Wer eine neue Grafikkarte kauft oder ein frisch zusammengebautes System auf Herz und Nieren prüfen will, landet früher oder später bei 3DMark von UL Solutions. Mit dem Benchmark Steel Nomad hat der finnische Hersteller seinen aktuellen Referenztest für leistungsfähige Gaming-PCs im Programm, und im Gegensatz zu reinen CPU- oder SSD-Tests zeigt er direkt, wie viel Grafikleistung in einem System wirklich steckt. Gerade in Österreich, wo neue High-End-Grafikkarten oft erst mit Aufpreis gegenüber der US-Preisliste im Handel liegen, lohnt sich ein belastbarer Vergleichswert vor dem Kauf umso mehr.
Dieser Leitfaden führt Schritt für Schritt durch Installation, Konfiguration und Auswertung von 3DMark Steel Nomad. Er zeigt, welche Stolperfallen typische Messwerte verfälschen, wie man eigene Ergebnisse gegen die öffentliche Datenbank prüft, und endet mit einem selbst gebauten Protokoll-Tool, das Scores über mehrere Testläufe hinweg dokumentiert und automatisch auf Ausreißer hinweist. Wer die Anleitung von Anfang bis Ende durcharbeitet, braucht dafür insgesamt rund 35 bis 40 Minuten, inklusive Download und erstem Testlauf.
Was ist 3DMark Steel Nomad und warum lohnt sich der Test
3DMark ist seit Jahren die Referenzsoftware für GPU-Benchmarks, und Steel Nomad ist aktuell der moderne Haupttest für leistungsfähige Gaming-PCs. Anders als der ältere, raytracing-fokussierte Speed-Way-Test setzt Steel Nomad auf eine Spiele-ähnliche 3D-Szene ohne Raytracing-Last und rendert dabei fix in 3.840 mal 2.160 Pixeln, unabhängig von der tatsächlich angeschlossenen Monitorauflösung. Das macht Ergebnisse zwischen völlig unterschiedlichen Systemen vergleichbar, ein Laptop mit 1080p-Display liefert denselben Rendermaßstab wie ein 4K-Desktop.
Laut der offiziellen Übersicht zu Steel Nomad läuft der Test unter DirectX 12 Feature Level 12.0 oder Vulkan 1.1 und enthält bewusst keinen separaten CPU-Test. Die Prozessorlast beschränkt sich darauf, Befehlslisten für die GPU aufzubauen, was laut UL Solutions auch starke Parallelisierung über mehrere CPU-Threads erlaubt. Für Multi-GPU-Konfigurationen gibt es aktuell keine Unterstützung, getestet wird immer eine einzelne Grafikkarte. Wer zusätzlich die CPU-Leistung beim Rendern prüfen möchte, findet dafür mit Cinebench das passende Gegenstück, während CrystalDiskMark die Speichergeschwindigkeit von SSDs und Festplatten abdeckt.
Für mobile Geräte und ältere Hardware gibt es zusätzlich Steel Nomad Light, eine leichtere Variante mit 2.560 mal 1.440 Pixeln, die neben Windows auch unter Windows on Arm, Android und iOS läuft. Die aktuelle Windows-Version von 3DMark trägt die Versionsnummer 2.32.8897 und wurde am 3. August 2026 veröffentlicht. Laut den offiziellen Release Notes von UL Solutions handelt es sich um ein kleineres Update, das die Benchmark-Ergebnisse selbst nicht verändert.
Warum Steel Nomad bewusst auf Raytracing verzichtet
Das mag auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirken, schließlich bewerben Grafikkartenhersteller seit Jahren vor allem Raytracing-Leistung. UL Solutions begründet die Entscheidung damit, dass ein nicht raytracing-basierter Workload auf deutlich mehr Hardware lauffähig bleibt, von günstigen Einsteiger-GPUs bis zu Chromebooks und Handhelds. Speed Way bleibt parallel als Raytracing-Test verfügbar, wer also beide Werte besitzt, bekommt ein vollständigeres Bild der eigenen Karte: Steel Nomad zeigt die rohe Rasterleistung, Speed Way die Leistung unter Raytracing-Last.
Ein kurzer Rückblick auf die 3DMark-Geschichte
3DMark begleitet die PC-Branche bereits seit der Jahrtausendwende und hat über die Jahre immer wieder neue Haupttests eingeführt, sobald die vorherigen Benchmarks von aktueller Hardware zu leicht durchlaufen wurden. Time Spy, Fire Strike und Speed Way waren jeweils der aktuelle Maßstab ihrer Generation, bevor Steel Nomad diese Rolle für die aktuelle GPU-Generation übernommen hat. Wer alte Ergebnislisten aus Foren liest, sollte deshalb immer zuerst prüfen, welcher Test tatsächlich verwendet wurde, denn Punktzahlen aus unterschiedlichen 3DMark-Tests lassen sich nicht direkt vergleichen.
Voraussetzungen: Hardware, Software und Versionen
Bevor es los geht, lohnt sich ein kurzer Check der Systemanforderungen. UL Solutions unterscheidet zwischen den allgemeinen Mindestanforderungen für 3DMark und den spezifischen Anforderungen für Steel Nomad, die etwas höher liegen als beim älteren Speed-Way-Test. Die folgende Tabelle fasst beide Stufen zusammen.
| Komponente | Minimum (3DMark allgemein) | Steel Nomad (empfohlen) |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10, 64 Bit | Windows 10 (Version 21H2+) oder Windows 11, 64 Bit |
| Prozessor | 1,8-GHz-Dual-Core-CPU | 1,8-GHz-Dual-Core-CPU mit SSSE3-Unterstützung |
| Arbeitsspeicher | 4 GB | 8 GB |
| Grafikkarte | DirectX 11 fähig | DirectX 12 Feature Level 12.0 oder Vulkan 1.1, mind. 6 GB VRAM |
| Speicherplatz | 2 GB (nur Steel Nomad + Light) | 9,8 GB für alle enthaltenen Tests |
Für Windows-Nutzer mit dediziertem Gaming-PC sind die Zahlen aus der Tabelle oben die relevanten Richtwerte. Wer die Werte seiner Karte zusätzlich optimieren will, bevor der Test läuft, findet in unserer Anleitung zum Undervolting mit MSI Afterburner einen sinnvollen Vorbereitungsschritt, besonders bei leistungsstarken Karten mit hoher Verlustleistung, da niedrigere Temperaturen tendenziell stabilere und reproduzierbarere Ergebnisse liefern.
