Es ist die teuerste Zeit für Gaming-Hardware seit der Chipkrise 2021 – und diesmal ist der Auslöser nicht Corona oder das Krypto-Mining, sondern die künstliche Intelligenz. Eine globale Speicherkrise treibt seit Anfang 2026 die Grafikkarten-Preise 2026, RAM-Kits, SSDs, Konsolen und Handhelds gleichzeitig in die Höhe. In Deutschland kosten DDR5-Speicherkits im Mai 2026 laut PC Games Hardware über 300 Prozent mehr als noch im Juli 2025, Valve hat die Preise für das Steam Deck OLED über Nacht um bis zu 240 Euro angehoben, und Nintendo verteuert die Switch 2 ab September. Diese Analyse ordnet die Zahlen ein, erklärt die Ursachen und wagt einen Ausblick. Stand: 05. Juli 2026.

Auf einen Blick: Die Speicherkrise 2026 in Zahlen

Wer sich 2026 einen neuen Gaming-PC bauen, eine Konsole kaufen oder einfach nur den Arbeitsspeicher aufrüsten will, zahlt drauf. Die wichtigsten Eckdaten der Speicherkrise 2026 im Überblick:

  • RAM-Preise 2026: Ein 32-GB-DDR5-Kit, das im Sommer 2025 unter 100 Euro kostete, liegt im März 2026 teils über 450 Euro – ein Plus von rund 300 Prozent.
  • Grafikkarten-Preise 2026: High-End-Karten wie die GeForce RTX 5090 werden laut US-Händlerlisten deutlich über 4.000 US-Dollar gehandelt, obwohl der UVP bei 1.999 US-Dollar liegt.
  • Ursache: KI-Rechenzentren binden 2026 rund 70 Prozent der weltweiten Speicherproduktion – 2022 waren es noch 20 bis 30 Prozent.
  • Konsolen: Nintendo hebt die Switch 2 ab dem 1. September 2026 in Europa von 469,99 auf 499,99 Euro an; die PlayStation 5 kletterte bereits auf 649,99 Euro.
  • Handhelds: Das Steam Deck OLED wurde am 27. Mai 2026 um bis zu 240 Euro teurer und war binnen 24 Stunden ausverkauft.
  • Prognose: Marktforscher erwarten die Preisspitze frühestens Ende 2026 – eine echte Entspannung nicht vor Ende 2027, teils erst 2028.

Was ist passiert? Die Speicherkrise erfasst die gesamte Gaming-Hardware

Über Jahre galt die Faustregel: Hardware wird mit der Zeit günstiger. 2026 ist diese Regel außer Kraft gesetzt. Der Grund ist eine strukturelle Knappheit bei Speicherchips – bei DRAM (dem klassischen Arbeitsspeicher) ebenso wie bei NAND-Flash (der Basis von SSDs) und bei den GDDR- und HBM-Chips, die auf Grafikkarten und in Rechenzentren stecken. Weil alle diese Chips in denselben Fabriken vom Band laufen, zieht die Speicherkrise 2026 sämtliche Komponenten mit nach oben.

Für Gamerinnen und Gamer bedeutet das eine seltene Gleichzeitigkeit: Nicht nur ein einzelnes Produkt wird teurer, sondern die gesamte Plattform-Landschaft. Der DIY-PC-Bau verteuert sich über RAM und Grafikkarte, Konsolenhersteller reichen die gestiegenen Fertigungskosten an die Kundschaft weiter, und selbst Handhelds wie das Steam Deck – lange ein Symbol für bezahlbares PC-Gaming – bekommen ein deftiges Preisschild. Die Branche spricht offen von der schlimmsten Speicher-Verknappung seit über einem Jahrzehnt.

