Ein Datenleck aus dem Jahr 2022 kostet LastPass bis heute Geld, Vertrauen und Marktanteile. Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte im November 2025 eine Strafe von 1.228.283 Pfund gegen das Unternehmen, während Betroffene in den USA auf eine Sammelklagen-Zahlung von bis zu 24,45 Millionen Dollar warten. Gleichzeitig werben 1Password und Dashlane mit sauberer Weste und aktuellen Zertifizierungen. Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich stellt sich damit eine ganz praktische Frage: Welcher der drei kommerziellen Passwort-Manager verdient 2026 noch das eigene Vertrauen? Dieser Vergleich schaut auf Verschlüsselung, Audits, Preise, Funktionen und die Breach-Historie von 1Password, LastPass und Dashlane und liefert eine klare, datengestützte Einschätzung.

1Password, LastPass und Dashlane im Überblick

Alle drei Anbieter zählen zu den etablierten kommerziellen Passwort-Managern, unterscheiden sich aber deutlich in Herkunft und Ausrichtung. 1Password wurde vom kanadischen Unternehmen AgileBits entwickelt und hat sich in den vergangenen Jahren stark auf Unternehmenskunden und Compliance-Zertifikate konzentriert. LastPass ging 2021 aus einer Abspaltung von LogMeIn beziehungsweise GoTo hervor und ist seither ein eigenständiges Unternehmen, das öffentlich vor allem für die Datenpanne von 2022 bekannt ist. Dashlane wurde 2012 in Frankreich gegründet und hat seinen operativen Sitz mittlerweile in New York, mit einem Fokus auf ein aufgeräumtes Nutzererlebnis und starke Business-Pakete.

Wichtig für die Einordnung: Alle drei Produkte sind geschlossene, kommerzielle Cloud-Dienste. Wer stattdessen einen quelloffenen Ansatz sucht, findet auf shattered.io eigene Vergleiche zu Bitwarden gegen 1Password und zu KeePassXC gegen Bitwarden. Der vorliegende Artikel behandelt bewusst nur die drei großen proprietären Anbieter, weil sich gerade hier 2025 und 2026 die interessantesten Unterschiede bei Audits und Vorfällen zeigen.

Auch bei den Business-Tarifen tummeln sich weitere Namen wie NordPass und Keeper, die im gesonderten Vergleich NordPass gegen Dashlane und Keeper bereits gegenübergestellt wurden. Der Fokus dieses Artikels liegt bewusst auf der Kombination 1Password, LastPass und Dashlane, weil diese drei Anbieter zusammen die längste, öffentlich am besten dokumentierte Geschichte an Audits, Preisänderungen und einem schweren Sicherheitsvorfall vorweisen. Genau dieser Kontrast zwischen einer sauberen Zertifizierungshistorie, einem dokumentierten Breach und einer eher zurückhaltenden Kommunikationsstrategie macht den Dreiervergleich für sicherheitsbewusste Leserinnen und Leser besonders aufschlussreich.

Der Vergleich 1Password vs LastPass vs Dashlane lohnt sich 2026 besonders, weil sich die drei Anbieter in den vergangenen zwölf Monaten in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. 1Password hat die Preise erhöht und gleichzeitig seine Zertifizierungen ausgebaut. LastPass hat mit der Zahlung von Entschädigungen begonnen und wirbt trotzdem aktiv um neue Kundschaft. Dashlane positioniert sich als der günstigere, familienfreundlichere Anbieter mit großzügigem Nutzerlimit.

Für die Auswahl spielt außerdem eine Rolle, wie die drei Unternehmen organisiert sind. 1Password betreibt sein Geschäft heute weitgehend eigenständig und hat die Produktpalette in Richtung Unternehmens- und Entwicklerkunden erweitert, etwa mit Secrets-Management für DevOps-Teams. LastPass agiert seit der Trennung von GoTo als reiner Passwort-Manager-Anbieter und musste die eigene Position nach der Datenpanne von 2022 aktiv neu aufbauen. Dashlane hat sich in den vergangenen Jahren stärker auf Business-Kunden und den nordamerikanischen Markt konzentriert, bleibt aber auch im Konsumentensegment mit dem Friends-&-Family-Paket präsent. Diese unterschiedlichen Strategien erklären zum Teil, warum sich Preise, Zertifizierungen und Kommunikation der drei Anbieter 2026 so deutlich unterscheiden.

Sicherheitsarchitektur: Verschlüsselung und Zero-Knowledge im Detail

Alle drei Passwort-Manager werben mit einer Zero-Knowledge-Architektur. Das bedeutet: Die Daten werden vor der Übertragung an die Server auf dem Gerät verschlüsselt, sodass der Anbieter selbst den Tresorinhalt nicht einsehen kann. In der technischen Umsetzung gibt es aber Unterschiede, die für die Sicherheitsbewertung relevant sind.

1Password verschlüsselt Tresordaten mit AES-GCM-256. Der Tresorschlüssel wird über PBKDF2-HMAC-SHA256 mit 650.000 Iterationen aus dem Kontopasswort abgeleitet und zusätzlich mit einem 128-Bit-Geheimschlüssel kombiniert, der das Gerät nie verlässt. Für die Anmeldung setzt 1Password auf das SRP-Protokoll (Secure Remote Password), wodurch ein passwortäquivalenter Wert nie an die Server übertragen wird. Diese Details bestätigt der Anbieter auf seiner offiziellen Sicherheitsseite.