Spezielle Anforderungen für macOS, Android und iOS
Steel Nomad Light läuft zusätzlich unter macOS 14 Sonoma auf Apple-Silicon-Chips mit mindestens 10 GB Arbeitsspeicher und 1,4 GB freiem Speicherplatz. Unter Android verlangt die App laut UL Solutions mindestens Android 10.0, 4 GB Arbeitsspeicher, Vulkan-1.1-Unterstützung sowie rund 150 MB für die App selbst zuzüglich des Speicherplatzes für die eigentlichen Testdaten. Unter iOS gelten vergleichbare Mindestanforderungen. Wichtig dabei: Der volle Steel-Nomad-Test in 4K ist ausschließlich für Windows und Windows on Arm vorgesehen, auf Mobilgeräten und macOS kommt immer die leichtere Steel-Nomad-Light-Variante zum Einsatz.
Schritt 1 und 2: Edition wählen und 3DMark herunterladen
3DMark gibt es in drei Stufen. Die kostenlose Basisversion deckt einen Teil der Tests ab und reicht für einen ersten Steel-Nomad-Lauf völlig aus. Die Advanced Edition richtet sich an ambitionierte Privatanwender und schaltet zusätzliche Presets, einen konfigurierbaren Stresstest-Modus mit mehreren aufeinanderfolgenden Läufen sowie detailliertere Hardware-Monitoring-Ansichten während des Tests frei. Die Professional Edition ist für Unternehmen, Testlabore und Redaktionen gedacht und bringt erweiterte Automatisierungs-, Export- und Lizenzfunktionen für den kommerziellen Einsatz mit, etwa für Produkttests, die veröffentlicht oder in Marketingmaterial verwendet werden sollen. Die genauen Preise ändern sich gelegentlich, am verlässlichsten sind sie direkt im UL-Shop oder bei Steam einsehbar, weshalb an dieser Stelle bewusst auf eine konkrete Preisangabe verzichtet wird.
Für die allermeisten Privatanwender reicht die kostenlose Version oder höchstens die Advanced Edition völlig aus. Die Professional Edition lohnt sich erst, wenn Ergebnisse regelmäßig für andere Personen oder in einem kommerziellen Kontext aufbereitet werden, etwa für einen eigenen Hardware-Blog mit Werbeeinnahmen oder für interne IT-Beschaffungsentscheidungen in einem Unternehmen.
| Edition | Zielgruppe | Typischer Funktionsumfang |
|---|---|---|
| Free / Basic | Einsteiger, schneller Systemcheck | Grundlegende Tests, Standard-Preset, Ergebnis-Upload |
| Advanced | Enthusiasten, Overclocker | Alle Benchmarks, individuelle Presets, Stresstest, Hardware-Monitoring |
| Professional | Redaktionen, Labore, Hersteller | Kommerzielle Nutzung, Batch-Automatisierung, erweiterte Lizenzrechte |
Der Download erfolgt entweder direkt über die offizielle Seite von UL Solutions oder über Steam, wo auch eine separate, komplett kostenlose Steel-Nomad-Demo verfügbar ist. Für die Steam-Variante reicht ein Klick auf “Installieren”, für die direkte Variante lädt man das Installationspaket herunter und startet den Setup-Assistenten. Beide Wege führen zum selben Programm, der Unterschied liegt nur darin, ob Updates über Steam oder über den UL-eigenen Updater laufen.
Ein praktischer Vorteil der Steam-Variante: Steam informiert automatisch über neue Versionen und lädt sie im Hintergrund herunter, ohne dass man die UL-Webseite erneut besuchen muss. Wer dagegen lieber die volle Kontrolle über den Update-Zeitpunkt behalten will, etwa um laufende Testreihen nicht mitten in einer Messserie durch eine neue Version zu stören, ist mit der direkten Installation über UL Solutions besser bedient, da Updates dort erst nach manueller Bestätigung eingespielt werden.
Schritt 3 und 4: Installation und erster Start unter Windows
Nach dem Download folgt die eigentliche Installation. Der Setup-Assistent fragt nach dem Zielverzeichnis und lädt anschließend automatisch die benötigten Testdaten für Steel Nomad und Steel Nomad Light nach, zusammen rund 1,4 GB. Wer alle verfügbaren Tests inklusive älterer Benchmarks installieren will, sollte die vollen 9,8 GB Speicherplatz einplanen.
Wer mehrere Laufwerke im System hat, sollte 3DMark idealerweise auf eine schnelle NVMe-SSD statt auf eine ältere Festplatte installieren. Die Testdaten werden bei jedem Lauf neu geladen, auf einem langsamen Laufwerk kann das zu kurzen Rucklern am Anfang des Tests führen, die zwar den eigentlichen Score nicht verfälschen, aber den subjektiven Eindruck trüben. Nach Abschluss der Installation fragt 3DMark beim ersten Start automatisch nach einem kostenlosen UL-Benchmarks-Konto, das für lokale Tests aber übersprungen werden kann, dazu mehr im Abschnitt zum Datenschutz weiter unten.
