Auf der IFA 2026 in Berlin hat Acer mit dem Predator XB253Q U1 einen Monitor gezeigt, der eine native Bildwiederholrate von 1.000 Hz erreicht. Full HD, 24,5 Zoll, ab 1.099 Euro. Auf den ersten Blick eine Sensation. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber: Acer kommt spät. LG hatte bereits im Mai einen 1.000-Hz-Monitor angekündigt, Samsung zog zur gamescom Ende August mit 1.100 Hz nach. Was auf den ersten Blick wie ein einzelner Hardware-Coup aussieht, ist in Wirklichkeit der bisher schärfste Ausbruch eines Wettrüstens, das die gesamte Gaming-Monitor-Branche seit Monaten in Atem hält.

Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Frage relevant: Lohnt sich der Griff zu einem der neuen Highend-Displays, oder handelt es sich um Marketing-Zahlen, die im Alltag kaum einen Unterschied machen? Dieser Text ordnet die Ankündigungen von Acer, LG, Samsung und Alienware ein, zeigt die technischen Grenzen auf und wagt eine Prognose, wohin der Wettlauf um die Bildwiederholrate als Nächstes führt.

Der Predator XB253Q U1: Acers erster echter 1.000-Hz-Monitor

Der Predator XB253Q U1 ist laut Acer der erste Monitor der eigenen Marke, der nativ 1.000 Hz erreicht, also ohne Trick-Overclocking oder Auflösungsreduktion. Das Panel misst 24,5 Zoll in der Diagonale und arbeitet mit IPS-Technologie bei einer festen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Acer positioniert das Gerät klar für den eSports-Bereich: schnelle Shooter wie Counter-Strike 2 oder Valorant profitieren am ehesten von extrem hohen Bildraten, weil dort jede Millisekunde Reaktionszeit zählt. Auf der Fachmesse in Berlin, die vom 4. bis 8. September läuft, war der Monitor eines von acht neuen Display-Modellen, mit denen Acer sein Portfolio in Richtung Gaming-Hardware und Kreativarbeit erweitert.

Bemerkenswert ist, dass Acer den Vorstoß nicht allein mit der reinen Zahl bewirbt. Der Hersteller betont eine sogenannte Circular-Polarizer-Technologie, die das vom Panel abgestrahlte Licht zirkular statt linear polarisiert. Das soll Reflexionen mindern und die Augen bei langen Sessions schonen, weil das Licht dem natürlichen Umgebungslicht ähnlicher wird. Diese Zusatzfunktion unterscheidet den Predator XB253Q U1 von der direkten Konkurrenz aus Südkorea, wie Borncity berichtete.

Technische Daten im Detail: IPS-Panel mit ungewöhnlichen Extras

Neben der Bildwiederholrate nennt Acer eine Reaktionszeit von 0,3 Millisekunden in Verbindung mit dem hauseigenen VRB-Pro-Modus, einer Form des Backlight-Strobings. Der Kontrast liegt laut Datenblatt bei 100.000.000:1 mit aktivierter ACM-Funktion, die Helligkeit bei 400 Nits im Normalbetrieb und bis zu 450 Nits im HDR400-Modus. Beim Farbraum gibt Acer 90 Prozent DCI-P3 und 99 Prozent sRGB an, dargestellt werden 1,07 Milliarden Farben über 8 Bit plus Frame Rate Control.

Bei den Anschlüssen setzt Acer auf zwei HDMI-2.1-Ports und einen DisplayPort 2.1. Der Monitor unterstützt sowohl AMD FreeSync Premium als auch Nvidia G-Sync Compatible, womit er grundsätzlich mit Grafikkarten beider Hersteller zusammenarbeitet. Die Ergonomie fällt für ein eSports-Gerät großzügig aus: Neigung von minus 5 bis 25 Grad, Drehung um plus/minus 20 Grad, Höhenverstellung um 150 Millimeter und ein Pivot-Modus um 90 Grad. Diese Eckdaten hat ComputerBase unter Berufung auf Herstellerangaben unter NDA veröffentlicht, nachdem Acer die Sperrfrist für den frühestmöglichen Zeitpunkt freigegeben hatte.

