Wer sich 2026 einen neuen Laptop oder mehr Arbeitsspeicher für den heimischen PC kaufen will, erlebt gerade einen Preisschock, wie ihn die Branche seit Jahren nicht gesehen hat. Die Vertragspreise für DRAM-Chips sind laut Marktforscher TrendForce allein im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. NAND-Flash, der Baustein in jeder SSD, legte im zweiten Quartal um 70 bis 75 Prozent zu. Für Käufer in Österreich heißt das: Wer jetzt RAM-Riegel, eine neue SSD oder gleich ein komplettes Notebook kauft, zahlt spürbar mehr als noch vor sechs Monaten. Der Grund liegt nicht in einer einzelnen Fabrikpanne, sondern in einem strukturellen Nachfrageschub durch KI-Rechenzentren, der die weltweite Speicherproduktion überfordert.

Die Zahlen: Wie stark DRAM- und NAND-Preise 2026 wirklich steigen

Die Rohdaten sind eindeutig. TrendForce beziffert den Anstieg der Vertragspreise für herkömmlichen DRAM im ersten Quartal 2026 auf 93 bis 98 Prozent gegenüber dem Vorquartal, einen der stärksten Sprünge in der Geschichte der Preiserhebung. Im zweiten Quartal folgte ein weiterer Anstieg von 58 bis 63 Prozent. Wer beide Quartale zusammenrechnet, kommt bei manchen DRAM-Sorten auf eine Verdreifachung seit Jahresbeginn. NAND-Flash bewegte sich ähnlich: 55 bis 60 Prozent Plus im ersten Quartal, dann 70 bis 75 Prozent im zweiten. Diese Werte stammen aus der laufenden Marktbeobachtung von TrendForce und wurden unter anderem vom britischen Fachmedium The Register bestätigt.

Noch greifbarer wird die Entwicklung bei den Spotmarktpreisen, die tagesaktuell gehandelt werden. Der Preis für einen Standard-DDR4-8-Gigabit-Chip lag laut DRAMeXchange im Jänner 2026 bei 11,50 US-Dollar. Im Juli waren es bereits 24 US-Dollar, ein Plus von rund 109 Prozent in sieben Monaten. Bei NAND-Flash fällt der Sprung noch drastischer aus: Ein 128-Gigabit-MLC-Baustein kostete im Jänner 9,46 US-Dollar, im Juli bereits 30,05 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von etwa 218 Prozent. Samsung verhandelt laut einem Bericht, den TrendForce am 3. Juli 2026 veröffentlichte, für das dritte Quartal mit weiteren Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent bei DRAM, bei mobilem LPDDR-Speicher könnten es sogar mehr als 20 Prozent werden.

Preisentwicklung im Überblick: Von Quartal zu Quartal

Die folgende Tabelle fasst zusammen, wie sich die Vertragspreise für DRAM und NAND seit dem dritten Quartal 2025 entwickelt haben. Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 sind Prognosen, die auf laufenden Verhandlungen zwischen Speicherherstellern und Großabnehmern basieren.

QuartalDRAM-Preisänderung (QoQ)NAND-Preisänderung (QoQ)Quelle
Q3 2025+171,8% (YoY)k. A.Gigazine, Sammelklagen-Analyse
Q4 2025+50%k. A.Gigazine, Sammelklagen-Analyse
Q1 2026+93% bis +98%+55% bis +60%TrendForce
Q2 2026+58% bis +63%+70% bis +75%TrendForce, HIPER Global
Q3 2026 (Prognose)+20% bis +30%+35% bis +40%Marktbeobachtung Juli 2026

TrendForce rechnet damit, dass sich das Tempo der Erhöhungen ab dem vierten Quartal auf 8 bis 13 Prozent pro Quartal abschwächt. Das klingt nach Entspannung, bedeutet aber weiterhin steigende Preise auf einem bereits deutlich höheren Niveau. Eine Analyse im Zusammenhang mit einer Sammelklage wegen mutmaßlicher Preisabsprachen kommt sogar auf eine kumulierte Steigerung von rund 697 Prozent seit dem dritten Quartal 2024, wenn man alle Quartalssprünge zusammenrechnet. DRAM kostet demnach heute knapp achtmal so viel wie vor zwei Jahren.

