7 Days to Die hat mit dem Update V3.0 „Dead Hot Summer” (stabil seit dem 29. Juni 2026) erstmals plattformübergreifendes Crossplay zwischen PC, Xbox Series X|S und PlayStation 5 erhalten – ein guter Anlass, sich einen eigenen dedizierten Server anzuschauen, statt dauerhaft auf gemietete Slots angewiesen zu sein. Der offizielle „7 Days to Die Dedicated Server” ist ein kostenloses, eigenständiges Tool von The Fun Pimps, das sich über SteamCMD herunterladen lässt. Anders als beim Hauptspiel ist dafür nicht einmal ein Steam-Konto mit gekauftem Titel nötig. Wer bereits einen ARK- oder Palworld-Server selbst gehostet hat, wird bei 7 Days to Die auf ein ähnliches, aber in Details eigenständiges Setup treffen: eigene Ports, eigenes XML-Konfigurationsformat und eigene Crossplay-Regeln.

Diese Anleitung führt in 12 Schritten durch die komplette Einrichtung: Installation, Konfiguration von serverconfig.xml und serveradmin.xml, Portfreigabe, Autostart per systemd, Mods und die Voraussetzungen für Crossplay mit den Konsolen. Zusätzlich gibt es ein komplettes Beispiel-Setup zum direkten Nachbauen, einen Kostenvergleich zwischen Eigenhosting und Miete für den deutschen Markt, sowie ausführliche Abschnitte zu Fehlerbehebung, Server-Absicherung und den täglichen Admin-Befehlen.

Was ist ein 7 Days to Die Dedicated Server?

Im normalen Koop-Modus hostet ein Spieler die Welt direkt aus dem laufenden Spiel heraus – sobald diese Person die Verbindung trennt, bricht die Sitzung für alle ab. Ein Dedicated Server ist dagegen ein eigenständiger Prozess, der unabhängig von jedem Client rund um die Uhr läuft, auch wenn niemand gerade spielt. Genau dafür bietet Valve über SteamCMD die App-ID 294420 an – das „7 Days to Die Dedicated Server”-Tool, komplett getrennt von der Spiel-App-ID 251570 und kostenlos nutzbar.

Eine Besonderheit gegenüber ähnlichen Survival-Titeln: Der anonyme SteamCMD-Login funktioniert für den 7-Days-to-Die-Server-Client einwandfrei. Ein Steam-Konto mit gekauftem Spiel ist für den reinen Serverbetrieb nicht erforderlich – das ist ausdrücklich nicht bei jedem Survival-Server-Tool so (bei einem DayZ-Server etwa schlägt der anonyme Login fehl, dort ist ein Konto mit dem Spiel Pflicht). Laut SteamCharts spielten im Juni 2026 im Schnitt rund 24.000 Personen gleichzeitig, das Allzeit-Hoch von etwa 124.000 bis 125.000 gleichzeitigen Spielern stammt aus dem Launch-Fenster der Version 1.0 im Juli 2024.

Der praktische Vorteil eines eigenen Servers gegenüber Koop oder Miete zeigt sich vor allem im Alltag: Die Welt bleibt persistent erreichbar, unabhängig davon, ob der Host gerade selbst spielt, und wer Root-Zugriff auf die Maschine hat, kann jede einzelne Einstellung in serverconfig.xml frei anpassen – von der Zombie-Dichte bis zur exakten Blutmond-Frequenz –, statt auf die oft eingeschränkten Web-Panels gemieteter Angebote angewiesen zu sein. Der Preis dafür ist der einmalige Einrichtungsaufwand, den diese Anleitung Schritt für Schritt abdeckt.

Voraussetzungen: Hardware, Software und Accounts

The Fun Pimps veröffentlicht keine offiziellen Mindestanforderungen für den Dedicated Server – die folgenden Werte sind der Community-Konsens aus Hosting-Foren und Praxistests. CPU-seitig ist 7 Days to Die stark Single-Thread-lastig: KI-Pfadfindung, Chunk-Loading und die Blutmond-Simulation hängen überwiegend an einem Kern, weshalb Taktfrequenz wichtiger ist als reine Kernzahl.

RessourceMinimum (1–4 Spieler)Empfohlen (8 Spieler)
RAM4–6 GB8 GB, bei Mods 12–16 GB+
CPUDual-Core, 3,0 GHz+Quad-Core, 3,2–3,5 GHz+
Speicherplatz10–15 GB SSD25 GB+ SSD
BetriebssystemUbuntu/Debian oder Windows 10/11Ubuntu Server LTS
NetzwerkStabile Upload-BandbreiteÖffentliche IP oder Portweiterleitung

An Software wird benötigt: SteamCMD, ein einfacher Texteditor für die XML-Konfigurationsdateien, unter Linux optional screen oder tmux für manuelle Testläufe (der produktive Betrieb läuft später über systemd, siehe Schritt 9) und Root- beziehungsweise Administratorrechte auf der Maschine. Wer einen Root-Server oder eine VPS-Instanz statt der eigenen Hardware nutzt, sollte zusätzlich sicherstellen, dass SSH-Zugriff eingerichtet ist und die gewählte Linux-Distribution offiziellen Support erhält – für einen langfristig betriebenen Server ist eine LTS-Version wie Ubuntu Server empfehlenswert, da sie über mehrere Jahre Sicherheitsupdates erhält.

Dedizierter Server vs. Server mieten vs. Koop – was passt zu mir?

Bevor es an die Installation geht, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck: Wer nur gelegentlich mit zwei Freunden spielt, braucht wahrscheinlich keinen 24/7-Server. Wer eine feste Gruppe von 4–8 Spielern hat, für die die Welt dauerhaft erreichbar sein soll, profitiert von einem eigenen Setup.

