Noch vor zwei Jahren war die Frage einfach: Nutzt ein Entwickler KI beim Programmieren oder nicht? Heute lautet die Frage anders. Laut einer Rückschau, die Stack Overflow am 30. September 2026 veröffentlichte und am 2. Oktober aktualisierte, ist die Nutzung von KI-Tools unter Entwicklern von 44 Prozent im Jahr 2023 auf 79 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Fast die Hälfte der Befragten gab an, KI-Werkzeuge täglich zu verwenden. Der eigentliche Umbruch zeigt sich aber in einer kleineren, aktuelleren Kennzahl: Der Anteil der Entwickler, die autonome KI-Agenten einsetzen, ist von 31 Prozent in der 2025er-Umfrage auf 59 Prozent in einer Puls-Erhebung vom April 2026 gesprungen. Gleichzeitig wächst das Misstrauen gegenüber den Ergebnissen, die diese Werkzeuge liefern. Der vollständige Bericht zur Stack-Overflow-Entwicklerumfrage 2026 steht laut eigener Ankündigung kurz vor der Veröffentlichung, die vorliegenden Zahlen zeichnen aber schon jetzt ein klares Bild einer Branche im Umbruch.

Die Zahlen im Überblick: Von 31 auf 59 Prozent

Stack Overflow befragt seit 15 Jahren jährlich Zehntausende Entwickler weltweit zu Werkzeugen, Sprachen und Arbeitsweisen. Die Umfrage gilt als eine der wenigen Langzeitreihen in der Branche, die sich nicht auf Marketingzahlen einzelner Anbieter stützt. Genau deshalb ist die aktuelle Entwicklung bemerkenswert: 2023 gaben 44 Prozent der Befragten an, KI-Tools im Entwicklungsalltag zu nutzen. 2024 waren es bereits 62 Prozent, 2025 kletterte der Wert auf 79 Prozent. Parallel dazu berichtete Stack Overflow in einer separaten Pressemitteilung zur 2025er-Umfrage, dass 84 Prozent der Entwickler KI-Werkzeuge bereits nutzen oder die Nutzung konkret planen, was zeigt, dass die Dynamik selbst unter den verbliebenen Skeptikern ungebrochen ist.

Die eigentliche Verschiebung liegt aber nicht in der reinen Nutzung von Chatbots oder Autocomplete-Funktionen, sondern im Aufstieg autonomer Agenten. Die 2025er-Umfrage fragte laut Stack Overflow erstmals gezielt nach dem Einsatz von KI-Agenten, also Systemen, die mehrere Schritte selbstständig planen und ausführen, statt nur einzelne Codezeilen vorzuschlagen. Das Ergebnis lag damals bei 31 Prozent. In einer kleineren Puls-Erhebung im April 2026 war dieser Wert bereits auf 59 Prozent gestiegen, fast eine Verdopplung innerhalb weniger Monate.

ZeitraumKennzahlWertQuelle
2023KI-Tool-Nutzung allgemein44 %Stack Overflow Rückschau
2024KI-Tool-Nutzung allgemein62 %Stack Overflow Rückschau
2025KI-Tool-Nutzung allgemein79 %Stack Overflow Rückschau
2025Nutzung von KI-Agenten31 %Stack Overflow Developer Survey 2025
April 2026Nutzung von KI-Agenten59 %Stack Overflow Puls-Erhebung

Was Stack Overflow genau gemessen hat

Wichtig für die Einordnung: Die großen Jahreszahlen (44, 62, 79 Prozent) stammen aus der regulären Jahresumfrage, die im Frühsommer läuft und typischerweise Zehntausende Teilnehmer weltweit erreicht. Die 59-Prozent-Zahl zur Agentennutzung stammt dagegen aus einer kleineren, schnelleren Puls-Umfrage, die Stack Overflow zwischen den großen Erhebungen durchführt, um aktuelle Trends einzufangen, ohne ein ganzes Jahr zu warten. Beide Formate sind methodisch unterschiedlich groß, weshalb ein direkter Eins-zu-eins-Vergleich mit Vorsicht zu lesen ist. Die Richtung der Entwicklung ist aber eindeutig: Agenten haben sich innerhalb weniger Monate von einer Nischenfunktion zu einem Werkzeug entwickelt, das mehr als jeder zweite befragte Entwickler zumindest ausprobiert hat.