Ein Hinweis aus sicherheitstechnischer Sicht: Benchmark-Tools werden von manchen Antivirus-Programmen gelegentlich als potenziell unerwünscht eingestuft, weil sie tief in Grafiktreiber und Systemressourcen eingreifen. Das ist bei 3DMark in aller Regel ein Fehlalarm, trotzdem lohnt es sich, den Installer ausschließlich von der offiziellen UL-Seite oder über Steam zu laden und keine Drittanbieter-Downloadportale mit gebündelter Zusatzsoftware zu verwenden. Wer unsicher ist, kann die heruntergeladene Installationsdatei zusätzlich mit dem eigenen Virenscanner oder einem Online-Dienst wie VirusTotal gegen mehrere Scan-Engines gleichzeitig prüfen, bevor sie ausgeführt wird.
Bevor der erste Lauf startet, lohnt sich ein kurzer Blick auf die installierte Grafiktreiber-Version und den verfügbaren Videospeicher. Unter Windows lässt sich das bequem über PowerShell abfragen, ohne ein zusätzliches Tool zu öffnen.
# GPU-Modell, Treiberversion und VRAM anzeigen
Get-CimInstance Win32_VideoController | Select-Object Name, DriverVersion, AdapterRAM, VideoProcessor | Format-List
# Windows-Version und Build pruefen (wichtig fuer Steel Nomad: mind. 21H2)
[System.Environment]::OSVersion.Version
Get-ComputerInfo | Select-Object WindowsProductName, OsHardwareAbstractionLayer
Zeigt der Treiber ein Datum, das älter als wenige Monate ist, lohnt sich ein Update über die Hersteller-App, bevor der Benchmark läuft. Veraltete Treiber sind einer der häufigsten Gründe für unterdurchschnittliche Ergebnisse, dazu später mehr im Abschnitt zu den Stolperfallen.
Schritt 5 und 6: System für einen stabilen Lauf vorbereiten
Ein Benchmark ist nur so aussagekräftig wie die Bedingungen, unter denen er läuft. Browser mit zwanzig offenen Tabs, ein laufendes Cloud-Backup oder ein Discord-Overlay im Hintergrund können das Ergebnis messbar verfälschen, weil sie CPU-Zyklen und Arbeitsspeicher binden, die Steel Nomad für den Aufbau der Befehlslisten braucht. Vor dem Lauf sollten deshalb unnötige Prozesse geschlossen und die Energieeinstellungen auf Höchstleistung gestellt werden.
# Freien Speicherplatz auf dem Systemlaufwerk pruefen (3DMark braucht bis zu 9,8 GB)
Get-PSDrive C | Select-Object Used, Free
# Energieplan auf Hoechstleistung setzen (GUID kann je nach Windows-Version variieren)
powercfg /list
powercfg /setactive SCHEME_MIN
# Laufende Hintergrundprozesse mit hoher CPU-Last anzeigen
Get-Process | Sort-Object CPU -Descending | Select-Object -First 10 Name, CPU, Id
Bei Notebooks mit Hybrid-Grafik (eine integrierte GPU plus eine dedizierte Karte) muss zusätzlich sichergestellt werden, dass Windows tatsächlich die leistungsstärkere Karte für 3DMark verwendet. Das lässt sich in den Windows-Grafikeinstellungen unter “Grafik” pro Anwendung festlegen, indem man die 3DMark-EXE manuell auf “Hohe Leistung” setzt.
Checkliste vor jedem Testlauf
Ein paar typische Hintergrundprozesse sorgen in der Praxis immer wieder für leicht verzerrte Ergebnisse, auch wenn sie im Alltag harmlos wirken. Dazu gehören Cloud-Sync-Clients wie OneDrive oder Dropbox, die im Hintergrund Dateien indexieren, Aufnahme-Overlays von Capture-Software, Browser mit vielen offenen Tabs sowie Chat-Programme mit aktivem Overlay. Vor dem eigentlichen Lauf lohnt sich eine kurze Routine: Browser schließen, Cloud-Sync kurz pausieren, Discord- oder Capture-Overlay deaktivieren und erst dann den Test starten. Diese fünf Minuten Vorbereitung sparen später oft mehrere Wiederholungsläufe, weil das Ergebnis schon beim ersten Versuch stabil ausfällt.
Schritt 7 und 8: Den richtigen Test auswählen
3DMark bietet mehrere Benchmarks für unterschiedliche Hardware-Klassen an. Für einen aktuellen Gaming-PC mit dedizierter Grafikkarte ist Steel Nomad die richtige Wahl, für ältere oder mobile Systeme eher Steel Nomad Light. Speed Way bleibt als älterer, raytracing-fokussierter Test weiterhin verfügbar, ist aber nicht der primäre Maßstab für aktuelle Vergleiche. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl.
| Test | Auflösung | API | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| Steel Nomad | 3.840 x 2.160 | DirectX 12 (FL 12.0) / Vulkan 1.1 | Aktuelle Gaming-PCs, High-End-GPUs |
| Steel Nomad Light | 2.560 x 1.440 | DirectX 12 / Vulkan 1.1 / Metal | Notebooks, Handhelds, Mobilgeräte |
| Speed Way | 1.440p intern skaliert | DirectX 12 Ultimate (Raytracing) | Ältere Vergleichswerte mit Raytracing-Fokus |
Für eine allgemeine FPS-Einschätzung in echten Spielen bleibt zusätzlich ein praktischer Spieletest sinnvoll, wie wir ihn im GPU-Benchmark-Tutorial beschreiben. Steel Nomad liefert dagegen eine reproduzierbare, von Spiel und Treiber-Optimierung unabhängige Vergleichszahl, die sich gut für Hardware-Entscheidungen eignet.
Wer sowohl Raster- als auch Raytracing-Leistung beurteilen möchte, sollte idealerweise beide aktuellen Haupttests laufen lassen: Steel Nomad für die reine Rasterleistung und Speed Way für die Leistung unter Raytracing-Last. UL Solutions selbst empfiehlt in der eigenen Testanleitung für Redaktionen genau diese Kombination, um ein vollständiges Bild einer Grafikkarte zu bekommen, statt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen.
