Es sollte der Tag sein, an dem der Master Chief Geschichte schreibt: Am 28. Juli 2026 erscheint Halo: Campaign Evolved weltweit auch auf der PlayStation 5 – zum ersten Mal in 25 Jahren Franchise-Geschichte. Doch statt eines triumphalen Plattform-Debüts dominiert ein anderer Wert die Schlagzeilen: 81 von 100 Punkten bei Metacritic. Das ist die niedrigste Wertung, die je ein Hauptteil der Halo-Kampagne erhalten hat – niedriger als Halo 5: Guardians (84), niedriger als Halo Infinite (87), meilenweit entfernt vom Franchise-Debüt Combat Evolved (97). Wir ordnen ein, was hinter der Zahl steckt, warum ausgerechnet die PC-Version das Ergebnis nach unten zieht, was deutsche Tester sagen – und was der holprige Launch für Microsofts Multiplattform-Strategie bedeutet.
Die Wertungen im Überblick: 81 bei Metacritic, 83 bei OpenCritic
Die Review-Sperrfrist fiel am 23. Juli 2026 um 8 Uhr PDT. Seitdem füllt sich Metacritic mit Testnoten aus aller Welt, und das Bild ist bemerkenswert konsistent: Der Metacritic-Gesamtwert steht bei 81 von 100 Punkten, eingestuft als „Generally Favorable”. Auf OpenCritic liegt der Titel bei 83 Punkten, mit einer Weiterempfehlungsrate von 88 Prozent unter den bislang erfassten Kritikern. Wie das Fachportal CQ-Esports berichtet, steht das Spiel bei Metacritic „mit einem Wert von 81 auf Basis von 39 Tests” in der Kategorie „Generally Favorable”; OpenCritic verzeichne einen Gesamtwert von 83 bei einer Empfehlungsrate von 88 Prozent unter 58 Testern – Zahlen, die sich laut CQ-Esports seit dem Wochenende kaum noch bewegt haben.
Wichtig für die Einordnung: Die Stichprobe ist mit knapp 40 bis knapp 60 Tests pro Aggregator noch überschaubar, dürfte in den kommenden Tagen aber weiter wachsen, da mit dem globalen Standard-Release am 28. Juli zahlreiche weitere Redaktionen ihre Testnoten nachreichen. Größere Verschiebungen des Gesamtwerts sind dennoch unwahrscheinlich – die Bewertungen pendeln seit Tagen in einem engen Korridor zwischen 79 und 86 Punkten, je nach Plattform.
Plattform-Vergleich: Xbox Series X, PS5 und PC im Vergleich
Der Gesamtwert verschleiert eine deutliche Kluft zwischen den drei Plattformen. Auf der eigenen Heimat-Konsole schneidet der Titel klar am besten ab, auf dem PC dagegen am schlechtesten:
| Kennzahl | Wert | Basis |
|---|---|---|
| Metacritic Gesamt | 81 / 100 | „Generally Favorable” |
| OpenCritic Gesamt | 83 / 100 | 88 % Weiterempfehlung |
| Xbox Series X|S (Metacritic) | 86 / 100 | 16 Tests |
| PlayStation 5 (Metacritic) | 81 / 100 | 25 Tests |
| PC (Metacritic) | 79 / 100 | 9 Tests |
| Steam-Nutzerwertung | „Ausgeglichen” | 2.000+ Reviews (Early Access) |
Auffällig: Die PS5-Version ist inzwischen die mit Abstand am häufigsten getestete Fassung – 25 Wertungen liegen vor, deutlich mehr als für Xbox Series X|S oder PC. Das ergibt Sinn: Für viele Redaktionen ist es die erste Gelegenheit überhaupt, ein Halo-Spiel auf einer Sony-Konsole zu testen, entsprechend groß ist das redaktionelle Interesse.