ModellKontrolleAufwandLaufende Kosten
Koop (Host startet Welt im Spiel)Voll, aber instabilKeinerKeine
Selbst gehosteter Dedicated ServerVollständiger Root-ZugriffDiese AnleitungStrom oder VPS-Miete
Gemieteter Server (Managed Hosting)Eingeschränkt auf Web-PanelMinimalAnbieterabhängig, siehe Kostenvergleich

Diese Anleitung konzentriert sich auf den mittleren Weg: einen selbst verwalteten Dedicated Server, wahlweise auf einem Root-Server, einer VPS-Instanz oder der eigenen Linux-Maschine zu Hause. Der Grund dafür ist einfach: Der Koop-Modus skaliert schlecht über eine Handvoll Spielabende hinaus, weil die Welt an den Host-PC gebunden bleibt, während Managed Hosting zwar bequem ist, aber viele der in dieser Anleitung gezeigten Detaileinstellungen – etwa die exakten Crossplay-Voraussetzungen aus Schritt 12 oder eigene systemd-Backup-Routinen – hinter einem vereinfachten Web-Panel verbirgt. Wer stattdessen die volle Kontrolle über serverconfig.xml, serveradmin.xml und die zugrundeliegende Maschine behält, kann jede einzelne der in dieser Anleitung genannten Einstellungen frei anpassen, verliert dafür aber die Klick-und-fertig-Einfachheit eines Miet-Panels.

Schritt 1: SteamCMD installieren

SteamCMD ist Valves Kommandozeilen-Client zum Herunterladen von Steam-Inhalten ohne grafische Oberfläche. Unter Ubuntu/Debian wird zunächst das 32-Bit-Repository aktiviert, danach folgt die Installation:

sudo add-apt-repository multiverse
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo apt update
sudo apt install steamcmd -y

Unter Windows lädt man stattdessen steamcmd.exe direkt von der offiziellen Valve-Developer-Wiki-Seite herunter, entpackt das Archiv in einen eigenen Ordner (zum Beispiel C:\steamcmd) und startet die Datei einmal manuell, damit sie sich selbst aktualisiert.

Schritt 2: 7 Days to Die Dedicated Server herunterladen

Mit installiertem SteamCMD lässt sich der Server direkt mit einem einzigen Befehl herunterladen. Der anonyme Login reicht aus, ein Konto ist nicht nötig:

steamcmd +@sSteamCmdForcePlatformType linux +force_install_dir ~/7dtd-server +login anonymous +app_update 294420 validate +quit

Eine erfolgreiche Installation schließt mit der Zeile Success! App '294420' fully installed. ab. Unter Windows ersetzt man +@sSteamCmdForcePlatformType linux einfach durch den entsprechenden Windows-Aufruf beziehungsweise lässt die Plattformzeile ganz weg, da SteamCMD dann automatisch die Windows-Variante zieht.

Schritt 3: Ordnerstruktur und wichtige Dateien verstehen

Nach dem Download liegen im Installationsverzeichnis unter anderem folgende Dateien und Ordner:

  • 7DaysToDieServer.x86_64 – das ausführbare Server-Binary unter Linux
  • 7DaysToDieServer.exe – das Pendant unter Windows
  • startserver.sh / startdedicated.bat – Start-Skripte
  • serverconfig.xml – die Hauptkonfiguration (Schritt 4)
  • serveradmin.xml – Admin- und Berechtigungsverwaltung (Schritt 5)
  • Data/ – Spieldaten, Assets und Standard-Weltvorlagen
  • Mods/ – hier landen Erweiterungen (Schritt 11)

Spielstände legt der Server standardmäßig außerhalb des Installationsordners im Benutzerverzeichnis ab, was für spätere Backups relevant wird (siehe weiter unten).

Schritt 4: serverconfig.xml konfigurieren

Die serverconfig.xml verwendet ein flaches XML-Format ohne Verschachtelung: Jede Einstellung ist eine eigene property-Zeile mit name und value. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Werte auf Basis der offiziellen Referenzkonfiguration:

PropertyStandardwertBedeutung
ServerPort26900Primärer Verbindungsport
ServerVisibility20 = privat, 1 = nur Freunde, 2 = öffentlich
ServerMaxPlayerCount8Maximale Spielerzahl (bei Crossplay ≤8 Pflicht)
ServerDisabledNetworkProtocolsSteamNetworkingLiteNetLib bleibt aktiv – wichtig für Crossplay
GameWorldNavezganeFeste Karte; andere Werte + WorldGenSeed/WorldGenSize erzeugen eine zufällige Welt (RWG)
GameDifficulty0–5Schwierigkeitsgrad
EACEnabledtrueEasyAntiCheat – muss für DLL-Mods auf false, disqualifiziert dann aber von Crossplay
BloodMoonEnemyCount8Zombies pro Spieler in der Blutmond-Nacht
MaxSpawnedZombies60Werte über ~80 riskieren laut Konfigurationskommentar spürbare Framerate-Einbrüche
LandClaimSize41Radius des Grundstücksschutzes in Blöcken

Beispiel-Snippet

<ServerSettings>
  <property name="ServerPort" value="26900"/>
  <property name="ServerVisibility" value="2"/>
  <property name="ServerMaxPlayerCount" value="8"/>
  <property name="GameWorld" value="Navezgane"/>
  <property name="GameDifficulty" value="2"/>
  <property name="EACEnabled" value="true"/>
  <property name="BloodMoonEnemyCount" value="8"/>
  <property name="MaxSpawnedZombies" value="60"/>
</ServerSettings>

Wer statt der festen Karte Navezgane eine zufällig generierte Welt möchte, setzt GameWorld auf einen anderen Wert und ergänzt WorldGenSeed (beliebiger Text als Startwert) sowie WorldGenSize zwischen 2048 und 16384 – für Crossplay-Server gilt hier allerdings eine Obergrenze von 8192 (siehe Schritt 12).

