Am 10. Juli 2026 verlässt Palworld nach rund zweieinhalb Jahren die Early-Access-Phase und erscheint als Version 1.0 – laut Entwickler Pocketpair das „größte Update aller Zeiten” mit einem zweiten großen Inselgebiet, der World-Tree-Region und 27 Seiten Patch Notes. Über 32 Millionen Spielerinnen und Spieler haben den Titel seit dem Start am 19. Januar 2024 ausprobiert. Wer mit Freundinnen und Freunden eine persistente Welt teilen will, die rund um die Uhr läuft – auch wenn niemand gerade online ist –, kommt an einem eigenen Palworld Dedicated Server nicht vorbei.

Diese Anleitung führt dich in 12 nachvollziehbaren Schritten durch die komplette Einrichtung eines Palworld Dedicated Server unter Linux – von der Server-Härtung über SteamCMD, die Konfigurationsdatei PalWorldSettings.ini, Firewall und systemd bis hin zur neuen REST-API, automatischen Backups und der berüchtigten Memory-Leak-Bremse. Die reine Konfiguration dauert rund 30 Minuten; den großen Download solltest du zeitlich extra einplanen. Wir richten den Server bewusst sicherheitsbewusst ein, damit er nicht zur offenen Flanke in deinem Netzwerk wird. Genau jetzt, knapp vor dem 1.0-Launch, ist der ideale Zeitpunkt: Wer seinen Server vorher aufsetzt und absichert, ist am 10. Juli startklar, statt im Ansturm an überlasteten Hostern zu scheitern.

Warum jetzt ein eigener Palworld Dedicated Server?

Palworld bietet drei Wege, gemeinsam zu spielen: ein offenes Koop-Spiel direkt aus dem Hauptmenü (maximal vier Personen), das Hosten einer Welt über die Spielsitzung deines eigenen PCs und eben den dedizierten Server. Nur die dritte Variante läuft unabhängig von deinem Spielstand, hält bis zu 32 Personen gleichzeitig aus und bleibt online, wenn dein Rechner längst aus ist. Genau das macht einen Palworld Dedicated Server für feste Gruppen, Gilden oder Community-Server attraktiv.

Die Alternative wäre, einen Palworld Server zu mieten. Anbieter wie Nitrado, G-Portal oder ZAP-Hosting nehmen dir die Einrichtung ab, kosten aber je nach Slot-Zahl monatlich zwischen rund 9 und 25 Euro und geben dir weniger Kontrolle über Betriebssystem, Mods und Backups. Wer ohnehin einen kleinen Root-Server oder VPS betreibt, fährt mit dem Selbst-Hosten meist günstiger und flexibler. Die folgende Tabelle stellt beide Wege gegenüber, damit du eine fundierte Entscheidung triffst, bevor du loslegst.

KriteriumSelbst hosten (diese Anleitung)Palworld Server mieten
Monatliche KostenVPS ab ca. 8–15 € (mit 16 GB RAM)ca. 9–25 € je nach Slots
Kontrolle über das SystemVoll (Root, OS, Kernel, Firewall)Eingeschränkt (Web-Panel)
Mods & KonfigurationUneingeschränktOft nur freigegebene Optionen
BackupsSelbst steuerbar, beliebig häufigVom Anbieter abhängig
Einrichtungsaufwandca. 30 Min + DownloadMinuten, aber Vendor-Lock-in
LernfaktorHoch (Linux, Netzwerk, Security)Gering

Ein oft übersehener Vorteil des Eigenbetriebs: Du behältst die volle Hoheit über die Sicherheit. Ein Spieleserver ist ein offener Dienst im Internet und damit ein potenzielles Ziel – sei es durch Brute-Force-Versuche auf den SSH-Zugang oder durch Volumen-Angriffe auf den Spiel-Port. In dieser Anleitung richten wir den Server deshalb von Anfang an mit einem dedizierten Benutzer, SSH-Schlüssel-Login und einer restriktiven Firewall ein. Wer einen Palworld Server erstellen will, sollte ihn auch verteidigen können – und genau dieses Wissen lässt sich anschließend auf jeden anderen selbst gehosteten Dienst übertragen.

Voraussetzungen: Hardware, Software und Versionen

Palworld ist ein speicherhungriger Server. Pocketpair empfiehlt selbst für kleine Runden rund 16 GB RAM, weil der Speicherverbrauch im Laufe einer Spielsitzung kontinuierlich wächst (mehr dazu im Abschnitt zur Memory-Leak-Mitigation). Plane lieber Reserven ein: Ein Server, der mitten im Boss-Kampf abstürzt, weil ihm der Arbeitsspeicher ausgeht, verdirbt jeder Runde den Spaß. Die folgende Tabelle gibt dir Richtwerte je nach Gruppengröße.