LastPass gibt auf seiner Seite zum Zero-Knowledge-Modell an, Tresordaten mit AES-256 zu verschlüsseln und den Schlüssel über 600.000 Runden PBKDF2-SHA-256 samt Salting abzuleiten. Das Master-Passwort verlässt laut Unternehmensangabe nie das Endgerät, und die Entschlüsselung findet ausschließlich lokal statt. Auf dem Papier ist das ein solides Verfahren, allerdings zeigte gerade der Vorfall von 2022, dass eine starke Verschlüsselung allein nicht ausreicht, wenn Angreifer an anderer Stelle in die Infrastruktur eindringen.

Dashlane nutzt laut eigener Sicherheitsdokumentation den Modus AES256-CBC-HMAC für Vertraulichkeit und Integrität der Tresordaten. Für die Schlüsselableitung kommt Argon2d mit drei Iterationen, 32 MB Speicherkosten und zwei Threads zum Einsatz. Argon2 gilt als moderner und GPU-resistenter als klassisches PBKDF2, weil der hohe Speicherbedarf spezialisierte Cracking-Hardware ausbremst. In der reinen Kryptografie-Theorie hat Dashlane damit einen leichten Vorteil bei der Ableitungsfunktion, während 1Password und LastPass auf das etablierte, aber rechnerisch günstigere PBKDF2 setzen.

Für Leserinnen und Leser ohne Kryptografie-Hintergrund lässt sich das so zusammenfassen: Alle drei Verfahren gelten aktuell als sicher, solange ein ausreichend starkes Master-Passwort verwendet wird. Der Unterschied zwischen PBKDF2 mit hoher Iterationszahl und Argon2d ist in der Praxis klein, wird aber in Fachkreisen zunehmend zugunsten von Argon2 diskutiert.

Praktisch bedeutet die Wahl der Ableitungsfunktion vor allem eines: Wie teuer wird es für Angreifer, ein gestohlenes, verschlüsseltes Vault-Backup offline durchzuprobieren, falls sie doch einmal an eine Kopie gelangen? PBKDF2 lässt sich mit spezialisierter Grafikkarten-Hardware relativ effizient parallelisieren, auch wenn hohe Iterationszahlen wie 600.000 oder 650.000 Runden diesen Prozess spürbar verlangsamen. Argon2 wurde gezielt so entworfen, dass es viel Arbeitsspeicher benötigt, was genau diese Art von Parallelisierung auf Grafikkarten erschwert. Der Unterschied wird erst relevant, wenn ein Master-Passwort ohnehin schwach gewählt wurde, denn ein langes, zufälliges Passwort macht beide Verfahren in der Praxis nahezu gleich robust.

Die LastPass-Datenpanne 2022: Was wirklich passiert ist

Kein anderer Vorfall prägt die Wahrnehmung kommerzieller Passwort-Manager so stark wie die LastPass-Datenpanne von 2022. Laut Berichten von TechCrunch und einer Analyse von Sophos nutzten Angreifer gestohlene Cloud-Zugangsdaten eines Mitarbeiters, um eine Kopie der Kunden-Tresor-Backups aus einem AWS-S3-Speicher zu kopieren. Betroffen waren sowohl unverschlüsselte Metadaten wie Website-URLs als auch verschlüsselte Tresorinhalte mit Passwörtern und Notizen. Der ausführliche Bericht von BleepingComputer zeigt zusätzlich, dass die Angreifer über mehrere Tage unbemerkt internen Zugriff hatten, bevor der Einbruch aufflog.

Die Folgen ziehen sich bis in die Gegenwart. Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte im November 2025 eine Geldstrafe von 1.228.283 Pfund gegen LastPass UK Ltd und stellte fest, dass die Datenpanne bis zu 1,6 Millionen britische Nutzerinnen und Nutzer betraf. Parallel dazu einigte sich LastPass in einem US-Sammelklagenverfahren 2026 auf Zahlungen von insgesamt bis zu 24,45 Millionen Dollar. Betroffene Kundinnen und Kunden mit Premium-, Familien- oder Business-Konten können demnach eine pauschale Entschädigung von 25 Dollar erhalten, dokumentierte gewöhnliche Schäden werden bis zu 300 Dollar erstattet, außergewöhnliche Schäden bis zu 10.000 Dollar. Für nachweislich gestohlene Kryptowährungen steht laut Vergleich ein separater Topf von bis zu 900.000 Dollar pro Antragstellendem zur Verfügung.

Wie ernst die Kryptowährungs-Dimension des Vorfalls war, zeigen weitere Zahlen: Analysen sprechen von mehr als 150 Millionen Dollar an nachweislich gestohlenen Kryptowährungen, die bis Ende 2023 auf kompromittierte LastPass-Tresore zurückgeführt wurden. US-Behörden konnten im März 2025 immerhin 23 Millionen Dollar der gestohlenen Gelder sicherstellen. Für den Vergleich 1Password vs LastPass vs Dashlane ist dieser Fall zentral, weil er zeigt, dass selbst eine an sich solide Verschlüsselung einen Diebstahl der Zugangsschlüssel zur Infrastruktur nicht verhindern konnte. Weder 1Password noch Dashlane verzeichnen bislang einen vergleichbaren, öffentlich bestätigten Vorfall dieser Größenordnung.

Bemerkenswert ist außerdem der zeitliche Ablauf der Offenlegung. LastPass informierte die Öffentlichkeit zunächst nur über einen begrenzten Vorfall im August 2022, bevor das Unternehmen im Dezember desselben Jahres in einem aktualisierten Blogbeitrag einräumen musste, dass tatsächlich vollständige Tresor-Backups entwendet worden waren. Genau diese schrittweise, nachträglich korrigierte Kommunikation sorgte in der Sicherheitsbranche für zusätzliche Kritik, da Kundinnen und Kunden über Monate hinweg keine vollständige Einschätzung des eigenen Risikos vornehmen konnten. Für den heutigen Vergleich bleibt relevant, dass ein technisch robustes Verschlüsselungsverfahren seinen Wert nur dann entfaltet, wenn ein Unternehmen im Ernstfall auch schnell und vollständig informiert.