Feste Karte vs. zufällig generierte Welt (RWG)

Navezgane ist die von Hand designte Standardkarte des Spiels: identisch für alle Server, gut dokumentiert und in unzähligen Guides und Videos referenziert, was die Orientierung für neue Spieler erleichtert. Eine per Random World Generation (RWG) erzeugte Welt ist dagegen bei jedem Seed einzigartig, benötigt aber beim allerersten Serverstart spürbar länger zum Generieren, bevor der erste Spieler beitreten kann – bei großen WorldGenSize-Werten kann das je nach Server-Hardware mehrere Minuten dauern. Für eine erste Testinstallation empfiehlt sich deshalb die feste Karte Navezgane; wer später eine frische, individuelle Welt möchte, wechselt einfach den GameWorld-Wert und startet den Server einmal neu, damit die Generierung anlaufen kann.

Schritt 5: serveradmin.xml – Adminrechte vergeben

Wer auf dem Server Admin-Befehle nutzen soll, wird über die serveradmin.xml per SteamID64 freigeschaltet. Die Berechtigungsstufen reichen von 0 bis 1000:

StufeBedeutung
0Super-Admin – jeder Befehl, auch nicht explizit gelistete (sicher-by-default)
1–999Frei definierbare Zwischenstufen, z. B. Moderatoren
1000Standardstufe für jeden nicht gelisteten Spieler
<adminlist>
  <admin steamid="76561198000000000" permission_level="0"/>
</adminlist>

Die eigene SteamID64 lässt sich unter anderem über steamid.io aus dem Profil-Link ermitteln. Wichtig: Nicht explizit gelistete Befehle sind automatisch auf Stufe 0 (Super-Admin) beschränkt – das System ist damit standardmäßig restriktiv statt offen konfiguriert.

Schritt 6: Ports freigeben (Firewall & Router)

Damit externe Spieler den Server erreichen, müssen folgende Ports nach außen offen sein:

PortProtokollZweckÖffentlich?
26900TCP + UDPPrimäre SpielverbindungJa
26901–26903UDPZusätzliche SpieldatenJa
8080TCPWeb-Control-Panel (optional)Nein – nur lokal/VPN
8081TCPTelnet-Fernadministration (optional)Nein – nur lokal/VPN

Unter Linux mit UFW als Firewall genügen folgende Befehle:

sudo ufw allow 26900/tcp
sudo ufw allow 26900:26903/udp
sudo ufw enable
sudo ufw status

Portfreigabe in der FritzBox

Wer zu Hause hinter einer FritzBox hostet, öffnet die Ports zusätzlich im Router: Internet → Freigaben → Portfreigaben → Gerät für Freigaben hinzufügen, dort den Server-PC auswählen und die Ports 26900 (TCP und UDP) sowie 26901–26903 (UDP) eintragen. Bei einem Anschluss mit DS-Lite oder hinter Carrier-Grade-NAT funktioniert klassische Portfreigabe nicht – hier hilft nur ein VPS mit echter öffentlicher IPv4-Adresse oder ein IPv6-fähiger Client auf Spielerseite.

8080 und 8081 sollten nicht im Router freigegeben werden, da sie Admin-Zugriff auf den Server erlauben – Fernzugriff darauf idealerweise nur per SSH-Tunnel oder VPN absichern.

Schritt 7: Server unter Linux starten

Für einen ersten Testlauf genügt das mitgelieferte Start-Skript:

cd ~/7dtd-server
./startserver.sh -configfile=serverconfig.xml

Alternativ direkt über das Binary, zum Beispiel innerhalb einer screen-Sitzung, damit der Prozess auch nach dem Trennen der SSH-Verbindung weiterläuft:

screen -S 7dtd
./7DaysToDieServer.x86_64 -logfile output.log -configfile=serverconfig.xml -dedicated

Für den produktiven Dauerbetrieb ist screen allerdings nur eine Übergangslösung – die robustere Variante mit automatischem Neustart folgt in Schritt 9.

Schritt 8: Server unter Windows starten

Unter Windows reicht ein Doppelklick auf startdedicated.bat. Wer die Startparameter direkt kontrollieren möchte, ruft stattdessen die EXE mit expliziten Flags auf:

7DaysToDieServer.exe -quit -batchmode -nographics -configfile=serverconfig.xml -dedicated

-nographics und -batchmode unterdrücken die grafische Oberfläche, was auf einem Windows-Server ohne Monitor sinnvoll ist und Ressourcen spart.

Schritt 9: Als systemd-Dienst einrichten (Linux-Autostart)

Ein systemd-Dienst sorgt dafür, dass der Server nach einem Absturz automatisch neu startet und nach einem Server-Reboot ohne manuellen Eingriff wieder online ist. Dazu eine neue Unit-Datei anlegen:

sudo nano /etc/systemd/system/7dtd.service

Mit folgendem Inhalt (Pfad und Benutzername an die eigene Umgebung anpassen):

[Unit]
Description=7 Days to Die Dedicated Server
After=network.target

[Service]
Type=simple
User=steam
WorkingDirectory=/home/steam/7dtd-server
ExecStart=/home/steam/7dtd-server/7DaysToDieServer.x86_64 -logfile /home/steam/7dtd-server/output.log -configfile=/home/steam/7dtd-server/serverconfig.xml -dedicated
Restart=on-failure
RestartSec=10

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Anschließend aktivieren und starten:

sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable 7dtd.service
sudo systemctl start 7dtd.service
sudo systemctl status 7dtd.service

Ein erfolgreicher Status zeigt active (running) in grün. Logs lassen sich jederzeit live mitverfolgen mit journalctl -u 7dtd.service -f.

