Seit dem 20. Mai 2026 kostet PlayStation Plus in Deutschland mehr – bis zu 14 Prozent, je nach Tarif. Doch anders als bei den meisten Preiserhöhungen der letzten Jahre trifft es nicht automatisch alle Abonnenten. Wer sein Abo ununterbrochen laufen lässt, zahlt vorerst weiter den alten PS Plus Preis. Der Grund dafür ist kein Zufall und auch keine Kulanz von Sony, sondern die direkte Folge eines Gerichtsurteils, das der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Oktober 2024 gegen Sony Interactive Entertainment Europe erstritten hat.

Die neue PS-Plus-Preiserhöhung fällt damit in eine Zeit, in der auch der große Konkurrent Xbox seine Abo-Preise neu justiert hat – nur in die entgegengesetzte Richtung. Während Microsoft den Xbox Game Pass Ultimate im April 2026 nach massivem Nutzerprotest verbilligte, zieht Sony seine PS-Plus-Preise an. Dieser Artikel ordnet ein, was sich am 20. Mai 2026 konkret geändert hat, warum das Kammergericht Berlin dabei eine Schlüsselrolle spielt, und was das für Abonnenten in Deutschland und der gesamten DACH-Region bedeutet – Stand 11. Juli 2026.

Für Leserinnen und Leser, die sich generell für aktuelle Entwicklungen rund um Gaming-Plattformen interessieren, reiht sich diese Geschichte in ein größeres Muster ein: 2026 ist das Jahr, in dem Abo-Preise bei den großen Plattformhaltern so häufig und so öffentlich diskutiert werden wie nie zuvor – befeuert durch Nutzerprotest auf der einen und Verbraucherschutzrecht auf der anderen Seite.

Was sich am 20. Mai 2026 geändert hat

Sony hat die Monats- und Vierteljahrespreise für alle drei PS-Plus-Stufen angehoben – Essential, Extra und Premium. Bei der Extra-Mitgliedschaft fällt die Erhöhung mit 14,3 Prozent am stärksten aus, bei Essential und Premium liegt sie bei rund 11 bis 12 Prozent. Die Jahresabos blieben in Deutschland zum Zeitpunkt der Erhöhung unverändert – ein Detail, das für viele Sparfüchse den entscheidenden Unterschied macht.

TarifMonatlich (alt)Monatlich (neu)Vierteljährlich (alt)Vierteljährlich (neu)Jährlich
PS Plus Essential8,99 €9,99 €24,99 €27,99 €71,99 € (unverändert)
PS Plus Extra13,99 €15,99 €39,99 €43,99 €125,99 € (unverändert)
PS Plus Premium16,99 €18,99 €49,99 €54,99 €151,99 € (unverändert)

Damit kostet ein PS-Plus-Premium-Abo im Monatstarif künftig 2 Euro mehr, ein Vierteljahresabo 5 Euro mehr. Auf zwölf Monate hochgerechnet summiert sich das bei monatlicher Zahlweise auf fast 24 Euro Mehrkosten pro Jahr für Premium-Kunden, die neu einsteigen oder ihr Abo unterbrechen. Laut GamesWirtschaft begründete Sony den Schritt lediglich pauschal mit den „aktuellen Marktbedingungen” – eine detaillierte Erklärung zu gestiegenen Kosten oder neuen Leistungen blieb aus.

Warum nur Neukunden zahlen – das Kleingedruckte

Der eigentliche Aufreger an dieser PS-Plus-Preiserhöhung ist nicht die Höhe, sondern die Umsetzung. Die neuen, höheren Preise gelten ausschließlich für Neukunden und für Nutzer, die ihr Abonnement kündigen und später neu abschließen. Wer aktuell ein aktives, automatisch verlängerndes Abo hat, zahlt vorerst weiter den bisherigen Preis – und zwar unbefristet, solange die Verlängerung nicht unterbrochen wird.

