Der ASUS ROG Ally war 2023 einer der ersten Windows-Handhelds, die dem Steam Deck ernsthaft Konkurrenz gemacht haben. Ein Jahr später schob ASUS mit dem ROG Ally X ein Update nach, das nicht am Prozessor, sondern an fast allem drumherum gearbeitet hat. Mitte 2026 ist die Lage eindeutig: Der originale ROG Ally ist offiziell abgekündigt und nur noch als Restposten für teils unter 500 € zu haben, während der Ally X für rund 899 € weiterhin neu verkauft wird – inzwischen flankiert von den Xbox-gebrandeten Modellen ROG Xbox Ally und ROG Xbox Ally X, die seit Oktober 2025 als eigentliche nächste Generation gelten.

Für Käufer in Deutschland und der gesamten DACH-Region stellt sich damit eine ungewöhnliche Frage: Lohnt sich der Schnäppchenpreis des alten ROG Ally, oder ist der doppelt so große Akku des ROG Ally X den Aufpreis von rund 400 € wert? Dieser Vergleich stützt sich auf die technischen Datenblätter beider Geräte, unabhängige Benchmark- und Akku-Testreihen von XDA Developers und Digital Trends sowie aktuelle deutsche Preise von Geizhals, MediaMarkt und ComputerBase – inklusive Migrationsanleitung für alle, die von einem Gerät auf das andere umsteigen wollen.

Was unterscheidet ROG Ally und ROG Ally X grundsätzlich?

Die wichtigste Tatsache vorweg, weil sie die meisten Kaufentscheidungen falsch einordnet: Der ROG Ally X ist kein Leistungs-Upgrade. Beide Geräte nutzen denselben AMD-Chip, den Ryzen Z1 Extreme. Wer sich vom Ally X spürbar mehr Bildrate erhofft, wird enttäuscht – die Rohleistung von CPU und GPU ist praktisch identisch. ASUS hat beim Ally X stattdessen an genau den Stellen nachgebessert, die Besitzer des ersten Modells am häufigsten kritisiert hatten.

Fünf Änderungen machen den Unterschied aus, und sie betreffen ausschließlich Akku, Speicher, Anschlüsse, Kühlung und Gewicht:

  • Akku: Verdopplung von 40 Wh auf 80 Wh – der auffälligste und für die meisten Käufer wichtigste Unterschied.
  • Arbeitsspeicher: 24 GB LPDDR5X-7500 statt 16 GB LPDDR5-6400, inklusive höherer Bandbreite.
  • SSD-Formfaktor: Wechsel vom seltenen M.2-2230- zum weit verbreiteten M.2-2280-Format.
  • Anschlüsse: Ein zweiter USB4-Port ersetzt den proprietären ROG-XG-Mobile-eGPU-Anschluss.
  • Kühlung und Gewicht: Zwei Lüfter statt einem, dafür rund 11,5 % mehr Gewicht (608 g auf etwa 675 g).

Diese Einordnung ist entscheidend, um die folgenden Abschnitte richtig zu lesen: Bei jedem Benchmark, der einen Unterschied zwischen den beiden Geräten zeigt, liegt die Ursache fast immer bei RAM-Bandbreite oder Akkukapazität – nicht bei roher Rechenleistung.

Technische Daten im Vergleich: die komplette Spezifikationstabelle

Die folgende Tabelle fasst alle relevanten technischen Daten beider Geräte laut ASUS’ offiziellem Vergleich und der Wikipedia-Spezifikationsliste zusammen:

SpezifikationROG Ally (2023)ROG Ally X (2024)
Prozessor (APU)AMD Ryzen Z1 ExtremeAMD Ryzen Z1 Extreme (identisch)
CPU-Kerne/Threads8 Kerne / 16 Threads, bis 5,1 GHz8 Kerne / 16 Threads, bis 5,1 GHz
GPURDNA 3, 12 CU, bis 2,7 GHz, ~8,6 TFLOPSRDNA 3, 12 CU, bis 2,7 GHz, ~8,6 TFLOPS
Arbeitsspeicher16 GB LPDDR5-6400 (verlötet)24 GB LPDDR5X-7500 (verlötet)
Speicher (SSD)512 GB PCIe4 NVMe1 TB PCIe4 NVMe
SSD-FormfaktorM.2 2230 (kompakt, kaum Auswahl)M.2 2280 (Standardformat)
Akkukapazität40 Wh80 Wh
Gewicht608 gca. 675 g
Display7″, 1920×1080, IPS, 120 Hz, 500 nit7″, 1920×1080, IPS, 120 Hz, 500 nit (unverändert)
Anschlüsse1× USB-C 3.2 Gen2 (auch ROG-XG-Mobile-Port)2× USB-C (1× USB4, 1× USB 3.2 Gen2), kein XG-Mobile-Port
Kühlung1 Lüfter, 47 Lamellen2 Lüfter, je 77 Lamellen, ca. 6 dB leiser
Ladeleistungbis 65 W USB-C PDbis 100 W USB-C PD
BetriebssystemWindows 11Windows 11
Marktstart13. Juni 202323. Juli 2024
Launch-Preis (DE)799,99 €899 €

Auffällig: Von 14 verglichenen Eigenschaften sind genau sieben – CPU, GPU, Display, Betriebssystem und die Grundarchitektur – zu hundert Prozent identisch. Die restlichen sieben erklären den gesamten Aufpreis des Ally X.

