“Enshrouded” vom deutschen Studio Keen Games hat seit dem Early-Access-Start am 24. Januar 2024 die Marke von 5 Millionen Spielern überschritten und steuert mit dem 1.0-Release am 15. Oktober 2026 auf seinen bisher größten Meilenstein zu. Wer dauerhaft mit Freunden in derselben Welt spielen will, kommt an einem eigenen Enshrouded-Server kaum vorbei – die einfache Host-Funktion im Spiel bindet die Session fest an den PC des Gastgebers und beendet sie, sobald dieser das Spiel schließt. Diese Anleitung zeigt in 12 Schritten und rund 30 Minuten, wie ein dedizierter Enshrouded-Server unter Windows, Linux oder in Docker aufgesetzt wird – inklusive Konfiguration, Portfreigabe, Benutzerrechten, Backups und Mod-Unterstützung.

Was ist Enshrouded und warum lohnt sich ein eigener Server?

Enshrouded ist ein Survival-Action-RPG des Frankfurter Studios Keen Games GmbH, das auf einer eigenen Vulkan-basierten Voxel-Engine läuft. Seit dem Early-Access-Start Anfang 2024 hat sich das Spiel zu einem der erfolgreichsten deutschen Indie-Titel der letzten Jahre entwickelt: Innerhalb weniger Tage nach Launch knackte es die Marke von 1 Million Spielern, im August 2024 waren es bereits 3 Millionen. Im Januar 2026, zum zweiten Jahrestag des Early-Access-Starts, vermeldete Keen Games 5 Millionen verkaufte Exemplare – nach eigenen Angaben des Studios ungefähr so viele Menschen, wie im Rhein-Main-Gebiet rund um den Firmensitz leben.

Auf der Steam-Store-Seite steht das Spiel (Stand Juli 2026) bei “Sehr Positiv” mit 86 % positiven Bewertungen aus rund 48.000 Reviews. Das letzte große Early-Access-Update “Forging the Path” (Version 0.9.1.0) erschien am 21. April 2026 und war laut Ankündigung das achte und letzte große Content-Update vor dem Vollversions-Release – seither hat sich Keen Games auf Politur und Stabilität statt neuer Biome konzentriert, ein klares Signal, dass 1.0 näher rückte.

Ein dedizierter Server unterscheidet sich vom einfachen “Freund einladen” in einem entscheidenden Punkt: Die Welt läuft unabhängig vom PC eines einzelnen Spielers weiter. Das Team kann sich unabhängig voneinander einloggen, Fortschritt geht nicht verloren, wenn der Host offline geht, und mit bis zu 16 Spielern lässt sich eine deutlich größere Gruppe unterbringen als über die private Host-Funktion sinnvoll spielbar wäre. Wer regelmäßig mit einer festen Gruppe spielt, spart sich zudem das wiederholte manuelle Verbinden über Einladungslinks.

Voraussetzungen: Hardware, Software und Accounts

Bevor es losgeht, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein. Für den Client (das Spiel selbst, falls auf derselben Maschine getestet wird) gelten laut offizieller Steam-Seite: minimal Windows 10 64-Bit, Intel Core i5-6400 oder AMD Ryzen 5 1500X, 16 GB RAM, 60 GB Speicherplatz und eine GTX 1060 6GB; empfohlen werden ein Core i7-8700 oder Ryzen 7 2700X, weiterhin 16 GB RAM, 60 GB SSD-Speicher sowie eine RTX 2070 Super oder RX 6700 XT. Für den Server selbst veröffentlicht Keen Games keine offizielle Hardware-Tabelle – die folgenden Werte sind daher ein Konsens aus mehreren Hosting-Anleitungen und sollten als grobe Orientierung, nicht als Herstellervorgabe verstanden werden.

SpieleranzahlCPURAMSpeicherUpload-Bandbreite
1–4 Spieler4 Kerne16 GB30 GB SSD~8 Mbit/s
5–8 Spieler6–8 Kerne16 GB30 GB SSD~16 Mbit/s
9–16 Spieler8+ Kerne16–24 GB30 GB+ SSD~32 Mbit/s

Die Bandbreitenwerte in der Tabelle basieren auf dem in mehreren Hosting-Guides genannten Richtwert von rund 2 Mbit/s Upload pro angeschlossenem Spieler. Zusätzlich benötigt werden: ein Steam-Account ist für den Server selbst nicht zwingend erforderlich (dazu mehr in Schritt 2), SteamCMD zum Herunterladen der Serverdateien, sowie unter Windows Administratorrechte für die Firewall-Konfiguration. Wer den Server unter Linux betreiben möchte, braucht zusätzlich entweder Wine (Schritt 7) oder Docker (Schritt 8).

Eigener Server oder Miet-Hosting? Die Grundsatzentscheidung

Bevor die technische Einrichtung beginnt, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Ein selbst gehosteter Server zu Hause oder auf einem Root-Server ist im laufenden Betrieb bis auf den Stromverbrauch kostenlos, bietet volle Kontrolle über Konfiguration und Backups, erfordert aber Grundkenntnisse in Netzwerktechnik und eine stabile Internetverbindung mit ausreichend Upload-Bandbreite. Miet-Hosting bei einem spezialisierten Anbieter kostet monatlich, ist dafür in der Regel vorkonfiguriert, läuft in einem Rechenzentrum mit besserer Anbindung und Verfügbarkeits-SLA und eignet sich besonders für Gruppen, die keinen eigenen Server administrieren möchten.