Das ist ungewöhnlich für ein Unternehmen dieser Größe. Noch vor zwei Jahren hätte sich Sony in den eigenen Nutzungsbedingungen das Recht vorbehalten, Preise für alle Kunden mitten im Vertragsverhältnis anzupassen – inklusive automatischer Wirksamkeit 60 Tage nach einer E-Mail-Benachrichtigung. Genau diese Klausel existiert inzwischen nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Der Grund dafür liegt in einem Gerichtsverfahren, das zwei Jahre zuvor begann.

Das VZBV-Urteil: Wie ein Gerichtsprozess die Preispolitik verändert

Um die heutige Zwei-Klassen-Preisstruktur bei PS Plus zu verstehen, muss man knapp zwei Jahre zurückblicken. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagte gegen Sony Interactive Entertainment Europe, weil der Konzern sich in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen weitreichende Rechte einräumte: Preise für laufende PS-Plus-Abos einseitig zu erhöhen und den Spielekatalog sowie Online-Funktionen jederzeit ohne Vorankündigung zu verändern.

Die Klage der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherschützer argumentierten, dass Sony kein schutzwürdiges Interesse an einseitigen Preiserhöhungen habe, solange beiden Vertragsparteien ohnehin kurzfristige Kündigungsmöglichkeiten offenstehen. Wenn Kunden jederzeit kündigen können, gibt es aus Verbrauchersicht keinen Grund, warum der Anbieter Preise ändern dürfen sollte, ohne dass die Gegenseite aktiv zustimmt.

Das Urteil im Detail

Am 30. Oktober 2024 gab das Kammergericht Berlin der Verbraucherzentrale unter dem Aktenzeichen 23 MK 1/23 recht. Beide beanstandeten Klauseln wurden für unwirksam erklärt. Laut der offiziellen Urteilsmitteilung des vzbv muss Sony künftig die ausdrückliche Zustimmung der Kunden einholen, bevor Preise für bestehende Abonnements steigen – eine automatische Preisanpassung nach bloßer Ankündigung reicht nicht mehr aus. Auch heise online bestätigte, dass Sony damit eines der zentralen Instrumente verliert, mit denen viele Abo-Anbieter Preise gegenüber ihrer Bestandskundschaft anpassen.

Sony akzeptierte die Niederlage nicht kampflos: Der Konzern legte eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ein, um eine Revision zu erzwingen. Diese Beschwerde war nach Recherchen von GamesWirtschaft zum Zeitpunkt der Mai-Preiserhöhung 2026 weiterhin beim BGH anhängig – eine endgültige höchstrichterliche Klärung steht also noch aus. Bis dahin gilt die Berliner Entscheidung, und genau deshalb greift Sony bei der aktuellen Preisrunde zu einem Modell, das ausschließlich Neuverträge betrifft: Es ist der rechtssichere Weg, höhere Preise durchzusetzen, ohne erneut vor Gericht zu landen.

Sonys Reaktion: Rabatte statt Ruhe

Kaum eine Woche nach Inkrafttreten der höheren Preise reagierte Sony mit einer auffälligen Gegenbewegung. Vom 27. Mai bis zum 10. Juni 2026 lief eine Rabattaktion auf Jahresabos: 20 Prozent Nachlass auf Essential, 25 Prozent auf Extra und 33 Prozent auf Premium. Nach Angaben von play3.de kostete ein Premium-Jahresabo in der Aktion nur noch 101,83 Euro statt der regulären 151,99 Euro – für Neukunden praktisch eine Rückkehr zu Preisen von vor der Erhöhung.

Für Bestandskunden mit laufendem Abo galt die Aktion nur eingeschränkt: Sie konnten den Rabatt lediglich beim Upgrade auf Premium für die verbleibende Laufzeit ihres aktuellen Tarifs nutzen, nicht als generelle Verlängerungsvergünstigung. Das Muster ähnelt frappierend dem, was Microsoft beim Xbox Game Pass vorgemacht hat: erst eine unpopuläre Preiserhöhung, dann eine kalkulierte Kurskorrektur, sobald der öffentliche Gegenwind spürbar wird. Nur dass Sony sich – anders als Microsoft – nicht zu einer dauerhaften Preissenkung durchringen musste, weil das Gerichtsurteil die Bestandskunden ohnehin bereits schützte.