Stack Overflow selbst ordnete diese Entwicklung in der Ankündigung zur Umfrage 2026 so ein: “The concern du jour now is, of course, AI–in particular, agents.” Übersetzt bedeutet das, dass Agenten für das Unternehmen aktuell das zentrale Beobachtungsfeld sind, nicht mehr die allgemeine KI-Nutzung. (Quelle: Stack Overflow Blog)

Der Vertrauensbruch: Warum Entwickler ihrer eigenen KI nicht glauben

Parallel zur steigenden Nutzung wächst ein zweiter, gegenläufiger Trend: das Misstrauen gegenüber den Ergebnissen. In der Stack-Overflow-Entwicklerumfrage 2025 gaben laut offizieller Ergebnisseite mehr Entwickler an, der Genauigkeit von KI-Tools aktiv zu misstrauen (46 Prozent), als Entwickler, die ihr vertrauen (33 Prozent). Nur ein kleiner Rest von 3 Prozent berichtete von hohem Vertrauen in die Ausgaben der Werkzeuge. Im Wortlaut der Umfrageergebnisse: “More developers actively distrust the accuracy of AI tools (46%) than trust it (33%), and only a fraction (3%) report highly trusting the output.” (Quelle: Stack Overflow Developer Survey 2025)

Stack Overflow selbst fasste die Lage in der Rückschau zur kommenden 2026er-Umfrage so zusammen: “Last year, we found that more developers are using AI, but less of them trust it.” Und weiter zur Agentennutzung: “Our recent survey on agents found that agent usage has doubled since then, but the concerns they have about AI code have grown as well.” (Quelle: Stack Overflow Blog)

Diese Kombination aus steigender Nutzung und sinkendem Vertrauen ist für Entscheider in Österreich und Deutschland keine rein akademische Fußnote. Wenn fast sechs von zehn Entwicklern Agenten einsetzen, gleichzeitig aber weniger als die Hälfte den Ergebnissen traut, verschiebt sich die Arbeit nicht weg vom Reviewen, sondern hin zu mehr Reviewen. Das deckt sich mit Beobachtungen aus anderen Branchenerhebungen, etwa dem BairesDev Dev Barometer, das von einem deutlichen Anstieg beim Zeitaufwand für Code-Reviews berichtet, sobald KI-generierter Code in großem Umfang in Produktionspipelines landet.

Claude Code wächst schneller als der Rest: 41 auf 55 Prozent

Innerhalb der Gruppe der Agenten-Nutzer verschiebt sich auch die Verteilung zwischen den einzelnen Werkzeugen. Laut den von Stack Overflow erhobenen Daten stieg der Anteil der Agentennutzer, die Claude Code verwenden, von 41 Prozent in der 2025er-Umfrage auf 55 Prozent in der Puls-Erhebung vom April 2026. Das ist der stärkste Zuwachs unter den namentlich erfassten Agenten-Werkzeugen und deckt sich mit der allgemeinen Beobachtung, dass Anthropics Agenten-Linie seit Ende 2025 kontinuierlich Marktanteile bei professionellen Entwicklerteams gewinnt, während klassische reine Autocomplete-Erweiterungen an Boden verlieren.

Dieser Trend passt zu Beobachtungen aus direkten Produktvergleichen: In eigenen Tests zu Claude Code im Vergleich zu Cursor zeigte sich bereits, dass agentenbasierte Workflows bei komplexeren, mehrstufigen Aufgaben zunehmend bevorzugt werden, während einfache Codevervollständigung an Bedeutung verliert. Die Stack-Overflow-Zahlen liefern nun die breitere, werkzeugübergreifende Bestätigung für diesen Trend.