Audits und Zertifizierungen 2026: Wer zeigt was?

Transparenz bei Audits ist nach der LastPass-Panne zu einem zentralen Verkaufsargument geworden. 1Password verweist auf seiner Sicherheitsseite explizit auf eine SOC-2-Type-II-Zertifizierung sowie ISO-27001:2022- und verwandte Zertifikate. Diese Nachweise werden regelmäßig erneuert und sind öffentlich dokumentiert, auch wenn 1Password die genauen Prüfberichte selbst nicht vollständig veröffentlicht.

LastPass veröffentlicht ein ausführliches Dokument zu technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) sowie ein separates Whitepaper zum Zero-Knowledge-Modell. Beide Dokumente beschreiben die Architektur detailliert, enthalten aber keinen aktuellen, konkret benannten externen Penetrationstest oder eine SOC-2-Bescheinigung mit Datum für 2025 oder 2026. Für ein Unternehmen, das erst vor wenigen Jahren Ziel eines schweren Infrastruktur-Einbruchs war, ist das eine auffällige Lücke in der öffentlichen Kommunikation.

Dashlane veröffentlicht mit seinem “Security Principles & Architecture”-Whitepaper und einem separaten “Security at a Glance”-Datenblatt, aktualisiert im Jänner 2026, ebenfalls sehr detaillierte technische Unterlagen. Auch hier fehlt jedoch ein öffentlich benannter, datierter externer Pentest-Bericht für den aktuellen Zeitraum. Insgesamt zeigt sich: 1Password hat die klarste, extern nachprüfbare Zertifizierungslage, während LastPass und Dashlane vor allem auf ausführliche, aber selbst verfasste Architektur-Dokumentation setzen.

Für österreichische Unternehmen, die im Rahmen von Artikel 28 DSGVO eine Auftragsverarbeitung sauber dokumentieren müssen, ist die Verfügbarkeit belastbarer, extern geprüfter Nachweise ein handfestes Auswahlkriterium und nicht nur eine Marketingfrage. Ein SOC-2-Bericht mit konkretem Prüfzeitraum lässt sich einem Auditor oder einer Aufsichtsbehörde vorlegen, ein allgemein gehaltenes Whitepaper zur Sicherheitsarchitektur dagegen nur schwer als eigenständiger Nachweis verwenden. Das erklärt, warum IT-Abteilungen bei der Anbieterauswahl inzwischen gezielt nach dem Ausstellungsdatum und dem Geltungszeitraum eines Zertifikats fragen, statt sich mit allgemeinen Sicherheitsversprechen zufriedenzugeben.

Preisvergleich 2026: Was kosten die drei Passwort-Manager wirklich?

Die Preise werden von allen drei Anbietern in US-Dollar angegeben und bei der Abrechnung je nach Zahlungsmethode in Euro umgerechnet. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Einzel- und Familientarife bei jährlicher Abrechnung.

AnbieterEinzelplan (pro Monat)Einzelplan (pro Jahr)Familienplan (pro Monat)Nutzer im FamilienplanKostenlose Version
1Password3,99 $47,88 $5,99 $bis 6Nein, nur 14 Tage Testphase
LastPass3,00 $ca. 36 $4,00 $bis 6Eingeschränkte Basisversion
Dashlane4,99 $59,99 $7,49 $ (Friends & Family)bis 10Eingeschränkte Basisversion

Auffällig ist die Preisentwicklung bei 1Password. Im März 2026 erhöhte das Unternehmen den Einzelplan von 35,88 Dollar auf 47,88 Dollar pro Jahr, ein Aufschlag von rund 33 Prozent. Der Familienplan stieg im selben Schritt von 59,88 auf 71,88 Dollar pro Jahr, ein Plus von 20 Prozent. Damit ist 1Password inzwischen der teuerste der drei Anbieter im Einzeltarif, bietet dafür aber die umfassendsten Zertifizierungen.

LastPass bleibt trotz der Reputationsschäden aus 2022 preislich das günstigste Angebot der drei Anbieter im Familientarif. Dashlane positioniert sich preislich in der Mitte, punktet aber mit bis zu zehn Nutzerkonten im Friends-&-Family-Paket, doppelt so vielen wie bei der Konkurrenz. Für größere Haushalte oder Wohngemeinschaften in Österreich kann allein diese Nutzerzahl den Ausschlag geben.

Für österreichische Kundinnen und Kunden kommt hinzu, dass alle drei Anbieter in US-Dollar abrechnen und die tatsächliche Belastung auf der Kreditkarte oder über PayPal je nach Wechselkurs und Fremdwährungsgebühr der eigenen Bank leicht schwankt. Wer die Kosten exakt planen will, sollte vor dem Kauf beim eigenen Kreditkartenanbieter nachfragen, ob für Fremdwährungstransaktionen zusätzliche Gebühren anfallen, da diese je nach Bank zwischen 0 und 2 Prozent der Kaufsumme liegen können. Alle drei Dienste bieten außerdem Business- und Team-Tarife oberhalb der hier verglichenen Konsumentenpläne an, die pro Nutzerkonto und Monat abgerechnet werden und zusätzliche Funktionen wie zentrale Admin-Konsolen, erzwungene Sicherheitsrichtlinien und Reporting umfassen. Für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden lohnt sich in jedem Fall eine gesonderte Anfrage bei den Vertriebsabteilungen, da die Business-Preise nicht immer auf den öffentlichen Preisseiten vollständig ausgewiesen sind.

Funktionsvergleich: Passkeys, MFA, Plattformen und mehr

Neben Preis und Sicherheitsarchitektur entscheiden auch die praktischen Funktionen darüber, welcher Passwort-Manager im Alltag überzeugt. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und organisatorischen Merkmale zusammen und dient als schnelle Referenz für alle, die nicht den gesamten Artikel lesen, sondern gezielt einzelne Werte nachschlagen möchten. Wer nach dem Lesen der Tabelle noch offene Fragen hat, findet in den folgenden Abschnitten zu Benchmarks, Praxisbeispielen und dem abschließenden Urteil eine tiefere Einordnung der einzelnen Werte.

Merkmal1PasswordLastPassDashlane
VerschlüsselungAES-GCM-256AES-256AES-256-CBC-HMAC
SchlüsselableitungPBKDF2-HMAC-SHA256, 650.000 IterationenPBKDF2-SHA256, 600.000 RundenArgon2d, 3 Iterationen, 32 MB
Zero-Knowledge-ModellJaJaJa
Passkey-UnterstützungJa, inkl. Kontoentsperrung per Passkey (seit August 2026)Ja, Erstellung und Verwaltung im TresorJa, inklusive Speicherung im Tresor
Compliance-ZertifikateSOC 2 Type II, ISO 27001:2022Internes TOM-Dokument, kein aktuell benanntes SOC-2-DatumSicherheits-Whitepaper, kein aktuell benanntes SOC-2-Datum
Bekannte schwere DatenpanneKeine bestätigte Vault-Kompromittierung2022, Diebstahl verschlüsselter Tresor-BackupsKeine bestätigte Vault-Kompromittierung
Gegründet2005 (AgileBits, Kanada)2021 als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert2012 (Frankreich/USA)
Maximale Nutzer im Familientarif6610
Freie Testphase14 TageNur Basisversion kostenlosNur Basisversion kostenlos
Autofill-Testergebnis95 % Trefferquote auf 100 Websites (PCMag)Keine offizielle Prozentangabe verfügbarKeine offizielle Prozentangabe verfügbar
Preis Einzelplan pro Jahr47,88 $ca. 36 $59,99 $

Bei den Passkeys haben alle drei Anbieter 2026 nachgezogen. 1Password erlaubt inzwischen sogar, das eigene Konto per Passkey statt nur per Master-Passwort zu entsperren, eine Funktion, die seit August 2026 allgemein verfügbar ist. LastPass und Dashlane erlauben die Erstellung und Speicherung von Website-Passkeys direkt im Tresor, bieten aber bislang keine Passkey-Entsperrung für das eigene Konto in derselben Ausbaustufe.

Browser- und Geräte-Unterstützung im Vergleich

Bei der reinen Plattformabdeckung unterscheiden sich 1Password, LastPass und Dashlane kaum. Alle drei bieten Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Edge, Safari und Brave sowie native Apps für Windows, macOS, Linux, iOS und Android. Für den Alltag bedeutet das: Wer auf einem Windows-Rechner im Büro arbeitet, unterwegs ein iPhone nutzt und zu Hause einen Mac hat, findet bei jedem der drei Anbieter eine funktionierende Synchronisation über alle Geräte hinweg.

Unterschiede zeigen sich eher in Details der Umsetzung. 1Password bietet mit seiner Linux-App und der Kommandozeilen-Integration eine der ausgereiftesten Lösungen für Entwicklerinnen und Entwickler, die Zugangsdaten direkt in Skripten oder CI/CD-Pipelines abrufen wollen. LastPass konzentriert sich stärker auf klassische Desktop- und Mobil-Nutzung und bietet weniger Entwickler-Werkzeuge. Dashlane punktet mit einer aufgeräumten, für Einsteigerinnen und Einsteiger besonders zugänglichen Oberfläche, was auch die guten Usability-Bewertungen bei TechRadar erklärt. Für Unternehmen mit eigener IT-Abteilung kann die Verfügbarkeit einer Kommandozeilen-Schnittstelle oder einer API ein entscheidendes Auswahlkriterium sein, das im reinen Consumer-Vergleich häufig untergeht.

Notfallzugriff und Kontowiederherstellung

Ein oft unterschätzter Vergleichspunkt ist die Frage, was passiert, wenn eine Person das eigene Master-Passwort vergisst oder im Ernstfall nicht mehr erreichbar ist. Alle drei Anbieter setzen aus Sicherheitsgründen auf ein Zero-Knowledge-Modell, was gleichzeitig bedeutet, dass keiner der drei Anbieter ein vergessenes Master-Passwort einfach zurücksetzen kann, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer vorher Vorkehrungen getroffen haben.

1Password löst dieses Problem mit einem “Emergency Kit”, einem druckbaren Dokument mit Geheimschlüssel und Kontoinformationen, das an einem sicheren physischen Ort aufbewahrt werden sollte. LastPass bietet eine Funktion für den Notfallzugriff, bei der vertrauenswürdige Kontakte nach einer festgelegten Wartezeit Zugriff auf den Tresor erhalten können, sofern der ursprüngliche Kontoinhaber nicht widerspricht. Dashlane erlaubt ähnliche Freigabemechanismen im Rahmen der Familienpläne, mit denen andere Mitgliedskonten in einem definierten Notfall Zugriff auf bestimmte, vorher freigegebene Einträge erhalten. Für Familien und kleine Unternehmen in Österreich lohnt sich ein Blick auf diese Funktionen, bevor eine Entscheidung fällt, weil ein verlorenes Master-Passwort ohne eingerichteten Notfallzugriff im schlimmsten Fall den kompletten Tresor unwiederbringlich unzugänglich macht.

Benchmarks: Wie schneiden die drei Anbieter bei unabhängigen Tests ab?

Unabhängige Testberichte liefern zusätzliche Anhaltspunkte, auch wenn kein einzelner Test alle drei Produkte in einem einheitlichen Labor-Setup gegenüberstellt. TechRadar bewertet Dashlane in seiner Übersicht der besten Passwort-Manager 2026 mit viereinhalb von fünf Sternen und hebt besonders die Benutzerfreundlichkeit hervor. PCMag vergibt für die 1Password-Produktseite in der Ausgabe vom März 2026 eine Bewertung von 3,5 von 5 Punkten (“Good”), verweist in seiner separaten Testreihe zu Autofill-Funktionen aber auf eine Trefferquote von 95 Prozent über 100 getestete Websites, laut PCMag die zuverlässigste Autofill-Leistung aller getesteten Passwort-Manager.

Cybernews bewertet LastPass in seiner 2025 aktualisierten Analyse mit 3,8 von 5 Punkten und ordnet den Dienst in mehreren Vergleichstabellen auf Platz 14 von 20 untersuchten Passwort-Managern ein, deutlich hinter 1Password, das in derselben Rangliste auf Platz 2 landet. Auf der Bewertungsplattform Trustpilot kommt LastPass laut denselben Cybernews-Auswertungen nur auf 1,3 bis 1,4 von 5 Punkten bei rund 700 Bewertungen, während die Plattform G2 mit 4,4 bis 4,5 von 5 Punkten aus über 1.600 Bewertungen ein deutlich positiveres Bild zeichnet. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass zufriedene Bestandskundschaft und stark enttäuschte Nutzerinnen und Nutzer nach der Datenpanne auf unterschiedlichen Plattformen ihre Meinung hinterlassen.

Diese Diskrepanz zwischen Plattformen ist für die Einordnung wichtig. G2-Bewertungen stammen häufig von Geschäftskundinnen und -kunden, die ein Produkt im Rahmen eines Unternehmenskaufs bewerten und primär den Funktionsumfang im Arbeitsalltag beurteilen. Trustpilot-Bewertungen werden dagegen oft gerade dann verfasst, wenn Konsumentinnen und Konsumenten ein negatives Erlebnis hatten, etwa im Zusammenhang mit Kündigungen, Abrechnungsproblemen oder eben der Datenpanne. Wer die Bewertungen eines Passwort-Managers selbst einordnen möchte, sollte deshalb nicht nur auf eine einzelne Zahl schauen, sondern auch die Zusammensetzung der Bewertenden und den zeitlichen Bezug zu bekannten Vorfällen berücksichtigen.

In einem direkten Funktionsvergleich stellt TechRadar außerdem fest, dass Dashlane 1Password in den Kategorien Preis, Kundensupport und Benutzerfreundlichkeit schlägt, während 1Password bei Sicherheitsmodell und Funktionsumfang die Nase vorn hat. Konkrete numerische Support- oder Performance-Werte liefert keiner der drei genannten Tester, weshalb sich diese Aussage auf die qualitative Einschätzung der Redaktion stützt.

Praxistest: 5 reale Einsatzszenarien im Vergleich

Um die Unterschiede greifbarer zu machen, lohnt sich der Blick auf typische Anwendungsfälle, wie sie auch in Österreich häufig vorkommen. Die folgenden sechs Szenarien basieren auf den zuvor beschriebenen Preis-, Sicherheits- und Funktionsunterschieden und zeigen, wie unterschiedlich die richtige Wahl je nach Ausgangslage ausfallen kann.

  • Familie mit sechs Personen in Wien: Bei genau sechs Nutzerkonten unterscheiden sich 1Password und LastPass preislich kaum, beide Familienpläne decken exakt diese Größenordnung ab. Wer aber auf Nummer sicher gehen will und bereit ist, für die klare SOC-2-Zertifizierung etwas mehr zu bezahlen, wählt 1Password trotz des höheren Preises von 71,88 Dollar im Jahr für den Familienplan.
  • Wohngemeinschaft mit acht bis zehn Personen: Hier hat Dashlane mit dem Friends-&-Family-Paket für bis zu zehn Konten einen klaren strukturellen Vorteil, den weder 1Password noch LastPass in dieser Form anbieten. Da sich die Kosten von 89,99 Dollar im Jahr auf zehn Personen verteilen, sinkt der Preis pro Kopf auf unter 9 Dollar jährlich, deutlich günstiger als ein einzelner 1Password-Account.
  • Kleines Unternehmen mit 15 Mitarbeitenden in Graz: Für die DSGVO-Dokumentation zählt vor allem, ob sich Auftragsverarbeitungsverträge mit klaren, extern geprüften Nachweisen unterlegen lassen. Die SOC-2- und ISO-27001-Zertifizierung von 1Password erleichtert diesen Prozess spürbar, weil interne Datenschutzbeauftragte konkrete Prüfberichte statt allgemeiner Sicherheitsversprechen vorlegen können.
  • Freiberufliche Journalistin mit hohem Schutzbedarf: Angesichts der Vorgeschichte von LastPass würde ein sicherheitsbewusster Einzelmensch mit sensiblen Quellen und Recherchematerial eher zu 1Password oder Dashlane greifen als zu einem Anbieter mit bestätigtem Vault-Diebstahl. In diesem Szenario wiegt die Abwesenheit eines öffentlich bestätigten Vorfalls schwerer als ein paar Dollar Preisunterschied im Jahr.
  • Bestehende LastPass-Kundschaft, die die Preisstabilität schätzt: Wer seit Jahren zufrieden ist und die günstigen Tarife von rund 3 Dollar im Monat nutzt, findet in den G2-Bewertungen mit 4,4 bis 4,5 von 5 Punkten durchaus eine Bestätigung, dass die reine Alltagsnutzung für viele weiterhin unproblematisch verläuft, auch wenn die Trustpilot-Werte von nur 1,3 bis 1,4 Punkten ein deutlich kritischeres Bild zeichnen. Ein sofortiger Wechsel ist hier weniger dringend als eine konsequente Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • IT-Abteilung eines mittelständischen Betriebs mit DevOps-Anforderungen: Wer Zugangsdaten direkt in Skripten, CI/CD-Pipelines oder Server-Konfigurationen benötigt, profitiert von der Kommandozeilen-Integration und den Entwickler-Werkzeugen von 1Password, die bei LastPass und Dashlane in dieser Ausbaustufe nicht in gleichem Umfang existieren.