Besitzer eines Systems mit integrierter Grafikeinheit statt einer dedizierten Karte, etwa ein kompakter Office-PC oder ein älteres Ultrabook, sollten direkt mit Steel Nomad Light starten, selbst unter Windows. Die volle Steel-Nomad-Variante setzt mindestens 6 GB dedizierten Videospeicher voraus, über den integrierte Grafikchips in aller Regel nicht verfügen, ein Versuch mit dem schwereren Test würde entweder gar nicht erst starten oder mit einer kaum noch aussagekräftigen Bildrate durchlaufen.
Schritt 9 bis 11: Benchmark starten und Ergebnis lesen
Im Hauptfenster von 3DMark wählt man im Reiter “Benchmarks” den gewünschten Test aus. Bei der Free-Version steht meist nur das Standard-Preset zur Verfügung, die Advanced Edition erlaubt zusätzlich einen Stresstest-Modus mit zwanzig aufeinanderfolgenden Läufen zur Prüfung der thermischen Stabilität. Für einen einfachen Leistungstest reicht das Standard-Preset völlig aus, es ist auch die Basis für alle Vergleichswerte in der öffentlichen Datenbank.
Mit einem Klick auf den großen “Run”-Button startet der Test. Steel Nomad läuft typischerweise wenige Minuten, abhängig von der GPU-Leistung, danach erscheint automatisch der Ergebnisbildschirm. Während des Laufs sollte der Rechner nicht für andere Aufgaben genutzt werden, da jede zusätzliche Last das Resultat verzerrt.
Ein kleiner, aber wirkungsvoller Kniff: den allerersten Lauf nach einem frischen Windows-Start als Aufwärmrunde betrachten und nicht in die eigene Protokollierung übernehmen. Direkt nach dem Hochfahren sind noch Hintergrunddienste aktiv, die sich erst nach ein bis zwei Minuten beruhigen, der zweite oder dritte Lauf liefert in der Praxis fast immer das repräsentativere Ergebnis.
Den Score richtig lesen
Da Steel Nomad auf einem einzigen Grafiktest basiert, entspricht der Gesamt-Score direkt dem Ergebnis des Graphics Tests, es gibt keine separate CPU-Teilwertung, die eingerechnet wird. Ein Beispiel-Ergebnisbildschirm zeigt typischerweise folgende Werte:
Steel Nomad Score: 8584
Graphics Test: 8584
Durchschnittliche Bildrate: 42,1 fps
Testdauer: ca. 3 Minuten
Aufloesung (intern): 3840 x 2160
API: DirectX 12
Ein höherer Score bedeutet schlicht eine höhere gerenderte Bildrate in der fixen 4K-Testszene. Weil die Auflösung unabhängig vom eigenen Monitor immer gleich bleibt, lässt sich der Wert direkt mit Ergebnissen anderer Nutzer vergleichen, unabhängig davon, ob diese an einem 1080p- oder einem 4K-Bildschirm testen.
Da Steel Nomad nur aus dem einen Graphics Test besteht, entspricht der Gesamt-Score exakt dem Teilergebnis dieses Tests, anders als bei älteren 3DMark-Benchmarks, die mehrere Teiltests zu einer gewichteten Gesamtpunktzahl zusammenrechneten. Das macht die Interpretation einfacher: Ein zehn Prozent höherer Score bedeutet in der Praxis auch eine rund zehn Prozent höhere durchschnittliche Bildrate in der Testszene, eine direkte und leicht nachvollziehbare Beziehung.
Schritt 12: Ergebnisse in der Online-Datenbank einordnen
UL Solutions pflegt eine öffentliche Vergleichsdatenbank, in der sich eigene Ergebnisse nach GPU-Modell filtern lassen. Aktuelle Auswertungen mehrerer getesteter Systeme zeigen folgende Durchschnittswerte im Steel-Nomad-Test, wobei einzelne Systeme je nach Kühlung, Treiberversion und Power-Limit deutlich abweichen können.
| Grafikkarte | Steel-Nomad-Score (Durchschnitt) |
|---|---|
| GeForce RTX 5090 (32 GB) | ca. 14.239 Punkte |
| GeForce RTX 5080 (16 GB) | ca. 8.584 Punkte |
| Radeon RX 9070 XT (16 GB) | ca. 7.214 Punkte |
| GeForce RTX 5070 Ti (16 GB) | ca. 6.868 Punkte |
Liegt das eigene Ergebnis mehr als 10 bis 15 Prozent unter diesen Richtwerten für dieselbe Karte, lohnt sich ein Blick auf Treiber, Power-Limit und Kühlung, bevor man von einem Defekt ausgeht. Wer die GPU zusätzlich übertakten oder gezielt undervolten möchte, um Temperatur und Score in Balance zu bringen, findet dafür in der Ryzen-Master-Anleitung und im Afterburner-Guide passende Werkzeuge für CPU respektive GPU.
3DMark im Vergleich zu anderen Benchmark-Werkzeugen
3DMark ist nur eines von mehreren Werkzeugen, die in einer vollständigen Hardware-Prüfung zusammenkommen, und es lohnt sich, die Aufgaben klar zu trennen. Cinebench misst die reine Rechenleistung eines Prozessors bei Rendering-Aufgaben und eignet sich damit vor allem für CPU-Vergleiche, nicht für Grafikkarten. CrystalDiskMark wiederum konzentriert sich ausschließlich auf sequenzielle und zufällige Lese- und Schreibraten von SSDs und Festplatten, hat also mit Grafikleistung überhaupt nichts zu tun. 3DMark Steel Nomad schließt genau die Lücke dazwischen: einen spielähnlichen, reproduzierbaren GPU-Workload, der unabhängig vom installierten Spiel und dessen Treiber-Optimierungen funktioniert.
