Ein Nachfolger für den Steam Deck rückt in immer weitere Ferne. Valve-Ingenieur Pierre-Loup Griffais hat in einem Interview mit GameSpot erklärt, warum das Unternehmen weiter warten will, statt einen “Steam Deck 2” auf den Markt zu bringen. Der Grund ist nicht Faulheit oder fehlendes Interesse, sondern ein Rechenexempel: Kein aktuell erhältlicher Chip liefert genug zusätzliche Leistung, ohne die Akkulaufzeit zu ruinieren. Für Käufer in Deutschland und der DACH-Region bedeutet das: Wer auf ein leistungsstärkeres Steam-Deck-Modell wartet, muss sich weiter gedulden, während sich die Konkurrenz aus Windows-Handhelds und Nintendos Switch 2 in der Zwischenzeit neu sortiert.

Was Valve zur Verzögerung des Steam Deck 2 wirklich gesagt hat

Die Aussagen stammen von Pierre-Loup Griffais, der bei Valve als Software-Ingenieur an der Steam-Deck-Plattform arbeitet und regelmäßig als inoffizieller Sprecher für Hardwarefragen auftritt. Gegenüber GameSpot sagte er wörtlich: “We’re not interested in getting to a point where it’s 20 or 30 or even 50% more performance at the same battery life.” Auf Deutsch heißt das sinngemäß: Valve reicht ein Leistungssprung von 20, 30 oder sogar 50 Prozent bei gleicher Akkulaufzeit nicht aus, um ein neues Gerät zu rechtfertigen.

Griffais führte den Gedanken weiter aus: “We want something a little bit more demarcated than that.” Valve sucht also nach einem klar spürbaren, deutlich abgegrenzten Generationssprung, nicht nach einer kleinen Aufwertung, wie sie etwa die AMD-Ryzen-Z1-Chips in Konkurrenzgeräten bieten. Das ist bemerkenswert, weil Valve damit höhere Ansprüche stellt als die gesamte übrige Windows-Handheld-Branche, die seit 2023 fast im Jahrestakt neue Modelle mit inkrementellen Leistungssteigerungen veröffentlicht.

Am deutlichsten wird die Haltung von Valve in diesem Zitat: “We have a pretty good idea of what the next version of Steam Deck is going to be, but right now there’s no offerings in that landscape, in the SoC landscape, that we think would truly be a next-gen performance Steam Deck.” Übersetzt: Valve weiß bereits ungefähr, wie ein zukünftiges Steam-Deck-Modell aussehen soll, findet aber aktuell keinen System-on-Chip (SoC) auf dem Markt, der einen echten Leistungssprung der nächsten Generation liefern würde. Das Unternehmen wartet also nicht aus Unentschlossenheit, sondern weil laut eigener Aussage die passende Hardware schlicht noch nicht existiert.

Auch Tom’s Hardware ordnete die Aussagen in dieselbe Richtung ein: Valve warte gezielt auf größere architektonische Fortschritte bei künftigen Chips, bevor überhaupt an eine zweite Steam-Deck-Generation zu denken sei. Eine drastisch bessere Leistung bei gleicher Akkulaufzeit reiche als Zielvorgabe nicht aus, solange die zugrundeliegende Chiptechnologie diesen Sprung nicht hergibt. Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was Griffais selbst mehrfach betont hat, und unterstreicht, dass es sich nicht um eine einzelne, isolierte Aussage handelt, sondern um eine konsistente Unternehmenslinie.

Die Akku-Falle: Warum mehr Leistung allein nicht reicht

Ein zentraler Punkt in Griffais’ Argumentation ist die Kopplung von Leistung und Energieeffizienz. Er stellte klar: “We also don’t want more performance to come at a significant cost to power efficiency and battery life.” Ein stärkerer Chip nützt wenig, wenn er die Laufzeit des Handhelds spürbar verkürzt. Genau das ist bei mobilen x86-Chips seit Jahren ein Zielkonflikt: Mehr Rechenkerne und höhere Taktraten kosten Strom, und ein Handheld mit kleinem Akku hat wenig Spielraum für Kompromisse.

Diese Haltung erklärt auch, warum Valve bei der Steam-Deck-OLED-Version 2023 bewusst nicht auf ein neues Prozessor-Design gewechselt ist, sondern die vorhandene Zen-2-Architektur mit RDNA-2-Grafik beibehalten und stattdessen den Fertigungsprozess sowie Display und Akku verbessert hat. Das war eine Verfeinerung, kein Generationswechsel. Auf die Frage nach dem Zeithorizont für einen echten Sprung sagte Griffais laut GameSpot: “I don’t anticipate such a leap to be possible in the next couple of years.” Damit rückt ein Steam Deck 2 nach eigener Einschätzung von Valve auf einen Zeitpunkt jenseits der nächsten ein bis zwei Jahre.