Deutsche Anbieter wie ZAP-Hosting bieten vorgefertigte Windows-vServer-Images für Enshrouded an, ebenso Hetzner, netcup und IONOS als generelle VPS-Anbieter mit eigenem Setup-Aufwand. Ein ausführlicher Kostenvergleich beider Varianten folgt weiter unten in diesem Artikel. Für diese Anleitung gehen wir den Weg des Eigenbetriebs unter Windows, zeigen aber ab Schritt 7 vollständige Alternativen für Linux-Hosts und Docker-Container.

Schritt 1: SteamCMD installieren

SteamCMD ist Valves Kommandozeilen-Client zum Herunterladen von Spiele- und Serverdateien ohne grafische Oberfläche. Unter Windows wird es in ein beliebiges Verzeichnis entpackt:

mkdir C:\steamcmd
cd C:\steamcmd
curl -o steamcmd.zip https://steamcdn-a.akamaihd.net/client/installer/steamcmd.zip
tar -xf steamcmd.zip
steamcmd.exe

Der letzte Aufruf startet SteamCMD einmalig, lädt sich selbst auf die aktuelle Version und beendet sich danach automatisch – das ist normal und muss nur beim ersten Start abgewartet werden. Details zu allen Parametern liefert das offizielle Valve-Developer-Wiki zu SteamCMD. Wer den Server stattdessen unter Linux betreiben will, findet die passende SteamCMD-Installation in Schritt 7.

Schritt 2: Enshrouded Dedicated Server herunterladen

Der dedizierte Server ist auf Steam eine eigenständige, kostenlose Anwendung mit der App-ID 2278520 (“Enshrouded Dedicated Server”) – getrennt von der kostenpflichtigen App-ID 1203620 des Hauptspiels. Der entscheidende Vorteil: Der Download funktioniert mit einem anonymen SteamCMD-Login, es wird also kein Steam-Account benötigt, der das Spiel besitzt. Das unterscheidet Enshrouded von einigen anderen Survival-Titeln, bei denen der Server-Download ein besitzendes Konto voraussetzt.

steamcmd.exe +force_install_dir C:\enshrouded-server +login anonymous +app_update 2278520 validate +quit

Der Befehl legt das Zielverzeichnis fest, meldet sich anonym an, lädt App 2278520 herunter, validiert die Dateien und beendet SteamCMD danach. Je nach Internetverbindung dauert der Download einige Minuten; am Ende erscheint eine Meldung ähnlich Success! App '2278520' fully installed. Die offizielle Steam-Seite der Serveranwendung lässt sich zur Kontrolle jederzeit unter store.steampowered.com/app/2278520 einsehen.

Schritt 3: Server unter Windows zum ersten Mal starten

Im Installationsverzeichnis liegt jetzt die Datei enshrouded_server.exe – das offizielle Server-Binary, das laut Keen Games ausschließlich für Windows kompiliert wird. Ein einfaches Batch-Skript erleichtert den wiederholten Start:

@echo off
cd /d C:\enshrouded-server
start enshrouded_server.exe

Beim allerersten Start legt der Server automatisch die Konfigurationsdatei enshrouded_server.json im Installationsverzeichnis an und beginnt, die Standardwelt zu laden. Die Konsolenausgabe sieht dabei etwa so aus:

[Enshrouded Dedicated Server]
Lade Konfiguration aus enshrouded_server.json...
Server-Name: Enshrouded Server
Query-Port: 15637
Erstelle neue Speicherwelt...
Warte auf Spieler...
HostOnline

Erscheint die Zeile HostOnline, läuft der Server erfolgreich und ist bereit für Verbindungen – vorausgesetzt, die Ports sind bereits freigegeben (Schritt 6). Zu diesem Zeitpunkt lässt sich der Server bereits im lokalen Netzwerk erreichen; für Zugriff aus dem Internet fehlen noch die Konfiguration der Benutzergruppen und die Portfreigabe, die in den nächsten Schritten folgen.

Schritt 4: Die Konfigurationsdatei enshrouded_server.json verstehen

Die Datei enshrouded_server.json steuert praktisch alle Server-Einstellungen. Sie sollte mit einem JSON-fähigen Editor bearbeitet werden (VS Code oder Notepad++, nicht der einfache Windows-Editor, der die Zeichenkodierung verändern kann) und nur bei gestopptem Server gespeichert werden. Eine typische Grundkonfiguration sieht so aus:

{
  "name": "Mein Enshrouded Server",
  "password": "",
  "saveDirectory": "./savegame",
  "logDirectory": "./logs",
  "ip": "0.0.0.0",
  "gamePort": 15636,
  "queryPort": 15637,
  "slotCount": 16,
  "userGroups": []
}

Die wichtigsten Felder im Überblick: name erscheint im Server-Browser des Spiels, password schützt den Server vor unbefugtem Beitritt (leer lassen für einen offenen Server), gamePort und queryPort legen die Netzwerk-Ports fest (Standard 15636/15637, siehe Schritt 6), slotCount begrenzt die maximale Spielerzahl auf bis zu 16, und saveDirectory/logDirectory bestimmen, wo Spielstand und Protokolle abgelegt werden. Das leere userGroups-Array wird im nächsten Schritt mit tatsächlichen Rollen gefüllt.

