Epic Games hat bestätigt, was Linux-Spieler seit Jahren fordern: Der Epic Games Store bekommt eine native Linux-Version. Die Ankündigung kam Mitte August 2026 eher beiläufig aus einer Discord-AMA-Runde des Unternehmens, doch die Wirkung auf die DACH-Gaming-Community ist deutlich spürbar. Für Besitzer von Steam Deck, ROG Ally, Legion Go und anderen Linux-basierten Handhelds bedeutet das potenziell den direkten Zugriff auf Fortnite, Rocket League und Hunderte weitere Epic-exklusive Titel, ohne den Umweg über Wine, Proton oder Drittanbieter-Launcher wie Heroic Games Launcher.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Linux-basierte Gaming-Systeme erleben 2026 einen Boom, den kaum jemand vor drei Jahren für möglich gehalten hätte, angetrieben von Valves Steam Deck, Distributionen wie Bazzite und SteamOS sowie einer wachsenden Zahl an Handheld-Herstellern, die auf Valves Betriebssystem statt auf Windows setzen. Wer heute in Köln, Berlin oder Zürich einen Elektronikmarkt betritt, findet Linux-Handhelds inzwischen als eigenes Regal, nicht mehr als Nischenprodukt. Epic will bei dieser Verschiebung nicht zusehen, während Steam den Markt dominiert.
Was Epic Games konkret angekündigt hat
Die Bestätigung kam nicht über eine offizielle Pressemitteilung, sondern über eine Antwort von Epic-Mitarbeitern in einer Discord-AMA-Session, wie TechRadar am 17. August 2026 berichtete. Auf die direkte Frage, ob eine native Linux-Version des überarbeiteten Epic-Games-Store-Launchers komme, antwortete ein Mitarbeiter des Unternehmens knapp, eine native Version des Stores sei „bald” unterwegs, allerdings noch nicht im nächsten Preview-Build enthalten. Eine feste Timeline nannte Epic nicht.
Auch Tuxmachines dokumentierte die Aussage am 15. August 2026 und ordnete sie in den Kontext von Epics laufendem Umbau des Launchers ein, der bereits im Sommer 2026 als Version 2 mit deutlich höherer Ladegeschwindigkeit gegenüber Steam auffiel. Die Linux-Unterstützung ist also kein isoliertes Projekt, sondern Teil eines größeren technischen Relaunchs, den Epic seit Monaten vorantreibt. Für Nutzer bedeutet das: Es gibt noch keinen Download-Link, keinen Beta-Zugang und kein festes Erscheinungsdatum, aber eine offizielle Bestätigung, dass die Arbeit läuft.
Bemerkenswert ist, wie wenig Aufsehen Epic um diese Ankündigung gemacht hat. Während Steam-Ankündigungen meist mit eigenen Blogposts und Pressegesprächen begleitet werden, blieb die Linux-Zusage eine kurze Antwort in einem Community-Chat. Das deutet darauf hin, dass die Funktion noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium steckt und Epic keine falschen Erwartungen wecken möchte, nachdem frühere Linux-Versprechen des Unternehmens jahrelang unerfüllt blieben.
Die lange Geschichte von Epic und Linux
Epic-Chef Tim Sweeney ist alles andere als ein Linux-Neuling in der Debatte. Bereits 2019 äußerte er sich öffentlich positiv über das Betriebssystem, wie GamingOnLinux dokumentierte. Sweeney sagte im Interview sinngemäß, Linux sei großartig, und verwies auf die Bedeutung offener Plattformen für die Zukunft des Gamings. Sieben Jahre später wird aus dieser Haltung endlich ein konkretes Produkt, wenn auch deutlich langsamer als viele Fans gehofft hatten.
Zwischen 2019 und 2026 lag die Linux-Unterstützung bei Epic praktisch brach. Wer auf einem Steam Deck oder unter Bazzite Fortnite oder Rocket League spielen wollte, musste auf Umwege zurückgreifen: den Heroic Games Launcher, ein von der Community entwickeltes Open-Source-Tool, das Epic-, GOG- und Amazon-Prime-Gaming-Bibliotheken unter Linux zugänglich macht, oder Lutris, das mehrere Launcher gleichzeitig unter einer Oberfläche bündelt. Beide Projekte haben in den vergangenen Jahren spürbar an Nutzerzahlen gewonnen, gerade weil offizielle Unterstützung fehlte.
Diese Lücke haben findige Entwickler über Jahre professionalisiert. Heroic Games Launcher zählt mittlerweile eine aktive Community und wird regelmäßig aktualisiert, um mit Epics Backend-Änderungen Schritt zu halten. Ironischerweise könnte eine offizielle Epic-Linux-App diesen inoffiziellen Tools nun das Wasser abgraben, sofern sie zuverlässiger läuft und automatisch aktuell bleibt.
