pCloud, Proton Drive und Tresorit zählen 2026 zu den meistgesuchten Lösungen für sicheren Cloud-Speicher in Österreich. Alle drei Dienste versprechen Datenschutz, unterscheiden sich aber fundamental: pCloud verschlüsselt standardmäßig serverseitig und bietet ein Lifetime-Modell ab 199 Dollar, Proton Drive aktiviert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) ohne Aufpreis, und Tresorit richtet sich mit ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung und Business-Tarifen ab 24 Dollar pro Monat an Unternehmen.

Welcher Dienst am besten zu Ihren Anforderungen passt, hängt von drei Faktoren ab: Ihrem Budget, dem Datenschutzniveau, das Sie benötigen, und der Frage, ob Sie allein oder im Team arbeiten. Dieser Vergleich liefert Ihnen alle Zahlen, die Sie für die Entscheidung brauchen, ohne technischen Ballast.

Schnellvergleich: pCloud vs. Proton Drive vs. Tresorit auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Merkmale zusammen. Alle Preisangaben beziehen sich auf offizielle Anbieterwebseiten, Stand Juni 2026.

MerkmalpCloudProton DriveTresorit
Gratis-Speicher2 GB2 GB (erweiterbar auf 5 GB)Kein Gratis-Tarif
Günstigster Bezahltarif4,99 $/Monat (500 GB)4,99 $/Monat (200 GB)24 $/Monat (2 TB, Solo)
Lifetime-OptionJa (199 $ für 500 GB)NeinNein
StandardverschlüsselungServerseitig (AES-256)E2EE (zero-knowledge)E2EE (zero-knowledge)
E2EE ohne AufpreisNein (Crypto-Add-on nötig)JaJa
Anbieter kann Dateien lesenJa (ohne Crypto-Add-on)NeinNein
ServerstandorteLuxemburg (EU) oder Dallas (USA)SchweizSchweiz / EU
PlattformenWin, Mac, Linux, iOS, AndroidWin, Mac, iOS, Android, WebWin, Mac, iOS, Android, Web
Linux-SupportVollständig (GUI + CLI)Nur WebNur Web
Virtuelle FestplatteJa (pCloud Drive, ausgereift)Ja (eingeschränkt)Eingeschränkt
Datei-Versionierung30 Tage (erweiterbar auf 365 Tage)7 Tage bis 10 Jahre (je nach Tarif)Vorhanden, tarifabhängig
Unabhängiger SicherheitsauditInternSecuritum (2021)TÜV Rheinland (ISO 27001:2022)
DSGVO-KonformitätJa (EU-Server wählbar)DSGVO, HIPAA, NIS2, DORA, ISO 27001DSGVO, ISO 27001:2022, ISO 27017, ISO 27018
Medien-StreamingJa (Video und Audio)Basis-VorschauNicht vorhanden
Teilen ohne AccountJaJaJa (kontrollierbar)

pCloud im Detail: Viel Speicher, flexibles Modell, optionale Verschlüsselung

pCloud wurde 2013 in der Schweiz gegründet und ist heute einer der bekanntesten Cloud-Speicher-Anbieter weltweit. Was pCloud von Mitbewerbern unterscheidet, ist das Lifetime-Modell: Einmalig 199 Dollar für 500 GB oder 399 Dollar für 2 TB, ohne monatliche Folgekosten. Für österreichische Nutzer, die langfristig planen, rechnet sich der Einmalkauf bereits nach knapp vier Jahren gegenüber dem Jahresabo (49,99 Dollar für 500 GB). Wer pCloud fünf Jahre oder länger nutzt, zahlt effektiv deutlich weniger als bei jedem Abo-Modell.

Der Monatsabo-Preis beträgt 4,99 Dollar für 500 GB und 9,99 Dollar für 2 TB. Ein Jahresabo kostet 49,99 Dollar (500 GB) beziehungsweise 99,99 Dollar (2 TB). Für den Gratis-Einstieg stellt pCloud 2 GB zur Verfügung. Das Gratis-Kontingent lässt sich durch das Einladen von Freunden, das Verbinden von Social-Media-Konten und das Abschließen von Einführungsaufgaben auf bis zu 10 GB erweitern.

Der wichtigste technische Unterschied zu Proton Drive und Tresorit liegt in der Standardverschlüsselung. pCloud schützt Dateien serverseitig mit AES-256, was bedeutet, dass pCloud selbst theoretisch auf Ihre Daten zugreifen kann, wenn der Server kompromittiert wird oder eine Behörde einen Datenzugriff anordnet. Für die meisten Anwender, die primär Fotos, Videos und Alltagsdokumente sichern wollen, ist das kein Problem im praktischen Sinne. Wer journalistische Recherchen, Rechtsberatungsunterlagen oder medizinische Daten speichert, sollte jedoch das Crypto-Add-on aktivieren oder zu einem reinen E2EE-Dienst wechseln.

Die pCloud Drive-Funktion bindet den Cloud-Speicher als virtuelle Festplatte in das Betriebssystem ein, ohne Dateien lokal zu spiegeln. Das spart Festplattenplatz und funktioniert unter Windows, macOS und Linux besonders ausgereift. Zusätzlich bietet pCloud integriertes Medien-Streaming: Videos und Musik lassen sich direkt aus der Cloud abspielen, ohne sie zuerst herunterladen zu müssen. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Proton Drive und Tresorit, die diese Funktion nicht oder nur rudimentär anbieten.

Die Datei-Versionierung speichert bis zu 30 ältere Versionen einer Datei, was für Privatnutzer in den meisten Fällen ausreicht. Mit dem Extended File History-Add-on verlängert sich das Fenster auf 365 Tage. Teams und Unternehmen buchen das Business-Paket für 9,99 Dollar pro Nutzer und Monat, das 5 Nutzer und jeweils 1 TB Speicher einschließt.

pCloud Crypto: Wann lohnt sich das Upgrade?

pCloud Crypto ist ein optionales Add-on, das Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für einen gesonderten Crypto-Ordner aktiviert. Nur Dateien in diesem Ordner sind vor dem Zugriff durch pCloud selbst geschützt. Alles außerhalb des Ordners bleibt serverseitig verschlüsselt, aber nicht zero-knowledge.

Das Crypto-Add-on lohnt sich dann, wenn Sie sensible Dokumente, Verträge oder persönliche Fotos schützen wollen, aber gleichzeitig die pCloud-Plattform für alltägliche Medien nutzen möchten. Der hybride Ansatz hat einen praktischen Vorteil: Medien, die nicht im Crypto-Ordner liegen, können direkt gestreamt und in der App vorgeschaut werden. Bei vollständig E2EE-verschlüsselten Diensten wie Proton Drive sind Vorschauen technisch aufwendiger, weil die Datei zuerst clientseitig entschlüsselt werden muss, bevor sie angezeigt werden kann.

Für Nutzer, die ausschließlich maximale Datensicherheit benötigen und bereit sind, für dieses Niveau zu zahlen, sind Proton Drive oder Tresorit die direktere Wahl, weil dort die E2EE ohne zusätzliche Konfiguration greift und keine hybride Architektur gepflegt werden muss.

Proton Drive im Detail: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard

Proton Drive ist Teil des Proton-Ökosystems, das 2013 am CERN von Wissenschaftlern gegründet wurde, die nach dem Snowden-Leaks-Skandal einen datenschutzkonformen E-Mail-Dienst aufbauen wollten. Der Schweizer Anbieter wurde primär durch Proton Mail bekannt, bietet aber seit 2020 auch Cloud-Speicher an. Das Alleinstellungsmerkmal ist unmissverständlich: Alle Dateien auf Proton Drive sind standardmäßig end-to-end verschlüsselt. Proton selbst kann keine gespeicherten Daten lesen, nicht im Normalbetrieb und nicht auf gerichtliche Anordnung hin.

Der Plus-Tarif kostet 4,99 Dollar pro Monat und umfasst 200 GB Speicherplatz. Das Proton Unlimited-Paket, das Mail, VPN, Passwortmanager (Proton Pass), Kalender und Drive kombiniert, kostet 12,99 Dollar pro Monat und bietet 500 GB. Für Familien und Teams gibt es Business-Tarife mit jeweils 1 TB Speicher pro Nutzer.

Proton Drive wurde 2021 von der polnischen Sicherheitsfirma Securitum einem unabhängigen Sicherheitsaudit unterzogen. Das Audit bestätigte die Integrität der Web-App und bestätigte, dass die kryptographische Implementierung keine kritischen Fehler aufweist. Proton gibt an, die Audits regelmäßig zu wiederholen und Ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Die Kryptographie-Bibliotheken, auf denen Proton Drive basiert, sind als Open Source verfügbar und können von der Community eingesehen werden.

Für österreichische Unternehmen und Organisationen, die unter die NIS2-Richtlinie oder den Cyber Resilience Act fallen, ist Proton Drives Compliance-Profil besonders relevant. Der Dienst erfüllt nach eigenen Angaben DSGVO, HIPAA (für medizinische Daten), NIS2 und DORA sowie ISO 27001. Die Serverinfrastruktur befindet sich ausschließlich in der Schweiz, was das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) als rechtliche Grundlage gibt und gleichzeitig durch den EU-Angemessenheitsbeschluss für die Schweiz DSGVO-konform ist.

Ein Nachteil im Vergleich zu pCloud ist die schwächere Linux-Unterstützung. Proton Drive ist primär für Web und mobile Geräte optimiert. Desktop-Apps für Windows und macOS wurden eingeführt, für Linux sind Nutzer jedoch auf die Web-Oberfläche oder Community-Tools angewiesen. Für Entwickler oder Server-Administratoren, die pCloud wegen seiner ausgereiften CLI-Unterstützung schätzen, ist das ein spürbares Defizit.

Das Proton-Ökosystem: Mehr als nur Cloud-Speicher

Wer Proton Drive wählt, profitiert vom gesamten Proton-Angebot unter einer Subscription. Das Proton Unlimited-Paket vereint: Proton Mail (verschlüsseltes E-Mail mit eigener Domain), Proton VPN (mit Audit-bestätigten No-Log-Richtlinien), Proton Pass (Passwortmanager), Proton Calendar und Proton Drive. Für Nutzer, die ohnehin einen sicheren E-Mail-Dienst oder ein VPN suchen, ist das Gesamtpaket für 12,99 Dollar pro Monat oft günstiger als einzelne Spezialdienste kombiniert.

Der Versionsverlauf ist tarifabhängig. Im Basis-Tarif sind es 7 Tage, in höheren Tarifen bis zu 10 Jahre. Das übertrifft pCloud (30 Tage Standard, 365 Tage gegen Aufpreis) deutlich und macht Proton Drive für Teams interessant, die bei versehentlich überschriebenen Dateien lange Wiederherstellungsfenster benötigen.

Tresorit im Detail: Unternehmensklasse mit TÜV-Zertifizierung

Tresorit wurde 2011 in Budapest gegründet und hat seinen Rechtssitz in der Schweiz. Das Unternehmen positioniert sich ausdrücklich als Business-Cloud-Speicher für datenschutzbewusste Organisationen. Privatnutzer können Tresorit verwenden, zahlen dafür aber deutlich mehr als bei Mitbewerbern.

Der günstigste Einzelnutzertarif heißt Solo und kostet 24 Dollar pro Monat für 2 TB Speicherplatz. Business-Tarife beginnen bei 28 Dollar pro Nutzer und Monat (Business Starter) und steigen auf 32 Dollar pro Nutzer und Monat (Business Standard). Einen Gratis-Tarif gibt es nicht. Das Preismodell richtet sich klar an Unternehmen, für die Datenschutz und Compliance geschäftlich notwendig sind, nicht nur wünschenswert.

Tresorts wichtigstes Alleinstellungsmerkmal gegenüber Proton Drive ist die externe Zertifizierung: Das TÜV Rheinland InterCert hat Tresorit nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert. Dazu kommen ISO/IEC 27017:2015 (Informationssicherheit in der Cloud) und ISO/IEC 27018:2019 (Schutz personenbezogener Daten in der Cloud). Für Unternehmen in regulierten Branchen wie Recht, Medizin oder Finanzwesen ist diese externe Zertifizierung ein entscheidendes Kriterium, das reine Selbstaussagen von Anbietern übertrifft.

Die Sharing-Funktionen sind bei Tresorit streng kontrollierbar. Freigegebene Dateien können mit Ablaufdaten versehen, auf bestimmte E-Mail-Adressen beschränkt und mit Download-Verboten belegt werden. Das ist besonders für Anwälte oder Steuerberater wichtig, die Mandanten Dokumente freigeben, aber keine unkontrollierte Weiterverbreitung riskieren wollen.

Tresorit Business: Compliance für österreichische Unternehmen

Österreichische Unternehmen, die unter die NIS2-Richtlinie oder das österreichische NISG 2024 fallen, müssen technische und organisatorische Maßnahmen zur Datensicherheit nachweisen können. Tresorts ISO-Zertifizierungen kombiniert mit der DSGVO-Konformität und dem Zero-Knowledge-Modell liefern diesen Nachweis direkt mit. Die Zertifikate sind öffentlich abrufbar und können in Compliance-Dokumentationen und Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) eingebunden werden.

Besonders für Branchen mit besonderem Schutzbedarf, wie Anwaltskanzleien, Arztpraxen, Steuerberatungsbüros oder Finanzdienstleister, bietet Tresorit eine klare Empfehlung. Die Kombination aus externem Audit, Zero-Knowledge-Architektur und kontrollierbaren Freigabeoptionen ist in dieser Form weder bei pCloud noch bei Proton Drive in vergleichbarer Tiefe verfügbar.

Ein Nachteil bleibt der Preis. Wer als Einzelperson 24 Dollar pro Monat für Cloud-Speicher zahlt, kann mit Proton Drive dasselbe Datenschutzniveau zu einem Fünftel des Preises erreichen. Tresorit rechtfertigt seinen Aufpreis primär durch die externe Zertifizierung und die Unternehmens-Governance-Funktionen, die für Privatnutzer keine Rolle spielen.

Verschlüsselungsarchitektur: E2EE vs. serverseitige Verschlüsselung erklärt

Der fundamentale Unterschied zwischen den drei Diensten liegt in der Frage, wer die Verschlüsselungsschlüssel kontrolliert. Bei serverseitiger Verschlüsselung, die pCloud standardmäßig einsetzt, erzeugt und speichert der Anbieter den Schlüssel selbst. Das ist praktisch, weil der Anbieter bei vergessenen Passwörtern helfen kann. Es bedeutet aber auch, dass der Anbieter technisch auf Ihre Daten zugreifen kann, und zwar auf behördliche Anordnung oder im Fall eines Datenlecks auf Serverebene.

Bei Zero-Knowledge-Verschlüsselung, die Proton Drive und Tresorit einsetzen, wird der Schlüssel ausschließlich auf Ihrem Gerät erzeugt und gespeichert. Der Cloud-Anbieter überträgt und speichert nur verschlüsseltes Material, das er selbst nicht entschlüsseln kann. Das ist die sicherere Variante, bringt aber eine Konsequenz mit sich: Vergessen Sie Ihr Passwort und haben Sie keinen Wiederherstellungsschlüssel, verlieren Sie den Zugang zu Ihren Dateien dauerhaft.

Technisch verwenden alle drei Anbieter AES-256 für die eigentliche Datenverschlüsselung. Der Unterschied liegt im Schlüsselmanagement: Bei E2EE-Diensten wird der AES-Schlüssel zusätzlich mit Ihrem öffentlichen RSA-Schlüssel verschlüsselt, bevor er auf den Server übertragen wird. Nur Ihr privater Schlüssel, der lokal auf Ihrem Gerät liegt, kann diesen Schlüssel wieder entschlüsseln. Für Angreifer, die Zugang zum Server erlangen, sind die Daten ohne Ihren privaten Schlüssel wertlos.

In der Praxis bedeutet das für österreichische Nutzer folgendes: Wer ausschließlich Fotos und persönliche Videos sichert und Cloud-Speicher primär als Backup nutzt, fährt mit pCloud komfortabler und günstiger. Wer berufliche Dokumente, Mandantenunterlagen oder medizinische Daten speichert, sollte ausschließlich E2EE-Dienste in Betracht ziehen, um den rechtlichen und ethischen Anforderungen an Vertraulichkeit zu entsprechen.

Cloudwards, eines der führenden Cloud-Storage-Review-Portale, empfiehlt in seiner 2026er Bewertung Proton Drive für Nutzer, die Datenschutz priorisieren, und pCloud für Nutzer, die Kapazität und Preis-Leistung in den Vordergrund stellen. Tresorit wird dort als die erste Wahl für Unternehmensumgebungen eingestuft, in denen externe Audits keine Option, sondern eine Anforderung sind.

