Der Konsolenmarkt steckt 2026 in seiner ungewöhnlichsten Phase seit über zwei Jahrzehnten: Während die Switch 2 Verkaufszahlen mit 20,76 Millionen ausgelieferten Einheiten davoneilen, brechen die Absätze der PlayStation 5 regelrecht ein. Nach Zahlen des Marktforschers Circana fiel der PS5-Absatz in den USA im Mai 2026 um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der schwächste Mai für Sonys Konsole seit dem Jahr 2000. Der Auslöser ist in der gesamten DACH-Region spürbar: eine beispiellose Welle von Preiserhöhungen, angetrieben durch die globale Speicherchip-Krise, KI-Nachfrage und Handelszölle.
Von der shattered.io-Redaktion · 02. Juni 2026 · Lesezeit: rund 12 Minuten
Das Wichtigste zu den Konsolen-Verkaufszahlen 2026 in Kürze
- PS5-Absatz stürzt ab: minus 58 Prozent im Mai 2026 in den USA (Stückzahl), minus 43 Prozent beim Umsatz – laut Circana der schwächste Mai seit 25 Jahren.
- Switch 2 dominiert: 20,76 Millionen Einheiten seit Marktstart, alleiniger Spitzenreiter der weltweiten Hardware-Charts im Mai 2026 (VGChartz).
- Preisschock in Deutschland: Sony hob am 2. April 2026 die Preise für alle PS5-Modelle um jeweils 100 Euro an. Die PS5 mit Laufwerk kostet nun 649,99 Euro.
- Nintendo zieht nach: Die Switch 2 steigt ab dem 1. September 2026 in den USA auf 499,99 US-Dollar (plus 11 Prozent) und in Europa auf 499,99 Euro.
- Die Ursache: DRAM-Speicherpreise legten im ersten Quartal 2026 um 80 bis 90 Prozent zu, befeuert durch den KI-Boom. Hinzu kommen US-Zölle und Wechselkurse.
- Marktimpuls in Sicht: Rockstar verschob GTA 6 auf den 19. November 2026 – exklusiv für PS5 und Xbox Series X/S. Der Titel gilt als letzte große Hoffnung für die Hardware-Nachfrage.
PlayStation 5: der schwächste Mai seit dem Jahr 2000
Die Zahlen sind für Sony ernüchternd. Nach Daten des US-Marktforschers Circana fielen die PS5-Verkaufszahlen im Mai 2026 in den Vereinigten Staaten um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – gemessen an verkauften Einheiten. Beim Umsatz betrug das Minus 43 Prozent. Damit verzeichnete die PlayStation 5 laut Circana ihren schwächsten Mai seit dem Jahr 2000 und reiht sich in eine Serie historisch schlechter Monatswerte ein. Bereits im April 2026 hatte der Analysedienst VGChartz für den amerikanischen Markt einen Rückgang von 47,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet.
Der Absturz ist kein rein amerikanisches Phänomen. Auch in Deutschland und der DACH-Region berichten Handelsbeobachter und Branchenmedien wie PC Games Hardware von zweistelligen Rückgängen bei der PS5-Hardware im Frühjahr 2026 – ein Muster, das sich direkt mit dem Zeitpunkt der Preiserhöhungen deckt. Die Botschaft der Konsolen-Verkaufszahlen ist eindeutig: Kaufinteressenten reagieren empfindlich auf einen Aufschlag von 100 Euro, gerade bei einer Konsole, die bereits das fünfte Jahr ihres Lebenszyklus erreicht hat.
Für Sony ist das ein Bruch mit der bisherigen Erzählung. Über weite Strecken des Generationszyklus galt die PS5 als schnellster Verkaufserfolg der PlayStation-Geschichte und lag komfortabel vor der Konkurrenz von Microsoft. Doch seit dem Debüt der Nintendo Switch 2 im Juni 2025 und den anschließenden Preisanhebungen hat sich das Momentum gedreht. Sony steuert damit auf ein Jahr zu, in dem die Hardware-Sparte erstmals seit Langem deutlich schrumpft, während der Konzern verstärkt auf Software, PlayStation Plus und Live-Service-Einnahmen setzt.