Steam-Deck-Verkäufe 2026: Zwischen 4,95 und 5,6 Millionen Einheiten

Valve veröffentlicht traditionell keine offiziellen Verkaufszahlen und bestätigte zuletzt im November 2023 nur “mehrere Millionen” verkaufte Geräte. Externe Schätzungen liefern trotzdem ein Bild der Marktdurchdringung. Laut Marktanalyst IDC lag die kumulierte Stückzahl Ende 2024 bei rund 3,7 Millionen Einheiten und stieg bis Februar 2025 auf etwa 4 Millionen. Eine Auswertung von Co-op Board Games kombiniert diese IDC-Basis mit einer zusätzlichen Schätzung von 950.000 verkauften Einheiten im ersten Quartal 2026 und kommt so auf rund 4,95 Millionen verkaufte Steam Decks bis Mitte 2026.

Eine andere, etwas großzügigere Modellrechnung setzt die Zahl bereits Mitte 2025 bei etwa 5,6 Millionen Einheiten an und bemisst damit einen Marktanteil von 48 Prozent im gesamten, von IDC erfassten Segment der Handheld-Gaming-PCs für das Jahr 2024. Beide Zahlen zeigen dieselbe Tendenz: Der Steam Deck ist kommerziell kein Nischenprodukt mehr, wächst aber deutlich langsamer, als es die Erwartungen nach dem furiosen Start 2022 vermuten ließen. Zum Vergleich: Nintendos kombinierte Switch- und Switch-2-Installationsbasis erreichte im März 2026 bereits 172,96 Millionen Geräte, ein Verhältnis von etwa 31 zu 1 gegenüber dem Steam Deck.

SteamOS und Linux: Der stille Erfolg, der Valve Zeit verschafft

Während die Hardware-Verkäufe moderat wachsen, entwickelt sich die Software-Seite des Steam Deck deutlich dynamischer. Im März 2026 überschritt Linux im offiziellen Steam Hardware & Software Survey erstmals die Marke von 5 Prozent aller erfassten Systeme, mit exakt 5,33 Prozent. Das berichtete unter anderem GamingOnLinux und ordnete den Sprung als Verdopplung gegenüber dem Vormonat ein, gegenüber rund 2,3 Prozent im Vormonat.

Der Wert schwankte danach: 4,52 Prozent im April, 3,99 Prozent im Mai, 3,69 Prozent im Juni, dann wieder über 4 Prozent im Juli. Innerhalb dieser Linux-Nutzerbasis stellt SteamOS Holo, das eigens für den Steam Deck entwickelte Betriebssystem, laut Steams eigener August-2026-Erhebung mit 21,07 Prozent weiterhin die mit Abstand populärste Linux-Distribution unter Steam-Nutzern. Das bedeutet: Etwa ein Fünftel bis ein Viertel aller Linux-Spieler auf Steam nutzt tatsächlich ein SteamOS-Gerät, in aller Regel einen Steam Deck. Diese Zahl untermauert, dass Valve mit SteamOS längst mehr geschaffen hat als nur ein Betriebssystem für ein einzelnes Gerät, und das dürfte mit ein Grund sein, warum inzwischen auch Drittanbieter SteamOS auf eigener Hardware anbieten, statt ausschließlich auf Windows 11 zu setzen.

Steam Deck vs. Windows-Handhelds: Die Spezifikationen im Vergleich

Der Handheld-Markt hat sich seit dem Steam-Deck-Start 2022 deutlich verbreitert. ASUS, Lenovo und MSI verkaufen mittlerweile eigene x86-Handhelds mit Windows 11, die laut IDC gemeinsam mit dem Steam Deck das gesamte verfolgte Marktsegment bilden. Die folgende Tabelle stellt die aktuell relevanten Modelle mit ihren wichtigsten technischen Eckdaten gegenüber, basierend auf öffentlich dokumentierten Herstellerangaben.