Preis und Marktstart: 1.099 Euro ab dem ersten Quartal 2027

Der Predator XB253Q U1 soll laut Acer ab dem ersten Quartal 2027 in den Handel kommen, zu einem Preis von 1.099 US-Dollar beziehungsweise 1.099 Euro. Wer im September 2026 auf der IFA einen Blick auf das Gerät werfen konnte, muss also noch mehrere Monate auf die Auslieferung warten. Damit reiht sich der Monitor in eine Preisspanne ein, die sich für die aktuelle 1.000-Hz-Klasse als eine Art Faustregel etabliert: rund ein Euro pro Hertz Bildwiederholrate. Zum Vergleich: LGs Pendant kostet 999 Euro, verzichtet dafür aber auf die Polarisationstechnik von Acer.

Für den deutschen Markt bedeutet das: Ein Einstieg in die 1.000-Hz-Klasse kostet aktuell mehr als das Doppelte eines guten 240-Hz-OLED-Monitors, der inzwischen für 400 bis 500 Euro erhältlich ist. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt stark vom eigenen Anspruch ab, dazu später mehr im Abschnitt zu den technischen Grenzen.

Zu spät dran? LG brachte den ersten 1.000-Hz-Monitor schon im Mai

Wer die Berichterstattung der vergangenen Monate verfolgt hat, wird bei Acers Ankündigung nicht überrascht sein. LG stellte den UltraGear 25G590B bereits am 19. Mai 2026 vor und bewarb ihn explizit als weltweit ersten Full-HD-Monitor mit nativer 1.000-Hz-Bildwiederholrate. Das Panel misst 24,5 bis 25 Zoll, arbeitet ebenfalls mit IPS-Technologie und lässt sich in einigen Tests sogar auf 1.100 Hz übertakten. Die Reaktionszeit gibt LG mit 1 Millisekunde GtG an, unterstützt werden ebenfalls FreeSync Premium und G-Sync Compatible.

Der Preis liegt bei rund 999 US-Dollar beziehungsweise 999 Euro. Vorbestellungen liefen laut Berichten seit Ende Juli 2026 in den USA und in Europa, erste Geräte sollten in den USA ab dem 1. September 2026 ausgeliefert werden. Wichtig für Interessenten: LG selbst weist darauf hin, dass die vollen 1.000 Hz nur mit Windows 11, einer Nvidia-RTX-50-Grafikkarte oder einer AMD-Radeon-RX-9070/9060/7900-Serie sowie einem zertifizierten DisplayPort-2.1-UHBR20-Kabel erreicht werden. Wer ein älteres System besitzt, bekommt vom Panel technisch weniger geboten, als die Verpackung verspricht.

Samsungs Antwort: 1.100 Hz beim Odyssey G6 – aber nur in HD-Auflösung

Noch vor Acer hat Samsung nachgelegt. Auf der gamescom in Köln stellte der Konzern am 27. August 2026 die finale Spezifikation des Odyssey G6 vor, intern als Modell G60H geführt. Der 27-Zoll-Monitor nutzt ein schnelles IPS-Panel mit nativer QHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und erreicht in diesem Modus maximal 600 Hz. Schaltet man die Auflösung im sogenannten Dual Mode auf HD, also 1.280 x 720 Pixel herunter, klettert die Bildwiederholrate auf 1.100 Hz, laut Samsung ein Weltrekord. Die Reaktionszeit liegt bei 1 Millisekunde, unterstützt werden HDR10 und HDR10+ sowie FreeSync Premium und G-Sync, wie Samsung im offiziellen Newsroom mitteilte.

