Wer auf dem Steam Deck, einem Windows-Handheld oder einem älteren Desktop-PC mehr Bildrate herausholen will, stößt in der DACH-Region derzeit fast zwangsläufig auf denselben Tipp: Lossless Scaling. Das Tool kostet auf Steam einmalig 6,89 Euro, wird von “Sehr positiv”-Bewertungen begleitet und funktioniert – anders als DLSS oder FSR – unabhängig vom jeweiligen Spiel, weil es direkt auf Fensterebene ansetzt. Diese Anleitung zeigt in 12 Schritten, wie Sie Lossless Scaling unter Windows einrichten, wie die inoffizielle Linux-Portierung lsfg-vk auf Steam Deck und SteamOS-Handhelds funktioniert, welche Einstellungen wirklich etwas bringen – und wo die Grenzen der Technik liegen.

Was ist Lossless Scaling?

Lossless Scaling ist eine Windows-Anwendung des Entwicklers/Publishers THS, die am 28. Dezember 2018 auf Steam erschienen ist und seither kontinuierlich weiterentwickelt wird – mittlerweile seit über sieben Jahren. Die App löst im Kern zwei Probleme: Sie skaliert Spiele von einer niedrigeren internen Auflösung hoch, und sie erhöht über eine eigene Frame-Generierung (LSFG) die angezeigte Bildrate, ohne dass das Spiel selbst DLSS, FSR oder eine vergleichbare Technik unterstützen muss.

Der entscheidende Unterschied zu Nvidias DLSS Frame Generation oder AMDs FSR-Frame-Generation: Beide Hersteller-Lösungen müssen von den Spieleentwicklern aktiv ins jeweilige Spiel integriert werden. Lossless Scaling arbeitet stattdessen auf Fensterebene – es liest das gerenderte Bild aus dem aktiven Fenster aus und generiert davon ausgehend Zwischenbilder. Das macht das Tool praktisch universell einsetzbar, auch bei älteren Titeln, Nischenspielen oder Emulatoren, für die es nie eine offizielle Frame-Generation-Implementierung geben wird. Der Kompromiss: Weil Lossless Scaling keinen Zugriff auf Bewegungsvektoren oder Tiefeninformationen aus der Spiel-Engine hat, ist die Bildqualität der generierten Frames tendenziell weniger präzise als bei einer nativ integrierten Lösung.

Neben der Frame-Generierung bringt Lossless Scaling mehrere klassische Skalierungsalgorithmen mit: den hauseigenen LS1-Algorithmus, AMD FSR, Nvidia NIS, Anime4K, Integer Scaling/Nearest Neighbor, xBR, Sharp Bilinear und Bicubic CAS. Zusätzlich unterstützt die Software einen Dual-GPU-Modus, bei dem die rechenintensive Frame-Generierung auf eine zweite Grafikkarte ausgelagert wird, während die erste GPU ausschließlich das eigentliche Spiel rendert.

Wie funktioniert LSFG-Frame-Generierung technisch?

LSFG steht für “Lossless Scaling Frame Generation” und ist ein proprietäres, ML-gestütztes Zwischenbild-Modell. Die aktuelle Generation LSFG 3.0 wurde 2025 eingeführt und bringt gegenüber LSFG 2 spürbare Effizienzgewinne: Im X2-Modus sinkt die GPU-Last um rund 40 Prozent, bei höheren Multiplikatoren um mehr als 45 Prozent. Gemessen mit dem OSLTT-Latenztool bei einer Basis-Framerate von 40 FPS im X2-Modus verbessert sich zudem die End-to-End-Latenz um etwa 24 Prozent gegenüber der Vorgängerversion. Der Multiplikator selbst wurde in LSFG 3.0 auf bis zu X20 freigeschaltet – in der Praxis sind für die meisten Anwendungsfälle jedoch X2 bis X4 relevant.

Am 11. Juni 2025 folgte laut dem offiziellen Changelog auf losslessscaling.com die Version LSFG 3.1: verbesserte Bildqualität im Adaptive Mode und im Fixed Mode bei hohen Multiplikatoren, ein neuer Performance Mode (bis zu doppelt so geringe GPU-Last bei leichten Qualitätseinbußen), reduziertes Ghosting sowie Rand-Artefakte und zusätzliche UI-Sprachen. Wichtig für die Einordnung: LSFG ist kein Ersatz für eine hohe native Framerate, sondern eine Ergänzung. Läuft ein Spiel bereits mit stabilen 30 bis 45 FPS, kann LSFG daraus ein spürbar flüssigeres Bild machen. Läuft es dagegen nur mit 15 bis 20 FPS, verschlechtert Frame-Generierung häufig sowohl Bildqualität als auch Eingabegefühl, weil die künstlich generierten Zwischenbilder die reale Eingabelatenz nicht verringern.

Voraussetzungen: Systemanforderungen und Kompatibilität

Bevor Sie Lossless Scaling installieren, sollten Sie prüfen, ob Ihr System die Mindestanforderungen erfüllt. Offiziell verlangt die Anwendung eine 64-Bit-CPU und ein 64-Bit-Betriebssystem, mindestens Windows 10 Version 2004, eine moderne integrierte Grafikeinheit sowie DirectX 11. Empfohlen wird hingegen deutlich aktuellere Hardware.

AnforderungMinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10, Version 2004 (64-Bit)Windows 11 24H2 (64-Bit)
GrafikeinheitModerne integrierte GrafikNvidia RTX 30er-Serie / AMD RX 6000er-Serie / Intel Arc
Grafik-APIDirectX 11DirectX 11
Architektur64-Bit-CPU zwingend64-Bit-CPU zwingend
Linux/SteamOSNur über inoffizielles lsfg-vk (Vulkan)Aktuelle SteamOS-/Mesa-Version

Wichtig: Es gibt keine offizielle Linux- oder SteamOS-Version von Lossless Scaling. Die im weiteren Verlauf dieser Anleitung beschriebene Steam-Deck-Einrichtung läuft über das von der Community entwickelte Projekt lsfg-vk, das die Windows-DLL-Aufrufe zu Vulkan übersetzt. Dafür ist zwingend der vorherige Kauf von Lossless Scaling auf Steam nötig – eine kostenlose, eigenständige Linux-Version existiert nicht.