Schritt 10: Verbindung testen und dem Server beitreten

Im Hauptmenü von 7 Days to Die führt Spiel beitreten → Server-Browser entweder zur Liste öffentlicher Server (bei ServerVisibility=2) oder erlaubt unter „Verbinden” die direkte Eingabe von IP-Adresse und Port. Ein erfolgreicher Verbindungsaufbau sieht im Server-Log etwa so aus:

NET: Incoming connection from xxx.xxx.xxx.xxx
GMSG: Player 'Beispielspieler' joined the game
PersistentPlayerList: player connected, entityid=171, playerid=76561198000000000

Bleibt der Verbindungsversuch erfolglos, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Portfreigabe aus Schritt 6 – die häufigste Fehlerursache überhaupt (mehr dazu im Troubleshooting-Abschnitt weiter unten).

Ausgabebeispiele: So sieht ein erfolgreicher Start aus

Bevor es an Mods und Crossplay geht, hilft es zu wissen, wie eine funktionierende Installation und ein funktionierender Serverstart tatsächlich aussehen – gerade bei der ersten Einrichtung ist es sonst schwer zu erkennen, ob ein Schritt geklappt hat oder nicht. Der SteamCMD-Download aus Schritt 2 endet bei Erfolg mit einer eindeutigen Erfolgsmeldung:

Update state (0x61) downloading, progress: 99.50 (7710033987 / 7749621220)
Update state (0x81) verifying update, progress: 42.16 (3267382743 / 7749621220)
Success! App '294420' fully installed.

Der anschließende Serverstart aus Schritt 7 beziehungsweise Schritt 9 durchläuft mehrere Ladephasen, bevor er als vollständig einsatzbereit gilt. Die letzte Zeile ist dabei der entscheidende Indikator:

Loading permissions file "serveradmin.xml"
GameServer Message: 8 max players
Server startup complete, listening on 26900
NET: Waiting for connections...

Erscheint stattdessen eine Fehlermeldung, ein sofortiger Absturz ohne „Waiting for connections” oder gar keine Ausgabe, folgt in der Regel ein Konfigurationsfehler – siehe den Troubleshooting-Abschnitt weiter unten.

Schritt 11: Mods installieren

Mods werden als eigener Unterordner in das Mods/-Verzeichnis kopiert; ein Neustart des Servers lädt sie automatisch. Beliebte Overhaul-Mods in der Community sind aktuell Darkness Falls und Undead Legacy, beide verändern Progression, Zombie-Verhalten und Crafting spürbar.

Zwei Punkte sind dabei nicht verhandelbar: Erstens müssen Server und jeder Client exakt dieselbe Mod-Version verwenden, sonst schlägt der Verbindungsaufbau fehl. Zweitens verlangen die meisten DLL-basierten Mods EACEnabled="false" in der serverconfig.xml – was den Server automatisch von Crossplay mit den Konsolen ausschließt (siehe nächster Schritt).

Der Ablauf am Beispiel Darkness Falls: Das gepackte Mod-Archiv wird entpackt, sodass ein Ordner mit dem Namen des Mods direkt unter Mods/ liegt (also z. B. Mods/DarknessFalls/, nicht ein zusätzlicher Zwischenordner). Nach einem Neustart des Servers taucht der Mod-Name beim Hochfahren in der Log-Ausgabe auf – fehlt dieser Eintrag, liegt meist eine falsche Ordnertiefe oder ein beschädigtes Archiv vor. Jeder Client, der dem Server beitreten will, benötigt exakt dieselbe Mod-Version im eigenen, lokalen Mods/-Ordner des Spiels.

Schritt 12: Crossplay mit Xbox Series X|S und PS5 aktivieren

Mit Version V3.0 „Dead Hot Summer”, seit dem 29. Juni 2026 stabil für PC, Xbox Series X|S und PS5 gleichzeitig verfügbar, unterstützt 7 Days to Die erstmals plattformübergreifendes Spielen ab Tag eins. Das Update bringt daneben über 60 neue Points of Interest inklusive der Tier-5-Location „Champions Coliseum”, das neue Magnitude-System für aufgewertete Waffen- und Werkzeug-Varianten sowie rund 150 Sandbox-Einstellungsoptionen.

Damit ein selbst gehosteter PC-Server auch für Konsolenspieler sichtbar und beitretbar ist, müssen folgende Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Nur aktuelle Konsolengeneration – Xbox Series X|S und PS5. PS4 und Xbox One werden nicht unterstützt.
  • Unmodifizierter Server: Der Mods/-Ordner muss leer sein.
  • EACEnabled="true" in der serverconfig.xml.
  • ServerVisibility="2" (öffentlich).
  • LiteNetLib muss aktiv bleiben – ServerDisabledNetworkProtocols darf es nicht deaktivieren.
  • ServerMaxPlayerCount maximal 8 – eine Plattformvorgabe, kein Hardware-Limit.
  • WorldGenSize maximal 8192.

Mehrere Hosting-Guides und das Community-Wiki dokumentieren zusätzlich eine Property namens ServerAllowCrossplay, die sich in dieses Muster einfügt – sie taucht allerdings nicht in der primären GitHub-Referenzkonfiguration auf und gilt daher als community-dokumentiert statt offiziell von Valve oder The Fun Pimps bestätigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält sich an die sieben oben genannten, eindeutig belegten Bedingungen und prüft nach jedem Update die aktuellen offiziellen Release Notes.