Migrationsleitfaden: Von LastPass oder Dashlane zu einem anderen Anbieter wechseln

Ein Wechsel des Passwort-Managers klingt aufwendiger, als er in der Praxis ist. Alle drei Anbieter unterstützen den Export der Tresordaten im CSV-Format, das sich anschließend beim neuen Anbieter importieren lässt.

Der Ablauf für einen Wechsel von LastPass oder Dashlane zu einem anderen Dienst läuft in der Regel in folgenden Schritten ab:

  1. Im alten Konto anmelden und die Exportfunktion im Menüpunkt “Tools” beziehungsweise “Einstellungen” aufrufen.
  2. Die Tresordaten als CSV-Datei exportieren und lokal, nicht in der Cloud, zwischenspeichern.
  3. Beim neuen Anbieter ein Konto anlegen und die passende Importfunktion für CSV-Dateien öffnen.
  4. Die exportierte Datei hochladen und die automatische Zuordnung der Felder (URL, Benutzername, Passwort) prüfen.
  5. Nach erfolgreichem Import alle wichtigen Zugänge stichprobenartig testen.
  6. Die CSV-Exportdatei danach sofort und unwiderruflich löschen, da sie unverschlüsselten Klartext enthält.
  7. Im alten Konto die Zwei-Faktor-Authentifizierung entfernen und das Konto anschließend endgültig kündigen.

Der letzte Schritt ist besonders wichtig: Solange ein altes Konto aktiv bleibt, bleibt es auch ein potenzielles Angriffsziel, selbst wenn es nicht mehr aktiv genutzt wird. Die typische Struktur einer exportierten CSV-Datei sieht so aus:

url,username,password,name,note
https://example.at,[email protected],SicheresPasswort123!,Beispielkonto,

Wichtig: Diese Datei liegt vollständig unverschlüsselt vor. Sie sollte niemals per E-Mail verschickt oder in einem Cloud-Speicher ohne zusätzliche Verschlüsselung abgelegt werden. Nach dem Import empfiehlt es sich, die Datei mit einem sicheren Löschprogramm zu entfernen statt sie nur in den Papierkorb zu verschieben.

Wer von LastPass wegwechselt, sollte zusätzlich bedenken, dass ein reiner Export nicht automatisch bedeutet, dass alte Zugangsdaten sicher bleiben. Da die Datenpanne von 2022 die Vault-Backups aus dieser Zeit betraf, ist es sinnvoll, im Zuge des Wechsels gleich alle besonders sensiblen Passwörter zu ändern, statt sie unverändert in den neuen Tresor zu übernehmen. Für Konten mit hohem Schutzbedarf, etwa Online-Banking oder geschäftliche E-Mail-Postfächer, lohnt sich dieser zusätzliche Aufwand in jedem Fall.

Vor- und Nachteile von 1Password

  • Klar dokumentierte SOC-2-Type-II- und ISO-27001:2022-Zertifizierung
  • Keine öffentlich bestätigte Vault-Kompromittierung
  • Höchste gemessene Autofill-Zuverlässigkeit laut PCMag-Test (95 Prozent)
  • Passkey-Entsperrung des eigenen Kontos bereits verfügbar
  • Deutliche Preiserhöhung 2026 um bis zu 33 Prozent im Einzeltarif
  • Keine dauerhaft kostenlose Version, nur 14 Tage Testphase

Vor- und Nachteile von LastPass

  • Günstigster Familientarif der drei Anbieter
  • Hohe Zufriedenheitswerte auf G2 mit 4,4 bis 4,5 von 5 Punkten
  • Passkey-Erstellung und -Verwaltung im Tresor verfügbar
  • Bestätigte Datenpanne 2022 mit Diebstahl verschlüsselter Tresor-Backups
  • ICO-Strafe von 1.228.283 Pfund im November 2025
  • Kein aktuell öffentlich benannter externer Audit-Bericht für 2025 oder 2026
  • Sehr niedrige Trustpilot-Bewertung von 1,3 bis 1,4 von 5 Punkten

Vor- und Nachteile von Dashlane

  • Bis zu 10 Nutzerkonten im Friends-&-Family-Paket, mehr als bei der Konkurrenz
  • Moderne Argon2d-Schlüsselableitung mit hoher GPU-Resistenz
  • Starke TechRadar-Bewertung von viereinhalb von fünf Sternen
  • Von Testern gelobter Kundensupport
  • Keine bestätigte schwere Datenpanne
  • Teurster Einzeltarif der drei Anbieter bei jährlicher Abrechnung
  • Kein aktuell öffentlich benannter externer Audit-Bericht für 2025 oder 2026

Für wen eignet sich welcher Passwort-Manager?