SpieleranzahlRAM (empfohlen)CPUSpeicherBandbreite (Upload)
1–4 Personen16 GB4 Kerne40 GB SSDab 10 Mbit/s
4–8 Personen16 GB4+ Kerne40 GB NVMeab 20 Mbit/s
8–16 Personen16–24 GB6 Kerne60 GB NVMeab 30 Mbit/s
16–24 Personen24–32 GB8 Kerne80 GB NVMeab 50 Mbit/s
24–32 Personen32 GB8+ Kerne100 GB NVMeab 100 Mbit/s

Auf der Softwareseite brauchst du wenig, aber das Richtige. Diese Anleitung nutzt Ubuntu Server 22.04 LTS oder 24.04 LTS als Basis – die Befehle funktionieren mit minimalen Anpassungen auch unter Debian 12. Für andere Distributionen passt du nur den Paketmanager an. Du benötigst:

  • Linux-Server oder VPS: Ubuntu 22.04/24.04 LTS oder Debian 12, 64-Bit, mit Root- bzw. sudo-Zugriff.
  • SteamCMD: das offizielle Kommandozeilen-Werkzeug von Valve zum Herunterladen dedizierter Server (App-ID des Palworld-Servers: 2394010).
  • Mindestens 40 GB freier Speicher: Der Server-Download liegt bei rund 12–15 GB, dazu kommen Spielstände und Backups.
  • Ein SSH-Client auf deinem lokalen Rechner (unter Windows etwa das eingebaute OpenSSH oder PuTTY).
  • Die 32-Bit-Laufzeitbibliothek lib32gcc-s1, die SteamCMD voraussetzt.

Beachte: Du brauchst keine eigene Palworld-Lizenz, um den Dedicated Server zu betreiben – der Server-Download über SteamCMD ist anonym möglich. Zum Spielen benötigt jede Person aber eine Kopie des Spiels (29,99 € auf Steam, Xbox, PS5 und Mac; alternativ im Xbox Game Pass enthalten). Falls du den Server zu Hause hinter einem Router betreibst, brauchst du außerdem Zugriff auf dessen Portfreigabe – im Rechenzentrum entfällt das, dort regelt alles die Firewall.

So funktioniert ein Palworld-Server: Ports, App-IDs und Crossplay

Bevor wir Befehle eintippen, lohnt ein Blick auf die Architektur. Der Palworld Dedicated Server ist ein eigenständiges Programm (PalServer.sh unter Linux), das über mehrere Netzwerk-Ports kommuniziert. Der wichtigste ist der Spiel-Port 8211/UDP, über den sich die Clients verbinden. Hinzu kommt der Steam-Query-Port 27015/UDP, über den Serverlisten den Status abfragen, sowie optional der Port der REST-API. Wer diese Ports nicht kennt, sucht später stundenlang nach dem Grund, warum der Server „nicht auftaucht”.

PortProtokollZweckPflicht?
8211UDPSpiel-Verkehr (Client ↔ Server)Ja
27015UDPSteam-Query / ServerlisteEmpfohlen
8212TCPREST-API (Administration)Nur lokal
22TCPSSH-FernzugriffJa (abgesichert)
25575TCPRCON (veraltet, wird abgeschaltet)Nein

Ein zentrales Konzept ist Crossplay. Palworld erlaubt es, dass Spielende von Steam, Xbox, PlayStation 5 und Mac auf demselben Server zusammenkommen. Gesteuert wird das über den Parameter CrossplayPlatforms=(Steam,Xbox,PS5,Mac) in der Konfiguration. Wichtig zu wissen: PS5- und Xbox-Spielende können ausschließlich Community-Servern beitreten, nicht per direkter IP. Damit dein Server in der offiziellen Community-Liste erscheint, musst du ihn mit dem Startparameter -publiclobby starten und die Felder PublicIP und PublicPort korrekt setzen.

RCON ist out, die REST-API ist die Zukunft

Lange Zeit steuerte man Palworld-Server über das Protokoll RCON. Das ist nun offiziell veraltet: Pocketpair empfiehlt ausdrücklich die REST-API und hat angekündigt, RCON in einem kommenden Update abzuschalten. Viele ältere Anleitungen hängen hier hinterher und lehren noch das auslaufende Verfahren. In dieser Anleitung richten wir deshalb gleich die zukunftssichere REST-API auf Port 8212/TCP ein – ausschließlich lokal erreichbar, damit niemand von außen Admin-Befehle absetzen kann. Diesen Port gibst du bewusst nicht in der Firewall frei.

VPS oder Heimserver? Den richtigen Standort wählen

Bevor du loslegst, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Läuft der Server bei dir zu Hause oder bei einem Cloud-Anbieter? Ein Heimserver kostet nichts extra, wenn die Hardware ohnehin vorhanden ist, verlangt aber eine Portweiterleitung im Router, eine stabile Upload-Bandbreite und – bei wechselnder IP – einen DynDNS-Dienst. Außerdem legst du damit deine Heim-IP-Adresse offen, was bei öffentlichen Servern ein Datenschutz- und Sicherheitsthema ist. Ein VPS oder Root-Server im Rechenzentrum bietet dagegen eine feste IP, professionelle Anbindung und entkoppelt den Spielbetrieb von deinem Heimnetz. Für Spielende in Österreich lohnt ein Standort in Mitteleuropa (etwa Wien, Frankfurt oder Nürnberg), um die Latenz niedrig zu halten. Faustregel: Für eine feste, kleine Gruppe genügt oft der Heimserver; sobald Fremde beitreten oder der Server dauerhaft laufen soll, ist der VPS die sauberere und sicherere Wahl.

Schritt 1–2: Linux-Server vorbereiten und absichern

Schritt 1 – System aktualisieren und Abhängigkeiten installieren. Melde dich per SSH auf deinem Server an und bringe zunächst alle Pakete auf den neuesten Stand. Anschließend aktivieren wir die 32-Bit-Architektur, die SteamCMD zwingend benötigt, und installieren die nötigen Bibliotheken.

# System aktualisieren
sudo apt update
sudo apt upgrade -y

# 32-Bit-Architektur aktivieren (Pflicht für SteamCMD)
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo apt update

# Abhaengigkeiten installieren
sudo apt install -y lib32gcc-s1 ca-certificates curl tar ufw

Schritt 2 – Dedizierten Benutzer anlegen und SSH absichern. Betreibe den Server niemals als root. Wir legen einen eigenen Systembenutzer palworld an, unter dem der Dienst später läuft. Das begrenzt den Schaden, falls der Server kompromittiert wird – ein Grundprinzip der Rechtevergabe, das auch für jeden anderen Dienst gilt.