Einen Preis hat Samsung bislang nicht genannt, der weltweite Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Auffällig an der Marketing-Strategie: Die Zahl 1.100 Hz wird nur erreicht, wenn Nutzer auf ein Viertel der QHD-Pixelmenge verzichten. Tom’s Hardware wies in seiner Analyse darauf hin, dass der eigentlich interessante Wert für die meisten Käufer eher die 600 Hz bei voller QHD-Auflösung sein dürften, weil kaum jemand freiwillig auf 720p zurückschaltet, nur um eine größere Zahl auf der Verpackung zu haben.

Direktvergleich: Die neue Generation der Highend-Gaming-Monitore

Um die Positionierung der vier wichtigsten Neuvorstellungen aus dem Spätsommer 2026 einzuordnen, lohnt sich der direkte Vergleich der Kerndaten. Die folgende Tabelle fasst die öffentlich bestätigten Werte zusammen:

ModellHerstellerPanel / GrößeMaximale BildwiederholrateReaktionszeitPreisMarktstart
Predator XB253Q U1AcerIPS, 24,5 Zoll, FHD1.000 Hz nativ (FHD)0,3 ms (VRB Pro)1.099 €Q1 2027
UltraGear 25G590BLGIPS, 24,5–25 Zoll, FHD1.000 Hz nativ, OC bis 1.100 Hz1 ms GtG999 €seit Sept. 2026 (US)
Odyssey G6 (G60H)SamsungFast IPS, 27 Zoll, QHD600 Hz (QHD) / 1.100 Hz (HD)1 ms GtGnoch offenH2 2026
Alienware 25 AW2527HXDellQD-OLED, 24,5 Zoll, FHD560 Hz nativ (FHD)0,03 ms GtGnoch offenQ1 2027
Alienware 32 AW3226QDellTandem-OLED, 31,5 Zoll, 4Kbis 165 Hz (4K)0,03 ms GtG699,99 $Herbst 2026

Die Tabelle zeigt zwei unterschiedliche Strategien. Acer, LG und Samsung jagen mit IPS-Panels die höchste reine Bildwiederholrate. Dell setzt bei Alienware dagegen bewusst niedriger an, kombiniert die hohe Bildrate aber mit QD-OLED-Bildqualität, die IPS-Panels bislang nicht liefern.

Alienware setzt auf QD-OLED statt nackter Hertz-Zahlen

Auch Dell hat zur IFA 2026 zwei neue Alienware-Monitore präsentiert. Der Alienware 25 560Hz QD-OLED, intern AW2527HX, wurde nach Unternehmensangaben gemeinsam mit dem eSports-Team Team Liquid entwickelt. Das 24,5-Zoll-Panel arbeitet mit Full-HD-Auflösung, erreicht 560 Hz nativ ohne Übertaktung und schafft eine Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden. Dazu kommen eine Spitzenhelligkeit von 1.500 Nits, eine DCI-P3-Abdeckung von 99 Prozent, eine Farbabweichung unter Delta E 2 sowie das Zertifikat VESA DisplayHDR True Black 600. Ein Preis wurde noch nicht genannt, der Marktstart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Der zweite neue Monitor, der Alienware 32 4K OLED (AW3226Q), zielt auf ein anderes Publikum. Das 31,5-Zoll-Panel mit Tandem-OLED-Technologie liefert native 4K-Auflösung, gilt aber mit rund 165 Hz als deutlich gemächlicher getaktet. Der Vorteil: Für 699,99 US-Dollar bekommen Käufer laut Angaben mehrerer IFA-Berichte, darunter PCWorld, eine schärfere Auflösung und OLED-Bildqualität zu einem Bruchteil des Preises der reinen Bildwiederholraten-Monster. Beide Geräte markieren, wie stark sich Alienware auf Content-Reviewer und Wettkampf-Teams statt auf die reine Kennzahl konzentriert.

