Wer 2026 noch dieselbe Kombination aus Geburtsdatum und Lieblingsverein als Passwort für Online-Banking, E-Mail und Social Media verwendet, spielt mit dem Feuer. Allein in Österreich suchen laut aktuellen Keyword-Daten monatlich rund 27.100 Menschen nach dem Begriff Passwortmanager, Tendenz steigend. Der Grund liegt auf der Hand: Datenlecks, Phishing-Wellen und die wachsende Zahl an Online-Konten pro Person machen händisches Passwort-Merken praktisch unmöglich. Vier Anbieter tauchen in aktuellen Tests und Vergleichen immer wieder auf, ohne dass sie hierzulande schon ausführlich gegeneinander antreten mussten: Keeper, Dashlane, RoboForm und Enpass. Dieser Vergleich schaut sich Preise, Verschlüsselung, DSGVO-Tauglichkeit und Testergebnisse von CHIP, PCMag, TechRadar und weiteren Quellen im Detail an.

Warum ein Passwortmanager 2026 kein Luxus mehr ist

Die Zahl der Online-Konten pro Nutzer ist in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Streaming-Dienste, Behördenportale, Banking-Apps, Cloud-Speicher und Shopping-Accounts verlangen alle ein eigenes, im Idealfall einzigartiges Passwort. Wer dieselbe Kombination mehrfach verwendet, riskiert bei jedem einzelnen Datenleck den Verlust sämtlicher damit verknüpften Konten. Genau hier setzen Passwortmanager an: Sie generieren komplexe, zufällige Zeichenketten, speichern sie verschlüsselt und füllen sie beim Login automatisch aus. Der Nutzer muss sich nur noch ein einziges Master-Passwort merken.

Für Österreich kommt ein weiterer Aspekt dazu: die Datenschutz-Grundverordnung. Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) kann bei Verstößen gegen die DSGVO Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen, zusätzlich zu eigenständigen Strafen nach dem österreichischen Datenschutzgesetz von bis zu 50.000 Euro. Für Unternehmen ist der Umgang mit Zugangsdaten damit nicht nur eine IT-Frage, sondern eine Compliance-Frage. Wer im Betrieb noch Passwörter in Excel-Tabellen oder Klartext-Notizen verwaltet, geht ein Risiko ein, das inzwischen finanziell und rechtlich spürbar wird.

Hinzu kommt der psychologische Effekt der sogenannten Passwort-Müdigkeit: Je mehr unterschiedliche Zugangsdaten ein Mensch verwalten muss, desto eher greift er aus reiner Bequemlichkeit zu einfachen, sich wiederholenden Mustern. Genau dieses Verhalten machen sich Angreifer bei sogenannten Credential-Stuffing-Attacken zunutze, bei denen aus einem Datenleck erbeutete Kombinationen aus Benutzername und Passwort automatisiert bei Hunderten anderer Dienste ausprobiert werden. Ein Passwortmanager unterbricht dieses Muster strukturell, weil er für jeden Dienst automatisch ein neues, zufälliges Passwort erzeugt, das ein Mensch sich gar nicht erst merken müsste.

Gleichzeitig ist der Markt an Passwortmanagern unübersichtlich geworden. Neben den bekannten Namen wie Bitwarden oder 1Password, die shattered.io bereits in einem separaten Vergleich gegenübergestellt hat, drängen kommerzielle Anbieter wie Keeper, Dashlane, RoboForm und Enpass mit eigenen Stärken auf den Markt. Dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf diese vier, weil sie unterschiedliche Philosophien verfolgen: von Keepers Fokus auf Unternehmenssicherheit über Dashlanes Premium-Positionierung bis zu RoboForms Preisvorteil und Enpass’ Offline-first-Ansatz.

Die vier Kandidaten im Kurzüberblick

Keeper Security stammt aus Chicago, Illinois, wurde 2009 gegründet und positioniert sich klar als Sicherheitsanbieter für Unternehmen und Behörden. Laut Angaben im Google-Play-Eintrag des Unternehmens vertrauen mehr als 95.000 Firmen und Fortune-500-Konzerne weltweit auf die Lösung. Keeper wurde von PCMag mehrfach als Password Manager of the Year ausgezeichnet und punktet vor allem bei granularen Freigabe-Optionen für Teams.

Dashlane ist rechtlich als Dashlane SAS mit Sitz in Paris registriert, unterhält aber auch ein großes Büro in New York, wo das Unternehmen 2009 gegründet wurde. Die Marke positioniert sich als Premium-Lösung mit integriertem VPN in höheren Tarifen und hat im September 2025 die kostenlose Version komplett eingestellt. Wer heute bei Dashlane einsteigt, zahlt ab dem ersten Tag.

RoboForm wird von Siber Systems entwickelt, einem privat geführten Unternehmen mit Sitz in Fairfax, Virginia. RoboForm ist einer der älteren Anbieter am Markt und hat sich einen Ruf als preisgünstige, funktionale Alternative erarbeitet, die sich besonders auf automatisches Ausfüllen von Formularen spezialisiert hat.

Enpass kommt von Enpass Technologies mit Sitz in Gurugram, Indien, und verfolgt einen bewusst anderen Ansatz: Statt die verschlüsselten Tresore zwingend in der Anbieter-Cloud zu speichern, können Nutzer ihre Daten lokal auf dem Gerät oder in einem selbst gewählten Cloud-Speicher wie Dropbox oder OneDrive ablegen. Das bringt Enpass in Reviews den Ruf einer datenschutzfreundlichen, aber technisch etwas anspruchsvolleren Lösung ein.

Technische Daten im Vergleich: die Spezifikationstabelle

Bevor es an Preise und Testnoten geht, lohnt sich der Blick auf die harten technischen Fakten. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Spezifikationen aller vier Anbieter auf Basis der öffentlich zugänglichen Herstellerangaben und unabhängiger Testberichte zusammen.