ChatGPT, Copilot, Gemini: Die Werkzeugliste der Entwickler

Bei den sogenannten Out-of-the-Box-Assistenten, also fertigen KI-Chat- und Coding-Werkzeugen ohne tiefe Agenten-Integration, bleibt die Rangfolge laut der 2025er-Umfrage klar. ChatGPT führt mit 82 Prozent Nutzung unter den Entwicklern, die solche Werkzeuge einsetzen. GitHub Copilot folgt mit 68 Prozent auf Platz zwei, Google Gemini kommt auf 47 Prozent. Diese drei Werkzeuge bilden nach wie vor das Rückgrat der alltäglichen KI-Nutzung, auch wenn der eigentliche Wachstumsschub inzwischen von den spezialisierten Agenten-Werkzeugen ausgeht.

Bemerkenswert ist, dass GitHub Copilot trotz seines zweiten Platzes bei der allgemeinen Assistentennutzung in direkten Vergleichen zu reinen Agenten-Werkzeugen zunehmend unter Druck steht. Das zeigt sich auch in eigenen Analysen zu GitHub Copilot im Vergleich zu Cursor AI, wo Cursor bei komplexeren, mehrstufigen Programmieraufgaben in Tests regelmäßig vorne liegt, während Copilot seine Stärke vor allem in der breiten Verfügbarkeit über praktisch jede IDE hinweg ausspielt.

Enterprise-Agenten im Vergleich: Cursor, Claude Code, Windsurf, Aider

Ein zweiter Datensatz aus der Stack-Overflow-Erhebung 2025 schlüsselt auf, welche der neueren, agentenorientierten Entwicklerwerkzeuge in Unternehmensumgebungen tatsächlich zum Einsatz kommen. Cursor führt mit 17,9 Prozent, mit deutlichem Abstand vor Claude Code mit 9,7 Prozent. Windsurf kommt auf 4,9 Prozent, Aider auf 1,9 Prozent. Diese Zahlen liegen zwar insgesamt niedriger als die oben genannten 59 Prozent allgemeiner Agentennutzung, weil hier konkrete Produktnamen statt der allgemeinen Kategorie “KI-Agent” abgefragt wurden, zeigen aber trotzdem eine klare Rangfolge innerhalb der jüngeren Werkzeuggeneration.

WerkzeugKategorieAnteil
ChatGPTOut-of-the-Box-Assistent82 %
GitHub CopilotOut-of-the-Box-Assistent68 %
Google GeminiOut-of-the-Box-Assistent47 %
CursorEnterprise-Agenten-Tool17,9 %
Claude CodeEnterprise-Agenten-Tool9,7 %
WindsurfEnterprise-Agenten-Tool4,9 %
AiderEnterprise-Agenten-Tool1,9 %

Der Abstand zwischen Cursor und den Verfolgern passt zu eigenen Marktanteilsvergleichen, etwa zu Cursor AI im Vergleich zu Windsurf, wo Cursor bereits seit Monaten den größeren Teil der zahlenden Nutzerbasis unter den spezialisierten Coding-Agenten für sich beansprucht. Gleichzeitig zeigen die niedrigen Werte für Aider, dass schlanke, kommandozeilenbasierte Werkzeuge trotz loyaler Nutzerbasis ein Nischenprodukt bleiben, wie auch der eigene Vergleich von Aider, Cline und Kilo Code nahelegt.

GitHub Octoverse: 180 Millionen Entwickler, 36 Millionen neu

Die Stack-Overflow-Zahlen stehen nicht isoliert. Der jüngste Octoverse-Report von GitHub bestätigt das Bild einer Plattform, die durch KI-gestützte Werkzeuge schneller wächst als je zuvor. Laut GitHub zählt die Plattform mittlerweile mehr als 180 Millionen Entwickler, ein Plus von 36,2 Millionen neuen Konten innerhalb eines Jahres. Das entspricht im Schnitt einem neuen Entwickler-Account pro Sekunde, wie GitHub in der eigenen Auswertung schreibt.