PC als Schwachpunkt
Mit 79 Punkten bildet die PC-Fassung das Schlusslicht – und zieht damit den Gesamtwert spürbar nach unten. Kritisiert werden vor allem Ruckler in längeren Sessions, Eingabeverzögerung bei Maus-und-Tastatur-Steuerung, Texturflimmern bei schnellen Kamerabewegungen sowie eine Upscaling-Option, die sich selbst auf potenter Hardware nicht vollständig deaktivieren lässt. Für ein Studio, das mit dem Wechsel auf die Unreal Engine 5 gerade erst technisches Vertrauen zurückgewinnen wollte, ist das ein unglücklicher Start – mehr dazu im Abschnitt zu den PC-spezifischen Problemen weiter unten.
Historischer Vergleich: Wo sich Campaign Evolved in der Halo-Reihe einordnet
Um die 81 Punkte richtig einzuordnen, lohnt der Blick auf 25 Jahre Halo-Geschichte. Kein Hauptteil der Kampagnen-Reihe hat je schlechter abgeschnitten:
| Spiel | Jahr | Metacritic | Typ |
|---|---|---|---|
| Halo: Combat Evolved | 2001 | 97 | Hauptserie |
| Halo 2 | 2004 | 95 | Hauptserie |
| Halo 3 | 2007 | 94 | Hauptserie |
| Halo 3: ODST | 2009 | 83 | Erweiterung |
| Halo Wars | 2009 | 82 | Spin-off (RTS) |
| Halo: Reach | 2010 | 91 | Hauptserie |
| Halo 4 | 2012 | 87 | Hauptserie |
| Halo 5: Guardians | 2015 | 84 | Hauptserie |
| Halo Wars 2 | 2017 | 79 | Spin-off (RTS) |
| Halo Infinite | 2021 | 87 | Hauptserie |
| Halo: Campaign Evolved | 2026 | 81 | Remake |
Eine wichtige Einschränkung gehört zur Einordnung dazu: 81 Punkte sind der niedrigste Wert unter den Hauptteilen der Kampagnen-Reihe – nicht der niedrigste Wert, den je ein Halo-Produkt erhalten hat. Die RTS-Ableger Halo Wars (82) und vor allem Halo Wars 2 (79) liegen als Spin-offs außerhalb der Kernreihe teils noch darunter. Wer also von der „schlechtesten Halo-Wertung aller Zeiten” liest, sollte diese Nuance im Hinterkopf behalten – korrekt ist: die schwächste Wertung, die je eine Hauptkampagne der Reihe erzielt hat, in 25 Jahren Franchise-Geschichte.
Kritik-Konsens: „Kompetent, aber zu vorsichtig”
Jenseits der reinen Zahlen zeichnet sich in den Testtexten ein einheitliches Bild ab. Die meisten Kritiker loben die überarbeitete Grafik, den erhaltenen Charakter des Originals und die verfeinerte Schusswaffen-Mechanik – bemängeln aber, dass sich Halo Studios beim Remake kaum Freiheiten genommen hat. Der Konsens, den mehrere internationale Redaktionen unabhängig voneinander formulieren, lässt sich mit „kompetent, aber zu vorsichtig” zusammenfassen: Das Spiel poliert die Vergangenheit, statt sie neu zu denken.
Forbes-Kolumnist Paul Tassi hält in seiner Analyse fest, dass ausgerechnet die PS5-Fassung – dort, wo inzwischen die meisten Testnoten vorliegen – bei einem Metacritic-Wert von 80 liegt, und nennt diesen Umstand angesichts der PS5-Premiere der Marke bemerkenswert. Sein Forbes-Kollege Mitch Wallace bewertet das Remake in seinem eigenen Test insgesamt positiver – ein weiteres Indiz dafür, wie stark die Meinungen zwischen einzelnen Testern auseinandergehen.
Always-Online-Zwang: Der zentrale Kritikpunkt
Der mit Abstand am häufigsten wiederkehrende Kritikpunkt in den Testtexten betrifft nicht Grafik oder Leveldesign, sondern eine Design-Entscheidung: Der Titel verlangt zwingend ein eingeloggtes Microsoft-Konto – selbst für die reine Solo-Kampagne im Offline-Modus. Während der Vorabzugangsphase ab dem 23. Juli führte eine Serverüberlastung wiederholt zu Fehlermeldungen wie „Login failed. Cannot play the single-player game as servers are overloaded”. Halo Studios erklärt, dieses konkrete Login-Problem inzwischen behoben zu haben.