Preis und Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Lossless Scaling wird ausschließlich über Steam vertrieben und einmalig gekauft – es gibt kein Abonnement und keine In-App-Käufe. Die folgenden Preise wurden direkt über die Steam-Store-API für die jeweilige Region abgefragt:

Live-Daten der Steam-Store-API, Stand 07. August 2026
AngabeWert
Steam-App-ID993090
Entwickler/PublisherTHS
Veröffentlichung28. Dezember 2018
Preis Deutschland6,89 €
Preis Österreich6,89 €
Preis SchweizCHF 7,75
Bewertungen gesamt16.199 (93 % positiv, “Sehr positiv”)

Die durchweg positive Bewertungslage über mehr als 16.000 Rezensionen hinweg ist für ein derart spezialisiertes Nischen-Tool bemerkenswert und spricht für eine aktive, zufriedene Nutzerbasis – gerade unter Handheld- und Sparbudget-PC-Besitzern in der DACH-Region, wo ältere oder schwächere Hardware häufiger im Einsatz ist als in wohlhabenderen High-End-Märkten.

Schritt 1 – Lossless Scaling auf Steam kaufen

Öffnen Sie die Steam-Clientanwendung oder den Store-Eintrag von Lossless Scaling im Browser und schließen Sie den Kauf für 6,89 Euro ab. Ein Steam-Konto ist zwingend erforderlich, da die Aktivierung sowohl unter Windows als auch über lsfg-vk auf Linux an den Steam-Kaufnachweis gekoppelt ist. Es existiert keine Trial-Version, allerdings deckt Steams reguläre Rückgaberichtlinie (14 Tage, unter 2 Stunden Spielzeit) auch diesen Kauf ab, sodass ein Test ohne finanzielles Risiko möglich ist.

Schritt 2 – Installation unter Windows

Nach dem Kauf erscheint Lossless Scaling in Ihrer Steam-Bibliothek wie jedes andere Spiel. Klicken Sie auf “Installieren” und warten Sie den Download ab – die Anwendung selbst ist mit wenigen hundert Megabyte sehr klein, deutlich kleiner als ein typisches Spiel. Nach Abschluss der Installation starten Sie die Anwendung direkt über die Steam-Bibliothek. Ein Neustart des Systems ist unter Windows in aller Regel nicht nötig.

Da Lossless Scaling systemnah auf Fensterinhalte und GPU-Ressourcen zugreift, fragen manche Antivirus-Programme oder der Windows Defender bei der ersten Ausführung nach zusätzlicher Berechtigung. Das ist normales Verhalten für Capture- und Overlay-Software dieser Art und kein Hinweis auf ein Sicherheitsproblem – bestätigen Sie die Ausführung, sofern Sie die Anwendung direkt über Steam bezogen haben.

Schritt 3 – Erste Einrichtung und Benutzeroberfläche

Die Oberfläche von Lossless Scaling gliedert sich im Kern in zwei Bereiche: die Auswahl des Skalierungsmodus und die Frame-Generierungs-Einstellungen. Beim ersten Start sollten Sie zunächst festlegen, welches Fenster überwacht werden soll – das Tool arbeitet global oder lässt sich pro Anwendung konfigurieren. Für den Einstieg empfiehlt sich der globale Modus mit einer Tastenkombination (Standard häufig eine Funktionstaste), über die Sie Skalierung und Frame-Generierung im laufenden Spiel ein- und ausschalten können, ohne das Spiel zu verlassen.

Wichtig für einen sauberen Start: Stellen Sie das Zielspiel auf Fenstermodus (Borderless) oder Fenster ohne Rahmen um, nicht auf exklusiven Vollbildmodus. Im exklusiven Vollbildmodus hat die Software keinen zuverlässigen Zugriff auf den Fensterinhalt, wodurch die Frame-Generierung schlicht nicht greift – einer der häufigsten Einrichtungsfehler, dazu später mehr im Abschnitt zu typischen Fehlern.

Schritt 4 – Den richtigen Skalierungsmodus wählen

Lossless Scaling bringt mehrere Skalierungsalgorithmen mit, die unabhängig von der Frame-Generierung genutzt werden können, etwa um ein Spiel intern in niedrigerer Auflösung laufen zu lassen und hochzuskalieren. Die folgende Übersicht ordnet die verfügbaren Modi nach Einsatzzweck ein:

ModusTypAm besten geeignet für
LS1Proprietär (Lossless-Scaling-eigen)Allzweck-Hochskalierung mit gutem Schärfe-Kompromiss
AMD FSRLizenzfrei, räumliches UpscalingBreite Hardware-Kompatibilität, auch ältere GPUs
Nvidia NISRäumliches UpscalingNvidia-Grafikkarten, alternative zu FSR
Anime4KKantenerkennung2D-/Anime-Stil-Grafik, Pixel-Art
Integer ScalingNearest NeighborRetro-/Pixel-Art-Spiele ohne Unschärfe
xBRKantenerkennungÄltere 2D-Titel und Emulation
Sharp BilinearBilinear + SchärfungPixel-Art mit weicheren Kanten
Bicubic CASBicubic + AMD-SchärfungAllgemeine Filmmaterial-ähnliche Inhalte

Für moderne 3D-Titel ist LS1 oder FSR der sinnvollste Einstieg. Für Retro-Spiele und Emulatoren – ein Themenfeld, das wir auf shattered.io regelmäßig behandeln, etwa in unserer RetroDECK-Anleitung – lohnt sich dagegen ein Blick auf Integer Scaling oder xBR, da diese den charakteristischen Pixel-Look erhalten, statt ihn wegzuglätten.

Schritt 5 – LSFG-Frame-Generierung aktivieren

Um die Frame-Generierung zu aktivieren, wechseln Sie im Lossless-Scaling-Fenster in den Reiter für Frame-Generation und schalten LSFG ein. Wählen Sie anschließend Ihr Zielspiel bzw. das aktive Fenster aus. Ab hier greift die in Schritt 4 beschriebene technische Logik: Lossless Scaling liest kontinuierlich das gerenderte Bild aus und fügt rechnerisch erzeugte Zwischenbilder ein, bevor das Gesamtbild an den Monitor ausgegeben wird.