Samsung, SK Hynix, Micron: Die drei Hersteller hinter der Preisspirale

Der Weltmarkt für Speicherchips wird von drei Unternehmen dominiert: Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology. Alle drei haben 2026 ihre Preise mehrfach angehoben. Laut einem Bericht von Buysellram.com hob Samsung die DRAM-Preise für Verträge im zweiten Quartal um rund 30 Prozent an, SK Hynix und Micron folgten mit ähnlichen Schritten. Für das dritte Quartal verhandelt Samsung nach Angaben von TrendForce erneut über Aufschläge von bis zu 20 Prozent, wobei LPDDR-Speicher für Notebooks und Smartphones besonders stark betroffen sein soll.

Netzwerk-Fachmedium Networkworld berichtete zudem, dass Samsung die Preise für 32-Gigabyte-DDR5-Module von 149 auf 239 US-Dollar angehoben hat, ein Plus von rund 60 Prozent bei einem einzelnen Produkt. Die Vertragspreise für DDR5 insgesamt sollen sich laut demselben Bericht mehr als verdoppelt haben, von etwa 7 auf rund 19,50 US-Dollar pro Einheit. Diese Zahlen zeigen, wie sich Preissteigerungen auf Chip-Ebene direkt in höheren Endkundenpreisen niederschlagen, von Server-RAM bis zum Arbeitsspeicher im Gaming-Notebook.

Warum es diesmal anders ist: KI-Rechenzentren als Preistreiber

Frühere Speicherkrisen, etwa 2017/2018 oder 2021, waren meist die Folge von Produktionsengpässen oder Nachfrageschwankungen im PC- und Smartphone-Markt. Die aktuelle Krise hat eine andere Ursache: den Bauboom bei KI-Rechenzentren. Große Cloud-Anbieter und KI-Firmen kaufen High-Bandwidth-Memory und Server-DRAM in einem Ausmaß auf, das die Kapazitäten der Hersteller sprengt. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern Fertigungskapazitäten von klassischem PC- und Mobile-DRAM hin zu margenstärkerem HBM-Speicher für KI-Beschleuniger. Das verknappt gleichzeitig das Angebot an Standard-Speicher für Laptops, Desktop-PCs und Smartphones.

Diese Verschiebung erklärt auch, warum die Krise diesmal breiter wirkt. Es geht nicht nur um Gaming-Hardware oder einzelne Produktkategorien, sondern um praktisch jedes Gerät mit Speicherchips: Server, Notebooks, Smartphones, Spielekonsolen und sogar Autos mit vernetzten Systemen. Der IT-Marktforscher IDC schreibt in einer Analyse vom Juni 2026, der PC-Markt trete in eine „volatile Phase” ein, angetrieben von einer Speicherknappheit, die sich bis mindestens Ende 2027 nicht entspannen dürfte.

Ein weiterer Faktor verschärft die Lage zusätzlich: die Fertigungstechnik selbst. Moderne HBM-Chips für KI-Beschleuniger bestehen aus mehreren gestapelten DRAM-Schichten, die deutlich aufwendiger zu produzieren sind als klassischer Einzelchip-Speicher. Ein Hersteller, der eine bestimmte Waferkapazität von PC-DRAM auf HBM umstellt, verliert dadurch überproportional viel Ausstoß an Standardspeicher, weil derselbe Wafer weniger nutzbare Chips liefert. Diese technische Besonderheit erklärt, warum selbst kleine Verschiebungen in der Produktionsplanung großer Hersteller so massive Preiswellen im PC- und Laptop-Segment auslösen können.

Was das für PC- und Laptop-Käufer in Österreich bedeutet

Für Konsumenten in Österreich ist die Speicherkrise längst spürbar. Der Schweizer Elektronikhändler Digitec Galaxus, der auch am österreichischen Markt beobachtet wird, berichtete, dass die Einkaufspreise für Nvidia-Grafikkarten Ende Juli innerhalb weniger Wochen um rund 25 Prozent gestiegen sind, größtenteils wegen der teureren GDDR7-Speicherchips. Nvidia selbst plant laut demselben Bericht Preiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent bei Grafikchips samt zugehörigem Speicher. AMD dürfte mit mindestens 10 Prozent nachziehen.

Wer aktuell einen PC mit 32 GB RAM oder eine 2-TB-SSD kaufen will, zahlt damit spürbar mehr als noch im Frühjahr. Elektronikhändler in Österreich und Deutschland passen ihre Preislisten inzwischen im Wochenrhythmus an, weil sich die Einkaufskonditionen bei DRAM und NAND laufend verschieben. Auffällig ist, dass Rabattaktionen für RAM-Kits und SSDs seltener werden, während Komplett-PCs mit hoher Speicherausstattung überproportional teurer werden.