# Dedizierten Benutzer ohne Login-Shell-Rechte fuer Fremde anlegen
sudo useradd -m -s /bin/bash palworld

# In den neuen Benutzer wechseln
sudo -iu palworld
whoami   # Ausgabe: palworld

Ein Spieleserver lockt automatisierte Angriffe an. Der wichtigste Schutz ist der SSH-Zugang: Deaktiviere die Passwort-Anmeldung und nutze stattdessen einen SSH-Schlüssel. Wie das sauber funktioniert, zeigt unser Leitfaden SSH-Key einrichten: Server härten in 10 Schritten im Detail. Ergänzend solltest du wiederholte Fehlversuche automatisch blockieren lassen – dafür ist Fail2ban das Werkzeug der Wahl. Beide Maßnahmen kosten zusammen keine zehn Minuten und verhindern den häufigsten Übernahmeweg überhaupt: das Durchprobieren schwacher Passwörter.

Output-Beispiel: Nach sudo -iu palworld sollte whoami den Namen palworld ausgeben und pwd auf /home/palworld zeigen. Stimmt das, hast du die Basis sauber gelegt und arbeitest ab jetzt im richtigen Kontext weiter.

Schritt 3–4: SteamCMD installieren und Palworld-Server herunterladen

Schritt 3 – SteamCMD herunterladen. SteamCMD ist Valves offizielles Werkzeug, um dedizierte Server ohne grafische Oberfläche zu installieren. Wir laden es direkt von den Steam-Servern in das Home-Verzeichnis unseres palworld-Benutzers. Stelle sicher, dass du noch als palworld angemeldet bist.

# Verzeichnis anlegen und SteamCMD entpacken
mkdir -p ~/steamcmd
cd ~/steamcmd
curl -sqL "https://steamcdn-a.akamaihd.net/client/installer/steamcmd_linux.tar.gz" | tar zxvf -

# Kurzer Testlauf (laedt SteamCMD-Updates und beendet sich)
./steamcmd.sh +quit

Schritt 4 – Den Palworld Dedicated Server installieren. Jetzt folgt der eigentliche Download. Mit +login anonymous meldest du dich ohne Konto an, +app_update 2394010 validate lädt den Server und prüft die Dateien auf Vollständigkeit. Der Parameter +force_install_dir legt das Zielverzeichnis fest. Je nach Anbindung dauert dieser Schritt einige Minuten – die 12 bis 15 GB sind der zeitintensivste Teil der gesamten Einrichtung.

cd ~/steamcmd
./steamcmd.sh +force_install_dir /home/palworld/palserver \
  +login anonymous \
  +app_update 2394010 validate \
  +quit

Output-Beispiel: Am Ende eines erfolgreichen Downloads erscheint eine Zeile wie Success! App '2394010' fully installed. Sollte stattdessen 0x202 oder ein Disk-Write-Fehler auftauchen, ist meist der Speicherplatz erschöpft – prüfe mit df -h, ob noch genügend frei ist. Tritt 0x602 auf, war die Verbindung instabil; in dem Fall genügt es, den Befehl erneut auszuführen, da validate nur die fehlenden Teile nachlädt.

Zwei häufige SteamCMD-Stolpersteine an dieser Stelle: Erstens muss der Download unter dem Benutzer palworld laufen, nicht als root – sonst gehören die Dateien später dem falschen Benutzer und der systemd-Service scheitert mit Rechteproblemen. Kontrolliere mit whoami, dass du im richtigen Kontext bist. Zweitens fehlt auf frisch installierten Systemen manchmal die 32-Bit-Bibliothek; erscheint die Meldung error while loading shared libraries, hast du wahrscheinlich lib32gcc-s1 aus Schritt 1 übersprungen. Installiere sie nach und wiederhole den Befehl. Der Parameter validate macht den Download robust: Er prüft Prüfsummen und lädt nur beschädigte oder fehlende Dateien neu – ideal, um nach einem abgebrochenen Download einfach erneut zu starten.

Schritt 5–6: Erststart und PalWorldSettings.ini anlegen

Schritt 5 – Den Server zum ersten Mal starten. Der erste Start erzeugt die Verzeichnisstruktur und die noch leere aktive Konfigurationsdatei. Wechsle in das Server-Verzeichnis und führe das Startskript aus. Nach etwa zehn bis zwanzig Sekunden, sobald in der Konsole Setting breakpad minidump AppID und die Initialisierung erscheinen, kannst du den Server mit Strg + C wieder beenden.

cd ~/palserver
./PalServer.sh

# Nach ca. 15 Sekunden mit Strg + C beenden.
# Damit wurden die Konfigurationsordner erzeugt.

Schritt 6 – Die Konfigurationsvorlage übernehmen. Palworld liefert eine Vorlage namens DefaultPalWorldSettings.ini im Server-Stammverzeichnis mit. Diese Datei darfst du nicht direkt bearbeiten – sie dient nur als Vorlage. Stattdessen kopierst du ihren Inhalt in die aktive Datei unter Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini. Genau dort liest der Server seine Einstellungen aus.