Der Unterschied zu einem klassischen In-Game-Benchmark, wie er auch in unserem GPU-Benchmark-Tutorial beschrieben wird, liegt vor allem in der Reproduzierbarkeit. Ein Spiel bekommt über Patches und Treiber-Updates laufend neue Optimierungen, wodurch sich Werte über Monate verschieben, ohne dass sich an der Hardware etwas ändert. Steel Nomad bleibt dagegen über die gesamte Lebensdauer einer 3DMark-Version exakt gleich, Abweichungen lassen sich damit eindeutiger auf Treiber, Kühlung oder Systemkonfiguration zurückführen statt auf Spiel-Patches. Keines der beiden Verfahren macht das andere überflüssig, sie beantworten einfach unterschiedliche Fragen: Steel Nomad zeigt rohes GPU-Potenzial, ein Spieletest zeigt, was davon im konkreten Titel tatsächlich ankommt.
| Werkzeug | Gemessene Komponente | Reproduzierbarkeit |
|---|---|---|
| 3DMark Steel Nomad | GPU (spielähnliche 3D-Szene) | Sehr hoch, fixe Szene je Version |
| Cinebench | CPU-Rendering | Sehr hoch, fixe Rendering-Szene |
| CrystalDiskMark | SSD/HDD-Transferraten | Hoch, abhängig von Füllstand des Laufwerks |
| In-Game-Benchmark | GPU + CPU im realen Spiel | Mittel, schwankt mit Patches und Treibern |
3DMark-Konto, Datenschutz und der Gebrauchtmarkt
Online-Ergebnisse und Datenschutz
Nach jedem Lauf bietet 3DMark an, das Ergebnis in die öffentliche Online-Datenbank hochzuladen. Dafür braucht es ein kostenloses UL-Benchmarks-Konto, das sich per E-Mail-Adresse anlegen lässt. Der Upload ist optional und lässt sich in den Einstellungen jederzeit deaktivieren, wer also ausschließlich lokal testen möchte, kann den Haken bei der automatischen Ergebnisfreigabe einfach entfernen. Für einen Vergleich mit den Durchschnittswerten anderer Systeme, wie in der Tabelle in diesem Beitrag, reicht es, die öffentliche Datenbank im Browser zu durchsuchen, ein eigenes Konto oder ein eigener Upload ist dafür nicht notwendig.
Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft vor dem ersten Upload kurz, welche Systeminformationen tatsächlich mitgeschickt werden, dazu zählen üblicherweise GPU-Modell, Treiberversion, CPU-Modell und Arbeitsspeichermenge. Für einen reinen Leistungsvergleich im Freundeskreis oder im eigenen Blog reicht in der Regel der Screenshot des Ergebnisbildschirms, ganz ohne Cloud-Upload.
Das selbst gebaute Logging-Skript aus diesem Leitfaden ist in dieser Hinsicht die datensparsamste Variante: Es speichert ausschließlich das, was man selbst eintippt, in einer lokalen CSV-Datei auf der eigenen Festplatte, ganz ohne Internetverbindung, Konto oder Cloud-Anbindung. Für alle, die ihre Hardware-Daten grundsätzlich lieber lokal behalten statt sie mit einem Online-Dienst zu teilen, ist das die einfachste Lösung, ohne auf eine strukturierte Auswertung über mehrere Testläufe verzichten zu müssen.
Steel Nomad beim Kauf einer gebrauchten Grafikkarte nutzen
Gebrauchtmarkt-Plattformen für PC-Hardware boomen, gerade weil neue High-End-Karten in Österreich oft nur mit deutlichem Aufpreis verfügbar sind. Vor dem Kauf einer gebrauchten Karte lohnt sich ein gemeinsamer Steel-Nomad-Lauf mit dem Verkäufer per Videoanruf oder zumindest ein aktueller Screenshot mit sichtbarem Zeitstempel und sichtbarer Taskleiste. Ein Score, der deutlich unter dem Durchschnittswert für das jeweilige Modell liegt, kann auf eine beschädigte Karte, ein bereits degradiertes Speicherinterface oder schlicht einen veralteten Treiber hindeuten, in jedem Fall lohnt sich eine Nachfrage vor dem Kauf.
Ein zweiter sinnvoller Check ist der direkte Vergleich mit den eigenen Logging-Daten aus dem Protokoll-Skript, sobald die Karte im eigenen System läuft. Weicht der erste eigene Lauf stark von dem Wert ab, den der Verkäufer vor dem Verkauf gezeigt hat, bei identischer CPU-Klasse und aktuellem Treiber, ist das ein guter Anlass für eine zeitnahe Rückmeldung an den Verkäufer, bevor die gesetzliche Rückgabefrist abläuft. Wichtig dabei: Unterschiede im restlichen System, etwa eine deutlich schwächere CPU im eigenen Rechner, erklären einen Teil der Abweichung ganz ohne Defekt der Karte, Steel Nomad ist zwar primär GPU-limitiert, ein sehr schwacher Prozessor kann in Einzelfällen trotzdem leicht bremsen.
Bei einer Barübergabe oder einem Treffen auf einem Flohmarkt für PC-Teile ist ein gemeinsamer Blick auf den Ergebnisbildschirm oft der einzige praktikable Weg, die Karte vor dem Bezahlen zumindest grob zu prüfen. Ein kurzer Steel-Nomad-Lauf dauert wie beschrieben nur wenige Minuten und lässt sich problemlos auf einem mitgebrachten Notebook mit externem Kabel oder direkt am Verkäufer-PC durchführen, sofern die Grafikkarte dort bereits eingebaut ist.
Vollständiges Projekt: Ein eigenes Benchmark-Protokoll bauen
Einzelne Läufe sind nett, aber wer Treiber-Updates, Undervolting-Profile oder neue Kühler über Wochen vergleichen will, braucht ein Protokoll. Die Professional Edition von 3DMark bietet dafür eigene Automatisierungsfunktionen, für die freie und die Advanced Edition reicht aber auch ein kleines selbst gebautes Werkzeug völlig aus. Das folgende Python-Skript nimmt nach jedem Lauf den Score, die GPU-Temperatur und die Taktrate entgegen, speichert alles in einer CSV-Datei und berechnet laufend Mittelwert und Schwankungsbreite.
