Sony hat am 1. Oktober 2026 eine Funktion auf die Standard-PS5 gebracht, die bisher der 899,99 Euro teuren PS5 Pro vorbehalten war: KI-gestütztes Upscaling. Mit dem Systemsoftware-Update 26.06-14.10.00 schaltet Sony Quick Spectral Super Resolution (QSSR) frei, eine abgespeckte Variante des hauseigenen PSSR-Verfahrens. Die ersten beiden Spiele, “Marvel’s Wolverine” und “Ghost of Yōtei”, erhielten den Patch noch am selben Tag. Für Besitzer einer regulären PS5 bedeutet das schärfere Bilder ohne Zusatzkosten. Für die PS5 Pro wirft es eine unbequeme Frage auf: Was rechtfertigt den Aufpreis noch, wenn die günstigere Konsole plötzlich ähnliche Technik beherrscht?
Das Update im Überblick: Was am 1. Oktober geliefert wurde
Die Systemsoftware 26.06-14.10.00 (in einigen Regionen auch als 26.06-14.10.00.03 geführt) wiegt rund 1,2 Gigabyte und lief offiziell unter dem Label “Sicherheits- und Stabilitätsupdate”. Tatsächlich verbarg sich darin die größte Grafik-Neuerung für die Basis-PS5 seit Verkaufsstart der Konsole. Laut der offiziellen Ankündigung im PlayStation Blog handelt es sich um eine neue Leistungsstufe des KI-Upscalings, die Entwicklerstudios ab sofort allen PS5-Projekten hinzufügen können. Wichtig: Die Firmware selbst schaltet nichts automatisch frei. Jedes Spiel benötigt ein eigenes Patch, damit QSSR als Grafikoption erscheint. Nutzer, die nur das Systemupdate installieren, werden also keinen Unterschied bemerken, solange der jeweilige Titel nicht aktualisiert wurde.
Parallel aktivierte Sony auf der PS5 Pro automatisch die Option “Enhance PSSR Image Quality”, eine verbesserte Version des bestehenden Pro-Upscalers. Damit bringt ein einziges Update zwei getrennte technische Verbesserungen auf zwei unterschiedliche Konsolen, was in der Berichterstattung zunächst für Verwirrung sorgte. QSSR und das verbesserte PSSR sind zwei separate Funktionen für zwei separate Hardware-Klassen, keine gemeinsame Technik mit identischem Ergebnis.
QSSR erklärt: Wie Sonys neues Upscaling funktioniert
Quick Spectral Super Resolution basiert laut Sony auf zwei Kerninnovationen: einer verschlankten Architektur des neuronalen Netzwerks und einer von Hand abgestimmten Implementierung, die gezielt auf die Rechenleistung der Standard-PS5 zugeschnitten ist. Das System analysiert ein intern niedriger aufgelöstes Bild und rekonstruiert daraus ein schärferes, stabileres Ausgabebild mit KI-Methoden statt klassischer Kantenglättung. Entstanden ist die Technik aus Project Amethyst, einer gemeinsamen Grafik-Initiative von Sony Interactive Entertainment und AMD, die auch die ursprüngliche PSSR-Technologie für die PS5 Pro hervorgebracht hat.
Der entscheidende Unterschied zur Pro-Version: Die Basis-PS5 besitzt keine dedizierte KI-Beschleunigungshardware. QSSR rechnet deshalb vorwiegend mit FP16-Operationen auf der regulären GPU, während die PS5 Pro über einen eigenen KI-Baustein mit geschätzt 300 TOPS INT8-Leistung verfügt, der PSSR nahezu ohne Zusatzkosten berechnet. Die Fachseite 80.lv beschreibt QSSR deshalb treffend als Upscaling für die breite Masse, nicht als Eins-zu-eins-Kopie von PSSR.