Prozessor und Grafikleistung: Warum beide Geräte (fast) gleich schnell sind

Der Ryzen Z1 Extreme in beiden Geräten kombiniert acht Zen4-Kerne mit einer RDNA-3-Grafikeinheit mit 12 Compute Units. In der Praxis bedeutet das laut Testern von Digital Trends eine “im Grunde identische Performance” in GPU-limitierten Titeln wie Cyberpunk 2077 und Dying Light 2 – Spiele, bei denen die Grafikeinheit und nicht der Arbeitsspeicher den Flaschenhals bildet.

Einen messbaren Vorteil zeigt der Ally X ausschließlich in Titeln, die stark von Speicherbandbreite abhängen – Digital Trends nennt hier explizit Horizon Zero Dawn und Strange Brigade. Der Grund liegt nicht am Chip, sondern am Sprung von LPDDR5-6400 auf LPDDR5X-7500: Mehr Bandbreite bedeutet, dass die GPU schneller auf Texturen und Geometriedaten zugreifen kann, ohne auf den Prozessor warten zu müssen. Für die überwiegende Mehrheit der Spielebibliothek bleibt der Unterschied jedoch im Bereich der Messungenauigkeit.

Wichtig für die Kaufentscheidung: Wer primär wegen mehr Bildrate zum Ally X greifen will, sollte diesen Punkt noch einmal überdenken. Der eigentliche Hebel liegt woanders – beim Akku.

Akkulaufzeit im Test: die 80-Wh-Batterie im Detail

Die Verdopplung der Akkukapazität ist der Hauptgrund, warum sich viele Besitzer des originalen ROG Ally für ein Upgrade entscheiden. Die Redaktion von XDA Developers hat beide Geräte im identischen Turbo-Modus bei 25 W TDP und maximaler Helligkeit gegeneinander getestet – mit zwei unabhängigen Methoden.

Praxistest: GTA Online

Im realen Gameplay von GTA Online hielt der originale ROG Ally 57 Minuten und 9 Sekunden durch, bevor der Akku leer war. Der Ally X kam im selben Test auf 1 Stunde, 55 Minuten und 58 Sekunden – mehr als doppelt so lange.

Stresstest: 3DMark Time Spy in Dauerschleife

Unter synthetischer Volllast bis zur vollständigen Entladung erreichte der ROG Ally 1 Stunde und 5 Minuten, der Ally X 2 Stunden und 23 Minuten. Beide Geräte drosseln laut XDA Developers deutlich, sobald der Akkustand unter etwa 30 % fällt – ein Verhalten, das bei beiden Modellen gleich ausgeprägt ist.

Testszenario (25 W Turbo-Modus)ROG AllyROG Ally XFaktor
GTA Online (reales Gameplay)57 Min. 9 Sek.1 Std. 55 Min. 58 Sek.~2,03×
3DMark Time Spy (Dauerschleife)1 Std. 5 Min. 35 Sek.2 Std. 23 Min. 36 Sek.~2,19×
Akkukapazität (Nennwert)40 Wh80 Wh2,00×

Bemerkenswert ist, dass sich die reale Laufzeit fast exakt proportional zur Wh-Kapazität verhält – ein Indiz dafür, dass der Ally X trotz zweitem Lüfter und größerem Gehäuse keinen relevanten Effizienznachteil hat. Die folgende, stark vereinfachte Rechnung veranschaulicht das Verhältnis, ersetzt aber keine realen Messungen unter Spielelast:

# Vereinfachte Schätzung der Akkulaufzeit-Skalierung
# (nur zur Veranschaulichung der Wh-Differenz, keine offizielle ASUS-Angabe)

ally_wh = 40
ally_x_wh = 80
tdp_watt = 25  # Turbo-Modus, wie im XDA-Developers-Testaufbau

laufzeit_ally = ally_wh / tdp_watt       # 1,6 Stunden (theoretisches Maximum)
laufzeit_ally_x = ally_x_wh / tdp_watt   # 3,2 Stunden (theoretisches Maximum)

print(f"ROG Ally: {laufzeit_ally:.1f} h theoretisch")
print(f"ROG Ally X: {laufzeit_ally_x:.1f} h theoretisch")

# Reale Werte liegen unter dem theoretischen Maximum:
# XDA maß 57 Min. (Ally) vs. 1 Std. 56 Min. (Ally X) in GTA Online

Arbeitsspeicher: 16 GB LPDDR5 gegen 24 GB LPDDR5X

Die 24 GB RAM im ROG Ally X sind kein reiner Kapazitätsgewinn. Da der Arbeitsspeicher als gemeinsamer Pool zwischen System und Grafikeinheit aufgeteilt wird, kann der Ally X der GPU 8 GB als Videospeicher reservieren und behält trotzdem 16 GB für Windows, Hintergrundprozesse und den Rest des Systems übrig. Beim originalen ROG Ally mit 16 GB Gesamtspeicher ist dieser Spielraum spürbar enger.

Praktisch macht sich das in zwei Situationen bemerkbar: bei Spielen mit hohem Texturspeicherbedarf und beim Multitasking – etwa wenn im Hintergrund ein Discord-Overlay, ein Aufnahmetool oder mehrere Browser-Tabs parallel zum Spiel laufen. Für alle, die den Handheld ausschließlich zum Spielen im Vordergrund nutzen, ist der Unterschied laut den Benchmarks von Digital Trends dagegen kaum spürbar.

Der Sprung von LPDDR5-6400 auf LPDDR5X-7500 erhöht zusätzlich die Speicherbandbreite um etwa 17 %. Das ist der technische Grund, warum bandbreitenhungrige Titel auf dem Ally X sichtbar besser laufen, während CPU- oder GPU-limitierte Spiele praktisch gleichauf bleiben.