# Vorlage in die aktive Konfigurationsdatei kopieren
cp ~/palserver/DefaultPalWorldSettings.ini \
   ~/palserver/Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini

# Aktive Datei zum Bearbeiten oeffnen
nano ~/palserver/Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini

Ein häufiger Anfängerfehler: die Einstellungen in der DefaultPalWorldSettings.ini ändern und sich dann wundern, warum nichts greift. Merke dir die Regel – Vorlage lesen, aktive Datei bearbeiten. Die gesamte Konfiguration steht in einer einzigen, sehr langen Zeile mit dem Block OptionSettings=(...). Achte penibel darauf, beim Editieren keine Klammer und kein Komma zu zerstören, sonst startet der Server mit Standardwerten oder verweigert den Dienst.

Schritt 7: Den Palworld Dedicated Server konfigurieren

Schritt 7 – Servername, Passwort und Spielregeln festlegen. Jetzt geht es ans Eingemachte. In der Zeile OptionSettings=(...) findest du Dutzende Parameter. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten, ihre Standardwerte und unsere Empfehlung für einen stabilen, sicheren Palworld Dedicated Server. Setze unbedingt ein ServerPassword und ein starkes AdminPassword – Letzteres ist gleichzeitig das Zugangstoken für die REST-API.

ParameterStandardEmpfehlungBedeutung
ServerName“Default Palworld Server”Eigener NameAnzeigename in der Serverliste
ServerPassword“” (leer)Starkes PasswortSchutz vor Fremdzugriff
AdminPassword“” (leer)Langes ZufallspasswortAdmin- und REST-API-Token
ServerPlayerMaxNum32An RAM anpassenMaximale Spieleranzahl
bEnableInvaderEnemyTrueFalseRaids – Quelle von Memory-Leaks
RESTAPIEnabledFalseTrueAktiviert die Verwaltungs-API
RESTAPIPort82128212Lokaler API-Port
CrossplayPlatforms(Steam,Xbox,PS5,Mac)nach BedarfErlaubte Plattformen

Ein gekürztes, praxistaugliches Beispiel für die zentrale Konfigurationszeile sieht so aus (in der echten Datei steht alles in einer Zeile, hier zur Lesbarkeit umbrochen):

[/Script/Pal.PalGameWorldSettings]
OptionSettings=(Difficulty=None,DayTimeSpeedRate=1.000000,
ServerName="Pal-Server Oesterreich",
ServerDescription="Privater Koop-Server",
ServerPlayerMaxNum=16,
ServerPassword="EinGutesPasswort123",
AdminPassword="L4nges-Zufalls-Token-x9Qf",
PublicPort=8211,
RESTAPIEnabled=True,
RESTAPIPort=8212,
bEnableInvaderEnemy=False,
CrossplayPlatforms=(Steam,Xbox,PS5,Mac),
bIsUseBackupSaveData=True)

Erzeuge das AdminPassword idealerweise zufällig, etwa mit openssl rand -base64 18, und notiere es sicher in deinem Passwort-Manager. Speichere die Datei in nano mit Strg + O und Strg + X. Wenn du einen öffentlichen Community-Server betreiben willst, ergänze außerdem PublicIP mit deiner externen IP-Adresse – andernfalls lässt du das Feld leer, und der Server bleibt über Direktverbindung erreichbar.

Über die genannten Pflichtfelder hinaus lohnt ein Blick auf die Balancing-Parameter, die das Spielgefühl deiner Welt prägen. Mit ExpRate beschleunigst du den Levelaufstieg (Standard 1.0; viele Koop-Gruppen setzen 1.5 bis 2.0 für entspanntes Vorankommen). PalCaptureRate steuert, wie leicht sich Pals fangen lassen, DeathPenalty regelt, was du beim Sterben verlierst (von None bis zum Verlust aller Items), und DayTimeSpeedRate sowie NightTimeSpeedRate dehnen oder stauchen den Tag-Nacht-Zyklus. Wichtig: Diese Werte gelten für eine neue Welt unmittelbar – auf einer bestehenden Welt wirken manche Einstellungen erst nach einem Neustart oder gar nicht rückwirkend. Ändere deshalb zentrale Spielregeln möglichst, bevor die Gruppe ernsthaft startet, und kündige spätere Anpassungen vorher an.

Schritt 8: Firewall und Portfreigabe einrichten

Schritt 8 – Nur die nötigen Ports öffnen. Ein abgesicherter Server gibt ausschließlich frei, was zwingend nötig ist. Wir nutzen die ufw (Uncomplicated Firewall), die wir in Schritt 1 installiert haben. Öffne den Spiel-Port, den Query-Port und SSH – und lasse den REST-API-Port 8212 bewusst geschlossen, damit Admin-Funktionen nur lokal erreichbar sind.

# Diese Befehle als Benutzer mit sudo-Rechten ausfuehren
sudo ufw allow 22/tcp        # SSH (idealerweise auf eigene IP beschraenken)
sudo ufw allow 8211/udp      # Palworld Spiel-Port
sudo ufw allow 27015/udp     # Steam-Query / Serverliste

# REST-API (8212) wird NICHT freigegeben - nur localhost!
sudo ufw enable
sudo ufw status numbered

Output-Beispiel von ufw status: Du solltest die drei freigegebenen Ports mit Status ALLOW sehen, Port 8212 darf nicht auftauchen. Betreibst du den Server zu Hause, musst du zusätzlich im Router eine Portweiterleitung für 8211/UDP (und 27015/UDP) auf die interne IP deines Servers anlegen. Wer eine professionellere Firewall-Lösung mit getrennten Netzsegmenten einsetzen möchte, findet im Vergleich pfSense vs. OPNsense die passende Grundlage. Für den SSH-Zugang empfiehlt es sich, Port 22 nur für deine eigene IP oder über ein VPN freizugeben, statt ihn der ganzen Welt zu öffnen.

