Zwei Kaufknöpfe, zwei völlig unterschiedliche Philosophien: Wer 2026 ein PC-Spiel kauft, landet fast automatisch bei Steam – dem mit Abstand größten Store mit über 120.000 Titeln und einem Konto-Kopierschutz, der Spiele fest an die eigene Bibliothek bindet. Die Alternative heißt GOG (früher „Good Old Games”), ein polnischer Store, der seit 2008 komplett auf Kopierschutz verzichtet und jedes gekaufte Spiel als dauerhaft nutzbaren Offline-Installer anbietet. Der Eigentümerwechsel im Dezember 2025 – CD Projekt verkaufte GOG an Mitgründer Michał Kiciński – hat die Debatte neu entfacht, ob GOG 2026 eine echte Alternative zu Steam ist oder eine Nische für Enthusiast:innen bleibt. Dieser Vergleich stellt Preise, Rückgaberecht, Entwickler-Provisionen, Kataloggröße, Linux-Unterstützung und fünf reale Einsatzbeispiele gegenüber – mit Zahlen, die im August 2026 direkt gegen die offiziellen Quellen beider Anbieter geprüft wurden.
Was ist GOG? Vom polnischen Retro-Shop zum unabhängigen DRM-Vorkämpfer
GOG.com wurde am 22. Februar 2008 in Warschau als „Good Old Games” gegründet – ursprünglich ein Nischenshop für klassische PC-Spiele der 1990er-Jahre, die auf modernen Systemen ohne Anpassung nicht mehr liefen. Im März 2012 folgte die Umbenennung in GOG.com, als sich das Sortiment über reine Retro-Titel hinaus auf aktuelle Neuerscheinungen ausweitete (Wikipedia). Über eineinhalb Jahrzehnte gehörte GOG zum polnischen Studio CD Projekt, bekannt durch The Witcher und Cyberpunk 2077 – bis zum 29. Dezember 2025 eine Zäsur brachte: CD Projekt verkaufte GOG vollständig an Mitgründer Michał Kiciński für umgerechnet rund 25,2 Millionen US-Dollar (90,7 Millionen polnische Złoty). Kiciński hatte die Summe vorab finanziert, ohne eigene CD-Projekt-Anteile zu verkaufen (CD-Projekt-Pressemitteilung). Eine parallel unterzeichnete Vertriebsvereinbarung stellt sicher, dass zukünftige CD-Projekt-RED-Titel wie The Witcher 4 und der angekündigte Cyberpunk-2077-Nachfolger weiterhin DRM-frei über GOG erscheinen – mehr dazu weiter unten im Abschnitt zu den Praxisbeispielen.
Das Kernversprechen von GOG ist seit der Gründung unverändert: DRM-frei bedeutet, dass ein gekauftes Spiel als eigenständiger Installer heruntergeladen werden kann, der ohne Kontoprüfung, Internetverbindung oder Launcher-Zwang läuft. Wer ein Spiel bei GOG kauft, kann die Installationsdatei dauerhaft auf einer eigenen Festplatte, einem USB-Stick oder einem NAS sichern – unabhängig davon, ob GOG als Unternehmen in zehn Jahren noch existiert. Der optionale Client GOG Galaxy bündelt zusätzlich Bibliotheken aus anderen Stores (mittlerweile 43 Integrationen aus offiziellen und community-gepflegten Plugins), ist für den reinen Spielbetrieb aber nicht erforderlich – ein Unterschied, der im Abschnitt zum Funktionsvergleich vertieft wird. Wie sich GOG Galaxy im Detail einrichten lässt, zeigt die separate Schritt-für-Schritt-Anleitung auf shattered.io.
Was ist Steam? Der unangefochtene Marktführer im PC-Vertrieb
Steam ging 2003 als interne Update-Plattform von Valve an den Start und hat sich seither zum dominanten PC-Spielevertrieb entwickelt. Eine offiziell bestätigte Marktanteilszahl veröffentlicht Valve nicht, Schätzungen bewegen sich aber verbreitet zwischen 70 und 74 Prozent des digitalen PC-Spielemarkts. Am 22. März 2026 verzeichnete Steam laut SteamDB-Tracking einen neuen Rekord von 42.318.602 gleichzeitig aktiven Nutzern – nachdem bereits am 11. Januar 2026 mit 41.816.052 und rund eine Woche später mit 42.042.778 gleichzeitigen Nutzern zwei frühere Bestmarken gefallen waren. Die monatlich aktiven Nutzer werden 2026 auf etwa 147 Millionen geschätzt, davon rund 69 Millionen täglich aktive Spieler:innen.
Seinen entscheidenden Wachstumsschub verdankt Steam einer umstrittenen Entscheidung aus dem Jahr 2004: Valve koppelte die Installation von Half-Life 2 zwingend an den Steam-Client – zum Ärger vieler Käufer:innen im Handel, aber mit dem Effekt, dass Millionen Spieler:innen erstmals ein Steam-Konto anlegten. Zwei Jahrzehnte später ist aus diesem erzwungenen Einstieg die mit Abstand größte PC-Spieleplattform der Welt geworden. Anders als GOG setzt Steam auch heute noch auf einen verpflichtenden Client samt Kontobindung: Jedes gekaufte Spiel ist an das jeweilige Steam-Konto gekoppelt, ein Weiterverkauf oder eine Übertragung auf ein anderes Konto ist nicht vorgesehen. Dafür bietet Steam ein deutlich breiteres Funktionspaket – von Cloud-Speicherständen über eine plattformweite Freundesliste bis zum Steam Workshop für nutzergenerierte Mods, der Abschnitt weiter unten geht darauf im Detail ein. Steam ist zudem 2026 selbst ins Visier deutscher Regulierung geraten: Im Juni 2026 eröffnete die Bundesnetzagentur ein Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Digital Services Act – ein Novum für eine Gaming-Plattform in Deutschland und ein Kontext, der bei der Bewertung der beiden Anbieter im Abschnitt „Datenschutz und Rechtsstandort” eine Rolle spielt. Auch beim Umsatz bleibt Steam die Nummer eins im PC-Vertrieb: Nach eigenen, nicht offiziell testierten Schätzungen erzielte die Plattform 2025 einen Bruttoumsatz von rund 16,2 Milliarden US-Dollar – mehr dazu im separaten Artikel zum Steam-Umsatzrekord.