Warum das für Steam Deck und Handheld-Besitzer in DACH zählt
Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zu den stärksten europäischen Märkten für Handheld-PC-Gaming. Valves Steam Deck läuft komplett auf SteamOS, einer auf Arch Linux basierenden Distribution, und auch Konkurrenzgeräte wie das AYANEO NEXT 2 oder Handhelds mit Bazzite als Betriebssystem setzen zunehmend auf Linux statt auf Windows, um Akkulaufzeit und Ladezeiten zu verbessern. Genau in diesem wachsenden Marktsegment fehlte bislang der direkte Zugriff auf Epics Spielekatalog ohne Kompatibilitätsschicht.
Der praktische Unterschied ist konkret spürbar. Wer heute Fortnite über Wine oder Proton startet, kämpft regelmäßig mit Anti-Cheat-Problemen, denn Epics eigenes Easy-Anti-Cheat-System muss explizit für Linux-Kompatibilität freigegeben werden, was bei vielen Titeln noch nicht der Fall ist. Eine native App löst dieses Problem nicht automatisch, schafft aber die technische Grundlage dafür, dass Epic Anti-Cheat-Unterstützung für Linux künftig ernster nimmt, statt sie als Nebenschauplatz zu behandeln.
Auch preislich ist der Handheld-Markt in DACH kein Nischenphänomen mehr. Geräte wie der Steam Deck OLED oder der Legion Go 2 kosten zwischen 500 und 900 Euro, und Käufer erwarten zunehmend, dass sie ihre komplette PC-Spielebibliothek mitnehmen können, unabhängig vom Store. Fehlt ein großer Anbieter wie Epic, wirkt das Gerät für viele potenzielle Käufer unvollständig, selbst wenn Workarounds existieren.
Zahlen und Fakten: Epic Games Store 2026
Um die Tragweite der Linux-Ankündigung einzuordnen, lohnt ein Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen des Epic Games Store. Laut einer Auswertung von GamesBeat aus dem Sommer 2026 wuchsen die Ausgaben für Drittanbieter-Spiele im Epic Games Store in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 40 Prozent im Vorjahresvergleich. Das zeigt, dass Epic zunehmend auch als Plattform für fremde Studios funktioniert und nicht mehr nur als Vertriebskanal für Fortnite und eigene Titel.
| Kennzahl | Wert | Zeitraum |
|---|---|---|
| Spielerausgaben gesamt (Jahresrückblick) | 1,16 Mrd. US-Dollar | 2025 |
| Wachstum Spielerausgaben ggü. Vorjahr | +5 % | 2025 |
| Nutzer im Dezember (Monatsspitze) | 78 Mio. | Dezember 2025 |
| Ausgaben für Fremdtitel (nicht Epic-eigen) | 400 Mio. US-Dollar (+57 %) | 2025 |
| Wachstum Drittanbieter-Ausgaben | +40 % ggü. Vorjahr | Jan.–Apr. 2026 |
| Provision für Entwickler | 12 % | laufend, 2026 |
Diese Zahlen stammen aus Epics eigenem Jahresrückblick und aus Branchenberichten, die GamesBeat im Juni 2026 auswertete. Sie zeigen ein Unternehmen, das trotz eines deutlich kleineren Marktanteils als Steam kontinuierlich wächst, gerade im Segment der Fremdanbieter-Spiele. Die niedrigere Provision von 12 Prozent gegenüber den üblichen 30 Prozent bei Steam bleibt dabei Epics zentrales Verkaufsargument gegenüber Entwicklerstudios, auch wenn Valve inzwischen bei einzelnen Umsatzstufen ebenfalls reduzierte Sätze anbietet.
Der Linux-Marktanteil: klein, aber wachsend
Der Linux-Anteil unter PC-Spielern bleibt laut dem offiziellen Steam Hardware & Software Survey weiterhin eine Minderheit gegenüber Windows, hat sich aber über die vergangenen Jahre spürbar nach oben bewegt, größtenteils getragen vom Steam Deck und SteamOS-basierten Handhelds. Windows dominiert nach wie vor mit deutlichem Abstand, doch die Linux-Kurve zeigt seit dem Steam-Deck-Launch 2022 eine klare Aufwärtsbewegung, während sie zuvor über Jahre bei kaum wahrnehmbaren Werten stagnierte.