Ein verbreiteter Fehler: TCP statt UDP freigeben. Palworld nutzt für den Spielverkehr ausdrücklich UDP auf Port 8211. Gibst du versehentlich 8211/tcp frei, verbindet sich kein Client, obwohl die Firewall „offen” aussieht. Prüfe im Zweifel mit sudo ufw status, dass hinter 8211 und 27015 tatsächlich udp steht.

Schritt 9: systemd-Service für Autostart und Stabilität

Schritt 9 – Den Server als Dienst betreiben. Bisher müsstest du den Server bei jedem Neustart von Hand starten und er würde beim Schließen der SSH-Sitzung beendet. Das lösen wir mit einem systemd-Service: Er startet den Palworld Dedicated Server automatisch beim Booten, startet ihn bei Abstürzen neu, aktualisiert ihn vor jedem Start über SteamCMD und begrenzt seinen Speicherverbrauch. Lege die folgende Datei als root an.

# Datei anlegen: /etc/systemd/system/palworld.service
[Unit]
Description=Palworld Dedicated Server
After=network-online.target
Wants=network-online.target

[Service]
Type=simple
User=palworld
Group=palworld
WorkingDirectory=/home/palworld/palserver
ExecStartPre=/home/palworld/steamcmd/steamcmd.sh +force_install_dir /home/palworld/palserver +login anonymous +app_update 2394010 validate +quit
ExecStart=/home/palworld/palserver/PalServer.sh -useperfthreads -NoAsyncLoadingThread -UseMultithreadForDS
Restart=on-failure
RestartSec=10
MemoryMax=14G

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Die Startparameter -useperfthreads, -NoAsyncLoadingThread und -UseMultithreadForDS verbessern die Multithread-Leistung spürbar und gehören auf jeden ernsthaften Palworld-Server. MemoryMax=14G ist ein Sicherheitsnetz: Falls der bekannte Speicherfresser zuschlägt, beendet systemd den Dienst kontrolliert, bevor das gesamte System ins Swapping abrutscht – und startet ihn dank Restart=on-failure sauber neu. Passe den Wert an deinen verfügbaren RAM an (etwa 85–90 Prozent). Aktiviere und starte den Dienst anschließend:

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable palworld.service
sudo systemctl start palworld.service

# Status und Live-Logs pruefen
systemctl status palworld.service
journalctl -u palworld.service -f

Output-Beispiel: systemctl status sollte active (running) in Grün zeigen. In den Logs siehst du den Fortschritt der SteamCMD-Validierung, gefolgt von der Server-Initialisierung. Erscheint stattdessen activating in Endlosschleife, prüfe die Pfade in der Unit-Datei – ein falsch geschriebenes WorkingDirectory ist hier die häufigste Ursache.

Schritt 10: REST API statt RCON aktivieren

Schritt 10 – Den Server per REST-API verwalten. Da wir in der Konfiguration bereits RESTAPIEnabled=True und RESTAPIPort=8212 gesetzt haben, lauscht der Server nun lokal auf Verwaltungsbefehle. Die Authentifizierung erfolgt per HTTP Basic Auth mit dem Benutzernamen admin und deinem AdminPassword. Da der Port nicht in der Firewall offen ist, sprichst du die API ausschließlich vom Server selbst (über 127.0.0.1) an – genau so soll es sein.

# Server-Informationen abrufen
curl -s http://127.0.0.1:8212/v1/api/info \
  -u admin:DEIN_ADMIN_PASSWORT

# Aktuelle Spielerliste anzeigen
curl -s http://127.0.0.1:8212/v1/api/players \
  -u admin:DEIN_ADMIN_PASSWORT

# Ankuendigung an alle senden
curl -s -X POST http://127.0.0.1:8212/v1/api/announce \
  -u admin:DEIN_ADMIN_PASSWORT \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{"message":"Server-Neustart in 5 Minuten - bitte sicher ausloggen"}'

# Server sauber speichern und kontrolliert herunterfahren
curl -s -X POST http://127.0.0.1:8212/v1/api/shutdown \
  -u admin:DEIN_ADMIN_PASSWORT \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{"waittime":30,"message":"Wartung"}'

Output-Beispiel von /v1/api/info: ein JSON-Objekt mit Feldern wie "version", "servername" und "worldguid". Bekommst du 401 Unauthorized, stimmt das Passwort nicht oder du hast den Benutzernamen vergessen (er lautet immer admin, nicht dein Spielername). Kommt gar keine Antwort, lauscht die API nicht – kontrolliere, ob RESTAPIEnabled=True wirklich in der aktiven PalWorldSettings.ini steht und ob der Server seither neu gestartet wurde.

Vergiss RCON: Es ist abgekündigt und verschwindet. Wer heute einen Palworld Server erstellen will, baut seine gesamte Automatisierung – geplante Neustarts, Ankündigungen, Spieler-Kicks – auf der REST-API auf. Da sie schlichtes JSON über HTTP spricht, lässt sie sich mit jedem Skript, Cronjob oder Monitoring-Tool ansteuern.

Schritt 11–12: Backups, Memory-Leak-Mitigation und Beitritt

Schritt 11 – Automatische Backups einrichten. Spielstände sind kostbar – ein korrupter Save oder ein fehlgeschlagenes Update kann Wochen Fortschritt vernichten. Wir legen ein kleines Backup-Skript an, das die Spielstände komprimiert und alte Sicherungen nach sieben Tagen löscht. Anschließend automatisieren wir es per Cron.