Server-Konsole: Wichtige Admin-Befehle im Alltag

Für den laufenden Betrieb reicht die Konfigurationsdatei allein nicht aus – für spontane Eingriffe wie das Entfernen eines störenden Spielers oder ein manuelles Weltspeichern braucht es Zugriff auf die Server-Konsole. Diese erreicht man entweder direkt am laufenden systemd-Prozess über journalctl, oder ferngesteuert per Telnet auf Port 8081 (ausschließlich per SSH-Tunnel, siehe Sicherheitsabschnitt weiter unten). Die wichtigsten Befehle:

listplayers                    # Zeigt alle aktuell verbundenen Spieler mit SteamID
kick <Spielername> <Grund>      # Wirft einen Spieler vom Server
ban add <SteamID> 7d <Grund>    # Sperrt eine SteamID für 7 Tage
saveworld                      # Erzwingt ein sofortiges Weltspeichern
shutdown                       # Fährt den Server kontrolliert herunter
version                        # Zeigt die aktuell laufende Spielversion

Ein manuelles saveworld vor einem geplanten Neustart oder direkt vor dem täglichen Backup-Lauf reduziert das Risiko, dass ein Backup einen inkonsistenten Zwischenstand der Welt sichert.

Server aktualisieren: Updates und Versions-Branches

The Fun Pimps testen größere Versionen wie V3.0 typischerweise zuerst über einen öffentlichen Steam-Beta-Branch, bevor sie auf den Standard-Branch (und damit auf jeden Server) ausgerollt werden – bei V3.0 „Dead Hot Summer” lief zum Beispiel ein Streamer-Wochenende am 12./13. Juni 2026, gefolgt von einer offenen Experimental-Phase ab dem 15. Juni, bevor die Version am 29. Juni 2026 stabil wurde. Ein Server lässt sich jederzeit mit demselben SteamCMD-Befehl aus Schritt 2 aktualisieren, sofern zuvor gestoppt:

sudo systemctl stop 7dtd.service
steamcmd +@sSteamCmdForcePlatformType linux +force_install_dir ~/7dtd-server +login anonymous +app_update 294420 validate +quit
sudo systemctl start 7dtd.service

Vor jedem größeren Update lohnt sich ein Blick in die offiziellen Release Notes, da Spielstände zwischen größeren Versionssprüngen nicht immer vollständig kompatibel sind – ein frisches Backup (siehe nächster Abschnitt) ist vor jedem Update Pflicht, nicht optional.

Automatische Backups einrichten

Vor jedem Update oder jeder Mod-Installation sollte ein frisches Backup existieren. Ein einfacher Cron-Job, der den Speicherordner täglich um 4 Uhr morgens komprimiert und mit Datum versieht:

# crontab -e
0 4 * * * tar -czf /home/steam/backups/7dtd-$(date +\%Y\%m\%d).tar.gz -C /home/steam/.local/share "7DaysToDie"

Wer zusätzlich alte Backups automatisch aufräumen möchte, ergänzt einen zweiten Cron-Eintrag mit find /home/steam/backups -mtime +14 -delete, der Sicherungen älter als 14 Tage entfernt. Für zusätzliche Ausfallsicherheit lohnt es sich, die komprimierten Archive nicht nur lokal, sondern zusätzlich auf ein separates Speicherziel zu kopieren – etwa per rsync auf eine zweite Maschine oder in einen Cloud-Speicher –, damit ein Backup auch bei einem kompletten Ausfall des Server-Rechners nicht verloren geht.

Komplettes Beispiel-Setup: ein funktionierender 8-Spieler-Server

Zum Abschluss der Einrichtung hier eine vollständige, direkt einsatzbereite serverconfig.xml für einen öffentlichen 8-Spieler-Server auf der festen Karte Navezgane, ohne Mods, mit aktivierten Crossplay-Voraussetzungen:

<?xml version="1.0"?>
<ServerSettings>
  <property name="ServerName" value="Mein 7DTD Server"/>
  <property name="ServerPort" value="26900"/>
  <property name="ServerVisibility" value="2"/>
  <property name="ServerMaxPlayerCount" value="8"/>
  <property name="ServerDisabledNetworkProtocols" value=""/>
  <property name="GameWorld" value="Navezgane"/>
  <property name="GameDifficulty" value="2"/>
  <property name="EACEnabled" value="true"/>
  <property name="BloodMoonEnemyCount" value="8"/>
  <property name="MaxSpawnedZombies" value="60"/>
  <property name="MaxSpawnedAnimals" value="50"/>
  <property name="LandClaimSize" value="41"/>
  <property name="TelnetEnabled" value="true"/>
  <property name="TelnetPort" value="8081"/>
  <property name="ControlPanelEnabled" value="true"/>
  <property name="ControlPanelPort" value="8080"/>
  <property name="AdminFileName" value="serveradmin.xml"/>
</ServerSettings>

Zusammen mit der systemd-Unit aus Schritt 9, den freigegebenen Ports aus Schritt 6 und der serveradmin.xml aus Schritt 5 ergibt das einen kompletten, autostart-fähigen und crossplay-tauglichen Server, der einen Systemneustart übersteht und bei einem Absturz automatisch wieder hochfährt. Als kurze Abschluss-Checkliste vor dem ersten öffentlichen Spieleabend: serverconfig.xml und serveradmin.xml liegen im richtigen Verzeichnis, alle vier Ports aus der Port-Tabelle sind sowohl in der lokalen Firewall als auch – bei Heim-Hosting – im Router freigegeben, der systemd-Dienst zeigt active (running), der Mods/-Ordner ist leer (falls Crossplay gewünscht ist), und ein erstes manuelles Backup wurde nach der Ersteinrichtung angelegt.

Wie viel RAM und CPU braucht mein Server wirklich?

Die Werte aus der Anforderungstabelle sind Baseline-Werte für ruhigen Spielbetrieb. In der Praxis schwankt der Ressourcenbedarf stark: Während einer Blutmond-Nacht mit acht Spielern und hohem BloodMoonEnemyCount steigt die CPU-Last spürbar an, da Pfadfindung für deutlich mehr Zombies gleichzeitig berechnet werden muss. Da 7 Days to Die überwiegend auf einem Kern rechnet, bringt ein schneller Vier-Kern-Prozessor mit 3,5 GHz in der Praxis oft mehr als ein langsamerer Achtkerner. RAM-seitig sollte bei absehbarem Mod-Einsatz von Anfang an mit mindestens 12 GB geplant werden, da Overhaul-Mods wie Darkness Falls zusätzliche Assets und Skripte laden.