MerkmalKeeperDashlaneRoboFormEnpass
HauptsitzChicago, USAParis, Frankreich / New York, USAFairfax, Virginia, USAGurugram, Indien
Gegründet20092009Siber Systems, langjähriger Anbieter2016 (als eigenständige Marke)
VerschlüsselungAES-256, Zero-Knowledge auf Datensatz-EbeneVerschlüsselte Tresore, Zero-Knowledge-ArchitekturVerschlüsselte lokale und Cloud-TresoreAES-256, lokale und selbstgewählte Cloud-Speicherung
Zwei-Faktor-OptionenBiometrie, TOTP-Apps, Hardware-Keys, Smartwatch-2FAStandard-2FA auf bezahlten Tarifen2FA auf bezahlten Tarifen, im Gratis-Tarif eingeschränktIn unabhängigen Tests uneinheitlich dokumentiert
Dark-Web-MonitoringJa, über BreachWatch (kostenpflichtiges Add-on)Ja, in bezahlten Tarifen enthaltenNicht als Kernfunktion dokumentiertNicht als Kernfunktion dokumentiert
Passwort-FreigabeSehr granular, Ordner- und Einzelfreigabe, zeitlich begrenztFamily-/Friends-Spaces mit gemeinsamem ZugriffFreigabe in Business- und FamilientarifenEingeschränkte Freigabe-Funktionen
PlattformenWindows, macOS, Linux, iOS, Android, BrowserWindows, macOS, iOS, Android, BrowserWindows, macOS, iOS, Android, BrowserWindows, macOS, Linux, iOS, Android, Browser
Offline-NutzungEingeschränkt, primär Cloud-basiertEingeschränkt, primär Cloud-basiertLokale Speicherung im Gratis-Tarif möglichVollständig offline-fähig, das zentrale Verkaufsargument
Kostenlose VersionJa, stark limitiert auf 1 Gerät und rund 10 EinträgeSeit 16. September 2025 komplett eingestelltJa, unbegrenzte Passwörter auf einem GerätUneinheitlich, teils nur Testversion für Business
Google-Play-Bewertung4,7 von 5 bei rund 111.000 BewertungenNicht in dieser Größenordnung dokumentiertNicht in dieser Größenordnung dokumentiertNicht in dieser Größenordnung dokumentiert
Unabhängige TestplattformG2: 4,6 von 5 bei 1.234 BewertungenTrustpilot: 3,2 von 5 bei 6.102 BewertungenIn Vergleichstests meist im MittelfeldCybernews-Ranking: Platz 11 von 20 getesteten Tools
Zielgruppe laut Hersteller-PositionierungUnternehmen, Behörden, sicherheitsbewusste PrivatnutzerPremium-Privatnutzer, kleine TeamsPreisbewusste Privatnutzer, kleine TeamsDatenschutzbewusste Nutzer, Offline-Fans

Auffällig ist, dass Keeper in praktisch jeder Kategorie mit der größten Funktionstiefe punktet, während RoboForm bewusst schlank bleibt und Enpass als einziger der vier Anbieter echte Offline-Nutzung ohne Cloud-Zwang anbietet. Dashlane wiederum hat sich mit der Streichung der Gratis-Version im September 2025 klar in Richtung Premium-Segment positioniert.

Verschlüsselung und Zero-Knowledge-Architektur im Detail

Alle vier Anbieter setzen auf AES-256 als Basis-Verschlüsselung, den aktuellen Industriestandard für symmetrische Verschlüsselung. Der entscheidende Unterschied liegt in der Architektur darum herum. Keeper wirbt mit einer Zero-Knowledge-Architektur auf Ebene einzelner Datensätze: Jeder gespeicherte Eintrag wird separat verschlüsselt, sodass selbst bei einem theoretischen Server-Zugriff durch Keeper selbst kein Klartext-Zugriff möglich wäre. Diese granulare Verschlüsselung ist laut Herstellerangaben auf der offiziellen Preis- und Sicherheitsseite von Keeper einer der Hauptgründe für die Business-Kundschaft.

Dashlane verwendet ebenfalls eine Zero-Knowledge-Architektur, bei der das Master-Passwort das Unternehmen selbst nie erreicht. RoboForm setzt auf ein ähnliches Prinzip mit verschlüsselter lokaler und Cloud-Synchronisation, macht die technischen Details in seiner öffentlichen Dokumentation aber weniger transparent als Keeper oder Dashlane.

Enpass geht einen strukturell anderen Weg: Weil Nutzer selbst entscheiden können, wo der verschlüsselte Tresor liegt, also lokal auf dem Gerät, in der eigenen Dropbox oder in OneDrive, entfällt bei Enpass praktisch das Risiko eines zentralen Server-Hacks beim Anbieter selbst, da es diesen zentralen Speicherort in der Form gar nicht gibt. Das ist ein handfester Vorteil für sicherheitsbewusste Nutzer, bringt aber auch mehr Eigenverantwortung mit sich, etwa bei Backups. Wer sein Gerät verliert und keine Synchronisation eingerichtet hat, verliert im Zweifel auch den Zugriff auf den Tresor.

Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkeys

Bei der Absicherung des Kontos selbst zeigt sich der größte qualitative Unterschied zwischen den vier Anbietern. Keeper bietet die mit Abstand breiteste Palette an Zwei-Faktor-Optionen: biometrische Anmeldung, klassische TOTP-Apps, physische Hardware-Sicherheitsschlüssel und sogar Smartwatch-basierte Bestätigung sind laut Herstellerdokumentation verfügbar. Für Nutzer, die mehrere Absicherungsebenen kombinieren wollen, ist das relevant, weil ein kompromittiertes Master-Passwort allein dann nicht mehr für einen Zugriff ausreicht.

Dashlane unterstützt Zwei-Faktor-Authentifizierung ebenfalls, allerdings nur in den bezahlten Tarifen, was angesichts der ohnehin gestrichenen Gratis-Version für Neukunden kaum noch eine Rolle spielt. RoboForm bietet 2FA in seinen kostenpflichtigen Plänen, im Gratis-Tarif fehlt die Funktion laut mehreren unabhängigen Testberichten jedoch komplett, was in Reviews regelmäßig als Schwachstelle genannt wird.

Beim Zukunftsthema Passkeys, also der passwortlosen Anmeldung über kryptografische Schlüsselpaare, zeigen sich Keeper und Dashlane in aktuellen Herstellerangaben am weitesten fortgeschritten. Beide Anbieter erwähnen explizit Passkey-Unterstützung in ihren 2026er-Produktbeschreibungen. Für RoboForm und Enpass liegen zum Redaktionsschluss keine ebenso eindeutig dokumentierten Passkey-Funktionen vor, was angesichts der Marktentwicklung, in der Passkeys von Google, Apple und Microsoft zunehmend forciert werden, mittelfristig zum Nachteil werden könnte.

Für die Praxis bedeutet das: Wer schon heute möglichst viele Dienste passwortlos absichern will, etwa den eigenen Google- oder Microsoft-Account, ist mit Keeper oder Dashlane aktuell auf der sichereren Seite. Wer dagegen primär klassische Passwörter für ältere Dienste verwaltet, die ohnehin noch kein Passkey-Login anbieten, verliert bei RoboForm oder Enpass vorerst wenig, sollte die Entwicklung aber im Auge behalten, weil sich die Passkey-Unterstützung bei allen vier Anbietern erfahrungsgemäß innerhalb weniger Produkt-Updates ändern kann.

Autofill, Formulare und Browser-Erweiterungen im Alltag

Im täglichen Gebrauch entscheidet meist nicht die Verschlüsselungstiefe über die Zufriedenheit, sondern eine viel banalere Frage: Füllt die Browser-Erweiterung Login-Felder zuverlässig aus, oder muss man ständig manuell nachhelfen? RoboForm hat sich genau darauf spezialisiert und gilt in mehreren Testberichten als besonders zuverlässig beim automatischen Ausfüllen komplexer Formulare, etwa bei Behördenportalen mit ungewöhnlichem Aufbau oder mehrstufigen Bestellprozessen im Onlineshop. Der Name RoboForm, ursprünglich als reines Formular-Ausfüll-Tool gestartet, spiegelt diese Herkunft bis heute wider.

Dashlane punktet im Alltag mit einer aufgeräumten Oberfläche und einem Sicherheits-Dashboard, das schwache oder mehrfach verwendete Passwörter automatisch markiert und einen Gesamt-Score für die eigene Passworthygiene ausgibt. Keeper bietet eine vergleichbare Funktion namens Security Audit, die zusätzlich anzeigt, wie viele Zugangsdaten seit wie vielen Jahren nicht mehr geändert wurden, was gerade in Unternehmen mit vielen Alt-Konten hilfreich ist, um Prioritäten beim Aufräumen zu setzen.

Enpass fällt in diesem Bereich etwas ab, weil die Browser-Erweiterung stärker auf manuelle Bestätigung setzt, bevor Zugangsdaten eingefügt werden, ein bewusster Kompromiss zugunsten der Sicherheit, der aber im Alltag spürbar mehr Klicks bedeutet. Für Nutzer, die täglich Dutzende Logins ausführen, kann das auf Dauer lästig werden, während Nutzer mit wenigen, aber sensiblen Konten diese zusätzliche Bestätigung eher als Feature denn als Hürde empfinden dürften.

Wie schneiden die vier im Vergleich zu Bitwarden, 1Password und NordPass ab?

Keeper, Dashlane, RoboForm und Enpass stehen nicht isoliert im Markt. CHIP hat in seinem großen Passwortmanager-Vergleich neun Programme gegeneinander getestet und daraus ein Gesamtranking erstellt, das auch die etablierten Konkurrenten Bitwarden, 1Password, NordPass und Proton Pass einschließt, die shattered.io bereits in eigenen Vergleichsartikeln wie NordPass gegen Dashlane und Keeper und 1Password gegen LastPass und Dashlane beleuchtet hat. Die folgende Tabelle ordnet die vier hier verglichenen Anbieter in dieses größere Gesamtbild ein.

Platzierung laut CHIP-TestAnbieterKurzeinschätzung
1KeeperTestsieger, stärkste Gesamtleistung unter neun getesteten Programmen
2BitwardenPreistipp der Redaktion, nicht Teil dieses Vier-Wege-Vergleichs
31PasswordEbenfalls empfohlen, nicht Teil dieses Vier-Wege-Vergleichs
4NordPassGut bewertet, nicht Teil dieses Vier-Wege-Vergleichs
5Proton PassSolide Platzierung, nicht Teil dieses Vier-Wege-Vergleichs
6RoboFormBestes Preis-Leistungs-Verhältnis unter den vier hier verglichenen Tools
7EnpassSolide Offline-Option, im Gesamtvergleich nur Mittelfeld
8DashlaneTrotz Premium-Preis nur unteres Mittelfeld im CHIP-Test
9LastPassSchlusslicht, unter anderem wegen der Vorgeschichte an Sicherheitsvorfällen

Das Ranking zeigt deutlich, dass ein hoher Preis allein keine gute Platzierung garantiert. Dashlane liegt trotz des höchsten Einstiegspreises unter den vier hier verglichenen Anbietern nur auf Platz acht von neun, während das deutlich günstigere RoboForm mit Platz sechs besser abschneidet. Wer LastPass nach dessen bekannter Sicherheitsvorfall-Historie den Rücken kehren will, findet in Keeper laut diesem Ranking den nächstliegenden Umstieg mit spürbar besserer Bewertung.

Preise 2026: was Keeper, Dashlane, RoboForm und Enpass wirklich kosten

Preisvergleiche bei Passwortmanagern sind tückisch, weil praktisch jeder Anbieter mit Rabattaktionen, Erstjahres-Sonderpreisen und Bündelangeboten arbeitet. Die folgende Tabelle zeigt die regulären, ungerabatteten Jahrespreise umgerechnet auf den Monat, wie sie auf den offiziellen Preisseiten der Hersteller ausgewiesen werden.

AnbieterEinzelperson (mtl.)Familie / Friends&Family (mtl.)Business Starter (pro Nutzer/Monat)Kostenlose Version
Keeper3,33 $ (jährlich abgerechnet)7,08 $ für bis zu 5 Nutzer2,00 $1 Gerät, rund 10 Einträge
Dashlane4,99 $7,49 $ für bis zu 10 Nutzerab 4,00 $, Business-Tarif bis 8,00 $Keine (seit September 2025 eingestellt)
RoboForm2,49 $3,98 $ für bis zu 5 Nutzer3,33 $Ja, unbegrenzt auf 1 Gerät
Enpassca. 1,99 bis 2,99 $ (Angaben variieren je nach Quelle)ca. 3,99 $Testversion, keine einheitliche Preisangabe verfügbarUneinheitlich dokumentiert

Der auffälligste Preisunterschied zeigt sich im Business-Bereich: Keepers Business-Starter-Tarif kostet mit 2 Dollar pro Nutzer und Monat nur ein Viertel des Dashlane-Business-Tarifs, der bis zu 8 Dollar pro Nutzer verlangt. Für ein kleines Team mit zehn Mitarbeitenden macht das über ein Jahr gerechnet einen Unterschied von mehreren Hundert Dollar. RoboForm positioniert sich mit 2,49 Dollar für Einzelpersonen als der günstigste Vollpreis-Anbieter unter den vieren und bleibt gleichzeitig der einzige mit einer wirklich nutzbaren kostenlosen Version, die unbegrenzt viele Passwörter auf einem einzigen Gerät erlaubt.

Dashlane wiederum verlangt mit 4,99 Dollar den höchsten Einstiegspreis der vier Anbieter und hat mit dem Wegfall der Gratis-Version im September 2025, wie auf der offiziellen Preisseite nachzuvollziehen, den Einstieg für preissensible Nutzer zusätzlich erschwert. Wer vorher kostenlos getestet hat, muss inzwischen direkt ein Abo abschließen, um die Software überhaupt auszuprobieren, abgesehen von befristeten Testphasen.

Rabattaktionen und versteckte Preiserhöhungen nach dem ersten Jahr

Die in der Tabelle genannten Preise sind die regulären Herstellerangaben, in der Praxis locken aber alle vier Anbieter fast durchgehend mit Rabatten für das erste Abo-Jahr. Keeper hat beispielsweise im Rahmen einer Cyber-Week-Aktion die Personal- und Familientarife um 50 Prozent reduziert angeboten, sodass der reguläre Einzelpreis von 3,33 Dollar zeitweise auf 1,67 Dollar pro Monat fiel. Nach Ablauf der Aktion greift dann wieder der volle Preis, worauf viele Nutzer erst bei der nächsten Kreditkartenabbuchung stoßen.

Bei RoboForm zeigt sich dasselbe Muster besonders deutlich beim Familientarif: Neukunden zahlen im ersten Jahr oft einen stark reduzierten Satz, bevor der Vertrag automatisch zum reduzierten aber weiterhin rabattierten Jahrespreis von 47,75 Dollar verlängert wird, was umgerechnet 3,98 Dollar im Monat entspricht. Wer eine Preisentscheidung ausschließlich auf Basis des ersten Werbepreises trifft, sollte deshalb vor dem Abschluss gezielt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach dem Verlängerungspreis suchen, statt sich auf den prominent beworbenen Einstiegspreis zu verlassen.

Business- und Team-Pläne im Vergleich

Für Unternehmen, die im Rahmen der NIS2-Umsetzung ohnehin ihre IT-Sicherheitsprozesse überarbeiten müssen, wie shattered.io bereits im Artikel zum NIS2-Gesetz in Österreich beschrieben hat, ist die Wahl des richtigen Passwortmanagers für Teams keine Nebensache mehr. Keeper bietet mit seiner dreistufigen Struktur aus Starter, Business und Enterprise die klarste Skalierung: Starter beginnt bei 2 Dollar pro Nutzer, Enterprise-Kunden erhalten zusätzlich Funktionen wie privilegiertes Zugriffsmanagement über das separate KeeperPAM-Modul.

Dashlanes Business-Angebot trägt inzwischen den Namen Omnix und bewegt sich preislich zwischen 4 und 8 Dollar pro Nutzer, abhängig vom gewählten Funktionsumfang bei Bedrohungsüberwachung und Reporting. RoboForm Business kostet pauschal 3,33 Dollar pro Nutzer und Monat und richtet sich klar an kleinere Teams, die zentrale Verwaltung, Single Sign-on und SCIM-Provisionierung benötigen, ohne die Komplexität einer vollen Enterprise-Suite. Für Enpass liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine einheitlich dokumentierten Business-Preise vor, das Unternehmen bietet aber Testphasen für Firmenkunden an.