Schritt 5: Benutzergruppen und Berechtigungen einrichten

Enshrouded regelt Zugriffsrechte nicht über einzelne Spieler-Accounts, sondern über Benutzergruppen mit jeweils eigenem Passwort. Wer sich beim Verbinden mit dem Passwort der Admin-Gruppe anmeldet, erhält Admin-Rechte; wer das Guest-Passwort nutzt, nur eingeschränkte Rechte. Das macht Rechteverwaltung simpel, erfordert aber saubere Planung der Passwörter. Eine sinnvolle Drei-Gruppen-Struktur:

"userGroups": [
  {
    "name": "Admin",
    "password": "admin-geheimnis-2026",
    "canKickBan": true,
    "canAccessInventories": true,
    "canEditBase": true,
    "canExtendBase": true,
    "canBuildAndClaim": true
  },
  {
    "name": "Friend",
    "password": "freunde-geheimnis-2026",
    "canKickBan": false,
    "canAccessInventories": true,
    "canEditBase": true,
    "canExtendBase": true,
    "canBuildAndClaim": true
  },
  {
    "name": "Guest",
    "password": "",
    "canKickBan": false,
    "canAccessInventories": false,
    "canEditBase": false,
    "canExtendBase": false,
    "canBuildAndClaim": false
  }
]
BerechtigungBedeutung
canKickBanDarf andere Spieler kicken oder dauerhaft bannen
canAccessInventoriesDarf fremde Truhen und Lagerinventare öffnen
canEditBaseDarf bestehende Bau-Elemente innerhalb einer Basis verändern
canExtendBaseDarf die beanspruchte Basisfläche vergrößern
canBuildAndClaimDarf neu bauen und Claim-Gebiet beanspruchen

Wichtig: Jedes Passwort sollte einzigartig sein und nicht für andere Dienste wiederverwendet werden. Da alle Gruppenpasswörter im Klartext in der JSON-Datei stehen, sollte die Datei nicht öffentlich zugänglich sein – bei Docker-Betrieb liegt sie standardmäßig innerhalb des Containers, bei einem Mietserver innerhalb des Kundenbereichs des Hosting-Anbieters.

Schritt 6: Ports freigeben – Firewall und Router

Ohne korrekte Portfreigabe bleibt der Server von außen unerreichbar oder taucht zwar in der lokalen Serverliste auf, aber nicht im öffentlichen Internet. Enshrouded benötigt genau zwei UDP-Ports:

PortProtokollZweck
15636UDPgamePort – eigentliche Spielverbindung
15637UDPqueryPort – Sichtbarkeit im Server-Browser

Der queryPort wird in der Praxis am häufigsten vergessen – die Folge ist ein Server, der zwar für Spieler mit direkter IP-Eingabe erreichbar ist, aber nicht in der öffentlichen Serverliste erscheint. Unter Windows lassen sich beide Regeln per PowerShell als Administrator anlegen:

New-NetFirewallRule -DisplayName "Enshrouded GamePort In" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 15636 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "Enshrouded QueryPort In" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 15637 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "Enshrouded GamePort Out" -Direction Outbound -Protocol UDP -LocalPort 15636 -Action Allow
New-NetFirewallRule -DisplayName "Enshrouded QueryPort Out" -Direction Outbound -Protocol UDP -LocalPort 15637 -Action Allow

Zusätzlich muss der Router beide Ports an die interne IP-Adresse des Server-PCs weiterleiten. Bei einer FritzBox: Internet → Freigaben → Portfreigaben → Gerät für Freigaben hinzufügen, dort den Server-PC auswählen und beide UDP-Ports (15636 und 15637) eintragen. Wer hinter einem Mobilfunk-Router, einem Kabel-Modem mit Doppel-NAT oder einem restriktiven Firmennetzwerk sitzt, kann unter Umständen gar nicht direkt weiterleiten – dazu mehr im Abschnitt Fehlerbehebung.

Schritt 7: Enshrouded unter Linux hosten (Wine-Methode)

Da Keen Games kein natives Linux-Binary anbietet, läuft enshrouded_server.exe auf einem Linux-Host über die Windows-Kompatibilitätsschicht Wine. Das funktioniert zuverlässig, weil ein Server keine Grafikausgabe benötigt – lediglich Netzwerk- und Dateisystem-Aufrufe müssen von Wine übersetzt werden. SteamCMD muss dabei explizit angewiesen werden, die Windows-Version der Serverdateien herunterzuladen, da es unter Linux sonst versuchen würde, eine (nicht existierende) Linux-Version zu laden:

sudo apt update && sudo apt install -y wine64 winbind winetricks

mkdir -p ~/enshrouded-server && cd ~/enshrouded-server
steamcmd +@sSteamCmdForcePlatformType windows \
  +force_install_dir ~/enshrouded-server \
  +login anonymous +app_update 2278520 validate +quit

WINEARCH=win64 WINEPREFIX=~/.wine-enshrouded winecfg
WINEPREFIX=~/.wine-enshrouded wine enshrouded_server.exe

Die Flag +@sSteamCmdForcePlatformType windows zwingt SteamCMD dazu, trotz Linux-Host die Windows-Variante von App 2278520 herunterzuladen. Sollte der Server-Prozess beim Start abstürzen, fehlen meist Windows-Laufzeitbibliotheken im frisch angelegten Wine-Prefix – winetricks vcrun2019 behebt das in den meisten Fällen. Für den Dauerbetrieb empfiehlt sich, den Wine-Prozess in einer screen– oder tmux-Sitzung laufen zu lassen (siehe Abschnitt “Erweiterte Tipps”) oder gleich die Docker-Variante aus Schritt 8 zu nutzen, die diese Komplexität kapselt.