Als Erstes braucht es eine einfache requirements.txt, denn außer der eingebauten csv-Bibliothek kommt nur ein optionales Paket für die grafische Auswertung zum Einsatz.
# requirements.txt
matplotlib==3.9.2
Das Hauptskript heißt benchmark_logger.py und läuft per Kommandozeile mit python benchmark_logger.py. Es fragt nach jedem Steel-Nomad-Lauf die Werte vom Ergebnisbildschirm ab und hängt sie an eine lokale CSV-Datei an.
import csv
import os
import statistics
from datetime import datetime
LOG_FILE = "steel_nomad_log.csv"
def lade_vorhandene_scores():
if not os.path.exists(LOG_FILE):
return []
with open(LOG_FILE, newline="", encoding="utf-8") as f:
reader = csv.DictReader(f)
return [int(row["score"]) for row in reader]
def neuen_lauf_erfassen():
score = int(input("Steel-Nomad-Score: "))
temp = float(input("Max. GPU-Temperatur (C): "))
takt = int(input("Durchschnittlicher GPU-Takt (MHz): "))
notiz = input("Notiz (z.B. Treiber-Version, Undervolt-Profil): ")
datei_existiert = os.path.exists(LOG_FILE)
with open(LOG_FILE, "a", newline="", encoding="utf-8") as f:
writer = csv.writer(f)
if not datei_existiert:
writer.writerow(["zeitstempel", "score", "temp_c", "takt_mhz", "notiz"])
writer.writerow([datetime.now().isoformat(timespec="seconds"), score, temp, takt, notiz])
return score
def auswertung():
scores = lade_vorhandene_scores()
if len(scores) < 2:
print("Noch zu wenige Laeufe fuer eine Auswertung.")
return
mittel = statistics.mean(scores)
abweichung = statistics.pstdev(scores)
schwankung = (abweichung / mittel) * 100
print(f"Laeufe gesamt: {len(scores)}")
print(f"Mittelwert: {mittel:.0f} Punkte")
print(f"Schwankung: {schwankung:.1f} %")
if schwankung > 5:
print("Warnung: Schwankung ueber 5 % deutet auf Thermal Throttling oder Hintergrundlast hin.")
if __name__ == "__main__":
neuen_lauf_erfassen()
auswertung()
Nach fünf oder sechs Durchläufen liefert die Konsole eine Ausgabe, die auf einen Blick zeigt, ob das System stabil läuft:
Laeufe gesamt: 6
Mittelwert: 8512 Punkte
Schwankung: 2.3 %
Eine Schwankung unter drei Prozent gilt als normal und liegt im Rahmen üblicher Messtoleranzen. Werte über fünf Prozent deuten dagegen fast immer auf eine externe Störquelle hin, meist Thermal Throttling nach mehreren Läufen in Folge oder ein Hintergrundprozess, der zwischenzeitlich CPU-Last erzeugt hat.
Wer die gesammelten Daten lieber visuell statt als reine Zahlenkolonne betrachten möchte, kann das Skript um eine einfache Diagrammfunktion erweitern. Mit matplotlib lässt sich der Score-Verlauf über alle protokollierten Läufe in wenigen Zeilen darstellen, praktisch um auf einen Blick zu erkennen, ob ein neuer Treiber tatsächlich eine Verbesserung gebracht hat oder ob die Werte nur zufällig schwanken.
import csv
import matplotlib.pyplot as plt
def diagramm_erstellen():
zeitstempel, scores = [], []
with open("steel_nomad_log.csv", newline="", encoding="utf-8") as f:
reader = csv.DictReader(f)
for row in reader:
zeitstempel.append(row["zeitstempel"][5:16])
scores.append(int(row["score"]))
plt.figure(figsize=(8, 4))
plt.plot(zeitstempel, scores, marker="o")
plt.xticks(rotation=45, ha="right")
plt.ylabel("Steel Nomad Score")
plt.title("Score-Verlauf ueber alle Testlaeufe")
plt.tight_layout()
plt.savefig("steel_nomad_verlauf.png")
print("Diagramm gespeichert als steel_nomad_verlauf.png")
if __name__ == "__main__":
diagramm_erstellen()
Das Diagramm landet als PNG-Datei im selben Ordner und eignet sich gut, um Treiber-Updates oder neue Undervolt-Profile über mehrere Wochen dokumentiert gegenüberzustellen, inklusive der Notizen aus der CSV-Datei als Beleg, welche Änderung zu welchem Zeitpunkt vorgenommen wurde.
Mehrfachläufe sauber timen
Damit die GPU zwischen zwei Läufen wieder auf Normaltemperatur abkühlt, hilft eine simple Pausen-Erinnerung. Das folgende kurze PowerShell-Skript wartet eine festgelegte Zeit und erinnert danach an den nächsten Lauf, ganz ohne in die proprietäre 3DMark-Oberfläche einzugreifen.
# wartet 5 Minuten zwischen zwei Steel-Nomad-Laeufen und zeigt eine Erinnerung
$pausenMinuten = 5
Write-Host "Naechster Lauf in $pausenMinuten Minuten. GPU kann abkuehlen..."
Start-Sleep -Seconds ($pausenMinuten * 60)
[System.Reflection.Assembly]::LoadWithPartialName("System.Windows.Forms") | Out-Null
[System.Windows.Forms.MessageBox]::Show("Bereit fuer den naechsten Steel-Nomad-Lauf.", "Benchmark-Erinnerung")
In Kombination mit dem Logging-Skript entsteht so ein vollständiger, reproduzierbarer Testablauf: abkühlen lassen, Lauf starten, Ergebnis in benchmark_logger.py eintragen, nächste Pause abwarten. Nach einer Handvoll Zyklen liegt eine belastbare Datengrundlage vor, die weit über einen einzelnen Benchmark-Lauf hinausgeht.