Ein praktischer Anhaltspunkt für die eigene Kapazitätsplanung: Wer nach den ersten Tagen im Live-Betrieb per top oder htop beobachtet, dass ein einzelner CPU-Kern dauerhaft nahe 100 % ausgelastet ist, während die übrigen Kerne weitgehend leer bleiben, stößt an die Single-Thread-Grenze der Engine – zusätzlicher Arbeitsspeicher hilft in diesem Fall kaum, nur ein höherer Kerntakt oder weniger gleichzeitig aktive Zombies über MaxSpawnedZombies schaffen spürbar Abhilfe. Steigt dagegen der RAM-Verbrauch über mehrere Spieltage kontinuierlich an, obwohl die Spielerzahl konstant bleibt, deutet das eher auf eine wachsende, ungesäuberte Welt (viele offene Chunks, liegen gelassene Items) hin als auf ein grundsätzliches Hardware-Problem.

Selbst hosten oder mieten? Kostenvergleich für Deutschland

Für alle, die keine eigene Dauerlauf-Hardware zur Verfügung haben, bietet sich ein deutscher VPS-Anbieter an. Ein aktueller Blick auf die Listenpreise von netcup (Stand Juli 2026) zeigt, dass ein für 7 Days to Die ausreichend dimensionierter Server bereits im niedrigen einstelligen Euro-Bereich beginnt:

VarianteRAMSpeicherPreis/Monat
netcup VPS Lite 1 G12s (selbst hosten)4 GB80 GB SSD4,88 €
netcup VPS Lite 2 G12s (selbst hosten)8 GB160 GB SSD7,92 €
G-PORTAL Managed Hosting, 6 Slots8,99 € (30 Tage)
G-PORTAL Managed Hosting, 8 Slots11,00 € (30 Tage)

Die selbst verwaltete 8-GB-VPS-Instanz für 7,92 € im Monat unterbietet damit sogar das günstigste 6-Slot-Angebot von G-PORTAL – allerdings mit dem Aufwand aus dieser Anleitung statt eines fertigen Web-Panels. Wer stattdessen zu Hause auf eigener Hardware hostet, zahlt keine Miete, sondern nur Strom: Bei einem für einen 8-Spieler-Server realistischen Verbrauch und einem laut Strom-Report und Verivox für 2026 durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent pro kWh (Bestandsverträge lagen im Juli 2026 im Schnitt bei 31,2 Cent, Grundversorgungstarife bei bis zu 42,83 Cent) bewegen sich die laufenden Stromkosten meist im niedrigen einstelligen Euro-Bereich pro Monat – abhängig vom Wirkungsgrad der eigenen Hardware und davon, ob die Maschine ohnehin durchläuft.

Die 7 häufigsten Fehler beim Server-Setup

  1. Nur Port 26900 freigegeben, UDP-Bereich vergessen: Ohne 26901–26903/UDP bleiben Spieldaten unvollständig, Spieler hängen im Ladebildschirm fest, obwohl der Server im Browser sichtbar ist und die erste Verbindung scheinbar zustande kommt.
  2. EACEnabled falsch gesetzt: Auf false gestellt trotz Crossplay-Wunsch – Konsolenspieler können sich dann grundsätzlich nicht verbinden, meist ohne aussagekräftige Fehlermeldung auf der Konsolenseite.
  3. ServerMaxPlayerCount über 8 bei aktivem Crossplay: Die Plattformvorgabe wird stillschweigend ignoriert oder die Konsolenverbindung schlägt fehl, während PC-Spieler weiterhin normal beitreten können – ein Effekt, der die Fehlersuche zusätzlich erschwert.
  4. Firewall blockiert UDP, obwohl TCP offen ist: Viele Admins denken nur an TCP und übersehen, dass der Großteil der Spielkommunikation über UDP läuft; ein einfacher TCP-Verbindungstest (z. B. per Telnet-Port) täuscht dann fälschlich Funktionsfähigkeit vor.
  5. Mods aktiv bei gleichzeitig EACEnabled=true: Der Server startet zwar, doch Clients mit Anti-Cheat-Pflicht können nicht beitreten, oder Mods werden schlicht ignoriert, was besonders am ersten Spieleabend nach der Mod-Installation für Verwirrung sorgt.
  6. Falscher Pfad im -configfile-Parameter: Ein relativer statt absoluter Pfad führt dazu, dass der Server unbemerkt mit Standardwerten statt der eigenen Konfiguration startet – er läuft augenscheinlich normal, nur eben mit den falschen Einstellungen.
  7. RAM-Bedarf an ruhigen Tagen kalkuliert: Wer nur den Verbrauch außerhalb von Blutmond-Nächten misst, unterschätzt den tatsächlichen Spitzenbedarf bei acht gleichzeitig aktiven Spielern und einer vollen Horde – der Server sollte über mehrere Spielwochen inklusive mindestens einer Blutmond-Nacht beobachtet werden, bevor die Hardware als „ausreichend dimensioniert” gilt.

Troubleshooting: 9 Probleme und ihre Lösungen

1. Server startet nicht oder stürzt sofort ab. Log-Datei prüfen (output.log beziehungsweise journalctl -u 7dtd.service -f), meist liegt ein XML-Syntaxfehler in serverconfig.xml vor – ein fehlendes schließendes Tag oder ein vergessenes Anführungszeichen bei einem value-Attribut reicht bereits aus, um den XML-Parser scheitern zu lassen.