Die Wahl zwischen 1Password, LastPass und Dashlane hängt stark vom individuellen Risikoprofil und Budget ab. Einzelpersonen mit hohem Sicherheitsbedürfnis, etwa im journalistischen oder unternehmerischen Umfeld, profitieren am ehesten von der klaren Zertifizierungslage und der sauberen Vorgeschichte von 1Password, trotz des höheren Preises. Größere Familien oder Wohngemeinschaften mit acht bis zehn Mitgliedern sparen mit Dashlanes Friends-&-Family-Paket spürbar, weil die Kosten pro Kopf sinken, je mehr Personen mitmachen.

Kleine und mittlere Unternehmen in Österreich, die im Rahmen der DSGVO eine belastbare Dokumentation der Auftragsverarbeitung benötigen, sollten die Verfügbarkeit extern geprüfter Zertifikate stärker gewichten als den reinen Preis. Auch hier liegt 1Password aktuell vorn. Wer dagegen seit Jahren zufrieden mit LastPass arbeitet, gute Erfahrungen gemacht hat und die Themen Passwort-Historie und Zwei-Faktor-Authentifizierung regelmäßig überprüft, muss nicht zwingend sofort wechseln, sollte aber die eigene Risikobereitschaft angesichts der Vorgeschichte des Anbieters bewusst abwägen. Nutzerinnen und Nutzer, die zusätzlich einen Blick auf offene Alternativen werfen möchten, finden im Vergleich Proton Pass gegen Bitwarden und 1Password weiteres Datenmaterial für die Entscheidung.

Studierende und Berufseinsteiger mit knappem Budget wiederum fahren oft am besten, wenn sie zunächst die eingeschränkte kostenlose Basisversion von LastPass oder Dashlane testen, bevor sie sich für ein kostenpflichtiges Abonnement entscheiden. Wichtig ist dabei, die Einschränkungen der Gratisversionen genau zu prüfen, etwa Begrenzungen bei der Anzahl gleichzeitig nutzbarer Geräte, da diese im Alltag schnell zum limitierenden Faktor werden können. Wer bereits ein Apple- oder Google-Ökosystem konsequent nutzt, sollte außerdem die im Betriebssystem eingebauten, kostenlosen Passwort-Manager als Basisoption in Betracht ziehen und nur bei konkretem Zusatzbedarf, etwa plattformübergreifender Nutzung oder erweiterten Freigabefunktionen, zu einem der drei hier verglichenen kommerziellen Anbieter wechseln.

Datenschutz und DSGVO-Relevanz für Österreich

Für Unternehmen in Österreich ist neben der reinen Verschlüsselung vor allem entscheidend, wie transparent ein Anbieter mit Serverstandorten, Unterauftragsverarbeitern und Zertifizierungen umgeht. Alle drei Anbieter verarbeiten Daten primär in US-amerikanischer Cloud-Infrastruktur, was bei der Ausgestaltung von Auftragsverarbeitungsverträgen nach Artikel 28 DSGVO besondere Sorgfalt erfordert. Wer als Unternehmen einen Passwort-Manager auswählt, sollte konkret nachfragen, ob Standard-Datenschutzklauseln vorliegen und ob der Anbieter im Falle eines Vorfalls, wie ihn LastPass 2022 erlebt hat, eine dokumentierte Meldepflicht innerhalb der in der DSGVO vorgesehenen 72 Stunden einhalten kann.

Grundsätzlich gilt: Ein Zero-Knowledge-Modell verringert das Risiko bei einem reinen Serverdiebstahl erheblich, weil verschlüsselte Daten ohne Master-Passwort wertlos sind. Es ersetzt aber keine sauberen vertraglichen Regelungen und keine nachvollziehbare Informationspolitik im Ernstfall, wie der langwierige Umgang von LastPass mit der eigenen Offenlegung 2022 gezeigt hat.

Für die betriebliche Praxis empfiehlt es sich, die Auswahl eines Passwort-Managers nicht allein der IT-Abteilung zu überlassen, sondern auch die Datenschutzbeauftragten frühzeitig einzubinden. Diese können prüfen, ob der jeweilige Auftragsverarbeitungsvertrag konkrete Fristen für die Meldung von Sicherheitsvorfällen enthält und ob Unterauftragsverarbeiter, etwa Cloud-Infrastrukturanbieter in den USA, vertraglich sauber eingebunden sind. Gerade nach dem Ende des ursprünglichen EU-US Privacy Shield und den seither mehrfach angepassten Nachfolgeregelungen lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung der aktuellen Datenschutzgrundlage, statt sich auf eine einmal getroffene Entscheidung zu verlassen.

Sicherheitstipps für den Alltag mit jedem Passwort-Manager

Unabhängig davon, für welchen der drei Anbieter man sich entscheidet, hängt die tatsächliche Sicherheit stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Ein Master-Passwort sollte mindestens 16 Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Wortkombination statt aus einem gut zu erratenden Satz bestehen. Da alle drei Anbieter ein Zero-Knowledge-Modell verwenden, ist dieses eine Passwort der einzige Schlüssel zum gesamten Tresor, ein schwacher Wert hier untergräbt jede noch so starke Verschlüsselung im Hintergrund.

Zusätzlich empfiehlt sich die konsequente Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Konto beim Passwort-Manager selbst, idealerweise über eine Authenticator-App statt per SMS. Für alle gespeicherten Online-Konten gilt außerdem: einzigartige, vom integrierten Passwort-Generator erzeugte Zugangsdaten verhindern, dass ein Leck bei einem Anbieter automatisch auch andere Konten gefährdet. Wer regelmäßig die in 1Password, LastPass und Dashlane eingebauten Sicherheitsberichte prüft, die schwache, wiederverwendete oder in bekannten Datenlecks aufgetauchte Passwörter markieren, reduziert das eigene Risiko unabhängig von der Wahl des Anbieters erheblich. Ergänzend liefert der Artikel zu Passwortsicherheit auf shattered.io weiterführende Hintergründe zu Hashing-Verfahren und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Das Urteil: Welcher Passwort-Manager gewinnt den Vergleich?