Die ersten Spiele: Marvel’s Wolverine und Ghost of Yōtei
Insomniac Games lieferte den QSSR-Patch für “Marvel’s Wolverine” in Version 1.002 aus, standardmäßig aktiviert. Sucker Punch Productions zog mit einem eigenen Patch für “Ghost of Yōtei” nach. Beide Studios gehören zu Sonys First-Party-Portfolio, was nahelegt, dass Sony die Technik zunächst intern erprobt hat, bevor sie an Drittanbieter-Studios weitergegeben wird. Mike Fitzgerald, Head of Technology bei Insomniac, erklärte dazu laut PlayStation Blog: “QSSR adds more pixel-level clarity and stability to our environments, bringing out extra detail amidst the busy streets of Madripoor, the dense alleyways of Shinjuku, and many other areas across Logan’s epic journey.” Die Aussage verweist auf eines der zentralen Verkaufsargumente: QSSR soll vor allem in detailreichen, dicht bebauten Szenen helfen, Kantenflimmern und Bildrauschen zu reduzieren.
Laut Sony steht QSSR ab sofort allen Entwicklern auf der Plattform zur Integration offen, nicht nur ausgewählten Partnerstudios. Wie schnell weitere große Titel nachziehen, hängt davon ab, wie aufwendig die Anpassung pro Spiel ausfällt. Erste Berichte sprechen von einer vergleichsweise einfachen Umsetzung für Spiele, die bereits eine PSSR-Variante unterstützen, weil sich Teile des Codes wiederverwenden lassen.
Hardware im Vergleich: Warum die PS5 Pro trotzdem mehr kann
Technisch bleibt die PS5 Pro der Standard-Konsole klar überlegen, unabhängig vom neuen Upscaling. Sony selbst bewarb die Pro-GPU 2024 mit 67 Prozent mehr Compute-Units und 28 Prozent höherer Speicherbandbreite gegenüber der Basis-PS5. Die folgende Tabelle fasst die offiziell bestätigten und von Fachmedien wie Tom’s Hardware aufbereiteten Eckdaten zusammen.
| Spezifikation | PS5 (Standard) | PS5 Pro |
|---|---|---|
| GPU-Compute-Units | 36 CU (RDNA 2) | 60 CU |
| GPU-Rechenleistung | ca. 10,28 TFLOPS | ca. 16,7–17 TFLOPS |
| Speicherbandbreite | 448 GB/s | 576 GB/s |
| Dedizierte KI-Hardware | keine | ca. 300 TOPS (INT8) |
| Upscaling-Verfahren | QSSR (softwarebasiert) | PSSR (hardwarebeschleunigt) |
| Offizieller Preis (Deutschland, Stand Okt. 2026) | 649,99 € / 599,99 € (Digital) | 899,99 € |
Die Zahlen stammen aus Sonys offizieller Markteinführungs-Pressemitteilung zur PS5 Pro sowie der Preisänderung vom 27. März 2026, mit der Sony den Pro-Preis von ursprünglich 799,99 Euro auf 899,99 Euro anhob. Die reguläre PS5 verteuerte sich im selben Schritt auf 649,99 Euro (Disc) beziehungsweise 599,99 Euro (Digital Edition). Der Preisabstand zur Pro-Version liegt damit aktuell bei 250 bis 300 Euro, abhängig vom gewählten Basis-Modell.
Was QSSR an Leistung kostet: Die ersten Messwerte
KI-Upscaling ist nie kostenlos, es verbraucht Rechenzeit pro Frame. Genau hier zeigt sich, warum Sony QSSR nicht als Ersatz für PSSR bewirbt, sondern als eigenständige, schwächere Stufe. Das deutsche Tech-Portal heise.de und das Schweizer Portal Digitec werteten frühe Tests aus und kamen zu übereinstimmenden Werten.
| Messung | QSSR auf PS5 (Standard) | PSSR auf PS5 Pro |
|---|---|---|
| Getestetes Spiel | Marvel’s Wolverine | Marvel’s Wolverine |
| Interne Auflösung | ca. 864p | variabel, meist höher |
| Ziel-Ausgabeauflösung | ca. 1440p | bis zu 2160p (4K) |
| Zusätzliche Rechenzeit pro Frame | 1,5–1,8 ms | ca. 2 ms |
| Framerate-Effekt (ungedeckelter Modus) | 8–10 fps weniger | kaum messbar (Hardware-Entlastung) |
| Ergebnis im 60-Hz-Performance-Modus | ähnliche Framerate, deutlich bessere Bildqualität | stabile Framerate bei höherer Zielauflösung |
Im ungedeckelten Modus frisst QSSR messbar Leistung. Im an 60 Hertz gekoppelten Performance-Modus gleicht die Konsole das durch eine niedrigere interne Auflösung aus, sodass unterm Strich eine ähnliche Framerate bei sichtbar ruhigerem, detailreicherem Bild steht. Genau dieses Verhältnis wird in den kommenden Wochen entscheiden, ob Spieler die Option dauerhaft aktiviert lassen oder bei älteren, klassischen Upscaling-Methoden bleiben.