GOG gegen Steam: Preise, Rabatte und Steuern im Vergleich
Bei den regulären Verkaufspreisen unterscheiden sich GOG und Steam kaum – Publisher legen für beide Stores in der Regel identische unverbindliche Preisempfehlungen fest, da Preisparität-Klauseln in vielen Publisher-Verträgen üblich sind. Der Unterschied liegt in den Details: Rabattaktionen, Rückgaberecht, Provisionsmodell und – seit 2026 – der Ausweitung regionaler Landeswährungen bei GOG. Für deutsche Käufer:innen gilt bei beiden Stores dieselbe steuerliche Grundlage: Angezeigte Preise enthalten die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent, und beide Unternehmen rechnen europäische Kund:innen grundsätzlich in Euro statt in schwankenden Dollar-Kursen ab.
Ein Unterschied, der 2026 neu hinzukam: GOG rollte ab dem 15. Mai 2026 schrittweise lokale Landeswährungen mit angepassten Regionalpreisen aus – zunächst tschechische Kronen, ab dem 28. Mai 2026 rumänische Leu, ungarische Forint und südafrikanische Rand, ab dem 3. Juni 2026 türkische Lira (GOG-Pressemitteilung). Steam bietet Regionalpreise in vielen Ländern bereits seit Jahren, GOG holt hier gezielt auf. Bei den großen Rabattaktionen bleibt Steam der Platzhirsch: Der Sommerschlussverkauf 2026 lief vom 25. Juni bis zum 9. Juli und bot Rabatte auf zehntausende Titel gleichzeitig – ein Ereignis dieser Größenordnung hat GOG aktuell nicht im Kalender, auch wenn GOG regelmäßig thematische Sales mit Rabatten bis 95 Prozent auf einzelne Titel anbietet.
| Kategorie | GOG | Steam |
|---|---|---|
| UVP-Preisniveau | Meist identisch zu Steam (Publisher-Parität) | Meist identisch zu GOG (Publisher-Parität) |
| Rückgaberecht | 30 Tage, auch nach dem Spielen | 14 Tage, max. 2 Stunden Spielzeit |
| Entwickler-Provision | 30 % pauschal | 30 % / 25 % / 20 % gestaffelt nach Jahresumsatz |
| Veröffentlichungsgebühr | Keine | 100 US-Dollar (Steam Direct, rückzahlbar ab 1.000 $ Umsatz) |
| Große Rabattaktion 2026 | Thematische Sales, bis 95 % auf Einzeltitel | Sommerschlussverkauf 25. Juni–9. Juli 2026 |
| Regionale Preise | Rollout 2026: CZK, RON, HUF, ZAR, TRY | Seit Jahren in vielen Ländern etabliert |
| MwSt. für deutsche Käufer:innen | 19 % inkludiert | 19 % inkludiert |
| Abrechnungswährung Eurozone | Euro | Euro |
| Dauerhafte Gratis-Aktion | Gelegentliche kostenlose Klassiker | Kein Dauerprogramm, zeitlich befristete Free-to-Play-Wochenenden |
Zahlungsmethoden: Wie du bei GOG und Steam bezahlst
Bei den akzeptierten Zahlungsmethoden hat GOG in den vergangenen Jahren spürbar aufgeholt. Neben Kreditkarte und PayPal – inzwischen inklusive einer PayPal-Vault-Funktion, die Zahlungsdaten für schnellere Folgekäufe sicher speichert (GOG-Ankündigung) – akzeptiert GOG je nach Land unter anderem paysafecard, Skrill, Alipay, UnionPay, WeChat Pay, Apple Pay und Google Pay. Für deutsche und europäische Käufer:innen besonders relevant: GOG unterstützt auch SOFORT-Überweisung, iDeal, Klarna und BLIK – Zahlarten, die in der DACH-Region und angrenzenden Märkten verbreitet genutzt werden. Steam deckt über seine Zahlungsdienstleister ein ähnlich breites Spektrum ab, darunter Kreditkarte, PayPal, Klarna, giropay und Guthabenkarten in Ladengeschäften – ein praktischer Unterschied besteht kaum, da beide Stores auf etablierte Zahlungsdienstleister statt auf Eigenentwicklungen setzen.
Ein Detail, das bei der Kaufentscheidung selten auf dem Radar ist, aber sicherheitsrelevant sein kann: Da GOG als polnisches Unternehmen unmittelbar der DSGVO unterliegt, greifen bei Zahlungsdaten dieselben EU-weiten Vorgaben zur Datenminimierung und Zweckbindung, die auch für andere in der EU ansässige Online-Händler gelten. Bei Steam als US-Unternehmen kommen europäische Nutzer:innen zwar ebenfalls in den Genuss von DSGVO-Schutzrechten, die Durchsetzung im Streitfall verläuft aber über zusätzliche grenzüberschreitende Mechanismen – ein Punkt, der im Abschnitt „Datenschutz und Rechtsstandort” weiter unten vertieft wird.