Die drei PS-Plus-Stufen im Vergleich

Wer über den PS Plus Preis spricht, muss auch über die Unterschiede zwischen den drei Mitgliedschaften sprechen – sie haben sich seit der Einführung des Stufenmodells kaum verändert, wohl aber ihre Preise. PS Plus Essential bleibt der Einstieg mit Online-Multiplayer, monatlichen Gratisspielen und Cloud-Speicher für Spielstände. PS Plus Extra baut darauf auf und ergänzt einen Downloadkatalog von bis zu 400 PS4- und PS5-Titeln. PS Plus Premium schließlich fügt Cloud-Streaming und einen Klassiker-Katalog mit weiteren rund 340 Spielen aus PS1-, PS2-, PS3- und PSP-Zeiten hinzu.

TarifPreis/Monat (neu)SpielekatalogCloud-StreamingDay-One-Releases
PS Plus Essential9,99 €Monatliche GratisspieleNeinNein
PS Plus Extra15,99 €Bis zu 400 Download-SpieleNeinNein
PS Plus Premium18,99 €+ rund 340 Klassiker (PS1–PSP)JaNein

Bemerkenswert bleibt, was in keiner PS-Plus-Stufe enthalten ist: Day-One-Releases. Wer ein Sony-Spiel am Erscheinungstag spielen will, kommt am Vollpreiskauf nicht vorbei – ein struktureller Unterschied zum Xbox Game Pass, der genau damit wirbt, auch wenn Microsoft diesen Vorteil bei Call of Duty inzwischen einschränkt.

Von der Einheits-Mitgliedschaft zu drei Stufen: Ein Rückblick

PlayStation Plus existiert in seiner ursprünglichen Form seit 2010 als einheitliches Abo für Online-Multiplayer und monatliche Gratisspiele. Das heutige Drei-Stufen-Modell ist deutlich jünger: Sony kündigte die Neuausrichtung im März 2022 an und rollte sie ab Juni 2022 weltweit aus, wie der offizielle PlayStation-Blog damals bestätigte. Dabei ging der bisherige Streaming-Dienst PlayStation Now vollständig in der neuen Premium-Stufe auf, wodurch ein eigenständiges Cloud-Gaming-Angebot verschwand und stattdessen Teil des höchsten PS-Plus-Tarifs wurde.

Seit der Einführung des Stufenmodells 2022 hat Sony die Preise mehrfach angepasst, doch die Mai-2026-Erhöhung ist die erste, bei der ein Gerichtsurteil die Umsetzung derart direkt mitbestimmt. Frühere Preisrunden trafen grundsätzlich alle Kunden gleichermaßen; das zweigeteilte Modell aus Alt- und Neupreisen ist eine Premiere für den Dienst.

Sony gegen Microsoft: Zwei Preisstrategien im Vergleich

Der Zeitpunkt der PS-Plus-Erhöhung wirkt fast wie eine Antithese zu dem, was bei der Konkurrenz passiert ist. Nur vier Wochen zuvor, am 21. April 2026, hatte Microsoft den Xbox Game Pass Ultimate in Deutschland von 26,99 € auf 20,99 € pro Monat verbilligt – eine Reaktion auf den massiven Nutzerschwund, den die vorangegangene Erhöhung von 17,99 € auf 26,99 € im Oktober 2025 ausgelöst hatte. Der entscheidende Unterschied: Microsofts Preissenkung galt für alle Kunden gleichermaßen, während Sonys Erhöhung gezielt nur Neukunden betrifft.