Die PS5 Pro unter Druck: Lohnt sich der Aufpreis noch?
899,99 Euro für eine Konsole sind ein hoher Einstiegspreis, gerade wenn der ursprüngliche Hauptvorteil, scharfes KI-Upscaling, nun in abgespeckter Form kostenlos auf das Basismodell wandert. Sony selbst versucht, den Unterschied in der Außendarstellung klarzuhalten. Laut einem Statement, das die Fachseite FlatpanelsHD von Sony erhielt, bleibt PSSR “der Goldstandard auf der PS5 Pro”, während QSSR “spürbare Verbesserungen bei Bilddetail und Bildstabilität auf der PS5” liefert. Intern positioniert Sony die beiden Technologien also bewusst als unterschiedliche Leistungsklassen, nicht als gleichwertige Alternativen.
Technisch bleibt der Abstand real: 60 statt 36 Compute-Units, dedizierte KI-Hardware statt Software-Notlösung, und die Fähigkeit, gleichzeitig Raytracing, hohe Auflösung und stabile Framerate zu kombinieren. Das bestätigt auch die Analyse von TechSpot, die QSSR zwar als deutlich besser als klassische Methoden wie TAA oder FSR3 einstuft, gleichzeitig aber festhält, dass PSSR, Nvidia DLSS und AMD FSR4 weiterhin die bessere Bildqualität liefern. Für Käufer bedeutet das: Wer auf 4K mit Raytracing zielt, bekommt mit der Pro-Version weiterhin mehr fürs Geld. Wer vor allem schärferes Bild bei 1080p oder 1440p sucht, braucht die 250 bis 300 Euro teurere Konsole ab sofort nicht mehr zwingend.
Verschärft wird die Debatte durch den Zeitpunkt. Die Ankündigung fällt wenige Wochen vor dem Start von Grand Theft Auto 6 am 19. November 2026, einem der umsatzstärksten Launches der Konsolengeneration. Wer kurz vor diesem Termin noch unschlüssig zwischen Standard- und Pro-Modell ist, dürfte das neue KI-Upscaling in die Kaufentscheidung einpreisen, zumal die Pro-Konsole wegen hoher Nachfrage zuletzt ohnehin knapp war (mehr dazu im Hintergrund zur aktuellen PS5-Pro-Verknappung).
Wettbewerbsvergleich: QSSR gegen Xbox, AMD und Nvidia
Sony ist nicht das einzige Unternehmen, das KI-Rekonstruktion als Verkaufsargument nutzt. Microsoft, AMD und Nvidia verfolgen eigene, technisch unterschiedliche Ansätze, die sich nicht direkt eins zu eins vergleichen lassen.
| Technologie | Hersteller | Plattform | Hardware-Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| QSSR | Sony / AMD (Project Amethyst) | PS5 (Standard) | keine dedizierte KI-Hardware nötig |
| PSSR | Sony / AMD | PS5 Pro | dediziertes KI-Modul (ca. 300 TOPS) |
| AutoSR | Microsoft | Windows / Xbox-Ökosystem | systemseitige Rekonstruktion, abhängig von Titel-Support |
| FSR4 | AMD | PC, konsolenübergreifend möglich | kompatible AMD-Hardware, entwicklerseitige Integration |
| DLSS | Nvidia | PC (GeForce RTX) | Tensor-Kerne auf Nvidia-GPUs |
Der entscheidende Unterschied liegt in der Integrationstiefe. Sonys Lösung ist fest an die eigene Konsolenhardware gekoppelt und wird zentral über Systemsoftware und Entwickler-SDK gesteuert. AMDs FSR4 verfolgt einen offeneren Ansatz über mehrere Plattformen hinweg, während Nvidias DLSS exklusiv an eigene Tensor-Kerne gebunden bleibt und dadurch die höchste Bildqualität, aber auch die größte Hardware-Abhängigkeit mit sich bringt. Microsofts AutoSR wiederum zielt stärker auf Windows-PCs und das Xbox-Ökosystem als auf eine einzelne Konsolengeneration.
