Monster Hunter Wilds kommt auf die Nintendo Switch 2. Capcom bestätigte den Port am 10. September 2026 offiziell über seine Investor-Relations-Seite, einen Tag nachdem die Nachricht bereits im Rahmen eines Nintendo Direct durchgesickert war. Der Starttermin steht fest: 4. Dezember 2026, fast 22 Monate nach dem Original-Release auf PS5, Xbox Series X/S und PC im Februar 2025.

Für Nintendo-Fans in Deutschland und der gesamten DACH-Region ist das mehr als eine gewöhnliche Portierungs-Meldung. Monster Hunter Wilds zählt zu den technisch anspruchsvollsten Multiplattform-Titeln des Jahres 2025 und lief bislang nur auf Hardware mit dedizierter Grafikkarte. Dass Capcom das Spiel jetzt auf einem Handheld-Hybrid unterbringt, wirft Fragen zu Leistung, Preis und Capcoms langfristiger Strategie gegenüber Nintendo auf. Dieser Artikel ordnet die verfügbaren Fakten ein, vergleicht frühere Switch-2-Ports und zeigt, warum die Ankündigung auch finanziell für Capcom Gewicht hat.

Die Ankündigung: Nintendo Direct und Capcoms Bestätigung

Die erste öffentliche Bestätigung fiel während des Nintendo Direct am 9. September 2026. Mehrere Fachmedien, darunter Game Informer, berichteten direkt im Anschluss über die Ankündigung. Einen Tag später zog Capcom mit einer offiziellen Pressemitteilung in der Investor-Relations-Sektion nach und lieferte den konkreten Starttermin nach. Damit endete eine monatelange Hängepartie, die im Juni 2026 begonnen hatte: Beim Summer Game Fest bestätigten die Entwickler erstmals, dass eine Switch-2-Fassung in Arbeit ist, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

Monster-Hunter-Wilds-Produzent Ryozo Tsujimoto sagte damals gegenüber Game Informer nur, man werde “weitere offizielle Informationen wie ein Release-Datum zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben”. Drei Monate später löste Capcom dieses Versprechen ein. Die Switch-2-Version erscheint parallel zu einem Bündel weiterer Capcom-Titel für die Konsole, darunter Neuauflagen mehrerer Resident-Evil-Spiele, was auf eine koordinierte Portfolio-Strategie hindeutet und nicht auf eine spontane Einzelentscheidung.

Releasetermin, Preis und Game-Key-Card: Was Käufer erwartet

Der Starttermin 4. Dezember 2026 ist über Capcoms IR-Meldung und Nintendos eigene Switch-2-Newsseite bestätigt. Bei der Preisgestaltung ist die Lage komplizierter. Ein japanisches Bundle wird laut Berichten von Nintendo Life für 61.980 Yen angeboten, umgerechnet aktuell etwa 380 bis 390 Euro, allerdings inklusive Zusatzinhalten und nicht als reiner Software-Preis zu verstehen. Für den digitalen Einzelkauf kursiert in US-Berichten ein Preis von 29,99 US-Dollar, für die physische Fassung 39,99 US-Dollar.

Wichtig für deutsche Käufer: Ein offizieller Preis in Euro für den deutschen und europäischen Markt lag zum Redaktionsschluss am 17. September 2026 noch nicht vor. Die genannten Zahlen stammen aus japanischen und US-amerikanischen Quellen und sollten als vorläufige Anhaltspunkte gelten, nicht als verbindliche DACH-Preise. Klar ist dagegen das Vertriebsformat für den Handel: Die physische Fassung erscheint als sogenannte Game-Key-Card, bei der die Spielekarte lediglich einen Freischaltschlüssel enthält und die eigentlichen Daten beim ersten Start heruntergeladen werden müssen. Dieses Format nutzt Nintendo bei der Switch 2 zunehmend für speicherintensive Titel.