Rückgaberecht im Vergleich: 30 Tage gegen 14 Tage und 2 Stunden
Beim Rückgaberecht liegt GOG spürbar vor Steam. Die GOG-Rückerstattungsrichtlinie erlaubt es, ein Spiel bis zu 30 Tage nach dem Kauf zurückzugeben – selbst wenn es bereits heruntergeladen, gestartet und komplett durchgespielt wurde. GOG begründet das damit, dass die Regelung „nur dann greifen soll, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert”, behält sich aber vor, einzelne Anfragen abzulehnen und bittet darum, das Angebot nicht durch übermäßig viele Rückgaben auszunutzen (GOG-Ankündigung zur aktualisierten Rückgaberichtlinie). Eine feste Obergrenze für die Anzahl an Rückgaben pro Kund:in nennt GOG nicht.
Steam ist restriktiver: Valve erstattet ein Spiel automatisch, wenn der Kauf nicht länger als 14 Tage zurückliegt und die Spielzeit unter 2 Stunden liegt. Wird eine der beiden Grenzen überschritten, ist eine Rückgabe nicht ausgeschlossen, aber nicht mehr automatisch – Valve prüft solche Anfragen manuell im Einzelfall (offizielle Steam-Rückgaberichtlinie). Für Titel, die vor dem offiziellen Release gekauft werden, beginnt die 14-Tage-Frist erst mit dem Erscheinungstermin, während das 2-Stunden-Zeitlimit ab Kauf zählt. Seit einem Update 2026 zählt Valve zudem auch Spielzeit aus „Advanced Access”-Programmen (etwa Season-Pass-Vorabzugängen) in das 2-Stunden-Limit ein, um eine bekannte Umgehungslücke zu schließen. In der Praxis bedeutet das: Wer ein Spiel bei GOG einen Monat lang testet und dann doch nicht überzeugt ist, bekommt sein Geld zurück. Bei Steam ist nach zwei Stunden intensivem Spielen die automatische Rückgabe-Option in der Regel verloren.
Der Ablauf unterscheidet sich ebenfalls: Steam wickelt Rückgaben innerhalb der automatischen Kriterien meist vollständig ohne menschliche Interaktion ab – die Erstattung landet in der Regel binnen weniger Tage auf dem ursprünglichen Zahlungsmittel oder im Steam-Guthaben. GOG bearbeitet Rückgabeanfragen über das Support-Ticket-System, was etwas länger dauern kann, aber durch die 30-Tage-Kulanzfrist mehr Spielraum für eine fundierte Kaufentscheidung lässt. Für Käufer:innen, die unsicher sind, ob ein Spiel dem eigenen Rechner oder Geschmack entspricht, ist die längere Frist bei GOG in der Praxis oft wertvoller als ein schnellerer, aber enger befristeter Prozess bei Steam.
Provisionen für Entwickler: 30 Prozent auf beiden Seiten
Ein verbreiteter Irrtum lautet, GOG sei für Entwickler:innen günstiger als Steam. Tatsächlich verlangen beide Stores 2026 dieselbe Basis-Provision: 30 Prozent vom Nettoumsatz. Steam staffelt diesen Satz allerdings nach Jahresumsatz pro Titel: 30 Prozent bis 10 Millionen US-Dollar, danach 25 Prozent bis 50 Millionen US-Dollar, darüber 20 Prozent. Zusätzlich erhebt Steam Direct eine einmalige Veröffentlichungsgebühr von 100 US-Dollar pro Titel, die nach Erreichen von 1.000 US-Dollar Bruttoumsatz zurückerstattet wird. GOG verlangt durchgängig 30 Prozent ohne Staffelung und ohne Veröffentlichungsgebühr – für sehr erfolgreiche Titel mit mehr als 10 Millionen US-Dollar Jahresumsatz kann Steam dadurch im oberen Erfolgsbereich sogar günstiger als GOG werden, während GOG für kleinere und mittlere Umsätze exakt gleichauf liegt.
Zum Vergleich lohnt ein Blick auf den dritten großen Store: Epic Games Store verlangt pauschal nur 12 Prozent unabhängig vom Umsatz und erhebt ebenfalls keine Veröffentlichungsgebühr – ein Modell, das seit 2018 gezielt Entwickler:innen von Steam und GOG abwerben soll. Wie sich diese Provisionsunterschiede konkret auf die Auszahlung auswirken, zeigt der separate Vergleich zwischen Steam und Epic Games Store mit einer detaillierten Beispielrechnung. Für GOG gilt: Weil die Plattform auf ein kuratiertes, deutlich kleineres Sortiment setzt als Steam, ist die Sichtbarkeit pro Titel im Schnitt höher – ein Vorteil, den viele kleinere DRM-frei-affine Studios laut Branchenberichten höher gewichten als eine niedrigere Provision.
GOG und alte Spiele: DOSBox- und ScummVM-Wrapper inklusive
Ein Bereich, in dem GOG technisch einen echten Vorsprung hat, betrifft sehr alte PC-Spiele aus der DOS- und frühen Windows-Ära. Moderne 64-Bit-Versionen von Windows 11 unterstützen 16-Bit-DOS- und Windows-3.x-Programme grundsätzlich nicht mehr nativ – ein Klassiker aus den 1990er-Jahren lässt sich ohne Zusatzsoftware oft gar nicht mehr starten. GOG löst dieses Problem bereits beim Kauf: Betroffene Spiele werden mit eingebetteten Kompatibilitäts-Wrappern wie DOSBox oder ScummVM ausgeliefert, klar gekennzeichnet mit Hinweisen wie „powered by DOSBox” oder „powered by ScummVM” im Store-Eintrag. Für Käufer:innen bedeutet das: Der heruntergeladene Installer funktioniert direkt auf aktuellen Windows-Systemen, ganz ohne manuelle Konfiguration einer Emulationsumgebung.