Speicherplatz und Erweiterbarkeit: M.2 2230 gegen M.2 2280

Neben dem Akku ist der SSD-Formfaktor der zweite Punkt, den erfahrene Nutzer als eigentlichen Fortschritt beim Ally X werten. Der originale ROG Ally verbaut eine 512-GB-NVMe-SSD im M.2-2230-Format – kompakt, aber am Markt kaum verbreitet. Ersatz- oder Upgrade-Laufwerke in dieser Baugröße sind deutlich teurer pro Gigabyte und seltener verfügbar als Standardware, was angesichts der seit 2026 spürbar gestiegenen Speicherpreise zusätzlich ins Gewicht fällt.

Der Ally X wechselt auf das M.2-2280-Format – dieselbe Baugröße, die auch in den meisten Laptops und Desktop-Mainboards verwendet wird. Ab Werk sind bereits 1 TB verbaut, doppelt so viel wie beim Original, und ein Tausch gegen eine größere Standard-SSD ist ohne Adapterlösung möglich. Wichtig: Wer eine kleinere M.2-2230-SSD in den 2280-Steckplatz des Ally X einsetzen möchte, benötigt dafür einen Formfaktor-Adapter, da die Schraubbohrung für die kürzere Bauform nicht automatisch vorhanden ist – umgekehrt passt eine 2280-SSD grundsätzlich nicht in ein reines 2230-Fach.

Für DACH-Käufer, die ihr Gerät über mehrere Jahre nutzen und die Speicherkapazität später selbst erweitern wollen, ist dieser Punkt oft entscheidender als die reine Kapazitätsangabe ab Werk.

Nachhaltigkeit: Reparierbarkeit und Langlebigkeit im Vergleich

Für viele Käufer in Deutschland und Österreich spielt neben Preis und Leistung auch die Langlebigkeit eines Geräts eine Rolle – nicht zuletzt wegen der seit 2021 geltenden EU-Vorgaben zu Ersatzteilverfügbarkeit und Reparierbarkeit bei vergleichbaren Elektronikkategorien. Beide Ally-Modelle lassen sich mit handelsüblichem Werkzeug öffnen, der Akku ist bei beiden Geräten nicht verklebt, sondern verschraubt, was einen Tausch ohne Spezialwerkzeug grundsätzlich möglich macht.

Der entscheidende Unterschied liegt erneut beim SSD-Formfaktor: Für den Ally X mit dem gängigen M.2-2280-Format lassen sich Ersatz- oder Nachfolgelaufwerke bei praktisch jedem gut sortierten Elektronikhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz kaufen, was die realistische Nutzungsdauer über einen Defekt oder eine spätere Kapazitätserweiterung hinaus deutlich verlängert. Beim originalen ROG Ally mit dem selteneren M.2-2230-Format ist die Auswahl an Ersatzlaufwerken kleiner und tendenziell teurer – ein Aspekt, der sich langfristig auf die Gesamtbetriebskosten auswirkt, selbst wenn der Anschaffungspreis heute niedriger liegt.

Auch der Akku selbst verdient einen Blick auf die Langzeitperspektive: Da der Ally X denselben Akku seltener bis zur vollständigen Entladung zyklisch beansprucht – durch die größere Kapazität sind pro Ladezyklus im Schnitt weniger vollständige Entladungen nötig, um dieselbe Spielzeit abzudecken –, ist rein rechnerisch mit einer etwas langsameren Kapazitätsdegradation über mehrere Nutzungsjahre zu rechnen. Belastbare unabhängige Langzeitmessungen dazu liegen für beide Geräte allerdings noch nicht vor, da der Ally X selbst erst seit Mitte 2024 auf dem Markt ist.

Anschlüsse und der Wegfall des XG-Mobile-Ports

Beim Thema Anschlüsse tauscht der Ally X einen spezialisierten Port gegen einen universelleren: Statt des einzelnen USB-C-3.2-Gen2-Anschlusses, der beim Original zusätzlich als proprietärer ROG-XG-Mobile-eGPU-Port fungiert, bietet der Ally X zwei USB-C-Anschlüsse – einen davon mit vollem USB4-/Thunderbolt-Funktionsumfang, den anderen als klassischen USB-3.2-Gen2-Port.

Der Kompromiss: Wer eine ROG-XG-Mobile-eGPU besitzt oder den Kauf einer solchen externen Grafikkarten-Dockingstation plant, verliert diese Option beim Ally X vollständig. ASUS hat den proprietären Anschluss ersatzlos gestrichen. Dafür lässt sich der Ally X über den USB4-Port an praktisch jede moderne USB4- oder Thunderbolt-Dockingstation anschließen – ein klarer Vorteil für alle, die externe Monitore, Netzwerkadapter oder schnelle externe SSDs nutzen wollen, aber ein Nachteil für die kleine Gruppe bestehender XG-Mobile-Besitzer.

Auch die Ladeleistung wurde angehoben: Der Ally X unterstützt bis zu 100 W über USB-C Power Delivery, der originale Ally ist auf 65 W begrenzt. In Kombination mit dem größeren Akku bedeutet das zwar längere absolute Ladezeiten bei vollständiger Entladung, aber eine schnellere Wiederaufladung pro Prozentpunkt.

Display, Gewicht und Ergonomie im Alltag

Beim Bildschirm gibt es keine Überraschung: Beide Geräte nutzen dasselbe 7-Zoll-IPS-Panel mit 1920×1080 Pixeln, 120 Hz Bildwiederholrate und 500 Nit Spitzenhelligkeit. Wer sich vom Ally X ein schärferes oder helleres Display erhofft, wird hier nicht fündig – ASUS hat bewusst kein neues Panel verbaut, um Kosten und Stromverbrauch stabil zu halten.