RAM-Module und SSDs: Konkrete Preisbeispiele im Zeitverlauf

Um die Dynamik greifbar zu machen, lohnt sich ein Blick auf die monatliche Preisentwicklung bei zwei Referenzprodukten: einem klassischen DDR4-Speicherchip und einem NAND-Flash-Baustein, wie sie DRAMeXchange laufend erhebt.

Monat 2026DDR4 8Gb Spotpreis (USD)NAND 128Gb MLC Spotpreis (USD)
Jänner11,509,46
März13,00k. A.
April16,00k. A.
Mai20,00k. A.
Juni21,0028,82
Juli24,0030,05

Der DDR4-Preis hat sich von Jänner bis Juli mehr als verdoppelt, der NAND-Preis liegt zwischen Juni und Juli nur noch leicht im Plus, nachdem er zuvor bereits stark gestiegen war. Beide Reihen stammen aus der Erhebung von DRAMeXchange, veröffentlicht über den südkoreanischen Wirtschaftsdienst Chosun Biz am 3. August 2026. Wichtig für Käufer: Diese Zahlen betreffen Großhandelspreise auf Chip-Ebene, nicht die fertigen Module im Regal. Bis eine Preiserhöhung beim Endprodukt ankommt, vergehen meist vier bis acht Wochen, abhängig vom Lagerbestand des Händlers.

Reaktionen der PC-Hersteller: Dell, HP, Lenovo und Framework

Große PC-Hersteller reagieren auf zwei Arten: Sie erhöhen entweder die Preise oder senken die Standardausstattung. IDC beschreibt in seiner Juni-Analyse, dass Hersteller ihre Produktportfolios ausdünnen und margenschwache Einstiegsmodelle mit wenig RAM aus dem Programm nehmen, weil sich diese bei den aktuellen Speicherpreisen kaum noch rentabel bauen lassen. Das trifft besonders günstige Einsteiger-Laptops, die bisher mit 8 GB RAM ausgeliefert wurden.

Kleinere, reparaturfreundliche Marken wie Framework sind besonders exponiert, weil sie einen größeren Anteil ihrer Modelle mit konfigurierbarem, hochwertigem RAM anbieten und Preisänderungen direkter an Kunden weitergeben als Großkonzerne mit langfristigen Einkaufsverträgen. IDC prognostiziert für 2026 einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen von rund 11 Prozent, was die Analysten direkt auf die Speicherknappheit und die damit verbundenen Kostensteigerungen zurückführen.

Historischer Vergleich: Speicherkrisen 2017/2018 und 2021

Die IT-Branche hat solche Preiszyklen schon erlebt. 2017 und 2018 stiegen DRAM-Preise binnen eines Jahres um rund 40 bis 50 Prozent, ausgelöst durch eine Kombination aus Fabrikproblemen und starker Smartphone-Nachfrage. 2021 sorgte die Corona-Pandemie für eine ähnliche Dynamik, als Homeoffice und Lieferkettenprobleme gleichzeitig zuschlugen. Beide Male normalisierten sich die Preise innerhalb von etwa 18 bis 24 Monaten, sobald neue Fertigungskapazitäten ans Netz gingen.

Der Unterschied 2026 liegt im Ausmaß und in der Ursache. Ein Anstieg von 93 bis 98 Prozent in einem einzelnen Quartal übertrifft die früheren Jahreszuwächse um ein Vielfaches. Zudem ist die Nachfrage diesmal nicht zyklisch, sondern strukturell: Solange KI-Rechenzentren HBM-Speicher in Rekordmengen kaufen, bleibt weniger Fertigungskapazität für klassischen DRAM übrig. Genau deshalb rechnet IDC nicht mit einer schnellen Entspannung, sondern mit einer Belastung, die bis mindestens 2027 anhält.

Wettbewerbsvergleich: DRAM, NAND und GDDR7 im Vergleich

Nicht alle Speicherarten sind gleich stark betroffen. Die folgende Übersicht vergleicht die drei wichtigsten Kategorien anhand der verfügbaren Marktdaten aus dem zweiten und dritten Quartal 2026.