Acers komplettes Monitor-Portfolio zur IFA 2026

Der Predator XB253Q U1 ist nur die Speerspitze eines deutlich breiteren Vorstoßes. Acer hat auf der Messe insgesamt acht neue Monitore der Serien Predator, Nitro und ProDesigner gezeigt, die unterschiedliche Preis- und Leistungsklassen abdecken. Zur gleichen Messe zeigte Acer in der Handheld-Sparte auch den Predator Atlas 7, einen kompakteren Ableger des zuvor vorgestellten Atlas 8. Bei den Monitoren gehört neben dem 1.000-Hz-Modell etwa der Predator X32 V3 zum neuen Lineup, ein 31,5-Zoll-QD-OLED-Monitor mit 4K-Auflösung und 180 Hz, der für 899 Euro ab dem ersten Quartal 2027 erscheinen soll. Der Predator XB273K V7 richtet sich mit wählbaren Modi zwischen 4K bei 160 Hz und Full HD bei 500 Hz an ein breiteres Publikum und soll bereits im vierten Quartal 2026 für 449 Euro in den Handel kommen.

In der günstigeren Nitro-Serie stehen vier weitere Modelle bereit, vom gebogenen 34-Zoll-Panel Nitro XZ340CKR P für 699 Euro bis zum Einstiegsmodell Nitro XV270U Z3 für 299 Euro. Für kreative Berufe hat Acer außerdem den ProDesigner PE270X P mit Mini-LED-Technik im Programm. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das komplette Lineup:

ModellSerieGröße / PanelAuflösung / HzPreis (EUR)Marktstart
Predator XB253Q U1Predator24,5″, IPSFHD @ 1.000 Hz1.099 €Q1 2027
Predator X32 V3Predator31,5″, QD-OLED4K @ 180 Hz899 €Q1 2027
Predator XB273K V7Predator27″, IPS4K @ 160 Hz / FHD @ 500 Hz449 €Q4 2026
Nitro XV275X PNitro27″, Mini-LED5K @ 165 Hz / QHD @ 330 Hz1.199 €Q1 2027
Nitro XZ340CKR PNitro34″, gebogen5120×2160 @ 180 Hz / WFHD @ 360 Hz699 €Q4 2026
Nitro XV275U Z2Nitro27″, Tri-ModeQHD 275 / FHD 360 / HD 520 Hz329 €Q4 2026
Nitro XV270U Z3Nitro27″, Tri-Modeähnliche Tri-Mode-Werte299 €Q1 2027
ProDesigner PE270X PProDesigner27″, Mini-LED5K @ 165 Hz / QHD @ 330 Hz1.299 €Q1 2027

Auffällig ist, dass von den acht Modellen nur der Nitro XZ340CKR P sowie zwei weitere Nitro-Modelle noch im laufenden Jahr 2026 in den Handel kommen sollen. Der Rest, darunter der Vorzeige-Monitor mit 1.000 Hz, ist erst für Anfang 2027 terminiert. Acer reagiert damit sichtbar auf einen Trend, der sich bereits am Markt abzeichnet, wie auch Engadget in seiner Einordnung der Konkurrenzprodukte feststellte.

Der lange Weg zu 1.000 Hz: 13 Jahre Wettrüsten bei der Bildwiederholrate

Um zu verstehen, wie ungewöhnlich der aktuelle Sprung ist, hilft ein Blick zurück. Der Wettlauf um immer höhere Bildwiederholraten bei Gaming-Monitoren ist keine neue Erscheinung, er hat sich in den vergangenen 13 Jahren nur deutlich beschleunigt.

2013 bis 2020: Von 240 Hz zu 360 Hz

Als erster Monitor mit 240 Hz gilt der Eizo Foris FG2421 aus dem Oktober 2013, der die hohe Bildrate allerdings über eine Art Backlight-Strobing im sogenannten Turbo-240-Modus erreichte. Den ersten nativen 240-Hz-Monitor mit Full-HD-Auflösung brachte BenQ mit dem Zowie XL2540 im Februar 2017 auf den Markt, ein Gerät, das in der eSports-Szene schnell zum Standard wurde. Es dauerte bis Januar 2020, ehe Nvidia gemeinsam mit Asus auf der CES den ROG Swift PG259QN vorstellte, den ersten Monitor mit 360 Hz. Die Auslieferung begann im Herbst desselben Jahres zu einem Preis von rund 699 US-Dollar, wie unter anderem Polygon und CNET damals berichteten.