Schritt 8: Docker-Container-Methode für Linux

Wer Wine-Konfiguration vermeiden möchte, kann stattdessen auf das von der Community gepflegte Docker-Image sknnr/enshrouded-dedicated-server zurückgreifen. Es kapselt Wine, SteamCMD und den Enshrouded-Server in einem vorkonfigurierten Container, der als nicht-privilegierter steam-Benutzer (UID 10000) läuft – ein sinnvolles Sicherheitsdetail, da der Serverprozess dadurch keine Root-Rechte im Container besitzt. Wichtig: Es handelt sich um ein inoffizielles Community-Image, nicht um ein von Keen Games bereitgestelltes Docker-Paket.

docker volume create enshrouded-data

docker run -d \
  --name enshrouded-server \
  --mount type=volume,source=enshrouded-data,target=/home/steam/enshrouded/savegame \
  -p 15636:15636/udp \
  -p 15637:15637/udp \
  -e SERVER_NAME="Mein Enshrouded Server" \
  -e SERVER_SLOTS=16 \
  -e SERVER_PASSWORD="aendere-dieses-passwort" \
  -e PORT=15637 \
  sknnr/enshrouded-dedicated-server:latest
UmgebungsvariableZweckStandardwert
SERVER_NAMEAnzeigename im Server-BrowserEnshrouded Containerized
SERVER_PASSWORDServer-Zugangspasswortkeins
SERVER_SLOTSMaximale Spielerzahl (1–16)16
PORTQuery-Port15637
SERVER_IPLausch-Adresse0.0.0.0
EXTERNAL_CONFIGManuelle enshrouded_server.json statt Env-Variablen nutzen0 (aus)

Docker Compose statt einzelner Befehle

Für den Dauerbetrieb empfiehlt sich Docker Compose, weil damit der Container nach einem Host-Neustart automatisch wieder anläuft:

services:
  enshrouded:
    image: sknnr/enshrouded-dedicated-server:latest
    container_name: enshrouded-server
    restart: unless-stopped
    ports:
      - "15636:15636/udp"
      - "15637:15637/udp"
    environment:
      SERVER_NAME: "Mein Enshrouded Server"
      SERVER_SLOTS: 16
      SERVER_PASSWORD: "aendere-dieses-passwort"
      PORT: 15637
    volumes:
      - enshrouded-data:/home/steam/enshrouded/savegame

volumes:
  enshrouded-data:

Gestartet wird der Stack mit docker compose up -d, Logs lassen sich mit docker logs -f enshrouded-server live verfolgen – dort sollte nach kurzer Zeit ebenfalls die Meldung HostOnline erscheinen.

Schritt 9: Mit dem eigenen Server verbinden

Im Hauptmenü von Enshrouded führt der Weg über Multiplayer → Server-Browser. Läuft der Server öffentlich und ist der queryPort korrekt weitergeleitet, erscheint er dort automatisch mit Name, Spielerzahl und Ping. Alternativ lässt sich über Direkt verbinden die öffentliche IP-Adresse plus gamePort eingeben (z. B. 203.0.113.25:15636). Beim Beitreten fragt das Spiel nach dem Passwort der gewünschten Benutzergruppe aus Schritt 5 – wer das Admin-Passwort eingibt, landet automatisch mit Admin-Rechten in der Welt.

Schritt 10: Autostart einrichten

Ein Server, der bei jedem Windows-Update oder Stromausfall manuell neu gestartet werden muss, ist im Alltag unpraktisch. Unter Windows übernimmt das kostenlose Tool NSSM (Non-Sucking Service Manager) die Umwandlung in einen Windows-Dienst, der automatisch mit dem System startet:

nssm install EnshroudedServer "C:\enshrouded-server\enshrouded_server.exe"
nssm set EnshroudedServer AppDirectory "C:\enshrouded-server"
nssm set EnshroudedServer Start SERVICE_AUTO_START
nssm start EnshroudedServer

Unter Linux mit der Wine-Methode aus Schritt 7 übernimmt stattdessen ein systemd-Dienst dieselbe Aufgabe:

[Unit]
Description=Enshrouded Dedicated Server
After=network.target

[Service]
Type=simple
User=enshrouded
WorkingDirectory=/home/enshrouded/enshrouded-server
Environment="WINEPREFIX=/home/enshrouded/.wine-enshrouded"
ExecStart=/usr/bin/wine /home/enshrouded/enshrouded-server/enshrouded_server.exe
Restart=on-failure
RestartSec=15

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Die Datei wird als /etc/systemd/system/enshrouded.service gespeichert und mit sudo systemctl enable --now enshrouded aktiviert. Bei der Docker-Variante aus Schritt 8 übernimmt bereits die Zeile restart: unless-stopped in der Compose-Datei denselben Zweck – ein zusätzlicher systemd-Dienst ist dort nicht nötig.