Beim Gewicht schlägt der größere Akku spürbar zu Buche: Der Ally X bringt laut ASUS-Angaben rund 11,5 % mehr Gewicht auf die Waage als das Original mit 608 g, was in der Praxis auf etwa 675 g hinausläuft. In Testberichten – etwa bei Digital Trends – wird das Mehrgewicht als “minimal spürbar, aber durch die verbesserte Ergonomie mehr als ausgeglichen” beschrieben: ASUS hat die Griffschalen leicht überarbeitet und die Gewichtsverteilung optimiert, sodass sich der Ally X trotz höheren Gesamtgewichts in längeren Sessions vergleichbar oder sogar angenehmer anfühlen soll als das Original.

Die zwei Lüfter mit je 77 statt vormals 47 Lamellen sorgen laut ASUS zudem für einen rund 6 Dezibel leiseren Betrieb unter Last – ein Detail, das sich vor allem beim Spielen in ruhigen Umgebungen wie Zug oder Büro bemerkbar macht.

Software und Bedienung: Armoury Crate SE im Alltag

Technisch mögen sich beide Geräte in Akku und Speicher unterscheiden – in der täglichen Bedienung laufen sie mit exakt derselben Software-Oberfläche, der Armoury Crate SE. Sie überlagert den Windows-11-Desktop mit einer Handheld-freundlichen Kachelansicht, aus der sich installierte Spiele über verschiedene Launcher – Steam, Xbox App, Epic Games Store, GOG Galaxy – zentral starten lassen, ohne vorher auf die klassische Windows-Oberfläche wechseln zu müssen.

Über Armoury Crate SE lassen sich außerdem TDP-Profile für die Leistungsaufnahme, Lüfterkurven, Bildschirmauflösung und -Bildwiederholrate sowie individuelle Tastenbelegungen für die rückseitigen Zusatztasten konfigurieren. Da die Software auf beiden Geräten identisch ist, unterscheidet sich die Bedienung selbst nicht – wohl aber das Ergebnis: Wer auf dem originalen ROG Ally ein hohes TDP-Profil wählt, zahlt das mit einer bereits nach rund einer Stunde spürbaren Erschöpfung des kleineren Akkus, während das größere Modell denselben Modus deutlich länger durchhält.

Ein praktischer Kritikpunkt an Windows 11 bleibt unabhängig vom Modell bestehen: Hintergrundprozesse, automatische Updates und die volle Windows-Oberfläche unter der Handheld-Schale sorgen im Vergleich zu dedizierten Handheld-Betriebssystemen wie SteamOS gelegentlich für Ruckler beim Aufwachen aus dem Ruhezustand oder für ungewollte Update-Unterbrechungen mitten in einer Spielesession. Aus diesem Grund experimentieren einige Besitzer beider Geräte mit alternativen Linux-Distributionen – mehr dazu im Migrationsabschnitt weiter unten sowie in unserem Vergleich zwischen SteamOS und Windows 11 auf Gaming-Handhelds.

Gaming-Benchmarks: was drei unabhängige Testquellen zeigen

Um die Leistungsfrage nicht allein auf Herstellerangaben zu stützen, lohnt sich der Blick auf mehrere unabhängige Testreihen. Wichtig dabei: Die folgenden Quellen decken sowohl das direkte ROG-Ally-vs.-Ally-X-Paar als auch – zur Einordnung der aktuellen Marktlage – die neueren Xbox-gebrandeten Nachfolgemodelle ab. Beide Kategorien werden hier bewusst getrennt ausgewiesen.

Digital Trends testete beide Geräte direkt gegeneinander und kommt zu dem Schluss, dass die Bildraten in Cyberpunk 2077 und Dying Light 2 “im Grunde identisch” ausfallen. Einen messbaren Vorsprung zeigt der Ally X ausschließlich in Horizon Zero Dawn und Strange Brigade – beides Titel, die stark von Speicherbandbreite profitieren.

Tom’s Hardware und Notebookcheck: Einordnung der Xbox-Nachfolger

Der neuere Test von Tom’s Hardware zum ROG Xbox Ally zeigt, wie stark sich die Generationen inzwischen auseinanderentwickelt haben: Das Xbox-Ally-X-Modell mit dem neuen Ryzen-AI-Z2-Extreme-Chip erreichte in Cyberpunk 2077 rund 42 Bilder pro Sekunde und in Forza Horizon 5 rund 76 Bilder pro Sekunde – jeweils in hohen Einstellungen ohne Raytracing, mit FSR im Qualitätsmodus. Notebookcheck wiederum maß beim günstigeren Einstiegsmodell ROG Xbox Ally unter dem Linux-basierten Bazzite rund 38,8 Bilder pro Sekunde in Cyberpunk 2077 bei nur 20 W – und damit spürbar mehr als unter dem vorinstallierten Windows 11 auf identischer Hardware.

Diese Werte lassen sich nicht direkt mit dem ROG Ally/Ally-X-Paar vergleichen, da es sich um andere Chips handelt (Ryzen Z2 A beziehungsweise Ryzen AI Z2 Extreme statt Z1 Extreme). Sie zeigen aber, wohin sich die Handheld-Leistung 2026 entwickelt – und warum der Z1-Extreme-Chip in beiden hier verglichenen Ally-Modellen inzwischen als reifer, aber nicht mehr aktueller Stand der Technik gilt.