Zusammengefasst zeigt der Datenvergleich ein differenziertes Bild. 1Password führt bei Zertifizierungen, bei der gemessenen Autofill-Zuverlässigkeit von 95 Prozent und bei der Abwesenheit bestätigter Vorfälle, verlangt dafür aber mit 47,88 Dollar im Jahr den höchsten Einzelpreis. Dashlane bietet mit bis zu zehn Nutzerkonten im Familienpaket das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für größere Haushalte und punktet mit der moderneren Argon2d-Schlüsselableitung, bleibt aber bei extern geprüften Zertifikaten ähnlich zurückhaltend wie LastPass. LastPass ist zwar preislich das günstigste Angebot und erzielt auf G2 gute Nutzerbewertungen, trägt aber mit der Datenpanne von 2022, der ICO-Strafe von 1.228.283 Pfund und der niedrigen Trustpilot-Bewertung von 1,3 bis 1,4 Punkten das klar größte Reputationsrisiko der drei Anbieter.

Für sicherheitsbewusste Einzelpersonen und Unternehmen mit DSGVO-Anforderungen fällt die Empfehlung 2026 auf 1Password. Für größere Familien mit begrenztem Budget ist Dashlane wegen der hohen Nutzerzahl im Familienpaket die wirtschaftlichere Wahl. LastPass bleibt trotz niedrigerer Kosten die Option mit dem höchsten historischen Risiko, und wer sich für den Anbieter entscheidet, sollte zumindest die Zwei-Faktor-Authentifizierung konsequent aktivieren und Passwörter regelmäßig erneuern.

Häufig gestellte Fragen zu 1Password, LastPass und Dashlane

Ist LastPass 2026 noch sicher nutzbar?

LastPass hat seine Infrastruktur nach der Datenpanne von 2022 überarbeitet und verschlüsselt Tresordaten weiterhin mit AES-256. Das Grundrisiko eines erneuten Infrastruktur-Einbruchs lässt sich aber nicht mit Sicherheit ausschließen, und die niedrige Trustpilot-Bewertung von 1,3 bis 1,4 von 5 Punkten spiegelt das anhaltende Misstrauen vieler Nutzerinnen und Nutzer wider.

Welcher Passwort-Manager ist am günstigsten?

Im Einzeltarif ist LastPass mit rund 3 Dollar pro Monat am günstigsten. Für Familien mit mehr als sechs Personen ist Dashlane mit bis zu zehn Nutzerkonten im Friends-&-Family-Paket oft die wirtschaftlichere Option, da sich die Kosten pro Kopf stärker verteilen.

Unterstützen alle drei Anbieter Passkeys?

Ja. 1Password, LastPass und Dashlane erlauben 2026 alle das Speichern und Verwalten von Passkeys im Tresor. 1Password geht einen Schritt weiter und erlaubt seit August 2026 zusätzlich die Entsperrung des eigenen Kontos per Passkey.

Was ist bei der LastPass-Datenpanne 2022 genau passiert?

Angreifer nutzten gestohlene Cloud-Zugangsdaten eines Mitarbeiters, um eine Kopie der Kunden-Tresor-Backups aus einem AWS-S3-Speicher zu exfiltrieren. Die Kopie enthielt sowohl unverschlüsselte Metadaten wie Website-URLs als auch verschlüsselte Passwörter und Notizen.

Wie hoch war die Strafe der britischen Datenschutzbehörde gegen LastPass?

Die britische ICO verhängte im November 2025 eine Geldstrafe von 1.228.283 Pfund gegen LastPass UK Ltd und stellte fest, dass bis zu 1,6 Millionen britische Nutzerinnen und Nutzer von der Datenpanne 2022 betroffen waren.

Welcher Anbieter hat die beste Verschlüsselung?

Alle drei Anbieter verwenden AES-256-basierte Verschlüsselung. Bei der Schlüsselableitung setzt Dashlane mit Argon2d auf ein moderneres, GPU-resistenteres Verfahren als das PBKDF2, das 1Password und LastPass einsetzen, auch wenn beide Verfahren aktuell als sicher gelten.

Lohnt sich ein Wechsel von LastPass zu 1Password oder Dashlane?

Für sicherheitsbewusste Nutzerinnen und Nutzer mit sensiblen Daten kann sich ein Wechsel lohnen, insbesondere wegen der saubereren Zertifizierungslage von 1Password. Der Umstieg lässt sich über einen CSV-Export und -Import in wenigen Schritten durchführen, wichtig ist dabei die anschließende sichere Löschung der Exportdatei.

Sind 1Password und Dashlane für österreichische Unternehmen DSGVO-konform nutzbar?

Beide Anbieter bieten Auftragsverarbeitungsverträge auf Basis von EU-Standardvertragsklauseln an. Unternehmen sollten dennoch im Einzelfall prüfen, wo die Daten konkret verarbeitet werden und ob eine Meldepflicht bei Sicherheitsvorfällen innerhalb der in der DSGVO vorgesehenen 72 Stunden vertraglich zugesichert ist.

Bietet einer der drei Anbieter einen Notfallzugriff für Angehörige?

Ja, alle drei Anbieter bieten eine Form von Notfallzugriff oder Kontenwiederherstellung an. 1Password setzt auf ein druckbares Emergency Kit, LastPass auf vertrauenswürdige Kontakte mit Wartezeit, und Dashlane erlaubt eine vorab definierte Freigabe einzelner Einträge innerhalb von Familienplänen.