GerätChipDisplayRAMBetriebssystem
Steam Deck OLEDAMD Custom APU (Zen 2 / RDNA 2)7,4 Zoll OLED, 90 Hz16 GB LPDDR5SteamOS Holo (Linux)
ASUS ROG Ally (Z1 Extreme)AMD Ryzen Z1 Extreme (Zen 4 / RDNA 3)7 Zoll, 120 Hz16 GB LPDDR5Windows 11
Lenovo Legion GoAMD Ryzen Z1 Extreme (Zen 4 / RDNA 3)8,8 Zoll QHD+, 144 Hz16 GB LPDDR5Windows 11
MSI ClawIntel Core Ultra (Meteor Lake, Arc-Grafik)7 Zoll, bis 144 Hz16 GBWindows 11
Nintendo Switch 2Nvidia-Custom-SoC7,9 Zoll LCDnicht öffentlich beziffertNintendo-eigenes OS

Auffällig: Alle x86-Konkurrenten setzen bereits auf die Zen-4-Generation von AMD oder auf Intels Core-Ultra-Reihe, während der Steam Deck technisch weiterhin auf der älteren Zen-2/RDNA-2-Basis von 2022 läuft. Trotzdem hält Valve genau diese Kombination für ausreichend konkurrenzfähig, solange kein Chip verfügbar ist, der laut Griffais’ eigener Messlatte mehr als 50 Prozent zusätzliche Leistung bei gleicher Akkulaufzeit liefert. Die Windows-Konkurrenz punktet zwar bei reiner Rechenleistung, leidet aber gemäß zahlreicher Testberichte an kürzeren Akkulaufzeiten und einem aus Sicht vieler Nutzer weniger ausgereiften Bedienkonzept unter Windows 11 im Vergleich zur für Handhelds optimierten SteamOS-Oberfläche.

Zeitleiste: Vom gescheiterten Steam-Machine-Experiment zum Deck-Erfolg

Um die aktuelle Zurückhaltung von Valve einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Firmengeschichte im Hardwarebereich. Bereits 2013 kündigte Valve die erste “Steam Machine” an, ein Linux-basiertes Wohnzimmer-PC-Konzept, das am Markt scheiterte und wenige Jahre später endgültig eingestellt wurde. Diese Erfahrung dürfte mit erklären, warum Valve heute so vorsichtig kommuniziert und keine Ankündigungen macht, bevor ein Produkt wirklich bereitsteht.

ZeitpunktEreignis
2013–2018Erste Steam Machine scheitert am Markt, Produktlinie eingestellt
Februar 2022Marktstart des originalen Steam Deck (LCD)
November 2023Valve bestätigt offiziell nur “mehrere Millionen” verkaufte Geräte
Ende 2024Rund 3,7 Millionen verkaufte Einheiten laut IDC-Schätzung
November 2025Pierre-Loup Griffais erklärt gegenüber GameSpot die Gründe für die Verzögerung von Steam Deck 2
März 2026Linux überschreitet im Steam Hardware Survey erstmals 5,33 Prozent
Mitte 2026Kumulierte Verkäufe zwischen 4,95 und 5,6 Millionen Einheiten je nach Schätzmethode
August 2026SteamOS Holo hält 21,07 Prozent Anteil unter allen Linux-Systemen auf Steam

Marktauswirkungen: Was die Verzögerung für die Handheld-Branche bedeutet

Für Hersteller wie ASUS, Lenovo und MSI ist Valves Zurückhaltung zunächst eine Atempause. Solange kein neues Steam-Deck-Modell mit deutlich höherer Leistung erscheint, bleibt Raum für Windows-Handhelds, sich über schnellere Chips und höhere Bildwiederholraten zu differenzieren. Gleichzeitig zeigt der Erfolg von SteamOS Holo, dass Valve seinen Wettbewerbsvorteil nicht über Hardware-Innovation, sondern über die Software-Plattform ausbaut. Immer mehr Hersteller lizenzieren SteamOS für eigene Geräte, was Valve indirekt Marktanteile sichert, auch ohne ein neues Flaggschiff-Gerät zu verkaufen.

Für den deutschen und europäischen Markt kommt ein weiterer Faktor hinzu: die globale Speicherkrise bei Arbeits- und Grafikspeicher, die 2026 die Preise für RAM- und NAND-Bauteile spürbar nach oben getrieben hat. Höhere Komponentenkosten erschweren es allen Handheld-Herstellern, spürbar mehr Leistung zu einem stabilen Preis anzubieten, ein zusätzlicher Grund, warum Valve mit einem teuren Neuentwicklungssprung noch vorsichtiger sein dürfte als ohnehin schon. Für Käufer bedeutet das kurzfristig: Wer jetzt einen Steam Deck kauft, muss keine baldige Ablösung durch ein deutlich stärkeres Nachfolgemodell fürchten, sollte aber bei den Anschaffungskosten mit weiterhin volatilen Preisen rechnen.