Switch 2 Verkaufszahlen enteilen: 20,76 Millionen Einheiten
Während Sony strauchelt, schreibt Nintendo Rekorde. Nach Schätzungen von VGChartz war die Switch 2 im Mai 2026 mit 1.236.414 verkauften Einheiten die meistverkaufte Konsole der Welt und kam damit auf 20,76 Millionen Geräte seit dem Marktstart. Zum Vergleich: Die PS5 verkaufte im selben Monat lediglich rund 389.529 Einheiten. Die Switch 2 Verkaufszahlen liegen damit Monat für Monat klar an der Spitze der globalen Hardware-Charts.
Der offizielle Meilenstein untermauert den Trend: In seinem Geschäftsbericht für das am 31. März 2026 abgelaufene Fiskaljahr wies Nintendo 19,86 Millionen ausgelieferte Switch-2-Konsolen im ersten Verkaufsjahr aus. Damit gehört die Hybridkonsole zu den am schnellsten verkauften Spielsystemen der Geschichte. Allein im Quartal von Januar bis März 2026 setzte Nintendo rund 2,49 Millionen Switch-2-Einheiten ab – etwa eine Million mehr als Sony im gleichen Zeitraum mit der PS5.
Bemerkenswert ist, dass Nintendo trotz dieser Bestwerte selbst zur Vorsicht mahnt. Wie Game Informer aus dem Geschäftsbericht zitiert, erwartet der Konzern für das Geschäftsjahr bis März 2027 einen Rückgang der Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr – und begründet dies ausdrücklich mit den jüngsten Zollauswirkungen und Preisanpassungen. Selbst der Marktführer bereitet seine Anleger also auf eine schwierigere Phase vor.
Die Konsolen-Verkaufszahlen 2026 im direkten Vergleich
Ein Blick auf die kumulierten Absätze zeigt die Kräfteverhältnisse am Ende der aktuellen Generation. Die PS5 führt zwar noch bei den Gesamtverkäufen der laufenden Generation, doch die Switch 2 hat in ihrem ersten Jahr ein Tempo vorgelegt, das die Lücke rasant schließt. Die folgende Tabelle fasst die weltweiten Schätzungen für Mai 2026 zusammen:
| Konsole | Einheiten Mai 2026 | Lebenszeit-Verkäufe | Rang |
|---|---|---|---|
| Nintendo Switch 2 | 1.236.414 | 20,76 Mio. | 1 |
| PlayStation 5 | 389.529 | 92,34 Mio. | 2 |
| Nintendo Switch (1) | 165.323 | 154,81 Mio. | 3 |
| Xbox Series X/S | ca. 118.760 | 34,79 Mio. | 4 |
| Switch 2 (Geschäftsjahr bis 31.03.2026) | – | 19,86 Mio. ausgeliefert | – |
Quellen: VGChartz (Mai 2026, weltweit) sowie Nintendo-Geschäftsbericht. Die Zahlen verdeutlichen zwei Dinge: Erstens bleibt die Xbox Series X/S mit 34,79 Millionen Einheiten weit abgeschlagen auf dem vierten Platz. Zweitens ist die Nintendo Switch (1) mit 154,81 Millionen Geräten weiterhin die meistverkaufte Plattform des Marktes – ein Erbe, an das die Switch 2 anknüpfen will.
Der Preisschock: Warum Konsolen 2026 teurer werden
Der zentrale Treiber hinter dem Einbruch der PS5-Verkaufszahlen ist eine Kombination aus Faktoren, die außerhalb der Kontrolle der Konsolenhersteller liegen. An erster Stelle steht die Speicherchip-Krise: Die Preise für DRAM-Speicher zogen laut Branchenberichten allein im ersten Quartal 2026 um 80 bis 90 Prozent an. Ursache ist der beispiellose Hunger der KI-Industrie nach Hochleistungsspeicher, der die Kapazitäten der Hersteller bindet und die Preise für alle Abnehmer – vom Smartphone bis zur Spielkonsole – in die Höhe treibt.