Kann die Switch 2 das leisten? Die Hardware im Detail

Ob Monster Hunter Wilds auf der Switch 2 überzeugen kann, hängt an der Hardware. Das Herzstück ist ein maßgeschneiderter Nvidia-Tegra-T239-Chip mit einer 8-Kern-ARM-Cortex-A78C-CPU und einer Ampere-Grafikeinheit mit 1.536 CUDA-Kernen. Laut Analysen von Digital Foundry taktet die GPU im Dock-Modus mit rund 1.007 MHz, im mobilen Betrieb sinkt der Takt auf etwa 561 MHz, um Akkulaufzeit und Wärmeentwicklung im Rahmen zu halten.

Beim Arbeitsspeicher stehen 12 GB LPDDR5X zur Verfügung, davon sind laut übereinstimmenden Fachberichten 3 GB für die Systemsoftware reserviert, sodass Spielen effektiv 9 GB bleiben. Das ist gegenüber der ursprünglichen Switch aus dem Jahr 2017 mit ihren 4 GB LPDDR4 ein deutlicher Sprung, reicht aber immer noch nicht an PS5 oder Xbox Series X mit jeweils 16 GB heran. Entscheidend für ambitionierte Ports ist die Unterstützung von Nvidias DLSS-Technologie: Die Switch 2 beherrscht laut SDK-Dokumentation DLSS in den Modi 1x, 2x und 3x sowie DLAA, wodurch intern niedrig aufgelöste Bilder hochgerechnet werden können, ohne dass die native Rechenleistung mit High-End-Konsolen mithalten muss.

Der interne Speicher liegt bei 256 GB UFS-Speicher, erweiterbar per microSD-Express-Karte. Für ein Spiel wie Monster Hunter Wilds, dessen PC-Fassung je nach Textureinstellung mehrere Dutzend Gigabyte beansprucht, ist das ein relevanter Faktor bei der Kaufentscheidung zwischen physischer und digitaler Version.

MerkmalNintendo Switch (2017)Nintendo Switch 2 (2025)
ChipNvidia Tegra X1Custom Nvidia Tegra T239 (Ampere)
Arbeitsspeicher4 GB LPDDR412 GB LPDDR5X (9 GB für Spiele nutzbar)
GPU-Kerne256 CUDA-Kerne1.536 CUDA-Kerne
UpscalingKein DLSSDLSS 1x/2x/3x, DLAA
Interner Speicher32 GB eMMC256 GB UFS + microSD Express

Elden Ring und Hogwarts Legacy als Testfall: Was frühere Switch-2-Ports zeigen

Für Monster Hunter Wilds selbst hat Capcom bislang keine Auflösungs- oder Framerate-Werte veröffentlicht. Ein Blick auf bereits erschienene Switch-2-Umsetzungen ähnlich anspruchsvoller Spiele liefert aber realistische Erwartungswerte. Elden Ring läuft in der sogenannten Tarnished Edition im Dock-Modus mit einer dynamischen Auflösung zwischen 720p und 1080p, im mobilen Betrieb zwischen etwa 432p und 864p. Digital Foundry stellte in seiner technischen Analyse fest, dass die Framerate zwar auf 40 Bilder pro Sekunde ausgelegt ist, im praktischen Spielbetrieb aber meist zwischen 30 und 35 Bildern pro Sekunde liegt, in intensiven Kampfszenen mit Absacken Richtung 20 Bilder pro Sekunde im Handheld-Modus.

Hogwarts Legacy zeigt ein ähnliches Muster: Im Dock-Modus rendert das Spiel laut mehreren Technikanalysen intern mit rund 720p und wird per DLSS auf bis zu 1440p hochgerechnet, im Handheld-Betrieb sinkt die interne Auflösung auf etwa 540p bei einer DLSS-Ausgabe von rund 1080p. Die Framerate zielt in beiden Modi auf 30 Bilder pro Sekunde, mit gelegentlichen Ausreißern nach oben im Dock-Betrieb. Beide Beispiele zeigen ein wiederkehrendes Muster für die Switch 2: niedrige interne Renderauflösung, aggressives DLSS-Upscaling, und ein Kompromiss bei der Framerate gegenüber den PS5- und Xbox-Fassungen. Für Monster Hunter Wilds, das auf PC bereits mit hohen Hardwareanforderungen auffiel, ist ein vergleichbarer oder noch deutlicherer Kompromiss wahrscheinlich, auch wenn Capcom dazu offiziell noch schweigt.