Wie stark der Preisdruck bereits auf verwandte Hardware wirkt, zeigt ein Blick auf Nintendos Switch 2: Laut einem Bericht von Notebookcheck hob Nintendo den US-Preis der Switch 2 zum 1. September 2026 von 449,99 auf 499,99 US-Dollar an und begründete den Schritt unter anderem mit gestiegenen Speicherkosten. Wenn selbst ein etabliertes Konsolen-Ökosystem mit Milliarden Einheiten Absatz auf diese Weise reagiert, wird deutlich, wie wenig Spielraum ein vergleichsweise kleiner Hersteller wie Valve für eine kostenintensive Neuentwicklung hat, solange die Speicherpreise nicht sinken.

Wettbewerbsvergleich: Wie reagieren ASUS, Lenovo und Nintendo?

ASUS und Lenovo haben in den vergangenen zwei Jahren ihre Handheld-Modellpaletten deutlich ausgeweitet, mit gestaffelten Preis- und Leistungsklassen von Einsteiger- bis Profi-Varianten. Beide Hersteller setzen dabei konsequent auf AMDs Ryzen-Z-Reihe beziehungsweise, im Fall von MSI, auf Intels Core-Ultra-Chips. Nintendo verfolgt mit der Switch 2 eine andere Strategie: Statt auf rohe Rechenleistung zu setzen, kombiniert das Unternehmen einen speziell zugeschnittenen Nvidia-Chip mit einem geschlossenen Software-Ökosystem und einer enormen installierten Basis von 172,96 Millionen Geräten, Switch und Switch 2 kombiniert, Stand März 2026.

Valve nimmt in diesem Vergleich eine Zwischenposition ein: offene PC-Plattform wie ASUS und Lenovo, aber mit dem Anspruch auf ein in sich stimmiges Gesamtprodukt wie Nintendo. Genau dieser Anspruch ist es, der laut Griffais’ Aussagen einen überstürzten Steam Deck 2 verhindert. Ein Gerät, das nur 20, 30 oder sogar 50 Prozent mehr Leistung böte, würde nach Valves eigener Definition nicht genug Abstand zum bestehenden Modell schaffen, um die Verwirrung bei Kunden und Entwicklern zu rechtfertigen, die zwei parallele Steam-Deck-Generationen mit unterschiedlicher Performance-Erwartung erzeugen würde.

Historischer Kontext: Warum Valve aus Fehlern der Vergangenheit lernt

Der Blick zurück auf die gescheiterte erste Steam Machine ist mehr als eine Randnotiz. Valve hatte 2013 gemeinsam mit mehreren Hardwarepartnern ein ganzes Ökosystem aus Linux-basierten Wohnzimmer-Konsolen angekündigt, das an mangelnder Softwareunterstützung und einer zu fragmentierten Produktpalette scheiterte. Die Lehre daraus zeigt sich heute in der sehr kontrollierten Kommunikation rund um Steam Deck 2: Valve äußert sich nur zurückhaltend zu Zukunftsplänen und vermeidet feste Zeitangaben, um nicht erneut Erwartungen zu wecken, die am Ende nicht erfüllt werden können.

Diese Vorsicht unterscheidet sich deutlich von der Kommunikationsstrategie der Konsolenhersteller. Sony und Microsoft kündigen neue Konsolengenerationen meist mit klaren Marktzyklen von fünf bis sieben Jahren an. Valve hingegen hat den Steam Deck bislang nur einmal überarbeitet, mit der OLED-Version 2023, und lässt sich nun für einen echten Nachfolger offenbar so viel Zeit, wie die Chip-Entwicklung erfordert, unabhängig von Kalenderjahren oder Verkaufszyklen.

Was Analysten aus den Griffais-Aussagen ableiten

Aus den öffentlich dokumentierten Aussagen von Pierre-Loup Griffais lassen sich mehrere Kernaussagen zusammenfassen, die für Kaufentscheidungen relevant sind. Erstens: Valve hat laut eigener Aussage bereits eine grobe Vorstellung vom nächsten Steam-Deck-Modell, wartet aber auf passende Chips. Zweitens: Die Messlatte liegt deutlich über dem, was aktuelle AMD- oder Intel-Mobilchips liefern, nämlich über 50 Prozent Mehrleistung ohne Einbußen bei der Akkulaufzeit. Drittens: Ein solcher Sprung wird laut Griffais in den kommenden ein bis zwei Jahren als unwahrscheinlich eingeschätzt. Diese drei Punkte zusammen ergeben ein klares Bild: Ein Steam Deck 2 ist kein Projekt, das kurzfristig angekündigt wird, sondern von der Verfügbarkeit einer neuen Chip-Generation abhängt, auf die Valve keinen direkten Einfluss hat.