Eine häufig übersehene Frage beim Thema E2EE ist die Schlüsselverteilung im Team. Bei pCloud ohne Crypto-Add-on ist das Teilen von Dateien technisch einfach, weil alle Dateien auf dem Server im Klartext liegen und der Anbieter die Zugriffsrechte verwaltet. Bei Proton Drive und Tresorit muss der öffentliche Schlüssel des Empfängers bekannt sein, damit ein verschlüsseltes Dokument geteilt werden kann. Beide Dienste lösen das im Hintergrund automatisch, wenn der Empfänger ebenfalls einen Account hat. Für anonyme Freigaben an externe Personen ohne Account funktioniert das über einen kryptographischen Link-Mechanismus, bei dem der Schlüssel im Link selbst kodiert ist und der Server ihn nie sieht.

Preisvergleich 2026: Alle Tarife im Überblick

Die folgende Preistabelle vergleicht alle relevanten Tarife, Stand Juni 2026. Alle drei Anbieter führen ihre Preise in US-Dollar. Für österreichische Kunden gelten diese Preise je nach aktuellem Wechselkurs in Euro.

AnbieterTarifSpeicherPreis/MonatPreis/JahrLifetime
pCloudGratis2 GB0 $0 $Nein
pCloudPremium500 GB4,99 $49,99 $199 $ einmalig
pCloudPremium Plus2 TB9,99 $99,99 $399 $ einmalig
pCloudUltra10 TB29,99 $299,99 $1.190 $ einmalig
pCloudBusiness1 TB/Nutzer (mind. 5 Nutzer)9,99 $/NutzerenthaltenNein
Proton DriveFree2 GB (erweiterbar auf 5 GB)0 $0 $Nein
Proton DrivePlus200 GB4,99 $47,88 $Nein
Proton DriveUnlimited500 GB inkl. Mail, VPN, Pass12,99 $107,88 $Nein
Proton DriveVisionary3 TB inkl. aller Proton-Dienste29,99 $287,88 $Nein
TresoritSolo2 TB24 $enthaltenNein
TresoritBusiness Starter1 TB/Nutzer28 $/NutzerenthaltenNein
TresoritBusiness Standard5 TB/Nutzer32 $/NutzerenthaltenNein

Fazit zum Preis: pCloud gewinnt bei Langzeitnutzern durch das Lifetime-Modell klar. Für 199 Dollar haben Sie 500 GB dauerhaft, ohne monatliche Abzüge. Proton Drive ist die günstigste E2EE-Option auf dem Markt: 4,99 Dollar pro Monat für Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Tresorit ist für Einzelpersonen mit 24 Dollar pro Monat deutlich teurer, rechtfertigt das aber durch externe ISO-Zertifizierungen, die in regulierten Branchen gesetzlich verlangt werden können.

Leistungstest: Upload-Speed, Sync und Desktop-Performance

In unabhängigen Vergleichstests (Cloudwards, 2026) synchronisierten pCloud und Proton Drive einen Testordner von je 1 GB in rund 2 Minuten und 40 Sekunden. Die Ergebnisse lagen damit nahezu gleichauf, was zeigt, dass die Unterschiede im Protokolldesign die Sync-Geschwindigkeit im Alltag kaum beeinflussen.

Tresorit benötigt aufgrund der clientseitigen Verschlüsselung geringfügig mehr Zeit. Der Upload-Vorgang erfordert zusätzliche CPU-Zeit, weil jede Datei vor dem Hochladen auf dem Gerät des Nutzers verschlüsselt wird. Bei kleinen Dateien unter 50 MB ist der Unterschied kaum messbar. Bei großen Video-Uploads ab 2 GB kann die lokale CPU zum Flaschenhals werden, besonders auf älteren Geräten oder Notebooks mit schwacher Prozessorleistung.

Für die Alltagsnutzung in Österreich, wo laut Statistik Austria die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit 2025 bei rund 100 Mbit/s lag, sind alle drei Dienste ausreichend schnell. Der Engpass liegt in der Regel bei der Internetverbindung des Nutzers, nicht beim Cloud-Dienst selbst.

pCloud punktet mit einer besonders praktischen Funktion: Selective Sync erlaubt es, nur bestimmte Ordner lokal zu spiegeln, während der Rest als virtuelle Festplatte eingebunden bleibt. Das spart erheblich lokalen Speicherplatz und funktioniert unter Windows, macOS und Linux gleichermaßen gut. Proton Drive bietet eine ähnliche Funktion, ist aber laut Nutzerbewertungen in der Umsetzung noch weniger ausgereift als pCloud.

Beim Medien-Streaming liegt pCloud klar vorne. Fotos, Videos und Musik können direkt in der App oder im Browser abgespielt werden, ohne lokale Kopien anlegen zu müssen. Das ist besonders nützlich für Nutzer, die große Medienbibliotheken verwalten und auf mehreren Geräten darauf zugreifen wollen. Proton Drive und Tresorit bieten keine vergleichbare Streaming-Funktion.

Plattformen und Gerätekompatibilität im Vergleich

Die Plattformunterstützung entscheidet darüber, ob ein Cloud-Dienst reibungslos in Ihren Alltag passt. Alle drei Anbieter unterstützen Windows, macOS, iOS und Android. Der Unterschied liegt im Detail.

pCloud ist der Linux-freundlichste der drei Dienste. Es gibt eine grafische Desktop-App und einen CLI-Client für gängige Linux-Distributionen wie Ubuntu, Debian und Arch Linux. Die virtuelle pCloud Drive-Festplatte wird als reguläres Laufwerk ins Betriebssystem eingebunden, ohne dass ein Sync-Daemon dauerhaft läuft und Ressourcen verbraucht.

Proton Drive hat seit 2024 Desktop-Apps für Windows und macOS eingeführt. Für Linux steht nur die Weboberfläche zur Verfügung. Mobile Apps für iOS und Android sind vorhanden und werden regelmäßig aktualisiert. Proton hat angekündigt, an einer Linux-Desktop-App zu arbeiten, ohne ein konkretes Veröffentlichungsdatum zu nennen.