Stand: 11. Juli 2026, Preise für Deutschland
MerkmalPS Plus PremiumXbox Game Pass Ultimate
Preis/Monat18,99 €20,99 €
Letzte Preisänderung+11,8 % (20. Mai 2026)−22 % (21. April 2026)
Wer ist betroffen?Nur Neukunden/NeuverträgeAlle Kunden
Auslöser der Änderungvzbv-GerichtsurteilNutzer-Backlash nach 50-%-Erhöhung
Day-One-ReleasesNeinJa (außer künftige Call-of-Duty-Titel)
Cloud-Gaming inklusiveJaJa, unbegrenzt

Beide Konzerne kommen damit aus völlig unterschiedlichen Richtungen zum selben Punkt: Abo-Preise sind 2026 politisch und rechtlich heikler geworden als noch vor wenigen Jahren. Microsoft musste sich dem Markt beugen, weil zahlende Kunden in Scharen absprangen. Sony musste sich dem Recht beugen, weil ein deutsches Gericht die AGB-Praxis für unzulässig erklärte. Für Verbraucher in Deutschland ergibt sich daraus ein ungewöhnlicher Vorteil: Bei beiden großen Konsolen-Ökosystemen sind es aktuell die Bestandskunden, die am besten wegkommen.

Die Zahlen hinter PlayStation Network

Wie wichtig Abo-Erlöse für Sony sind, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen. Der Bereich Game & Network Services, zu dem PlayStation Plus zählt, meldete für das im März 2026 endende Geschäftsjahr ein operatives Rekordergebnis von 463,3 Milliarden Yen (umgerechnet rund 2,9 Milliarden US-Dollar) – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus den von BigGo Finance ausgewerteten Geschäftszahlen hervorgeht. Die PlayStation Network erreichte im März 2026 mit 125 Millionen monatlich aktiven Nutzern einen Rekordwert.

Auch die Hardware-Basis wächst weiter: Die PS5 überschritt bis Ende März 2026 kumuliert 93 Millionen verkaufte Einheiten. Jeder zusätzliche Prozentpunkt bei den PS-Plus-Preisen wirkt sich auf eine derart große installierte Basis spürbar auf den Umsatz aus – selbst wenn, wie in diesem Fall, zunächst nur ein Teil der Kundschaft die höheren Preise zahlt.

Einordnung in die Konsolenpreis-Situation 2026

Die PS-Plus-Erhöhung steht nicht isoliert. Bereits im März 2026 hatte Sony die Preise für die PS5-Hardware selbst angehoben, wie shattered.io berichtete. Zusammen mit der jetzigen Abo-Erhöhung ergibt sich das Bild eines Konzerns, das an mehreren Fronten gleichzeitig an der Preisschraube dreht – während der gesamte Konsolenmarkt 2026 ohnehin unter gestiegenen Bauteilpreisen und einer angespannten Speicherchip-Versorgung leidet.

Für deutsche und europäische Kundinnen und Kunden bedeutet das: Wer in den kommenden Monaten neu in das PlayStation-Ökosystem einsteigt, zahlt an mehreren Stellen mehr als noch vor einem Jahr – bei der Konsole selbst und beim Abo. Bestandskunden mit PS5 und laufendem PS-Plus-Abo bleiben von beidem vorerst verschont.

Auch die Konkurrenz ist von der angespannten Marktlage betroffen, wenn auch auf andere Weise: Microsoft begründete seine Kehrtwende beim Xbox Game Pass explizit mit Kundenverlusten, nicht mit Bauteilkosten. Nintendo wiederum hält die Preise für seine eigenen Online-Dienste bislang stabil. Die drei großen Plattformhalter verfolgen damit 2026 sichtbar unterschiedliche Strategien, obwohl alle mit denselben makroökonomischen Rahmenbedingungen konfrontiert sind – ein Hinweis darauf, dass Preisentscheidungen bei Gaming-Abos inzwischen genauso von Rechtsrisiken und Reputationsschäden getrieben werden wie von reinen Kostenkalkulationen.

Kritik und Reaktionen der Community

In den Kommentarspalten deutscher Gaming-Portale wie play3.de und gamepro.de dominiert eine ambivalente Stimmung. Einerseits begrüßen viele Nutzer, dass Bestandskunden verschont bleiben – ein direkter Verdienst des vzbv-Urteils. Andererseits kritisieren Community-Mitglieder, dass Sony mit der Zwei-Preise-Struktur ein System schafft, das Neukunden gegenüber langjährigen Abonnenten benachteiligt, sobald diese ihr Abo aus irgendeinem Grund unterbrechen müssen – etwa bei einem Zahlungsproblem oder einem Anbieterwechsel.