PC Gamer ordnet den Vorfall in ein größeres Muster ein, das die Redaktion in mehreren AAA-Releases des Jahres 2026 wiederkehren sieht: Bugs zum Launch, aus Spielersicht unnötige Login-Zwänge und überlastete Server – drei Probleme, die unabhängig vom eigentlichen Spieldesign für Frust sorgen. Für ein reines Einzelspieler-Erlebnis ohne kompetitiven Mehrspieler-Modus wirkt der Zwang zur permanenten Online-Verbindung auf viele Tester besonders unverhältnismäßig.
PC-Version: Abstürze, Ruckler und Eingabeverzögerung
Die PC-Fassung sammelt die meisten Einzelkritikpunkte. Neben der bereits erwähnten Eingabeverzögerung bei Maus-und-Tastatur-Nutzung berichten mehrere Tester von Abstürzen in längeren Spielsitzungen sowie sichtbarem Texturflimmern bei schnellen Kamerabewegungen – ein Symptom, das häufig auf unausgereiftes Upscaling oder Frame-Generation-Verfahren hindeutet. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die verbaute Upscaling-Technik selbst auf leistungsstarker Hardware nicht vollständig abschalten lässt, was einigen Testern die Kontrolle über Bildschärfe und Latenz nimmt.
Auf Steam schlägt sich das in einer Nutzerwertung von „Ausgeglichen” nieder, bei mehr als 2.000 Reviews allein während der Vorabzugangsphase. Bemerkenswert: Ein Teil der Community verweist in den Rezensionen aktiv auf Alternativen – etwa die bereits im Xbox Game Pass enthaltene Halo: The Master Chief Collection mit ihrem eigenen 2014er-Remaster von Combat Evolved, oder sogar den originalen PC-Port von 2003. Wer 2026 in die Kampagne einsteigen will, hat inzwischen mehrere technisch ausgereiftere Optionen zur Auswahl – ein Umstand, der Halo Studios zusätzlich unter Druck setzt, die aktuellen PC-Probleme zügig per Patch zu beheben.
Was deutsche Tester sagen: GameStar, PC Games und Co.
Auch die deutschsprachige Fachpresse hat sich in den vergangenen Tagen ausführlich mit dem Remake auseinandergesetzt – und fällt tendenziell noch zurückhaltender aus als der internationale Schnitt. GameStar vergibt 78 von 100 Punkten und attestiert dem Spiel einen begrenzten Umfang und „technische Unreinheiten”, die das Gesamtbild trüben – die Redaktion würdigt zwar die grafische Überarbeitung, hält aber ohne nostalgische Bindung an das Original für schwer vermittelbar, warum der Titel begeistern soll. PC Games bewertet das Remake dagegen deutlich wohlwollender und beschreibt es in der eigenen Test-Überschrift als „das (fast) perfekte Remake” – vergibt aber ebenfalls keinen frei einsehbaren Punktwert. GamePro bringt die Ambivalenz schon im Titel auf den Punkt: „Ich liebe Halo, aber mit dem Remake ist es kompliziert.”
4Players ist bislang noch gar nicht zu einer offiziellen Wertung gekommen: Die Redaktion stieß beim Test der PC-Version auf einen reproduzierbaren Absturz zu Beginn der neunten Kampagnen-Mission, der ein Fortsetzen des Spiels verhinderte – ein konkretes Beispiel für die oben beschriebenen technischen Probleme. Man wolle abwarten, ob ein Patch zum Release den Fehler behebt, bevor eine Wertung veröffentlicht wird. Auch GamersGlobal übt Detailkritik, etwa am Leveldesign der wiederkehrenden „Library”-Mission, die als Negativbeispiel für langatmiges Leveldesign herhalten muss.