2020 bis 2026: Der Sprung über 500 Hz hinaus

Nach 360 Hz verlagerte sich der Wettbewerb zunächst auf Auflösung statt reine Geschwindigkeit: 2022 brachte Samsung mit dem Odyssey Neo G8 den ersten 4K-Monitor mit 240 Hz, LG folgte kurz darauf mit den ersten OLED-Panels bei 240 Hz. Die Klassen 500 und 540 Hz etablierten sich in der Mitte der 2020er-Jahre eher leise über mehrere Hersteller-Generationen, ohne den gleichen medialen Paukenschlag wie zuvor 360 Hz. Erst mit LGs Ankündigung vom Mai 2026 kehrte die Branche zu klaren “Weltrekord”-Meldungen zurück, gefolgt von Samsungs 1.100-Hz-Vorstoß im August und Acers sowie Alienwares Beiträgen im September desselben Jahres.

JahrMonitorHerstellerBildwiederholrate
2013Foris FG2421Eizo240 Hz (Turbo-Modus)
2017Zowie XL2540BenQ240 Hz nativ, FHD
2020ROG Swift PG259QNAsus / Nvidia360 Hz
2022Odyssey Neo G8Samsung240 Hz bei 4K
2022/2023UltraGear 27GR95QELG240 Hz OLED
Mai 2026UltraGear 25G590BLG1.000 Hz nativ
Aug. 2026Odyssey G6 (G60H)Samsung1.100 Hz (HD-Modus)
Sept. 2026Predator XB253Q U1Acer1.000 Hz nativ

Technische Grenzen: Warum 1.000 Hz eine neue Kabel-Generation braucht

Eine hohe Bildwiederholrate auf der Verpackung nützt wenig, wenn das restliche System nicht mithält. LGs eigene Angaben zum UltraGear 25G590B zeigen das deutlich: Volle 1.000 Hz setzen Windows 11, eine aktuelle Nvidia-RTX-50-Grafikkarte oder eine aktuelle AMD-Radeon-Karte sowie ein zertifiziertes DisplayPort-2.1-Kabel mit UHBR20-Bandbreite voraus. Ohne diese Kombination liefert das Panel zwar weiterhin ein scharfes Bild, aber keine 1.000 Bilder pro Sekunde.

Hinzu kommt die Frage, welche Spiele überhaupt 1.000 Bilder pro Sekunde produzieren können. Nur sehr kompetitive Titel mit reduzierten Grafikeinstellungen wie Counter-Strike 2 oder Valorant erreichen auf starker Hardware überhaupt Framezahlen in dieser Größenordnung. Für Open-World-Spiele oder aufwendige Singleplayer-Titel bleibt die Zahl auf absehbare Zeit theoretisch. Die Monitore der aktuellen Generation richten sich damit an eine sehr schmale Zielgruppe: professionelle und semiprofessionelle eSports-Spieler, die jede Millisekunde Vorteil mitnehmen wollen, nicht die breite Masse der PC-Gamer.

Marktanalyse: Boomt das Premium-Segment, während der Rest schrumpft?

Der aktuelle Vorstoß in Richtung 1.000 Hz fällt in eine Phase, in der der Gaming-Monitor-Markt insgesamt kräftig wächst, während klassische Gaming-Hardware in Deutschland eher schwächelt. Laut einer Auswertung des Marktforschers Omdia wurden 2025 weltweit rund 41 Millionen Gaming-Monitore ausgeliefert, ein Plus von 50,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit machten Gaming-Monitore rund 31,1 Prozent aller ausgelieferten Bildschirme aus, bei einem Gesamtmarkt von 133,4 Millionen Einheiten. Marktforscher wie MarketIntelo beziffern den weltweiten Umsatz mit Gaming-Monitoren 2025 auf rund 9,8 Milliarden US-Dollar, mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von etwa 7,2 Prozent bis in die 2030er-Jahre.

Gleichzeitig meldete der deutsche Games-Verband für die erste Jahreshälfte 2026 einen Rückgang bei klassischer Gaming-Hardware: Konsolen, Gaming-PCs und Zubehör setzten hierzulande rund 1,3 Milliarden Euro um, 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Kontrast ist bezeichnend: Während günstigere Hardware-Kategorien unter Kaufzurückhaltung leiden, wächst das obere Preissegment bei Monitoren zweistellig. Für Hersteller wie Samsung, das laut eigenen Angaben unter Berufung auf IDC-Daten seit sieben Jahren in Folge einen Marktanteil von 18,9 Prozent am globalen Gaming-Monitor-Umsatz hält, ist das Hochpreissegment ein wichtiger Wachstumstreiber, der die Margen stützt, während das Massengeschäft stagniert.

Was der Trend für Käufer in Deutschland und der Schweiz bedeutet

Für den deutschen und den DACH-Markt insgesamt bedeutet die neue Monitor-Generation zunächst vor allem eines: mehr Auswahl im Premium-Regal, aber keinen Preisverfall bei den bestehenden 240- und 360-Hz-Modellen, die für die meisten Spieler nach wie vor ausreichend schnell sind. Die neuen 1.000-Hz-Geräte von Acer und LG kosten mit 999 bis 1.099 Euro etwa so viel wie ein komplettes Einsteiger-Gaming-System, und das ohne Grafikkarte, die für den vollen Nutzen ohnehin ein aktuelles RTX-50-Modell voraussetzt.

Für ambitionierte Amateur-Ligen und LAN-Events, wie sie etwa im Rahmen von Turnieren in Berlin stattfinden, dürften die neuen Monitore zunächst eine Randerscheinung bleiben. Realistischer ist, dass professionelle Organisationen und größere Ligaveranstalter die Geräte zuerst in Turnierumgebungen einsetzen, bevor sinkende Preise sie auch für ambitionierte Hobbyspieler attraktiv machen. Wer heute kauft, zahlt den Preis für die technologische Vorreiterrolle, nicht für ein ausgereiftes Massenprodukt.

Prognosen: Wie sich der Monitor-Wettlauf 2027 weiterentwickelt

Auf Basis der aktuellen Ankündigungen und der Historie vergangener Bildwiederholraten-Sprünge lassen sich einige Entwicklungen für die kommenden Monate absehen:

  • Weitere Hersteller wie Asus oder MSI dürften bis zur CES im Januar 2027 eigene 1.000-Hz-Modelle vorstellen, um nicht hinter Acer, LG und Samsung zurückzufallen.
  • Die Preise für die aktuelle Einstiegsklasse der 1.000-Hz-Monitore dürften bis Ende 2027 spürbar fallen, ähnlich wie es beim Sprung von 360 auf 240 Hz in den Jahren zuvor der Fall war, als aus anfänglich rund 700 US-Dollar teuren Nischenprodukten binnen weniger Jahre Mainstream-Angebote wurden.
  • QD-OLED- und Tandem-OLED-Panels wie bei den neuen Alienware-Modellen werden in der Spitzenklasse zunehmend TN- und klassische IPS-Panels verdrängen, weil sich Reaktionszeit und Bildqualität inzwischen kombinieren lassen.
  • Die Marketing-Praxis, hohe Bildwiederholraten nur bei reduzierter Auflösung wie beim Samsung Odyssey G6 auszuweisen, dürfte zunehmend kritisch hinterfragt werden, je mehr Hersteller ähnliche Dual-Mode-Ansätze nutzen.
  • Für den deutschen Markt ist zu erwarten, dass die 1.000-Hz-Klasse zunächst ein Nischenprodukt für eSports-Enthusiasten und Streamer bleibt, während sich der breite Markt weiterhin auf 180- bis 360-Hz-OLED-Monitore im Bereich von 300 bis 600 Euro konzentriert.

Ob sich 1.000 Hz als dauerhafter Standard etablieren oder als kurzlebiger Meilenstein in Erinnerung bleiben, so wie es bei manch früherer Rekordmeldung der Fall war, wird sich frühestens im Laufe des Jahres 2027 zeigen, wenn die ersten unabhängigen Tests der ausgelieferten Geräte vorliegen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist am Acer Predator XB253Q U1 besonders?

Der Predator XB253Q U1 ist laut Acer der erste Monitor der Marke mit nativer 1.000-Hz-Bildwiederholrate bei Full-HD-Auflösung. Zusätzlich nutzt das Gerät eine Circular-Polarizer-Technologie, die Reflexionen mindern und die Augen schonen soll, ein Merkmal, das die direkte Konkurrenz von LG nicht bietet.

Wann kommt der Monitor nach Deutschland und was kostet er?

Acer plant den Marktstart für das erste Quartal 2027, zu einem Preis von 1.099 Euro. Ein genaues Datum für die Verfügbarkeit in Deutschland hat der Hersteller noch nicht genannt.

Ist Acer wirklich der erste Hersteller mit einem 1.000-Hz-Monitor?

Nein. LG hatte bereits im Mai 2026 mit dem UltraGear 25G590B einen nativen 1.000-Hz-Monitor angekündigt, der seit September 2026 in den USA ausgeliefert wird. Samsung kündigte im August 2026 mit dem Odyssey G6 sogar 1.100 Hz an, allerdings nur bei reduzierter HD-Auflösung.

Was unterscheidet den Acer-Monitor vom Samsung Odyssey G6?

Der Predator XB253Q U1 erreicht seine 1.000 Hz durchgehend bei Full-HD-Auflösung. Der Odyssey G6 schafft 1.100 Hz nur, wenn die Auflösung auf HD, also 1.280 x 720 Pixel, reduziert wird. Bei nativer QHD-Auflösung erreicht das Samsung-Panel maximal 600 Hz.

Welche Grafikkarte braucht man für die volle Bildwiederholrate?

Nach Angaben von LG zum eigenen 1.000-Hz-Modell sind für die volle Bildrate Windows 11, eine Nvidia-RTX-50-Grafikkarte oder eine aktuelle AMD-Radeon-RX-9000er-Serie sowie ein zertifiziertes DisplayPort-2.1-Kabel mit UHBR20-Bandbreite notwendig. Ähnliche Anforderungen dürften auch für Acers Predator XB253Q U1 gelten.

Lohnt sich ein 1.000-Hz-Monitor für normale Gamer?

Für die meisten Spieler eher nicht. Nur wenige kompetitive Titel wie Counter-Strike 2 oder Valorant erreichen auf starker Hardware überhaupt Framezahlen in dieser Größenordnung. Die neuen Monitore richten sich in erster Linie an professionelle und semiprofessionelle eSports-Spieler.

Was bietet die Alienware-Konkurrenz von Dell?

Dell hat mit dem Alienware 25 AW2527HX einen QD-OLED-Monitor mit 560 Hz und 0,03 Millisekunden Reaktionszeit vorgestellt, entwickelt mit dem eSports-Team Team Liquid. Der Alienware 32 AW3226Q bietet dagegen 4K-Auflösung bei rund 165 Hz für 699,99 US-Dollar und richtet sich an Käufer, die Bildqualität über reine Geschwindigkeit stellen.

Wie geht der Wettlauf um die Bildwiederholrate 2027 weiter?

Es ist wahrscheinlich, dass weitere Hersteller bis zur CES im Januar 2027 eigene Modelle in der 1.000-Hz-Klasse vorstellen und dass die Preise der aktuellen Generation im Laufe des Jahres spürbar fallen, ähnlich wie es bei früheren Bildwiederholraten-Sprüngen der Fall war.