Spiel (Switch-2-Port)Auflösung Dock-ModusAuflösung Handheld-ModusZiel-Framerate
Elden Ring (Tarnished Edition)dynamisch 720p–1080pdynamisch ca. 432p–864p40 fps (real meist 30–35 fps)
Hogwarts Legacyintern ~720p, DLSS auf bis 1440pintern ~540p, DLSS auf ~1080p30 fps
Monster Hunter Wildsvon Capcom noch nicht bestätigtvon Capcom noch nicht bestätigtnoch offen

Verkaufszahlen: Wie gut läuft Monster Hunter Wilds bisher?

Monster Hunter Wilds war bereits vor der Switch-2-Ankündigung eines der kommerziell erfolgreichsten Capcom-Spiele der jüngeren Firmengeschichte. Laut einer Pressemitteilung von Capcom erreichte der Titel innerhalb des ersten Monats nach Release im Februar 2025 zehn Millionen verkaufte Einheiten über alle Plattformen hinweg. Bis zum Ende von Capcoms Geschäftsjahr am 31. März 2026 stieg die Zahl auf 11,4 Millionen Einheiten, wie aus dem IR-Bericht des Unternehmens hervorgeht. Die aktuellste verfügbare Zahl aus Capcoms Platinum-Titles-Übersicht datiert auf den 30. Juni 2026 und beziffert die Gesamtverkäufe auf 11,8 Millionen Einheiten.

Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Plattformen (PS5, Xbox Series X/S, PC) veröffentlicht Capcom nicht, weshalb sich keine belastbare Aussage darüber treffen lässt, wie viele Käufer bislang auf welcher Plattform gespielt haben. Für die Switch-2-Version bedeutet das: Sie startet nicht als Nischenprodukt, sondern als verspäteter Port eines der meistverkauften Multiplattform-Spiele des laufenden Jahrzehnts, mit einer bereits etablierten und aktiven Spielerbasis, die durch Community-Effekte zusätzliche Handheld-Käufer anziehen könnte.

Capcoms Rekordjahr: Finanzzahlen hinter der Portierungs-Strategie

Die Switch-2-Entscheidung fällt in eine finanziell außergewöhnlich starke Phase für Capcom. Für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr meldete das Unternehmen einen Nettoumsatz von rund 195,4 Milliarden Yen, ein Plus von etwa 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn stieg um rund 14 bis 15 Prozent auf etwa 75,3 Milliarden Yen, der Nettogewinn lag bei etwa 54,6 Milliarden Yen. Damit verzeichnete Capcom laut eigenen Angaben das neunte Rekordjahr in Folge beim operativen Gewinn und das dreizehnte Jahr in Folge mit Gewinnwachstum.

Diese Zahlen erklären, warum Capcom bereit ist, in zusätzliche Portierungsarbeit für eine Konsole zu investieren, die technisch schwächer ist als PS5 oder Xbox Series X. Jede zusätzliche verkaufte Kopie auf einer neuen Plattform trägt direkt zum Ergebnis bei, ohne dass die ursprüngliche Entwicklungsarbeit erneut anfällt. Capcom-Präsident Haruhiro Tsujimoto beschrieb die Marktreaktion auf die Switch 2 selbst rückblickend positiv: Die Konsole sei im Juni 2025 zu einem Preis von 49.980 Yen (inklusive Steuer) gestartet, “und die Resonanz war besser, als wir erwartet hatten”, sagte er laut einem Bericht von Nintendo Everything. Diese Einschätzung dürfte den internen Ausschlag dafür gegeben haben, ressourcenintensive Titel wie Monster Hunter Wilds nachträglich für die Plattform zu entwickeln.