Tresorit bietet Desktop-Apps für Windows und macOS sowie mobile Apps für iOS und Android. Die Weboberfläche ist für alle Betriebssysteme zugänglich. Für Linux gibt es nur die Web-App, keine native Desktop-Anwendung. Für Teams, die überwiegend mit Windows und macOS arbeiten, ist das kein Nachteil. Für gemischte Umgebungen mit Linux-Workstations ist pCloud die reibungsloseste Wahl.

DSGVO-Konformität: Was österreichische Nutzer und Unternehmen 2026 wissen müssen

Seit dem Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2020 ist die Frage des Serverstandorts für österreichische Unternehmen rechtlich kritisch. Daten, die auf US-amerikanischen Servern gespeichert werden, können unter den US-amerikanischen CLOUD Act fallen, der US-Behörden den Zugriff auf Daten von US-Unternehmen ermöglicht, selbst wenn diese auf europäischen Servern liegen.

pCloud bietet als einziger der drei Anbieter die Wahl des Serverstandorts: Luxemburg (EU) oder Dallas (USA). Wählen Sie bei der Registrierung den EU-Server, werden Ihre Daten ausschließlich in Luxemburg gespeichert. Das reduziert das DSGVO-Risiko erheblich, eliminiert es aber nicht vollständig, weil pCloud als Unternehmen möglicherweise US-Technologiepartner nutzt.

Proton Drive speichert alle Daten in der Schweiz. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, hat aber einen EU-Angemessenheitsbeschluss für den Datentransfer, sodass Daten in der Schweiz als DSGVO-äquivalent geschützt gelten. Proton kommuniziert explizit die Erfüllung von DSGVO, NIS2 und DORA, was für österreichische Unternehmen unter diesen Regulierungen besonders relevant ist.

Tresorit hat seinen Rechtssitz in der Schweiz und betreibt Server in der Schweiz und der EU. Das ISO/IEC 27018:2019-Zertifikat bestätigt explizit den Schutz personenbezogener Daten in der Cloud, was über Standard-DSGVO-Konformitätserklärungen hinausgeht. Für österreichische Unternehmen, die eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nach Artikel 35 DSGVO durchführen müssen, vereinfacht Tresorts Zertifikatsportfolio den Prozess erheblich, weil externe Gutachter die Zertifizierungen als Nachweis akzeptieren.

Privacy Guides, das unabhängige Datenschutzportal, empfiehlt in seiner aktuellen Ausgabe sowohl Proton Drive als auch Tresorit für datenschutzbewusste Nutzer. Der Unterschied liegt in der Art des Nachweises: Tresorts externe ISO-Audits durch TÜV Rheinland bieten einen objektiven Prüfmaßstab für externe Revisoren, während Proton Drive bei der technischen Transparenz seiner Kryptographie führt (öffentliche Audit-Berichte, Open-Source-Kryptographiebibliotheken).

5 Praxisszenarien: Welcher Dienst passt zu Ihnen?

Statt abstrakter Kriterien helfen konkrete Szenarien bei der Entscheidung.

Szenario 1: Privatnutzer mit Foto- und Videoarchiv. Ein Familienvater aus Wien sichert 1,2 TB Fotos und Videos aus 10 Jahren. Sicherheit ist wichtig, aber kein Kerngeschäft. Budgetbewusst. Empfehlung: pCloud Premium Plus (2 TB) als Lifetime-Kauf für 399 Dollar einmalig. Keine monatlichen Kosten, Video-Streaming direkt aus der Cloud, ausgereifte Desktop-Integration unter Windows und macOS.

Szenario 2: Freiberuflicher Journalist in Graz. Eine freie Journalistin recherchiert zu sensiblen politischen Themen und kommuniziert mit Quellen, die anonym bleiben müssen. Zero-Knowledge-Architektur ist nicht verhandelbar. Empfehlung: Proton Drive Unlimited (12,99 $/Monat) im Proton-Gesamtpaket. Damit hat sie verschlüsselte E-Mail, VPN und 500 GB Cloudspeicher, alles zero-knowledge auf Schweizer Servern, für weniger als 13 Dollar pro Monat.

Szenario 3: Anwaltskanzlei in Innsbruck (6 Personen). Eine Kanzlei mit 5 Anwälten und einer Verwaltungskraft muss Mandantenunterlagen DSGVO-konform speichern und extern teilen. Compliance-Nachweise sind für Rechtsanwaltskammer-Audits nötig. Empfehlung: Tresorit Business Standard (32 $/Nutzer/Monat). Die ISO-Zertifizierungen, kontrollierbaren Freigabeoptionen und Zero-Knowledge-Architektur erfüllen die berufsrechtlichen Anforderungen für Anwälte nach der österreichischen Rechtsanwaltsordnung.

Szenario 4: Startup in Wien (Entwicklungsteam, 8 Personen). Ein Tech-Startup nutzt überwiegend Linux-Server und braucht Cloud-Speicher für Code-Dokumentation, Design-Assets und Backups. Budgetbewusst, technisch versiert. Empfehlung: pCloud Business (9,99 $/Nutzer/Monat) für Linux-Nutzer wegen CLI-Support und virtueller Festplatte, Proton Drive Business wenn Datenschutz im Code-Bereich absolute Priorität hat.

Szenario 5: Österreichische NGO mit internationalen Partnern. Eine Menschenrechtsorganisation speichert sensible Berichte und teilt sie mit Partnern in Ländern mit hohem Überwachungsrisiko. Empfehlung: Proton Drive Unlimited (12,99 $/Monat). Die E2EE, Schweizer Rechtsbasis und das Proton-Gesamt-Ökosystem bieten den stärksten Datenschutz ohne den Compliance-Overhead von Tresorit. Alternativ Tresorit Business, wenn externe ISO-Zertifizierung für Drittfinanzierungen oder institutionelle Geldgeber erforderlich ist.

Expertenmeinungen 2026: Was Sicherheitsforscher empfehlen

Die unabhängige Datenschutz-Empfehlungsseite Privacy Guides stuft 2026 Proton Drive und Tresorit als empfehlenswerte E2EE-Cloud-Lösungen ein und listet beide in ihrer offiziellen Empfehlungssektion. Der entscheidende Unterschied laut Privacy Guides: Tresorts ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung durch TÜV Rheinland gibt externen Auditoren einen objektiven Prüfmaßstab. Proton Drive führt bei der technischen Transparenz, weil die Kryptographiebibliotheken open source und öffentlich auditierbar sind.

Cloudwards.net, das sich auf Cloud-Storage-Reviews spezialisiert hat, bewertet pCloud 2026 als den stärksten Generalisten: starke Speicherkapazität, reife Desktop-Integration und das einzigartige Lifetime-Modell machen es zum Marktführer für Privatnutzer ohne kritische Sicherheitsanforderungen. Für Nutzer, die E2EE wollen, empfiehlt Cloudwards jedoch, zu Proton Drive zu wechseln oder das pCloud Crypto-Add-on explizit zu aktivieren.

Das World Economic Forum Global Cybersecurity Outlook 2026 unterstreicht die zunehmende Bedeutung datenschutzkonformer Cloud-Dienste: Cloud-Technologien werden von 94 Prozent der Befragten als zweitwichtigste Technologie für Cybersicherheit 2026 eingestuft, direkt nach künstlicher Intelligenz. Für Unternehmen in der DACH-Region gilt: Die Wahl des Cloud-Anbieters ist keine rein technische, sondern eine rechtliche und strategische Entscheidung mit direkten Auswirkungen auf NIS2-Compliance und DSGVO-Haftung.

Tom’s Guide bewertet in seiner 2026er Liste der besten Cloud-Speicher-Dienste alle drei Anbieter positiv, hebt aber hervor, dass kein Anbieter in dieser Kategorie ein einheitliches Nutzungserlebnis für alle Anwendungsfälle bietet. Der Ratschlag: Testen Sie die kostenlosen Einstiegsangebote (pCloud 2 GB, Proton Drive 2 GB, Tresorit-Trial) vor einer Kaufentscheidung, um die Oberfläche und die Desktop-Integration im eigenen Umfeld zu evaluieren.

Im österreichischen Kontext ist zu beachten, dass das Bundesamt für Informationssicherheit (BVT) und die Datenschutzbehörde (DSB) zunehmend Empfehlungen für datenschutzkonforme Cloud-Dienste im Behördenumfeld aussprechen. Private und gewerbliche Nutzer in Österreich profitieren davon, Dienste zu wählen, die bereits von europäischen Sicherheitsbehörden oder Zertifizierungsorganisationen wie TÜV Rheinland bewertet wurden. Das vereinfacht eine eventuelle Behördenanforderung oder Partnerschaftsprüfung.

Migration von Google Drive oder Dropbox: Schritt für Schritt

Wer von Google Drive oder Dropbox zu einem der drei datenschutzkonformen Dienste wechselt, folgt denselben Grundschritten, unabhängig vom Zieldienst.

Schritt 1: Bestandsaufnahme. Laden Sie alle Dateien aus Google Drive oder Dropbox als ZIP-Archiv herunter. Google Takeout ermöglicht das Export in wenigen Schritten, Dropbox bietet eine analoge Exportfunktion unter den Kontoeinstellungen.

Schritt 2: Neuen Account anlegen. Registrieren Sie sich beim Zieldienst. Bei pCloud: Serverstandort explizit auf EU (Luxemburg) setzen, da der Default je nach Region variieren kann. Bei Proton Drive: Proton-Account anlegen und die kostenlose Stufe evaluieren. Bei Tresorit: Business-Trial starten, wenn Sie das Unternehmensmodell testen wollen.

Schritt 3: Desktop-App installieren. Alle drei Dienste bieten Desktop-Apps, die einen Sync-Ordner auf Ihrem Rechner anlegen. Legen Sie die entpackten Dateien in diesen Ordner, und der Upload startet automatisch. Für große Datenmengen (über 50 GB) empfiehlt es sich, den Upload über Nacht laufen zu lassen.

Schritt 4: Geteilte Links aktualisieren. Prüfen Sie, ob Sie öffentlich geteilte Links aus Google Drive oder Dropbox in E-Mails, Webseiten oder Dokumenten eingebettet haben. Diese Links werden nach dem Kündigen des alten Kontos ungültig. Erstellen Sie neue Links im Zieldienst und aktualisieren Sie alle Referenzen vor der Kündigung.

Schritt 5: Migration testen, alten Dienst pausieren. Behalten Sie den alten Dienst für 30 bis 60 Tage aktiv, bevor Sie ihn kündigen. So haben Sie Zeit, fehlende Dateien nachzuziehen und zu prüfen, ob alle geteilten Ordner im Team korrekt übergegangen sind. Alle Teammitglieder müssen koordiniert migrieren, da geteilte Ordner in der Regel nicht automatisch übertragen werden.

Besonderheit bei Proton Drive und Tresorit: Da beide Dienste E2EE einsetzen, können Dateien nach dem Upload nicht mehr auf dem Server gelesen werden. Wenn Sie Ihr Passwort verlieren, verlieren Sie unter Umständen den Zugang zu Ihren Dateien dauerhaft. Legen Sie zwingend vor der Migration eine verschlüsselte Kopie Ihres Wiederherstellungsschlüssels in einem Passwortmanager an.

Stärken und Schwächen im Überblick

BewertungskriteriumpCloudProton DriveTresorit
Preis-LeistungSehr gut (Lifetime-Modell einzigartig)Gut (günstigste E2EE-Option)Schwach für Privatnutzer (teuerste Option)
Datenschutz/VerschlüsselungMittel (serverseitig standard)Sehr gut (E2EE standard)Sehr gut (E2EE standard)
Externe ZertifizierungKeine öffentlichSecuritum-Audit (2021)ISO 27001:2022 (TÜV Rheinland)
Linux-UnterstützungSehr gut (GUI + CLI)Eingeschränkt (nur Web)Eingeschränkt (nur Web)
Medien-StreamingSehr gutEingeschränktNicht vorhanden
Unternehmens-FeaturesGutGut (Compliance-Profil)Sehr gut (ISO, Governance)
EinsteigerfreundlichkeitSehr gutGutMittel (kein Gratis-Tier)
Datei-Versionierung30 Tage standard7 Tage bis 10 JahreVorhanden, tarifabhängig
Teilen ohne AccountJaJaJa (mit Kontrollfunktionen)

Das Urteil: Welchen verschlüsselten Cloud-Dienst sollten Sie 2026 wählen?

Kein einzelner Dienst gewinnt diesen Vergleich in allen Kategorien. Die Entscheidung hängt von Ihrem persönlichen oder unternehmerischen Schwerpunkt ab. Was 2026 aber klar ist: Google Drive und Dropbox sollten für sensible Daten nicht mehr als erste Wahl gelten. Der österreichische Markt hat mit pCloud, Proton Drive und Tresorit drei ausgereifte Alternativen, die Datenschutz ernst nehmen und gesetzliche Anforderungen erfüllen.

pCloud gewinnt bei Preis und Benutzerfreundlichkeit. Das Lifetime-Modell ist einzigartig auf dem Markt und für langfristige Nutzer finanziell überlegen gegenüber Abo-Modellen. Die ausgereifte virtuelle Festplatte, das Medien-Streaming und der vollständige Linux-Support machen pCloud zum besten Allround-Cloud-Speicher für Privatnutzer, die nicht mit hochsensiblen Daten arbeiten. Wer E2EE benötigt, aktiviert das Crypto-Add-on und zahlt trotzdem weniger als bei Tresorit.

Proton Drive gewinnt bei Datenschutz zum niedrigen Preis. Für 4,99 Dollar pro Monat bietet kein anderer Anbieter Zero-Knowledge-Verschlüsselung mit Schweizer Serverstandort und einem öffentlichen Sicherheitsaudit. Wer bereits Proton Mail oder Proton VPN nutzt, kommt durch das Unlimited-Paket für 12,99 Dollar monatlich in den Genuss eines vollständigen Privacy-Ökosystems. Für Einzelnutzer mit ernsthaften Datenschutzanforderungen ist Proton Drive die klare Empfehlung.

Tresorit gewinnt im Unternehmensumfeld mit Compliance-Anforderungen. Kein anderer Cloud-Dienst in diesem Vergleich kann mit einer aktuellen ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung durch TÜV Rheinland aufwarten. Für österreichische Unternehmen in regulierten Branchen, für die Datenschutz-Audits, DSGVO-Dokumentation und NIS2-Konformitätsnachweise Alltag sind, ist Tresorit die einzige Option, die diese Anforderungen direkt erfüllt. Der Aufpreis von 24 Dollar monatlich gegenüber 4,99 Dollar bei Proton Drive ist in diesem Kontext kein Preisnachteil, sondern ein Compliance-Investment mit messbarem Gegenwert.

Wenn Sie noch unsicher sind: Nutzen Sie pCloud (2 GB gratis) und Proton Drive (2 GB gratis) parallel für 30 Tage. Evaluieren Sie, welche Oberfläche besser in Ihren Arbeitsablauf passt. Für Tresorit gibt es eine Business-Trial-Phase. Danach fällen Sie die Entscheidung auf Basis echter Nutzungserfahrung statt nur auf Basis von Spezifikationstabellen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie unabhängig vom gewählten Dienst Ihre Dateien regelmäßig auf einer zusätzlichen, lokalen Backup-Quelle sichern, damit ein Ausfall des Cloud-Anbieters keine irreversiblen Datenverluste verursacht.

Alternativen: Sync.com, Internxt und Cryptomator im Kurzüberblick

pCloud, Proton Drive und Tresorit dominieren den deutschsprachigen Markt, sind aber nicht die einzigen Optionen. Drei Alternativen sind es wert, kurz erwähnt zu werden, weil sie für bestimmte Nutzungsszenarien besser passen können.

Sync.com (Kanada) ist die bekannteste Alternative mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Es bietet einen Gratis-Tarif mit 5 GB, was mehr ist als pCloud (2 GB) oder Proton Drive (2 GB ohne Erweiterungsschritte). Sync.com ist besonders für nordamerikanische Nutzer interessant, weil die Server in Kanada stehen, das dem amerikanischen CLOUD Act nicht unterliegt. Für österreichische Nutzer ist der fehlende EU-Serverstandort ein möglicher Nachteil gegenüber Proton Drive.

Internxt (Spanien) ist der technologisch fortschrittlichste Anbieter in diesem Vergleich. Das Unternehmen setzt als eines der ersten Cloud-Speicher-Dienste auf Post-Quantum-Kryptographie, also auf Algorithmen, die auch dem Angriff durch Quantencomputer standhalten sollen. Internxt ist vollständig Open Source, was unabhängige Code-Reviews ermöglicht. Die Infrastruktur ist dezentralisiert: Dateien werden fragmentiert und auf mehrere Serverknoten verteilt, ähnlich wie bei BitTorrent. Für sicherheitsbewusste Nutzer, die keine Kompromisse bei der Zukunftssicherheit der Verschlüsselung machen wollen, ist Internxt eine ernstzunehmende Option.

Cryptomator (Deutschland) ist kein Cloud-Speicher-Dienst, sondern ein Open-Source-Tool, das jeden Cloud-Speicher mit clientseitiger Verschlüsselung nachrüstet. Wenn Sie bereits Google Drive, Dropbox oder OneDrive nutzen und nicht wechseln wollen, können Sie Cryptomator installieren: Es erstellt verschlüsselte Tresore in Ihrem bestehenden Cloud-Ordner, und nur Sie sehen die entschlüsselten Inhalte. Cryptomator ist für Privatnutzer kostenlos (Desktop) und kostet auf mobilen Geräten einmalig rund 15 Euro. Für Unternehmen gibt es kostenpflichtige Teams-Versionen. Der Nachteil: Sie bleiben von einem Drittanbieter (Google, Dropbox etc.) abhängig, dessen Serverstandort und Datenschutzpraktiken Sie nicht kontrollieren.

Für österreichische Nutzer, die mit einem der drei Hauptkandidaten nicht zufrieden sind, empfiehlt sich folgende Entscheidungsregel: Wollen Sie maximale Datenschutzgarantien ohne Eigenverantwortung für Schlüsselverwaltung, wählen Sie Proton Drive oder Tresorit. Wollen Sie bestehende Cloud-Dienste behalten und trotzdem verschlüsseln, nutzen Sie Cryptomator. Wollen Sie Post-Quantum-Sicherheit und volle Open-Source-Transparenz, ist Internxt die Wahl.

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Häufig gestellte Fragen

Ist pCloud wirklich sicher?

pCloud ist für die meisten Privatnutzer sicher genug. Die serverseitige AES-256-Verschlüsselung schützt Daten vor unautorisierten Dritten. pCloud selbst kann jedoch theoretisch auf Ihre Dateien zugreifen, weil das Unternehmen die Verschlüsselungsschlüssel kontrolliert. Für sensible Daten empfiehlt sich das pCloud Crypto-Add-on, das Zero-Knowledge-Verschlüsselung für einen gesonderten Ordner aktiviert. Wer maximale Datensicherheit ohne Add-ons will, wählt Proton Drive oder Tresorit.

Kann Proton Drive gehackt werden?

Kein Online-Dienst ist absolut hackersicher. Was Proton Drive unterscheidet: Selbst wenn ein Angreifer Zugang zu Proton-Servern erlangt, erhält er nur verschlüsselte Dateiblöcke, die ohne Ihren privaten Schlüssel unlesbar sind. Das unabhängige Securitum-Audit von 2021 bestätigte die Integrität der Web-App. Das eigentliche Risiko liegt bei Ihrem Endgerät: Wenn Ihr Computer kompromittiert ist, kann ein Angreifer Dateien abgreifen, bevor sie verschlüsselt werden.

Lohnt sich das pCloud Lifetime-Angebot wirklich?

Rechenbeispiel: pCloud Premium (500 GB) kostet 49,99 Dollar pro Jahr. Das Lifetime-Angebot kostet 199 Dollar einmalig. Nach knapp vier Jahren amortisiert sich der Einmalkauf. Wer pCloud länger als vier Jahre nutzt, spart danach jedes Jahr Geld. Das Lifetime-Modell setzt voraus, dass pCloud als Unternehmen weiterhin besteht, was seit der Einführung 2019 der Fall ist. Für Nutzer, die Cloud-Speicher langfristig nutzen wollen, ist es die günstigste Option auf dem Markt.

Welcher Cloud-Dienst ist DSGVO-konform für Österreich?

Alle drei Dienste können DSGVO-konform betrieben werden. Proton Drive und Tresorit erfüllen diese Anforderung am vollständigsten: Schweizer Serverstandort, Zero-Knowledge-Verschlüsselung und dokumentierte Compliance. pCloud ist DSGVO-konform, wenn Sie den EU-Server (Luxemburg) bei der Registrierung wählen. Tresorit hat zusätzlich ISO/IEC 27018:2019, das explizit den Schutz personenbezogener Daten in der Cloud zertifiziert und für Datenschutz-Folgenabschätzungen relevant ist.

Was passiert, wenn ich mein Proton Drive Passwort vergesse?

Proton bietet einen Wiederherstellungsschlüssel, den Sie bei der Kontoerstellung herunterladen können. Wenn Sie diesen Schlüssel gespeichert haben, können Sie Ihren Account wiederherstellen. Wenn nicht, sind Ihre Dateien unwiderruflich verloren. Das ist der Preis der Zero-Knowledge-Architektur: Proton selbst kann Ihr Passwort nicht zurücksetzen, weil Proton die Verschlüsselungsschlüssel nie besessen hat. Bewahren Sie den Wiederherstellungsschlüssel unbedingt in einem Passwortmanager auf.

Kann ich mit Tresorit Dateien sicher extern teilen?

Ja, das ist eine der Stärken von Tresorit. Sie können Dateien mit Ablaufdatum, Download-Verbot, Passwortschutz und Beschränkung auf bestimmte E-Mail-Adressen teilen. Der Empfänger muss keinen Tresorit-Account haben. Geteilte Dateien bleiben end-to-end verschlüsselt, bis der Empfänger sie mit dem im Link enthaltenen Schlüssel entschlüsselt. Das gibt Ihnen deutlich mehr Kontrolle als bei Dropbox- oder Google-Drive-Links.

Gibt es Alternativen zu diesen drei Diensten?

Ja. Sync.com aus Kanada bietet Zero-Knowledge-Verschlüsselung mit 5 GB Gratis-Speicher und ist besonders für nordamerikanische Nutzer beliebt. Internxt aus Spanien setzt auf Post-Quantum-Kryptographie und ist als Open-Source-Lösung für technisch versierte Nutzer interessant. Cryptomator ist kein Cloud-Dienst, sondern ein kostenloses Open-Source-Tool (aus Deutschland), das bestehende Cloud-Speicher wie Dropbox oder Google Drive mit clientseitiger Verschlüsselung nachrüstet, ohne den Anbieter zu wechseln.