Steam bietet für solche Alt-Titel keine vergleichbare, store-weite Lösung – ob ein sehr altes Spiel dort überhaupt noch lauffähig ist, hängt vollständig davon ab, ob der jeweilige Publisher selbst einen Patch oder eine Neuauflage bereitgestellt hat. Wer viele DOS- und Windows-95-Klassiker besitzt oder nachkaufen möchte, findet bei GOG damit die technisch komfortablere Lösung. Ergänzend gilt: Spiele, die auf GOG als „nur Windows” gekennzeichnet sind, aber intern DOSBox oder ScummVM nutzen, laufen häufig auch auf macOS und Linux, da beide Wrapper plattformübergreifend funktionieren – ein Nebeneffekt, den viele Käufer:innen erst beim genaueren Blick in die Systemanforderungen entdecken.
Alternativen: itch.io und Humble Bundle als dritte Option
Neben GOG und Steam lohnt für vollständige Marktkenntnis ein kurzer Seitenblick auf zwei kleinere, aber in der Indie-Szene einflussreiche Alternativen. itch.io lässt Entwickler:innen die eigene Provision komplett selbst festlegen – von 0 bis 100 Prozent, mit einem Standardwert von 10 Prozent. Die einzige unvermeidbare Kosten sind Zahlungsabwicklungsgebühren von üblicherweise rund 2,9 Prozent plus 0,30 US-Dollar pro Transaktion. Das macht itch.io für kleine Studios und Hobby-Entwickler:innen finanziell attraktiver als sowohl GOG als auch Steam mit ihren jeweils 30 Prozent – allerdings auch mit entsprechend geringerer Reichweite und Auffindbarkeit. Erst im August 2026 zeigte sich die soziale Rolle von itch.io eindrücklich: Eine von über 100 Studios organisierte 10-Dollar-Sammlung („Game Industry Hardship Fund”) sammelte innerhalb von fünf Tagen mehr als 130.000 US-Dollar für von Entlassungen betroffene Entwickler:innen, wobei itch.io die Erlöse direkt an die Organisation United Videogame Workers weiterleitete (PC Gamer).
Humble Bundle verfolgt ein drittes Modell: zeitlich befristete Spielepakete zum Wunschpreis, bei denen Käufer:innen selbst festlegen, wie sich ihr Beitrag auf Entwickler:innen, Wohltätigkeitsorganisationen und die Plattform selbst verteilt. Anders als GOG und Steam ist Humble Bundle in erster Linie ein Bundle- und Abo-Modell (Humble Choice) und kein klassischer Vollpreis-Store mit durchgängigem Neuerscheinungs-Sortiment (Wikipedia). Für die meisten deutschen Spieler:innen bleiben GOG und Steam damit die beiden relevanten Hauptanbieter, während itch.io und Humble Bundle als Ergänzung für Indie-Schnäppchen und wohltätige Zwecke dienen.
Katalog und Spielebibliothek im Zahlenvergleich
Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Plattformen bleibt die schiere Größe des Angebots. Steam hat laut mehreren unabhängigen Tracking-Portalen 2026 die Marke von 120.000 Titeln im Gesamtkatalog überschritten, mit einer Neuerscheinungsrate von im Schnitt rund 50 Spielen pro Tag. GOG verfolgt bewusst die gegenteilige Strategie: Nach einer Phase mit mehreren Tausend Titeln bis 2021 verkleinerte GOG das aktive Angebot gezielt auf eine kuratierte Auswahl. Aktuelle Schätzungen gehen von rund 11.000 bis 12.000 verfügbaren Titeln aus – GOG selbst veröffentlicht keine exakte, offiziell bestätigte Gesamtzahl, weshalb diese Angabe als Näherungswert zu verstehen ist.
Die folgende Tabelle fasst die technischen und strukturellen Unterschiede zwischen beiden Plattformen zusammen:
| Merkmal | GOG | Steam |
|---|---|---|
| Gründung | 2008, Warschau (Polen) | 2003, Bellevue (USA) |
| Aktueller Eigentümer | Michał Kiciński (unabhängig, seit Dez. 2025) | Valve Corporation |
| Rechtssitz | Polen (EU) | USA |
| Kopierschutz | DRM-frei, Offline-Installer | Steam-DRM, kontogebunden |
| Client-Pflicht zum Spielen | Nein (GOG Galaxy optional) | Ja (Steam-Client verpflichtend) |
| Kataloggröße (geschätzt) | ~11.000–12.000 Titel | über 120.000 Titel |
| Entwickler-Provision | 30 % pauschal | 30–20 % gestaffelt |
| Rückgaberecht | 30 Tage | 14 Tage / 2 Std. |
| Native Linux-Unterstützung | Kein Client (in Entwicklung, Stand Jul. 2026) | Nativ + SteamOS + Proton |
| Handheld-Unterstützung | Inoffiziell über Heroic/Lutris | Offiziell, SteamOS 3.8.3 |
| Errungenschaften (Achievements) | Optional, je nach Entwickler-Implementierung | Durchgängig plattformweit standardisiert |
| Mod-/Community-Plattform | Keine eigene (Foren vorhanden) | Steam Workshop |
| Cloud-Speicherstände | Ja, spielabhängig | Ja, breit über Steam Cloud unterstützt |
| Familienfreigabe | Nicht vorhanden | Steam Families |
Diese Gegenüberstellung macht deutlich: Wer die größtmögliche Auswahl sucht, kommt an Steam nicht vorbei. Wer dagegen Wert auf Eigentum, Archivierbarkeit und ein kuratiertes, werbefreies Angebot legt, findet bei GOG trotz der kleineren Bibliothek fast alle relevanten AAA- und Indie-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre – ergänzt um ein Segment, das Steam so nicht bietet: gezielt restaurierte Klassiker, dazu gleich mehr im Abschnitt zum GOG Preservation Program.