Besonders bitter: Die Krise trifft auf einen ohnehin angespannten Markt. Nach dem Boom der Pandemiejahre und dem darauffolgenden Nachfrageeinbruch stehen die Hersteller unter Druck, ihre Margen zu verteidigen. Die KI-Welle liefert ihnen nun einen zusätzlichen – und weit lukrativeren – Absatzkanal, der das Consumer-Geschäft an den Rand drängt. Wer 2026 spielen will, konkurriert beim Speicher direkt mit den Rechenzentren von OpenAI, Google und Meta.

RAM-Preise 2026: Bis zu 300 Prozent teurer

Der sichtbarste Teil der Speicherkrise 2026 sind die RAM-Preise. Arbeitsspeicher war jahrelang die günstigste Aufrüst-Option überhaupt – ein 32-GB-DDR5-Kit gab es 2025 für unter 100 Euro. Im März 2026 verlangen Händler dafür teils über 450 Euro. PC Games Hardware dokumentiert für Deutschland einen Aufschlag von über 300 Prozent gegenüber Juli 2025. In den USA kostete ein 32-GB-DDR5-Kit laut dem RAM-Preisindex von Tom’s Hardware am 3. Juni 2026 rund 375 US-Dollar – ein Jahr zuvor waren es 80 bis 120 US-Dollar.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung ausgewählter Speicherpreise. Die Werte sind Marktbeobachtungen und Richtwerte; die konkreten Straßenpreise schwanken je nach Hersteller und Händler.

Speicher-KategoriePreis 2024/25Preis 2026Veränderung
DDR5 32-GB-Kit (Deutschland)unter 100 €über 450 € (März 2026)ca. +300 %
DDR5 32-GB-Kit (USA)80–120 $ca. 375 $ (Juni 2026)ca. +200 bis +300 %
Consumer-DRAM (global)Tiefstand 2024/252026+300 bis +600 %
DRAM-Kontraktpreise (QoQ)Q4 2025Q1 2026+90 % in einem Quartal
Server-64-GB-RDIMMAnfang 2025Ende 2026 (Prognose)bis zu verdoppelt
Entwicklung der Speicherpreise 2025–2026. Quellen: PC Games Hardware, Tom’s Hardware, Network World.

Die Lage ist so angespannt, dass einzelne Systemhäuser laut Branchenbeobachtern dazu übergegangen sind, Komplett-PCs zeitweise ganz ohne Arbeitsspeicher zu verkaufen – schlicht, weil sich der RAM-Preis nicht seriös kalkulieren lässt. Der Technologie-Analyst Michael Parekh fasst die Marktstimmung so zusammen:

„Die Preise für RAM und NAND/SSD sind in den vergangenen Monaten in die Höhe geschnellt – wegen der durch die Nachfrage der KI-Rechenzentren ausgelösten Knappheit. Manche Händler mussten Speicher verkaufen wie Hummer, die Preise für Komplett-PCs sind gestiegen, und einige Systemhäuser verkaufen PCs inzwischen sogar ohne RAM.”

Michael Parekh, Technologie-Analyst, michaelparekh.substack.com

Grafikkarten-Preise 2026: Wenn der Speicher den Preis diktiert

Auch die Grafikkarten-Preise 2026 kennen nur eine Richtung. Das hat zwei Gründe. Erstens ist der Grafikspeicher – GDDR6 und GDDR7 – vom selben Engpass betroffen wie normaler Arbeitsspeicher, weil er in denselben Werken von Samsung, SK Hynix und Micron gefertigt wird. Zweitens verknappt die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Beschleunigern die Fertigungskapazität zusätzlich. Das Ergebnis: Karten wie die Radeon RX 9070 XT oder die GeForce RTX 5070 Ti werden vielerorts über UVP gehandelt.

Am oberen Ende ist die Lage besonders drastisch. Der Technologie-Analyst Michael Parekh beobachtet bei der GeForce RTX 5090 eine völlige Entkopplung von Straßenpreis und UVP:

„Obwohl es bei GeForce keine größeren Speicheränderungen gab, ziehen die Preise bereits an. Newegg listet inzwischen diverse RTX-5090-Karten deutlich über 4.000 US-Dollar. Es wird zunehmend schwierig, eine RTX 5090 für unter 3.000 US-Dollar zu finden – nachdem die Preise im September noch nahe am UVP von 1.999 US-Dollar lagen.”