Schritt 11: Backups automatisieren

Ein korrupter oder versehentlich überschriebener Spielstand lässt sich ohne Backup nicht wiederherstellen. Ein einfaches Bash-Skript sichert den Speicherordner regelmäßig als komprimiertes Archiv und löscht Backups, die älter als sieben Tage sind:

#!/bin/bash
TIMESTAMP=$(date +%Y%m%d-%H%M%S)
SOURCE="/home/enshrouded/enshrouded-server/savegame"
DEST="/home/enshrouded/backups"

mkdir -p "$DEST"
tar -czf "$DEST/enshrouded-backup-$TIMESTAMP.tar.gz" -C "$SOURCE" .
find "$DEST" -name "enshrouded-backup-*.tar.gz" -mtime +7 -delete

Als Cronjob alle sechs Stunden eingerichtet (crontab -e):

0 */6 * * * /home/enshrouded/backup-enshrouded.sh >> /var/log/enshrouded-backup.log 2>&1

Unter Windows übernimmt die Aufgabenplanung (Task Scheduler) dieselbe Rolle mit einem vergleichbaren PowerShell- oder Batch-Skript. Bei Docker-Betrieb lässt sich das benannte Volume enshrouded-data ebenso direkt sichern: docker run --rm -v enshrouded-data:/data -v ~/backups:/backup alpine tar -czf /backup/enshrouded-backup-$(date +%Y%m%d).tar.gz /data.

Schritt 12: Mods installieren (Shroudtopia & EML)

Enshrouded bietet mit Stand Mitte 2026 keine offizielle Mod-Unterstützung durch Keen Games. Die Community hat sich stattdessen auf zwei populäre Mod-Loader eingependelt: Shroudtopia und EML (Enshrouded Mod Loader), beide über Nexus Mods verteilt. Seit dem 18. Februar 2026 existiert zusätzlich ein grafischer Mod-Manager, der die Installation beider Loader mit einem Klick übernimmt, statt Dateien manuell in Spielverzeichnisse kopieren zu müssen.

Da es sich um inoffizielle Eingriffe in Spieldateien handelt, gilt auf einem dedizierten Server dieselbe Grundregel wie beim Hauptspiel: vor jeder Mod-Installation ein vollständiges Backup anlegen (Schritt 11). Mods können nach einem Spiel-Update inkompatibel werden und im schlimmsten Fall Weltspeicherstände beschädigen – ein Restore aus dem letzten Backup ist dann der einzige Weg zurück. Es empfiehlt sich, Mods generell erst einige Tage nach einem größeren Patch zu aktualisieren, bis die Community mögliche Inkompatibilitäten gemeldet hat.

Hardware im Vergleich: Wie viel RAM braucht mein Server wirklich?

Weil Keen Games keine offizielle Server-Spezifikation veröffentlicht, weichen die Angaben verschiedener Hosting-Anbieter spürbar voneinander ab. Die folgende Tabelle stellt drei unabhängige Einschätzungen gegenüber, um die Spannbreite realistisch einzuordnen:

Quelle1–4 Spieler5–8 Spieler9–16 Spieler
IONOS Digital Guide~5 GB Basis + ~100 MB/Spieler~5,4–5,8 GB~6,2–6,8 GB
RedSwitches16 GB16 GB16–24 GB
XGamingServer6 GB10 GB16 GB

Die Diskrepanz erklärt sich vermutlich durch unterschiedliche Annahmen zur Weltgröße und Erkundungstiefe: Eine frisch erstellte Welt mit wenigen erkundeten Gebieten braucht deutlich weniger Arbeitsspeicher als eine seit Monaten gewachsene Welt mit vielen Basen. In der Praxis hat sich 16 GB RAM als sicherer Richtwert für Gruppen bis acht Spieler etabliert – das deckt sich auch mit den offiziellen Client-Anforderungen des Spiels selbst und lässt genug Puffer für das Betriebssystem und gelegentliche Lastspitzen beim Speichern der Welt.

Server mieten vs. selbst hosten: Der Kostenvergleich

Die Entscheidung zwischen Eigenbetrieb und Miete hängt vor allem davon ab, ob bereits geeignete Hardware vorhanden ist und wie technisch versiert die Serverbetreiber sind. Die folgende Tabelle stellt beide Wege gegenüber:

KriteriumEigener Server (zu Hause)Miet-VPSMietserver (dediziert)
Startkostenvorhandene Hardwareab 7,90 €/Monat (ZAP-Hosting)ab 58,90 €/Monat (ZAP-Hosting)
Laufende Kostenca. 10–20 €/Monat Stromim Mietpreis enthaltenim Mietpreis enthalten
Einrichtungsaufwandhoch (SteamCMD, Firewall, Portfreigabe)mittel, oft vorkonfiguriertmittel
Verfügbarkeitabhängig von Heimnetz und StromausfällenRechenzentrums-SLARechenzentrums-SLA
Empfohlen fürtechnisch versierte Dauerbetreiberkleine Gruppen (4–8 Spieler)große Gruppen (9–16 Spieler)

Stromkosten in Deutschland realistisch einrechnen

Ein kleiner, durchgehend laufender Server verbraucht je nach Hardware etwa 50 bis 75 Watt im Dauerbetrieb. Bei einem deutschen Haushaltsstrompreis von rund 0,35 €/kWh ergibt das überschlägig: 0,06 kW × 24 h × 30 Tage × 0,35 €/kWh ≈ 15 €/Monat. Wer ohnehin einen Heimserver oder ein NAS im Dauerbetrieb hat, kann Enshrouded quasi ohne Zusatzkosten mitlaufen lassen, da nur die zusätzliche CPU-Last ins Gewicht fällt, nicht der volle Geräteverbrauch. Der ZAP-Hosting-Einstiegspreis von 7,90 €/Monat für einen generischen VPS liegt damit rechnerisch sogar unter den reinen Stromkosten eines dedizierten Eigenbetriebs – allerdings ohne die volle Kontrolle und ohne bereits vorhandene Hardware im Kaufpreis eingerechnet.