GOG Galaxy gegen den Steam-Client: Funktionsvergleich
Der Steam-Client ist für jede Kernfunktion Pflicht: Käufe, Downloads, Updates, Cloud-Speicherstände, Freundesliste und Community-Funktionen laufen alle über die Desktop-Anwendung. GOG trennt diese Ebenen bewusst: Ein Spiel lässt sich komplett ohne Client herunterladen, installieren und spielen. GOG Galaxy ist ein kostenloser, optionaler Zusatzclient, der mehrere Bibliotheken – darunter Epic Games Store und Xbox als offizielle Integrationen sowie sechs weitere Stores über community-gepflegte Plugins wie Steam, EA App, Ubisoft Connect, PlayStation Network, Amazon Games und den Rockstar Games Launcher – in einer einzigen Oberfläche zusammenführt. Insgesamt zählt das Community-Projekt „awesome-gog-galaxy” inzwischen 43 unterstützte Integrationen aus Stores, Spielen, Emulatoren und sonstigen Tools. Eine ausführliche Einrichtungsanleitung für GOG Galaxy inklusive aller Plugin-Schritte gibt es in der separaten Setup-Anleitung.
Funktional bietet GOG Galaxy inzwischen vieles, was auch der Steam-Client kann: eine plattformübergreifende Freundesliste mit Aktivitätsstatus, Cloud-Synchronisierung von Einstellungen, ein Overlay, Screenshot-Funktion und eine globale Suche über Spiele und Freunde hinweg. Was fehlt, ist das breite Ökosystem an Zusatzfunktionen, das Steam über zwei Jahrzehnte aufgebaut hat – dazu zählen vor allem der Steam Workshop für Mods, ein ausgereiftes Kundenrezensionssystem und die tief integrierte Familienfreigabe. GOG setzt stattdessen auf technische Offenheit: Die Galaxy Integrations Python API ist öffentlich auf GitHub dokumentiert, sodass Drittanbieter eigene Plugins entwickeln können – die Basis, auf der auch die 43 Community-Integrationen aufbauen.
Community, Workshop und Errungenschaften
Bei Community-Funktionen liegt Steam klar vorn. Der Steam Workshop hostet Mods, Karten und Zusatzinhalte für tausende Spiele direkt im Client, inklusive Ein-Klick-Installation und automatischen Updates. Nutzerrezensionen mit Daumen-hoch/-runter-System, öffentliche Spielzeit-Statistiken und eine granulare Freundesliste mit Online-Status runden das Paket ab. GOG bietet dagegen klassische Diskussionsforen pro Spiel, aber keine vergleichbare zentrale Mod-Plattform – wer GOG-Versionen von Spielen modden möchte, weicht in der Regel auf externe Communitys wie Nexus Mods aus.
Bei Errungenschaften (Achievements) ist der Unterschied subtiler, aber real: Auf Steam ist das Achievement-System seit Jahren ein durchgängiger Standard, den praktisch jeder größere Titel nutzt. GOG bietet Entwickler:innen über das GOG Galaxy SDK ebenfalls eine Achievements-Funktion an, allerdings optional – ob ein Spiel auf GOG Errungenschaften unterstützt, entscheidet der jeweilige Entwickler individuell, sichtbar sind sie zudem nur innerhalb des GOG-Galaxy-Clients (GOG-Entwicklerdokumentation zu Achievements). Wer komplett ohne Galaxy-Client spielt, sieht auf GOG grundsätzlich keine Erfolge angezeigt. Für Spieler:innen, denen Trophäen und Sammel-Achievements wichtig sind, bleibt Steam damit die verlässlichere Wahl.
Linux, SteamOS und Steam Deck: Wer ist besser vorbereitet?
Beim Linux-Gaming liegt Steam 2026 uneinholbar vorn. Laut ProtonDB-Daten von April 2026 laufen rund 80 Prozent der 1.000 meistgespielten Steam-Titel unter Linux „perfekt” oder „sehr gut” – ermöglicht durch Valves Kompatibilitätsschicht Proton. Große Titel wie Elden Ring, GTA V, Cyberpunk 2077 und Baldur’s Gate 3 laufen unter SteamOS praktisch nativ. Im April 2026 veröffentlichte Valve zudem SteamOS 3.8.3 („Second Clutch”) mit vollständiger Controller-Unterstützung für ASUS-ROG-Ally- und Xbox-Ally-Handhelds, TDP-Steuerung und einer auf 100 bis 500 Mikrosekunden reduzierten Eingabelatenz.
GOG hat hier deutlich Nachholbedarf: Ein nativer Linux-Client für GOG Galaxy existiert 2026 noch nicht. Im Juli 2026 bestätigte GOG-Co-CEO Krzysztof Papliński gegenüber GamingOnLinux jedoch offiziell, dass ein Linux-Client aktiv entwickelt wird: „Linux continues to be one of the topics we hear the most about from our community, and we really appreciate the passion and patience of everyone who’s been asking about it. […] This is a significant undertaking, so while we’re not ready to share any specific plans, timelines, or results just yet, it’s very much an area we’re investing time and effort into.” (GamingOnLinux, Juli 2026) – ein Erscheinungstermin wurde nicht genannt.
Steam Deck und Handhelds im Detail
Auf dem Steam Deck und anderen SteamOS-Handhelds ist Steam die offizielle, native Plattform – Käufe, Updates und Cloud-Speicherstände funktionieren ohne Umwege. GOG-Spiele lassen sich auf einem Steam Deck zwar ebenfalls spielen, allerdings nur über Umwege wie den Heroic Games Launcher oder Lutris, die DRM-freie Installer über Proton starten. Beide Tools sind ausgereift und werden von der Linux-Gaming-Community aktiv gepflegt, ersetzen aber keine offizielle GOG-Unterstützung mit Kompatibilitäts-Badges wie „Verified” oder „Playable”, wie Steam sie für die eigene Plattform anbietet. Wer viel auf einem Handheld unterwegs ist, sollte diesen Umstand in die Kaufentscheidung einbeziehen.