Monster Hunter im Franchise-Vergleich: Zweitstärkste Marke hinter Resident Evil

Die Switch-2-Version stärkt auch Capcoms größte Marke insgesamt. Über die gesamte Firmengeschichte hat die Monster-Hunter-Reihe laut Capcoms eigener IR-Berichterstattung mittlerweile rund 127 Millionen verkaufte Einheiten erreicht. Damit liegt die Reihe klar auf Platz zwei der firmeninternen Rangliste, hinter Resident Evil mit etwa 178 Millionen Einheiten und deutlich vor Street Fighter mit rund 59 Millionen Einheiten. Noch zur Jahresmitte des Geschäftsjahres wurde die Monster-Hunter-Reihe mit 123 Millionen Einheiten beziffert, der Sprung auf 127 Millionen innerhalb weniger Monate unterstreicht, wie stark Wilds selbst zum Wachstum der Marke beiträgt.

Diese Größenordnung erklärt auch, warum ein Switch-2-Release keine Randnotiz ist. Monster Hunter ist für Capcom inzwischen ein tragender Umsatzpfeiler, und jede zusätzliche Plattform, auf der die Marke präsent ist, verringert die Abhängigkeit von einzelnen Konsolengenerationen. Die Switch-Reihe hat sich dabei historisch als besonders wichtig für Monster Hunter in Japan erwiesen, ein Markt, in dem Handheld- und Hybrid-Konsolen traditionell eine größere Rolle spielen als in Nordamerika oder Europa.

Nintendo Switch 2: Verkaufszahlen und warum Drittanbieter jetzt einsteigen

Ein zentraler Treiber für Capcoms Entscheidung dürfte das Verkaufstempo der Switch 2 selbst sein. Laut Nintendos eigenen Geschäftszahlen erreichte die Konsole bis zum 31. März 2026, dem Ende von Nintendos Geschäftsjahr, weltweit 19,86 Millionen verkaufte Hardware-Einheiten, dazu kamen 48,71 Millionen verkaufte Softwareeinheiten. Bis zum 30. Juni 2026, dem Ende des ersten Quartals im neuen Geschäftsjahr, war die Hardwarezahl bereits auf 23,68 Millionen Einheiten gestiegen, ein Zuwachs von 3,82 Millionen Einheiten allein im zweiten Kalenderquartal 2026.

Zum Vergleich: Die ursprüngliche Switch aus dem Jahr 2017 hatte laut Nintendos Sales-Data-Übersicht bis zum 31. März 2026 kumuliert 155,92 Millionen Einheiten verkauft, allerdings über einen Zeitraum von neun Jahren. Schätzungen des Marktbeobachters VGChartz, ausdrücklich als Analystenschätzung und nicht als offizielle Nintendo-Zahl gekennzeichnet, zeigen die Switch 2 in einem vergleichbaren Zeitfenster nach Marktstart bei rund 20,76 Millionen Einheiten, gegenüber rund 14,89 Millionen Einheiten der ersten Switch im gleichen Abschnitt ihrer Marktlaufzeit. Die Switch 2 verkauft sich damit deutlich schneller als ihr Vorgänger, ein Signal, das Drittanbieter wie Capcom kaum ignorieren können, wenn sie über die Priorisierung neuer Plattformen entscheiden.

StichtagSwitch 2 Hardware (kumuliert)Switch 2 Software (kumuliert)
31. März 2026 (Nintendo-Geschäftsjahresende)19,86 Mio. Einheiten48,71 Mio. Einheiten
30. Juni 2026 (Q1 Geschäftsjahr 2027)23,68 Mio. Einheiten58,17 Mio. Einheiten (VGChartz)
Vergleichbarer Zeitraum nach Marktstart, erste Switch (2017)ca. 14,89 Mio. Einheiten (VGChartz-Schätzung)

Das Resident-Evil-Bundle: Capcoms Doppelstrategie für die Switch 2

Monster Hunter Wilds kommt nicht allein. In derselben Ankündigung bestätigte Capcom, dass auch Resident Evil 2 Deluxe Edition, Resident Evil 3 und Resident Evil 4 Gold Edition für die Switch 2 erscheinen, inklusive aller bisherigen Titel-Updates. Diese Bündelung mehrerer Kernmarken in einem einzigen Ankündigungsfenster zeigt, dass Capcom die Switch 2 nicht als Testballon für ein einzelnes Experiment behandelt, sondern als vollwertige dritte Plattform neben PS5/Xbox und PC etabliert.

Für die Switch-2-Bibliothek bedeutet das einen spürbaren Qualitätssprung binnen weniger Wochen. Bislang war die Konsole vor allem auf Nintendo-eigene Marken sowie ausgewählte Third-Party-Ports wie Elden Ring, Hogwarts Legacy und Street Fighter 6 angewiesen, um technisch versierte Spieler zu überzeugen. Mit gleich vier Capcom-Marken im Katalog erhält die Plattform ein deutlich breiteres Angebot an sogenannten AAA-Erlebnissen, die bislang klassischen Konsolen und Gaming-PCs vorbehalten waren.

Stimmen aus der Branche: Was Capcom selbst zur Switch-2-Version sagt

Wie zurückhaltend Capcom lange Zeit kommunizierte, zeigt ein früheres Interview mit Produzent Ryozo Tsujimoto, festgehalten von Nintendo Everything. Zur Frage nach einer möglichen Switch-2-Fassung sagte er damals: “Natürlich haben wir in Bezug auf Plattformen für Monster Hunter Wilds nichts Zusätzliches anzukündigen, was über das bereits Bekannte hinausgeht. Aber wir befinden uns auch in einer ähnlichen Position wie alle anderen bei der Switch 2: Es ist eine so brandneue Ankündigung, und wir müssen uns erst die Zeit nehmen zu verstehen, wie die Hardware genau beschaffen ist und wie wir sie am besten nutzen, und das wird für uns erst in der Zukunft relevant sein.” (Quelle: Nintendo Everything)

Diese vorsichtige Haltung wich im Laufe von 2026 einer klareren Kommunikation. Beim Summer Game Fest im Juni 2026 bestätigten die Entwickler die Switch-2-Version offiziell, Tsujimoto kündigte an: “Wir werden weitere offizielle Informationen wie ein Release-Datum zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.” (Quelle: Game Informer) Und Capcom-Präsident Haruhiro Tsujimoto ordnete den strategischen Hintergrund ein, als er über den Verkaufsstart der Switch 2 im Juni 2025 sagte: “Die Nintendo Switch 2 wurde im Juni 2025 zu einem Preis von 49.980 Yen (inklusive Steuer) veröffentlicht, und die Resonanz war besser, als wir erwartet hatten.” (Quelle: Nintendo Everything) Zusammengenommen zeichnen die drei Aussagen den Weg von anfänglicher Zurückhaltung zu einer Plattform nach, die Capcom inzwischen aktiv priorisiert.

Wettbewerbsvergleich: Switch 2 gegen Steam Deck und die Handheld-Konkurrenz

Die Switch 2 tritt mit Monster Hunter Wilds nicht in ein Vakuum ein. Valves Steam Deck und Windows-Handhelds von Herstellern wie Asus oder Lenovo haben bereits seit Jahren bewiesen, dass PC-Spiele in mobiler Form funktionieren können, allerdings meist mit sichtbaren Kompromissen bei Auflösung und Framerate und ohne die feste Preisgarantie eines Konsolen-Ökosystems. Der entscheidende Unterschied liegt im technischen Ansatz: Während Steam-Deck-Nutzer Grafikeinstellungen selbst anpassen und mit stark schwankender Performance leben müssen, optimiert Capcom die Switch-2-Fassung als festes, von Nintendo zertifiziertes Paket mit klar definierten Leistungszielen, wie es bei Elden Ring und Hogwarts Legacy bereits zu beobachten war.