QuelleGetestetes GerätErgebnis
Digital TrendsROG Ally vs. ROG Ally XCyberpunk 2077 / Dying Light 2: nahezu identisch
Digital TrendsROG Ally vs. ROG Ally XHorizon Zero Dawn / Strange Brigade: Ally X spürbar vorn
Tom’s HardwareROG Xbox Ally X (Nachfolgegeneration)Cyberpunk 2077 ~42 fps, Forza Horizon 5 ~76 fps
NotebookcheckROG Xbox Ally (Einstieg) mit BazziteCyberpunk 2077 ~38,8 fps bei 20 W

Preise in Deutschland 2026: vom Marktstart zum historischen Tiefpreis

Die Preisentwicklung beider Geräte auf dem deutschen Markt ist der eigentliche Treiber hinter dieser Vergleichsfrage. Der originale ROG Ally startete laut MediaMarkt-Ankündigung am 13. Juni 2023 zu 799,99 €. Der ROG Ally X folgte gemäß GameStar am 23. Juli 2024 zum Preis von 899 €.

Seitdem hat sich die Lage deutlich verschoben. Laut ad-hoc-news senkten deutsche Elektronikhändler den Preis für den originalen ROG Ally Anfang April 2026 auf einen historischen Tiefstand von 499 € – bei einzelnen Angeboten sogar zeitweise knapp darunter. Der Bericht ordnet den Schritt als gezielte Lagerräumung vor kommender Nachfolge-Hardware ein. Der Preisvergleichsdienst Geizhals listete den originalen Ally zum Zeitpunkt der Recherche für diesen Artikel ab regulär 717,53 € – ein Hinweis darauf, dass die 499-€-Marke ein zeitlich begrenztes Sonderangebot war und nicht der dauerhafte Normalpreis ist. Der Ally X wird laut GameStar weiterhin zu rund 900 € gehandelt, wobei einzelne Händleraktionen laut Preisportalen zwischenzeitlich Rabatte auf etwa 755 € ermöglicht haben.

GerätLaunch-Preis (DE)Launch-DatumPreis Mitte 2026
ROG Ally (original)799,99 €13. Juni 2023ab ca. 499–718 € (Restposten, abgekündigt)
ROG Ally X899 €23. Juli 2024ca. 755–900 € (weiterhin neu verkauft)
ROG Xbox Ally (Einstieg, zum Vergleich)599 €16. Oktober 2025zeitweise ab 499 € im Angebot
ROG Xbox Ally X (zum Vergleich)899 €16. Oktober 2025bis knapp 999 € nach Preiserhöhungen

Der Preisabstand zwischen dem reduzierten Ally und dem weiterhin regulär verkauften Ally X liegt damit aktuell bei bis zu 400 €, je nach Händler und Aktionszeitraum. Das ist die größte Preisspanne, die die beiden Geräte seit ihrem jeweiligen Marktstart hatten – und der Hauptgrund, warum sich die Kaufentscheidung 2026 anders stellt als noch 2024 oder 2025.

Preise in Österreich und der Schweiz: höhere Aufpreise als in Deutschland

Wer in Österreich oder der Schweiz kauft, zahlt für beide Geräte spürbar mehr als in Deutschland. Der Preisvergleichsdienst Geizhals Österreich listete den originalen ROG Ally zum Zeitpunkt der Recherche ab 723,56 € – nur wenig über dem deutschen Vergleichswert. Beim größeren Modell fällt der Aufschlag jedoch deutlicher aus: Das österreichische Preisvergleichsportal idealo.at wies den Ally X mit knapp über 1.000 € aus, rund 100 € mehr als der übliche deutsche Straßenpreis.

In der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch mit anderer Referenz: Der Schweizer Preisvergleichsdienst Toppreise.ch führte das neuere, Xbox-gebrandete ROG Xbox Ally X (Modell RC73XA) zum Zeitpunkt der Recherche ab rund 800 bis 820 Schweizer Franken – ein Modell mit anderem Chip als der hier verglichene klassische Ally X, aber ein brauchbarer Anhaltspunkt für die generelle CHF-Preisebene der gesamten ROG-Ally-Produktfamilie im Schweizer Markt. Wie in Deutschland gilt: Wer den originalen, abgekündigten ROG Ally sucht, sollte gezielt nach Restposten bei großen Elektronikhändlern Ausschau halten, da die regulären Listenpreise die tatsächlich erzielbaren Rabatte kaum widerspiegeln.

Für DACH-Käufer insgesamt gilt damit eine einfache Faustregel: Die grundsätzliche Kaufentscheidung zwischen beiden Geräten – Akkulaufzeit gegen Preis – ändert sich durch die Landesgrenze nicht, wohl aber die konkrete Ersparnis. Ein Preisvergleich über mehrere Länder hinweg lohnt sich besonders für Grenzregionen wie den Bodenseeraum oder das Elsass, wo ein Kauf im günstigeren Nachbarland spürbare Differenzen ausgleichen kann.

Der Blick nach vorn: ROG Xbox Ally und Xbox Ally X als echte Nachfolger

Wer heute in die ROG-Ally-Familie einsteigt, kauft de facto in eine auslaufende Generation ein. ASUS selbst hat das inzwischen bestätigt: Laut einem Bericht von PC Gamer bezeichnete ein leitender ASUS-Manager den ROG Xbox Ally als “echten Nachfolger” sowohl des originalen ROG Ally als auch des Ally X – mit der Zusicherung, dass die älteren Geräte weiterhin neue Xbox-Softwarefunktionen erhalten sollen.