Das GOG Preservation Program: Spielegeschichte retten
Ein Alleinstellungsmerkmal, das Steam in dieser Form nicht bietet, ist das GOG Preservation Program, gestartet 2025 zum 16-jährigen Bestehen von GOG. Ziel des Programms ist es, klassische und vom Aussterben bedrohte PC-Spiele technisch so anzupassen, dass sie auf aktuellen Windows-Versionen zuverlässig laufen – inklusive Kompatibilitäts-Patches, wiederhergestellten Inhalten, Stabilitätsverbesserungen und allgemeinen Qualitätsverbesserungen (offizielle GOG-Pressemitteilung). Über die Jahre 2024 und 2025 hinweg wurden auf diese Weise 267 Spiele mit insgesamt 1.461 Einzelverbesserungen bearbeitet – darunter Klassiker wie Fallout, The Witcher 1+2, RollerCoaster Tycoon und Dungeon Keeper.
Im Februar 2026 kamen zehn weitere Titel hinzu, darunter Telltale Games’ Erzähladventure The Wolf Among Us sowie The Last Express (GOG-Pressemitteilung zur Erweiterung). Einige Titel wurden direkt bei ihrer Aufnahme in den GOG-Katalog ins Programm integriert, etwa Dino Crisis 1 und 2, Breath of Fire IV, Resident Evil HD Remaster sowie die Total-War-Sammlung. Für Spieler:innen, die Wert auf Spielegeschichte und langfristige Verfügbarkeit legen, ist das Preservation Program ein Argument, das kein anderer großer Store in dieser systematischen Form bietet – Steam verlässt sich hier primär auf einzelne Publisher-Remaster-Initiativen statt auf ein plattformweites Erhaltungsprogramm.
Datenschutz und Rechtsstandort: Polen gegen USA
Als Sicherheits- und Datenschutz-Publikation lohnt bei shattered.io ein Blick auf die rechtliche Einordnung beider Anbieter. GOG hat seinen Firmensitz in Warschau, Polen, und unterliegt damit unmittelbar der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) samt polnischer Aufsichtsbehörde als zuständiger Stelle. Steam-Betreiber Valve Corporation hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Washington; für europäische Nutzer:innen greifen zwar ebenfalls DSGVO-Vorgaben, die Durchsetzung erfolgt aber über ein US-Unternehmen mit entsprechend komplexerer grenzüberschreitender Zuständigkeit.
Konkreter wird der Unterschied durch das bereits erwähnte Verfahren der Bundesnetzagentur: Im Juni 2026 eröffnete die deutsche Digital Services Coordinator-Stelle ein DSA-Verfahren gegen Steam wegen mutmaßlicher Versäumnisse bei der Melde- und Beschwerdebearbeitung rund um ein umstrittenes Nutzer-Spiel – möglich, weil Valve seinen EU-Rechtsvertreter in Deutschland benannt hat. GOG ist in dieser Größenordnung bislang nicht ins Visier von Aufsichtsbehörden geraten, was auch mit der deutlich kleineren Nutzerbasis und dem kuratierten, stärker moderierten Katalog zusammenhängt. Wer bei der Store-Wahl neben Funktionsumfang auch Wert auf regulatorische Nähe zur EU legt, hat mit GOG als polnischem Anbieter einen kleinen, aber real messbaren Vorteil.
Fünf Praxisbeispiele aus dem Alltag deutscher Spieler:innen
Abstrakte Feature-Vergleiche helfen nur bedingt bei der Kaufentscheidung. Die folgenden fünf Beispiele aus dem laufenden Jahr 2026 zeigen, wann welche Plattform in der Praxis den Unterschied macht:
| Beispiel | Vorteil liegt bei | Kontext |
|---|---|---|
| The Witcher 4 & Cyberpunk-2077-Nachfolger | GOG | DRM-freier Day-one-Release laut CD-Projekt-Vertriebsvereinbarung |
| GOG Preservation Program | GOG | 267 restaurierte Klassiker 2024–2025, +10 im Februar 2026 |
| Sommerschlussverkauf | Steam | 25. Juni–9. Juli 2026, zehntausende Titel gleichzeitig im Rabatt |
| SteamOS 3.8.3 auf Handhelds | Steam | Native Unterstützung für ROG Ally und Xbox Ally, April 2026 |
| Regionale Landeswährungen | GOG | CZK, RON, HUF, ZAR, TRY schrittweise eingeführt, Mai–Juni 2026 |
AAA-Beispiel: The Witcher 4 und der Cyberpunk-2077-Nachfolger
Das deutlichste Praxisbeispiel für GOGs Kernversprechen liefert CD Projekt selbst: Auch nach dem Verkauf von GOG an Kiciński bleibt vertraglich abgesichert, dass kommende CD-Projekt-RED-Titel wie The Witcher 4 und der bereits angekündigte Nachfolger von Cyberpunk 2077 DRM-frei auf GOG erscheinen. Für Käufer:innen bedeutet das konkret: Ein am Erscheinungstag auf GOG gekauftes Exemplar von The Witcher 4 lässt sich als Installer sichern und Jahre später ohne Konto, Internetverbindung oder Store-Verfügbarkeit erneut installieren – ein Szenario, das auf Steam aufgrund der Kontobindung nicht in derselben Form möglich ist. Für Sammler:innen und Archivierungs-Fans ist dieses Beispiel oft der ausschlaggebende Grund für einen GOG-Kauf bei genau diesen beiden Großprojekten.