Fünf Prognosen für die Zukunft des Steam Deck

Erstens: Ein Steam Deck 2 erscheint mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor 2028, sofern Griffais’ Zeithorizont von ein bis zwei Jahren ohne Sprung zutrifft und die passende Chip-Generation erst danach verfügbar wird. Zweitens: Valve dürfte in der Zwischenzeit weiter auf Software-Updates für SteamOS setzen, um die bestehende Hardware relevant zu halten, statt ein Zwischenmodell auf den Markt zu bringen. Drittens: Weitere Handheld-Hersteller werden voraussichtlich eigene Geräte mit SteamOS statt Windows anbieten, da die Linux-Basis inzwischen groß genug ist, um Entwickler-Unterstützung zu rechtfertigen. Viertens: Der Preisdruck durch die globale Speicherkrise wird die Handheld-Preise branchenweit eher steigen als fallen lassen, was Valves Vorsicht bei einer teuren Neuentwicklung zusätzlich bestärkt. Fünftens: Nintendo dürfte mit der Switch 2 seinen Vorsprung bei der installierten Basis weiter ausbauen, während Valve und die Windows-Handheld-Hersteller sich stärker um die Zielgruppe der PC-Enthusiasten und Emulations-Nutzer konzentrieren, statt um den breiten Massenmarkt zu konkurrieren.

Was Käufer in Deutschland jetzt wissen sollten

Für Verbraucher in Deutschland und der DACH-Region ergibt sich aus den Aussagen von Valve eine relativ klare Handlungsempfehlung: Ein Kauf des aktuellen Steam Deck ist nicht durch eine unmittelbar bevorstehende Nachfolge-Generation gefährdet. Wer auf einen deutlich stärkeren Nachfolger wartet, muss laut Valves eigener Zeitangabe mindestens bis 2027 oder 2028 einplanen. Bis dahin bleibt der Steam Deck, ergänzt durch die wachsende Auswahl an SteamOS-kompatiblen Drittgeräten, die praktikabelste Option für alle, die eine offene, PC-basierte Handheld-Plattform suchen, ohne sich an Windows 11 zu binden.

Häufig gestellte Fragen zum Steam Deck 2

Wann erscheint der Steam Deck 2?

Ein offizielles Datum gibt es nicht. Valve-Ingenieur Pierre-Loup Griffais sagte gegenüber GameSpot, ein ausreichend großer Leistungssprung sei in den kommenden ein bis zwei Jahren nicht zu erwarten, was auf einen möglichen Marktstart nicht vor 2028 hindeutet.

Warum verzögert Valve den Steam Deck 2?

Valve wartet auf einen mobilen Chip, der mehr als 50 Prozent zusätzliche Leistung bei gleicher Akkulaufzeit liefert. Aktuelle AMD- und Intel-Mobilchips erreichen diese Schwelle laut Griffais nicht.

Wie viele Steam Decks wurden bisher verkauft?

Schätzungen auf Basis von IDC-Daten gehen von 4,95 bis 5,6 Millionen verkauften Einheiten bis Mitte 2026 aus. Valve selbst hat nur “mehrere Millionen” offiziell bestätigt, zuletzt im November 2023.

Welcher Chip soll im Steam Deck 2 stecken?

Valve hat keinen konkreten Chip genannt. Das Unternehmen erklärte lediglich, aktuell gebe es kein SoC-Angebot auf dem Markt, das den gewünschten Generationssprung liefern könnte.

Ist der aktuelle Steam Deck 2026 noch eine gute Wahl?

Ja. Da ein Nachfolger frühestens 2027 oder 2028 zu erwarten ist, bleibt das bestehende Steam-Deck-Modell inklusive SteamOS-Updates auf absehbare Zeit relevant und wird nicht kurzfristig durch ein deutlich stärkeres Gerät ersetzt.

Wie stark ist SteamOS im Vergleich zu Windows 11 auf Handhelds verbreitet?

Linux erreichte im März 2026 mit 5,33 Prozent einen Höchststand im Steam Hardware Survey, pendelte sich danach zwischen 3,7 und 4,5 Prozent ein. SteamOS Holo stellt davon laut Steams eigener Erhebung rund ein Fünftel der Linux-Installationen.

Bietet Nintendo Switch 2 mehr Leistung als der Steam Deck?

Die Switch 2 nutzt einen speziell zugeschnittenen Nvidia-Chip und verfolgt einen anderen technischen Ansatz als der x86-basierte Steam Deck. Ein direkter Leistungsvergleich ist wegen unterschiedlicher Architekturen und Software-Ökosysteme nur eingeschränkt aussagekräftig.