Die beiden Xbox-gebrandeten Modelle, die ASUS gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat und die seit dem 16. Oktober 2025 erhältlich sind, markieren dabei zwei sehr unterschiedliche Strategien. Der ROG Xbox Ally X (899 € Startpreis) bekommt mit dem Ryzen AI Z2 Extreme einen waschechten Generationssprung: Zen-5-Architektur mit 8 Kernen und 16 Threads bis 5,0 GHz, eine RDNA-3.5-Grafikeinheit (Radeon 890M, 16 Compute Units) sowie eine NPU mit bis zu 50 TOPS für Copilot+-Funktionen. Der günstigere ROG Xbox Ally (599 € Startpreis) überrascht dagegen mit einer technischen Randnotiz: Sein Ryzen Z2 A basiert – bestätigt unter anderem von Tom’s Hardware – auf demselben “Van Gogh”-Die, der bereits 2022 im ersten Valve Steam Deck steckte: 4 Kerne/8 Threads Zen2, RDNA2 mit 8 Compute Units, 6 bis 20 W TDP.

Auf der Computex im Juni 2026 zeigte ASUS zudem einen Ausblick auf die nächste Eskalationsstufe: den ROG Xbox Ally X20, das erste OLED-Modell der Ally-Reihe mit 7,4-Zoll-“ROG Nebula HDR”-Panel, im Bundle mit der AR-Brille ROG XREAL R1 Edition. Ein festes Erscheinungsdatum gibt es noch nicht, Schätzungen für das Bundle bewegen sich laut Berichten im Bereich von 2.000 US-Dollar aufwärts. Für Käufer, die ohnehin auf eine Xbox-Anbindung Wert legen, lohnt sich vor dem Kauf des klassischen Ally X ein Blick auf unseren Vergleich zwischen ROG Xbox Ally X und Lenovo Legion Go 2.

Die Namensähnlichkeit sorgt in der Praxis für einige Verwirrung, die sich auch in schwächeren Vergleichsartikeln anderer deutscher Tech-Portale widerspiegelt: “Ally X” und “Xbox Ally X” werden gelegentlich synonym verwendet, obwohl zwischen beiden Chipsätzen, Preisen und Marktstart-Terminen erhebliche Unterschiede liegen. Als Faustregel gilt: Trägt der Name “Xbox” im Produktnamen, handelt es sich um die 2025er-Generation mit neuerem Chip und Xbox-Vollbildoberfläche. Fehlt “Xbox” im Namen, handelt es sich um die hier verglichene, ältere 2023/2024-Generation mit Ryzen Z1 Extreme.

6 Praxisbeispiele: für wen lohnt sich welches Gerät?

Die technischen Unterschiede lassen sich am besten anhand konkreter Nutzungsszenarien einordnen. Die folgende Tabelle zeigt sechs typische Käufertypen und die jeweils sinnvollere Wahl:

NutzungsszenarioEmpfehlungBegründung
Pendler mit langen Bahn- oder FlugreisenAlly XDoppelte Akkulaufzeit ist der entscheidende Faktor unterwegs
Einsteiger mit knappem BudgetROG AllyBis zu 400 € günstiger, identische Rohleistung
Bastler und Modder, die später aufrüsten wollenAlly XStandard-M.2-2280-Format erlaubt einfachen SSD-Tausch
Besitzer einer ROG-XG-Mobile-eGPUROG AllyEinziges der beiden Geräte mit dem proprietären eGPU-Port
Streamer oder Multitasker mit HintergrundprozessenAlly X24 statt 16 GB RAM entlasten System und Overlays spürbar
Zweitgerät fürs Kinder- oder GästezimmerROG AllyAusreichende Leistung für gelegentliches Spielen zum kleinen Preis

Zwei Fälle verdienen eine genauere Betrachtung. Erstens der eGPU-Besitzer: Wer bereits in eine ROG-XG-Mobile-Dockingstation investiert hat oder eine für zuhause plant, sollte den Ally X trotz aller Vorteile meiden – der proprietäre Anschluss wurde ersatzlos gestrichen, eine Nachrüstung ist nicht möglich. Zweitens der Modder: Der Wechsel auf das M.2-2280-Format ist mehr als ein Komfortgewinn. Angesichts der seit Jahresbeginn 2026 spürbar gestiegenen Speicherpreise – ausführlich behandelt in unserem Artikel zur RAM- und SSD-Preiskrise – ist die Verfügbarkeit von Standardware ein handfester wirtschaftlicher Vorteil gegenüber dem selteneren 2230-Format.

Drei kurze Beispiele aus der Praxis verdeutlichen zusätzlich, wie unterschiedlich die Entscheidung ausfallen kann. Eine Vielpendlerin zwischen Hamburg und Hannover, die ihre tägliche Bahnfahrt von rund 80 Minuten pro Strecke zum Spielen nutzt, kommt mit dem originalen ROG Ally und seiner rund einstündigen Turbo-Laufzeit nicht über eine einzige Fahrt – das größere Modell mit knapp zwei Stunden deckt dagegen Hin- und Rückweg an den meisten Tagen ohne Steckdose ab.

Ein Student mit begrenztem Budget, der primär abends am heimischen Schreibtisch spielt und dort ohnehin eine Steckdose in Reichweite hat, profitiert kaum vom größeren Akku – für ihn ist der auf teils unter 500 € reduzierte originale Ally die wirtschaftlich sinnvollere Wahl, ohne spürbare Leistungseinbußen gegenüber dem teureren Modell.

Ein Early-Adopter, der bereits 2023 eine ROG-XG-Mobile-eGPU für den heimischen 4K-Fernseher angeschafft hat, steckt dagegen in einer Zwangslage: Ein Umstieg würde die bereits getätigte eGPU-Investition komplett entwerten, da der passende Anschluss beim Nachfolgemodell schlicht nicht mehr vorhanden ist. Für ihn bleibt der originale ROG Ally trotz aller sonstigen Vorteile die einzig sinnvolle Wahl, solange er an der eGPU festhalten möchte.

Migrations-Anleitung: vom ROG Ally auf den ROG Ally X umsteigen

Wer von einem originalen ROG Ally auf den Ally X wechselt, muss keine komplette Neueinrichtung fürchten – die meisten Daten lassen sich mit wenig Aufwand übertragen. Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Cloud-Speicherstände zuerst aktivieren: Steam Cloud, Xbox Play Anywhere, GOG Galaxy, EA App und Ubisoft Connect synchronisieren Spielstände automatisch, sofern die Funktion pro Spiel aktiviert ist. Das reduziert den manuellen Übertragungsaufwand auf ein Minimum.
  2. Armoury-Crate-Profil exportieren: Individuelle Tastenbelegungen, Makros und Performance-Profile lassen sich über die Armoury-Crate-SE-Software als Profildatei exportieren und auf dem neuen Gerät wieder importieren.
  3. Lokale Speicherstände sichern: Für Spiele ohne Cloud-Sync hilft ein einfaches Backup-Skript, das die relevanten Ordner auf ein externes Laufwerk kopiert (siehe Codebeispiel unten).
  4. Windows-Konto verknüpfen: Wer sich auf beiden Geräten mit demselben Microsoft-Konto anmeldet, übernimmt automatisch OneDrive-Dateien, Browser-Lesezeichen und viele App-Einstellungen.
  5. Alte SSD nicht sofort entsorgen: Da der Ally X über einen USB4-Port verfügt, lässt sich die alte M.2-2230-SSD in einem externen Gehäuse als schnelles Backup- oder Transferlaufwerk weiterverwenden.

Für lokale Speicherstände, die keinen Cloud-Sync unterstützen, hilft ein einfaches robocopy-Skript unter Windows. Die folgenden Pfade sind Beispiele – viele Launcher legen Speicherstände an abweichenden Orten ab, eine Prüfung pro Spiel bleibt sinnvoll:

:: Schritt 1 – auf dem alten ROG Ally: Sicherung auf externes Laufwerk
robocopy "C:\Users\%USERNAME%\Saved Games" "E:\ROG-Ally-Backup\Saved Games" /E /Z
robocopy "C:\Users\%USERNAME%\Documents\My Games" "E:\ROG-Ally-Backup\My Games" /E /Z
robocopy "C:\ProgramData\ASUS\ArmouryCrate" "E:\ROG-Ally-Backup\ArmouryCrate" /E /Z

:: Schritt 2 – auf dem neuen ROG Ally X: Wiederherstellung
robocopy "E:\ROG-Ally-Backup\Saved Games" "C:\Users\%USERNAME%\Saved Games" /E
robocopy "E:\ROG-Ally-Backup\My Games" "C:\Users\%USERNAME%\Documents\My Games" /E
robocopy "E:\ROG-Ally-Backup\ArmouryCrate" "C:\ProgramData\ASUS\ArmouryCrate" /E

:: Hinweis: Pfade variieren je nach Spiel/Launcher – vor dem Löschen
:: der alten SSD unbedingt Vollständigkeit der Kopie prüfen.

Wer stattdessen von Windows 11 auf ein alternatives Handheld-Betriebssystem wie Bazzite wechseln möchte, findet die nötigen Schritte und Unterschiede zu SteamOS in unserem separaten Vergleich zwischen Bazzite und SteamOS.

Vor- und Nachteile im Überblick

GerätVorteileNachteile
ROG Ally (original)Bis zu 400 € günstiger; identische Rohleistung zum Ally X; behält den ROG-XG-Mobile-eGPU-PortNur 40 Wh Akku; seltenes M.2-2230-SSD-Format; offiziell abgekündigt, nur noch Restbestände
ROG Ally XDoppelte Akkulaufzeit; Standard-M.2-2280-SSD; mehr RAM und Bandbreite; leiser unter Last; USB4-PortRund 100–400 € teurer; kein eGPU-Port mehr; höheres Gewicht; kein Leistungssprung bei CPU/GPU

Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass es sich nicht um eine klassische Nachfolger-Entscheidung wie “neu schlägt alt” handelt, sondern um eine echte Abwägung zwischen Preis und Ausdauer. Wer eine der beiden Ausschlusskriterien – eGPU-Nutzung auf der einen, absolute Akkulaufzeit auf der anderen Seite – für sich klar beantworten kann, trifft die Entscheidung fast von selbst.

Zubehör: Docks, Hüllen und Controller-Grips

Da beide Geräte auf demselben 7-Zoll-Formfaktor mit nahezu identischer Grundform basieren, funktioniert ein großer Teil des Zubehörs für den originalen ROG Ally auch am größeren Modell – mit einigen wichtigen Ausnahmen. Schutzhüllen und Displayfolien sind aufgrund des unveränderten 7-Zoll-Panels weitgehend kompatibel, auch wenn eng anliegende Hardcases wegen der rund 11,5 % größeren Bautiefe gelegentlich nicht mehr richtig schließen.

Bei Dockingstationen zeigt sich der größte Unterschied: USB4-Docks, die für den Ally X beworben werden, funktionieren am originalen ROG Ally nur eingeschränkt, da dessen einzelner USB-C-Anschluss lediglich USB-3.2-Gen2-Geschwindigkeit und keinen vollen USB4-Funktionsumfang bietet. Umgekehrt lässt sich jede einfache USB-C-Dockingstation, die für den originalen Ally ausgelegt ist, auch am größeren Modell nutzen – dort jedoch ohne dessen volles Potenzial auszuschöpfen. Die einzige echte Inkompatibilität betrifft die ROG-XG-Mobile-eGPU: Sie funktioniert ausschließlich am originalen ROG Ally und ist am Nachfolgemodell mangels passendem Anschluss technisch nicht nutzbar.