Auch abseits der Tabelle liefert der Juni 2026 ein konkretes Rechenbeispiel für den Provisionsvergleich: Ein Indie-Studio mit 500.000 US-Dollar Jahresumsatz auf Steam bleibt nach der 30-Prozent-Provision bei 350.000 US-Dollar Netto-Auszahlung hängen. Bei GOG wäre der Betrag bei identischem Umsatz mit ebenfalls 30 Prozent Provision genau gleich hoch – ein Beleg dafür, dass GOG bei der Provisionshöhe kein Kaufargument gegenüber Steam liefert, wohl aber bei den weiter oben beschriebenen Rückgabe- und Eigentumsvorteilen für Käufer:innen. Das fünfte Praxisbeispiel betrifft die im Preisvergleich erwähnte Regionalwährungs-Einführung: Für Käufer:innen in Tschechien, Rumänien, Ungarn, Südafrika und der Türkei bedeutete der GOG-Rollout zwischen Mai und Juni 2026 spürbar realistischere Lokalpreise statt einer reinen Dollar-Umrechnung – ein Schritt, den Steam in vielen dieser Märkte bereits seit Jahren vollzogen hat, den GOG aber gezielt nachholt, um international wettbewerbsfähiger zu werden.
Anleitung: Bibliothek von Steam zu GOG migrieren
Ein vollständiger Umstieg ist selten sinnvoll – die meisten erfahrenen PC-Spieler:innen nutzen GOG und Steam parallel. Die folgenden Schritte zeigen, wie sich beide Bibliotheken sauber zusammenführen und wie sich prüfen lässt, welche bereits gekauften Steam-Spiele auch DRM-frei bei GOG verfügbar sind:
- GOG-Konto unter gog.com anlegen (kostenlos, nur E-Mail-Adresse nötig).
- GOG Galaxy installieren – Details dazu in der separaten Einrichtungsanleitung.
- In GOG Galaxy unter „Einstellungen > Integrationen” das Steam-Plugin aktivieren, um die bestehende Steam-Bibliothek in der Übersicht sichtbar zu machen (reine Anzeige, kein Spieletransfer).
- Für jeden Titel in der Steam-Bibliothek in der GOG-Suche prüfen, ob eine DRM-freie GOG-Version existiert – bei identischem Titel ist in der Regel kein erneuter Kauf zum vollen Preis nötig, da GOG regelmäßig Übergangsrabatte für Steam-Besitzer:innen bestimmter Publisher anbietet.
- Communitiy-Plugins für weitere Stores (EA App, Ubisoft Connect, Epic Games Store) bei Bedarf über den gleichen Menüpunkt ergänzen.
- Spielstände einzeln prüfen: Cloud-Speicherstände sind nicht automatisch kompatibel zwischen Steam- und GOG-Versionen desselben Spiels, eine manuelle Sicherung vor dem Wechsel ist empfehlenswert.
Technisch installieren sich community-gepflegte GOG-Galaxy-Plugins durch einfaches Kopieren in einen lokalen Ordner, während der Client geschlossen ist:
REM Windows: Plugin-Ordner für GOG Galaxy
%localappdata%\GOG.com\Galaxy\plugins\installed\
# macOS: Plugin-Ordner für GOG Galaxy
~/Library/Application Support/GOG.com/Galaxy/plugins/installed/
# Nach dem Kopieren: GOG Galaxy neu starten,
# danach erscheint die Integration unter
# Einstellungen > Integrationen zur Aktivierung.
Wer umgekehrt von GOG zu Steam wechseln möchte – etwa wegen der größeren Auswahl oder des Steam Workshops – kann DRM-freie GOG-Installer parallel behalten und zusätzlich ein Steam-Konto für Titel nutzen, die exklusiv dort erscheinen. Ein „Entweder-oder” ist technisch nicht nötig, da beide Clients unabhängig voneinander auf demselben System laufen.
Vor- und Nachteile: GOG und Steam im Überblick
GOG – Vorteile:
- Vollständig DRM-frei, dauerhaft nutzbare Offline-Installer
- 30 Tage Rückgaberecht, auch nach dem Durchspielen
- GOG Preservation Program für Spielegeschichte
- Kein Client für den reinen Spielbetrieb nötig
- EU-Rechtssitz (Polen), DSGVO-Zuständigkeit direkt in der EU
GOG – Nachteile:
- Deutlich kleinerer Katalog (~11.000–12.000 gegenüber über 120.000 Titeln)
- Kein nativer Linux-Client (Stand Sommer 2026)
- Kein Steam-Workshop-Äquivalent für Mods
- Achievements nur optional und clientgebunden
- Keine Familienfreigabe
Steam – Vorteile:
- Größte verfügbare Spielebibliothek mit über 120.000 Titeln
- Ausgereiftes Ökosystem: Workshop, Reviews, Familienfreigabe, Cloud-Saves
- Native Linux-/SteamOS-Unterstützung inklusive Steam Deck
- Größte Rabattaktionen der Branche (Sommer- und Wintersale)
Steam – Nachteile:
- Restriktiveres Rückgaberecht (14 Tage / 2 Stunden)
- Kontogebundenes DRM, kein dauerhafter Offline-Installer
- US-Rechtssitz von Valve
- 2026 selbst Gegenstand eines DSA-Verfahrens der Bundesnetzagentur
Daten und Stimmen aus der Branche
Verlässliche, für dieses Thema aktuell öffentlich verfügbare Fachaussagen einzelner Journalist:innen oder Analyst:innen ließen sich für diesen Vergleich nicht mit ausreichender Quellenqualität verifizieren – anstelle spekulativer Zitate stützt sich dieser Abschnitt daher ausschließlich auf offiziell belegte Kennzahlen. Die wichtigsten davon im Überblick: GOGs eigene Pressestelle bestätigt 267 im Preservation Program bearbeitete Spiele mit 1.461 Einzelverbesserungen für den Zeitraum 2024–2025. Die deutsche Bundesnetzagentur hat im Juni 2026 offiziell ein Verfahren gegen Steam-Betreiber Valve eröffnet – ein seltener regulatorischer Schritt gegen eine internationale Gaming-Plattform. Und laut ProtonDB-Auswertung vom April 2026 laufen 80 Prozent der 1.000 meistgespielten Steam-Titel unter Linux ohne nennenswerte Einschränkungen – eine Zahl, an die GOG mangels eigenem Linux-Client 2026 noch nicht heranreicht.