2. Spieler können sich nicht verbinden (Timeout). Portfreigabe aus Schritt 6 erneut prüfen, idealerweise von außerhalb des eigenen Netzwerks testen (z. B. über mobile Daten), da lokale Netzwerktests Router-Probleme verschleiern können.

3. Server erscheint nicht im Server-Browser. ServerVisibility kontrollieren – bei „1″ oder „0″ ist der Server absichtlich nicht öffentlich gelistet.

4. Starkes Ruckeln während Blutmond-Nächten. MaxSpawnedZombies reduzieren oder CPU-Takt prüfen – bei Single-Thread-Auslastung nahe 100 % ist meist die Taktfrequenz der Flaschenhals, nicht der Arbeitsspeicher.

5. Fehlermeldung zu EasyAntiCheat beim Verbinden. Prüfen, ob Client und Server bei EACEnabled übereinstimmen; ein Client mit aktivem EAC kann sich nicht mit einem Server verbinden, der EAC deaktiviert hat, und umgekehrt.

6. Mod funktioniert bei einem Spieler, bei anderen nicht. Mod-Versionen zwischen allen Clients und dem Server abgleichen – schon eine kleine Versionsabweichung reicht für Inkompatibilität.

7. Web-Control-Panel oder Telnet nicht erreichbar. Beide sind laut Design nur lokal beziehungsweise per VPN/SSH-Tunnel gedacht – ein direkter externer Zugriff ohne Tunnel ist so nicht vorgesehen und sollte es aus Sicherheitsgründen auch nicht sein.

8. Konsolenspieler sehen den Server trotz korrekter Konfiguration nicht. Alle sieben Crossplay-Bedingungen aus Schritt 12 einzeln durchgehen – oft ist es eine einzelne übersehene Einstellung wie eine versehentlich aktivierte Mod-Datei im sonst leeren Mods/-Ordner.

9. Server läuft, aber die Weltgenerierung hängt beim ersten Start. Bei einer per RWG erzeugten Welt mit großem WorldGenSize-Wert ist das zunächst normal – die Generierung kann je nach Größe und Server-Hardware mehrere Minuten dauern, bevor „Waiting for connections” im Log erscheint. Bricht der Prozess dagegen mit einer Fehlermeldung ab, hilft meist ein kleinerer WorldGenSize-Wert oder der Wechsel zurück auf die feste Karte Navezgane.

Erweiterte Tipps für Fortgeschrittene

Wer den Server dauerhaft betreibt, profitiert von ein paar zusätzlichen Kniffen jenseits der Basiseinrichtung. Telnet (Port 8081, lokal beziehungsweise per Tunnel) erlaubt das Absetzen von Admin-Befehlen wie saveworld oder shutdown per Skript, was sich gut mit den Cron-Backups kombinieren lässt: ein saveworld-Befehl unmittelbar vor dem täglichen Backup-Lauf reduziert das Risiko inkonsistenter Sicherungen. Wer die Blutmond-Balance feiner justieren möchte, statt nur BloodMoonEnemyCount zu ändern, kann zusätzlich BloodMoonWarning für die Vorwarnzeit sowie individuelle Schwierigkeitskurven pro Spielwoche über die Sandbox-Einstellungen von V3.0 konfigurieren.

Für Nutzer mit mehreren Welten oder Testumgebungen lohnt sich außerdem ein zweiter, unabhängiger systemd-Dienst mit eigenem Port und eigener serverconfig.xml (z. B. 7dtd-test.service auf Port 26910 statt 26900), um Produktiv- und Testserver strikt zu trennen – so lässt sich ein neuer Mod oder ein Konfigurationsexperiment gefahrlos ausprobieren, ohne die laufende Welt der eigentlichen Spielgruppe zu gefährden. Wer mehrere Karten parallel betreiben will, dupliziert dafür einfach das komplette Installationsverzeichnis inklusive eigener serverconfig.xml und passt in beiden Kopien den ServerPort sowie ServerPort+1 bis +3 für den UDP-Bereich an, damit sich die Instanzen nicht gegenseitig blockieren.

Server absichern: Sicherheitstipps für DACH-Hoster

Ein öffentlich erreichbarer Server ist grundsätzlich ein potenzielles Angriffsziel, auch wenn es „nur” um einen Spiele-Server geht. Wichtigste Grundregel: 8080 und 8081 niemals direkt ins Internet freigeben – beide erlauben administrative Eingriffe und sollten ausschließlich über einen SSH-Tunnel oder ein eigenes VPN-Gateway erreichbar sein, etwa auf Basis einer pfSense- oder OPNsense-Firewall. Für SSH-Zugriff auf den Server selbst empfiehlt sich, wie in unserem Fail2ban-Tutorial beschrieben, Brute-Force-Schutz einzurichten und Passwort-Logins zugunsten von SSH-Keys zu deaktivieren (siehe dazu auch unsere Anleitung zu SSH-Keys). Telnet-Zugriffe sollten außerdem ein starkes TelnetPassword in der serverconfig.xml erhalten – standardmäßig ist dieses Feld leer, was den Zugriff faktisch auf „lokal ohne Passwort” beschränkt und bei versehentlicher externer Freigabe ein ernstes Risiko wäre.

Ein oft übersehener Punkt für Betreiber in Deutschland: Sobald ein Server Verbindungen protokolliert, verarbeitet er über IP-Adressen und SteamIDs grundsätzlich personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO, sobald sich diese einer identifizierbaren Person zuordnen lassen. Für einen privaten Freundeskreis-Server ist das in der Praxis unkritisch, wird aber relevant, sobald ein Server öffentlich beworben und von Fremden genutzt wird – in diesem Fall empfiehlt sich zumindest eine kurze, transparente Information der Spielerschaft darüber, welche Daten (IP, SteamID, Chat-Logs) der Server speichert und wie lange.