Sicherheit und Datenschutz: Den Server richtig absichern

Ein öffentlich erreichbarer Server ist ein potenzielles Ziel – auch wenn “nur” ein Spiel dahinter läuft. Einige Grundregeln reduzieren das Risiko deutlich. Erstens: Für die Admin-Benutzergruppe aus Schritt 5 sollte ein langes, einzigartiges Passwort verwendet werden, das nirgendwo sonst zum Einsatz kommt – wer das Admin-Passwort kennt, kann andere Spieler bannen und die gesamte Basis bearbeiten. Zweitens: Es sollten ausschließlich die beiden benötigten UDP-Ports 15636 und 15637 nach außen geöffnet werden, keine zusätzlichen Ports “für alle Fälle”. Drittens greift bei der Docker-Variante ein zusätzlicher Schutzmechanismus: Das Image sknnr/enshrouded-dedicated-server läuft standardmäßig als nicht-privilegierter steam-Benutzer statt als Root, wodurch ein kompromittierter Container nicht automatisch vollen Zugriff auf den Host-Rechner erhält.

Aus deutscher und europäischer Datenschutzperspektive lohnt sich zudem ein Blick auf die Logdateien im logDirectory: Sie enthalten IP-Adressen verbundener Spieler und fallen damit unter die DSGVO, sobald der Server für mehr als den engsten Freundeskreis geöffnet wird. Wer einen öffentlicheren Server betreibt (etwa über eine Community oder einen Discord-Server), sollte eine Aufbewahrungsfrist für Logs festlegen, Zugriff auf die Logdateien auf die Admin-Gruppe beschränken und Backups, die diese Daten enthalten, nicht unverschlüsselt in Cloud-Speicher hochladen. Für rein private Freundesrunden ist der Aufwand geringer, aber dieselben Grundprinzipien – Datensparsamkeit, Zugriffsbeschränkung, definierte Löschfristen – gelten im Kleinen genauso.

Häufige Fehler und Stolpersteine

Diese Fehler tauchen in Community-Foren und Support-Kanälen besonders häufig auf – wer sie von vornherein vermeidet, spart sich viel Fehlersuche:

  • Annehmen, Enshrouded liefe nativ unter Linux: Es gibt kein offizielles Linux-Binary. Wine (Schritt 7) oder Docker (Schritt 8) sind zwingend erforderlich, nicht optional.
  • Nur den gamePort freigeben und den queryPort vergessen: Der Server läuft dann zwar, bleibt aber in der öffentlichen Serverliste unsichtbar – die häufigste Ursache für “mein Server läuft, aber niemand findet ihn”.
  • Mods ohne vorheriges Backup installieren: Ein inkompatibler Mod nach einem Patch kann den Spielstand beschädigen. Immer zuerst sichern (Schritt 11), dann erst experimentieren.
  • Die enshrouded_server.json mit einem einfachen Texteditor bearbeiten, der die Kodierung verändert: Ein defektes JSON-Zeichen verhindert den Serverstart komplett und ist ohne JSON-Validator schwer zu finden.
  • slotCount höher setzen, als die Hardware verkraftet: “Sicherheitshalber” 16 Slots einzustellen, obwohl nur 16 GB RAM zur Verfügung stehen, führt bei voller Belegung zu spürbaren Rucklern für alle Spieler.
  • Docker-Container ohne persistentes Volume starten: Wird der Container ohne Volume-Mount neu erstellt, geht der komplette Spielstand verloren, weil er nur im flüchtigen Container-Dateisystem lag.
  • Dasselbe Passwort für mehrere Benutzergruppen oder andere Dienste wiederverwenden: Kompromittiert das Admin-Passwort dann gleich mehrere Systeme statt nur den Spieleserver.

Fehlerbehebung: Die häufigsten Probleme lösen

Selbst bei sorgfältiger Einrichtung tauchen gelegentlich Probleme auf. Die folgende Tabelle deckt die häufigsten Fehlerbilder ab:

ProblemWahrscheinliche UrsacheLösung
Server erscheint nicht im Server-BrowserqueryPort 15637 nicht weitergeleitetPortfreigabe in Router und Firewall prüfen, mit einem externen Port-Checker testen
“HostOnline” erscheint nie, Server startet nichtSyntaxfehler in enshrouded_server.jsonDatei mit einem JSON-Validator prüfen, auf fehlende Kommas/Klammern achten
Spieler verbinden sich, Verbindung bricht regelmäßig abUpload-Bandbreite unter ~2 Mbit/s pro SpielerVerfügbare Upload-Bandbreite messen, ggf. Tarif oder Hosting-Tier hochstufen
Wine-Server stürzt sofort nach dem Start abFehlende Windows-Laufzeitbibliotheken im Wine-Prefixwinetricks vcrun2019 im passenden WINEPREFIX ausführen
Docker-Container startet, Spielstand ist leerVolume falsch gemountet oder Rechteproblem mit UID 10000Volume-Pfad und Zugriffsrechte des steam-Benutzers prüfen
Gruppenpasswort funktioniert nicht beim BeitretenPasswort- und Namensfeld in userGroups vertauscht oder TippfehlerJSON-Struktur der userGroups-Objekte einzeln kontrollieren
Arbeitsspeicher wächst stetig, Server wird zunehmend langsamWelt stark erkundet, viele Basen, RAM-Tier zu knapp gewähltRAM gemäß Hardware-Vergleichstabelle hochstufen
Mod verursacht Absturz nach einem Spiel-UpdateMod ist inkompatibel mit der neuen SpielversionMods vor jedem Update deaktivieren, erst nach bestätigter Kompatibilität reaktivieren
Windows-Firewall blockiert trotz angelegter RegelNur Inbound- oder nur Outbound-Regel gesetzt, oder falsches NetzwerkprofilBeide Regelrichtungen anlegen und Profil (Privat/Öffentlich) prüfen
“Connection timed out” beim Verbinden über die öffentliche IPDoppelte NAT (Router hinter Router) oder Carrier-Grade-NAT beim InternetanbieterDoppelte NAT auflösen oder einen Tunnel-Dienst wie playit.gg als Workaround nutzen