Der vzbv selbst hat die Mai-Erhöhung nicht kommentiert, da sie formal im Einklang mit dem Kammergerichtsurteil steht. Beobachter werten das als Bestätigung, dass Sony aus der Niederlage von 2024 gelernt hat: Der Konzern operiert jetzt innerhalb der gerichtlich gesetzten Grenzen, statt sie erneut zu testen – zumindest bis der Bundesgerichtshof über die anhängige Nichtzulassungsbeschwerde entschieden hat.

Auffällig ist zudem, wie unterschiedlich die Berichterstattung in den deutschen und internationalen Fachmedien ausfällt. Während deutsche Portale wie GamesWirtschaft und PCGamesHardware den juristischen Hintergrund ausführlich einordnen, konzentriert sich die internationale Berichterstattung überwiegend auf die reinen Prozentzahlen der Preiserhöhung – ohne den vzbv-Kontext zu erwähnen. Das unterstreicht, dass die Zwei-Preise-Struktur tatsächlich ein Sonderfall ist, der aus einer sehr spezifisch deutschen Rechtslage entstanden ist und sich nicht ohne Weiteres auf andere Märkte übertragen lässt.

Was Bestandskunden und Neukunden jetzt wissen müssen

Für die Praxis lässt sich die aktuelle Lage auf wenige Kernpunkte herunterbrechen. Bestandskunden mit aktiver, automatisch verlängernder Mitgliedschaft zahlen weiterhin den alten PS Plus Preis – daran ändert sich vorerst nichts, unabhängig davon, ob der Bundesgerichtshof die Sony-Beschwerde später zulässt oder nicht, solange kein neues Urteil vorliegt. Wer kündigt und später neu abschließt, zahlt hingegen automatisch die neuen, höheren Preise.

  • Bestehende Abos mit Auto-Verlängerung: alter Preis bleibt bestehen
  • Kündigung und Neuabschluss: neuer, höherer Preis gilt sofort
  • Upgrade auf eine höhere Stufe: Restlaufzeit wird zum neuen Tarif verrechnet
  • Jahresabos: in Deutschland zum Erhöhungszeitpunkt unverändert geblieben

Wer ohnehin über ein Upgrade von Essential auf Extra oder Premium nachdenkt, sollte die genauen Konditionen vor dem Wechsel prüfen, da Sony bei Tarifwechseln anteilig zum neuen Preis abrechnet. Für reine Bestandskunden ohne Wechselwunsch besteht dagegen kein Handlungsdruck.

Was die Preiserhöhung für Österreich und die Schweiz bedeutet

Österreich liegt in derselben Euro-Preiszone wie Deutschland, weshalb Sonys PS-Plus-Preise dort in der Regel identisch mit den deutschen Beträgen sind. Die hier beschriebene Logik – neue, höhere Preise nur für Neukunden, alte Preise für Bestandskunden mit Auto-Verlängerung – dürfte sich damit strukturell auch auf österreichische Abonnentinnen und Abonnenten übertragen, auch wenn das Kammergerichtsurteil selbst nur unmittelbar für den deutschen Markt bindend ist. Für die Schweiz, die außerhalb der Eurozone liegt und in Schweizer Franken abgerechnet wird, lag zum Zeitpunkt dieses Artikels keine gesonderte, verifizierte Preisliste vor; Schweizer Kundinnen und Kunden sollten die Preise direkt im PlayStation Store prüfen, da das deutsche Verbraucherschutzurteil dort keine unmittelbare Rechtswirkung entfaltet.

Prognosen: Wohin steuert PS Plus?