SpeichertypHaupteinsatzPreisanstieg Q2 2026 (QoQ)Haupttreiber
DRAM (DDR4/DDR5)PC, Laptop, Server+58% bis +63%KI-Serververlagerung, Kapazitätsknappheit
NAND-FlashSSDs, USB-Speicher+70% bis +75%Fertigungsverlagerung, hohe Nachfrage
GDDR7Gaming-GPUs (z. B. RTX 5090)rund +25% (Einkaufspreise Juli)KI-Workloads auf Consumer-GPUs, Angebotsknappheit

Auffällig ist, dass NAND-Flash im zweiten Quartal stärker stieg als klassischer DRAM, während GDDR7 für Grafikkarten laut Digitec Galaxus zuletzt ein moderateres, aber immer noch deutliches Plus verzeichnete. Für Käufer bedeutet das: Wer eine Kaufentscheidung zwischen mehr RAM, einer größeren SSD oder einer stärkeren Grafikkarte trifft, sollte einkalkulieren, dass alle drei Komponenten aktuell überdurchschnittlich teuer sind, wenn auch in unterschiedlichem Tempo.

Rechtliche Fragen: Vorwürfe der Preisabsprache

Der drastische Preisanstieg hat auch juristische Aufmerksamkeit erregt. Laut einer Analyse des japanischen Tech-Portals Gigazine vom 23. Juli 2026 liegt einer Sammelklage in den USA die These zugrunde, dass die Preissteigerungen bei DRAM ungewöhnlich synchron über alle drei großen Hersteller hinweg verliefen. Die Klageschrift rechnet die Quartalssteigerungen seit dem dritten Quartal 2025 zusammen und kommt auf eine kumulierte Erhöhung von etwa 697 Prozent. Ob daraus eine kartellrechtliche Untersuchung wird, ist offen, die Klage selbst ersetzt keinen behördlichen Befund. Für Verbraucher ist relevant, dass die Debatte zeigt, wie ungewöhnlich synchron sich Samsung, SK Hynix und Micron 2026 bei ihren Preisschritten bewegt haben.

Marktauswirkungen: PC-Absatz und Lieferketten unter Druck

Die Speicherkrise wirkt sich nicht nur auf Endkundenpreise aus, sondern auf die gesamte Lieferkette. HIPER Global, ein auf Unternehmenskunden spezialisierter Anbieter, berichtete Ende Juli, dass europäische Firmenkunden ihre Hardware-Erneuerungszyklen wegen der hohen Speicherpreise verzögern oder Geräte mit geringerer RAM- und SSD-Ausstattung bestellen, um Budgets einzuhalten. Das trifft IT-Abteilungen ebenso wie Systemhäuser, die Komplettlösungen für Firmenkunden anbieten.

IDC erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Rückgang der PC-Auslieferungen um rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Analysten von IDC formulieren es so: Es sei aktuell keine Entspannung bei der Speicherknappheit vor Ende 2027 in Sicht, was bedeute, dass Preise weiter steigen und Hersteller Mühe haben werden, ihr komplettes Produktportfolio aufrechtzuerhalten. Diese Einschätzung deckt sich mit den Prognosen von TrendForce, das für das dritte Quartal weitere Aufschläge von 20 bis 30 Prozent bei DRAM und 35 bis 40 Prozent bei NAND erwartet.

Prognosen: Fünf Entwicklungen, die den Speichermarkt 2026/2027 prägen

  • Weitere Preissprünge im dritten Quartal: TrendForce rechnet mit 20 bis 30 Prozent Aufschlag bei DRAM und 35 bis 40 Prozent bei NAND, bevor sich das Tempo Richtung Jahresende auf 8 bis 13 Prozent pro Quartal abschwächt.
  • Einstiegsgeräte werden seltener: Laptops mit 8 GB RAM dürften aus vielen Portfolios verschwinden, weil sich die Marge bei aktuellen Speicherpreisen kaum noch rechnet.
  • Keine schnelle Entspannung vor 2027: IDC sieht frühestens Ende 2027 eine Normalisierung, da neue Fertigungskapazitäten für DRAM und NAND Jahre an Vorlaufzeit brauchen.
  • KI-Nachfrage bleibt der dominante Faktor: Solange Cloud-Anbieter HBM-Speicher für KI-Beschleuniger in großen Mengen kaufen, bleibt weniger Kapazität für klassischen PC- und Mobile-Speicher übrig.
  • Rechtlicher Druck könnte zunehmen: Sollte die US-Sammelklage wegen mutmaßlicher Preisabsprachen Fahrt aufnehmen, könnten Kartellbehörden in weiteren Ländern, auch in der EU, genauer hinsehen.