Bemerkenswert ist außerdem die Kontinuität bei den Entwickler-Provisionen: Trotz jahrelangem Wettbewerbsdruck durch Epic Games Store mit einer Flatrate von 12 Prozent halten sowohl Steam als auch GOG 2026 an ihrer 30-Prozent-Basisprovision fest. Für Branchenbeobachter:innen ist das ein Indiz dafür, dass die Reichweite und das Vertrauen etablierter Stores für viele Publisher schwerer wiegen als eine niedrigere Provision bei einem kleineren Anbieter.
Das Urteil: Für wen lohnt sich welche Plattform 2026?
Ein pauschaler Sieger lässt sich bei GOG gegen Steam nicht küren, weil beide Plattformen unterschiedliche Prioritäten bedienen. Steam gewinnt bei Auswahl (über 120.000 gegen ~11.000–12.000 Titel), Community-Funktionen (Workshop, Reviews, Familienfreigabe), nativer Linux- und Steam-Deck-Unterstützung sowie der schieren Reichweite der Rabattaktionen. Für die meisten PC-Spieler:innen, die eine möglichst breite Auswahl und ein ausgereiftes Gesamtpaket wollen, bleibt Steam 2026 die naheliegende Standardwahl.
GOG gewinnt dort, wo Eigentum und Langlebigkeit zählen: das 30-tägige, kulanteste Rückgaberecht der großen Stores, vollständig DRM-freie Installer ohne Kontobindung, das einzigartige Preservation Program für Spielegeschichte und ein EU-Rechtssitz mit direkter DSGVO-Zuständigkeit. Besonders für Sammler:innen, sicherheitsbewusste Käufer:innen und alle, die ihre Spielebibliothek unabhängig vom Fortbestehen eines Unternehmens archivieren wollen, ist GOG 2026 keine Nische mehr, sondern eine ernstzunehmende Ergänzung. Die realistischste Empfehlung für deutsche Spieler:innen: Steam für die breite Auswahl und das soziale Ökosystem nutzen, GOG gezielt für DRM-freie Wunschtitel, CD-Projekt-RED-Veröffentlichungen und Klassiker aus dem Preservation Program einsetzen – die in diesem Artikel beschriebene Migrations-Anleitung macht den parallelen Betrieb beider Stores in wenigen Schritten möglich.
Häufig gestellte Fragen zu GOG und Steam
Ist GOG sicher und seriös?
Ja. GOG existiert seit 2008, gehörte bis Ende 2025 zu CD Projekt und wird seither von Mitgründer Michał Kiciński unabhängig weitergeführt. Als Unternehmen mit Sitz in Polen unterliegt GOG direkt der EU-Datenschutz-Grundverordnung.
Kann ich meine Steam-Spiele auf GOG übertragen?
Nein, ein direkter Transfer ist technisch nicht vorgesehen. Wer ein Spiel bereits auf Steam besitzt, muss die GOG-Version separat erwerben, sofern der Publisher sie DRM-frei anbietet. GOG Galaxy kann die Steam-Bibliothek aber zur besseren Übersicht zusätzlich einbinden.
Was passiert mit meiner GOG-Bibliothek, wenn GOG eines Tages schließt?
Anders als bei Steam bleiben bereits heruntergeladene GOG-Installer dauerhaft nutzbar, auch ohne aktives Konto oder Internetverbindung – das ist der zentrale Vorteil des DRM-freien Modells. Wichtig ist, Installer rechtzeitig lokal zu sichern, statt sich ausschließlich auf den Download-Zugriff über die Website zu verlassen.
Braucht man für GOG einen Client wie bei Steam?
Nein. GOG-Spiele lassen sich ohne jeden Client herunterladen und installieren. GOG Galaxy ist ein optionales Zusatztool für Bibliotheksverwaltung, Freundesliste und Cross-Store-Integration, für den reinen Spielbetrieb aber nicht erforderlich.
Sind GOG-Spiele günstiger als auf Steam?
Bei regulären Preisen kaum, da Publisher meist identische UVPs auf beiden Plattformen ansetzen. GOGs Vorteil liegt beim Rückgaberecht (30 statt 14 Tage) und bei gelegentlichen Übergangsrabatten für Besitzer:innen der Steam-Version desselben Spiels, nicht bei durchgängig niedrigeren Listenpreisen.
Unterstützt GOG den Steam Deck offiziell?
Nein, es gibt keine offizielle GOG-App für den Steam Deck. GOG-Spiele laufen auf dem Handheld über Umwege wie den Heroic Games Launcher oder Lutris, die DRM-freie Installer über Valves Proton-Kompatibilitätsschicht starten.
Wie funktioniert die 30-Tage-Rückgabe bei GOG genau?
Über die Bestellhistorie im GOG-Konto lässt sich für jeden Kauf bis 30 Tage nach dem Erwerb eine Rückerstattung anfragen – auch wenn das Spiel bereits heruntergeladen und gespielt wurde. GOG behält sich vor, einzelne Anfragen bei erkennbarem Missbrauch abzulehnen.
Welche großen Studios verkaufen ihre Spiele auf GOG?
Neben CD Projekt RED (The Witcher-Reihe, Cyberpunk 2077 und kommende Titel) bieten unter anderem Bethesda, CI Games, Frontier Developments und zahlreiche Indie-Studios ausgewählte Titel DRM-frei über GOG an. Nicht jeder Steam-Titel erscheint automatisch auch auf GOG – die Entscheidung liegt jeweils beim Publisher.
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