Historischer Kontext: Vom Checkerboard-Rendering zur KI-Rekonstruktion
Sonys Weg zu QSSR begann nicht 2026. Schon die PS4 Pro nutzte 2016 Checkerboard-Rendering, eine frühe Form der Bildrekonstruktion ganz ohne KI, um 4K-Ausgaben bei begrenzter Rohleistung zu ermöglichen. Mit der PS5 Pro ging Sony 2024 den nächsten Schritt und brachte mit PSSR erstmals neuronale Netze in die eigene Hardware, vergleichbar mit Nvidias DLSS-Ansatz auf dem PC. Die Pro-Konsole startete am 7. November 2024 zum Preis von 699,99 US-Dollar beziehungsweise 799,99 Euro, wie Sony in der damaligen Pressemitteilung bestätigte.
Dass Sony nun, knapp zwei Jahre später, eine abgespeckte Version derselben Technik auf die Basiskonsole bringt, folgt einem bekannten Muster der Branche: Premiumfunktionen wandern mit der Zeit in günstigere Hardware, sobald die Software-Optimierung weit genug fortgeschritten ist. Apple machte das mit Kamerafunktionen vor, Microsoft mit Xbox-Features zwischen Series S und Series X. Neu ist, wie kurz der Abstand diesmal ausfällt und wie offen Sony den Qualitätsunterschied zur Pro-Version selbst kommuniziert.
Reaktionen aus der Branche und von Entwicklern
Die bisherigen öffentlichen Reaktionen fallen überwiegend positiv aus, insbesondere weil die Technik kostenlos für bestehende Konsolenbesitzer kommt. PlayStation selbst betonte in der offiziellen Ankündigung den Nutzen für die breite Installationsbasis: “With these, we are bringing the benefits of AI-guided upscaling to PS5”, heißt es im PlayStation Blog. Daniel Craig, Principal Engineer für Graphics R&D bei PlayStation, lieferte laut FlatpanelsHD die technisch präziseste Einordnung: “While PSSR remains the gold standard on PS5 Pro, QSSR provides some notable improvements to both image detail and image stability on PS5.” Die Formulierung macht deutlich, dass Sony selbst keine Gleichwertigkeit der beiden Verfahren behauptet, sondern bewusst eine Hierarchie kommuniziert.
FlatpanelsHD ordnete die Ankündigung in der eigenen Berichterstattung so ein: “It is not the same PSSR feature found on PS5 Pro, but a scaled-down solution called QSSR that delivers sharper pictures through AI upscaling, according to Sony.” Diese Einschätzung deckt sich mit den technischen Messwerten aus dem vorherigen Abschnitt und dürfte die Erwartungen vieler Spieler an die neue Funktion realistisch einordnen, bevor der Hype um kostenloses 4K-Upscaling zu groß wird.
Deutsche Medien und der DACH-Markt
Auch deutschsprachige Fachmedien griffen die Ankündigung noch am Tag der Veröffentlichung auf. Eurogamer.de beschrieb das Update unter dem Titel “Project Amethyst: Wie KI-Upscaling auf die Basis-PS5 kommt” und hob besonders die schärferen Details in dicht bebauten Szenen von “Marvel’s Wolverine” hervor. Heise Online wiederum fokussierte sich stärker auf die technischen Leistungskosten und ordnete QSSR nüchtern als Kompromiss zwischen Bildqualität und Framerate ein.
Für den deutschen Markt ist der Zeitpunkt besonders heikel. Die PS5 hält hierzulande laut aktuellen Handelsdaten einen Marktanteil von rund 52 Prozent gegenüber der Switch 2, während Xbox deutlich abgeschlagen bei etwa 5 Prozent liegt (Details dazu in unserer Analyse zum PS5-Marktanteil in Deutschland). Eine Technik, die den Abstand zwischen Basis- und Pro-Konsole verkleinert, dürfte die ohnehin dominante Marktposition der PS5 in Deutschland weiter festigen, zulasten der margenstärkeren Pro-Variante.