Erweiterte Tipps für Fortgeschrittene

Performance-Tuning

Für saveDirectory sollte grundsätzlich eine SSD statt einer klassischen Festplatte verwendet werden – bei größeren Welten mit vielen Basen macht sich das spürbar in kürzeren Ladezeiten und schnelleren automatischen Speichervorgängen bemerkbar. Wer mehrere Server-Instanzen auf demselben Host betreiben möchte (etwa einen Test- und einen Live-Server), braucht für jede Instanz ein eigenes gamePort/queryPort-Paar sowie ein eigenes saveDirectory, damit sich die Konfigurationen nicht gegenseitig überschreiben.

Monitoring und automatischer Neustart

Ein einfaches Watchdog-Skript erkennt einen abgestürzten Serverprozess und startet ihn automatisch neu, ohne auf systemd angewiesen zu sein – nützlich etwa in einer screen-Sitzung auf einem Root-Server:

#!/bin/bash
while true; do
  if ! pgrep -f "enshrouded_server.exe" > /dev/null; then
    echo "$(date): Server nicht aktiv, starte neu..." >> /var/log/enshrouded-watchdog.log
    WINEPREFIX=~/.wine-enshrouded wine ~/enshrouded-server/enshrouded_server.exe &
  fi
  sleep 60
done

Zugriff ohne Portfreigabe (CGNAT-Workaround)

Wer hinter Carrier-Grade-NAT sitzt und keine Portfreigabe einrichten kann, etwa bei manchen Kabel- oder Mobilfunkanschlüssen, kann auf Tunnel-Dienste wie playit.gg oder ein VPN-Mesh wie Tailscale ausweichen. Beide bauen eine ausgehende Verbindung zu einem externen Relay auf und umgehen damit die fehlende Portfreigabe – auf Kosten von etwas zusätzlicher Latenz gegenüber einer direkten Verbindung.

Komplettes Beispielprojekt: Ein startklarer 4-Freunde-Server

Zum Abschluss ein vollständiges, sofort einsatzbereites Setup für eine typische Vierer-Gruppe, die den Server per Docker Compose auf einem kleinen Root-Server betreiben möchte. Diese Kombination aus compose.yaml und optionaler enshrouded_server.json lässt sich unverändert übernehmen und muss nur bei Passwörtern und Servernamen angepasst werden.

services:
  enshrouded:
    image: sknnr/enshrouded-dedicated-server:latest
    container_name: enshrouded-freunde-server
    restart: unless-stopped
    ports:
      - "15636:15636/udp"
      - "15637:15637/udp"
    environment:
      SERVER_NAME: "Waldlichtung – Nur für Freunde"
      SERVER_SLOTS: 4
      SERVER_PASSWORD: "waldlichtung-2026-x7q"
      PORT: 15637
    volumes:
      - enshrouded-data:/home/steam/enshrouded/savegame

volumes:
  enshrouded-data:

Passend dazu die manuelle Rechtestruktur, falls über EXTERNAL_CONFIG=1 die volle enshrouded_server.json statt der einfachen Umgebungsvariablen genutzt wird – mit getrennten Passwörtern für den Host (Admin) und die drei Mitspieler (Friend):

{
  "name": "Waldlichtung – Nur für Freunde",
  "password": "",
  "saveDirectory": "/home/steam/enshrouded/savegame",
  "logDirectory": "/home/steam/enshrouded/logs",
  "ip": "0.0.0.0",
  "gamePort": 15636,
  "queryPort": 15637,
  "slotCount": 4,
  "userGroups": [
    {
      "name": "Admin",
      "password": "waldlichtung-admin-2026",
      "canKickBan": true,
      "canAccessInventories": true,
      "canEditBase": true,
      "canExtendBase": true,
      "canBuildAndClaim": true
    },
    {
      "name": "Friend",
      "password": "waldlichtung-2026-x7q",
      "canKickBan": false,
      "canAccessInventories": true,
      "canEditBase": true,
      "canExtendBase": true,
      "canBuildAndClaim": true
    }
  ]
}

Nach docker compose up -d und ein bis zwei Minuten Wartezeit für den ersten Weltaufbau ist der Server unter der öffentlichen IP-Adresse des Root-Servers erreichbar, sofern Ports 15636 und 15637 UDP wie in Schritt 6 beschrieben freigegeben sind. Der Host verbindet sich mit dem Admin-Passwort, die drei Freunde mit dem Friend-Passwort – fertig ist ein funktionierender, automatisch neu startender Enshrouded-Server für eine feste Vierer-Gruppe.

Enshrouded 1.0: Was sich für Server-Betreiber ändert

Der 15. Oktober 2026 markiert für Enshrouded den Übergang von zweieinhalb Jahren Early Access in die Vollversion – gleichzeitig der erste Konsolen-Launch der Spielegeschichte für PlayStation 5 und PS5 Pro. Eine Xbox-Series-X/S-Fassung folgt laut Ankündigung im Frühjahr 2027. Für Betreiber bestehender Server ist vor allem relevant, dass sich Konfigurationsformat und Port-Struktur historisch mit größeren Updates kaum geändert haben – dennoch empfiehlt sich vor dem Update auf 1.0 ein zusätzliches manuelles Backup zur Sicherheit, wie in Schritt 11 beschrieben.

