund ist simpel und zugleich symptomatisch: Die rund 1,5 Millionen Euro an \u00f6ffentlicher F\u00f6rderung sind Ende April 2026 ausgelaufen, eine Anschlussfinanzierung durch Bund und Land Berlin kam nicht zustande.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einstellung der ICS ist mehr als eine Randnotiz f\u00fcr Retro-Fans. Sie f\u00e4llt in eine Woche, in der Sony bereits das Ende der physischen PlayStation-Disc-Produktion f\u00fcr 2028 angek\u00fcndigt hat, und sie steht in offenem Widerspruch zu einer Bundesregierung, die im selben Jahr 125 Millionen Euro f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung bereitstellt. Dieser Artikel ordnet ein, was mit den 60.000 Spielen jetzt passiert, warum die Finanzierung scheiterte, wie sich der deutsche Fall in eine globale Erhaltungskrise einreiht \u2013 und was das f\u00fcr Spieler, Sammler und die Games-Branche bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-war-die-internationale-computerspielesammlung\">Was war die Internationale Computerspielesammlung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Internationale Computerspielesammlung<\/strong> ging 2012 an den Start, als sich mehrere Institutionen zusammenschlossen, um Videospiele systematisch als Kulturgut zu bewahren. Die Idee: ein zentrales, wissenschaftlich erschlossenes und \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliches Archiv, das Spiele nicht nur lagert, sondern auch f\u00fcr Forschung, Bildung und Fachmedien nutzbar macht. 2016 bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestags erste Mittel, im M\u00e4rz 2019 wurde die erste F\u00f6rderphase des Bundes abgeschlossen. Im April desselben Jahres ging eine \u00f6ffentlich durchsuchbare Online-Datenbank mit mehr als 40.000 Titeln live \u2013 ein Meilenstein, den die damalige Digital-Staatsministerin <strong>Dorothee B\u00e4r (CSU)<\/strong> als <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/internationale-computerspielesammlung-ics-einstellung-030726\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;weltweit einmaliges Aush\u00e4ngeschild \u2013 sowohl f\u00fcr den Games- als auch Wissenschaftsstandort&#8221;<\/a> bezeichnete. 2023 wurde die ICS als gemeinn\u00fctzige GmbH (gGmbH) verstetigt, um eine dauerhafte Rechtsform f\u00fcr den geplanten Vollbetrieb zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-gruendungspartner\">Die Gr\u00fcndungspartner<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Getragen wurde die ICS von einem ungew\u00f6hnlich breiten B\u00fcndnis aus Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsakteuren: der <strong>Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)<\/strong>, Deutschlands offizieller Alterskennzeichnungsstelle f\u00fcr Spiele, dem <strong>Computerspielemuseum Berlin<\/strong>, dem Forschungszentrum <strong>DIGAREC<\/strong> der Universit\u00e4t Potsdam, der <a href=\"https:\/\/www.stiftung-digitale-spielekultur.de\/project\/internationale-computerspielesammlung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Stiftung Digitale Spielekultur<\/strong><\/a> sowie dem Branchenverband <strong>game \u2013 Verband der deutschen Games-Branche<\/strong>. Genau diese Kombination aus Regulierungsbeh\u00f6rde, Museum, Universit\u00e4t und Industrieverband machte die ICS zu einem in Europa nahezu einzigartigen Modell \u2013 und zu einem entsprechend komplizierten Fall, als es um die Anschlussfinanzierung ging.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"14-jahre-aufbauarbeit-die-zahlen-der-ics\">14 Jahre Aufbauarbeit: Die Zahlen der ICS<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Gr\u00fcndungsidee bis zum Aufl\u00f6sungsbeschluss liegen <a href=\"https:\/\/www.gamestar.de\/artikel\/deutschland-ics-internationale-computerspielesammlung-vor-dem-aus,3455957.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">14 Jahre Sammel-, Katalogisierungs- und Aufbauarbeit<\/a>. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Stationen der Internationalen Computerspielesammlung zusammen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Zeitpunkt<\/th><th>Ereignis<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>2012<\/td><td>Gr\u00fcndung der Internationalen Computerspielesammlung durch mehrere Kultur- und Forschungseinrichtungen<\/td><\/tr>\n<tr><td>2016<\/td><td>Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligt erste F\u00f6rdermittel<\/td><\/tr>\n<tr><td>M\u00e4rz 2019<\/td><td>Erste F\u00f6rderphase des Bundes abgeschlossen<\/td><\/tr>\n<tr><td>April 2019<\/td><td>Start der \u00f6ffentlichen Online-Datenbank mit mehr als 40.000 Titeln<\/td><\/tr>\n<tr><td>2023<\/td><td>Umwandlung in eine gemeinn\u00fctzige GmbH (gGmbH)<\/td><\/tr>\n<tr><td>Ende April 2026<\/td><td>Rund 1,5 Mio. \u20ac F\u00f6rderung durch Berliner Senat und Bundeskulturbeauftragte laufen aus<\/td><\/tr>\n<tr><td>3. Juli 2026<\/td><td>Gesellschafter beschlie\u00dfen einstimmig die Einstellung des Projekts<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Physisch umfasst die Sammlung mehr als 60.000 Titel auf Modulen, Disketten, CDs, DVDs und Blu-rays. Hinzu kommen Verpackungen, Handb\u00fccher, Werbematerialien und historische Hardware \u2013 vom Konsolen-Prototyp bis zum Joystick. Die digitale Datenbank, \u00fcber die Forschende, Journalistinnen und interessierte B\u00fcrger recherchieren konnten, listet nach <a href=\"https:\/\/games-archive.org\/en\/about\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben der ICS selbst<\/a> mehr als 40.000 Datens\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-gesellschafter-und-foerderer-im-ueberblick\">Die Gesellschafter und F\u00f6rderer im \u00dcberblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer welche Rolle im ICS-Gef\u00fcge spielte, zeigt, wie viele Institutionen von der Einstellung betroffen sind \u2013 als Tr\u00e4ger, als Geldgeber oder als Entscheider \u00fcber die Zukunft:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Organisation<\/th><th>Rolle bei der ICS<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)<\/td><td>Gr\u00fcndungspartner, Archivstandort f\u00fcr Teile der Sammlung<\/td><\/tr>\n<tr><td>Computerspielemuseum Berlin<\/td><td>Gr\u00fcndungspartner, \u00fcbernimmt Exponate zur\u00fcck<\/td><\/tr>\n<tr><td>DIGAREC \/ Universit\u00e4t Potsdam<\/td><td>Wissenschaftliche Tr\u00e4gerschaft und Forschungszugang<\/td><\/tr>\n<tr><td>Stiftung Digitale Spielekultur<\/td><td>Gr\u00fcndungspartner, kulturpolitische Vertretung<\/td><\/tr>\n<tr><td>game \u2013 Verband der deutschen Games-Branche<\/td><td>Industrievertretung, unterst\u00fctzende Stellungnahmen<\/td><\/tr>\n<tr><td>Berliner Senat<\/td><td>Mitfinanzierung der Vorbereitungsphase<\/td><\/tr>\n<tr><td>Bundesbeauftragte f\u00fcr Kultur und Medien (BKM)<\/td><td>Mitfinanzierung der Vorbereitungsphase<\/td><\/tr>\n<tr><td>BMFTR (Bundesforschungsministerium)<\/td><td>Entscheidet \u00fcber institutionelle Anschlussf\u00f6rderung \u2013 lehnte diese 2026 ab<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-die-finanzierung-auslief\">Wie die Finanzierung auslief<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die rund 1,5 Millionen Euro, die in die ICS geflossen sind, deckten explizit nur eine <strong>Vorbereitungsphase<\/strong> ab \u2013 finanziert gemeinsam vom Berliner Senat und der Bundesbeauftragten f\u00fcr Kultur und Medien. Ziel dieser Phase war es, die rechtlichen, technischen und organisatorischen Grundlagen f\u00fcr einen dauerhaften, \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Archivbetrieb mit eigenen R\u00e4umen und Arbeitspl\u00e4tzen zu schaffen. Diese Anschlussfinanzierung als feste institutionelle Einrichtung ist es, die 2026 ausblieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entscheidung war das <strong>Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)<\/strong> \u2013 dasselbe CSU-gef\u00fchrte Haus, das 2026 zugleich ein Rekordbudget von 125 Millionen Euro f\u00fcr die Games-F\u00f6rderung verantwortet. Die Begr\u00fcndung des Ministeriums fiel knapp aus: <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/internationale-computerspielesammlung-ics-einstellung-030726\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Institutionelle F\u00f6rderung ist jedoch aktuell f\u00fcr die ICS nicht umsetzbar&#8221;<\/a>, hei\u00dft es dort \u2013 eine dauerhafte Finanzierung sei angesichts des Umfangs des Projekts wirtschaftlich nicht tragf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"giffeys-warnung-im-fortschrittsbericht\">Giffeys Warnung im Fortschrittsbericht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberraschend kam das Aus nicht f\u00fcr alle Beteiligten. Berlins Wirtschaftssenatorin <strong>Franziska Giffey (SPD)<\/strong> hatte bereits im Fr\u00fchjahr 2026 in ihrem Fortschrittsbericht zur ICS auf die drohende Finanzierungsl\u00fccke hingewiesen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;Eine \u00fcber den Zeitraum bis April 2026 gehende institutionelle F\u00f6rderung durch den Bund und das Land Berlin ist zurzeit noch nicht gew\u00e4hrleistet.&#8221;<\/p><cite>Franziska Giffey, Wirtschaftssenatorin Berlin, Fortschrittsbericht Fr\u00fchjahr 2026 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/internationale-computerspielesammlung-ics-einstellung-030726\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle: GamesWirtschaft.de<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Formulierung lie\u00df bereits Interpretationsspielraum f\u00fcr ein Scheitern \u2013 und genau das trat wenige Monate sp\u00e4ter ein. F\u00fcr den Berliner Senat war das Signal eindeutig: Ohne eine klare Finanzierungszusage des Bundes w\u00fcrde auch das Land keinen zus\u00e4tzlichen finanziellen Spielraum f\u00fcr ein dauerhaftes ICS-Geb\u00e4ude mit eigenen Archivr\u00e4umen schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vom-aushaengeschild-zum-foerderstopp-der-baer-widerspruch\">Vom &#8220;Aush\u00e4ngeschild&#8221; zum F\u00f6rderstopp: Der B\u00e4r-Widerspruch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders bemerkenswert ist die Rolle von Dorothee B\u00e4r in dieser Geschichte. Als Digital-Staatsministerin lobte sie die ICS im April 2019 noch als bundesweit einzigartiges Projekt, das Games- und Wissenschaftsstandort Deutschland zugleich st\u00e4rke. Heute leitet dieselbe Politikerin als Bundesministerin das BMFTR \u2013 jenes Haus, dessen Fachebene 2026 die institutionelle Anschlussf\u00f6rderung als wirtschaftlich nicht darstellbar einstufte. Zwischen dem euphorischen Zitat von 2019 und der n\u00fcchternen Ablehnung von 2026 liegen sieben Jahre, in denen aus einem &#8220;weltweit einmaligen Aush\u00e4ngeschild&#8221; ein Sanierungsfall wurde, f\u00fcr den sich am Ende niemand zust\u00e4ndig f\u00fchlte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ministerium selbst verweist auf den Umfang des Projekts: Ein permanenter Archivstandort mit eigenen R\u00e4umen, konservatorisch kontrollierter Lagerung f\u00fcr empfindliche Datentr\u00e4ger und dauerhaft besetzten Arbeitspl\u00e4tzen h\u00e4tte laufende Kosten verursacht, die \u00fcber eine einmalige Anschubfinanzierung hinausgehen. Genau diese Zusage \u2013 von der Vorbereitungsphase in den dauerhaften Regelbetrieb \u2013 blieb am Ende aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"sehr-bedauerlich-die-reaktion-der-initiatoren\">&#8220;Sehr bedauerlich&#8221;: Die Reaktion der Initiatoren<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ICS-Initiatoren selbst reagierten in einer gemeinsamen Stellungnahme zur\u00fcckhaltend, aber unmissverst\u00e4ndlich in der Sache:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;Das Aus f\u00fcr die ICS ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich \u2013 wenn wir auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr politische Gr\u00fcnde haben.&#8221;<\/p><cite>Gemeinsame Stellungnahme der ICS-Initiatoren, Juli 2026 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.gameswirtschaft.de\/politik\/internationale-computerspielesammlung-ics-einstellung-030726\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle: GamesWirtschaft.de<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Berliner Senatsverwaltung \u00e4u\u00dferte sich zur\u00fcckhaltend: Zu weiteren Planungen f\u00fcr die Sammlung l\u00e4gen ihr aktuell keine Informationen vor. Diese Leerstelle ist bezeichnend f\u00fcr den Status quo im Sommer 2026 \u2013 ein fertig katalogisiertes, wissenschaftlich erschlossenes Archiv steht bereit, doch niemand hat ein verbindliches Mandat, es weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-widerspruch-zur-games-foerderung-125-gegen-15-millionen-euro\">Der Widerspruch zur Games-F\u00f6rderung: 125 gegen 1,5 Millionen Euro<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die ICS-Einstellung politisch so brisant macht, ist der zeitliche und institutionelle Zusammenhang mit einem anderen F\u00f6rderprogramm desselben Ministeriums. Wie <a href=\"\/de\/games-foerderung-2026\/\">shattered.io berichtete<\/a>, stellt der Bund 2026 ein Rekordbudget von 125 Millionen Euro f\u00fcr die klassische Games-F\u00f6rderung bereit \u2013 ein Plus von 42 Prozent gegen\u00fcber den 88 Millionen Euro aus dem Vorjahr. Bis zum 22. Juni 2026 waren davon allerdings erst rund 35 Millionen Euro tats\u00e4chlich an Projekte vergeben; mehr als 80 Millionen Euro lagen zu diesem Zeitpunkt noch ungenutzt bereit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Erhaltung der Spielekultur \u2013 im Gegensatz zur F\u00f6rderung neuer, kommerzieller Produktionen \u2013 fehlten hingegen bereits 1,5 Millionen Euro, um ein bestehendes, seit 14 Jahren aufgebautes Archiv fortzuf\u00fchren. Die Games-Branche f\u00f6rdert damit 2026 in gro\u00dfem Stil die Entstehung neuer Spiele, w\u00e4hrend das einzige zentrale Projekt zur Bewahrung ihrer eigenen Geschichte mangels vergleichsweise geringer Summen eingestellt wird. Kritiker werten das als Beleg daf\u00fcr, dass Spielekultur in der deutschen F\u00f6rderlogik prim\u00e4r als Wirtschaftsfaktor und nicht als Kulturgut behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-jetzt-mit-den-60-000-spielen-passiert\">Was jetzt mit den 60.000 Spielen passiert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gute Nachricht zuerst: Kein einziges Spiel aus der Sammlung geht verloren. Die physischen Exponate verbleiben bei den jeweiligen Tr\u00e4gerinstitutionen, allen voran dem USK-Archiv und dem Computerspielemuseum Berlin. Beide H\u00e4user hatten die Best\u00e4nde auch vor der ICS bereits gepflegt und werden sie nun wieder eigenst\u00e4ndig verwalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungekl\u00e4rt ist dagegen die Zukunft der gemeinsamen Online-Datenbank und der daf\u00fcr aufgebauten technischen Infrastruktur unter <a href=\"https:\/\/games-archive.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">games-archive.org<\/a>. Nach Angaben der Beteiligten wird derzeit in einer &#8220;gr\u00fcndlichen Pr\u00fcfung&#8221; gekl\u00e4rt, welche rechtlichen und technischen Fragen einer Fortf\u00fchrung des Katalogs entgegenstehen \u2013 etwa Nutzungsrechte an Cover-Scans, R\u00fcckstellungsvereinbarungen mit Gesellschaftern oder schlicht die Frage, wer k\u00fcnftig Serverkosten und Pflege der Metadaten tr\u00e4gt. Bis eine L\u00f6sung feststeht, bleibt offen, ob Forschende und Fachmedien weiterhin zentral in der Sammlung recherchieren k\u00f6nnen oder ob sich die Best\u00e4nde wieder auf einzelne, schwerer auffindbare Institutionsarchive verteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"kein-einzelfall-die-globale-erhaltungskrise\">Kein Einzelfall: Die globale Erhaltungskrise<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Fall steht nicht isoliert da. Eine viel zitierte Studie der <strong>Video Game History Foundation (VGHF)<\/strong> und des Software Preservation Network aus dem Jahr 2023 kam anhand einer Zufallsstichprobe von 1.500 vor 2010 erschienenen Spielen zu einem alarmierenden Ergebnis: <a href=\"https:\/\/gamehistory.org\/87percent\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">87 Prozent aller &#8220;klassischen&#8221; US-Spiele sind vergriffen<\/a> und weder im Handel noch digital legal erh\u00e4ltlich \u2013 eine schlechtere \u00dcberlieferungsquote als bei Stummfilmen aus derselben \u00c4ra. Von der Game-Boy-Bibliothek waren zum Erhebungszeitpunkt nur rund 6 Prozent noch im Handel, von der PlayStation-2-Bibliothek nur etwa 12 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zahlen verdeutlichen, warum institutionelle Archive wie die ICS \u00fcberhaupt n\u00f6tig sind: Der Markt allein bewahrt Spielegeschichte nicht. Sobald ein Publisher ein altes Spiel nicht mehr aktiv vertreibt, verschwindet es faktisch aus der legalen Verf\u00fcgbarkeit \u2013 und mit fortschreitendem Alter der Datentr\u00e4ger droht zus\u00e4tzlich der physische Verfall.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-fall-myrient-wenn-selbst-freiwillige-aufgeben\">Der Fall Myrient: Wenn selbst Freiwillige aufgeben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Spielearchive 2026 gleich von zwei Seiten unter Druck geraten, zeigt ein zweiter, unabh\u00e4ngiger Fall aus demselben Jahr: <a href=\"https:\/\/www.techspot.com\/news\/111514-game-preservation-website-myrient-shut-down-storage-costs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Myrient<\/strong><\/a>, ein von Freiwilligen betriebenes Archiv mit rund 390 Terabyte an digitalisierten Spielen, stellte den Betrieb bereits am 31. M\u00e4rz 2026 ein. Der Betreiber hatte den Dienst zuletzt mit privaten Mitteln von umgerechnet rund 6.000 US-Dollar im Monat querfinanziert \u2013 ein Betrag, der angesichts explodierender Speicherpreise nicht mehr tragbar war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr die Preisexplosion ist derselbe, den <a href=\"\/de\/speicherkrise-2026-grafikkarten-ram-preise\/\">shattered.io bereits ausf\u00fchrlich dokumentiert hat<\/a>: Der weltweite Bauboom bei KI-Rechenzentren saugt RAM-, SSD- und Festplattenkapazit\u00e4ten vom Markt und treibt die Preise f\u00fcr Speicherhardware branchen\u00fcbergreifend nach oben. F\u00fcr Myrient kam laut Berichten hinzu, dass kommerzielle, kostenpflichtige Download-Manager den Dienst zunehmend f\u00fcr gewerbliche Zwecke missbrauchten und Bandbreite absch\u00f6pften, ohne zu den Betriebskosten beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der direkte Vergleich zeigt zwei v\u00f6llig unterschiedliche Ursachen f\u00fcr ein strukturell \u00e4hnliches Ergebnis:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>ICS (Deutschland)<\/th><th>Myrient (international)<\/th><\/tr><\/thead><tbody>\n<tr><td>Tr\u00e4gerschaft<\/td><td>Staatlich\/institutionell (Bund, Land Berlin)<\/td><td>Privat, freiwillig betrieben<\/td><\/tr>\n<tr><td>Umfang<\/td><td>60.000+ physische Titel, 40.000+ Datenbankeintr\u00e4ge<\/td><td>rund 390 Terabyte digitalisierte Daten<\/td><\/tr>\n<tr><td>Finanzierung<\/td><td>rund 1,5 Mio. \u20ac \u00f6ffentliche Mittel<\/td><td>rund 6.000 US-$ \/ Monat aus Privatverm\u00f6gen<\/td><\/tr>\n<tr><td>Ursache des Aus<\/td><td>Fehlende institutionelle Anschlussf\u00f6rderung<\/td><td>Explodierende RAM-\/SSD-\/HDD-Preise, Missbrauch durch Dritte<\/td><\/tr>\n<tr><td>Datum der Einstellung<\/td><td>3. Juli 2026<\/td><td>31. M\u00e4rz 2026<\/td><\/tr>\n<tr><td>Zukunft der Daten<\/td><td>Exponate bei Partnerinstitutionen, Datenbank ungewiss<\/td><td>Vollst\u00e4ndig offline, Community sichert Restbest\u00e4nde<\/td><\/tr>\n<\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb weniger Monate sind damit zwei der bekanntesten Archivprojekte f\u00fcr Videospiele verschwunden \u2013 eines aus politischer Priorit\u00e4tensetzung, das andere aus wirtschaftlichem Druck durch den globalen KI-Boom. Community-Mitglieder haben nach der Myrient-Abschaltung begonnen, Teile der Best\u00e4nde in verteilten Backups zu sichern, doch eine zentrale, durchsuchbare Anlaufstelle wie zuvor gibt es daf\u00fcr nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-das-timing-so-brisant-ist-sonys-disc-aus-2028\">Warum das Timing so brisant ist: Sonys Disc-Aus 2028<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einstellung der ICS f\u00e4llt in eine Phase, in der physische Spieledatentr\u00e4ger ohnehin unter Druck stehen. Wie <a href=\"\/de\/playstation-disc-produktion-2028\/\">shattered.io berichtete<\/a>, beendet Sony die Produktion neuer physischer PlayStation-Discs ab Januar 2028 vollst\u00e4ndig \u2013 mittlerweile werden bereits 85 Prozent aller PlayStation-Spiele digital verkauft. Je weniger neue physische Kopien in Umlauf kommen, desto wichtiger werden die bereits existierenden Best\u00e4nde als einzige verbliebene Quelle f\u00fcr sp\u00e4tere Forschung und Restaurierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau in diesem Moment verliert Deutschland sein zentrales Projekt, um solche physischen Best\u00e4nde systematisch zu sichern und zug\u00e4nglich zu machen. Die zeitliche N\u00e4he beider Ereignisse ist Zufall \u2013 die inhaltliche Verbindung ist es nicht: Beide Entwicklungen verengen gemeinsam das Zeitfenster, in dem sich Spielegeschichte noch vollst\u00e4ndig und in Originalform dokumentieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-rechtliche-grauzone-was-sammler-und-emulator-nutzer-duerfen\">Die rechtliche Grauzone: Was Sammler und Emulator-Nutzer d\u00fcrfen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne eine institutionelle ICS stellt sich f\u00fcr viele Spieler die Frage, ob private Sicherungskopien oder Emulatoren die entstehende L\u00fccke schlie\u00dfen k\u00f6nnen. Die rechtliche Antwort f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"%c2%a769d-urhg-und-die-grenzen-der-sicherungskopie\">\u00a769d UrhG und die Grenzen der Sicherungskopie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Computerprogramme \u2013 und damit auch Videospiele \u2013 unterliegen in Deutschland nicht der allgemeinen Privatkopie-Schranke des \u00a7 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG), sondern der deutlich engeren Regelung in <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/urhg\/__69d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 69d UrhG<\/a>. Diese erlaubt rechtm\u00e4\u00dfigen Besitzern zwar eine einzelne Sicherungskopie zur eigenen Absicherung \u2013 nicht aber die Weitergabe, \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachung oder den Aufbau durchsuchbarer Sammlungen f\u00fcr Dritte. Der Europ\u00e4ische Gerichtshof hat diese enge Auslegung im <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/juris\/liste.jsf?num=C-355\/12\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verfahren Nintendo\/PC Box (C-355\/12)<\/a> ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt und technische Schutzma\u00dfnahmen gegen Umgehung gesch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese enge Rechtslage ist der Grund, warum ein Projekt wie die ICS \u00fcberhaupt als eigenst\u00e4ndige, rechtlich abgesicherte Institution mit Lizenzvereinbarungen und musealem Status aufgebaut werden musste \u2013 private Sammler und Emulator-Communitys k\u00f6nnen die entstandene L\u00fccke rechtlich nicht einfach auffangen. Wer Retro-Konsolen emulieren m\u00f6chte, findet daf\u00fcr auf shattered.io Anleitungen etwa zu <a href=\"\/de\/retroarch-einrichten\/\">RetroArch<\/a> oder <a href=\"\/de\/batocera-installieren\/\">Batocera<\/a> \u2013 diese setzen jedoch grunds\u00e4tzlich voraus, dass Nutzer eigene BIOS- und ROM-Dateien aus legal erworbenen Originalen selbst erstellen, keine \u00f6ffentliche Sammlung fremder Werke betreiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"prognosen-wie-es-mit-der-spielekultur-bewahrung-weitergeht\">Prognosen: Wie es mit der Spielekultur-Bewahrung weitergeht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Basis der aktuellen Faktenlage lassen sich mehrere Entwicklungen f\u00fcr die kommenden Monate absehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Fragmentierung statt Zentralisierung:<\/strong> Ohne eine gemeinsame Tr\u00e4gerorganisation d\u00fcrften sich Sammlungsteile wieder auf USK-Archiv und Computerspielemuseum Berlin verteilen, was die Recherche f\u00fcr Forschende erschwert.<\/li>\n<li><strong>Politischer Druck auf das BMFTR:<\/strong> Der Kontrast zwischen 125 Millionen Euro Games-F\u00f6rderung und dem 1,5-Millionen-Euro-F\u00f6rderstopp d\u00fcrfte in den kommenden Haushaltsdebatten von Kulturpolitikern und der Games-Branche aufgegriffen werden.<\/li>\n<li><strong>Neue Anl\u00e4ufe auf L\u00e4nderebene:<\/strong> Einzelne Bundesl\u00e4nder oder Stiftungen k\u00f6nnten Teilbest\u00e4nde in eigener Regie weiterf\u00fchren, auch wenn eine bundesweite Gesamtl\u00f6sung vorerst unwahrscheinlich bleibt.<\/li>\n<li><strong>R\u00fcckenwind f\u00fcr EU-Initiativen:<\/strong> Bewegungen wie die B\u00fcrgerinitiative <a href=\"\/de\/stop-killing-games-eu-kommission-2026\/\">Stop Killing Games<\/a>, die f\u00fcr den Erhalt spielbarer Software wirbt, d\u00fcrften den ICS-Fall als weiteres Beispiel f\u00fcr fehlende politische Priorisierung von Spielekultur anf\u00fchren \u2013 auch wenn daraus kurzfristig keine bindende EU-Regelung entsteht.<\/li>\n<li><strong>Weitere Ausf\u00e4lle bei Freiwilligenprojekten:<\/strong> Solange RAM-, SSD- und Speicherpreise durch den KI-Boom hoch bleiben, ist mit weiteren Abschaltungen community-getragener Archive nach dem Muster von Myrient zu rechnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einordnung, wie ein modernes Archiv einen Spielebestand technisch beschreiben w\u00fcrde, zeigt das folgende \u2013 rein illustrative \u2013 Beispiel eines vereinfachten Metadaten-Eintrags, wie ihn Kataloge dieser Art typischerweise verwenden:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>{\n  \"titel\": \"Beispieltitel (illustrativ)\",\n  \"plattform\": \"Diskette \/ Modul \/ CD\",\n  \"erscheinungsjahr\": 1998,\n  \"erhaltungsstatus\": \"physisch vorhanden, digital nicht katalogisiert\",\n  \"traegerinstitution\": \"USK-Archiv oder Computerspielemuseum Berlin\",\n  \"oeffentlicher_zugang\": false\n}<\/code><\/pre>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-spieler-und-sammler-jetzt-tun-koennen\">Was Spieler und Sammler jetzt tun k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer eigene Retro-Best\u00e4nde besitzt, kann trotz des ICS-Ausfalls einiges zur privaten Erhaltung beitragen \u2013 im Rahmen der geltenden Rechtslage. Dazu z\u00e4hlt die sorgf\u00e4ltige Lagerung von Originaldatentr\u00e4gern unter stabilen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen, das Anlegen einzelner Sicherungskopien gem\u00e4\u00df \u00a7 69d UrhG f\u00fcr den eigenen Gebrauch sowie der Einsatz von Emulationssoftware auf Basis selbst erstellter Dumps. shattered.io hat dazu Anleitungen f\u00fcr zahlreiche Systeme ver\u00f6ffentlicht, etwa f\u00fcr <a href=\"\/de\/ppsspp-einrichten\/\">PPSSPP<\/a>, <a href=\"\/de\/duckstation-einrichten\/\">DuckStation<\/a> oder <a href=\"\/de\/pcsx2-einrichten\/\">PCSX2<\/a>. Wer sich f\u00fcr den kulturhistorischen Hintergrund interessiert, kann zudem die verbliebenen physischen Best\u00e4nde direkt beim <a href=\"https:\/\/www.game.de\/die-internationale-computerspielesammlung-ics\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Computerspielemuseum Berlin<\/a> einsehen, das die \u00d6ffentlichkeitsarbeit auch nach dem ICS-Aus fortf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"haeufig-gestellte-fragen\">H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was war die Internationale Computerspielesammlung genau?<\/strong><br>Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) war ein 2012 gegr\u00fcndetes deutsches Projekt, das mehr als 60.000 physische Videospiel-Titel sowie zugeh\u00f6rige Hardware, Verpackungen und Handb\u00fccher sammelte und \u00fcber eine \u00f6ffentliche Online-Datenbank mit mehr als 40.000 Eintr\u00e4gen zug\u00e4nglich machte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum wurde die ICS eingestellt?