Prüfen Sie vor der Aktivierung unbedingt die native Framerate des Spiels ohne Frame-Generierung – etwa über den Steam-FPS-Zähler oder ein Tool wie MSI Afterburner. Liegt diese dauerhaft unter 30 FPS, sollten Sie zunächst die Grafikeinstellungen des Spiels selbst reduzieren, bevor Sie LSFG aktivieren. Empfohlen wird eine stabile Basis-Framerate von mindestens 30, idealerweise 45 FPS, bevor Frame-Generierung ein spürbar besseres Ergebnis liefert.

Schritt 6 – Basis-Framerate und Multiplikator richtig einstellen

Der Multiplikator bestimmt, wie viele Zwischenbilder pro echtem Frame erzeugt werden – X2 verdoppelt die angezeigte Framerate, X3 verdreifacht sie und so weiter, bis theoretisch X20 in LSFG 3.0. In der Praxis sind für die allermeisten Anwendungsfälle X2 bis X4 sinnvoll; höhere Multiplikatoren erzeugen zunehmend sichtbare Artefakte, ohne das reale Eingabegefühl weiter zu verbessern.

Für den Einstieg – insbesondere auf dem Steam Deck oder vergleichbaren Handhelds – empfiehlt sich der X2-Modus, da er die geringste zusätzliche GPU-Last erzeugt und gleichzeitig den größten wahrnehmbaren Unterschied liefert. Auf leistungsstärkeren Desktop-Systemen mit separater GPU für die Frame-Generierung (siehe Dual-GPU-Modus in Schritt 8) sind auch X3 oder X4 praktikabel, etwa um ein Spiel von 60 auf 180 oder 240 Bilder pro Sekunde für einen sehr hochfrequenten Monitor zu bringen.

Schritt 7 – Performance Mode und erweiterte Optionen

Mit LSFG 3.1 kam der neue Performance Mode hinzu, der die GPU-Last der Frame-Generierung um bis zu die Hälfte senkt – auf Kosten einer leicht reduzierten Bildqualität der generierten Zwischenbilder. Für Handhelds mit begrenztem Akku und begrenzter Kühlleistung, etwa das Steam Deck OLED oder Windows-Handhelds wie den ROG Xbox Ally, ist diese Option in aller Regel die richtige Wahl. Auf einem Desktop-PC mit ausreichend Kühlkapazität und Netzteilreserve kann der Modus dagegen deaktiviert bleiben, um die bestmögliche Bildqualität zu erhalten.

Zusätzlich lässt sich die “Flow Scale” anpassen – ein Regler, der die interne Auflösung beeinflusst, mit der das Bewegungsschätzungsmodell arbeitet. Ein niedrigerer Wert (häufig um 50 Prozent) reduziert die GPU-Last der Frame-Generierung weiter, auf Kosten etwas ungenauerer Bewegungserkennung bei schnellen Kameraschwenks.

Schritt 8 – Dual-GPU-Modus für fortgeschrittene Nutzer

Besitzer eines Desktop-PCs mit zwei Grafikkarten – etwa einer leistungsstarken Haupt-GPU plus einer älteren, sonst ungenutzten Zweitkarte – können das Tool im Dual-GPU-Modus betreiben. Dabei rendert die erste GPU ausschließlich das eigentliche Spiel, während die zweite GPU vollständig für die LSFG-Berechnung reserviert ist. Der Vorteil: Die rechenintensive Frame-Generierung konkurriert nicht mehr um Ressourcen mit dem Spiel selbst, was insbesondere bei hohen Multiplikatoren (X3 und höher) spürbar bessere Ergebnisse liefert.

Konfiguriert wird der Dual-GPU-Modus direkt in den Lossless-Scaling-Einstellungen über die Auswahl der Ziel-GPU für die Frame-Generierung getrennt von der Render-GPU des Spiels. Voraussetzung ist, dass beide Grafikkarten im selben System aktiv und über den jeweiligen Treiber erkannt werden – bei gemischten Nvidia/AMD-Konfigurationen kann das im Einzelfall zusätzliche Treiberkonfiguration erfordern.

Schritt 9 – Windows-Handhelds einrichten (ROG Ally, Legion Go, MSI Claw)

Auf Windows-basierten Handhelds wie dem ASUS ROG Ally, dem Lenovo Legion Go oder dem MSI Claw läuft die Software als vollständig native Anwendung – ein zusätzlicher Übersetzungsschritt wie bei SteamOS ist hier nicht nötig. Die von der Community empfohlenen Einstellungen für diese Geräteklasse: Performance Mode aktiviert, Flow Scale auf rund 50 Prozent reduziert und eine Basis-Framerate von 30 bis 40 FPS vor Aktivierung des X2-Multiplikators.

Da diese Geräte im Akkubetrieb thermisch und energetisch stärker limitiert sind als ein Steam Deck mit größerem Kühlkörper, lohnt sich zusätzlich ein Blick in das jeweilige Hersteller-Performance-Tool, um die TDP-Grenze passend zur zusätzlichen LSFG-Last anzupassen. Wer zwischen den Handheld-Plattformen selbst noch unentschlossen ist, findet in unserem Vergleich ROG Xbox Ally vs. Steam Deck eine Einordnung, welches Gerät zu welchem Nutzungsprofil passt.

Schritt 10 – Decky Loader auf dem Steam Deck installieren

Für SteamOS-Geräte wie das Steam Deck existiert keine offizielle Lossless-Scaling-Version. Der etablierte Weg führt über das Community-Projekt lsfg-vk, das die Windows-DLL-Aufrufe zu Vulkan übersetzt – vorausgesetzt, Sie haben Lossless Scaling zuvor regulär auf Steam gekauft (Schritt 1). Der komfortabelste Einstieg dafür ist der Decky-Loader-Plugin-Store, den wir in unserer separaten Decky-Loader-Anleitung ausführlich behandeln.

Kurzfassung für diesen Workflow: Wechseln Sie am Steam Deck über die Power-Taste in den Desktop-Modus, öffnen Sie einen Browser und laden Sie den Decky-Loader-Installer von der offiziellen Seite decky.xyz herunter. Führen Sie die heruntergeladene Installationsdatei aus und starten Sie anschließend zurück in den Gaming-Modus. Decky Loader selbst liegt aktuell bei Version 3.2.6 und über 7.000 GitHub-Sternen – ein etabliertes, breit genutztes Plugin-System, kein experimentelles Nischenprojekt.