Zur Einordnung im internationalen Vergleich hilft ein Blick auf die Bandbreite der Einzelwertungen, die das deutsche Portal play3.de in einer Übersicht zusammengetragen hat:
| Redaktion | Wertung |
|---|---|
| VGC / Daily Star | 100 / 100 |
| Push Square / Vandal | 90 / 100 |
| Destructoid / Everyeye.it | 85 / 100 |
| GameStar (DE) | 78 / 100 |
| GamesRadar+ / The Sixth Axis | 70 / 100 |
| DualShockers | 65 / 100 |
| PC Games (DE) | sehr positiv, „(fast) perfekte” Note ohne Zahlenwert |
| 4Players (DE) | noch offen – Absturz-Bug verhindert Wertung |
Die Spannbreite von 65 bis 100 Punkten bei etablierten Redaktionen zeigt: Es ist kein Spiel, über das branchenweit Einigkeit herrscht – es polarisiert, je nachdem, wie stark die eigene Nostalgie für das Original von 2001 in die Bewertung einfließt (Quelle: play3.de).
Der Kontext: Xbox’ Strategiewechsel und die Multiplattform-Wette
Der holprige Start lässt sich nicht losgelöst von Microsofts größerer Strategie betrachten. Das Remake ist das bislang prominenteste Aushängeschild der „Xbox Everywhere”-Multiplattform-Politik, mit der Microsoft seit 2024 systematisch First-Party-Titel auch auf PS5 bringt. Wie shattered.io bereits berichtete, hat Microsoft unter der neuen Gaming-Chefin Asha Sharma diesen Kurs für künftige Einzelspieler-Titel inzwischen teilweise korrigiert und steuert wieder stärker in Richtung Konsolen-Exklusivität. Am 6. Juli 2026 verschickte Sharma zudem ein internes Memo mit dem Titel „Resetting XBOX”, in dem sie laut der offiziellen Xbox-Wire-Mitteilung von der „bedeutendsten Restrukturierung in der XBOX-Geschichte” spricht und offenlegt, dass die Sparte zuletzt „64 Cent von jedem investierten Dollar” verloren habe. Das Memo selbst dreht sich um Stellenabbau und Portfolio-Straffung, nicht um Halo direkt – zeigt aber den wirtschaftlichen Druck, unter dem die Marke aktuell steht.
Der Titel ist damit im Grunde eines der letzten großen Produkte der alten, weit geöffneten Multiplattform-Strategie, das erst nach der bereits eingeleiteten teilweisen Kurskorrektur auf den Markt kommt. Die Entscheidung, ausgerechnet dieses Kronjuwel auch auf die PS5 zu bringen, fiel lange vor der aktuellen Restrukturierung und wurde nicht mehr zurückgenommen – anders als es Microsoft laut eigener Ankündigung künftig für neue Einzelspieler-Projekte handhaben will.
Marktfolgen: Was bedeutet das für Xbox und Sony?
Für Microsoft steht hierbei wirtschaftlich mehr auf dem Spiel als eine einzelne Testnote. Die Xbox-Hardware-Einnahmen sind laut Microsofts eigenen Quartalszahlen in den vergangenen drei Quartalen des Geschäftsjahres 2026 jeweils zweistellig eingebrochen – minus 29 Prozent im ersten, minus 32 Prozent im zweiten und minus 33 Prozent im dritten Quartal. Ausgerechnet morgen, am 29. Juli 2026 veröffentlicht Microsoft die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal (April bis Juni) – nur einen Tag nach dem Halo-Weltstart. Diese Zahlen dürften erste Hinweise liefern, ob sich der Trend fortsetzt, auch wenn der eigentliche Verkaufseffekt von Campaign Evolved erst im nächsten Quartal sichtbar wird.