Controller-Grips und externe Gamepads, die über Bluetooth oder USB angebunden werden, sind an beiden Geräten uneingeschränkt nutzbar, da sich an der Windows-Treiberebene nichts geändert hat. Wer zusätzlich zum Handheld-Betrieb einen klassischen Controller für den Desktop-Modus am externen Monitor sucht, kann auf dieselbe Peripherie zurückgreifen wie am PC.

Das Urteil: welches Handheld ist 2026 die bessere Wahl?

Rein auf dem Papier gewinnt der ROG Ally X. Er bietet mehr Akku, mehr Speicher, ein zukunftssicheres SSD-Format und einen zeitgemäßeren USB4-Anschluss – bei identischer Rechenleistung. Wer sich das Gerät heute neu kauft und keinen der beiden Sonderfälle (eGPU-Besitz oder extrem knappes Budget) erfüllt, macht mit dem Ally X wenig falsch.

Die eigentliche Pointe des Vergleichs liegt jedoch im Preis: Mit einem Abstand von bis zu 400 € zwischen reduziertem Ally und regulär verkauftem Ally X ist der originale ROG Ally 2026 keine veraltete Fehlkonstruktion, sondern ein legitimes Budget-Handheld für alle, die mit rund einer Stunde Akkulaufzeit im Turbo-Modus leben können oder ohnehin überwiegend in Steckdosennähe spielen. Für alle anderen – insbesondere Vielreisende und Pendler – rechtfertigt die mehr als verdoppelte Praxislaufzeit den Aufpreis. Wer zusätzlich auf dem neuesten Stand der Technik sein möchte und mit dem Xbox-Ökosystem liebäugelt, sollte den Blick zusätzlich auf die neuere ROG-Xbox-Ally-Generation richten, die inzwischen als ASUS’ offizieller Nachfolger beider hier verglichenen Modelle gilt.

Kaufen, wenn…Meiden, wenn…
ROG Ally: Budget im Vordergrund steht, eine eGPU genutzt wird oder das Gerät meist an der Steckdose läuftROG Ally: lange Akkulaufzeit unterwegs Priorität hat
Ally X: lange Spielsessions unterwegs, Multitasking oder spätere SSD-Aufrüstung geplant sindAlly X: eine ROG-XG-Mobile-eGPU bereits vorhanden ist oder das Budget hart begrenzt ist

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen ROG Ally und ROG Ally X?

Der Prozessor ist identisch (Ryzen Z1 Extreme). Der Ally X verdoppelt stattdessen den Akku auf 80 Wh, verbaut 24 statt 16 GB RAM, wechselt auf das gängige M.2-2280-SSD-Format und tauscht den proprietären XG-Mobile-Anschluss gegen einen zusätzlichen USB4-Port.

Lohnt sich das Upgrade von ROG Ally auf ROG Ally X?

Für unterwegs Spielende mit knapper Akkulaufzeit oder alle, die die SSD später selbst tauschen wollen: ja. Wer hauptsächlich zuhause spielt und mit 40 Wh Akku und 512 GB Speicher auskommt, spart mit dem stark reduzierten ROG-Ally-Restposten mehrere hundert Euro.

Kann ich die SSD im ROG Ally X selbst aufrüsten?

Ja – der Ally X nutzt das Standardformat M.2 2280, das auch in vielen Laptops und Desktop-Mainboards verbaut wird. Der originale ROG Ally ist auf das seltenere, kompaktere M.2-2230-Format beschränkt, für das Ersatzlaufwerke teurer und schwerer zu finden sind.

Warum hat der ROG Ally X keinen XG-Mobile-Anschluss mehr?

ASUS hat den proprietären eGPU-Port zugunsten eines zweiten, standardkonformen USB4-Anschlusses gestrichen. Wer eine ROG-XG-Mobile-eGPU besitzt oder den Kauf plant, ist weiterhin auf den originalen ROG Ally angewiesen.

Ist der ROG Ally 2026 noch kaufenswert?

Nur noch eingeschränkt: ASUS hat die Produktion eingestellt, Neuware ist praktisch ausverkauft. Restposten für teils unter 500 € bleiben für preisbewusste Käufer ohne eGPU-Pläne und ohne hohe Ansprüche an die Akkulaufzeit weiterhin eine legitime Option, solange der Vorrat reicht.

Was unterscheidet ROG Ally X und ROG Xbox Ally X?

Trotz ähnlicher Namen handelt es sich um unterschiedliche Generationen: Der Ally X (2024) nutzt weiterhin den Ryzen Z1 Extreme, während der seit Oktober 2025 erhältliche Xbox Ally X auf den neueren Ryzen AI Z2 Extreme mit Zen-5-Architektur und NPU für Copilot+-Funktionen setzt – ein echter Generationssprung.

Wie lange hält der Akku des ROG Ally X wirklich?

Im Praxistest von XDA Developers hielt der Ally X in GTA Online bei 25 W Turbo-Modus rund 1 Stunde 56 Minuten durch, der originale Ally kam im selben Test auf 57 Minuten – ein Faktor von gut 2×. Bei niedrigeren Leistungsstufen fallen beide Laufzeiten spürbar länger aus.

Läuft SteamOS oder Bazzite auf dem ROG Ally X?

Offiziell liefert ASUS Windows 11 aus, doch beide Geräte lassen sich inoffiziell auch mit alternativen Linux-basierten Handheld-Systemen wie Bazzite betreiben. Details zur Einrichtung und den Unterschieden zu SteamOS haben wir in einem separaten Vergleich zusammengefasst.

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