Die fünf Minuten Pause sind bewusst konservativ gewählt. Bei einem offenen Testaufbau mit guter Gehäusebelüftung reichen oft schon zwei bis drei Minuten, in einem kompakten Mini-ITX-Gehäuse mit eingeschränktem Airflow dauert es dagegen länger, bis die GPU-Temperatur wieder auf das Ausgangsniveau zurückgeht. Wer ein zusätzliches Monitoring-Tool offen hat, kann die Pause auch direkt an die angezeigte Temperatur koppeln, statt an eine feste Zeit, und erst dann weiterklicken, wenn die Karte wieder im Leerlauf-Temperaturbereich angekommen ist.
Häufige Fehler und Stolperfallen
Die meisten enttäuschenden Benchmark-Ergebnisse haben nichts mit einem Defekt der Hardware zu tun, sondern mit vermeidbaren Fehlern in der Vorbereitung. Die folgende Liste sammelt die Stolperfallen, die in der Praxis am häufigsten für verzerrte oder schwer vergleichbare Scores sorgen.
- Veraltete Grafiktreiber: Ein Treiber, der mehrere Monate alt ist, kostet in Steel Nomad regelmäßig mehrere Prozent Score, besonders bei neuen GPU-Generationen, für die der Hersteller noch gezielte Optimierungen nachliefert.
- Hintergrundprogramme weiterlaufen lassen: Browser, Cloud-Sync und Aufnahme-Overlays beanspruchen CPU-Zeit, die für den Befehlsaufbau der GPU fehlt, und drücken dadurch vor allem die Framerate in CPU-limitierten Momenten des Tests.
- Energiesparmodus bei Notebooks: Im Akkubetrieb drosseln viele Laptops die GPU automatisch, ein Lauf im Netzbetrieb mit Höchstleistungsprofil ist Pflicht für aussagekräftige Werte.
- Falschen Test für die Hardware wählen: Steel Nomad Light auf einem High-End-Desktop liefert keine aussagekräftigen Werte, weil die GPU den leichteren Test mühelos durchläuft und der Score dadurch kaum noch zwischen unterschiedlich starken Karten differenziert.
- Thermal Throttling bei Läufen ohne Pause: Direkt aufeinanderfolgende Durchläufe ohne Abkühlzeit drücken den Score bei Lauf drei oder vier spürbar nach unten, besonders in kompakten Gehäusen mit eingeschränktem Airflow.
- Versionssprünge ignorieren: Ergebnisse aus einer alten 3DMark-Version mit der aktuellen Version 2.32.8897 direkt zu vergleichen, kann durch zwischenzeitliche Engine-Anpassungen zu falschen Schlüssen führen.
- Vergleich ohne gleiches Preset: Wird ein eigenes Preset mit abweichenden Einstellungen gegen den Standard-Lauf eines anderen Nutzers verglichen, führt das fast immer zu einem verzerrten Eindruck, da beide Werte nicht auf derselben Grundlage entstanden sind.
Fehlerbehebung: Die häufigsten Probleme lösen
Auch bei sorgfältiger Vorbereitung tauchen gelegentlich Probleme auf. Die folgende Liste deckt die Fälle ab, die in Foren und Support-Anfragen am häufigsten genannt werden, sortiert ungefähr danach, wie häufig sie in der Praxis tatsächlich auftreten.
- 3DMark startet gar nicht: Zuerst prüfen, ob die Microsoft Visual C++ Redistributables und DirectX aktuell sind, anschließend die Installation reparieren oder neu durchführen.
- Meldung “DirectX 12 wird nicht unterstützt”: Betrifft meist ältere GPUs unterhalb von Feature Level 12.0, hier bleibt nur Steel Nomad Light oder ein älterer Test als Alternative.
- Benchmark hängt beim Ladebildschirm: Oft hilft ein vollständiger Neustart des Systems, da ein halb initialisierter Grafiktreiber nach Windows-Updates gelegentlich hängen bleibt.
- Score liegt deutlich unter dem Online-Durchschnitt: Treiberversion, Power-Limit im Hersteller-Tool und Kühlertemperatur in dieser Reihenfolge prüfen.
- Score schwankt über 5 Prozent zwischen Läufen: Auf Hintergrundprozesse und Thermal Throttling prüfen, siehe das Logging-Skript weiter oben.
- Dedizierte GPU wird bei Laptops nicht genutzt: In den Windows-Grafikeinstellungen die 3DMark-EXE manuell auf die leistungsstärkere GPU festlegen.
- Grafikfehler oder Bildartefakte während des Tests: Deutet meist auf Instabilität durch Übertaktung hin, Werks-Taktraten testweise wiederherstellen.
- Online-Ergebnis-Upload schlägt fehl: Firewall- oder Proxy-Einstellungen prüfen, UL-Server benötigen eine aktive Internetverbindung zum Zeitpunkt des Uploads.
- Score bricht mitten im Lauf stark ein: Ein plötzlicher Einbruch der Framerate in der zweiten Testhälfte deutet häufig auf ein zu knapp bemessenes Netzteil hin, das unter Volllast kurz die Spannung nicht mehr stabil halten kann.
Profi-Tipps für konsistente Ergebnisse
Wer Ergebnisse langfristig vergleichbar halten will, sollte immer mit demselben Preset, derselben 3DMark-Version und möglichst ähnlicher Raumtemperatur testen. Gerade die Raumtemperatur wird oft unterschätzt, ein Testlauf im kühlen Keller liefert unter sonst identischen Bedingungen regelmäßig ein paar Punkte mehr als derselbe Lauf an einem heißen Sommertag im Dachgeschoss. Ein zusätzliches Monitoring-Tool parallel laufen zu lassen, das Taktrate, Temperatur und Power-Limit während des Laufs aufzeichnet, liefert oft die entscheidenden Zusatzinformationen, warum ein Score von einem zum anderen Mal abweicht.