Michael Parekh, Technologie-Analyst, michaelparekh.substack.com

Bemerkenswert ist die Reaktion der Hersteller in der Mittel- und Einsteigerklasse. Statt neue Budget-Modelle zu bringen, greift Nvidia auf altbewährte Hardware zurück: Der Konzern verschob die erwartete RTX 5050 mit 9 GB und brachte stattdessen die betagte RTX 3060 mit 12 GB zurück in den Handel. In Deutschland taucht die 3060 laut VideoCardz ab rund 333 Euro wieder in den Preisvergleichen auf – im Sommer 2025 war dieselbe Karte für etwa 245 Euro zu haben. Eine vier Jahre alte Grafikkarte wird 2026 also spürbar teurer, statt günstiger. Deutlicher lässt sich die Absurdität der aktuellen Grafikkarten-Preise 2026 kaum illustrieren.

Die Ursache: KI-Rechenzentren verschlingen den Speicher

Warum trifft es ausgerechnet den Speicher? Die Antwort liegt in der Ökonomie der KI-Fabriken. Große Sprachmodelle und KI-Beschleuniger benötigen enorme Mengen an sogenanntem High Bandwidth Memory (HBM) – gestapeltem, extrem schnellem Speicher. Für die Hersteller ist HBM ein Traumgeschäft: Der Umsatz pro Wafer liegt Schätzungen zufolge drei- bis fünfmal höher als bei konventionellem DDR5. Entsprechend lenken Samsung, SK Hynix und Micron ihre Fertigungslinien konsequent Richtung HBM um.

Die Folge ist eine dramatische Verschiebung der Kapazitäten. Analysen zufolge binden KI-Rechenzentren 2026 rund 70 Prozent der weltweiten Speicherproduktion – 2022 lag dieser Anteil noch bei 20 bis 30 Prozent. HBM allein beansprucht mittlerweile etwa 23 Prozent aller DRAM-Wafer. Was für die Consumer-Fertigung übrig bleibt, wird künstlich knapp – und damit teuer. Der wachsende Anteil der Speicher- und Storage-Kosten an den Gesamtkosten eines PCs ist messbar: Laut Network World stiegen Speicher und Storage beim Computerhersteller HP von zuvor 15 bis 18 Prozent der Stückliste (Bill of Materials) auf rund 35 Prozent im Jahr 2026.

Verschärfend kommt hinzu, dass auf der Angebotsseite kaum kurzfristige Entlastung möglich ist. Neue Speicherfabriken brauchen Jahre bis zur Serienreife, und die vorhandenen Kapazitäten sind auf das margenstarke KI-Geschäft ausgerichtet. Selbst bei NAND-Flash spitzt sich die Lage zu, seit Samsung bereits im März 2025 die Produktion bestimmter NAND-Typen einstellte. Kurz: Die Speicherkrise 2026 ist kein vorübergehender Engpass, sondern Ausdruck eines strukturellen Nachfrageschocks durch die KI-Industrie.

Konsolen im Preis-Schock: PS5, Switch 2 und Xbox ziehen an

Die Speicherkrise 2026 bleibt nicht auf den PC beschränkt. Auch die großen Konsolenhersteller reichen die gestiegenen Kosten weiter – ein historisch seltener Vorgang, denn üblicherweise werden Konsolen im Lebenszyklus günstiger, nicht teurer. Nintendo hat als bislang deutlichstes Beispiel angekündigt, die unverbindliche Preisempfehlung der Switch 2 in Europa zum 1. September 2026 von 469,99 auf 499,99 Euro anzuheben. Der Konzern begründet den Schritt laut GamesWirtschaft mit einem „sich verändernden Marktumfeld” und steigenden Produktionskosten.

