Ein kostenloses VPN ohne Kreditkarte, ohne Zeitlimit und ohne Werbung: Das verspricht aktuell nur eine Handvoll Anbieter. Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich, die ihre Verbindung in öffentlichen WLANs absichern oder Geoblocking umgehen wollen, ohne gleich ein Abo abzuschließen, bleiben am Ende drei ernstzunehmende Namen übrig: Proton VPN Free, Windscribe Free und PrivadoVPN Free. Alle drei tragen “kostenlos” im Namen, doch die Bedingungen dahinter unterscheiden sich deutlich. Der eine Anbieter verzichtet komplett auf ein Datenlimit, der andere deckelt bei 10 Gigabyte im Monat, und beim dritten hängt die Großzügigkeit von einer bestätigten E-Mail-Adresse ab.
Dieser Vergleich zeigt, welcher Gratis-Tarif 2026 tatsächlich hält, was er verspricht, und für wen sich der Umstieg auf ein bezahltes Abo überhaupt lohnt. Dabei geht es nicht nur um nackte Datenlimits. Wer in Hotels, Zugverbindungen der ÖBB oder Co-Working-Spaces regelmäßig fremde Netzwerke nutzt, braucht vor allem Verlässlichkeit: funktioniert die Verschlüsselung auch bei einem Verbindungsabbruch, bleibt die Geschwindigkeit stabil, und was passiert eigentlich mit den eigenen Nutzungsdaten, wenn der Dienst selbst keine Logs speichert? Genau diese Fragen klärt der folgende Vergleich anhand der öffentlich verfügbaren Herstellerangaben und unabhängiger Testberichte.
Proton VPN Free, Windscribe Free und PrivadoVPN Free im Überblick
Proton VPN stammt von der Schweizer Firma Proton AG, bekannt durch den verschlüsselten Mail-Dienst Proton Mail, und wirbt seit Jahren damit, der einzige kostenlose VPN-Dienst ohne Datenlimit, ohne künstliche Geschwindigkeitsdrosselung und ohne Werbung zu sein. Laut der offiziellen Proton-Vergleichsseite zwischen Free- und Bezahltarif gilt diese Zusage unverändert für 2026: Wer sich kostenlos anmeldet, bekommt eine VPN-Verbindung, Zugriff auf Server in zehn Ländern und dieselbe strikte No-Logs-Politik wie zahlende Kundinnen und Kunden (protonvpn.com/free-vpn/free-vs-paid). Im Rahmen der Roadmap für Herbst und Winter 2025/2026 hat Proton die Zahl der kostenlosen Serverländer von fünf auf zehn verdoppelt und unter anderem die Schweiz, Kanada, Norwegen und Singapur hinzugefügt (protonvpn.com/blog/product-roadmap-winter-2025-2026). Zuvor beschränkte sich das Angebot auf Niederlande, Japan, Rumänien, Polen und die USA.
Windscribe, betrieben von Windscribe Limited mit Hauptsitz in Toronto, Kanada, verfolgt ein anderes Modell. Wer sich nur mit einer E-Mail-Adresse registriert, aber diese nicht bestätigt, erhält lediglich 2 GB Datenvolumen pro Monat. Nach Bestätigung der E-Mail-Adresse klettert das Kontingent auf 10 GB. Dafür gibt es bei Windscribe keine Begrenzung bei der Zahl der gleichzeitig verbundenen Geräte, was unter den drei Anbietern einzigartig ist. Zusätzlich liefert Windscribe mit R.O.B.E.R.T. ein eigenes Tool zum Blockieren von Werbung, Trackern und Malware-Domains mit, wenn auch mit eingeschränkter Regelanzahl im Gratis-Tarif (windscribe.com/features/use-for-free). Windscribe nutzt plattformübergreifend das WireGuard-Protokoll und bietet eigene Apps für Windows, macOS, Linux, Android, iOS sowie Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox.
PrivadoVPN, rechtlich der PrivadoVPN Global AG mit Sitz in der Schweiz zugeordnet, setzt auf ein drittes Modell: 10 GB Datenvolumen alle 30 Tage, dafür eine kleinere, aber für Streaming und Torrenting optimierte Serverauswahl. Laut TechRadar umfasst der kostenlose Tarif Zugriff auf 13 Server in zehn Ländern, die speziell für Streaming-Dienste freigeschaltet sind (techradar.com/vpn/best-free-vpn). Wie viele Geräte gleichzeitig verbunden werden dürfen, ist in den öffentlich verfügbaren Quellen für den Gratis-Tarif nicht eindeutig dokumentiert, was PrivadoVPN im Transparenzvergleich gegenüber Proton und Windscribe zurückfallen lässt.
Alle drei Anbieter haben gemeinsam, dass sie ihren Gratis-Tarif nicht als reine Demo-Version verstehen, sondern als dauerhaft nutzbares Produkt kommunizieren. Das unterscheidet sie von vielen anderen VPN-Anbietern auf dem Markt, die lediglich eine zeitlich befristete Testphase von sieben oder dreißig Tagen anbieten und danach automatisch in ein Bezahlabo überführen, sofern nicht aktiv gekündigt wird. Bei Proton VPN, Windscribe und PrivadoVPN entfällt dieses Risiko einer versehentlichen Abbuchung komplett, weil für den Gratis-Tarif schlicht keine Zahlungsdaten hinterlegt werden.
Spezifikationen im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und vertraglichen Eckdaten der drei Gratis-Tarife zusammen, basierend auf den offiziellen Angaben der Anbieter sowie unabhängigen Testberichten von Security.org, RTINGS und TechRadar.
| Kriterium | Proton VPN Free | Windscribe Free | PrivadoVPN Free |
|---|---|---|---|
| Datenlimit pro Monat | Unbegrenzt | 10 GB (verifiziert) / 2 GB (unverifiziert) | 10 GB alle 30 Tage |
| Anzahl Serverländer | 10 Länder | 10 Länder | 10 Länder (13 Server) |
| Gleichzeitige Geräte | 1 Gerät | Unbegrenzt | Nicht öffentlich dokumentiert |
| Serverwahl frei wählbar | Nein, automatisch | Ja | Ja, aus freigegebener Liste |
| Werbung im Gratis-Tarif | Keine | Keine (App-Hinweise möglich) | Keine laut Anbieterangabe |
| Ad-/Tracker-Blocker | Nein (NetShield nur Bezahltarif) | Ja, R.O.B.E.R.T. mit Einschränkungen | Unklar / nicht dokumentiert |
| Streaming freigeschaltet | Nein | Eingeschränkt | Ja, laut Anbieter optimiert |
| No-Logs-Audit | 5 jährliche Audits, zuletzt Securitum, Juni 2026 | Audit-Veröffentlichung 2024 dokumentiert, Details unvollständig | Kein unabhängiges Audit auffindbar |
| Firmensitz | Schweiz | Kanada | Schweiz |
| Protokoll | WireGuard, OpenVPN | WireGuard | WireGuard, OpenVPN |
| Kreditkarte zur Anmeldung nötig | Nein | Nein | Nein |
| Kill Switch im Gratis-Tarif | Ja | Ja | Ja |
Auffällig ist der Trade-off zwischen Datenvolumen und Geräteanzahl. Proton VPN Free verzichtet komplett auf ein Datenlimit, erlaubt aber nur eine aktive Verbindung und lässt Nutzerinnen und Nutzer den Serverstandort nicht selbst wählen, der Dienst verbindet automatisch mit einem freien Server aus den zehn verfügbaren Ländern. Windscribe dreht dieses Verhältnis um: begrenztes Datenvolumen, dafür unbegrenzte Geräte und freie Serverwahl. PrivadoVPN liegt mit 10 GB im Monat auf dem Niveau von Windscribes verifiziertem Kontingent, bietet aber eine kleinere, klarer auf Streaming zugeschnittene Serverliste.
Wichtig für die Praxis: Keiner der drei Gratis-Tarife erlaubt derzeit den Zugriff auf erweiterte Sicherheitsfunktionen wie Multi-Hop-Verbindungen über zwei Server gleichzeitig. Proton nennt diese Funktion Secure Core und reserviert sie explizit für zahlende Kundinnen und Kunden. Windscribe und PrivadoVPN bieten vergleichbare erweiterte Routing-Optionen ebenfalls nur im jeweiligen Bezahltarif an. Für die reine Verschlüsselung der Verbindung im öffentlichen WLAN reicht der Gratis-Tarif bei allen drei Diensten aber aus, da WireGuard beziehungsweise OpenVPN durchgängig zum Einsatz kommen.
Geschwindigkeit im Test: Was unabhängige Messungen zeigen
Geschwindigkeitswerte bei VPN-Diensten hängen stark vom Testzeitpunkt, der Internetleitung und dem gewählten Serverstandort ab, weshalb sich direkte Vergleiche zwischen unterschiedlichen Testlaboren nur bedingt eins zu eins übertragen lassen. Dennoch zeichnen die verfügbaren Benchmarks ein Muster.
| Quelle | Anbieter | Gemessene Geschwindigkeit | Kontext |
|---|---|---|---|
| BleepingComputer | Windscribe | Ø 170 Mbit/s | Download-Durchschnitt im Praxistest |
| ThreatsHub (2025) | Windscribe | 82–117 Mbit/s | Regionale Tests, u. a. USA, UK, Kanada, Singapur |
| TechRadar | PrivadoVPN | bis zu 900 Mbit/s | Spitzenwert auf nahem Server, keine Durchschnittsangabe |
| Security.org | Proton VPN (Free-Serverpool) | Keine künstliche Drosselung laut Anbieter | Gratis-Tarif nutzt dieselbe Infrastruktur wie Bezahltarif |
Proton selbst betont, im Gratis-Tarif keine künstliche Geschwindigkeitsbegrenzung einzusetzen, auch wenn das insgesamt kleinere Serverangebot bei Lastspitzen zu Engpässen führen kann (security.org/vpn/protonvpn/review). Da sich alle Free-Nutzerinnen und -Nutzer die gleichen zehn Länder-Server mit vermutlich deutlich mehr Datenverkehr teilen als zahlende Kundschaft mit über 110 Standorten, kann die gefühlte Geschwindigkeit zu Stoßzeiten trotzdem schwanken, auch wenn Proton keine aktive Drosselung vornimmt.
Windscribes Werte schwanken je nach Testregion deutlich: Die ThreatsHub-Messung aus 2025 zeigt mit 117 Mbit/s in Südafrika und nur 82 Mbit/s in Malaysia eine Schwankungsbreite von über 40 Prozent zwischen den besten und schlechtesten gemessenen Standorten. Das ist bei zehn geografisch weit verteilten Serverstandorten wenig überraschend, zeigt aber, dass pauschale Mbit/s-Angaben ohne Standortbezug wenig aussagekräftig sind.
Der von TechRadar genannte Spitzenwert von rund 900 Mbit/s bei PrivadoVPN wirkt beeindruckend, ist aber ausdrücklich als Bestwert auf einem nahegelegenen Server zu verstehen und nicht als globaler Durchschnitt. Wer regelmäßig große Downloads oder 4K-Streaming plant, sollte sich also nicht allein auf einen einzelnen Spitzenwert verlassen, sondern die tatsächliche Leitung am eigenen Wohnort testen, idealerweise zur Hauptnutzungszeit abends, wenn die Serverauslastung typischerweise am höchsten ist.
No-Logs-Audits: Wer lässt wirklich unabhängig prüfen?
Eine No-Logs-Politik ist nur so glaubwürdig wie ihre externe Überprüfung. Jeder VPN-Anbieter kann behaupten, keine Nutzungsdaten zu speichern, doch ohne unabhängige Prüfung bleibt das eine reine Marketingaussage. Genau hier zeigt sich der größte qualitative Unterschied zwischen den drei Diensten in diesem Vergleich.
Proton VPN hat nach eigenen Angaben inzwischen fünf aufeinanderfolgende jährliche No-Logs-Audits durchlaufen. Der jüngste wurde im Juni 2026 vom europäischen Sicherheitsunternehmen Securitum durchgeführt und prüfte unter anderem Serverkonfigurationen, Betriebsabläufe und technische Kontrollen. Das Ergebnis: Die No-Logs-Zusagen von Proton stimmten laut Bericht mit den tatsächlich geprüften Kontrollen überein (security.org/vpn/protonvpn/review). Wichtig dabei: Proton betont ausdrücklich, dass die gleiche strikte No-Logs-Politik, abgesichert durch Schweizer Datenschutzrecht, für den Gratis- wie für den Bezahltarif gilt (protonvpn.com/free-vpn/free-vs-paid). Fünf Jahre in Folge extern geprüft zu werden, ist unter kostenlosen VPN-Angeboten ein seltener Standard und ein starkes Argument für alle, die Vertrauen vor Funktionsumfang stellen.
Bei Windscribe ist die Lage weniger klar. Der Anbieter hat 2024 Informationen zu einem Audit seiner No-Logs-Politik und der App-Sicherheit veröffentlicht, allerdings liegen in öffentlich zugänglichen Quellen weder ein klar benannter Auditor noch ein vollständig dokumentiertes Prüfdatum oder Ergebnis vor. Manche Berichte aus 2025 gehen davon aus, dass Windscribes No-Logs-Politik bislang nicht unabhängig geprüft wurde, was im Widerspruch zu anderen Quellen steht, die von einem veröffentlichten Audit sprechen. Der Status sollte deshalb als dokumentiert, aber nicht vollständig nachprüfbar gelten, nicht als bestätigt im Sinne eines vollständigen, öffentlich einsehbaren Audit-Reports.
Für PrivadoVPN liegt in den verfügbaren Quellen kein unabhängiges No-Logs-Audit vor. Das bedeutet nicht automatisch, dass keines existiert, zeigt aber, dass der Dienst in diesem Punkt deutlich weniger öffentlich sichtbare Transparenz bietet als Proton VPN. Wer No-Logs-Nachweise als Kernkriterium für die Wahl eines VPN-Diensts betrachtet, landet bei diesem Vergleich klar bei Proton VPN. Für alle anderen gilt: Ein fehlendes Audit ist kein Beweis für unsauberes Verhalten, aber es bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer den Marketingaussagen des Anbieters mehr Vertrauen schenken müssen, als es bei einem geprüften Dienst nötig wäre.
Preise: Was kostet der Umstieg auf den Bezahltarif?
Keiner der drei Gratis-Tarife eignet sich für Streaming im großen Stil, Torrenting ohne Einschränkung oder den täglichen Einsatz auf mehreren Geräten gleichzeitig mit vollem Funktionsumfang. Wer mehr braucht, muss zahlen. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Bezahltarife, soweit öffentlich dokumentiert.
| Anbieter | Monatspreis (flexibel) | Preis bei Langzeitbindung | Serverländer (Bezahltarif) |
|---|---|---|---|
| Proton VPN Plus | 9,99 US-Dollar/Monat | 2,99 US-Dollar/Monat bei 2 Jahren (71,76 USD gesamt) | über 110 bis 129 Länder, je nach Quelle |
| Windscribe Pro | ca. 9 US-Dollar/Monat | ca. 5,75 US-Dollar/Monat bei Jahresabo | Deutlich erweitert gegenüber Gratis-Tarif, “Build a Plan” ab 3 USD/Monat für einzelne Standorte |
| PrivadoVPN Premium | Nicht öffentlich verlässlich dokumentiert | Nicht öffentlich verlässlich dokumentiert | Deutlich mehr als 10 Länder laut Anbieter-Marketing |
Bei Proton VPN lohnt sich der Blick auf die Zwei-Jahres-Bindung besonders, denn der Rabatt gegenüber dem Monatspreis liegt laut aktuellen Angaben bei rund 70 Prozent. Wer sich nicht sicher ist, ob die Langzeitbindung sinnvoll ist, kann zunächst risikofrei im Gratis-Tarif testen und erst danach upgraden, ein Vorteil, den reine Trial-Modelle ohne echten Dauer-Gratis-Tarif nicht bieten.
Windscribes Besonderheit ist die “Build a Plan”-Option, mit der Nutzerinnen und Nutzer gezielt nur die Länder dazubuchen, die sie tatsächlich benötigen, statt ein komplettes Länderpaket zu zahlen. Das kann für Nutzerinnen und Nutzer, die etwa nur gelegentlich auf einen einzigen ausländischen Streaming-Katalog zugreifen wollen, günstiger sein als ein pauschales Vollabo.
Für PrivadoVPN liegen in den recherchierten Quellen keine verlässlichen, aktuellen Preisangaben für den Bezahltarif vor, weshalb an dieser Stelle bewusst auf Schätzungen verzichtet wird. Interessierte sollten die Preisseite des Anbieters direkt prüfen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen (privadovpn.com/pricing). Diese Intransparenz bei der Preisgestaltung ist selbst ein relevanter Vergleichspunkt: Sowohl Proton als auch Windscribe kommunizieren ihre Bezahltarife deutlich offener.
Jurisdiktion und Datenschutzrecht: Warum der Firmensitz zählt
Sowohl Proton VPN als auch PrivadoVPN haben ihren rechtlichen Sitz in der Schweiz, einem Land außerhalb der EU und außerhalb der klassischen “Five Eyes” und “Fourteen Eyes”-Überwachungsallianzen, das traditionell für ein strenges Datenschutzrecht bekannt ist. Proton verweist explizit auf dieses Schweizer Recht als rechtliche Grundlage seiner No-Logs-Zusage. Windscribe sitzt dagegen in Kanada, einem Mitgliedsland der Five-Eyes-Allianz zum Austausch von Geheimdienstinformationen. Das bedeutet nicht automatisch ein höheres Risiko im Alltag, zeigt aber, dass die rechtliche Ausgangslage der drei Anbieter unterschiedlich ist und bei der Bewertung politischer oder juristischer Zugriffsmöglichkeiten mitgedacht werden sollte.
Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich ist zusätzlich relevant, dass die Datenschutz-Grundverordnung unabhängig vom Sitz des VPN-Anbieters greift, sobald personenbezogene Daten von Personen in der EU verarbeitet werden. Das österreichische Datenschutzrecht kennt laut aktuellen Rechtsgutachten noch keine eigenständigen, VPN-spezifischen Sonderregelungen, sondern folgt den allgemeinen DSGVO-Vorgaben. Für die Praxis bedeutet das: Ein VPN-Anbieter mit Sitz in der Schweiz oder Kanada, der Kundinnen und Kunden in Österreich bedient, muss trotzdem die DSGVO beachten, sobald personenbezogene Daten von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern verarbeitet werden, unabhängig davon, in welchem Land der Firmensitz liegt.
Die Schweiz selbst unterliegt zudem einem eigenen, von der EU als angemessen anerkannten Datenschutzniveau, was in der Praxis bedeutet, dass die Datenübermittlung zwischen Österreich und einem Schweizer VPN-Anbieter rechtlich unkomplizierter ist als etwa eine Übermittlung in Länder ohne ein solches Angemessenheitsabkommen. Ein aktuelles Rechtsgutachten zum österreichischen Datenschutzrecht bestätigt, dass die DSGVO unabhängig vom Ort der Niederlassung greift, sobald die Verarbeitung personenbezogener Daten Personen innerhalb der EU betrifft (kt.at, Lexology Panoramic Austria Data Protection & Privacy).
Was “No Logs” rechtlich und technisch tatsächlich bedeutet
Der Begriff “No Logs” wird in der VPN-Branche oft inflationär verwendet, ohne dass klar ist, was genau damit gemeint ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Verbindungsprotokollen, etwa Zeitstempel, zugewiesene IP-Adresse und übertragene Datenmenge, und Aktivitätsprotokollen, also welche Webseiten eine Nutzerin oder ein Nutzer konkret besucht hat. Ein seriöser No-Logs-Anbieter verzichtet im Idealfall auf beide Kategorien, nicht nur auf die zweite.
Genau an dieser Unterscheidung setzt die Bedeutung eines unabhängigen Audits an. Ein externer Prüfer wie Securitum im Fall von Proton VPN untersucht nicht nur die schriftliche Datenschutzerklärung, sondern die tatsächliche Serverkonfiguration und die Betriebsabläufe, um zu prüfen, ob technisch überhaupt die Möglichkeit bestünde, Protokolle zu speichern, selbst wenn der Anbieter es wollte. Fehlt ein solches Audit, wie aktuell bei PrivadoVPN, bleibt No Logs eine vertragliche Zusage ohne externe Kontrolle. Das kann im Alltag trotzdem gut funktionieren, lässt sich aber von außen nicht nachprüfen, was gerade für Nutzerinnen und Nutzer mit erhöhtem Schutzbedarf ein relevanter Unterschied ist.
Mobile Apps und Einrichtung im Alltag
Alle drei Anbieter stellen native Apps für Android und iOS sowie Desktop-Clients für Windows und macOS bereit, Windscribe ergänzt dies um eine eigenständige Linux-Variante. Die Einrichtung läuft bei allen drei Diensten ähnlich: App herunterladen, mit E-Mail-Adresse registrieren, Gratis-Tarif aktivieren, Server auswählen (oder bei Proton automatisch zuweisen lassen) und verbinden. Eine Zahlungsmethode wird für den Gratis-Tarif bei keinem der drei Anbieter verlangt, was das Ausprobieren risikofrei macht.
Unterschiede zeigen sich vor allem in der Benutzerführung. Proton VPN integriert die VPN-Funktion in dieselbe App-Familie wie Proton Mail, Proton Drive und Proton Pass, was für Nutzerinnen und Nutzer, die bereits andere Proton-Dienste verwenden, einen einheitlichen Login und ein vertrautes Interface bedeutet. Windscribe setzt auf eine technisch orientierte Oberfläche mit sichtbaren Reglern für Protokoll, Port und Firewall-Regeln, was erfahrenere Nutzerinnen und Nutzer anspricht, Einsteigerinnen und Einsteiger aber zunächst etwas überfordern kann. PrivadoVPN hält die App bewusst einfach, mit Fokus auf schnelle Serverwahl für Streaming, bietet aber dafür weniger granulare Einstellungsmöglichkeiten.
Für die Einrichtung auf einem Smartphone braucht es bei allen drei Anbietern in der Praxis selten mehr als fünf Minuten: App aus dem offiziellen Store laden, Konto anlegen, Server verbinden. Wichtig ist, nach der Installation direkt die Berechtigungen der App zu prüfen, insbesondere ob Standortzugriff oder Benachrichtigungen tatsächlich notwendig sind, und den automatischen Verbindungsaufbau beim Systemstart zu aktivieren, falls ständiger Schutz gewünscht ist. Wer das VPN nur gelegentlich in unsicheren Netzwerken nutzen möchte, kann stattdessen die Funktion zur automatischen Verbindung bei unbekannten WLAN-Netzwerken aktivieren, die alle drei Anbieter in ihren mobilen Apps anbieten.