Unabhängige Tests: was CHIP, PCMag, TechRadar und Cybernews sagen

Herstellerangaben sind das eine, unabhängige Tests das andere. Das deutsche Fachmagazin CHIP hat in seinem aktuellen Vergleich von neun Passwortmanagern Keeper zum Testsieger gekürt, während RoboForm auf Platz sechs, Enpass auf Platz sieben und Dashlane auf Platz acht von neun getesteten Programmen landete. Das ist bemerkenswert, weil Dashlane preislich das Premium-Segment bedient, im direkten Test aber hinter den drei Mitbewerbern zurückblieb.

PCMag listet Keeper in seiner aktuellen 2026er-Bestenliste als Sieger in der Kategorie Passwort-Freigabe mit einer Bewertung von 3,5 von 5 Punkten und hebt besonders die granularen Freigabeoptionen sowie die Unterstützung für Wearables hervor. TechRadar wiederum bewertet Dashlanes Familientarif in seinem Ranking der besten Passwortmanager für Familien mit 4,5 von 5 Sternen und begründet das mit den bis zu zehn Premium-Konten, die im Friends-and-Family-Paket enthalten sind. Auf Cybernews landet Enpass im Gesamtranking von zwanzig getesteten Tools auf Platz elf, schneidet in einem direkten Duell gegen Bitwarden nach Angaben des Testberichts aber überraschend als Gesamtsieger ab, was zeigt, wie stark Testergebnisse je nach Vergleichsmethodik variieren können.

Auf Plattformen mit Nutzerbewertungen zeigt sich ein ähnliches Bild: Keeper kommt bei G2 auf 4,6 von 5 Punkten bei 1.234 Bewertungen und bei Google Play sogar auf 4,7 von 5 bei rund 111.000 Bewertungen, während Dashlane bei Trustpilot mit 3,2 von 5 Punkten bei über 6.100 Bewertungen deutlich schwächer abschneidet. Diese Diskrepanz zwischen Fachpresse-Anerkennung und Endkunden-Zufriedenheit bei Dashlane taucht in mehreren der ausgewerteten Quellen konsistent auf und dürfte mit dem gestiegenen Preis nach Wegfall der Gratis-Version zusammenhängen.

DSGVO, Serverstandort und Datenschutz für Österreich

Für österreichische Nutzer und Unternehmen ist der Firmensitz eines Passwortmanagers mehr als eine Randnotiz. Von den vier Anbietern hat einzig Dashlane mit Dashlane SAS eine EU-Rechtsperson, konkret mit Sitz in Paris, was die Einordnung in das europäische Datenschutzrecht direkt vereinfacht. Keeper und RoboForm sind als US-Unternehmen organisiert, was für die Datenübermittlung in die USA grundsätzlich Standardvertragsklauseln oder vergleichbare Rechtsgrundlagen erfordert, wie sie seit dem Wegfall des Privacy-Shield-Abkommens Standard sind. Enpass wiederum hat seinen Sitz in Indien, umgeht die Diskussion um transatlantische Datentransfers durch sein Speichermodell aber zu einem gewissen Grad, weil Nutzer ihre Daten wahlweise komplett lokal oder in einem selbst gewählten, EU-basierten Cloud-Speicher wie einer europäischen Dropbox-Instanz ablegen können.

Der regulatorische Druck in der EU nimmt dabei spürbar zu. Laut dem siebten GDPR Enforcement Tracker Report der Kanzlei CMS wurden bis zum Stichtag 1. März 2026 insgesamt 2.685 Bußgelder in der Datenbank erfasst, 440 mehr als im Vorjahresbericht. Für Österreich gilt zusätzlich, dass die Datenschutzbehörde neben den EU-weiten DSGVO-Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eigenständige Sanktionen nach dem österreichischen Datenschutzgesetz von bis zu 50.000 Euro verhängen kann. Details zu Zuständigkeiten und Beschwerdeverfahren finden sich auf der Seite der österreichischen Datenschutzbehörde.

Für die Datenübermittlung von US-Anbietern wie Keeper und RoboForm in die Vereinigten Staaten sind seit dem Wegfall des ursprünglichen Privacy-Shield-Abkommens vor allem Standardvertragsklauseln der EU-Kommission relevant, ergänzt um zusätzliche technische Schutzmaßnahmen wie die bereits erwähnte Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Diese sorgt im besten Fall dafür, dass selbst bei einer behördlichen Anfrage in den USA keine lesbaren Klartext-Passwörter herausgegeben werden könnten, weil der Anbieter selbst technisch keinen Zugriff auf die entschlüsselten Daten hat. Unternehmen, die im Rahmen ihrer Datenschutz-Folgenabschätzung genau dokumentieren müssen, wohin Daten fließen, sollten sich diese Zusicherung von jedem Anbieter schriftlich bestätigen lassen, statt sich auf allgemeine Marketingaussagen zu verlassen.

Wer im Unternehmenskontext einen Passwortmanager einführt, sollte deshalb genau prüfen, in welchem Rechtsraum die Vertragspartner sitzen und wo die Verschlüsselungs-Schlüssel verwaltet werden. Ein Blick in die rechtlichen Angaben von Dashlane oder die Unternehmensseite von Siber Systems, dem Hersteller von RoboForm, hilft dabei, die vertragliche Ausgangslage vor einer Kaufentscheidung realistisch einzuschätzen.

Praktisch heißt das für ein österreichisches Unternehmen: Der Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem gewählten Passwortmanager-Anbieter sollte konkret benennen, in welchem Land die Server stehen, welche Standardvertragsklauseln bei US-Anbietern greifen und wie im Ernstfall eines behördlichen Auskunftsersuchens aus einem Drittstaat verfahren wird. Diese Punkte lassen sich in der Regel direkt bei den Vertriebsteams der Anbieter oder in den öffentlich einsehbaren Sicherheits-Whitepapers nachlesen, bevor ein mehrjähriger Rahmenvertrag unterschrieben wird.