Schritt 11 – decky-lsfg-vk-Plugin installieren und konfigurieren

Mit installiertem Decky Loader öffnen Sie über das Schnellzugriffsmenü (das kleine Decky-Symbol) den integrierten Plugin-Store und suchen nach “lsfg-vk” bzw. “decky-lsfg-vk”. Das Plugin – Projekt von Entwickler xXJSONDeruloXx, aktuell 1.742 GitHub-Sterne, laut GitHub zuletzt am selben Tag wie diese Recherche aktualisiert – kapselt die komplette lsfg-vk-Einrichtung in einer grafischen Oberfläche direkt im Steam-Deck-Schnellmenü.

Sollte das Plugin nicht direkt im Store auftauchen, dokumentiert das offizielle GitHub-Repository alternativ eine manuelle Installation: Im Decky-Loader-Menü unter “Entwicklermodus” aktivieren, dann über den Reiter “Developer” die Option “Install Plugin from Zip” nutzen und die aktuelle Release-ZIP-Datei von der GitHub-Releases-Seite laden. Nach der Installation bietet das Plugin eine vereinheitlichte Konfigurationsoberfläche: FPS-Multiplikator (2x/3x/4x), Flow Scale, Performance Mode, HDR-Modus-Umschalter, experimentelle Funktionen sowie eine “Launch Option Clipboard”-Schaltfläche, die die nötige Steam-Startoption automatisch in die Zwischenablage kopiert.

Wichtig zu wissen: Die Decky-Plugin-Variante bietet eine globale Konfiguration, keine individuellen Profile pro Spiel. Wer unterschiedliche Einstellungen für unterschiedliche Titel benötigt, muss dafür auf die manuelle lsfg-vk-Installation im Linux-Desktop-Modus zurückgreifen, die in Schritt 12 beschrieben wird.

Schritt 12 – Manuelle lsfg-vk-Installation auf dem Linux-Desktop

Für Nutzer eines regulären Linux-Desktops – etwa mit einer Gaming-Distribution wie Bazzite – oder für alle, die auf dem Steam Deck echte Pro-Spiel-Profile statt der globalen Decky-Konfiguration benötigen, bietet sich der manuelle Weg über das lsfg-vk-Projekt direkt an. Das GitHub-Repository von PancakeTAS zählt aktuell 4.623 Sterne, steht unter der GPL-3.0-Lizenz und wird aktiv in zwei parallelen Zweigen gepflegt: einer stabilen Version v1.0.0 (veröffentlicht 30. Juli 2025) und einem aktiven Entwicklungszweig v2.0.0-dev, zuletzt aktualisiert am 28. Juni 2026, auf den die offizielle README aktuell für die Installation verweist.

Für den manuellen Build werden je nach Distribution unterschiedliche Qt6-Pakete benötigt, da die grafische Konfigurationsoberfläche lsfg-vk-ui auf Qt6/QML basiert. Die folgenden Befehle installieren die notwendigen Abhängigkeiten auf den drei gängigsten Linux-Familien:

# Debian/Ubuntu
sudo apt install qt6-qpa-plugins libqt6quick6 qml6-module-qtquick qml6-module-qtquick-controls qml6-module-qtquick-layouts qml6-module-qtquick-window qml6-module-qtqml-workerscript
# Arch Linux / SteamOS (Desktop-Modus)
sudo pacman -S qt6-declarative qt6-base
# Fedora
sudo dnf install qt6-qtdeclarative qt6-qtbase

Nach der Installation der Abhängigkeiten folgen Sie den Build-Anweisungen aus der offiziellen README des lsfg-vk-Repositorys auf GitHub, die je nach aktuellem Entwicklungsstand leicht variieren können – prüfen Sie vor dem Build stets die dort dokumentierte, aktuelle Vorgehensweise, statt sich auf veraltete Drittanleitungen zu verlassen. Ein zentraler Hinweis direkt aus der Projekt-README: lsfg-vk ist ausdrücklich keine eigenständige Neuimplementierung von Lossless Scaling, sondern ein Vulkan-Layer, der die echte Windows-DLL übersetzt. Ohne den vorherigen Steam-Kauf aus Schritt 1 funktioniert auch die Linux-Variante nicht.

Profile und Konfigurationsdatei im Detail

Der manuelle lsfg-vk-Build speichert seine Konfiguration in der Datei ~/.config/lsfg-vk/conf.toml im TOML-Format. Die Datei gliedert sich in einen globalen Abschnitt sowie beliebig viele Profil-Abschnitte, die jeweils über ein Array von ausführbaren Programmnamen (“active_in”) einem bestimmten Spiel zugeordnet werden. Ein typisches Konfigurationsbeispiel:

[global]
dll = "/pfad/zu/Lossless Scaling/Lossless.dll"

[[profile]]
active_in = ["cyberpunk2077.exe"]
multiplier = 2
flow_scale = 0.8
performance_mode = false

[[profile]]
active_in = ["ElderRing.exe", "start_protected_game.exe"]
multiplier = 2
flow_scale = 0.5
performance_mode = true

Diese pro-Spiel-Granularität ist der Hauptunterschied zur Decky-Plugin-Variante aus Schritt 11: Während das Decky-Plugin eine einzige globale Konfiguration für alle Spiele nutzt, erlauben echte TOML-Profile unterschiedliche Multiplikatoren, Flow-Scale-Werte und Performance-Mode-Einstellungen für jeden einzelnen Titel – etwa einen niedrigen, qualitätsorientierten Wert für ein grafisch aufwendiges Singleplayer-Spiel und einen aggressiveren Performance-Mode-Wert für ein leichtes Indie-Spiel.