Noch deutlicher wird der KI-Effekt bei einer anderen Zahl aus dem Report: 80 Prozent der neuen Entwickler, die sich erstmals bei GitHub anmelden, nutzen GitHub Copilot bereits innerhalb der ersten Woche. Copilot ist damit für viele Einsteiger nicht mehr ein optionales Zusatzwerkzeug, sondern praktisch Teil des Onboarding-Prozesses selbst.

TypeScript überholt JavaScript als meistgenutzte Sprache nach Beitragszahlen

Ein weiteres Detail aus dem Octoverse-Report hat direkten Bezug zur KI-Debatte: TypeScript hat JavaScript als Sprache mit den meisten Beitragenden auf GitHub überholt. GitHub selbst bringt das explizit mit dem Aufstieg von KI-Coding-Agenten in Verbindung, da striktere Typisierung Agenten hilft, Fehler schneller zu erkennen und Vorschläge zuverlässiger zu machen. Für Teams, die eigene Agenten-Workflows aufbauen, ist das ein praktischer Hinweis: Code, der für Menschen ohnehin lesbarer ist, lässt sich offenbar auch von Agenten zuverlässiger bearbeiten.

Marktauswirkung: Was die Zahlen für Unternehmen in Österreich bedeuten

Für IT-Verantwortliche in Österreich und der gesamten DACH-Region liefern die Zahlen zwei Hebel gleichzeitig. Erstens: Agentennutzung ist kein Trend mehr, den man beobachten kann, ohne zu handeln. Wenn mehr als jeder zweite Entwickler weltweit Agenten bereits einsetzt, verschärft sich der Wettbewerb um Entwickler, die mit diesen Werkzeugen produktiv umgehen können. Zweitens: Das gleichzeitig wachsende Misstrauen bedeutet, dass Investitionen in Agenten ohne begleitende Investitionen in Review-Prozesse, Testabdeckung und Governance wahrscheinlich nicht den erhofften Produktivitätsgewinn bringen.

Auswirkungen auf IT-Dienstleister und Softwarehäuser

Für klassische Softwarehäuser, die Projekte nach Aufwand abrechnen, verschiebt die Agenten-Welle das Geschäftsmodell. Wenn ein Agent Routineaufgaben erledigt, die bislang Junior-Entwickler übernommen haben, verschiebt sich der Wert der Dienstleistung hin zu Architektur, Review und Qualitätssicherung. Firmen, die ihr Preismodell weiter rein auf Personenstunden aufbauen, laufen Gefahr, dass Kunden den Unterschied zwischen reiner Arbeitszeit und tatsächlichem Mehrwert zunehmend hinterfragen.

Auswirkungen auf einzelne Entwicklerteams

Für einzelne Teams bedeutet die Kombination aus hoher Nutzung und niedrigem Vertrauen vor allem eines: Code-Review wird zur eigentlichen Kernkompetenz. Teams, die Agenten produktiv in bestehende Pull-Request-Workflows einbinden, aber keine klaren Regeln für die Prüfung von Agenten-Output definieren, riskieren genau die Fehlerquote, die laut Umfrage für das sinkende Vertrauen verantwortlich ist.

Historischer Kontext: Vom Autocomplete zum autonomen Agenten

Um die aktuellen Zahlen richtig einzuordnen, hilft ein Blick zurück. Als GitHub Copilot 2021 als Autocomplete-Erweiterung startete, ging es im Kern um Zeilen- und Funktionsvorschläge innerhalb eines einzelnen Editors. Die Interaktion blieb reaktiv: Der Entwickler tippte, das Werkzeug schlug vor, der Entwickler entschied. Die Stack-Overflow-Zahlen von 44 Prozent Nutzung im Jahr 2023 spiegeln noch genau diese Phase wider, in der KI-Unterstützung vor allem bei Code-Vervollständigung eine Rolle spielte.