Für Epic ist genau dieser Trend der eigentliche Auslöser der Linux-Pläne. Ein Marktanteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich klingt zunächst unbedeutend, doch bei Millionen aktiver Steam-Nutzer entspricht das einer Zielgruppe in Millionenhöhe, die aktuell komplett auf Workarounds angewiesen ist, um Epic-Spiele zu nutzen. Zudem wächst diese Gruppe schneller als der Gesamtmarkt, weil neue Handheld-Geräte fast ausschließlich auf Linux-Basis erscheinen.
Wettbewerbsvergleich: Wie stehen die großen Stores zu Linux?
Im direkten Vergleich zeigt sich, dass Epic mit seinem Vorstoß spät dran ist. Valve hat mit SteamOS und Proton seit Jahren die technische Infrastruktur für Linux-Gaming aufgebaut und praktisch im Alleingang dafür gesorgt, dass ein Großteil der Windows-Spielebibliothek auch unter Linux lauffähig ist. GOG bietet über GOG Galaxy ebenfalls Linux-Kompatibilität über Drittanbieter-Tools wie Lutris, während Amazons Prime Gaming und die Xbox App bislang keine nativen Linux-Pläne kommuniziert haben.
| Store / Launcher | Native Linux-App | Anti-Cheat-Support | Provision für Entwickler |
|---|---|---|---|
| Steam | Ja (seit Jahren, SteamOS/Proton) | Umfangreich über Proton | 30 % (reduziert bei hohem Umsatz) |
| Epic Games Store | Angekündigt, „bald” (Aug. 2026) | Teilweise, ausbaufähig | 12 % |
| GOG Galaxy | Nein (nur via Heroic/Lutris) | Meist DRM-frei, kein Anti-Cheat nötig | Variiert je nach Modell |
| Amazon Prime Gaming / Luna | Nein | Nicht relevant (Cloud-Fokus bei Luna) | Nicht öffentlich |
| Xbox App / Xbox Cloud Gaming | Nein (Cloud-Zugriff via Browser möglich) | Nicht relevant für Cloud-Streaming | Nicht vergleichbar |
Diese Tabelle macht deutlich, warum Epics Ankündigung zwar spät kommt, aber nicht bedeutungslos ist. Steam hat einen jahrelangen Vorsprung beim Thema Linux-Kompatibilität, den Epic nicht über Nacht aufholen kann. Gleichzeitig zeigt die niedrigere Provision von 12 Prozent, dass Epic weiterhin versucht, sich über die Entwicklerseite zu differenzieren, während Valve über die technische Infrastruktur und die schiere Größe des Katalogs punktet.
Auffällig ist zudem, dass keiner der übrigen großen Anbieter bislang nachgezogen hat. Weder Microsoft noch Amazon haben öffentlich signalisiert, an einer nativen Linux-App zu arbeiten, obwohl beide Unternehmen im Cloud-Gaming-Bereich aktiv sind und Linux dort ohnehin serverseitig einsetzen. Der Unterschied liegt im Client: Cloud-Streaming läuft über den Browser und ist damit plattformunabhängig, während ein klassischer Download-Store wie Epics Launcher eine eigene, betriebssystemspezifische Anwendung braucht. Genau diese technische Hürde hat Epic nun angepackt, während Microsoft und Amazon offenbar auf das Cloud-Modell setzen, um das Problem zu umgehen.
Was das für Entwickler bedeutet
Für Spielestudios, die ihre Titel im Epic Games Store anbieten, verändert eine native Linux-Version potenziell die Reichweite ihrer Spiele, ohne dass sie selbst zusätzliche Arbeit investieren müssen. Bislang mussten Entwickler, die Linux-Spieler erreichen wollten, entweder eine eigene Linux-Version bauen oder darauf hoffen, dass Proton ihr Windows-Build zuverlässig übersetzt. Eine native Epic-Store-App ändert daran zunächst nichts an der Spiele-Engine selbst, senkt aber die Hürde, überhaupt an Linux-Nutzer zu verkaufen, weil der Vertriebskanal nicht mehr fehlt.
Entscheidend wird sein, ob Epic parallel auch bei Easy Anti-Cheat nachlegt. Ohne verlässliche Linux-Unterstützung für das hauseigene Anti-Cheat-System bleibt ein großer Teil des Katalogs, insbesondere kompetitive Online-Titel, für Linux-Nutzer weiterhin unerreichbar, selbst mit nativer Store-App. Fortnite selbst gehört zu den Titeln, bei denen diese Frage laut Berichterstattung von TechRadar weiterhin ungeklärt ist.