Interessant ist die Marktreaktion vor der Erhöhung: Händler unterbieten sich seit Wochen gegenseitig, um die Lager vor dem 1. September zu leeren. Preisvergleichsportale wie Geizhals listen die Switch 2 in Deutschland zeitweise ab rund 409 Euro – Käuferinnen und Käufer können also noch bis Ende August zum alten Preis zuschlagen, bevor die neue Empfehlung greift. Auch Sony und Microsoft haben ihre Hardware 2026 verteuert. Die folgende Tabelle bündelt die wichtigsten Preiserhöhungen bei Gaming-Hardware.

ProduktAlter PreisNeuer PreisGültig abGrund
Steam Deck OLED 512 GB569 €779 €27. Mai 2026DRAM/NAND-Krise
Steam Deck OLED 1 TB679 €919 €27. Mai 2026DRAM/NAND-Krise
Nintendo Switch 2469,99 €499,99 €1. September 2026steigende Produktionskosten
PlayStation 5549,99 €649,99 €2026Bauteil- und Wechselkurskosten
Xbox Series X (USA)649,99 $799,99 $1. August 2026Komponentenkosten
GeForce RTX 3060 12 GB (D)ca. 245 €ca. 333 €2026GDDR-Verknappung
Ausgewählte Preiserhöhungen bei Gaming-Hardware 2026. Quellen: PC Games Hardware, Golem, GamesWirtschaft, VideoCardz.

Wie stark die Verkaufszahlen bereits unter dem Preisdruck leiden, zeigt unser Blick auf den Einbruch des Konsolenmarkts 2026: Die PS5-Verkäufe brachen im Jahresvergleich deutlich ein, während die Switch 2 den Markt anführt. Die Preiserhöhungen dürften diesen Trend eher verstärken als bremsen.

Handhelds: Steam Deck OLED über Nacht 240 Euro teurer

Kein Produkt symbolisiert die Speicherkrise 2026 so sehr wie das Steam Deck OLED. Am 27. Mai 2026 kündigte Valve im Steam-Hardware-Forum die Rückkehr des zeitweise ausverkauften Handhelds an – allerdings zu drastisch erhöhten Preisen. Das 512-GB-Modell kostet laut PC Games Hardware nun 779 statt 569 Euro, die 1-TB-Variante 919 statt 679 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von bis zu 240 Euro oder 37 Prozent. Trotzdem waren beide Modelle laut Golem binnen 24 Stunden in Nordamerika und weiten Teilen Europas ausverkauft.

Valve nennt als Grund unmissverständlich die anhaltende Speicherkrise bei DRAM und NAND-Flash. Damit trifft die Verknappung ausgerechnet jenes Gerät, das PC-Gaming für viele erst erschwinglich gemacht hat. Der Preissprung reiht sich in eine ganze Serie von Handheld-Verteuerungen ein – wer die Alternativen vergleicht, findet in unserem Duell MSI Claw 8 AI+ gegen Steam Deck OLED die aktuellen Straßenpreise, und auch die Windows-Handhelds im Test ROG Xbox Ally X vs. Legion Go 2 sind vom Speicherpreis betroffen.

Die Krise wirkt sogar auf Produkte, die es noch gar nicht in die Regale geschafft haben. Valves teurere Wohnzimmer-Konsole, die Steam Machine, sowie das VR-Headset Steam Frame wurden Ende 2025 angekündigt und mussten wegen der globalen Speicher- und RAM-Verknappung mehrfach verschoben werden. Wie eng RAM-Ausstattung und Preis inzwischen zusammenhängen, zeigt unser Deep Dive zum 16-GB-VR-Headset Steam Frame, das direkt auf die RAM-Krise trifft.

Marktanalyse: Warum das Einsteigersegment ausstirbt

Die eigentlich beunruhigende Entwicklung hinter den nackten Zahlen ist eine Marktspaltung. Weil Speicher der größte variable Kostenblock in Einsteigergeräten ist, trifft die Speicherkrise 2026 günstige Produkte prozentual am härtesten. Eine 300-Euro-Grafikkarte, deren Speicher plötzlich doppelt so teuer ist, lässt sich kaum noch profitabel verkaufen – eine 2.000-Euro-Karte verkraftet denselben absoluten Aufschlag leichter. Die Folge: Hersteller ziehen sich aus dem Budget-Segment zurück und konzentrieren sich auf margenstarke High-End-Produkte.

Für die breite Masse der Spielenden ist das eine schlechte Nachricht. Genau jene Geräte, die den Einstieg ins PC-Gaming ermöglichen – bezahlbare Grafikkarten, günstige Komplett-PCs, RAM-Aufrüstkits – werden rar und teuer. Der Handheld-Boom der vergangenen Jahre, den Mini-Gaming-PCs und Geräte wie das Steam Deck ausgelöst haben, gerät ausgerechnet in dem Moment ins Stocken, in dem er den Massenmarkt erreichen könnte. Michael Parekh brachte diese Spannung schon auf der CES 2026 auf den Punkt, als er beschrieb, wie zugeknöpft sich Hardware-Hersteller bei Preisfragen gaben.

Kurzfristig weichen viele Käufer auf den Gebrauchtmarkt aus. Doch auch dort steigen die Preise, weil die Nachfrage nach günstiger Gebraucht-Hardware sprunghaft zunimmt und gleichzeitig weniger Neugeräte nachrücken. Der Second-Hand-Markt kann die Lücke, die das sterbende Einsteigersegment hinterlässt, nur teilweise füllen – und bringt eigene Risiken bei Garantie und Zustand mit sich.

Historischer Vergleich: Chipkrise 2020/21 vs. Speicherkrise 2026

Ältere PC-Spieler erinnern sich an die Chipkrise 2020/2021: Damals sorgten Pandemie-Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und ein Krypto-Mining-Boom dafür, dass Grafikkarten wie die GeForce RTX 3080 oder die Radeon RX 6800 zeitweise nur zum zwei- bis dreifachen UVP zu bekommen waren – wenn überhaupt. Scalper und Bots leerten die Lager in Sekunden. Die Speicherkrise 2026 ähnelt jener Zeit im Ergebnis, unterscheidet sich aber in der Ursache grundlegend.

MerkmalChipkrise 2020/2021Speicherkrise 2026
HauptauslöserPandemie, Lieferketten, Krypto-MiningKI-Rechenzentren, HBM-Nachfrage
Betroffene Komponentenvor allem GPUs, teils CPUsRAM, SSDs, GPUs, Konsolen, Handhelds
PreisspitzeGPUs 2- bis 3-facher UVPRAM +300 %, High-End-GPUs weit über UVP
KnappheitstypNachfrage-Schock + Logistikstrukturelle Kapazitätsverlagerung
Erwartete Erholungab 2022/2023 (Mining-Crash)frühestens Ende 2027, teils 2028
Zwei Hardware-Krisen im Vergleich.

Der entscheidende Unterschied: 2021 war die Nachfrage nach GPUs teils spekulativ (Mining) und brach mit dem Krypto-Crash abrupt ein. 2026 dagegen steht mit der KI-Infrastruktur eine finanzstarke, langfristig planende Industrie hinter der Nachfrage. Ein plötzlicher Nachfrageeinbruch wie beim Mining ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Hyperscaler bauen ihre Rechenzentren weiter aus. Das macht eine schnelle Rückkehr zu Normalpreisen unwahrscheinlicher als beim letzten Mal.

Was Marktforscher und Analysten prognostizieren

Die Einschätzungen der Marktforschungsinstitute zeichnen ein einheitliches Bild: Die Preise bleiben vorerst hoch. Der Marktforscher IDC rechnet in seiner Analyse vom 18. Dezember 2025 damit, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs 2026 um 4 bis 6 Prozent steigen – im pessimistischen Szenario um 6 bis 8 Prozent. Bei Smartphones werden 3 bis 5 Prozent (pessimistisch 6 bis 8 Prozent) erwartet. IDC betont, dass die aktuelle Speicherverknappung sich strukturell von früheren unterscheide, weil der Ausbau der KI-Infrastruktur enormen Druck auf das gesamte Speicher-Ökosystem ausübe.