DatumMeilenstein
24. Januar 2024Early-Access-Start auf Steam (PC)
Januar 20241 Million Spieler innerhalb weniger Tage
August 20243 Millionen Spieler
21. Januar 20262-jähriges Jubiläum, 5 Millionen Spieler, 1.0 für Herbst 2026 angekündigt
21. April 2026“Forging the Path” (v0.9.1.0) – achtes und letztes großes EA-Update
18. Februar 2026Grafischer Mod-Manager für Shroudtopia/EML aktualisiert
15. Oktober 20261.0-Release für PC und PlayStation 5 / PS5 Pro
Frühjahr 2027Geplanter Release für Xbox Series X/S

Enshrouded-Server im Vergleich zu anderen Survival-Titeln

Wer bereits einen ARK-, Palworld- oder Satisfactory-Server betreibt, wird beim Enshrouded-Setup eine Besonderheit auffallen: Enshrouded ist innerhalb dieser Vergleichsgruppe der einzige Titel ohne offizielles Linux-Server-Binary. Palworld, Satisfactory und DayZ liefern allesamt native Linux-Server aus, ARK: Survival Ascended benötigt zwar ebenfalls Wine, dafür aber keinen zusätzlichen Docker-Umweg wie Enshrouded. Gemeinsam ist den meisten Titeln der anonyme SteamCMD-Login – mit Ausnahme von DayZ, das zwingend ein Steam-Konto voraussetzt, das das Spiel tatsächlich besitzt.

SpielServer-BetriebssystemAnonymer LoginMax. SpielerHaupt-Ports
Enshroudednur Windows (Wine/Docker unter Linux)Ja1615636/15637 UDP
ARK: Survival AscendedWindows (Wine unter Linux)Jakonfigurierbar, oft 70+7777/7778 UDP
PalworldLinux nativJa328211 UDP
SatisfactoryLinux nativJa4 (Zielgruppe)7777 TCP+UDP
DayZLinux nativNein, Account muss Spiel besitzenvariabel, serverabhängig2302 UDP

Für die Praxis bedeutet das: Wer bereits Erfahrung mit einem DayZ- oder Palworld-Server hat, kann SteamCMD-Grundlagen und Portfreigabe-Wissen direkt übertragen – die zusätzliche Wine- oder Docker-Schicht bei Enshrouded ist der einzige wirklich neue Baustein. Wer hingegen zum ersten Mal einen dedizierten Spieleserver aufsetzt, ist mit der in Schritt 8 beschriebenen Docker-Methode am besten beraten, da sie die Windows-Kompatibilitätsschicht vollständig kapselt und am wenigsten manuelle Konfiguration erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Spieler unterstützt ein Enshrouded-Server maximal?

Ein dedizierter Enshrouded-Server unterstützt über den Parameter slotCount maximal 16 Spieler gleichzeitig.

Läuft der Enshrouded Dedicated Server nativ unter Linux?

Nein. Keen Games stellt ausschließlich ein Windows-Binary (enshrouded_server.exe) bereit. Unter Linux läuft der Server über Wine (Schritt 7) oder über den Community-Docker-Container sknnr/enshrouded-dedicated-server (Schritt 8).

Welche Ports muss ich für Enshrouded freigeben?

Zwei UDP-Ports: 15636 (gamePort) für die eigentliche Spielverbindung und 15637 (queryPort) für die Sichtbarkeit im Server-Browser. Beide müssen sowohl in der Firewall als auch im Router freigegeben werden.

Brauche ich einen Steam-Account, der Enshrouded besitzt, um den Server zu betreiben?

Nein. Der dedizierte Server ist eine eigenständige, kostenlose Steam-App (ID 2278520) und lässt sich per anonymem SteamCMD-Login herunterladen, ganz ohne ein Konto, das das Hauptspiel besitzt.

Was kostet ein eigener Enshrouded-Server?

Im Eigenbetrieb fallen bei vorhandener Hardware nur Stromkosten von grob 10 bis 20 Euro im Monat an. Miet-Angebote deutscher Anbieter wie ZAP-Hosting starten bei VPS-Produkten ab 7,90 Euro und bei dedizierten Servern ab 58,90 Euro pro Monat.

Sind Mods auf einem dedizierten Server offiziell unterstützt?

Nein, Mod-Unterstützung ist mit Stand Mitte 2026 nicht offiziell von Keen Games vorgesehen. Die Community nutzt inoffizielle Loader wie Shroudtopia und EML, verteilt über Nexus Mods.

Was ändert sich am 15. Oktober 2026 für bestehende Server?

Der 15. Oktober 2026 ist der 1.0-Vollversions-Release inklusive erstmaligem Konsolen-Launch auf PlayStation 5. Vor dem Update auf die neue Version empfiehlt sich ein zusätzliches manuelles Backup des Spielstands.

Wie schütze ich meinen Server datenschutzkonform ab?

Einzigartige, starke Passwörter je Benutzergruppe verwenden, ausschließlich die beiden benötigten Ports öffnen, Zugriff auf Logdateien mit IP-Adressen auf Admins beschränken und Backups mit personenbezogenen Daten nicht unverschlüsselt in Cloud-Speicher ablegen.