Wie es mit dem PS Plus Preis in Deutschland weitergeht, hängt maßgeblich vom Ausgang des BGH-Verfahrens ab. Auf Basis der aktuellen Fakten lassen sich einige Entwicklungen absehen:

  1. Bestätigt der BGH das Kammergerichtsurteil, dürfte das Zwei-Preise-Modell zum dauerhaften Standard werden – auch bei künftigen Erhöhungen.
  2. Kippt der BGH die Entscheidung, könnte Sony zu der alten Praxis zurückkehren und Preise wieder für alle Kunden gleichzeitig anheben.
  3. Die Jahresabos dürften mittelfristig nachziehen, sobald der Anteil der Alt-Kunden mit vergünstigten Monats- und Quartalspreisen spürbar schrumpft.
  4. Rabattaktionen wie die vom Mai 2026 dürften zum wiederkehrenden Instrument werden, um Neukunden trotz höherer Listenpreise zum Einstieg zu bewegen.
  5. Andere Abo-Anbieter in Deutschland dürften die Entwicklung genau beobachten – ein rechtskräftiges BGH-Urteil hätte Signalwirkung weit über Gaming hinaus, etwa für Streaming- und Software-Abos mit ähnlichen AGB-Klauseln.

Diese Einschätzungen basieren auf dem aktuellen Verfahrensstand und den bisherigen Reaktionsmustern beider Konzerne – eine Garantie sind sie nicht, zumal die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum Zeitpunkt dieses Artikels noch aussteht.

Häufig gestellte Fragen zu PS Plus

Was kostet PS Plus jetzt in Deutschland?

Seit dem 20. Mai 2026 kostet PS Plus Essential 9,99 € im Monat, Extra 15,99 € und Premium 18,99 €. Diese Preise gelten für Neukunden und Kunden, die ihr Abo neu abschließen. Die Jahrespreise blieben mit 71,99 €, 125,99 € und 151,99 € unverändert.

Warum sind nicht alle Abonnenten von der Preiserhöhung betroffen?

Ein Urteil des Kammergerichts Berlin vom 30. Oktober 2024 verpflichtet Sony, für Preiserhöhungen bei bestehenden Verträgen die ausdrückliche Zustimmung der Kunden einzuholen. Da diese Zustimmung nicht automatisch erteilt wird, bleiben Bestandskunden mit laufendem Abo vorerst beim alten Preis.

Was hat die Verbraucherzentrale mit Sony zu tun?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband klagte gegen AGB-Klauseln, mit denen sich Sony das Recht vorbehielt, PS-Plus-Preise und den Spielekatalog jederzeit einseitig zu ändern. Das Kammergericht Berlin erklärte diese Klauseln 2024 für unwirksam.

Muss ich als Bestandskunde etwas tun?

Nein. Solange die automatische Verlängerung aktiv bleibt, ändert sich am Preis nichts. Ein Handeln ist nur nötig, wer die Mitgliedschaft aktiv kündigen oder auf eine höhere Stufe wechseln möchte.

Was passiert, wenn ich mein Abo kündige und neu abschließe?

Beim Neuabschluss gelten automatisch die aktuellen, höheren Preise. Der alte Vorzugspreis für Bestandskunden lässt sich nach einer Kündigung nicht zurückholen.

Ist PS Plus günstiger als Xbox Game Pass?

PS Plus Premium kostet mit 18,99 € pro Monat aktuell 2 € weniger als Xbox Game Pass Ultimate mit 20,99 €. Allerdings bietet Game Pass Ultimate Day-One-Releases für die meisten Xbox-Titel, während PS Plus in keiner Stufe Day-One-Zugriff auf neue Sony-Spiele einschließt.

Wie lange lief die Rabattaktion nach der Preiserhöhung?

Die Aktion mit bis zu 33 Prozent Rabatt auf Jahresabos lief vom 27. Mai bis zum 10. Juni 2026 und richtete sich in erster Linie an Neukunden.

Könnte der Bundesgerichtshof das Urteil noch kippen?

Theoretisch ja. Sony hat eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt, über die zum Zeitpunkt dieses Artikels (11. Juli 2026) noch nicht entschieden wurde. Bis zu einer neuen Entscheidung bleibt das Kammergerichtsurteil maßgeblich.