<\/strong><br>Die rund 1,5 Millionen Euro \u00f6ffentlicher F\u00f6rderung durch Berliner Senat und Bundeskulturbeauftragte liefen Ende April 2026 aus. Das zust\u00e4ndige Bundesforschungsministerium (BMFTR) lehnte eine institutionelle Anschlussf\u00f6rderung als wirtschaftlich nicht tragf\u00e4hig ab, woraufhin die Gesellschafter am 3. Juli 2026 einstimmig die Aufl\u00f6sung beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gehen die gesammelten Spiele jetzt verloren?<\/strong><br>Nein. Die physischen Exponate verbleiben bei den beteiligten Tr\u00e4gerinstitutionen, insbesondere beim USK-Archiv und dem Computerspielemuseum Berlin. Ungewiss ist lediglich die Zukunft der gemeinsamen Online-Datenbank und Infrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bleibt die Online-Datenbank der ICS erreichbar?<\/strong><br>Zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung ist der Katalog unter games-archive.org noch online, seine langfristige Zukunft wird jedoch laut den Beteiligten derzeit rechtlich und technisch gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie h\u00e4ngt die ICS-Einstellung mit der Games-F\u00f6rderung des Bundes zusammen?<\/strong><br>Beide Programme fallen in die Zust\u00e4ndigkeit des BMFTR. W\u00e4hrend f\u00fcr neue Spieleproduktionen 2026 ein Rekordbudget von 125 Millionen Euro bereitsteht, von dem bis Ende Juni erst rund 35 Millionen Euro abgerufen waren, fehlten f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der bestehenden Spielesammlung bereits 1,5 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist die deutsche Situation ein Einzelfall?<\/strong><br>Nein. International zeigt eine Studie der Video Game History Foundation, dass 87 Prozent aller vor 2010 erschienenen US-Spiele nicht mehr legal erh\u00e4ltlich sind. Auch das freiwillig betriebene Archiv Myrient mit rund 390 Terabyte an Daten musste im M\u00e4rz 2026 wegen explodierender Speicherpreise schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>D\u00fcrfen Privatpersonen selbst Sicherungskopien alter Spiele anlegen?<\/strong><br>Ja, im engen Rahmen von \u00a7 69d UrhG ist eine einzelne Sicherungskopie f\u00fcr den eigenen Gebrauch erlaubt. Eine Weitergabe oder \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachung \u2013 wie sie ein Archiv wie die ICS leistete \u2013 ist Privatpersonen rechtlich hingegen nicht gestattet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>K\u00f6nnte die ICS in anderer Form wiederbelebt werden?<\/strong><br>M\u00f6glich, aber nicht absehbar. Die beteiligten Institutionen sprechen von &#8220;Verst\u00e4ndnis f\u00fcr politische Gr\u00fcnde&#8221;, ein konkreter neuer Finanzierungsvorschlag liegt \u00f6ffentlich bisher nicht vor. Einzelne Bundesl\u00e4nder oder private Stiftungen k\u00f6nnten Teilbest\u00e4nde k\u00fcnftig eigenst\u00e4ndig weiterf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"related-coverage\">Related Coverage<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"\/de\/games-foerderung-2026\/\">125 Mio. \u20ac Games-F\u00f6rderung: 80 Mio. noch offen [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/playstation-disc-produktion-2028\/\">PlayStation-Disc endet 2028: 85 % sind digital [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/stop-killing-games-eu-kommission-2026\/\">Stop Killing Games: 1,3 Mio. Stimmen, kein Gesetz [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/speicherkrise-2026-grafikkarten-ram-preise\/\">Speicherkrise: RAM +300 %, Steam Deck +240 \u20ac [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/pegi-16-lootboxen-usk-vorbild-2026\/\">PEGI 16 f\u00fcr Lootboxen: Deutschland war Vorbild [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/retroarch-einrichten\/\">RetroArch einrichten: 100+ Cores, 12 Schritte [2026]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/de\/category\/gaming\/\">Weitere Gaming-News auf shattered.io<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 3. Juli 2026 haben die Gesellschafter der Internationalen Computerspielesammlung (ICS) einstimmig beschlossen, das Projekt einzustellen. 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