#!/bin/bash
# Datei: /home/palworld/backup.sh
SAVE_DIR="/home/palworld/palserver/Pal/Saved"
BACKUP_DIR="/home/palworld/backups"
STAMP=$(date +%Y%m%d-%H%M%S)

mkdir -p "$BACKUP_DIR"
tar -czf "$BACKUP_DIR/palworld-$STAMP.tar.gz" -C "$SAVE_DIR" SaveGames

# Backups aelter als 7 Tage entfernen
find "$BACKUP_DIR" -name 'palworld-*.tar.gz' -mtime +7 -delete
echo "Backup erstellt: palworld-$STAMP.tar.gz"

Mach das Skript ausführbar (chmod +x /home/palworld/backup.sh) und trage es in die Crontab des palworld-Benutzers ein (crontab -e), damit es alle sechs Stunden läuft:

# Alle 6 Stunden ein Backup, taeglich um 5 Uhr ein Server-Neustart
0 */6 * * * /home/palworld/backup.sh >> /home/palworld/backup.log 2>&1
0 5 * * * /usr/bin/systemctl restart palworld.service

Der tägliche Neustart ist die zweite Säule gegen den berüchtigten Memory-Leak von Palworld: Der Server-RAM wächst über Stunden, bis es zu Rubber-Banding, Freezes oder einem OOM-Absturz kommt. Drei Maßnahmen halten das im Zaum: erstens bEnableInvaderEnemy=False in der Konfiguration (die Raid-Gegner sind eine bestätigte Leak-Quelle), zweitens das MemoryMax-Limit im systemd-Service und drittens der geplante Neustart alle 6 bis 24 Stunden. Für sensible Backups auf demselben Server lohnt sich zusätzlich eine verschlüsselte Festplatte mit LUKS, damit Spielstände und Konfiguration auch bei physischem Zugriff geschützt sind.

Ein Backup, das du nie zurückgespielt hast, ist nur eine Hoffnung – kein Schutz. Teste die Wiederherstellung deshalb einmal bewusst, bevor du sie im Ernstfall brauchst. Stoppe dazu den Dienst, entpacke ein Backup an die richtige Stelle und starte neu. Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten:

# Server stoppen, bevor du Spielstaende ueberschreibst
sudo systemctl stop palworld.service

# Gewuenschtes Backup in das Saved-Verzeichnis zurueckspielen
tar -xzf /home/palworld/backups/palworld-20260630-050000.tar.gz \
  -C /home/palworld/palserver/Pal/Saved/

# Dienst wieder starten und Logs beobachten
sudo systemctl start palworld.service
journalctl -u palworld.service -f

Bewahre mindestens eine Sicherung zusätzlich außerhalb des Servers auf – etwa per rsync oder scp auf einen anderen Rechner oder in einen Objektspeicher. Geht der gesamte Server verloren (Hardware-Defekt, gelöschter VPS), rettet dich nur eine Kopie an einem zweiten Ort. Diese 3-2-1-Regel – drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus – gilt für Spielstände genauso wie für jede andere wichtige Datei.

Schritt 12 – Dem Server beitreten und testen. Jetzt der Lohn der Mühe. Starte Palworld, wähle im Menü Multiplayer beitreten (dedizierter Server) und gib unten DEINE_SERVER_IP:8211 ein. Mit gesetztem Server-Passwort wirst du danach zur Eingabe aufgefordert. PS5- und Xbox-Spielende suchen den Server stattdessen in der Community-Liste – Voraussetzung ist der Startparameter -publiclobby und korrekt gesetzte PublicIP/PublicPort. Verbindet sich der erste Client, hast du erfolgreich einen Palworld Dedicated Server in Betrieb genommen.

Mods und Performance-Tuning für Fortgeschrittene

Sobald der Grundbetrieb steht, eröffnen sich Erweiterungsmöglichkeiten. Mods laufen bei Palworld größtenteils clientseitig; rein kosmetische oder UI-Mods muss nur der jeweilige Client installieren. Mods, die das Spielverhalten oder Werte verändern, müssen jedoch auf Server und allen Clients in identischer Version vorliegen, sonst kommt es zu Desyncs oder abgelehnten Verbindungen. Etablierte Werkzeuge dafür sind der UE4SS-Loader und kuratierte Mod-Listen aus der Community. Lege vor jeder Mod-Installation ein Backup an und teste neue Mods zuerst auf einer Kopie der Welt.

Performance feinjustieren

Drei Stellschrauben bringen am meisten. Erstens die bereits gesetzten Multithread-Startparameter. Zweitens ein schneller Datenträger: Palworld speichert häufig, weshalb eine NVMe-SSD spürbar weniger Mikroruckler verursacht als eine HDD. Drittens die Spielwelt-Parameter selbst – etwa DeathPenalty, Spawn-Raten und Basis-Limits, die den Server bei vielen Pals entlasten. Beobachte den Speicherverbrauch über die Zeit mit systemctl status palworld oder htop und justiere den Neustart-Rhythmus entsprechend. Auf stark frequentierten Servern kann ein Intervall von sechs Stunden sinnvoller sein als 24.

Wer den Server öffentlich listet, sollte ihn zusätzlich gegen Missbrauch wappnen. Ein vorgeschalteter Schutz gegen Verbindungsfluten und ein Monitoring der REST-API-Logs verhindern, dass Einzelne den Dienst lahmlegen. Konzeptionell ähnelt das dem Rate Limiting, das man auch bei Web-APIs einsetzt: Anfragen pro Zeiteinheit begrenzen und Auffälligkeiten automatisch blockieren.