Game Pass als eigentliche Kennzahl
Entscheidend für die Einordnung: Das Spiel ist ab Tag eins im Xbox Game Pass enthalten – allerdings nur für PC- und Xbox-Abonnenten, nicht für PS5-Besitzer. Sony hat für seine eigene Plattform kein vergleichbares Tag-eins-Abo-Modell im Angebot. Das bedeutet: Auf der PS5 muss der Titel tatsächlich verkauft werden, während er auf Xbox und PC auch ohne Einzelkauf Nutzungszahlen generiert, die sich in Abo-Kennzahlen statt in Verkaufszahlen niederschlagen. Branchenbeobachter werten das als Beleg dafür, dass es Microsoft bei der Multiplattform-Öffnung nicht in erster Linie um PS5-Hardware-Verkäufe geht, sondern um Reichweite, Lizenzeinnahmen und die Reaktivierung von Spielern, die dem Franchise über die Jahre den Rücken gekehrt haben.
Der breitere Marktrahmen bleibt für Xbox-Hardware ohnehin angespannt: Laut Prognosen von S&P Global Kagan werden 2026 voraussichtlich nur 2,5 Millionen Xbox Series X|S-Konsolen ausgeliefert – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr –, während die PS5 mit rund 13,2 Millionen Einheiten weiterhin deutlich vorne liegt. Vor diesem Hintergrund wirkt Halo weniger wie ein Türöffner für neue Xbox-Käufe, sondern wie eine Wette darauf, dass sich verlorenes Terrain über Software- und Abo-Erlöse zumindest teilweise kompensieren lässt. Mehr zur Entwicklung der Xbox-Hardware-Zahlen und den damit verbundenen Stellenstreichungen bei Microsoft Gaming haben wir hier eingeordnet.
Für Sony wiederum ist die PS5-Veröffentlichung eines einstigen Erzrivalen-Franchise vor allem ein PR- und Software-Bibliotheks-Gewinn, ohne dass Sony selbst dafür Hardware-Zugeständnisse machen musste. Die eigene First-Party-Strategie bleibt laut aktuellem Stand exklusiv beziehungsweise mit deutlich zeitversetzten PC-Ports – ein Vergleich der aktuellen Leistungsdaten von PS5 Pro und Xbox Series X zeigt zudem, dass Sony hardwareseitig ohnehin die technisch stärkere Ausgangsposition hat.
Spannungen mit Sony: Der gestrichene State-of-Play-Trailer
Wie eng die Zusammenarbeit zwischen den einstigen Erzrivalen inzwischen ist – und wie schnell sie kippen kann – zeigt ein Vorfall aus dem Juni 2026, den mehrere Branchenmedien unabhängig voneinander bestätigt haben. Ein Halo-Trailer war ursprünglich für Sonys eigene „State of Play”-Präsentation vorgesehen, wurde aber laut TheGamer auf kurzfristige Forderung von Xbox-Chefin Asha Sharma und ihrem Team wieder herausgenommen, um ihn stattdessen in der eigenen Xbox Games Showcase zu präsentieren. Auch das deutschsprachige Portal XboxDynasty berichtete über den Vorgang.
Journalist Jason Schreier berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, der Schritt habe dem Verhältnis zwischen beiden Unternehmen potenziell geschadet. Branchenanalyst Chris Dring wird in denselben Berichten dahingehend zitiert, dass die Aktion bei Sony für erhebliche Verstimmung gesorgt habe – schließlich hinterließ der kurzfristig gestrichene Trailer eine spürbare Lücke im Sony-Showcase, die nicht mehr rechtzeitig durch anderes Material gefüllt werden konnte. Der Vorfall reiht sich in eine breitere Neuausrichtung unter Sharma ein, zu der Medienberichten zufolge auch die Einstellung eines bereits weit fortgeschrittenen PS5-Ports von Gears of War gehört haben soll. Für ein Unternehmen, das mit Halo gerade erst demonstrativ Nähe zu Sony-Spielern sucht, ist ein solcher Streit um Präsentationsrechte ein bemerkenswert widersprüchliches Signal.
Preise und Verfügbarkeit in Deutschland
An der bereits beim Announcement kommunizierten Preisstruktur hat sich nichts geändert. Die US-UVP dient weiterhin als Basis, in Euro liegen die Preise laut GameStar-Berichterstattung nahe an der gewohnten 1:1-Umrechnung für AAA-Titel:
| Edition | Preis (DACH) | Verfügbar ab |
|---|---|---|
| Standard Edition | 59,99 € | 28. Juli 2026 |
| Premium Edition | 79,99 € | 23. Juli 2026 (Vorabzugang) |
| Collector’s Edition | 199,99 € | 23. Juli 2026 (Vorabzugang) |
| Xbox Game Pass (PC/Xbox) | im Abo enthalten, kein Zusatzkauf | 28. Juli 2026 |
Die vollständige Aufschlüsselung der Editionen, Inhalte und Vorbestellerboni haben wir bereits im Launch-Artikel zu Halo: Campaign Evolved im Detail beschrieben. Für PS5-Käufer gilt: Ein Game-Pass-Äquivalent existiert auf Sonys Plattform nicht, hier muss der Titel regulär erworben werden.
25 Jahre Halo: Der historische Rahmen
Um zu verstehen, warum die 81 Punkte in der Branche derart hohe Wellen schlagen, braucht es einen Blick zurück. Als Halo: Combat Evolved am 15. November 2001 als Launch-Titel der ersten Xbox erschien, war der Ego-Shooter das zentrale Verkaufsargument für Microsofts Einstieg ins Konsolengeschäft überhaupt. Der Master Chief avancierte binnen weniger Jahre zum Maskottchen einer ganzen Plattform – und Halo-Exklusivität war über zwei Jahrzehnte hinweg eines der letzten verlässlichen Bollwerke einer Branche, die sich sonst zunehmend plattformübergreifend öffnet.
Dass ausgerechnet dieser Titel nun als erstes echtes Halo-Spiel eine PlayStation-Konsole erreicht, ist symbolisch von großer Tragweite – unabhängig davon, wie die Kritiken ausfallen. Für die Einordnung des heutigen Launches lohnt sich auch ein Blick auf die technischen Eckdaten der beteiligten Hardware: Ein Vergleich von Xbox Series X und Series S zeigt, wie unterschiedlich die Leistungsklassen ausfallen, auf denen Spieler den Titel heute erleben.
Prognosen: Wie geht es mit Halo und Xbox weiter?
Auf Basis der aktuellen Datenlage lassen sich fünf Entwicklungen für die kommenden Wochen und Monate absehen:
- Die Quartalszahlen vom 29. Juli werden zum Stimmungstest. Einen Tag nach dem globalen Halo-Launch veröffentlicht Microsoft die Xbox-Zahlen für das vierte Geschäftsquartal. Ein echter Verkaufseffekt des Spiels wird darin zwar noch kaum sichtbar sein, doch die Tonalität der Kommentare zum Multiplattform-Kurs dürfte sich direkt auf die aktuelle Debatte beziehen.
- Die Wertungen dürften sich nur noch geringfügig verschieben. Bei aktuell 9 bis 25 Tests pro Plattform ist die Stichprobe zwar noch nicht final, doch die Bandbreite der letzten Tage (79 bis 86 Punkte) legt nahe, dass sich der Gesamtwert von 81 Punkten in einem engen Korridor stabilisieren wird.
- Ein Patch für die PC-Probleme ist wahrscheinlich kurzfristig zu erwarten. Angesichts der öffentlichen Kritik an Rucklern, Eingabeverzögerung und dem 4Players-Absturzfund dürfte Halo Studios unter erhöhtem Druck stehen, zeitnah nachzubessern – ein Muster, das sich bei vergleichbaren AAA-Launches 2026 wiederholt gezeigt hat.
- Verkaufszahlen werden der eigentliche Gradmesser. Ob PS5-Besitzer tatsächlich in relevanter Zahl ein 25 Jahre altes Franchise-Remake kaufen, lässt sich erst anhand kommender Circana- beziehungsweise NPD-Daten seriös beurteilen – Testnoten allein sagen wenig über den kommerziellen Erfolg aus.