Der Sprung auf 62 und dann 79 Prozent zwischen 2024 und 2025 fällt zusammen mit dem breiten Rollout erster Chat-basierter Assistenten direkt in der IDE sowie den ersten kommerziellen Agenten-Produkten. Erst die jüngste Phase, markiert durch den Sprung von 31 auf 59 Prozent Agentennutzung zwischen 2025 und April 2026, markiert den eigentlichen Bruch: Werkzeuge, die nicht mehr nur vorschlagen, sondern mehrstufige Aufgaben selbstständig planen, Dateien verändern und Tests ausführen, ohne nach jedem einzelnen Schritt eine Bestätigung einzuholen.

Wettbewerbsvergleich: Wer gewinnt den Agenten-Wettlauf?

Setzt man die beiden Datensätze aus der Stack-Overflow-Erhebung nebeneinander, zeichnet sich eine klare Arbeitsteilung ab. Bei der breiten, unspezifischen Nutzung dominieren weiterhin die etablierten Namen: ChatGPT, GitHub Copilot und Gemini decken zusammen den überwiegenden Teil der alltäglichen KI-Interaktion ab. Bei der spezialisierten, agentenorientierten Nutzung in Unternehmen hat sich die Rangfolge dagegen bereits verschoben: Cursor führt mit 17,9 Prozent klar vor Claude Code, das allerdings den stärksten relativen Zuwachs verzeichnet und laut Puls-Erhebung bei den aktiven Agenten-Nutzern inzwischen auf 55 Prozent kommt.

Das deckt sich mit der Beobachtung aus eigenen Vergleichstests, etwa der Gegenüberstellung von GitHub Copilot und Cursor AI, wo Cursor bei reinen Marktanteilszahlen zwar vorne liegt, Anthropics Claude-Code-Linie aber in Benchmarks und bei der Nutzerzufriedenheit regelmäßig aufholt. Für Entscheider heißt das: Die Wahl des richtigen Agenten-Werkzeugs ist 2026 keine einmalige Entscheidung mehr, sondern eine, die alle paar Monate neu bewertet werden sollte.

Was Stack Overflow selbst zur Entwicklung sagt

Da die Stack-Overflow-Entwicklerumfrage als eine der methodisch saubersten Langzeitreihen der Branche gilt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Formulierungen des Unternehmens selbst. In der Ankündigung zur Umfrage 2026 schrieb Stack Overflow: “The concern du jour now is, of course, AI–in particular, agents.” (Quelle)

Zur Entwicklung von Nutzung und Vertrauen hieß es weiter: “Last year, we found that more developers are using AI, but less of them trust it.” Und zur Agentennutzung konkret: “Our recent survey on agents found that agent usage has doubled since then, but the concerns they have about AI code have grown as well.” (Quelle)

Die Ergebnisseite der 2025er-Umfrage selbst hält zum Vertrauensverhältnis fest: “More developers actively distrust the accuracy of AI tools (46%) than trust it (33%), and only a fraction (3%) report highly trusting the output.” (Quelle) Und in der Pressemitteilung zur selben Umfrage heißt es ergänzend: “84% of developers are now using or planning to use AI tools in their development workflow.” (Quelle)

Prognosen: Wie es mit KI-Agenten 2027 weitergeht

  • Die vollständige Stack-Overflow-Entwicklerumfrage 2026 dürfte, sobald sie erscheint, eine Agentennutzung oberhalb der im April gemessenen 59 Prozent zeigen, da der Trend seit Monaten ungebrochen nach oben zeigt.
  • Das Vertrauensdefizit wird sich kurzfristig kaum schließen: Solange Unternehmen Agenten schneller ausrollen, als sie Review-Prozesse anpassen, bleibt die Lücke zwischen Nutzung und Vertrauen bestehen oder wächst sogar weiter.
  • Claude Code dürfte seinen Abstand zu den etablierten Werkzeugen bei den aktiven Agenten-Nutzern weiter verkleinern, getragen vom Zuwachs von 41 auf 55 Prozent innerhalb weniger Monate.
  • Reine Autocomplete-Erweiterungen ohne Agentenfunktion werden in Vergleichsstudien zunehmend als Basisfunktion statt als eigenständiges Verkaufsargument behandelt, ähnlich wie Rechtschreibprüfung in Textverarbeitungen.
  • Die Verschiebung hin zu stärker typisierten Sprachen wie TypeScript dürfte sich fortsetzen, da Teams ihre Codebasis zunehmend auf bessere Maschinenlesbarkeit für Agenten ausrichten.