Monitoring und Logs im Blick behalten

Ein Server, den niemand beobachtet, fällt immer im ungünstigsten Moment aus. Richte dir deshalb ein leichtgewichtiges Monitoring ein. Der einfachste Einstieg ist ein Cron-Skript, das alle paar Minuten den REST-API-Endpunkt /v1/api/info abfragt und dir bei Nichterreichbarkeit eine Benachrichtigung schickt. Für den Ressourcenverbrauch genügt zunächst htop oder systemctl status palworld; wer es genauer mag, protokolliert RAM- und CPU-Verlauf mit Werkzeugen wie netdata oder einem Prometheus-Node-Exporter. Achte besonders auf die Speicherkurve: Steigt der RAM-Verbrauch linear und ungebremst, ist der Memory-Leak aktiv und du solltest das Neustart-Intervall verkürzen. Ein gutes Frühwarnsystem verwandelt einen plötzlichen Totalausfall in eine geplante, angekündigte Wartung – und genau das unterscheidet einen Hobby-Server von einem zuverlässigen Community-Server.

Häufige Stolperfallen beim Palworld Server erstellen

Aus unzähligen Foren-Threads und Support-Anfragen kristallisieren sich immer dieselben Fehler heraus. Wer sie kennt, spart sich Stunden der Fehlersuche. Diese fünf Stolperfallen treffen Einsteiger am häufigsten:

  • Die falsche Konfigurationsdatei bearbeitet. Änderungen gehören in Pal/Saved/Config/LinuxServer/PalWorldSettings.ini, nicht in die DefaultPalWorldSettings.ini. Letztere ist nur eine Vorlage.
  • TCP statt UDP freigegeben. Der Spiel-Port 8211 läuft über UDP. Eine TCP-Freigabe lässt keine Verbindung zu, sieht aber „offen” aus.
  • Zu wenig RAM eingeplant. 8 GB reichen nicht. Schon kleine Runden brauchen wegen des wachsenden Speicherverbrauchs 16 GB, sonst stürzt der Server nach Stunden ab.
  • Server als root betrieben. Ein kompromittierter Spieleserver mit root-Rechten bedeutet ein kompromittiertes Gesamtsystem. Immer einen eigenen Benutzer verwenden.
  • Die REST-API nach außen geöffnet. Port 8212 gehört hinter die Firewall. Wer ihn freigibt, übergibt sein AdminPassword dem ganzen Internet zur Brute-Force-Probe.

Eine sechste, subtile Falle betrifft Updates: Nach jedem größeren Palworld-Patch – und ganz besonders zum 1.0-Launch – müssen Server und Client dieselbe Version haben. Läuft dein Server dank des ExecStartPre-Schritts automatisch im Update, deine Mitspielenden hängen aber auf einer alten Client-Version fest, scheitert die Verbindung mit einer Versions-Fehlermeldung. Kommuniziere große Updates vorab in der Gruppe.

Troubleshooting: 8 typische Probleme und Lösungen

Wenn etwas nicht läuft, hilft systematisches Vorgehen mehr als wildes Herumprobieren. Die folgende Tabelle bündelt die acht häufigsten Probleme rund um den Palworld Dedicated Server samt wahrscheinlicher Ursache und Lösung.

SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
Server taucht nicht in der Liste auf27015/UDP blockiert oder -publiclobby fehltQuery-Port freigeben, Startparameter ergänzen
„Connection timed out” beim Beitritt8211/UDP nicht (richtig) freigegebenUDP-Freigabe und Router-Weiterleitung prüfen
Server stürzt nach Stunden abMemory-Leak / zu wenig RAMbEnableInvaderEnemy=False, Neustart-Cron, mehr RAM
Einstellungen werden ignoriertFalsche oder defekte INI-DateiAktive PalWorldSettings.ini prüfen, Syntax kontrollieren
REST-API liefert 401Falsches Passwort oder BenutzerBenutzer admin + korrektes AdminPassword
SteamCMD: Disk-Write-FehlerSpeicherplatz erschöpftdf -h prüfen, Platz schaffen, neu laden
systemd hängt in „activating”Falsche Pfade in der Unit-DateiWorkingDirectory/ExecStart korrigieren
Versions-Fehler beim VerbindenServer und Client unterschiedlichBeide auf dieselbe Version aktualisieren

Dein wichtigstes Diagnosewerkzeug ist journalctl -u palworld.service -f. Die Live-Logs zeigen, ob der Server überhaupt startet, an welcher Stelle er hängt und ob SteamCMD-Updates durchlaufen. Reproduzierst du ein Problem, lies zuerst das Log, bevor du Einstellungen änderst – meist nennt es die Ursache direkt. Für Netzwerkprobleme prüfst du mit ss -tulpn | grep -E '8211|27015|8212', ob der Server auf den erwarteten Ports lauscht.

Palworld 1.0 am 10. Juli 2026: So bereitest du deinen Server vor

Der 1.0-Launch ist mehr als ein Versionssprung. Pocketpair verdoppelt die Spielwelt mit einer zweiten Hauptinsel und der World-Tree-Region, führt eine tiefere Erzählung ein und liefert nach eigenen Angaben 27 Seiten Patch Notes. Für Server-Betreibende heißt das: Der Update-Download wird groß, und der erste Start nach dem Patch kann länger dauern als gewohnt. Wer seinen Palworld Dedicated Server jetzt sauber aufsetzt und absichert, muss am 10. Juli nur noch das Update durchlaufen lassen – statt unter Zeitdruck mit der Einrichtung zu beginnen.