Beim Zeitpunkt der Entspannung sind sich die Analysten weitgehend einig – und die Nachricht ist unerfreulich. Der Marktforscher TrendForce erwartet die Preisspitze frühestens Ende 2026, gefolgt von einer Stabilisierung auf hohem Niveau statt eines echten Rückgangs. Die meisten Beobachter rechnen nicht vor Ende 2027 mit spürbarer Entlastung, einzelne Schätzungen reichen sogar bis 2028. Die eingangs erwähnten DRAM-Kontraktpreise legten laut Marktdaten allein im ersten Quartal 2026 um rund 90 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

Auch von der Angebotsseite kommt Rückenwind für hohe Preise: Solange HBM pro Wafer ein Vielfaches des Umsatzes von DDR5 bringt, gibt es für Samsung, SK Hynix und Micron wenig ökonomischen Anreiz, Kapazität zurück ins Consumer-Segment zu verlagern. Erst wenn der KI-Investitionszyklus abflacht oder neue Fabriken in Serie gehen, dürfte sich das Blatt wenden – und beides braucht Zeit.

Fünf Prognosen für 2026 und 2027

Auf Basis der aktuellen Datenlage lassen sich für die kommenden 18 Monate fünf konkrete Entwicklungen ableiten:

  1. Weitere Konsolen-Preiserhöhungen: Sollte die Speicherkrise 2026 wie prognostiziert bis 2027 anhalten, sind zusätzliche Aufschläge bei PS5, Switch 2 und Xbox wahrscheinlich – oder das Ausbleiben der sonst üblichen Preissenkungen im Lebenszyklus.
  2. Grafikkarten-Preise 2026 bleiben über UVP: Vor allem im Mittelklasse-Segment (RTX 5070/RX 9070) dürften die Straßenpreise bis mindestens Anfang 2027 über den Herstellerempfehlungen liegen.
  3. Weniger Neuvorstellungen im Budget-Bereich: Hersteller verschieben günstige Modelle (wie bereits bei der RTX 5050 geschehen) oder recyceln ältere Chips, statt neue Einsteigerkarten zu bringen.
  4. Boom bei Gebraucht- und Refurbished-Hardware: Der Second-Hand-Markt und zertifizierte Aufbereiter gewinnen an Bedeutung – mit entsprechend steigenden Gebrauchtpreisen.
  5. Keine Entspannung vor Ende 2027: Solange KI-Rechenzentren rund 70 Prozent der Speicherproduktion binden, bleibt eine Rückkehr zu den Preisen von 2024/25 unrealistisch.

Was Gamer jetzt tun können

Für die konkrete Kaufentscheidung ergeben sich aus der Speicherkrise 2026 einige pragmatische Empfehlungen. Wer ohnehin ein Upgrade plant, sollte nicht auf fallende Preise warten – die Datenlage spricht klar gegen eine baldige Entspannung. Umgekehrt lohnt es sich, überdimensionierte Käufe zu vermeiden: Statt vorsorglich 64 GB RAM zu kaufen, reichen für die allermeisten Spiele 2026 weiterhin 32 GB, oft sogar 16 GB.

  • Vorziehen statt abwarten: Geplante Upgrades bei RAM, SSD oder Grafikkarte eher früher als später tätigen, solange die Preise nicht weiter steigen.
  • Angebote vor Preiserhöhungen nutzen: Die Switch 2 ist bis Ende August 2026 noch zum alten Preis (teils ab rund 409 €) erhältlich – ein klarer Anreiz für Kaufinteressierte.
  • Bedarfsgerecht dimensionieren: Keine überzogenen RAM-Mengen kaufen; für aktuelle Titel genügen meist 16 bis 32 GB.
  • Gebrauchtmarkt prüfen: Aufbereitete Grafikkarten und Konsolen können eine Alternative sein – auf Garantie und Zustand achten.
  • Konsole statt teurem PC-Upgrade: Wer primär spielt, fährt mit einer Konsole trotz Preiserhöhung derzeit oft günstiger als mit einem Neu-PC.

Eine spannende Randnotiz: Die Preisverschiebungen verändern auch die Attraktivität ganzer Geräteklassen. Weil aufgerüstete Gaming-PCs teurer werden, gewinnen geschlossene Plattformen wie Konsolen und Handhelds relativ an Wert – selbst mit Preisaufschlag. Der aktuelle Vergleich zwischen Meta Quest 3 und Quest 3S, deren Preise ebenfalls durch die Speicherchip-Verknappung beeinflusst wurden, zeigt exemplarisch, wie tief die Krise in jede Produktkategorie hineinreicht.

Häufig gestellte Fragen zur Speicherkrise 2026

Warum steigen die Grafikkarten-Preise 2026 so stark?

Weil der Grafikspeicher (GDDR6/GDDR7) in denselben Fabriken gefertigt wird wie der Arbeitsspeicher und HBM für KI-Beschleuniger. Die KI-Nachfrage bindet einen Großteil der Kapazität, wodurch der Grafikspeicher knapp und teuer wird. Zusätzlich sind einige GPU-Generationen ohnehin knapp verfügbar, was die Straßenpreise über den UVP treibt.

Wie stark sind die RAM-Preise 2026 gestiegen?

In Deutschland kosten DDR5-Kits im Mai 2026 laut PC Games Hardware über 300 Prozent mehr als im Juli 2025. Ein 32-GB-Kit, das 2025 unter 100 Euro kostete, liegt im März 2026 teils über 450 Euro. Global stiegen die Consumer-DRAM-Preise um 300 bis 600 Prozent gegenüber ihren Tiefstständen 2024/25.

Wann sinken die Preise wieder?

Nach Einschätzung von Marktforschern wie TrendForce ist die Preisspitze frühestens Ende 2026 erreicht, gefolgt von einer Stabilisierung auf hohem Niveau. Eine echte Entspannung erwarten die meisten Analysten nicht vor Ende 2027, einzelne Schätzungen reichen bis 2028.

Warum wird die Nintendo Switch 2 teurer?

Nintendo hebt die unverbindliche Preisempfehlung der Switch 2 in Europa zum 1. September 2026 von 469,99 auf 499,99 Euro an und begründet dies mit steigenden Produktionskosten und einem veränderten Marktumfeld. Bis Ende August 2026 ist die Konsole vielerorts noch zum alten Preis erhältlich.

Sollte ich jetzt kaufen oder auf günstigere Preise warten?

Da eine baldige Entspannung unwahrscheinlich ist, spricht wenig fürs Abwarten. Wer ein Upgrade plant, sollte es eher vorziehen. Gleichzeitig lohnt es sich, nicht mehr Speicher zu kaufen als nötig und Angebote vor angekündigten Preiserhöhungen zu nutzen.

Ist die Speicherkrise 2026 mit der Chipkrise 2021 vergleichbar?

Im Ergebnis ähneln sich beide Krisen (hohe Preise, knappe Ware), die Ursache ist jedoch eine andere. 2021 trieben Pandemie und Krypto-Mining die GPU-Preise; 2026 ist es die strukturelle Nachfrage der KI-Rechenzentren nach Speicher. Weil diese Nachfrage langfristig angelegt ist, gilt eine schnelle Rückkehr zu Normalpreisen als unwahrscheinlicher als 2022.

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Stand: 05. Juli 2026. Alle Preise sind Marktbeobachtungen zum Redaktionszeitpunkt und können je nach Händler und Wechselkurs abweichen. Quellen: PC Games Hardware, ComputerBase, Tom’s Hardware, IDC, Network World, TrendForce, GamesWirtschaft, Golem.