Beispielausgabe: So sieht ein erfolgreicher Test aus

Nach abgeschlossener Installation bringt lsfg-vk zwei Kommandozeilenwerkzeuge mit, mit denen sich die Einrichtung ohne Umweg über ein echtes Spiel überprüfen lässt: lsfg-vk-cli validate prüft, ob die Konfigurationsdatei korrekt eingelesen und der Vulkan-Layer sauber geladen wird, während lsfg-vk-cli benchmark einen synthetischen Leistungstest der Frame-Generierung durchführt.

lsfg-vk-cli validate
lsfg-vk-cli benchmark

Eine erfolgreiche Validierung sieht in etwa so aus (beispielhafte, illustrative Ausgabe zur Orientierung – die exakte Formatierung kann sich je nach lsfg-vk-Version unterscheiden):

[lsfg-vk] Konfigurationsdatei gefunden: ~/.config/lsfg-vk/conf.toml
[lsfg-vk] Vulkan-Layer erfolgreich geladen (VK_LAYER_LS_frame_generation)
[lsfg-vk] Lossless.dll gefunden und kompatibel
[lsfg-vk] 2 Profile geladen
[lsfg-vk] Status: BEREIT

Erscheint stattdessen eine Fehlermeldung zum DLL-Pfad oder zum Vulkan-Layer, springen Sie direkt zum Abschnitt Fehlerbehebung weiter unten in diesem Artikel – die dort gelisteten Ursachen decken die überwiegende Mehrheit dieser Fälle ab.

Komplettes Setup-Beispiel: Von der Installation zur doppelten Framerate

Um den gesamten Ablauf einmal end-to-end zusammenzufassen, hier ein vollständiges, realistisches Beispielprojekt für ein Steam Deck OLED mit einem grafisch anspruchsvollen Open-World-Titel:

  • Lossless Scaling für 6,89 € auf Steam gekauft und installiert (Schritte 1–2).
  • Im Steam-Deck-Desktop-Modus Decky Loader über decky.xyz installiert (Schritt 10).
  • Zurück im Gaming-Modus über den Decky-Plugin-Store nach “lsfg-vk” gesucht und decky-lsfg-vk installiert (Schritt 11).
  • Im Zielspiel die Grafikeinstellungen so reduziert, dass eine stabile native Framerate von rund 40 FPS erreicht wird.
  • Anzeigemodus des Spiels von “Exklusiver Vollbildmodus” auf “Fenster ohne Rahmen” umgestellt.
  • Im Decky-lsfg-vk-Schnellmenü: Multiplikator auf 2x, Performance Mode aktiviert, Flow Scale auf 50 Prozent reduziert.
  • Über die “Launch Option Clipboard”-Funktion die nötige Steam-Startoption kopiert und in die Spiel-Eigenschaften eingefügt.
  • Spiel neu gestartet: Aus 40 nativen FPS werden durch den X2-Multiplikator rund 80 angezeigte Bilder pro Sekunde, bei spürbar flüssigerem Bild auf dem 90-Hz-OLED-Panel.

Dieses Beispiel orientiert sich an real dokumentierten Ergebnissen: Das Fachportal XDA Developers maß in eigenen Tests etwa bei Cyberpunk 2077 einen Anstieg auf über 80 FPS durch die Kombination aus LS1-Skalierung und LSFG 2.3, bei Hogwarts Legacy einen Sprung von nativ rund 34 FPS auf etwa 62 FPS. Unabhängig davon bestätigte auch notebookcheck.net in eigenen Messungen an älteren Handheld-Generationen einen Leistungsgewinn von bis zu Faktor 3 – allerdings ausdrücklich mit dem Zusatz “but there’s a catch”, also mit Einschränkungen, auf die im nächsten Abschnitt eingegangen wird.

Praxisbeispiele: Reale FPS-Messungen aus unabhängigen Tests

Marketingversprechen wie “doppelte Framerate” sollten grundsätzlich mit unabhängigen Messungen abgeglichen werden – gerade bei einer Technik, die so stark vom jeweiligen Spiel und System abhängt. Das Fachportal XDA Developers hat dazu eine ganze Reihe von Titeln direkt auf dem Steam Deck getestet und konkrete Zahlen veröffentlicht, statt nur pauschal von “mehr FPS” zu sprechen: Cyberpunk 2077 stieg durch die Kombination aus LS1-Skalierung und LSFG 2.3 auf über 80 Bilder pro Sekunde, Hogwarts Legacy kletterte von nativ rund 34 FPS auf etwa 62 FPS. Beide Werte stammen aus direkter Messung, nicht aus Herstellerangaben.

Unabhängig davon bestätigte auch das Hardware-Testportal notebookcheck.net in eigenen Messreihen am Steam Deck OLED einen Zugewinn von bis zum Doppelten der ursprünglichen Framerate, während eine zweite, separate Testreihe des gleichen Portals an älteren Handheld-Generationen sogar einen Faktor von bis zu 3 auswies. Beide Redaktionen betonen jedoch übereinstimmend, dass die Ergebnisse stark schwanken – ein Wert, der sich nicht pauschal auf jedes Spiel übertragen lässt, sondern für jeden Titel individuell getestet werden sollte, wie es auch der Abschnitt zu typischen Fehlern in dieser Anleitung empfiehlt.

Ein Kompatibilitätshinweis von XDA Developers ist dabei besonders relevant für die Praxis: Frame-Generierung funktioniert ausschließlich im Fenstermodus (Borderless/Fullscreen Windowed), niemals im exklusiven Vollbildmodus – exakt der Punkt, der in Schritt 3 dieser Anleitung als Voraussetzung genannt wird. Wer diesen Schritt überspringt, wird unabhängig von allen übrigen Einstellungen keinerlei Wirkung feststellen, was in der Praxis der mit Abstand häufigste Grund für “Lossless Scaling tut nichts”-Supportanfragen ist.

Community, Entwicklungstempo und langfristige Unterstützung

Ein wichtiges Kriterium bei jedem Community-Tool, das auf inoffizielle Reverse-Engineering-Arbeit angewiesen ist: Wie aktiv wird es tatsächlich gepflegt? Bei lsfg-vk und decky-lsfg-vk fällt die Antwort ungewöhnlich positiv aus. Das decky-lsfg-vk-Repository wurde laut GitHub-API am selben Tag aktualisiert, an dem die Daten für diesen Artikel erhoben wurden – ein Update-Tempo, das bei den meisten Homebrew-Projekten dieser Größenordnung unüblich hoch ist. Auch das zugrundeliegende lsfg-vk-Projekt pflegt parallel zwei aktive Zweige, was zeigt, dass sowohl an Stabilität (v1.0.0) als auch an neuen Funktionen (v2.0.0-dev) gleichzeitig gearbeitet wird, statt eines der beiden Ziele zu vernachlässigen.