Hinzu kommen zwei weitere Belastungen: US-Zölle auf importierte Elektronik sowie ungünstige Wechselkurse. Für Geräte, die überwiegend in Asien gefertigt werden, summieren sich diese Effekte zu einem massiven Kostendruck. Nintendo beziffert die Mehrkosten für das laufende Geschäftsjahr auf rund 100 Milliarden Yen – umgerechnet etwa 638 Millionen US-Dollar. Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa beschrieb den Kostendruck als “mittel- bis langfristig”, also gerade nicht als vorübergehendes Phänomen.
Diese Gemengelage erklärt, warum die Preiserhöhungen 2026 kein Einzelfall bleiben. Auch Hardware jenseits der klassischen Konsolen ist betroffen: Bei Valves neuer VR-Brille sorgte dieselbe Speicherknappheit für Preisunsicherheit, wie unsere Analyse zum Steam Frame und der RAM-Krise zeigt. Die Speicherkrise ist damit zum bestimmenden Kostenfaktor der gesamten Unterhaltungselektronik geworden.
Sonys neue PS5-Preise in Deutschland
Sony machte den Anfang. Über den offiziellen PlayStation Blog kündigte der Konzern Ende März 2026 an, die Preise für PS5, PS5 Pro und den PlayStation Portal Remote Player zum 2. April 2026 anzuheben. Als Begründung nannte Sony den “anhaltenden Druck auf die globale Wirtschaftslage”. Jedes PS5-Modell verteuerte sich um 100 Euro – ein Aufschlag, der in der Mitte eines Konsolen-Lebenszyklus völlig unüblich ist.
| Modell | Alter Preis | Neuer Preis | Aufschlag | Gültig ab |
|---|---|---|---|---|
| PS5 mit Laufwerk | 549,99 € | 649,99 € | +100 € | 02.04.2026 |
| PS5 Digital Edition | 499,99 € | 599,99 € | +100 € | 02.04.2026 |
| PS5 Pro | 799,99 € | 899,99 € | +100 € | 02.04.2026 |
| Switch 2 (USA) | 449,99 $ | 499,99 $ | +50 $ (+11 %) | 01.09.2026 |
| Switch 2 (Europa) | – | 499,99 € | – | 01.09.2026 |
Für deutsche Käufer bedeutet das: Die günstigste PS5 mit Laufwerk kostet regulär 649,99 Euro, die Digital Edition 599,99 Euro und die leistungsstarke PS5 Pro 899,99 Euro. Damit ist die PS5 Pro preislich in eine Region vorgestoßen, die noch vor wenigen Jahren High-End-Gaming-PCs vorbehalten war. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dieser Preiserhöhung und dem Absturz der PS5-Verkaufszahlen in den Monaten danach ist offensichtlich.
Nintendo zieht nach: Switch 2 steigt auf 499,99 Euro
Lange galt Nintendo als der Hersteller, der Preise am stabilsten hält. Doch auch Kyoto konnte sich dem Kostendruck nicht entziehen. Wie Nintendo über seine offizielle Preisrevision mitteilte, steigt die Switch 2 in den USA zum 1. September 2026 von 449,99 auf 499,99 US-Dollar – ein Plus von rund 11 Prozent. In Europa klettert der Preis auf 499,99 Euro, in Japan war eine Anhebung bereits zum 25. Mai 2026 erfolgt.
Warum die Switch 2 nicht billiger wird
Anders als bei früheren Konsolengenerationen, in denen die Preise über die Jahre sanken, treibt die Speicher- und Zollkrise die Kosten nach oben. Der Tech-Dienst Tech Times führt den September-Termin direkt auf die durch KI ausgelöste Speicherkrise zurück. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in der DACH-Region heißt das konkret: Wer eine Switch 2 zum bisherigen Preis erwerben will, sollte dies vor September 2026 tun. Die Switch 2 Verkaufszahlen könnten nach der Anhebung – ähnlich wie bei der PS5 – kurzfristig unter Druck geraten.
Nintendos eigene Prognose spiegelt diese Sorge wider: Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr bis März 2027 mit sinkenden Stückzahlen. Dass ausgerechnet der Marktführer eine Abschwächung erwartet, zeigt, wie tief die strukturellen Kostenprobleme sitzen. Für die breitere Einordnung der Hardware-Landschaft lohnt ein Blick auf unsere Analyse zu Steam Machine und Steam Deck, wo dieselben Speicherpreise die Kalkulation bestimmen.
Der Verkaufsrückgang in Zahlen
Die folgende Übersicht bündelt die dokumentierten Rückgänge der Sony- und Microsoft-Plattformen im Frühjahr 2026. Auffällig ist, dass die Xbox zwar prozentual weniger stark einbricht, dafür aber von einem ohnehin niedrigen Niveau aus – ein Zeichen dafür, dass Microsofts Hardware-Geschäft längst in der Nische angekommen ist.
| Plattform | Rückgang (YoY) | Kennzahl | Zeitraum | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| PlayStation 5 | −47,3 % | Stückzahl (Amerika) | April 2026 | VGChartz |
| PlayStation 5 | −58 % | Stückzahl (USA) | Mai 2026 | Circana |
| PlayStation 5 | −43 % | Umsatz (USA) | Mai 2026 | Circana |
| Xbox Series X/S | −17,2 % | Stückzahl (weltweit) | Mai 2026 | VGChartz |
| Nintendo Switch 2 | Marktführer (Wachstum) | Stückzahl (weltweit) | Mai 2026 | VGChartz |
Xbox in der Nische: Microsofts stiller Rückzug aus der Hardware
Für Microsoft verschärft die Preiskrise ein ohnehin bestehendes Problem. Mit 34,79 Millionen verkauften Xbox-Series-Konsolen liegt der Konzern in dieser Generation weit hinter Sony (92,34 Millionen) und Nintendo. Der jüngste Rückgang von 17,2 Prozent im Mai 2026 wirkt zwar milder als der PS5-Absturz, doch das täuscht: Microsoft verkauft schlicht so wenige Geräte, dass große prozentuale Ausschläge kaum noch ins Gewicht fallen.
Die strategische Antwort aus Redmond ist bekannt: Microsoft setzt zunehmend auf eine Multiplattform-Strategie, bringt ehemals exklusive Titel auf PS5 und Nintendo-Systeme und verlagert den Fokus auf den Game Pass, Cloud-Gaming und Handheld-Hardware. Der Grenzverlauf zwischen Konsole und PC verschwimmt dabei zusehends – ein Trend, den wir in unserem Vergleich SteamOS gegen Windows 11 auf Handhelds ausführlich beleuchten. Für den klassischen Konsolenmarkt bedeutet das: Der Dreikampf ist faktisch zum Zweikampf zwischen Sony und Nintendo geworden.
GTA 6 verschoben auf den 19. November 2026
Über allem schwebt der wohl wichtigste Einzelfaktor für die zweite Jahreshälfte: Grand Theft Auto VI. Rockstar Games verschob den Blockbuster laut offizieller Ankündigung auf den 19. November 2026. Es ist bereits die zweite Verschiebung: Ursprünglich für Herbst 2025 geplant, wanderte der Titel zunächst auf den 26. Mai 2026 und schließlich in den November. Rockstar begründet die Verzögerung mit zusätzlicher Politur.
Entscheidend für den Plattformmarkt: GTA 6 erscheint zunächst ausschließlich für PlayStation 5 und Xbox Series X/S – eine PC-Version ist nicht angekündigt. Damit wird der meisterwartete Titel der Generation zum reinen Konsolen-Ereignis. Vorbestellungen laufen seit dem 25. Juni 2026, die Standard-Edition kostet 79,99 US-Dollar, die Ultimate-Edition 99,99 US-Dollar.
Für Sony und Microsoft ist die Verschiebung Fluch und Segen zugleich. Einerseits fällt ein wichtiger Nachfrage-Katalysator für das erste Halbjahr 2026 weg – genau in jener Phase, in der die Verkaufszahlen einbrechen. Andererseits könnte GTA 6 im November 2026 einen gewaltigen Kaufimpuls auslösen und das Weihnachtsgeschäft retten. Die zentrale Frage lautet: Sind Spielerinnen und Spieler bereit, für GTA 6 eine 649,99 Euro teure PS5 zu erwerben?
Marktauswirkungen: Was der Preisschock für Handel und Spieler bedeutet
Die Folgen der Preis- und Absatzkrise reichen weit über die Bilanzen der Hersteller hinaus. Für den deutschen Handel – von MediaMarkt und Saturn bis zu Amazon – bedeutet der Nachfrageeinbruch bei der PS5 einen spürbaren Verlust an Impulskäufen. Die Switch 2 fängt einen Teil dieses Rückgangs auf, doch das hohe Preisniveau dämpft die Kauflaune insgesamt. Deutschland gilt traditionell als PC-starker Markt; die aktuelle Konsolen-Verteuerung dürfte diesen Trend eher verstärken.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher verschieben sich die Anreize deutlich. Der Gebraucht- und Refurbished-Markt gewinnt an Attraktivität, ebenso Alternativen wie Gaming-Handhelds, Cloud-Gaming oder der klassische Spiele-PC. Wer auf mobiles Spielen setzt, findet in unserem Vergleich ROG Xbox Ally X gegen Legion Go 2 eine Einordnung der wichtigsten Handheld-Optionen. Auch das Zubehör ist betroffen: Wie teuer Premium-Controller inzwischen sind, zeigt unser Test Steam Controller 2 gegen DualSense Edge.
Für die Publisher schließlich ist die schrumpfende installierte Basis ein Risiko. Weniger verkaufte Konsolen bedeuten mittelfristig weniger potenzielle Softwarekäufer. Umso größer ist die Bedeutung von Zugpferden wie GTA 6, die eine ganze Plattform tragen können.
Historischer Kontext: Mid-Cycle-Preiserhöhungen sind ein Novum
Um die Tragweite der Entwicklung zu verstehen, hilft ein Blick in die Geschichte. Über Jahrzehnte folgte der Konsolenmarkt einem verlässlichen Muster: Konsolen starteten teuer und wurden im Laufe ihres Lebenszyklus schrittweise günstiger. Preissenkungen nach zwei bis drei Jahren waren die Norm – man denke an die PS3 oder PS4, deren Preise über die Generation hinweg deutlich fielen. Der Hersteller verdiente zunehmend an Software und Zubehör, während die Hardware billiger wurde.
2026 kehrt sich dieses Prinzip erstmals breit um. Zwar hatte Sony bereits 2022 die PS5 in Europa wegen Wechselkursen verteuert, doch die aktuelle Welle ist beispiellos: Sie betrifft alle Modelle, wiederholt sich und erfasst mit Nintendo sogar den Hersteller, der Preisstabilität am längsten verteidigt hat. Für eine ganze Generation von Spielern, die nur sinkende Konsolenpreise kannte, ist das eine historische Zäsur. Der regulatorische Druck auf die Plattformen wächst derweil ebenfalls, wie unsere Berichterstattung zu den Bundesnetzagentur-Ermittlungen gegen Steam zeigt.
Stimmen und Daten aus der Branche
Die Einordnung der Lage stützt sich auf mehrere unabhängige Datenquellen. Der Marktforscher Circana dokumentierte den Einbruch am deutlichsten: Laut einer über GamingBible berichteten Auswertung fielen die PS5-Stückzahlen in den USA im Mai 2026 um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markierten damit den schwächsten Mai seit dem Jahr 2000.
Circana ordnet den Rückgang klar den Preiserhöhungen zu. In einer von Wccftech zitierten Analyse heißt es, die Nintendo Switch 2 habe den Markt getragen und einen Rückgang der PS5-Ausgaben um 43 Prozent sowie einen Einbruch der Stückzahlen um 58 Prozent im Mai 2026 ausgeglichen – ausgelöst durch die jüngsten Preisanhebungen.
Auch der Analysedienst VGChartz bestätigt den Trend. Für April 2026 wies der Dienst einen Rückgang der PS5-Verkäufe um 47,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Für die Xbox Series X/S ermittelte VGChartz im Mai 2026 ein Minus von 17,2 Prozent. Bemerkenswert bleibt das Fazit aus Nintendos eigenem Geschäftsbericht: Selbst der Marktführer erwartet aufgrund von Zöllen und Preisanpassungen für das Geschäftsjahr bis März 2027 einen Rückgang der Stückzahlen.
Prognosen: Wie es mit dem Konsolenmarkt 2026/27 weitergeht
Aus den vorliegenden Daten lassen sich fünf belastbare Prognosen für die kommenden Monate ableiten:
- PS5-Verkaufszahlen bleiben unter Vorjahr. Solange das Preisniveau von 649,99 Euro bestehen bleibt, ist keine schnelle Erholung zu erwarten. Sony dürfte den Fokus stärker auf Software, Services und Bundle-Angebote verlagern.
- GTA 6 löst im November einen Nachfrageschub aus. Der Release am 19. November 2026 fällt ins Weihnachtsgeschäft. Wahrscheinlich sind Konsolen-Bundles, mit denen Sony den hohen Einstiegspreis abfedert.
- Nintendo bleibt Marktführer – trotz sinkender Stückzahlen. Die eigene Prognose eines Rückgangs im Geschäftsjahr bis März 2027 ändert nichts an der Spitzenposition der Switch 2 in den monatlichen Charts.
- Die Speicherkrise verhindert Preissenkungen. Solange DRAM-Preise durch die KI-Nachfrage hoch bleiben, sind für 2026 keine sinkenden Konsolenpreise realistisch. Denkbar sind stattdessen sparsamere Speicherkonfigurationen.
- Xbox forciert den Plattformwechsel. Microsoft dürfte seine Hardware weiter zugunsten von Multiplattform-Releases, Cloud und Handhelds zurückfahren. Der Hardware-Marktanteil schrumpft weiter.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum sind die PS5-Verkaufszahlen 2026 so stark eingebrochen?
Hauptgrund ist die Preiserhöhung um 100 Euro pro Modell zum 2. April 2026, kombiniert mit dem fortgeschrittenen Lebenszyklus der Konsole und der starken Konkurrenz durch die Switch 2. Circana meldete für Mai 2026 einen Rückgang von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wie viele Switch 2 wurden bisher verkauft?
Laut VGChartz kam die Switch 2 im Mai 2026 auf 20,76 Millionen Einheiten seit Marktstart. Im ersten Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 lieferte Nintendo offiziell 19,86 Millionen Konsolen aus.
Was kostet die PS5 jetzt in Deutschland?
Seit dem 2. April 2026 kostet die PS5 mit Laufwerk 649,99 Euro, die Digital Edition 599,99 Euro und die PS5 Pro 899,99 Euro. Jedes Modell wurde um 100 Euro teurer.
Warum wird die Switch 2 teurer?
Ursache sind stark gestiegene Speicherpreise (DRAM plus 80 bis 90 Prozent im ersten Quartal 2026 durch die KI-Nachfrage), US-Zölle und Wechselkurse. Die Switch 2 steigt daher zum 1. September 2026 auf 499,99 US-Dollar beziehungsweise 499,99 Euro.
Verkauft sich die Switch 2 besser als die PS5?
Ja. Die Switch 2 ist seit ihrem Marktstart die meistverkaufte Konsole der monatlichen Charts. Im Quartal Januar bis März 2026 setzte Nintendo rund eine Million Einheiten mehr ab als Sony mit der PS5.
Wann erscheint GTA 6 und auf welchen Plattformen?
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 – zunächst ausschließlich für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version ist bislang nicht angekündigt.
Werden Konsolen 2026 wieder billiger?
Das ist unwahrscheinlich. Solange die Speicherkrise und die Zölle anhalten, signalisieren die Hersteller dauerhaft höhere Kosten. Nintendo-Präsident Furukawa bezeichnete den Kostendruck ausdrücklich als “mittel- bis langfristig”.
Verwandte Artikel
- Steam Machine vs Steam Deck: 6x Leistung, 1.039 € [2026]
- Steam Frame: 16-GB-VR-Brille trifft RAM-Krise [2026]
- ROG Xbox Ally X vs Legion Go 2: 899 € vs 1.299 € [2026]
- SteamOS schlägt Windows 11: 30% FPS, 2x Akku [2026]
- Steam Controller 2 vs DualSense Edge: 99 € vs 240 € [2026]
- Bundesnetzagentur ermittelt: Steam droht 6% Bußgeld [2026]
- Alle Gaming-Artikel auf shattered.io
Stand: 02. Juni 2026. Alle Preis- und Verkaufsangaben basieren auf offiziellen Herstellermitteilungen sowie den Marktdaten von Circana und VGChartz. Prozentzahlen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich der jeweiligen Monate.