Reaktionen aus der Community
Die Bestätigung stammt direkt aus einer öffentlichen Epic-Discord-Runde. Auf die Frage, wann Linux-Nutzer mit einer nativen Version rechnen können, antwortete ein Epic-Mitarbeiter laut DLCompare, eine native Linux-Version des Stores sei „bald” unterwegs, ohne dass Epic damit einen konkreten Termin nannte. Der Launcher werde „bald” Linux-Unterstützung erhalten, so ein Epic-Mitarbeiter, allerdings ohne dass das Unternehmen eine Timeline für die offizielle Veröffentlichung nannte.
In der Community-Auswertung, über die auch TechRadar berichtete, hieß es, eine native Version des Stores komme „bald”, wenn auch nicht im nächsten Preview-Build. Diese vorsichtige Formulierung passt zu Epics Muster der vergangenen Jahre: Ankündigungen kommen häufig früh, die tatsächliche Umsetzung zieht sich dann oft über viele Monate. Genau das sorgt in Linux-Foren aktuell für eine gemischte Stimmung zwischen Vorfreude und Skepsis.
Historischer Kontext: Vom Epic-Games-Store-Start bis heute
Der Epic Games Store startete 2018 mit dem erklärten Ziel, Steams Marktmacht zu brechen, unter anderem durch exklusive Spiele und die deutlich niedrigere Provision von zunächst 12 statt 30 Prozent. Acht Jahre später hat sich der Markt zwar diversifiziert, doch Steam bleibt mit weitem Abstand die größte PC-Gaming-Plattform. Epics Strategie hat sich seither verschoben: statt reiner Exklusivtitel-Politik setzt das Unternehmen zunehmend auf technische Differenzierung, etwa über den überarbeiteten Launcher, der 2026 mit deutlich kürzeren Ladezeiten gegenüber Steam aufwartete.
Die Linux-Frage begleitet Epic dabei seit Beginn. Tim Sweeneys frühe Sympathiebekundungen für Linux aus dem Jahr 2019 standen lange im Widerspruch zur Praxis, in der Linux-Nutzer auf inoffizielle Tools angewiesen blieben. Erst der kommerzielle Erfolg des Steam Decks ab 2022 und der darauffolgende Boom bei Linux-Handhelds haben den wirtschaftlichen Druck erzeugt, der die Ankündigung vom August 2026 wahrscheinlich gemacht hat.
Marktauswirkungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Der deutschsprachige Raum gilt als einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für Handheld-PCs, nicht zuletzt wegen der hohen Dichte an technikaffinen Käufern und einer etablierten Elektronikhandelslandschaft. Sollte Epic tatsächlich eine funktionierende native Linux-App liefern, würde das die Attraktivität von SteamOS- und Bazzite-basierten Geräten für Käufer erhöhen, die bislang wegen fehlender Epic-Unterstützung zu Windows-Handhelds wie dem ROG Ally oder Legion Go gegriffen haben.
Für den deutschen Einzelhandel könnte das mittelfristig bedeuten, dass Linux-Handhelds nicht länger als Kompromisslösung mit Einschränkungen beworben werden müssen, sondern als vollwertige Alternative mit Zugriff auf praktisch alle relevanten PC-Stores. Das betrifft auch Vertriebspartner und Fachhändler, die Kaufberatung anbieten und bislang aktiv auf Kompatibilitätslücken bei Epic-Titeln hinweisen mussten.
Auch für Schulen, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland, die aus Kostengründen oder aus Datenschutzerwägungen zunehmend auf Linux-Desktops setzen, würde eine offizielle Epic-Unterstützung eine Hürde beseitigen. Bislang war Gaming auf solchen Systemen praktisch auf Steam-Titel beschränkt, wenn Nutzer keine inoffiziellen Tools installieren durften. Eine native, von Epic selbst gepflegte App würde diese Einschränkung zumindest für Nicht-Anti-Cheat-Titel aufheben.
Risiken und offene Fragen
Trotz der positiven Signale bleiben mehrere Unsicherheiten bestehen. Erstens hat Epic keinen Termin genannt, weder für eine Beta noch für eine finale Version, was angesichts der Unternehmensgeschichte bei Linux-Themen zur Vorsicht mahnt. Zweitens bleibt unklar, ob Easy Anti-Cheat rechtzeitig oder überhaupt flächendeckend für Linux freigegeben wird, was die praktische Nutzbarkeit vieler Online-Titel einschränken würde. Drittens ist offen, ob die native App auch auf klassischen Linux-Desktop-Distributionen abseits von SteamOS und Bazzite zuverlässig läuft, oder ob der Fokus zunächst allein auf Handheld-optimierten Systemen liegt.