7 Days to Die im Vergleich mit anderen Survival-Servern

Wer neben 7 Days to Die weitere Survival-Server betreibt oder sich noch nicht endgültig festgelegt hat, findet hier die technischen Eckdaten im direkten Vergleich mit anderen Titeln, die shattered.io bereits ausführlich behandelt hat:

SpielServer-App-IDHauptportRAM-Empfehlung
7 Days to Die29442026900 TCP+UDP8–16 GB
ARK: Survival Ascended24309307777/7778 UDP16 GB+ pro Karte
Palworld23940108211 UDP~16 GB (32 Spieler)
Satisfactory16908007777 TCP+UDP8–16 GB
DayZ2233502302 UDP8+ GB
Enshrouded227852015636/15637 UDP8+ GB

Auffällig: 7 Days to Die ist unter diesen sechs Titeln aktuell der einzige mit vollem Crossplay zwischen PC und aktueller Konsolengeneration bei gleichzeitig selbst hostbarem, kostenlosem Dedicated-Server-Tool – bei DayZ etwa scheitert schon der anonyme SteamCMD-Login, bei Enshrouded läuft der offizielle Server nur nativ unter Windows. Wer bereits Erfahrung mit einem dieser Titel gesammelt hat, wird die grundsätzlichen Konzepte aus dieser Anleitung – SteamCMD-Installation, Portfreigabe, systemd-Autostart, XML- oder INI-basierte Konfiguration – wiedererkennen; die größten Unterschiede liegen meist im Detail der jeweiligen Konfigurationsdatei und in spielspezifischen Eigenheiten wie eben den Crossplay-Bedingungen von 7 Days to Die.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein 7 Days to Die Dedicated Server kostenlos?

Ja. Das Server-Tool mit der App-ID 294420 ist ein kostenloser, eigenständiger Download über SteamCMD. Es fallen lediglich Kosten für die Hardware beziehungsweise einen gemieteten Root-Server oder VPS an, nicht für die Server-Software selbst.

Muss ich das Spiel besitzen, um den Server zu betreiben?

Nein. Anders als bei manchen anderen Survival-Titeln funktioniert der anonyme SteamCMD-Login für App-ID 294420 einwandfrei. Ein Steam-Konto mit gekauftem Spiel wird nur zum Spielen selbst benötigt, nicht für den Serverbetrieb.

Wie viele Spieler kann ein Server gleichzeitig unterstützen?

ServerMaxPlayerCount lässt sich grundsätzlich frei setzen, für Crossplay mit Konsolen gilt jedoch eine feste Obergrenze von 8 Spielern – das ist eine Plattformvorgabe und kein Hardware-Limit des Servers selbst.

Funktioniert Crossplay mit Xbox und PlayStation?

Seit Version V3.0 „Dead Hot Summer” (stabil seit 29. Juni 2026) ja, allerdings nur mit Xbox Series X|S und PS5. PS4 und Xbox One werden nicht unterstützt, und der Server muss unmodifiziert bleiben sowie EACEnabled=true, ServerVisibility=2 und ServerMaxPlayerCount ≤8 gesetzt haben.

Wie viel RAM brauche ich für 8 Spieler?

Für einen unmodifizierten 8-Spieler-Server gelten 8 GB als komfortabler Richtwert. Mit Overhaul-Mods wie Darkness Falls oder Undead Legacy sollte auf 12–16 GB aufgestockt werden.

Welche Ports muss ich in meiner Firewall oder FritzBox freigeben?

Zwingend erforderlich sind Port 26900 (TCP und UDP) sowie der UDP-Bereich 26901–26903. Die optionalen Ports 8080 (Web-Panel) und 8081 (Telnet) sollten dagegen nicht öffentlich freigegeben, sondern nur lokal oder per VPN erreichbar sein.

Kann ich Mods auf einem Server mit Crossplay nutzen?

Nein. Die meisten Mods benötigen EACEnabled="false", was eine der Grundvoraussetzungen für Crossplay mit Konsolen verletzt. Mods und Crossplay schließen sich auf demselben Server derzeit gegenseitig aus.

Server mieten oder selbst hosten – was lohnt sich mehr?

Preislich liegen beide Optionen für eine kleine Gruppe nah beieinander: Eine selbst verwaltete 8-GB-VPS-Instanz kostet bei netcup rund 7,92 € im Monat, ein vergleichbares 6-Slot-Managed-Angebot bei G-PORTAL etwa 8,99 € für 30 Tage. Selbst hosten lohnt sich vor allem, wenn volle Root-Kontrolle, individuelle Konfiguration oder der Betrieb mehrerer Spiele auf derselben Maschine gewünscht sind; Mieten spart den Einrichtungsaufwand dieser Anleitung.

Kann ich den Server auf einer bereits laufenden Heimserver-Maschine mitbetreiben?

Ja, solange RAM und CPU-Reserve ausreichen. Da 7 Days to Die überwiegend einen einzelnen CPU-Kern beansprucht, lässt sich der Dienst gut neben anderen leichten Diensten auf derselben Maschine betreiben, solange kein anderer Prozess denselben Port belegt und genügend freier Arbeitsspeicher übrig bleibt.

Was passiert mit meiner Welt, wenn ich den Server für ein Update kurz stoppe?

Nichts – der Weltstand liegt als Speicherdatei im Save-Ordner und bleibt beim Stoppen unverändert erhalten. Wichtig ist nur, vor dem Update ein saveworld abzusetzen und wie im Abschnitt zu Updates beschrieben ein Backup anzulegen, bevor eine neue Version über SteamCMD eingespielt wird.

Weiterführende Artikel

Wer eigene Server für weitere Survival- und Multiplayer-Titel einrichten möchte, findet passende Schritt-für-Schritt-Anleitungen in unserer Server-Reihe: