Microsoft vollzieht eine bemerkenswerte Kehrtwende. Seit dem 21. April 2026 kostet Xbox Game Pass Ultimate in Deutschland nur noch 20,99 € statt zuvor 26,99 € pro Monat – ein Minus von rund 22 Prozent. Auch der PC Game Pass wird günstiger und sinkt von 14,99 € auf 12,99 €. Es ist die erste flächendeckende Preissenkung in der Geschichte des Abo-Dienstes und ein seltenes Eingeständnis, dass der Konzern bei der Preisgestaltung zu weit gegangen war. Der neue Xbox Game Pass Preis ist damit zum wichtigsten Signal geworden, das der neue Microsoft-Gaming-Chef Asha Sharma an eine verunsicherte Community sendet.
Der Schritt kommt keine sieben Monate nach der drastischsten Erhöhung, die der Game Pass je erlebt hatte. Im Oktober 2025 hatte Microsoft den Ultimate-Tarif in Deutschland von 17,99 € auf 26,99 € angehoben – ein Sprung um 50 Prozent, der einen der heftigsten Shitstorms in der jüngeren Xbox-Geschichte auslöste. Die Preissenkung im April 2026 ist die direkte Antwort darauf. Doch der niedrigere Xbox Game Pass Preis hat einen Haken: Ausgerechnet Call of Duty, das Zugpferd des Abos, landet künftig nicht mehr am Erscheinungstag in der Bibliothek. Dieser Artikel ordnet die Zahlen ein, erklärt die Hintergründe und vergleicht Microsofts Strategie mit der von Sony und Nintendo – Stand 04. Juli 2026.
Was Microsoft am 21. April 2026 angekündigt hat
In einem Beitrag im offiziellen Xbox Wire DACH bestätigte Team Xbox die neuen Konditionen mit sofortiger Wirkung. Der Ultimate-Tarif fällt in Deutschland und im Euro-Raum von 26,99 € auf 20,99 € pro Monat, der PC Game Pass von 14,99 € auf 12,99 €. Parallel dazu senkte Microsoft die Preise im Heimatmarkt USA: Dort kostet Ultimate laut Xbox Wire US nun 22,99 US-Dollar statt 29,99 US-Dollar, der PC Game Pass 13,99 statt 16,49 US-Dollar. Die Senkung gilt also nicht nur regional, sondern zieht sich durch die wichtigsten Märkte.
Bemerkenswert ist die Begründung, die Microsoft mitliefert. Im offiziellen Statement heißt es, man habe auf die Kritik der vergangenen Monate reagiert. Ein Eingeständnis mit Ansage – denn nach der Erhöhung im Herbst 2025 war der Unmut in den Foren und sozialen Netzwerken kaum noch zu übersehen. Der günstigere Tarif soll enttäuschte Kundinnen und Kunden zurückholen und Neukunden anlocken, die sich vom 26,99-Euro-Tarif abgeschreckt fühlten.
„Es gibt zwar kein einzelnes Modell, das für alle das Beste ist, aber mit dieser Änderung berücksichtigen wir das Feedback, das wir bisher erhalten haben.”
Team Xbox, offizielles Preisupdate vom 21. April 2026 (Xbox Wire DACH)
Wichtig für Bestandskunden: Die Senkung betrifft den laufenden Monatspreis. Wer bereits ein Ultimate-Abo hält, zahlt ab dem nächsten Abrechnungszeitraum automatisch den niedrigeren Betrag – ohne Kündigung oder Neuabschluss. Damit unterscheidet sich die Senkung deutlich von der Erhöhung im Oktober 2025, bei der Microsoft für Bestandskunden in Teilen der EU zunächst noch Übergangsfristen eingeräumt hatte.
Die neuen Xbox Game Pass Preise 2026 im Überblick
Seit der großen Umstrukturierung im Oktober 2025 gliedert sich der Dienst in vier Stufen: Essential, Premium, PC Game Pass und Ultimate. Nur zwei davon – Ultimate und PC Game Pass – wurden im April 2026 im Preis gesenkt. Essential (8,99 €) und Premium (12,99 €) blieben unverändert. Die folgende Tabelle zeigt den aktuellen Stand für Deutschland nach Angaben des GameStar-Tarifüberblicks und des offiziellen Xbox Wire.
| Tarif | Preis pro Monat | Spiele im Katalog | Neue Xbox-Spiele am Erscheinungstag |
|---|---|---|---|
| Game Pass Essential | 8,99 € | über 50 | Nein |
| Game Pass Premium | 12,99 € | über 200 | Nein |
| PC Game Pass | 12,99 € (vorher 14,99 €) | über 300 | Ja (nur PC) |
| Game Pass Ultimate | 20,99 € (vorher 26,99 €) | über 400 | Ja (Konsole, PC, Cloud) |
Der entscheidende Unterschied zwischen den Tarifen bleibt der Zugang zu brandneuen Xbox-Eigenproduktionen. Nur Ultimate und PC Game Pass liefern First-Party-Titel am Erscheinungstag; Essential und Premium erhalten sie – wenn überhaupt – erst mit deutlicher Verzögerung. Wer also den vollen Umfang der Spiele-Flatrate will, kommt weiterhin am Ultimate-Tarif nicht vorbei – nur eben jetzt zu einem spürbar niedrigeren Monatspreis.
Vom Preisschock zur Kehrtwende: die Chronik
Oktober 2025: die 50-Prozent-Erhöhung
Der Ausgangspunkt der aktuellen Debatte liegt im Herbst 2025. Am 1. Oktober 2025 hob Microsoft den Ultimate-Tarif in Deutschland von 17,99 € auf 26,99 € an – ein Aufschlag von neun Euro oder 50 Prozent, wie GamesWirtschaft dokumentierte. In den USA kletterte der Preis parallel von 19,99 auf 29,99 US-Dollar. Microsoft rechtfertigte den Schritt mit dem gestiegenen Wert des Angebots, etwa durch mehr Cloud-Gaming und Day-One-Titel. Bei vielen Abonnenten kam davon wenig an – im Gegenteil.
April 2026: die erste Preissenkung
Nur rund sechs Monate später folgte die Korrektur. Der neue Xbox Game Pass Preis von 20,99 € liegt zwar deutlich unter dem Höchststand von 26,99 €, bleibt aber immer noch drei Euro über dem Niveau von vor der Erhöhung. Anders gesagt: Microsoft nimmt einen großen Teil der umstrittenen Erhöhung zurück, macht sie aber nicht vollständig rückgängig. Die Tabelle unten stellt die Preisentwicklung des Ultimate-Tarifs im Vergleich zwischen Deutschland und den USA dar.
| Zeitpunkt | Preis Deutschland (€/Monat) | Preis USA ($/Monat) | Veränderung (DE) |
|---|---|---|---|
| Bis September 2025 | 17,99 € | 19,99 $ | Ausgangswert |
| Ab 1. Oktober 2025 | 26,99 € | 29,99 $ | +50 % (+9,00 €) |
| Ab 21. April 2026 | 20,99 € | 22,99 $ | −22 % (−6,00 €) |
Was bedeutet das konkret für die Geldbörse? Die folgende Rechnung zeigt die Jahreskosten des Ultimate-Abos in den drei Phasen – und macht deutlich, dass die Senkung zwar hilft, den Vorkrisen-Preis aber nicht erreicht.
Xbox Game Pass Ultimate – Jahreskosten (Deutschland)
Vor Okt. 2025: 17,99 EUR x 12 = 215,88 EUR / Jahr
Ab Okt. 2025: 26,99 EUR x 12 = 323,88 EUR / Jahr (+108,00 EUR)
Ab Apr. 2026: 20,99 EUR x 12 = 251,88 EUR / Jahr (-72,00 EUR ggue. Hoechstpreis)
Ersparnis pro Jahr durch die Senkung: 72,00 EUR
Aufpreis ggue. Preis vor der Erhoehung: 36,00 EUR
Warum Microsoft den Xbox Game Pass Preis senkt
Eine Preissenkung ist im Abo-Geschäft die Ausnahme, nicht die Regel. Dass Microsoft sie dennoch durchzieht, spricht für erheblichen Druck hinter den Kulissen. Der zentrale Grund: Die Erhöhung vom Oktober 2025 hat dem Dienst geschadet. Zwar nennt Microsoft – wie auch Konkurrent Sony – laut GamesWirtschaft seit Längerem keine konkreten Abonnentenzahlen mehr, doch Branchenberichte deuten übereinstimmend darauf hin, dass die hohen Preise seit Herbst 2025 nicht zu Wachstum, sondern zu Kündigungen geführt haben.
Die letzte offiziell von Microsoft bestätigte Zahl stammt aus dem Februar 2024 und lag bei rund 34 Millionen Game-Pass-Abonnenten. Seitdem herrscht Funkstille – ein Muster, das in der Branche meist dann auftritt, wenn die Entwicklung nicht mehr als Erfolgsgeschichte taugt. Für einen Dienst, der als Herzstück von Microsofts Gaming-Strategie gilt, ist eine stagnierende oder schrumpfende Nutzerbasis ein Alarmsignal. Die Preissenkung ist damit weniger Großzügigkeit als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit.
Hinzu kommt der Zeitpunkt. Der Gaming-Markt steckt 2026 in einer Schwächephase: Konsolen werden teurer, die Verkaufszahlen brechen ein. Wer in einem solchen Umfeld die Preise erhöht, riskiert doppelt – weil die Kaufkraft ohnehin sinkt. Eine ausführliche Einordnung dieser Marktlage bietet unser Bericht zu den Konsolen-Verkaufszahlen 2026, in dem der Einbruch bei der PS5 und der Erfolg der Switch 2 im Detail beleuchtet werden.
Call of Duty nicht mehr zum Launch: der Haken an der Senkung
Die Preissenkung hat einen Preis – und der heißt Call of Duty. Mit dem April-Update kündigte Microsoft an, dass künftige Call-of-Duty-Titel nicht mehr am Erscheinungstag im Game Pass Ultimate oder PC Game Pass landen. Stattdessen kommen sie erst rund ein Jahr später, zum darauffolgenden Weihnachtsgeschäft, in die Bibliothek. Black Ops 7 war laut GamesWirtschaft das letzte Call of Duty, das dem alten Versprechen des Day-One-Zugangs folgte. Bereits enthaltene Teile bleiben verfügbar.
Das ist strategisch brisant. Call of Duty ist seit der Übernahme von Activision Blizzard das Aushängeschild des Abos und einer der wichtigsten Gründe, warum viele Spieler überhaupt zum teuren Ultimate-Tarif griffen. Wer die neueste Call-of-Duty-Ausgabe zum Start spielen will, muss sie nun wieder separat kaufen – trotz laufendem Abo. Microsoft senkt also den Grundpreis, entfernt aber gleichzeitig einen zentralen Mehrwert. Unterm Strich könnte die Rechnung für viele Nutzer nicht günstiger, sondern sogar teurer ausfallen.
Für Microsoft ergibt der Schritt wirtschaftlich Sinn: Ein Vollpreisspiel wie Call of Duty zum Launch im Abo anzubieten, kostet Umsatz im Direktverkauf. Indem der Konzern den Tag-1-Zugang streicht, verlagert er die milliardenschwere Marke zurück ins klassische Verkaufsgeschäft – und dämpft zugleich die Erwartung, dass jeder Blockbuster automatisch „gratis” im Abo liegt.
Führungswechsel bei Xbox: Asha Sharma übernimmt
Die Preissenkung fällt in eine Phase des personellen Umbruchs an der Spitze. Am 20. Februar 2026 ernannte Microsoft laut offiziellem Microsoft-Blog Asha Sharma zur Executive Vice President und CEO von Microsoft Gaming. Sie folgt auf Phil Spencer, der nach 38 Jahren bei Microsoft – davon zwölf an der Spitze der Gaming-Sparte – in den Ruhestand ging. Auch Sarah Bond, lange Spencers Nummer zwei und als Nachfolgerin gehandelt, verließ das Unternehmen.
Sharmas Berufung galt als Überraschung. Sie kam nicht aus der Spielebranche, sondern war zuvor President von Microsofts CoreAI-Produktbereich. Genau dieser Hintergrund – Erfahrung im Bereich Nutzergewinnung und Produktwachstum – dürfte den Ausschlag gegeben haben, nachdem Xbox in den vergangenen Jahren mit rückläufigen Hardware-Verkäufen zu kämpfen hatte. Der neue Fokus liegt erkennbar auf Reichweite und Abonnenten statt auf Konsolen-Stückzahlen. Matt Booty wurde im Zuge des Umbaus zum Executive Vice President und Chief Content Officer befördert und berichtet direkt an Sharma.
Die Senkung lässt sich damit auch als erstes großes Zeichen der neuen Führung lesen: weg von der aggressiven Monetarisierung der Spencer-Ära, hin zu einer wachstumsorientierten Strategie, die Abonnenten wieder in den Mittelpunkt stellt. Dass Sharma keine klassische Gaming-Managerin ist, sorgt in Teilen der Community allerdings weiterhin für Skepsis.
Was die Preissenkung für deutsche Abonnenten bedeutet
Für die DACH-Region ist die gute Nachricht: Anders als bei manchen früheren US-Aktionen gilt die Senkung auch im Euro-Raum. Abonnenten in Deutschland und Österreich zahlen für Ultimate ab sofort 20,99 € statt 26,99 €, für den PC Game Pass 12,99 € statt 14,99 €. In der Schweiz rechnet Microsoft in Franken ab; die dortigen Preise wurden analog angepasst. Wer das Jahr über durchgängig Ultimate nutzt, spart durch die Senkung 72 Euro im Vergleich zum Höchstpreis.
Trotzdem lohnt ein nüchterner Blick. Der günstigere Xbox Game Pass Preis gleicht die Erhöhung nicht vollständig aus – 20,99 € liegen weiterhin über den 17,99 €, die bis September 2025 galten. Und wer den Game Pass vor allem wegen der jährlichen Call-of-Duty-Ausgabe abonniert hatte, verliert mit der neuen Regel einen wesentlichen Grund. Für preisbewusste Spielerinnen und Spieler in Deutschland heißt das: Der Dienst wird günstiger, aber selektiver.
Ein weiterer Aspekt betrifft das deutsche Kaufverhalten. Der Markt hierzulande ist traditionell stärker an physischen Datenträgern und Einzelkäufen orientiert als etwa der US-Markt. Microsofts Rückzug beim Day-One-Zugang für Top-Titel könnte diesen Trend verstärken – zumal Sony parallel den Ausstieg aus der Disc-Produktion vorbereitet, wie unser Beitrag zum Ende der PlayStation-Disc-Produktion 2028 zeigt.
Game Pass vs. PS Plus vs. Switch Online: der Abo-Vergleich 2026
Der spannendste Kontext der Preissenkung ist die Bewegung der Konkurrenz – und die läuft genau in die Gegenrichtung. Während Microsoft die Preise senkt, hat Sony sein Abo zum 20. Mai 2026 erneut verteuert. PlayStation Plus Premium stieg von 16,99 € auf 18,99 €, Extra von 13,99 € auf 15,99 € und Essential von 8,99 € auf 9,99 € pro Monat. Eine Übersicht aller Tarife bietet der offizielle PlayStation-Blog. Nintendo hält seine Preise in Deutschland vorerst stabil, hat aber in Japan zum 1. Juli 2026 erhöht.
| Dienst & Tarif | Preis pro Monat | Neue First-Party-Spiele am Launch-Tag |
|---|---|---|
| Xbox Game Pass Ultimate | 20,99 € | Ja |
| Xbox Game Pass Premium | 12,99 € | Nein |
| PlayStation Plus Essential | 9,99 € | Nein |
| PlayStation Plus Extra | 15,99 € | Nein |
| PlayStation Plus Premium | 18,99 € | Nein |
| Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket | 39,99 €/Jahr (≈ 3,33 €) | Nein |
Der Vergleich offenbart den einzigartigen Verkaufspunkt von Xbox: Nur Game Pass Ultimate liefert brandneue Eigenproduktionen am Erscheinungstag – ein Angebot, das weder PS Plus noch Switch Online in dieser Form machen. Gleichzeitig ist Ultimate mit 20,99 € nun sogar zwei Euro teurer als PS Plus Premium (18,99 €). Microsoft verkauft also nicht den Preis, sondern den Umfang. Für Sony-Abonnenten hingegen gilt: mehr zahlen für ein Angebot ohne Day-One-Blockbuster.
Diese Divergenz ist das eigentliche Ereignis des Jahres 2026 im Abo-Geschäft. Zwei Marktführer, zwei gegensätzliche Wetten: Microsoft setzt auf Volumen und niedrigere Einstiegshürden, Sony auf Marge pro Nutzer. Wer am Ende recht behält, hängt davon ab, wie preissensibel die Spieler nach zwei Jahren steigender Kosten reagieren.
Marktumfeld: Xbox-Umsatz, Abozahlen und die Konsolenkrise
Um die Tragweite der Entscheidung zu verstehen, hilft ein Blick auf die Zahlen. Microsofts Gaming-Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2025 laut Statista rund 23,5 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg gegenüber den etwa 21,5 Milliarden des Vorjahres, getragen vor allem durch die Integration von Activision Blizzard und wachsende Umsätze aus Xbox Content und Services. Der Game Pass steuerte dabei erstmals einen Umsatz in der Größenordnung von rund fünf Milliarden US-Dollar bei, wie mehrere Branchenanalysen berichten.
Doch Umsatz ist nicht gleich Gesundheit. Der Erfolg in Dollar verdeckt, dass die Hardware-Basis bröckelt. Xbox verkauft deutlich weniger Konsolen als PlayStation und Nintendo – ein Grund, warum Microsoft die Strategie zunehmend von der Box löst und auf plattformübergreifende Dienste umstellt. Der Game Pass ist in diesem Modell der zentrale Hebel: Er soll Umsatz generieren, egal auf welchem Gerät gespielt wird. Ein niedrigerer Abo-Preis vergrößert die potenzielle Nutzerbasis genau dort, wo Xbox keine eigene Hardware mehr verkaufen muss.
Zugleich verschärft sich das Umfeld. Die gesamte Branche kämpft 2026 mit steigenden Komponentenpreisen, teureren Konsolen und einer nachlassenden Kaufbereitschaft. In diesem Klima ist ein günstigeres Abo ein wirksames Mittel, um Spieler im eigenen Ökosystem zu halten – auch wenn sie gerade keine neue Konsole kaufen. Wie stark der Konsolenmarkt insgesamt unter Druck steht, zeigt der parallele Umbruch bei den Publishern, etwa bei der 55-Milliarden-Übernahme von Electronic Arts.
Historischer Kontext: die Preisgeschichte des Game Pass
Der Game Pass startete 2017 als vergleichsweise günstiges Rundum-sorglos-Paket und galt jahrelang als das beste Angebot der Branche. Der Ultimate-Tarif, der Konsole, PC und Online-Multiplayer bündelt, kam 2019 hinzu. Über Jahre blieb der Preis moderat und stieg nur in kleinen Schritten – ein bewusster Teil von Microsofts Strategie, möglichst viele Nutzer an die Marke zu binden und den Marktanteil auszubauen, notfalls auf Kosten der kurzfristigen Marge.
Diese Phase endete 2025. Nachdem die Nutzerzahlen ihren Zenit erreicht hatten und die milliardenschwere Activision-Übernahme finanziert werden musste, ging Microsoft zur Monetarisierung über. Die Erhöhung im Oktober 2025 war der Höhepunkt dieser Kehrtwende – und zugleich ihr Wendepunkt. Die Preissenkung im April 2026 markiert die Rückkehr zu einer wachstumsorientierten Logik, allerdings unter neuen Vorzeichen: Diesmal wird der niedrigere Preis durch das Streichen von Day-One-Blockbustern gegenfinanziert.
Diese Geschichte ist typisch für reifende Abo-Dienste. Erst locken sie mit Kampfpreisen und großzügigen Inhalten Nutzer an, dann folgt die Monetarisierungsphase mit Preiserhöhungen und Inhaltskürzungen. Der Game Pass durchläuft 2026 genau diesen Zyklus im Zeitraffer – und Microsoft experimentiert offen mit der Balance zwischen Preis, Inhalt und Wachstum.
Xbox’ Strategie: von der Konsole zur Plattform
Die Preisentscheidung ist Teil eines größeren Wandels. Microsoft löst sich zunehmend vom Konsolen-Exklusivmodell und bringt eigene Marken auf konkurrierende Plattformen. Der spektakulärste Beleg dafür ist der Schritt, Halo erstmals auf die PlayStation 5 zu bringen – nach 25 Jahren Xbox-Exklusivität. Details dazu liefert unser Bericht zu Halo: Campaign Evolved auf der PS5. Der Game Pass ist das Bindeglied dieser Plattform-Strategie: Er soll überall funktionieren – auf Xbox, PC, in der Cloud und perspektivisch auf jedem Bildschirm.
In diesem Modell ist der niedrigere Abo-Preis kein Widerspruch, sondern Logik. Je günstiger und breiter verfügbar der Dienst, desto mehr Spieler zahlen monatlich – unabhängig davon, ob sie je eine Xbox-Konsole besitzen. Microsoft wettet darauf, dass wiederkehrende Abo-Einnahmen langfristig wertvoller sind als der Verkauf einzelner Konsolen mit geringer Marge. Das erklärt auch, warum der Konzern die Hardware-Verkäufe nicht mehr in den Vordergrund stellt.
Der Preis dieser Strategie ist der Verlust der Exklusivität als Alleinstellungsmerkmal. Wenn Halo und Forza auch auf der PlayStation laufen, sinkt der Anreiz, eine Xbox zu kaufen. Microsoft tauscht also Hardware-Loyalität gegen Reichweite – eine riskante, aber konsequente Wette auf eine Zukunft, in der Spiele als Dienst und nicht als Gerät verkauft werden.
Prognosen: Wie geht es mit dem Xbox Game Pass Preis weiter?
Aus den bekannten Fakten lassen sich mehrere Entwicklungen ableiten. Die folgenden fünf Prognosen sind Einschätzungen der Redaktion auf Basis der aktuellen Datenlage – keine offiziellen Ankündigungen von Microsoft.
- 20,99 € werden zum neuen Boden. Eine Rückkehr zum Vorkrisen-Preis von 17,99 € ist unwahrscheinlich. Der aktuelle Wert dürfte für längere Zeit stabil bleiben, bevor die nächste Anpassung – gekoppelt an große First-Party-Releases – wieder nach oben zeigt.
- Die Call-of-Duty-Regel wird zum Muster. Der verzögerte Day-One-Zugang könnte auf weitere Top-Titel ausgeweitet werden. Damit verliert das Abo seine Rolle als „Alles-sofort”-Maschine und wird stärker zum Katalog- statt Neuheiten-Dienst.
- Microsoft und Sony driften preislich weiter auseinander. Solange Sony erhöht und Microsoft senkt, verschärft sich der Wettbewerb um preissensible Abonnenten – ein Vorteil für Xbox, sofern der Inhalt stimmt.
- Der Game Pass wird noch plattformübergreifender. Cloud-Streaming und die Verfügbarkeit auf Fremdgeräten dürften ausgebaut werden. Die Konsole verliert als Zugangsweg weiter an Bedeutung.
- Transparenz bleibt Mangelware. Microsoft wird konkrete Abonnentenzahlen weiter zurückhalten und stattdessen über Umsatzkennzahlen kommunizieren – ein Zeichen dafür, dass Wachstum bei den Nutzern schwieriger geworden ist.
Fazit: eine Kehrtwende mit Sternchen
Die Senkung des Xbox Game Pass Preis auf 20,99 € ist ein ehrliches Eingeständnis: Die Erhöhung von 2025 ist nach hinten losgegangen. Für Abonnenten in Deutschland ist das zunächst eine gute Nachricht – 72 Euro Ersparnis pro Jahr sind spürbar. Doch die gleichzeitige Streichung des Day-One-Zugangs für Call of Duty zeigt, dass Microsoft nicht einfach großzügig wird, sondern die Kalkulation neu justiert. Der Dienst wird günstiger und selektiver zugleich.
Für den Markt ist die Botschaft eindeutig: 2026 ist das Jahr, in dem sich die großen Gaming-Abos strategisch trennen. Microsoft wettet auf Reichweite und Plattform-Unabhängigkeit, Sony auf Marge. Welche Wette aufgeht, entscheidet am Ende die Kundschaft – und die hat 2026 so viel Verhandlungsmacht wie selten zuvor.
Häufig gestellte Fragen zum Xbox Game Pass Preis
Was kostet der Xbox Game Pass 2026 in Deutschland?
Nach der Senkung vom 21. April 2026 gelten folgende monatliche Preise: Game Pass Essential 8,99 €, Premium 12,99 €, PC Game Pass 12,99 € und Ultimate 20,99 €. Ultimate und PC Game Pass wurden günstiger, Essential und Premium blieben unverändert.
Warum wurde der Xbox Game Pass Preis gesenkt?
Microsoft reagiert damit auf die massive Kritik an der Erhöhung vom Oktober 2025, als der Ultimate-Tarif um 50 Prozent auf 26,99 € stieg. Berichten zufolge verlor der Dienst danach Abonnenten. Die Senkung soll enttäuschte Kunden zurückholen und neue gewinnen.
Gilt die Preissenkung auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Ja. Die neuen Euro-Preise gelten in Deutschland und Österreich. In der Schweiz rechnet Microsoft in Franken ab und hat die Preise analog angepasst. Bestandskunden zahlen den niedrigeren Betrag automatisch ab dem nächsten Abrechnungszeitraum.
Ist Call of Duty noch im Game Pass enthalten?
Bereits enthaltene Call-of-Duty-Titel bleiben verfügbar. Neue Ausgaben landen jedoch nicht mehr am Erscheinungstag im Abo, sondern erst rund ein Jahr später zum darauffolgenden Weihnachtsgeschäft. Black Ops 7 war der letzte Teil mit Day-One-Zugang.
Ist der Xbox Game Pass günstiger als PlayStation Plus?
Beim Spitzentarif nicht: Game Pass Ultimate kostet 20,99 €, PS Plus Premium 18,99 €. Dafür liefert nur Ultimate neue Xbox-Eigenproduktionen am Launch-Tag. Bei den Einstiegstarifen ist Xbox Essential (8,99 €) günstiger als PS Plus Essential (9,99 €).
Wie viel spare ich durch die Preissenkung?
Beim Ultimate-Tarif sparen Sie 6 € pro Monat, also 72 € im Jahr gegenüber dem Höchstpreis von 26,99 €. Im Vergleich zum Preis vor der Erhöhung (17,99 €) zahlen Sie allerdings weiterhin 3 € mehr pro Monat.
Kommt GTA 6 zum Launch in den Game Pass?
Nein. GTA 6 stammt von Rockstar/Take-Two und ist kein Microsoft-Titel, erscheint also nicht am Launch-Tag im Game Pass. Mehr zum Release und den Vorbestellungen lesen Sie in unserem Beitrag zum GTA-6-Release am 19. November 2026.