Hinzu kommt die Frage, wie Epic mit Fortnite selbst umgeht. Als das mit Abstand größte Aushängeschild des Unternehmens wäre eine fehlende oder eingeschränkte Linux-Kompatibilität von Fortnite ein deutlicher Dämpfer für die gesamte Ankündigung, unabhängig davon, wie gut die restliche Store-Infrastruktur unter Linux funktioniert.
Prognosen: Wie es 2026 und 2027 weitergehen könnte
- Eine erste öffentliche Beta der nativen Linux-App wird realistisch nicht vor dem vierten Quartal 2026 erwartet, basierend auf Epics eigener Aussage, dass sie nicht im nächsten Preview-Build enthalten sei.
- Steam wird seinen technologischen Vorsprung bei Linux-Kompatibilität über Proton kurzfristig nicht verlieren, da Epic frühestens mit einer Grundversion an den Start geht, während Valve seit Jahren an Proton feilt.
- Heroic Games Launcher und Lutris dürften trotz einer offiziellen Epic-App relevant bleiben, weil sie mehrere Stores gleichzeitig bündeln und dadurch für viele Nutzer bequemer bleiben als einzelne native Anwendungen.
- Der Druck auf Amazon (Prime Gaming) und Microsoft (Xbox App), ebenfalls über native Linux-Unterstützung nachzudenken, dürfte steigen, sobald Epic konkrete Fortschritte zeigt und die Handheld-Verkäufe weiter wachsen.
- Sollte Easy Anti-Cheat zeitnah für Linux ausgebaut werden, könnte das mittelfristig auch anderen Studios außerhalb des Epic-Ökosystems zugutekommen, da viele Entwickler dieselbe Anti-Cheat-Lösung lizenzieren.
Was Spieler jetzt tun können
Bis eine native Version verfügbar ist, bleibt der Heroic Games Launcher für die meisten Linux- und Steam-Deck-Nutzer die praktikabelste Lösung, um auf die Epic-Bibliothek zuzugreifen. Wer bereits auf Bazzite, SteamOS oder einer klassischen Distribution wie Fedora oder Arch spielt, sollte zusätzlich prüfen, welche seiner bevorzugten Epic-Titel überhaupt über Easy Anti-Cheat für Linux freigegeben sind, um Frustration bei Online-Spielen zu vermeiden. Eine native App wird diese Kompatibilitätsfragen nicht automatisch lösen, sie senkt aber die technische Einstiegshürde für alles, was nicht auf Anti-Cheat angewiesen ist.
Häufig gestellte Fragen
Wann erscheint die native Linux-Version des Epic Games Store?
Epic hat im August 2026 bestätigt, dass eine native Version „bald” kommt, ohne ein festes Datum zu nennen. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht im nächsten Preview-Build enthalten.
Kann ich Epic-Spiele schon jetzt auf dem Steam Deck spielen?
Ja, über den Heroic Games Launcher oder Lutris, beide sind kostenlose, community-entwickelte Tools, die auf SteamOS und anderen Linux-Distributionen laufen.
Wird Fortnite unter Linux nativ spielbar sein?
Das ist laut aktueller Berichterstattung noch offen, da Fortnite auf Easy Anti-Cheat setzt, dessen Linux-Unterstützung bislang eingeschränkt ist.
Warum hat Epic erst jetzt mit Linux-Unterstützung begonnen?
Der wachsende Marktanteil von Linux-basierten Handhelds wie dem Steam Deck seit 2022 hat den wirtschaftlichen Druck erhöht, während Linux zuvor nur einen sehr kleinen Teil der PC-Spieler ausmachte.
Unterstützt GOG bereits Linux nativ?
Nein, GOG Galaxy bietet keine offizielle native Linux-App, Nutzer greifen auch hier meist auf Heroic Games Launcher oder Lutris zurück.
Wie hoch ist die Provision im Epic Games Store für Entwickler?
Epic verlangt 12 Prozent, deutlich weniger als die üblichen 30 Prozent bei Steam, was seit dem Start 2018 ein zentrales Verkaufsargument gegenüber Studios ist.
Betrifft die Ankündigung auch die Xbox App oder Amazon Prime Gaming?
Nein, bislang haben weder Microsoft noch Amazon eigene native Linux-Pläne für ihre PC-Gaming-Clients kommuniziert.
Was bedeutet das für den Kauf eines neuen Handhelds in DACH?
Käufer, die auf Epic-Spiele angewiesen sind, sollten bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit weiterhin prüfen, ob Workarounds wie Heroic für ihre bevorzugten Titel zuverlässig funktionieren, bevor sie sich für ein Linux-Handheld entscheiden.
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