Auch das Trägersystem für die komfortable Steam-Deck-Installation ist alles andere als ein Ein-Personen-Projekt: Decky Loader zählt über 7.000 GitHub-Sterne und ist inzwischen die de-facto-Standard-Plugin-Plattform für das Steam Deck, auf der neben diesem Tool Dutzende weiterer Erweiterungen aufbauen. Der offizielle Installer wird ausschließlich über decky.xyz vertrieben – merken Sie sich diese Domain, da im Umfeld beliebter Homebrew-Tools regelmäßig optisch ähnliche, aber inoffizielle Domains auftauchen (siehe Sicherheitsabschnitt oben).

Open-Source-Komponenten im Überblick

Anders als die kommerzielle Windows-Anwendung selbst sind die für die Linux-Nutzung nötigen Zusatzprojekte vollständig quelloffen und lassen sich jederzeit auf GitHub einsehen und live nachprüfen:

GitHub-Live-Daten, Stand 07. August 2026
ProjektGitHub-SterneLizenzStatus
lsfg-vk (PancakeTAS)4.623GPL-3.0Stabil v1.0.0 + aktiver Dev-Zweig v2.0.0-dev
decky-lsfg-vk (xXJSONDeruloXx)1.742NOASSERTIONSehr aktiv, gleichentags aktualisiert
Decky Loader (SteamDeckHomebrew)7.097v3.2.6, etabliertes Basissystem

Wer die Aktualität dieser Projekte selbst automatisiert im Blick behalten möchte, kann sich mit wenigen Zeilen Node.js die jeweils neueste Release-Version direkt über die öffentliche GitHub-API abfragen, statt sich auf möglicherweise veraltete Anleitungen zu verlassen:

const https = require("https");

function neuesteVersion(repo) {
  const options = {
    hostname: "api.github.com",
    path: `/repos/${repo}/releases/latest`,
    headers: { "User-Agent": "lossless-scaling-check" }
  };
  https.get(options, (res) => {
    let data = "";
    res.on("data", (chunk) => (data += chunk));
    res.on("end", () => {
      const json = JSON.parse(data);
      console.log(`${repo}: ${json.tag_name} (${json.published_at})`);
    });
  });
}

neuesteVersion("PancakeTAS/lsfg-vk");
neuesteVersion("xXJSONDeruloXx/decky-lsfg-vk");
neuesteVersion("SteamDeckHomebrew/decky-loader");

Sicherheit und Anti-Cheat: Was Sie wissen müssen

Als sicherheitsorientiertes Portal weisen wir an dieser Stelle bewusst auf einen Punkt hin, der in vielen Kurzanleitungen zu kurz kommt: Die Software greift technisch auf ähnliche Weise in laufende Prozesse ein wie Overlay-Software oder manche Cheat-Tools – es liest Fensterinhalte aus und injiziert Bildinhalte. Auf der offiziellen Steam-Produktseite hält der Entwickler ausdrücklich fest, dass Community-Berichte zwar auf eine generelle Kompatibilität mit gängigen Anti-Cheat-Systemen hindeuten, dass dafür jedoch keine formale Garantie übernommen wird.

Für Mehrspieler-Titel mit aktivem Kernel-Level-Anti-Cheat – etwa Systeme wie Riot Vanguard, das wir in unserem Artikel zu Vanguard und seinen Kompatibilitätsproblemen bereits eingeordnet haben – bedeutet das ein reales, wenn auch nicht formal belegtes Risiko einer Fehlklassifizierung durch das Anti-Cheat-System. Nutzen Sie Lossless Scaling bei kompetitiven Online-Titeln daher nur, nachdem Sie sich in offiziellen Foren oder der Community-Dokumentation des jeweiligen Spiels über den aktuellen Kompatibilitätsstatus informiert haben – und keinesfalls automatisch, nur weil es bei einem anderen Spiel problemlos funktioniert hat.

Ein zweiter Sicherheitshinweis betrifft die Bezugsquelle der Linux-Komponenten: Laden Sie lsfg-vk und decky-lsfg-vk ausschließlich über die offiziellen GitHub-Repositorys beziehungsweise den offiziellen Decky-Plugin-Store. In diesem thematischen Umfeld sind in der Vergangenheit wiederholt Domains aufgetaucht, die bekannte Open-Source-Tools optisch nachahmen, um Nutzer auf manipulierte Downloads zu leiten – ein Muster, das wir auch bei anderen Emulations- und Gaming-Tools schon dokumentiert haben. Prüfen Sie bei jedem Download den exakten Repository-Pfad (github.com/PancakeTAS/lsfg-vk bzw. github.com/xXJSONDeruloXx/decky-lsfg-vk) statt einer Suchmaschinen-Trefferliste blind zu vertrauen.

Datenschutz bei Lossless Scaling

Die eigentliche Frame-Generierung findet vollständig lokal auf Ihrer Grafikkarte statt – das Verfahren ist auf Echtzeitfähigkeit angewiesen und daher technisch gar nicht für eine Cloud-Verarbeitung ausgelegt. Ein Steam-Konto ist wie bei jedem Steam-Titel für Kauf und Lizenzprüfung erforderlich; darüberhinausgehende, offiziell dokumentierte Datensammlung speziell durch die Anwendung selbst ist uns nicht bekannt. Halten Sie sich dennoch an die übliche Sorgfalt: Erteilen Sie Overlay- und Bildschirmzugriffs-Berechtigungen nur Anwendungen, die Sie – wie in dieser Anleitung beschrieben – direkt aus einer vertrauenswürdigen Quelle bezogen haben.

Für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist zusätzlich relevant, dass der Kaufvorgang selbst vollständig über Steams eigene, in der EU etablierte Zahlungsabwicklung läuft – es sind keine zusätzlichen Drittanbieter-Zahlungsdienste oder Kontoverknüpfungen außerhalb des Steam-Ökosystems nötig. Wer grundsätzlich Bedenken gegenüber Overlay-Software hat, kann die Berechtigung zur Bildschirmaufnahme in den Windows-Datenschutzeinstellungen jederzeit granular pro Anwendung einsehen und bei Bedarf widerrufen, ohne die Installation selbst rückgängig machen zu müssen.