Praktische Tipps: Wie Käufer in Österreich jetzt reagieren sollten

Wer aktuell einen PC-Kauf plant, steht vor einer schwierigen Abwägung. Warten hilft nach aktueller Datenlage nicht, weil die Preise laut TrendForce im dritten Quartal weiter steigen sollen. Sinnvoller ist es, den tatsächlichen Bedarf realistisch einzuschätzen: Wer ohnehin nur 16 GB RAM benötigt, sollte nicht auf Vorrat 64 GB kaufen, nur weil „später vielleicht mehr nötig ist”. Bei SSDs lohnt sich ein Vergleich zwischen NVMe- und SATA-Modellen, da Letztere von den NAND-Preissprüngen etwas weniger stark betroffen sind.

Für Unternehmen empfiehlt sich, Hardware-Beschaffungen zu bündeln und frühzeitig mit Systemhäusern über Rahmenverträge zu sprechen, wie es HIPER Global für den europäischen Markt beschreibt. Wer bereits RAM-Riegel oder SSDs auf Lager hat, sollte diese nicht vorschnell gegen neue, teurere Modelle tauschen, sondern bestehende Kapazitäten möglichst lange nutzen.

Gebrauchtmarkt und Zweitmarkt gewinnen in dieser Phase an Bedeutung. Ausgebaute RAM-Riegel aus älteren Firmen-PCs, die sonst im Elektroschrott gelandet wären, werden wieder handelbar, weil ihr Wert im Verhältnis zu Neuware gestiegen ist. Wer im Handel nach Rabatten sucht, sollte zudem beachten, dass viele Aktionspreise aus dem Frühjahr 2026 inzwischen veraltet sind und Preisvergleichsportale teils noch alte, niedrigere Werte anzeigen. Ein kurzer Preischeck direkt beim Händler vor dem Kauf lohnt sich also mehr als sonst, gerade bei Komponenten, die sich wöchentlich verteuern.

Häufig gestellte Fragen zur Speicherchip-Knappheit 2026

Wie lange wird die Speicherkrise noch dauern?

Laut IDC ist vor Ende 2027 keine deutliche Entspannung zu erwarten. TrendForce geht davon aus, dass sich das Tempo der Preissteigerungen ab dem vierten Quartal 2026 zwar verlangsamt, die Preise selbst aber weiter steigen.

Warum steigen ausgerechnet jetzt die Speicherpreise so stark?

Der Hauptgrund ist die massive Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren. Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron verlagern Fertigungskapazitäten dorthin, was die Verfügbarkeit von klassischem DRAM und NAND für PCs und Laptops verknappt.

Betrifft die Preiserhöhung auch fertige Laptops und PCs, oder nur lose RAM-Module?

Beides. IDC berichtet, dass PC-Hersteller entweder die Endpreise anheben oder die Speicherausstattung reduzieren, um Kosten zu kompensieren. Lose RAM-Module und SSDs im Handel reagieren meist schneller auf Preisänderungen als fertig konfigurierte Geräte.

Sind Grafikkarten wie die RTX 5090 von derselben Krise betroffen?

Ja, allerdings über den GDDR7-Speicher, der auf modernen Grafikkarten verbaut ist. Laut Digitec Galaxus sind die Einkaufspreise für Nvidia-Grafikkarten Ende Juli 2026 um rund 25 Prozent gestiegen, unter anderem wegen teurerer Speicherchips.

Welche Hersteller sind für die Preiserhöhungen verantwortlich?

Die drei größten Speicherhersteller der Welt, Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology, haben 2026 mehrfach ihre Vertragspreise angehoben. Samsung verhandelt laut TrendForce auch für das dritte Quartal über weitere Aufschläge.

Lohnt es sich, mit dem PC-Kauf noch zu warten?

Nach aktueller Datenlage eher nicht. TrendForce prognostiziert für das dritte Quartal 2026 weitere Preissteigerungen von 20 bis 30 Prozent bei DRAM und 35 bis 40 Prozent bei NAND, bevor sich das Tempo abschwächt.

Gibt es eine Sammelklage wegen der Speicherpreise?

Ja. Laut Gigazine wurde in den USA eine Sammelklage eingereicht, die den großen Speicherherstellern eine ungewöhnlich synchrone Preispolitik vorwirft. Die Klage beziffert die kumulierte Preissteigerung seit dem dritten Quartal 2024 auf rund 697 Prozent.

Wie wirkt sich die Krise auf Firmenkunden aus?

HIPER Global berichtet, dass europäische Unternehmen ihre Hardware-Erneuerungen verzögern oder Geräte mit geringerer Speicherausstattung bestellen, um die höheren Kosten für DRAM und NAND abzufedern.