- Das Sony-Verhältnis bleibt ein Beobachtungspunkt. Nach dem Streit um den gestrichenen State-of-Play-Trailer dürfte genau beobachtet werden, ob sich Microsofts Rückkehr zu mehr Konsolen-Exklusivität bei künftigen Titeln weiter auf die Zusammenarbeit mit Sony auswirkt – unabhängig davon, wie gut sich Campaign Evolved auf der PS5 am Ende verkauft.
Zur technischen Illustration, wie sich die aktuellen Wertungen plattformübergreifend zusammenfassen lassen, dient folgender – rein illustrativer, nicht offizieller – Datenschnappschuss auf Basis der oben genannten Quellen:
// Illustrativer Datenschnappschuss, Stand 28.07.2026 – keine offizielle API
{
"titel": "Halo: Campaign Evolved",
"release_global": "2026-07-28",
"metacritic": {
"gesamt": 81,
"xbox_series_x_s": 86,
"playstation_5": 81,
"pc": 79
},
"opencritic": {
"gesamt": 83,
"empfehlungsrate_prozent": 88
},
"steam_early_access": {
"wertung": "Ausgeglichen",
"rezensionen_minimum": 2000
},
"niedrigste_wertung_hauptreihe": true
}
Häufige Fragen zu Halo: Campaign Evolved
Warum ist die Wertung von Halo: Campaign Evolved so niedrig ausgefallen?
Der Metacritic-Gesamtwert von 81 Punkten liegt vor allem an der schwächer bewerteten PC-Fassung (79 Punkte), die mit Rucklern, Eingabeverzögerung und Abstürzen zu kämpfen hat. Kritiker bemängeln zudem, dass sich Halo Studios beim Remake kaum inhaltliche Freiheiten genommen hat.
Ist die PS5-Fassung genauso gut wie die Xbox-Version?
Nicht ganz: Die Xbox-Series-X|S-Fassung erreicht mit 86 Punkten den höchsten Plattform-Wert, die PS5-Fassung liegt mit 81 Punkten leicht darunter, gilt aber als solide und technisch stabiler als die PC-Version.
Muss ich online sein, um die Kampagne zu spielen?
Ja. Der Titel verlangt ein eingeloggtes Microsoft-Konto, selbst für die reine Solo-Kampagne im Offline-Modus. Ein Serverüberlastungsproblem während des Vorabzugangs wurde laut Halo Studios inzwischen behoben.
Ist Halo: Campaign Evolved im Xbox Game Pass enthalten?
Ja, ab Tag eins über Game Pass Ultimate und PC Game Pass – allerdings ausschließlich für PC- und Xbox-Abonnenten. Für die PS5 gibt es kein vergleichbares Abo-Modell, dort muss der Titel einzeln gekauft werden.
Was kostet das Spiel in Deutschland?
Die Standard Edition kostet 59,99 €, die Premium Edition liegt laut GameStar rund 20 € darüber (ca. 79,99 €), die physische Collector’s Edition etwa 199,99 €.
Welche technischen Probleme gibt es konkret auf dem PC?
Getestet und berichtet wurden Eingabeverzögerung bei Maus-und-Tastatur-Steuerung, Abstürze in längeren Spielsitzungen, Texturflimmern bei schnellen Kamerabewegungen sowie eine nicht vollständig deaktivierbare Upscaling-Funktion.
Ist das wirklich die schlechteste Wertung der gesamten Halo-Reihe?
Nein – korrekt ist: die schlechteste Wertung unter den nummerierten Hauptteilen der Kampagnen-Reihe. Die RTS-Spin-offs Halo Wars (82) und Halo Wars 2 (79) liegen als eigenständige Nebenreihe teils noch darunter.
Was bedeutet der PS5-Launch für zukünftige Xbox-Exklusivtitel?
Microsoft hat seinen Multiplattform-Kurs für künftige Einzelspieler-Projekte bereits teilweise korrigiert und setzt wieder stärker auf Konsolen-Exklusivität. Campaign Evolved gehört noch zur alten, weiter geöffneten Strategie-Generation und wurde davon nicht mehr zurückgezogen.
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