Die häufigsten Fehler beim Einrichten

Aus der Praxis zeigen sich beim Einrichten von Lossless Scaling und lsfg-vk immer wieder dieselben vermeidbaren Stolperfallen:

  • Exklusiver Vollbildmodus statt Fenstermodus: Läuft das Zielspiel im exklusiven Vollbildmodus, kann die Software den Fensterinhalt nicht zuverlässig erfassen. Immer auf “Fenster ohne Rahmen” oder Borderless umstellen.
  • Zu niedrige Basis-Framerate: Wer Frame-Generierung bei nativen 15 bis 20 FPS aktiviert, verschlechtert häufig sowohl Bildschärfe als auch Eingabegefühl, statt eine Verbesserung zu erzielen. Mindestens 30, besser 45 FPS als Ausgangsbasis anstreben.
  • Verwechslung von stabilem und experimentellem lsfg-vk-Zweig: Wer veralteten Drittanleitungen folgt, installiert mitunter versehentlich die alte stabile v1.0.0-Version, obwohl die offizielle README inzwischen den aktiven v2.0.0-dev-Zweig referenziert. Immer die aktuelle README direkt im Repository prüfen.
  • Fehlende Qt6-Abhängigkeiten beim manuellen Build: Ohne die in Schritt 12 gelisteten Qt6-Pakete bricht der Build der grafischen lsfg-vk-ui häufig mit einer unklaren Fehlermeldung ab, die viele fälschlich als lsfg-vk-Bug interpretieren.
  • Fehlender Steam-Kauf vor der Linux-Einrichtung: lsfg-vk und decky-lsfg-vk sind Übersetzungsschichten, keine eigenständigen Neuimplementierungen. Ohne den vorherigen Kauf von Lossless Scaling auf Steam funktioniert keine der beiden Linux-Varianten.
  • Falsche Installationsmethode für das Decky-Plugin: Wer davon ausgeht, das Plugin sei ausschließlich über den Store verfügbar, findet es dort mitunter nicht sofort – die offizielle README dokumentiert zusätzlich den manuellen ZIP-Weg über den Decky-Entwicklermodus.
  • Blindes Vertrauen in Anti-Cheat-Kompatibilität: Community-Berichte sind keine offizielle Freigabe. Vor dem Einsatz in kompetitiven Online-Titeln immer den aktuellen Stand in offiziellen Kanälen prüfen.

Fehlerbehebung: Lösungen für die häufigsten Probleme

Sollte Lossless Scaling nach der Einrichtung nicht wie erwartet funktionieren, helfen die folgenden Lösungsansätze bei den am häufigsten gemeldeten Problemen:

  • Frame-Generierung zeigt keinerlei Wirkung: Prüfen Sie zuerst den Anzeigemodus des Spiels (muss Fenster/Borderless sein) und ob das korrekte Zielfenster in Lossless Scaling ausgewählt ist.
  • Sichtbares Ghosting oder Ränder-Artefakte: Reduzieren Sie den Multiplikator (z. B. von X4 auf X2) oder aktualisieren Sie auf die aktuellste LSFG-Version, die laut Changelog gezielt an dieser Bildqualitätsschwäche gearbeitet hat.
  • Framerate sinkt statt zu steigen: Ein real dokumentierter Fall, kein Einzelfall: Bei Tests von XDA Developers fiel Deep Rock Galactic: Survivor durch Lossless Scaling von 70–80 FPS auf 58–60 FPS. Nicht jedes Spiel profitiert – bei spürbarer Verschlechterung Frame-Generierung für diesen Titel deaktivieren, statt an den Reglern weiterzujustieren.
  • Schwarzer Bildschirm oder Absturz nach Aktivierung von lsfg-vk: Führen Sie lsfg-vk-cli validate aus, um zu prüfen, ob der DLL-Pfad in der conf.toml korrekt auf Ihre Steam-Installation zeigt.
  • Decky-Plugin erscheint nach der Installation nicht im Schnellmenü: Decky Loader im Desktop-Modus neu starten; hilft das nicht, das Plugin über den manuellen ZIP-Weg neu installieren.
  • Build-Fehler beim manuellen lsfg-vk-Kompilieren: In den allermeisten Fällen fehlen die distributionsspezifischen Qt6-Pakete aus Schritt 12 – Fehlermeldung genau auf den fehlenden Paketnamen prüfen.
  • Falsche oder fehlerhafte TOML-Syntax in conf.toml: TOML reagiert empfindlich auf fehlende Anführungszeichen bei Zeichenketten und falsch gesetzte eckige Klammern bei [[profile]]-Blöcken. Datei mit einem TOML-Validator prüfen, bevor Sie weitersuchen.
  • Anti-Cheat meldet verdächtige Aktivität oder sperrt den Account: Sofort Lossless Scaling für den betroffenen Titel deaktivieren und den offiziellen Support-Kanal des Spiels kontaktieren – siehe auch den Sicherheitsabschnitt weiter oben.
  • Dual-GPU-Modus erkennt die zweite Grafikkarte nicht: Prüfen Sie, ob beide GPUs im Betriebssystem als aktiv gelistet sind (Geräte-Manager unter Windows) und ob aktuelle Treiber für beide Karten installiert sind.
  • HDR-Modus verursacht Farbverfälschungen: HDR-Unterstützung ist eine vergleichsweise neue Funktion; bei Problemen HDR sowohl im Spiel als auch im Tool deaktivieren und separat wieder zuschalten, um die Fehlerquelle einzugrenzen.

Erweiterte Tipps für Fortgeschrittene

Wer die Grundeinrichtung bereits beherrscht, kann mit einigen zusätzlichen Kniffen weitere Verbesserungen herausholen. Nutzen Sie pro-Spiel-Profile über die manuelle lsfg-vk-Konfiguration (Schritt 12) konsequent, statt sich auf eine einzige globale Einstellung zu verlassen – ein kompetitives Shooter-Profil mit niedrigem Multiplikator und deaktiviertem Performance Mode für maximale Bildqualität unterscheidet sich stark von einem Profil für ein grafisch forderndes Singleplayer-Rollenspiel.