Für Laptop-Vergleiche lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Steel Nomad Light statt des vollen Steel-Nomad-Tests, weil der leichtere Workload besser zeigt, wie ein System unter realistischer mobiler Last reagiert, inklusive möglicher Drosselung durch das Kühlsystem. Vor einem Kaufvergleich zwischen zwei Notebooks mit derselben GPU-Bezeichnung ist das besonders aufschlussreich, da Hersteller dieselbe Chipbezeichnung mit sehr unterschiedlichen Power-Limits verbauen.
Schließlich hilft ein Blick in die öffentliche Vergleichsdatenbank von UL Solutions, gefiltert nach exakt dem eigenen GPU-Modell und möglichst aktuellem Zeitraum, um Treiber-Regressionen oder -Verbesserungen über die Zeit zu erkennen, statt sich auf einen einzelnen historischen Durchschnittswert zu verlassen.
Treiber-Updates gezielt dokumentieren
Das Notiz-Feld im eigenen Logging-Skript entfaltet seinen vollen Wert erst über mehrere Monate hinweg. Wer bei jedem größeren Treiber-Update kurz die Versionsnummer in die Notiz einträgt und direkt danach einen neuen Steel-Nomad-Lauf protokolliert, baut sich damit eine persönliche Historie auf, die zeigt, welche Treiber-Generation tatsächlich einen Leistungsschub gebracht hat und welche nur ein reines Sicherheitsupdate war. Das ist besonders bei neu erschienenen GPUs hilfreich, für die Hersteller in den ersten Monaten nach dem Marktstart noch regelmäßig Optimierungen nachliefern.
Mit diesen Schritten liegt am Ende mehr vor als ein einzelner Score auf einem Ergebnisbildschirm. Die Kombination aus korrekt vorbereitetem System, dem richtigen Testmodus für die eigene Hardware und einem selbst geführten Protokoll liefert über Wochen und Monate ein belastbares Bild davon, wie sich Treiber-Updates, Undervolting-Profile oder neue Kühlung tatsächlich auswirken, deutlich aussagekräftiger als ein einmaliger Vergleich mit einem fremden Online-Ergebnis.
Häufig gestellte Fragen zu 3DMark Steel Nomad
Ist 3DMark kostenlos nutzbar?
Ja, die Basisversion steht kostenlos zur Verfügung und erlaubt bereits einen vollständigen Steel-Nomad-Lauf mit Standard-Preset. Für zusätzliche Presets, Stresstests und erweiterte Auswertungen braucht es die Advanced oder Professional Edition, die beide kostenpflichtig sind und direkt über UL Solutions oder Steam erworben werden können.
Was ist der Unterschied zwischen Steel Nomad und Steel Nomad Light?
Steel Nomad rendert in 4K und richtet sich an leistungsstarke Desktop-Systeme, Steel Nomad Light rendert in 1440p und läuft zusätzlich auf Mobilgeräten, Handhelds und Windows-on-Arm-Systemen. Für aktuelle High-End-Karten ab Mittelklasse aufwärts liefert nur der volle Steel-Nomad-Test ein wirklich differenziertes Ergebnis.
Läuft 3DMark auch auf Handhelds wie dem Steam Deck?
Steel Nomad Light ist für genau solche Geräte konzipiert und unterstützt neben Windows-Handhelds auch Android, dank Vulkan-1.1-Unterstützung auch auf weniger leistungsstarker Hardware. Der volle Steel-Nomad-Test ist dagegen auf klassische Windows-Systeme mit dedizierter Grafikkarte ausgelegt.
Wie lange dauert ein Steel-Nomad-Lauf?
Ein einzelner Durchlauf dauert typischerweise wenige Minuten, abhängig von der GPU-Leistung. Der Stresstest-Modus der Advanced Edition mit zwanzig Wiederholungen nimmt entsprechend deutlich länger in Anspruch.
Kann ich 3DMark für einen Kaufvergleich zwischen zwei Laptops nutzen?
Ja, dafür eignet sich Steel Nomad Light besonders gut, weil es die Leistung unter mobilen Bedingungen inklusive Kühlungseinfluss realistisch abbildet, statt nur die reine Chip-Spezifikation zu vergleichen. Ein direkter Vergleich lohnt sich besonders bei Modellen mit identischer GPU-Bezeichnung, aber unterschiedlichem Gehäuse und Kühlsystem.
Ist ein hoher Steel-Nomad-Score automatisch gleichbedeutend mit besserer Gaming-Performance?
Der Score ist ein verlässlicher Indikator für die reine Grafikleistung, bildet aber keine spielspezifischen Faktoren wie Treiber-Optimierungen einzelner Titel oder CPU-limitierte Szenarien ab. Für eine vollständige Einschätzung ergänzt ein praktischer Spieletest den Steel-Nomad-Wert sinnvoll.
Wie oft sollte ich den Benchmark wiederholen, um ein verlässliches Ergebnis zu bekommen?
Fünf bis sechs Läufe mit kurzen Abkühlpausen zwischen den Durchgängen reichen in der Regel aus, um Ausreißer durch Hintergrundlast oder Thermal Throttling zuverlässig zu erkennen. Das eigene Logging-Skript aus diesem Leitfaden übernimmt die Auswertung der Schwankung automatisch.
Unterstützt Steel Nomad Multi-GPU-Systeme?
Nein, laut den offiziellen Angaben von UL Solutions testet Steel Nomad ausschließlich eine einzelne Grafikkarte, auch wenn mehrere GPUs im System verbaut sind. Für Multi-GPU-Szenarien bleibt bislang nur ein praktischer Spieletest mit aktivierter Mehrkarten-Unterstützung als Alternative.