Marktauswirkungen: Was QSSR für Sonys Konsolengeschäft bedeutet
Konsolenhersteller verdienen über die Hardware selbst meist wenig bis keine Marge, oft wird sie sogar mit Verlust verkauft. Das eigentliche Geschäft läuft über Software, Abo-Dienste und digitale Käufe. Trotzdem ist die Modellmischung innerhalb einer Generation wichtig: Teurere Pro-Varianten liefern in der Regel höhere Stückmargen als Basis-Konsolen, weil der Aufpreis stärker steigt als die zusätzlichen Bauteilkosten. Wenn QSSR die Kaufentscheidung zugunsten der günstigeren Standard-PS5 verschiebt, verschiebt sich damit auch ein Stück weit die Ertragsstruktur des Konsolengeschäfts, selbst wenn die absolute Stückzahl verkaufter Geräte gleich bleibt.
Belastbare, aktuelle Verkaufszahlen, die PS5 und PS5 Pro für 2026 separat ausweisen, liegen bislang nicht vor, Sony meldet in Quartalsberichten traditionell nur die Gesamtzahl verkaufter PlayStation-5-Konsolen. Genau das macht die Lage für Analysten unübersichtlich: Ob QSSR tatsächlich Käufer von der Pro-Version abhält oder umgekehrt sogar zusätzliches Interesse an der gesamten Plattform weckt, weil die Basis-PS5 plötzlich attraktiver wirkt, lässt sich erst mit den nächsten Geschäftszahlen seriös einschätzen. Kurzfristig dürfte der größere Effekt ohnehin im Software-Geschäft liegen: Spiele, die sich durch QSSR deutlich besser präsentieren, könnten zusätzliche Verkäufe bei Bestandskunden auslösen, die ihre Basis-PS5 bislang nicht aufrüsten wollten.
Was Entwickler jetzt beachten müssen
Für Studios bedeutet die Öffnung von QSSR zusätzlichen Integrationsaufwand, auch wenn er geringer ausfällt als eine komplette Neuentwicklung. Wer bereits PSSR für die PS5 Pro implementiert hat, kann laut ersten Entwicklerberichten große Teile der Pipeline wiederverwenden und muss vor allem die Parameter für die schwächere Basis-Hardware neu kalibrieren. Teams ohne bestehende PSSR-Unterstützung müssen hingegen bei null anfangen und zunächst abwägen, ob sich der Aufwand für ihr jeweiliges Spiel lohnt, etwa bei Titeln mit bereits stabiler Framerate und wenig Bildrauschen.
Sony dürfte ein Interesse daran haben, die Liste unterstützter Spiele schnell wachsen zu lassen, allein um den Eindruck zu vermeiden, QSSR bleibe eine Randnotiz für zwei First-Party-Titel. Entwicklerstudios wiederum müssen abwägen, ob sie Rechenzeit in ein Feature investieren, das im ungedeckelten Modus nachweislich 8 bis 10 Bilder pro Sekunde kostet. Einen ersten Eindruck, wie unterschiedlich Sony und Konkurrenten ihre Hardware-Generationen gegeneinander positionieren, liefert auch unser Vergleich zwischen PS5 Pro und Standard-PS5.
Prognosen: Wie geht es mit QSSR und der PS5 Pro weiter?
- Schnelle Ausweitung auf weitere Blockbuster: Angesichts des bevorstehenden GTA-6-Starts am 19. November dürfte Sony versuchen, möglichst viele große Multiplattform-Titel noch 2026 mit QSSR-Patches zu versorgen.
- Preisdruck auf die PS5 Pro vor Weihnachten: Mit kleinerem Abstand bei der Bildqualität steigt der Druck auf Sony, die Pro-Version über Bundles oder temporäre Rabatte attraktiver zu halten, statt den Preis direkt zu senken.
- Reaktion von Microsoft und AMD: Microsofts AutoSR-Strategie für Xbox dürfte an Priorität gewinnen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, insbesondere mit Blick auf kommende Handheld- und Konsolenhardware.
- QSSR als Blaupause für künftige Generationen: Die Software-first-Strategie, Premiumfunktionen schrittweise auf Basis-Hardware nachzuliefern, könnte Sonys Vorgehen bei einer möglichen PS6-Generation mit abgestuften Modellen prägen.
- Wachsender Fokus auf exklusive Pro-Funktionen: Um die Pro-Version weiter zu differenzieren, ist davon auszugehen, dass Sony künftig verstärkt auf Raytracing-Modi und höhere Zielauflösungen setzt, die auf der Standard-PS5 technisch nicht erreichbar sind.
Was Spieler jetzt konkret wissen sollten
Wer eine Standard-PS5 besitzt, sollte zunächst prüfen, ob das Systemupdate 26.06-14.10.00 installiert ist, und danach gezielt nach Patches für “Marvel’s Wolverine” oder “Ghost of Yōtei” Ausschau halten, falls eines der beiden Spiele im eigenen Regal steht. QSSR lässt sich in den Grafikeinstellungen der jeweiligen Titel separat aktivieren und ist keine systemweite Option, die automatisch für alle Spiele gilt. Nutzer mit einer PS5 Pro müssen nichts weiter tun, die verbesserte PSSR-Bildqualität ist nach dem Update bereits standardmäßig aktiv.
Wer aktuell über den Kauf einer PS5 Pro nachdenkt, etwa im Hinblick auf eigene SSD-Erweiterungen oder den Vergleich mit der Nintendo Switch 2, sollte die neuen QSSR-Messwerte in die Rechnung einbeziehen. Der Qualitätsabstand zur Pro-Version ist real, aber kleiner als noch vor dem 1. Oktober. Ob sich die 250 bis 300 Euro Aufpreis lohnen, hängt am Ende stark vom bevorzugten Spielemodus ab: Wer auf Maximaldetails bei 4K und Raytracing setzt, bleibt bei der Pro-Konsole im Vorteil. Wer vor allem flüssige Framerate und spürbar schärferes Bild ohne Zusatzkosten sucht, bekommt mit QSSR ab sofort einen Teil davon geschenkt.
Häufig gestellte Fragen zu PS5 QSSR
Was ist QSSR auf der PS5 genau?
QSSR steht für Quick Spectral Super Resolution, ein KI-gestütztes Upscaling-Verfahren, das Sony am 1. Oktober 2026 für die Standard-PS5 veröffentlicht hat. Es rekonstruiert aus einem niedriger aufgelösten Bild eine schärfere Ausgabe, ähnlich wie PSSR auf der PS5 Pro, allerdings mit geringerer Qualität und höherem Leistungsaufwand.
Welche Spiele unterstützen QSSR bisher?
Zum Start unterstützen nur “Marvel’s Wolverine” von Insomniac Games und “Ghost of Yōtei” von Sucker Punch Productions die Technik, beide über ein separates Update vom 1. Oktober 2026. Sony hat QSSR allen Entwicklern auf der Plattform zur Integration freigegeben, weitere Titel dürften folgen.
Muss ich für QSSR eine PS5 Pro besitzen?
Nein. QSSR ist speziell für die Standard-PS5 ohne dedizierte KI-Hardware entwickelt worden. Die PS5 Pro nutzt weiterhin die leistungsfähigere PSSR-Technologie mit eigenem KI-Beschleuniger.
Kostet QSSR Framerate?
Ja. Laut ersten Messungen in “Marvel’s Wolverine” kostet QSSR im ungedeckelten Modus zwischen 1,5 und 1,8 Millisekunden zusätzliche Rechenzeit pro Frame, was etwa 8 bis 10 Bildern pro Sekunde entspricht. Im an 60 Hertz gekoppelten Performance-Modus gleicht die Konsole das durch eine niedrigere interne Auflösung aus, sodass die Framerate stabil bleibt.
Wie installiere ich das Update?
Die Systemsoftware 26.06-14.10.00 wird automatisch über die Systemeinstellungen der PS5 angeboten, sofern die Konsole mit dem Internet verbunden ist. Zusätzlich benötigt jedes unterstützte Spiel ein eigenes Patch, das über den PlayStation Store heruntergeladen wird.
Was kostet die PS5 Pro aktuell in Deutschland?
Seit der Preisanpassung vom 27. März 2026 kostet die PS5 Pro offiziell 899,99 Euro. Die Standard-PS5 liegt bei 649,99 Euro als Disc-Version beziehungsweise 599,99 Euro als Digital Edition.
Ist QSSR genauso gut wie PSSR oder DLSS?
Nein. Unabhängige Tests ordnen QSSR deutlich vor klassischen Methoden wie TAA oder FSR3 ein, aber weiterhin hinter PSSR, Nvidia DLSS und AMD FSR4. Der Grund liegt in der fehlenden dedizierten KI-Hardware der Standard-PS5.