Kombinieren Sie Lossless Scaling gezielt mit anderen Optimierungswerkzeugen aus dem Steam-Deck-Ökosystem: MangoHud zur Live-Anzeige von Framerate und Frametime-Konsistenz direkt im Spiel, sowie die per-Spiel-TDP- und GPU-Takt-Regler im Schnellzugriffsmenü, um die durch LSFG zusätzlich benötigte Rechenleistung gezielt freizugeben, ohne Akkulaufzeit unnötig zu opfern. Wer zusätzlich mit Wine-basierten Windows-Programmen unter Linux arbeitet, findet ergänzende Grundlagen dazu in unserer Anleitung zu Winlator, das nach einem technisch verwandten Prinzip Windows-Software unter einer fremden Laufzeitumgebung ausführt.

Ein weiterer fortgeschrittener Kniff betrifft die Reihenfolge der Aktivierung: Starten Sie das Zielspiel zunächst ganz ohne Lossless Scaling, prüfen Sie die native Framerate über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Minuten in einer repräsentativen Spielsituation (nicht nur im Hauptmenü, wo die Last meist künstlich niedrig ist), und aktivieren Sie Skalierung und Frame-Generierung erst danach schrittweise – zuerst den Skalierungsmodus, dann separat die Frame-Generierung. So lässt sich bei Problemen genau eingrenzen, welche der beiden Funktionen die Ursache ist, statt beide gleichzeitig zuzuschalten und im Fehlerfall raten zu müssen.

Für Besitzer sehr hochfrequenter Monitore (240 Hz und mehr) lohnt sich ein Test des X3- oder X4-Modus in Kombination mit dem Dual-GPU-Setup aus Schritt 8 – so bleibt die volle Rechenleistung der Haupt-GPU exklusiv dem eigentlichen Spiel vorbehalten, während die Zweitkarte unabhängig die zusätzlichen Bilder generiert.

Lossless Scaling im Vergleich zu Alternativen

Lossless Scaling steht nicht allein auf weiter Flur. Nvidias DLSS Frame Generation und AMDs FSR Frame Generation liefern bei Spielen, die sie offiziell unterstützen, in aller Regel eine höhere Bildqualität, da sie auf spielinterne Bewegungsvektoren und Tiefendaten zugreifen können. Der entscheidende Unterschied bleibt jedoch die Reichweite: DLSS und FSR benötigen aktive Entwickler-Integration pro Spiel, während Lossless Scaling fensterbasiert und damit universell einsetzbar ist – auch bei einem zehn Jahre alten Indie-Titel, einem Emulator oder einer Nischen-Simulation, für die es niemals eine offizielle Frame-Generation-Implementierung geben wird.

Wer sich generell für die Unterschiede zwischen herstellereigenen Upscaling-Technologien interessiert, findet dazu eine ausführlichere technische Einordnung in unserem Artikel zu Steam Machine vs. Steam Deck, wo wir die zugrundeliegende Hardware-Philosophie beider Ansätze vergleichen. Für den praktischen DACH-Alltag lässt sich der Unterschied so zusammenfassen: DLSS/FSR zuerst nutzen, wenn ein Spiel sie nativ unterstützt – Lossless Scaling gezielt für alles andere.

Häufig gestellte Fragen

Ist Lossless Scaling kostenlos?
Nein. Die Anwendung kostet auf Steam einmalig 6,89 Euro in Deutschland und Österreich beziehungsweise CHF 7,75 in der Schweiz. Es handelt sich um einen einmaligen Kauf ohne Abonnement.

Funktioniert Lossless Scaling auf dem Steam Deck?
Nicht offiziell, aber über das Community-Projekt lsfg-vk, das entweder per Decky-Loader-Plugin oder manuell im Desktop-Modus eingerichtet wird. Ein vorheriger Kauf der Windows-Version auf Steam ist dafür zwingend erforderlich.

Ist Lossless Scaling besser als DLSS oder FSR Frame Generation?
Nicht grundsätzlich besser, sondern anders einsetzbar. DLSS/FSR liefern bei offiziell unterstützten Spielen meist die höhere Bildqualität, weil sie auf spielinterne Daten zugreifen. Das Tool funktioniert dafür praktisch in jedem Spiel oder Fenster, unabhängig von offizieller Unterstützung.

Kann die Nutzung von Lossless Scaling zu einer Anti-Cheat-Sperre führen?
Ein theoretisches Risiko besteht. Der Entwickler selbst gibt auf der Steam-Seite an, dass Community-Berichte zwar auf allgemeine Kompatibilität hindeuten, jedoch keine formale Garantie besteht. Bei kompetitiven Online-Titeln mit Kernel-Level-Anti-Cheat vor Nutzung den aktuellen Community-Stand prüfen.

Wie hoch sollte meine native Framerate mindestens sein, bevor ich Frame-Generierung aktiviere?
Empfohlen werden mindestens 30 FPS, idealerweise 45 FPS als stabile Basis. Bei niedrigeren Werten verschlechtert Frame-Generierung häufig sowohl Bild als auch Eingabegefühl, statt sie zu verbessern.

Was ist der Unterschied zwischen dem Decky-Plugin und der manuellen lsfg-vk-Installation?
Das Decky-Plugin bietet eine einzige globale Konfiguration für alle Spiele und ist einfacher einzurichten. Die manuelle Installation im Linux-Desktop-Modus erlaubt dagegen echte Profile pro Spiel über die Datei conf.toml, erfordert dafür aber den Build der Software inklusive Qt6-Abhängigkeiten.

Funktioniert Lossless Scaling auch mit Emulatoren?
Ja, grundsätzlich mit jedem Fensterinhalt, also auch mit Emulatoren wie den in unseren Anleitungen zu RetroDECK beschriebenen Systemen. Für Pixel-Art-lastige Retro-Titel empfiehlt sich dabei eher Integer Scaling oder xBR als die Standard-Skalierungsmodi.

Verschlechtert Lossless Scaling manchmal tatsächlich die Framerate?
In Einzelfällen ja. Unabhängige Tests von XDA Developers dokumentierten bei Deep Rock Galactic: Survivor einen Rückgang von 70–80 FPS auf 58–60 FPS. Die Ergebnisse hängen stark vom jeweiligen Spiel ab und sollten pro Titel individuell getestet werden.

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