Gegenüber PS5 und Xbox Series X bleibt die Switch 2 bei reiner Rechenleistung klar im Nachteil, das zeigen schon die Basisdaten zu Speicher und GPU-Kernen. Ihr Vorteil liegt woanders: Mobilität ohne Streaming-Verzögerung, ein etabliertes Nintendo-Ökosystem und, wie die Verkaufszahlen belegen, ein deutlich schnelleres Wachstumstempo als jede andere aktuell verkaufte Konsole. Für Publisher wie Capcom wiegt dieses Wachstumstempo inzwischen schwerer als der technische Rückstand, zumal DLSS-gestütztes Upscaling die sichtbare Lücke zumindest in Standbildern und bei mittlerer Bewegungsintensität teilweise kaschieren kann.

Historischer Kontext: Von Monster Hunter Rise zu Wilds auf Nintendo-Hardware

Monster Hunter und Nintendo-Hardware haben eine lange gemeinsame Geschichte, die deutlich vor Wilds beginnt. Monster Hunter Rise erschien ursprünglich als Nintendo-Switch-exklusiver Titel und etablierte die Reihe bei einer neuen, mobilen Zielgruppe, bevor es später auch auf andere Plattformen portiert wurde. Dieser Erfolg auf der ursprünglichen Switch dürfte mit ein Grund gewesen sein, warum Capcom bei Monster Hunter Wilds zunächst den umgekehrten Weg ging: Start auf leistungsstärkerer Hardware, mit der Option, später nachzuziehen, sobald die technischen Voraussetzungen stimmen.

Mit der Switch 2 hat sich diese Voraussetzung geändert. Die Konsole ist die erste Nintendo-Hardware, die dank DLSS-Unterstützung und eines deutlich potenteren Chips in der Lage ist, Spiele der aktuellen PS5/Xbox-Generation mit vertretbaren Kompromissen darzustellen, wie es Elden Ring und Hogwarts Legacy bereits vorgemacht haben. Monster Hunter Wilds auf Switch 2 markiert damit weniger einen Bruch als die konsequente Fortsetzung eines Musters, das mit Rise begann und sich nun auf technisch anspruchsvollere Spiele ausweitet.

Kritik und offene Fragen: Technische Kompromisse und Preis-Debatte

Trotz der positiven Verkaufssignale bleiben offene Fragen. Capcom hat bislang keine konkreten Leistungsdaten für die Switch-2-Fassung von Monster Hunter Wilds veröffentlicht, weder zu Auflösung noch zu Framerate. Angesichts dessen, wie anspruchsvoll das Spiel bereits auf dedizierten Grafikkarten läuft, ist mit spürbaren Abstrichen gegenüber PS5 und Xbox zu rechnen, vermutlich in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Elden Ring oder Hogwarts Legacy. Ob das Kampfsystem, das auf präzises Ausweichen und Timing angewiesen ist, unter schwankenden Bildraten im Handheld-Betrieb leidet, lässt sich erst nach ersten unabhängigen Technikanalysen beurteilen.

Auch beim Preis herrscht Unsicherheit. Ohne offizielle Euro-Preise für Deutschland und den DACH-Raum können Kundinnen und Kunden derzeit nur mit den kursierenden japanischen und US-amerikanischen Richtwerten kalkulieren. Sollte sich das Game-Key-Card-Format als Standard für ressourcenintensive Switch-2-Titel etablieren, könnte das zudem Diskussionen um Wiederverkaufswert und Offline-Verfügbarkeit neu entfachen, ein Thema, das in der Community bereits bei früheren Switch-2-Releases kontrovers diskutiert wurde.