Drei Dinge solltest du vor dem Launch erledigen. Erstens: ein vollständiges Backup deiner aktuellen Welt, bevor das Update läuft – Pocketpair betont zwar, dass kein Wipe nötig ist, empfiehlt für das beste Erlebnis aber ohnehin einen Neuanfang. Zweitens: genügend Speicherplatz freihalten, denn das große Update braucht temporär zusätzlichen Platz. Drittens: deine Mitspielenden informieren, damit alle gleichzeitig aktualisieren und Versionskonflikte vermieden werden. Da unser systemd-Service den Server über ExecStartPre bei jedem Neustart automatisch aktualisiert, genügt nach dem Launch ein sudo systemctl restart palworld.service – den Rest erledigt SteamCMD.

Plane den Neustart bewusst außerhalb der Stoßzeiten und kündige ihn über die REST-API an. So vermeidest du, dass jemand mitten im Spiel aus einer unspeicherbaren Situation geworfen wird. Ein ruhiger, vorbereiteter Übergang ist der Unterschied zwischen einem reibungslosen 1.0-Start und einem Abend voller Fehlermeldungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich eine Palworld-Lizenz, um einen Dedicated Server zu betreiben?

Nein. Der Server-Download über SteamCMD läuft anonym mit der App-ID 2394010 – dafür ist kein Konto und keine Lizenz nötig. Zum Mitspielen benötigt allerdings jede Person eine eigene Kopie von Palworld (29,99 € auf Steam, Xbox, PS5 und Mac oder im Xbox Game Pass enthalten).

Wie viele Spieler verträgt ein Palworld Dedicated Server?

Technisch sind bis zu 32 Personen gleichzeitig möglich. In der Praxis entscheidet die Hardware: Für 32 Slots solltest du 32 GB RAM und eine starke CPU einplanen. Für die meisten privaten Gruppen sind 8 bis 16 Slots auf 16 GB RAM ein guter, stabiler Kompromiss.

Lohnt es sich, einen Palworld Server zu mieten statt selbst zu hosten?

Wer keinen Server administrieren möchte, fährt mit einem gemieteten Angebot bequemer. Selbst hosten ist meist günstiger, flexibler und lehrreicher – du behältst volle Kontrolle über Mods, Backups und Sicherheit. Diese Anleitung richtet sich an alle, die diesen Weg gehen wollen.

Warum sollte ich RCON nicht mehr verwenden?

RCON ist bei Palworld offiziell veraltet und wird in einem kommenden Update abgeschaltet. Pocketpair empfiehlt stattdessen die REST-API auf Port 8212. Sie spricht JSON über HTTP, ist einfacher zu automatisieren und sollte ausschließlich lokal erreichbar bleiben.

Können PS5- und Xbox-Spieler meinem Server beitreten?

Ja, über Crossplay – allerdings nur via Community-Liste, nicht per direkter IP-Eingabe. Dafür musst du den Server mit dem Parameter -publiclobby starten und PublicIP sowie PublicPort korrekt setzen. Die erlaubten Plattformen steuerst du über CrossplayPlatforms.

Wie verhindere ich, dass der Server ständig abstürzt?

Die häufigste Absturzursache ist der Memory-Leak. Setze bEnableInvaderEnemy=False, begrenze den Speicher per MemoryMax im systemd-Service und plane regelmäßige Neustarts (alle 6 bis 24 Stunden) per Cron. Genügend RAM – mindestens 16 GB – ist die wichtigste Grundlage.

Muss ich meinen Server für Palworld 1.0 neu aufsetzen?

Nein. Der Einrichtungsweg über SteamCMD und App-ID 2394010 bleibt identisch. Zum Launch am 10. Juli 2026 lädt der Server das Update automatisch über den ExecStartPre-Schritt. Lege vorher ein Backup an, halte Speicherplatz frei und informiere deine Gruppe.

Welche Ports muss ich in der Firewall öffnen?

Öffne 8211/UDP (Spiel), 27015/UDP (Serverliste) und 22/TCP (SSH, idealerweise auf deine IP beschränkt). Den REST-API-Port 8212 lässt du bewusst geschlossen, damit Admin-Funktionen nur lokal erreichbar sind.

Fazit: In 30 Minuten zum eigenen, abgesicherten Palworld-Server

Ein eigener Palworld Dedicated Server ist kein Hexenwerk – mit SteamCMD, einer sauberen PalWorldSettings.ini, einer restriktiven Firewall und einem systemd-Service läuft er stabil und rund um die Uhr. Entscheidend sind die Details, die viele Anleitungen auslassen: ein eigener Benutzer statt root, UDP statt TCP, die zukunftssichere REST-API statt des auslaufenden RCON und vor allem die Memory-Leak-Mitigation über bEnableInvaderEnemy=False und geplante Neustarts. Wer diese Punkte beherzigt, hat am 10. Juli 2026 einen Server, der den großen 1.0-Ansturm gelassen wegsteckt.

Der größte Mehrwert liegt im Nebeneffekt: Du hast dabei gelernt, einen exponierten Dienst sicher zu betreiben. Dieses Wissen – Härtung, Firewall, Rechtetrennung, Backups – überträgt sich auf jeden anderen Server, vom Web-Dienst bis zum Mailserver. Spiele also nicht nur, sondern nutze den Palworld-Server als praktische Übung in Server-Sicherheit.

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Quellen und weiterführende Links: Offizielle Palworld-Server-Dokumentation, Palworld-Konfigurationsreferenz, Valve SteamCMD-Wiki, Palworld auf Steam und Palworld bei Wikipedia.