Windscribe bietet zusätzlich eigenständige Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox an, die unabhängig von der Desktop-App funktionieren und sich speziell für Nutzerinnen und Nutzer eignen, die nur den Browser-Datenverkehr verschlüsseln wollen, ohne den gesamten Systemverkehr über das VPN zu leiten. Proton VPN und PrivadoVPN konzentrieren sich dagegen auf vollwertige System-Clients und verzichten auf eine separate Browser-Erweiterung im Gratis-Tarif, was die Einrichtung zwar vereinfacht, aber weniger Flexibilität für browserbasierte Anwendungsfälle bietet.
Warum kostenlose VPN-Dienste grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen sind
Bevor es weiter in die konkreten Einsatzszenarien geht, lohnt sich ein genereller Blick auf das Geschäftsmodell kostenloser VPN-Dienste. Ein VPN-Anbieter muss Server, Bandbreite und Entwicklung bezahlen, egal ob Kundinnen und Kunden dafür direkt bezahlen oder nicht. Bei vielen Gratis-VPNs auf dem Markt finanziert sich das Angebot deshalb über Werbung, den Verkauf anonymisierter Nutzungsdaten oder bewusst begrenzte Funktionen als Lockmittel für ein späteres Abo. Genau deshalb ist die Herkunft und das Geschäftsmodell hinter einem kostenlosen VPN mindestens so wichtig wie die technischen Eckdaten.
Proton VPN, Windscribe und PrivadoVPN unterscheiden sich von vielen unbekannteren Gratis-VPN-Apps in App Stores dadurch, dass sie ein etabliertes, öffentlich sichtbares Bezahltarif-Geschäft betreiben und den Gratis-Tarif erklärtermaßen als Einstiegsangebot und Vertrauensbeweis positionieren, nicht als reines Lockmittel ohne echten Gegenwert. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu zahlreichen Gratis-VPN-Apps, die ohne erkennbares Bezahlmodell auskommen und bei denen unklar bleibt, wie der Betrieb finanziert wird. Wer ein VPN installiert, sollte sich deshalb grundsätzlich fragen, woher die Einnahmen stammen, bevor überhaupt über konkrete Datenlimits oder Serverzahlen gesprochen wird.
Ein weiterer genereller Risikopunkt bei Gratis-Tarifen ist die geteilte Serverinfrastruktur. Wenn deutlich mehr Menschen einen kostenlosen Server nutzen als einen Bezahlserver, steigt die Wahrscheinlichkeit von Leistungseinbußen zu Stoßzeiten, unabhängig vom guten Willen des Anbieters. Bei allen drei hier verglichenen Diensten teilen sich Gratis-Nutzerinnen und -Nutzer eine deutlich kleinere Serverauswahl als zahlende Kundschaft, weshalb Geschwindigkeitsschwankungen zu bestimmten Tageszeiten normal und zu erwarten sind.
Ein praktischer Faustregel-Test, den sich jede Leserin und jeder Leser selbst merken kann: Verlangt ein angeblich kostenloser VPN-Dienst weder eine erkennbare Finanzierung über ein Bezahlabo noch macht er transparente Angaben zu Firmensitz und Audit-Status, ist erhöhte Vorsicht angebracht. Proton VPN, Windscribe und PrivadoVPN bestehen diesen Grundtest alle drei, mit unterschiedlich hoher Punktzahl bei der Transparenz im Detail, wie die vorangehenden Abschnitte zeigen.
Fünf reale Einsatzszenarien: Welcher Dienst passt zu wem?
Die Wahl zwischen den drei Gratis-VPNs hängt stark vom konkreten Nutzungsmuster ab. Fünf typische Szenarien zeigen, wo welcher Dienst seine Stärken ausspielt.
Szenario 1: Studentin schreibt in Bibliothek und Café an einer Arbeit. Wer ständig zwischen öffentlichen WLAN-Netzen wechselt und dabei E-Mails abruft oder Cloud-Dokumente synchronisiert, produziert selten mehr als ein paar hundert Megabyte am Tag. Hier reicht sowohl das 10-GB-Limit von Windscribe als auch von PrivadoVPN locker aus, Proton VPN Free punktet zusätzlich mit der fehlenden Mengenbegrenzung als Sicherheitsnetz für unvorhergesehen große Datenmengen, etwa wenn am Monatsende doch noch ein größerer Forschungsdatensatz heruntergeladen werden muss.
Szenario 2: Familie mit mehreren Geräten im Haushalt. Wer Smartphone, Tablet und Laptop gleichzeitig über ein Gratis-VPN schützen will, kommt an Windscribe kaum vorbei, denn nur dort gibt es keine Begrenzung bei der Geräteanzahl. Proton VPN Free erlaubt dagegen nur eine aktive Verbindung, was für Mehrpersonenhaushalte schnell zum Flaschenhals wird, wenn etwa Eltern und Kinder zur gleichen Zeit im Heimnetz unterwegs sind.
Szenario 3: Reisender will kurzfristig auf Heimat-Streaming zugreifen. PrivadoVPN wirbt ausdrücklich mit einer für Streaming-Dienste optimierten Serverauswahl im Gratis-Tarif. Wer also während eines kurzen Auslandsaufenthalts auf österreichische Mediatheken zugreifen möchte, sollte PrivadoVPN zuerst testen, auch wenn Erfolg je nach Anbieter-Gegenmaßnahmen nicht garantiert ist und sich von Woche zu Woche ändern kann.
Szenario 4: Sicherheitsbewusste Nutzerin will maximale Transparenz. Wer Wert auf regelmäßig veröffentlichte, unabhängige No-Logs-Audits legt, landet eindeutig bei Proton VPN. Fünf aufeinanderfolgende Jahresaudits durch unabhängige Prüfunternehmen sind unter Gratis-VPNs ein seltener Standard und machen den Dienst zur ersten Wahl für Journalistinnen, Aktivisten oder alle, die beruflich auf nachweisbaren Datenschutz angewiesen sind.