Was Unternehmen jetzt konkret prüfen sollten

Aus den Zahlen lassen sich drei praktische Handlungsfelder ableiten. Erstens sollten Teams messen, nicht raten, wie viel ihres tatsächlichen Codes bereits von Agenten stammt, statt sich auf Bauchgefühl zu verlassen. Zweitens lohnt sich ein Blick auf die eigene Review-Kapazität: Wenn die Agentennutzung schneller wächst als die Zeit, die für Prüfung eingeplant ist, entsteht genau die Vertrauenslücke, die Stack Overflow misst. Drittens zahlt sich ein bewusster Werkzeug-Mix aus statt einer Festlegung auf einen einzigen Anbieter, da sich die Rangfolge zwischen Cursor, Claude Code, Copilot und kleineren Werkzeugen wie Aider derzeit alle paar Monate verschiebt.

Für Teams, die noch unsicher sind, wie sie mit dem gemessenen Vertrauensdefizit umgehen sollen, bietet sich ein Blick auf ergänzende Branchendaten an, etwa auf den BairesDev Dev Barometer, der den Anstieg beim Review-Aufwand konkret beziffert und damit eine praktische Ergänzung zu den Stack-Overflow-Zahlen liefert. Eine breitere Einordnung aktueller Entwicklerwerkzeuge findet sich außerdem im Software-Ressort von shattered.io.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Entwickler nutzen laut Stack Overflow 2026 KI-Agenten?
Laut einer Puls-Erhebung von Stack Overflow aus dem April 2026 setzen 59 Prozent der befragten Entwickler KI-Agenten ein, gegenüber 31 Prozent in der regulären Umfrage 2025.

Wann erscheint die vollständige Stack-Overflow-Entwicklerumfrage 2026?
Stack Overflow kündigte am 30. September 2026 an, dass die vollständigen Ergebnisse kurz vor der Veröffentlichung stehen. Ein konkretes Datum nannte das Unternehmen in der Ankündigung nicht.

Vertrauen Entwickler den Ergebnissen von KI-Tools?
Nein, nicht mehrheitlich. Laut Stack-Overflow-Entwicklerumfrage 2025 misstrauen 46 Prozent der Entwickler aktiv der Genauigkeit von KI-Tools, während nur 33 Prozent ihnen vertrauen und lediglich 3 Prozent hohes Vertrauen angeben.

Welches Agenten-Werkzeug ist laut Umfrage am weitesten verbreitet?
Unter den namentlich erfassten Enterprise-Agenten-Tools führt Cursor mit 17,9 Prozent, vor Claude Code mit 9,7 Prozent, Windsurf mit 4,9 Prozent und Aider mit 1,9 Prozent.

Wie stark ist Claude Code zwischen 2025 und 2026 gewachsen?
Unter den Entwicklern, die bereits Agenten nutzen, stieg der Anteil der Claude-Code-Nutzer von 41 Prozent in der 2025er-Umfrage auf 55 Prozent in der Puls-Erhebung vom April 2026.

Wie viele Entwickler zählt GitHub insgesamt?
Laut dem jüngsten Octoverse-Report von GitHub zählt die Plattform mehr als 180 Millionen Entwickler, ein Plus von 36,2 Millionen neuen Konten innerhalb eines Jahres.

Nutzen neue GitHub-Entwickler automatisch Copilot?
Nicht automatisch, aber sehr häufig: Laut Octoverse-Report nutzen 80 Prozent der neuen Entwickler GitHub Copilot bereits innerhalb der ersten Woche nach der Anmeldung.

Welche Programmiersprache hat laut GitHub die meisten Beitragenden?
TypeScript hat laut dem jüngsten Octoverse-Report JavaScript als Sprache mit den meisten Beitragenden überholt, ein Wechsel, den GitHub direkt mit dem Aufstieg von KI-Coding-Agenten in Verbindung bringt.