Dark-Web-Monitoring und weitere Sicherheitsfunktionen

Über die reine Passwortspeicherung hinaus unterscheiden sich die vier Anbieter deutlich bei Zusatzfunktionen. Keeper bietet mit BreachWatch eine Dark-Web-Überwachung an, die kompromittierte Zugangsdaten erkennt, allerdings nur als kostenpflichtiges Zusatzmodul für Privat- und Familienkonten und nicht standardmäßig in jedem Tarif enthalten. Dashlane integriert eine vergleichbare Überwachungsfunktion direkt in seine bezahlten Tarife, was angesichts des höheren Grundpreises zumindest teilweise nachvollziehbar ist.

RoboForm und Enpass verzichten in ihrer Kernfunktionalität weitgehend auf ein eigenes Dark-Web-Monitoring, was in mehreren unabhängigen Testberichten als klarer Minuspunkt gegenüber Keeper und Dashlane genannt wird. Wer auf diese Funktion Wert legt, etwa weil er regelmäßig prüfen möchte, ob eigene Zugangsdaten in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind, sollte bei diesen beiden Anbietern gegebenenfalls auf externe, kostenlose Dienste zur Leak-Prüfung ausweichen.

Ein Punkt, der in Tests häufig unterschätzt wird, ist die Qualität der Notfall-Zugriffsfunktion. Keeper erlaubt es, einer Vertrauensperson nach einer definierten Wartezeit automatisch Zugriff auf den Tresor zu gewähren, etwa im Todesfall oder bei längerer Abwesenheit. Dashlane bietet eine ähnliche, aber weniger granular konfigurierbare Funktion. RoboForm und Enpass haben in diesem Bereich in den ausgewerteten Tests spürbar weniger ausgereifte Lösungen vorzuweisen.

Für wen sich welcher Passwort-Manager eignet: fünf Praxisbeispiele

  • Selbstständige und Studierende mit knappem Budget: RoboForm ist mit 2,49 Dollar im Monat der günstigste Vollpreis-Anbieter und bietet zusätzlich eine tatsächlich nutzbare Gratis-Version für ein einzelnes Gerät. Für alle, die nur ein Notebook und ein Smartphone absichern müssen, reicht das oft völlig aus.
  • Familien mit vielen Geräten und mehreren Generationen: Dashlanes Friends-and-Family-Tarif deckt bis zu zehn Personen ab und war in TechRadars Familientest die Spitzenempfehlung. Wer bereit ist, den höheren Preis zu zahlen, bekommt dafür ein durchdachtes Freigabesystem für die ganze Familie.
  • Kleine und mittlere Unternehmen mit Compliance-Pflichten: Keeper Business Starter kombiniert mit 2 Dollar pro Nutzer einen niedrigen Einstiegspreis mit den granularsten Freigabe- und Audit-Funktionen der vier Anbieter, was gerade im Hinblick auf NIS2-Pflichten und interne Nachweispflichten relevant ist.
  • Konzerne mit eigener IT-Sicherheitsabteilung: Keeper Enterprise mit dem optionalen KeeperPAM-Modul für privilegiertes Zugriffsmanagement richtet sich an Organisationen, die über reine Passwortverwaltung hinaus auch Server-Zugänge und administrative Konten zentral absichern müssen.
  • Datenschutzbewusste Einzelpersonen und Aktivisten: Enpass ist die einzige Lösung der vier, die vollständig ohne verpflichtende Cloud-Anbindung an den Hersteller auskommt. Wer aus Prinzip keine Zugangsdaten auf fremden Servern ablegen will, findet hier die praktikabelste Alternative, muss dafür aber selbst für Backups sorgen.
  • Umsteiger nach einem Datenleck beim bisherigen Anbieter: Wer wie viele Betroffene nach den bekannten Sicherheitsvorfällen bei LastPass den Anbieter wechseln will, wie shattered.io im Artikel 1Password gegen LastPass und Dashlane beschrieben hat, findet in Keeper laut CHIP-Ranking den bestplatzierten Umstieg mit granularen Sicherheitsfunktionen und einer nachvollziehbaren Sicherheitsbilanz.

Kundensupport und Onboarding im Alltag

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Qualität des Kundensupports, gerade in der ersten Woche nach dem Umstieg, wenn typischerweise die meisten Rückfragen auftauchen. Keeper bietet als einer der wenigen Anbieter in diesem Vergleich telefonischen Support für Business-Kunden, während Privatnutzer in der Regel auf E-Mail-Tickets und eine umfangreiche Wissensdatenbank verwiesen werden. Dashlane setzt ähnlich wie Keeper auf ein gestuftes Supportmodell, bei dem Premium- und Family-Kunden schnelleren Zugriff auf den Chat-Support erhalten als Nutzer der ausgelaufenen Gratis-Version.

RoboForm und Enpass punkten dagegen weniger mit direktem Support, dafür aber mit ausführlicher Dokumentation und aktiven Community-Foren, in denen technisch versierte Nutzer sich gegenseitig bei Konfigurationsfragen helfen. Für Einzelpersonen, die sich selbst zu helfen wissen, ist das kein Nachteil, für Unternehmen mit wenig eigener IT-Kompetenz kann der fehlende direkte Draht zum Hersteller im Ernstfall aber zum Problem werden, etwa wenn ein Mitarbeiter versehentlich den Zugriff auf einen geteilten Ordner verliert und schnelle Hilfe braucht.

Umstieg leicht gemacht: Migrationsanleitung Schritt für Schritt

Der Wechsel zwischen Passwortmanagern klingt aufwendiger, als er in der Praxis ist. Alle vier Anbieter unterstützen den Im- und Export über das CSV-Format, was den Umstieg technisch unkompliziert macht. Wichtig ist trotzdem, die Reihenfolge einzuhalten, um keine Zugangsdaten zu verlieren oder unverschlüsselt liegen zu lassen.

  1. Im bisherigen Passwortmanager den vollständigen Datenexport als CSV-Datei starten, üblicherweise über die Kontoeinstellungen oder den Sicherheits-Bereich der Desktop-Anwendung.
  2. Die exportierte CSV-Datei ausschließlich lokal und niemals über unverschlüsselten E-Mail-Versand zwischenspeichern, da sie alle Passwörter im Klartext enthält.
  3. Im neuen Konto bei Keeper, Dashlane, RoboForm oder Enpass ein starkes, einzigartiges Master-Passwort mit mindestens 16 Zeichen festlegen und sofort Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, sofern der gewählte Tarif dies unterstützt.
  4. Die Import-Funktion des neuen Anbieters nutzen, um die CSV-Datei einzulesen, und anschließend stichprobenartig prüfen, ob Benutzernamen, Passwörter und hinterlegte Notizen korrekt übernommen wurden.
  5. Browser-Erweiterung des neuen Passwortmanagers installieren und die des alten Anbieters vollständig deinstallieren, um doppelte Ausfüll-Vorschläge zu vermeiden.
  6. Die ursprüngliche CSV-Exportdatei sicher löschen, im Idealfall mit einem Tool, das Daten mehrfach überschreibt, statt sie nur in den Papierkorb zu verschieben.
  7. Das alte Konto erst kündigen, nachdem der neue Tresor über mindestens eine Woche im Alltag getestet wurde und alle wichtigen Logins nachweislich funktionieren.

Wer von einem kostenlosen Tool wie KeePassXC zu einem kommerziellen Anbieter wechselt, sollte zusätzlich beachten, dass sich Ordnerstrukturen und Tag-Systeme zwischen den Programmen unterscheiden. Eine kurze manuelle Nachsortierung nach dem Import spart später Suchzeit.

Vor- und Nachteile im Überblick

Keeper punktet mit der größten Funktionstiefe, dem besten Freigabesystem und einer breiten Palette an 2FA-Optionen bis hin zu Hardware-Sicherheitsschlüsseln und Smartwatch-Anmeldung. Die klare Business-Staffelung ab 2 Dollar pro Nutzer macht den Einstieg für Teams günstig, und die Testnoten von CHIP, PCMag, G2 und Google Play fallen unter den vier Anbietern am konsistentesten positiv aus. Nachteil ist, dass Dark-Web-Monitoring über BreachWatch extra kostet und die kostenlose Version mit einem Gerät und rund zehn Einträgen für den Alltagsgebrauch zu stark limitiert bleibt, um mehr als einen kurzen Test zu erlauben.

Dashlane überzeugt bei Familien-Tarifen mit bis zu zehn Premium-Konten im Friends-and-Family-Paket und einer aufgeräumten, für Einsteiger besonders zugänglichen Benutzeroberfläche. Dark-Web-Monitoring ist hier bereits im Grundpreis enthalten, ohne separates Zusatzmodul. Dem stehen aber der höchste Einstiegspreis der vier Anbieter und die im September 2025 komplett gestrichene Gratis-Version gegenüber, was den Einstieg gerade für preissensible Nutzer erschwert. Die vergleichsweise schwache Trustpilot-Bewertung von 3,2 von 5 Punkten bei über 6.100 Bewertungen sowie der achte Platz von neun im CHIP-Test sollten vor dem Kauf nicht ignoriert werden.

RoboForm ist der Preis-Leistungs-Sieger unter den vier Anbietern: eine echte, unbegrenzte Gratis-Version für ein Gerät kombiniert mit dem niedrigsten Vollpreis von 2,49 Dollar im Monat macht den Einstieg besonders risikoarm. Die Spezialisierung auf zuverlässiges Ausfüllen komplexer Formulare ist ein handfester Alltagsvorteil. Dagegen fällt RoboForm bei Zusatzfunktionen wie Dark-Web-Monitoring, bei der Transparenz der Verschlüsselungsarchitektur und bei der Zahl unabhängiger 2026er-Testberichte gegenüber Keeper und Dashlane spürbar zurück, und im Gratis-Tarif fehlt die Zwei-Faktor-Authentifizierung vollständig.

Enpass bietet als einziger Anbieter der vier echte Offline-Nutzung ohne Cloud-Zwang zum Hersteller, was Datenschutz-Fans und Nutzer mit strengen internen Richtlinien zur Datenhaltung schätzen. Die freie Wahl des Speicherorts, ob lokal oder in einer selbst gewählten Cloud, ist im Vergleich einzigartig. Dem stehen aber mehr Eigenverantwortung bei Backups, eine im Alltag klickintensivere Browser-Erweiterung und ein nur durchschnittliches Abschneiden im Cybernews-Gesamtranking mit Platz elf von zwanzig getesteten Tools gegenüber. Auch bei Business-Preisen und Passkey-Unterstützung bleibt Enpass gegenüber Keeper und Dashlane weniger transparent dokumentiert.

Das Urteil: welcher Passwort-Manager gewinnt 2026?

Eine pauschale Kaufempfehlung wird der Datenlage nicht gerecht, weil die vier Anbieter schlicht unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Legt man aber die harten Zahlen aus diesem Vergleich nebeneinander, zeichnet sich ein klares Bild: Keeper gewinnt in praktisch jeder unabhängigen Testkategorie, vom CHIP-Testsieg über die PCMag-Auszeichnung bis zur besten G2- und Google-Play-Bewertung der vier Anbieter, und bleibt dabei im Business-Bereich mit 2 Dollar pro Nutzer sogar der günstigste Anbieter im Vergleich. Der Aufpreis für Dark-Web-Monitoring als separates Add-on ist der einzige spürbare Wermutstropfen.

Wer ausschließlich auf den Preis für Einzelpersonen schaut, kommt an RoboForm kaum vorbei, das mit einer echten Gratis-Version und dem niedrigsten Vollpreis der vier Anbieter besonders für preisbewusste Nutzer mit überschaubaren Anforderungen attraktiv bleibt. Dashlane rechtfertigt seinen hohen Preis in erster Linie bei großen Familien, die den Friends-and-Family-Tarif für bis zu zehn Personen tatsächlich ausschöpfen. Enpass bleibt die Nischenlösung für alle, die aus Prinzip keine Zugangsdaten auf fremden Servern speichern wollen, muss sich aber im direkten Testvergleich mit Platz elf von zwanzig bei Cybernews weiterhin hinter den etablierten Anbietern einreihen.

Für österreichische Unternehmen, die parallel DSGVO-Vorgaben und die kommenden NIS2-Pflichten umsetzen müssen, spricht zusätzlich der EU-Sitz von Dashlane für eine einfachere vertragliche Handhabung, während Keeper und RoboForm als US-Unternehmen zusätzliche Datenschutz-Klauseln in der Auftragsverarbeitung erfordern.

Kurz zusammengefasst nach Zahlen: Keeper gewinnt bei Sicherheit und Testnoten (CHIP-Testsieger, PCMag-Auszeichnung, G2-Wert von 4,6 von 5), RoboForm gewinnt beim Preis für Einzelpersonen (2,49 Dollar plus nutzbare Gratis-Version), Dashlane gewinnt bei großen Familien (bis zu zehn Konten im Friends-and-Family-Tarif) und Enpass gewinnt bei radikaler Datenkontrolle (keine Pflicht-Cloud beim Hersteller). Welcher dieser vier Vorteile am meisten zählt, hängt letztlich vom eigenen Nutzungsprofil ab, nicht von einer einzelnen, für alle gültigen Bestenliste.

Häufig gestellte Fragen

Welcher der vier Passwort-Manager ist am günstigsten?
RoboForm ist mit 2,49 Dollar im Monat für Einzelpersonen der günstigste Vollpreis-Anbieter und bietet zusätzlich eine nutzbare kostenlose Version. Keeper ist im Business-Bereich mit 2 Dollar pro Nutzer und Monat der günstigste Team-Tarif.

Hat Dashlane wirklich keine kostenlose Version mehr?
Nein. Laut mehreren unabhängigen Testberichten und der offiziellen Preisseite hat Dashlane seine Gratis-Version am 16. September 2025 eingestellt. Neue Nutzer können die Software nur noch über eine befristete Testphase kostenlos ausprobieren.

Ist Enpass für Unternehmen geeignet?
Enpass bietet zwar Testphasen für Firmenkunden an, hat aber laut den ausgewerteten Quellen keine klar dokumentierten, öffentlich einsehbaren Business-Preise wie Keeper, Dashlane oder RoboForm. Für Unternehmen mit klaren Compliance-Anforderungen ist das ein Nachteil gegenüber den drei anderen Anbietern.

Welcher Anbieter hat die beste Sicherheitsbewertung in unabhängigen Tests?
Keeper schneidet in den ausgewerteten Quellen am konsistentesten gut ab: Testsieger bei CHIP unter neun getesteten Programmen, Auszeichnung bei PCMag für 2026 sowie die höchsten Nutzerbewertungen bei G2 und Google Play unter den vier verglichenen Anbietern.

Speichert einer der vier Anbieter Daten automatisch in der EU?
Nur Dashlane hat mit Dashlane SAS eine EU-Rechtsperson mit Sitz in Paris. Keeper und RoboForm sind US-Unternehmen, Enpass hat seinen Sitz in Indien, erlaubt aber die freie Wahl eines eigenen, auch EU-basierten Cloud-Speichers für den verschlüsselten Tresor.

Kann ich Passwörter einfach von einem Anbieter zum anderen übertragen?
Ja, alle vier Anbieter unterstützen den Export und Import über das CSV-Format. Wichtig ist, die exportierte Datei nur lokal zu speichern und nach erfolgreichem Import sicher zu löschen, da sie alle Zugangsdaten im Klartext enthält.

Unterstützen Keeper, Dashlane, RoboForm und Enpass bereits Passkeys?
Keeper und Dashlane weisen laut ihren aktuellen Produktangaben für 2026 Passkey-Unterstützung aus. Für RoboForm und Enpass liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine ebenso eindeutig dokumentierten Passkey-Funktionen vor.

Lohnt sich Dark-Web-Monitoring als Zusatzfunktion?
Wer regelmäßig prüfen möchte, ob eigene Zugangsdaten in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind, profitiert davon. Bei Keeper ist die Funktion namens BreachWatch kostenpflichtig zubuchbar, bei Dashlane in den bezahlten Tarifen bereits enthalten. RoboForm und Enpass bieten diese Funktion in ihrer Kernversion nicht an.

Ist Enpass wirklich sicherer, weil die Daten nicht in der Cloud des Herstellers liegen?
Enpass verringert das Risiko eines zentralen Server-Hacks beim Anbieter selbst, weil es diesen zentralen Speicherort so nicht zwingend gibt. Das ersetzt aber keine gute Backup-Strategie: Wer sein Gerät verliert und keine eigene Synchronisation eingerichtet hat, riskiert den kompletten Verlust des Tresors. Sicherheit im Sinne der Verschlüsselung ist bei allen vier Anbietern mit AES-256 auf einem vergleichbar hohen Niveau.