Szenario 5: Nutzer will Werbung und Tracker zusätzlich blockieren. Windscribes R.O.B.E.R.T.-Feature bietet im Gratis-Tarif zwar nur eine begrenzte Anzahl an Blockierregeln, ist aber de facto der einzige der drei Dienste mit einer dokumentierten, integrierten Tracker- und Malware-Blockierfunktion direkt im kostenlosen Angebot, ohne zusätzliche Browser-Erweiterung installieren zu müssen.
Torrenting und P2P: Was im Gratis-Tarif erlaubt ist
Wer ein VPN auch zum Torrenting nutzen möchte, muss bei den drei Gratis-Tarifen genau hinschauen, denn hier gibt es die deutlichsten funktionalen Unterschiede. Proton VPN schließt Torrenting im Gratis-Tarif laut unabhängigen Testberichten ausdrücklich aus, zusammen mit Streaming-Unterstützung (security.org/vpn/protonvpn/review). Wer P2P-Verbindungen nutzen will, benötigt bei Proton also zwingend den Bezahltarif.
PrivadoVPN positioniert sich hier bewusst gegenläufig und bewirbt seine kostenlosen Server explizit als für Streaming und Torrenting optimiert (techradar.com/vpn/best-free-vpn). Für Nutzerinnen und Nutzer, deren Hauptanwendungsfall P2P-Datenverkehr ist, kann PrivadoVPN trotz der sonstigen Dokumentationslücken deshalb die praktikabelste Gratis-Option sein. Für Windscribe liegt in den verfügbaren Quellen keine explizite, aktuelle Aussage zur P2P-Unterstützung im Gratis-Tarif vor, weshalb Nutzerinnen und Nutzer mit diesem Anwendungsfall die aktuellen Nutzungsbedingungen direkt beim Anbieter prüfen sollten, bevor sie sich auf eine bestimmte Funktionalität verlassen.
Klare Empfehlungen nach Nutzertyp
Über die konkreten Szenarien hinaus lassen sich die drei Dienste auch grob nach Nutzertypen zuordnen, unabhängig von einer einzelnen Situation.
- Vielreisende mit einem Hauptgerät: Proton VPN Free, wegen des unbegrenzten Datenvolumens ohne Mengenangst auf langen Reisen.
- Haushalte mit drei oder mehr Geräten: Windscribe Free, wegen der fehlenden Gerätebegrenzung im Gratis-Tarif.
- Gelegenheitsnutzerinnen mit Streaming-Fokus: PrivadoVPN Free, wegen der dedizierten Streaming-Server, bei akzeptiertem Transparenz-Nachteil.
- Technisch versierte Nutzer, die Protokolle und Ports selbst konfigurieren wollen: Windscribe Free, wegen der granularen Einstellungsmöglichkeiten in der App.
- Journalistinnen, Aktivisten und Personen mit erhöhtem Schutzbedarf: Proton VPN Free, wegen der durchgängig geprüften No-Logs-Historie und des Schweizer Rechtsrahmens.
- Einsteigerinnen und Einsteiger, die ein VPN zum ersten Mal ausprobieren: PrivadoVPN Free oder Proton VPN Free, wegen der einfachen, aufgeräumten App-Oberflächen ohne komplexe Zusatzeinstellungen.
Umstiegsanleitung: Vom Gratis-Tarif zum passenden VPN
Wer heute noch unentschlossen ist, kann in wenigen Schritten testen, welcher Dienst im eigenen Alltag am besten funktioniert, ohne sofort zu bezahlen.
- Konto bei allen drei Anbietern parallel anlegen. Keiner der drei verlangt für den Gratis-Tarif eine Kreditkarte, das Risiko eines versehentlichen Abos entfällt also komplett.
- Bei Windscribe die E-Mail-Adresse sofort bestätigen, sonst bleibt das Datenvolumen bei lediglich 2 GB statt der vollen 10 GB pro Monat, ein häufig übersehener Schritt.
- Die tatsächliche Download- und Upload-Geschwindigkeit am eigenen Wohnort über einen Geschwindigkeitstest zur Hauptnutzungszeit abends messen, nicht nur einmalig am Vormittag, wenn die Serverlast niedriger ist.
- Den Kill Switch in den App-Einstellungen aktiv testen, etwa durch kurzes Trennen der Internetverbindung, um zu prüfen, ob die Internetverbindung bei VPN-Abbruch tatsächlich automatisch blockiert wird, statt unverschlüsselt weiterzulaufen.
- Bei PrivadoVPN gezielt prüfen, ob der benötigte Streaming-Dienst mit der aktuellen Serverliste tatsächlich funktioniert, da sich Anbieter-Gegenmaßnahmen gegen VPN-Zugriffe häufig ändern.
- Datenverbrauch nach einer Woche realer Nutzung kontrollieren und mit dem jeweiligen Monatslimit abgleichen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
- Bestehende Konten bei anderen VPN-Diensten erst kündigen, wenn der neue Gratis-Tarif im Alltag über mindestens zwei bis drei Wochen zuverlässig funktioniert hat.
- Bei Bedarf auf den Bezahltarif des am besten passenden Anbieters wechseln und dabei gezielt die Zwei-Jahres-Rabatte vergleichen, bevor ein teureres Monatsabo gebucht wird.
Vorteile und Nachteile von Proton VPN Free
Proton VPN Free überzeugt vor allem durch das fehlende Datenlimit, die fehlende künstliche Geschwindigkeitsdrosselung und die mit fünf Jahresaudits außergewöhnlich gut dokumentierte No-Logs-Politik. Der Dienst eignet sich damit besonders für alltägliche Nutzung ohne Mengenangst.
- Vorteil: Unbegrenztes Datenvolumen im Gratis-Tarif, ohne versteckte Drosselung.
- Vorteil: Fünf aufeinanderfolgende, unabhängig geprüfte No-Logs-Audits, zuletzt durch Securitum im Juni 2026.
- Vorteil: Firmensitz in der Schweiz mit starkem Datenschutzrecht außerhalb der Five-Eyes-Allianz.