Prognosen: Wie es mit Monster Hunter und der Switch 2 weitergeht

  • Capcom dürfte bis zum Launch am 4. Dezember 2026 konkrete Leistungsdaten und einen offiziellen Trailer mit Gameplay-Material aus der Switch-2-Fassung nachreichen, voraussichtlich begleitet von einer Digital-Foundry-Analyse kurz nach Release.
  • Ein Euro-Preis für Deutschland und die DACH-Region wird voraussichtlich in den Wochen vor dem Launch bekanntgegeben, wahrscheinlich orientiert an den bereits kursierenden US-Preisen von 29,99 bis 39,99 US-Dollar.
  • Angesichts des Verkaufstempos der Switch 2 ist ein spürbarer Verkaufsschub für Monster Hunter Wilds im Startquartal 2027 wahrscheinlich, auch wenn Capcom weiterhin keine plattformspezifischen Zahlen veröffentlichen dürfte.
  • Weitere ressourcenintensive Capcom-Marken könnten dem Beispiel folgen, sollte sich der Switch-2-Port kommerziell auszahlen, insbesondere Titel aus der Devil-May-Cry- oder Dragon’s-Dogma-Reihe.
  • Die Kombination aus Monster Hunter Wilds und dem Resident-Evil-Bundle dürfte den Druck auf andere Drittanbieter erhöhen, ihre eigenen AAA-Titel ebenfalls für die Switch 2 zu prüfen, ähnlich wie es nach den ersten erfolgreichen Elden-Ring- und Cyberpunk-2077-Ports bereits zu beobachten war.

Häufig gestellte Fragen

Wann erscheint Monster Hunter Wilds für die Nintendo Switch 2?

Der offizielle Starttermin ist der 4. Dezember 2026, bestätigt durch Capcoms Investor-Relations-Meldung vom 10. September 2026 sowie Nintendos eigene Switch-2-Newsseite.

Wie viel kostet Monster Hunter Wilds auf der Switch 2?

Ein offizieller Euro-Preis für Deutschland liegt noch nicht vor. In den USA kursieren laut Berichten 29,99 US-Dollar für die digitale und 39,99 US-Dollar für die physische Fassung, in Japan wird ein Bundle für 61.980 Yen angeboten. Diese Werte gelten als vorläufig.

Ist die Switch-2-Version physisch oder rein digital erhältlich?

Die physische Fassung erscheint als Game-Key-Card. Die Karte im Handel enthält dabei nur einen Freischaltcode, die eigentlichen Spieldaten werden beim ersten Start heruntergeladen.

Welche Auflösung und Framerate hat Monster Hunter Wilds auf der Switch 2?

Capcom hat dazu noch keine offiziellen Angaben veröffentlicht. Vergleichbare Switch-2-Ports wie Elden Ring und Hogwarts Legacy laufen mit dynamischer Auflösung zwischen rund 540p und 1080p (per DLSS hochgerechnet) und einer Framerate zwischen 30 und 40 Bildern pro Sekunde.

Wie viele Einheiten hat Monster Hunter Wilds bisher verkauft?

Laut Capcoms eigener Platinum-Titles-Übersicht lag der Stand zum 30. Juni 2026 bei 11,8 Millionen verkauften Einheiten über alle Plattformen hinweg, aufgeteilt nach PS5, Xbox Series X/S und PC, jedoch ohne öffentliche Einzelaufschlüsselung.

Erscheinen weitere Capcom-Spiele für die Switch 2?

Ja. Gemeinsam mit Monster Hunter Wilds kündigte Capcom auch Resident Evil 2 Deluxe Edition, Resident Evil 3 und Resident Evil 4 Gold Edition für die Switch 2 an, jeweils inklusive bisheriger Titel-Updates.

Wie viele Nintendo Switch 2 wurden bisher verkauft?

Nintendo meldete 19,86 Millionen verkaufte Hardware-Einheiten zum 31. März 2026 und 23,68 Millionen Einheiten zum 30. Juni 2026, jeweils weltweit und laut offiziellen Nintendo-Geschäftszahlen.

Kann man Speicherstände zwischen PC, PS5, Xbox und Switch 2 übertragen?

Dazu hat Capcom bislang keine offiziellen Angaben gemacht. Ob Cross-Save- oder Cross-Play-Funktionen zum Start der Switch-2-Version verfügbar sein werden, bleibt bis zum Launch am 4. Dezember 2026 offen.