- Nachteil: Nur eine aktive Geräteverbindung im Gratis-Tarif.
- Nachteil: Keine freie Serverwahl, Verbindung erfolgt automatisch.
- Nachteil: Zusatzfunktionen wie NetShield oder Secure Core bleiben dem Bezahltarif vorbehalten.
Vorteile und Nachteile von Windscribe Free
Windscribe punktet mit unbegrenzten gleichzeitigen Geräteverbindungen, freier Serverwahl unter zehn Ländern und einem integrierten, wenn auch eingeschränkten Tracker-Blocker. Schwächer schneidet der Dienst bei der Transparenz seiner No-Logs-Prüfung ab.
- Vorteil: Keine Begrenzung bei der Anzahl gleichzeitig verbundener Geräte.
- Vorteil: Freie Serverwahl unter zehn Ländern statt automatischer Zuweisung.
- Vorteil: Integrierter Tracker- und Malware-Blocker R.O.B.E.R.T. bereits im Gratis-Tarif.
- Nachteil: Datenlimit sinkt ohne E-Mail-Bestätigung von 10 GB auf nur 2 GB, leicht zu übersehen.
- Nachteil: No-Logs-Audit nicht vollständig öffentlich nachprüfbar, widersprüchliche Angaben in verschiedenen Quellen.
- Nachteil: Firmensitz in Kanada, Mitglied der Five-Eyes-Überwachungsallianz.
Vorteile und Nachteile von PrivadoVPN Free
PrivadoVPN Free bietet mit 10 GB im Monat ein solides Datenvolumen und wirbt mit einer gezielt für Streaming optimierten Serverauswahl, was unter den drei Diensten ein Alleinstellungsmerkmal ist. Dem stehen klare Lücken in der öffentlichen Dokumentation gegenüber.
- Vorteil: 10 GB Datenvolumen alle 30 Tage, ohne E-Mail-Bestätigungspflicht wie bei Windscribe.
- Vorteil: Für Streaming und Torrenting optimierte Serverauswahl laut Anbieterangabe.
- Vorteil: Firmensitz in der Schweiz, vergleichbar mit Proton VPN.
- Nachteil: Keine auffindbare unabhängige No-Logs-Prüfung.
- Nachteil: Geräteanzahl im Gratis-Tarif öffentlich nicht eindeutig dokumentiert.
- Nachteil: Intransparente, öffentlich nicht verlässlich dokumentierte Preisangaben für den Bezahltarif.
Methodik: Wie dieser Vergleich zustande kam
Für diesen Vergleich wurden ausschließlich öffentlich zugängliche, aktuelle Quellen herangezogen: die offiziellen Produktseiten und Blogbeiträge von Proton VPN, Windscribe und PrivadoVPN sowie unabhängige Testberichte von Security.org, RTINGS, TechRadar, BleepingComputer und ThreatsHub. Wo Angaben zwischen Quellen voneinander abwichen, etwa bei der genannten Serverländerzahl im Bezahltarif von Proton VPN, wurde bewusst die konservativere, niedrigere Zahl verwendet, anstatt die größere, aber weniger breit bestätigte Angabe zu übernehmen. Wo für PrivadoVPN keine verlässlichen aktuellen Daten zu Gerätezahl oder Preisgestaltung auffindbar waren, wurde das explizit als nicht dokumentiert gekennzeichnet, statt eine Schätzung als Fakt darzustellen.
Diese Vorsicht bei unklaren Angaben ist bewusst gewählt: Gerade bei VPN-Diensten, deren zentrales Versprechen Vertrauen und Transparenz ist, wäre es widersinnig, Datenlücken mit Vermutungen zu füllen. Leserinnen und Leser, die eine der offenen Fragen, etwa zur genauen Geräteanzahl bei PrivadoVPN Free, abschließend geklärt haben möchten, sollten die jeweilige Anbieter-Supportseite direkt kontaktieren, da sich solche Details schneller ändern können als unabhängige Testberichte sie erfassen.
Das Urteil: Welcher Gratis-VPN gewinnt den Vergleich?
Keiner der drei Dienste gewinnt in jeder Kategorie, und genau das macht die Entscheidung interessant. Proton VPN Free ist die sicherste Wahl für alle, die regelmäßige, unabhängige No-Logs-Audits und ein unbegrenztes Datenvolumen über alles stellen, müssen dafür aber mit nur einem Gerät und automatischer Serverwahl leben. Windscribe Free ist die praktischste Lösung für Haushalte mit mehreren Geräten und punktet mit einem eingebauten Tracker-Blocker, verliert aber Punkte bei der Audit-Transparenz und beim versteckten 2-GB-Fallback ohne E-Mail-Bestätigung. PrivadoVPN Free liegt beim Datenvolumen gleichauf mit Windscribes verifiziertem Kontingent und wirbt mit Streaming-Fokus, bleibt aber in mehreren Kernfragen, von der Geräteanzahl bis zum unabhängigen Audit, öffentlich zu wenig dokumentiert.
Für die Mehrheit der österreichischen Nutzerinnen und Nutzer, die ein einzelnes Gerät regelmäßig und ohne Mengenangst absichern wollen, bleibt Proton VPN Free damit 2026 der Gratis-Dienst mit der stärksten Vertrauensbasis, gestützt auf fünf Jahre externer Prüfung und ein unbegrenztes Datenvolumen. Wer dagegen mehrere Geräte gleichzeitig schützen will, greift besser zu Windscribe, trotz der geringeren Audit-Transparenz. PrivadoVPN eignet sich am ehesten als kurzfristige Ergänzung für gezieltes Streaming oder Torrenting, nicht als dauerhafte Hauptlösung, solange zentrale Fragen zu Geräteanzahl, Audit und Preisgestaltung öffentlich unbeantwortet bleiben.
Als kurze Entscheidungshilfe lässt sich der Vergleich auf drei Leitfragen reduzieren. Erstens: Wie wichtig ist ein nachweisbares, extern geprüftes No-Logs-Versprechen? Wer diese Frage mit “sehr wichtig” beantwortet, landet bei Proton VPN. Zweitens: Werden mehrere Geräte gleichzeitig abgesichert? Dann führt kaum ein Weg an Windscribe vorbei. Drittens: Geht es primär um gelegentliches Streaming oder Torrenting im Ausland, ohne hohe Ansprüche an Audit-Transparenz? Dann ist PrivadoVPN eine pragmatische, kostenlose Option. Die drei Dienste schließen sich dabei nicht gegenseitig aus. Da keiner von ihnen eine Kreditkarte verlangt, sprechen viele Testerinnen und Tester aus der Praxis dafür, alle drei parallel zu installieren und je nach Situation zwischen ihnen zu wechseln, statt sich von Anfang an auf einen einzigen Gratis-Anbieter festzulegen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Proton VPN Free wirklich dauerhaft kostenlos?
Ja. Proton erhebt im Gratis-Tarif weder eine Zeitbegrenzung noch verlangt der Dienst eine Kreditkarte zur Anmeldung. Die Nutzung ist laut Anbieterangabe dauerhaft kostenlos, eingeschränkt lediglich auf eine Geräteverbindung und zehn Serverländer.
Wie viel Datenvolumen bekomme ich bei Windscribe ohne bestätigte E-Mail-Adresse?
Ohne Bestätigung der E-Mail-Adresse begrenzt Windscribe das kostenlose Datenvolumen auf 2 GB pro Monat. Erst nach erfolgter Bestätigung steigt das Kontingent auf die vollen 10 GB.
Kann ich mit PrivadoVPN Free Streaming-Dienste in Österreich nutzen?
PrivadoVPN wirbt mit einer gezielt für Streaming- und Torrent-Nutzung freigeschalteten Serverauswahl im Gratis-Tarif. Ob ein bestimmter Dienst tatsächlich funktioniert, hängt jedoch von den jeweils aktuellen Gegenmaßnahmen der Streaming-Anbieter ab und kann sich kurzfristig ändern.
Welcher der drei Gratis-VPNs hat das am besten geprüfte No-Logs-Versprechen?
Proton VPN liegt hier klar vorne. Der Dienst hat nach eigenen Angaben fünf aufeinanderfolgende jährliche No-Logs-Audits durchlaufen, zuletzt im Juni 2026 durch das Sicherheitsunternehmen Securitum. Für Windscribe liegen unvollständige Angaben vor, für PrivadoVPN ist derzeit kein unabhängiges Audit öffentlich dokumentiert.
Kann ich mehrere Geräte gleichzeitig mit einem Gratis-VPN schützen?
Nur Windscribe erlaubt im Gratis-Tarif eine unbegrenzte Anzahl gleichzeitiger Geräteverbindungen. Proton VPN Free beschränkt sich auf ein einzelnes Gerät, bei PrivadoVPN ist die Geräteanzahl im kostenlosen Tarif öffentlich nicht eindeutig dokumentiert.
Lohnt sich der Umstieg auf den Bezahltarif?
Das hängt vom Nutzungsmuster ab. Wer regelmäßig Streaming-Dienste im Ausland nutzen, torrenten oder auf mehr als zehn Serverländer zugreifen möchte, profitiert vom Bezahltarif. Bei Proton VPN sinkt der Preis bei Zweijahresbindung auf 2,99 US-Dollar pro Monat, ein Rabatt von rund 70 Prozent gegenüber dem Monatspreis von 9,99 US-Dollar.
Ist ein VPN mit Sitz in der Schweiz sicherer als eines aus Kanada?
Die Schweiz gilt traditionell als datenschutzfreundliche Jurisdiktion außerhalb der EU und außerhalb der Five-Eyes-Überwachungsallianz, der Kanada als Mitglied angehört. Das allein macht einen Dienst nicht automatisch sicherer, es verändert aber die rechtliche Ausgangslage, unter der Behördenanfragen behandelt werden.
Brauche ich für die Anmeldung bei einem der drei Dienste eine Kreditkarte?
Nein. Proton VPN, Windscribe und PrivadoVPN verlangen für ihren jeweiligen Gratis-Tarif keine Kreditkartendaten. Die Anmeldung erfolgt bei allen drei Anbietern lediglich über eine E-Mail-Adresse.
Was bedeutet der Unterschied zwischen Verbindungsprotokollen und Aktivitätsprotokollen?
Verbindungsprotokolle umfassen technische Metadaten wie Zeitstempel oder zugewiesene IP-Adresse, Aktivitätsprotokolle erfassen dagegen, welche konkreten Webseiten besucht wurden. Ein glaubwürdiger No-Logs-Anbieter verzichtet im Idealfall auf beide Kategorien, was sich nur durch ein unabhängiges technisches Audit wie bei Proton VPN tatsächlich nachprüfen lässt.
Kann ich zwischen den drei Gratis-Tarifen jederzeit wechseln?
Ja. Da keiner der drei Anbieter eine Kreditkarte oder eine langfristige Verpflichtung für den Gratis-Tarif verlangt, lässt sich jederzeit zu einem anderen Dienst wechseln oder ein Konto parallel bei mehreren Anbietern führen, etwa um je nach Situation das passende Datenlimit oder die passende Serverauswahl zu nutzen.
Welcher Dienst eignet sich am besten für Torrenting im Gratis-Tarif?
PrivadoVPN bewirbt seine kostenlosen Server ausdrücklich als für Torrenting optimiert. Proton VPN schließt Torrenting im Gratis-Tarif laut unabhängigen Testberichten aus, dafür ist diese Funktion im Bezahltarif enthalten. Für Windscribe liegt keine explizite aktuelle Aussage zur P2P-Unterstützung im Gratis-Tarif vor.




