FurMark gilt seit Jahren als eines der härtesten Werkzeuge, um eine Grafikkarte wirklich an ihre Grenzen zu bringen. Mit FurMark 2.10.2, veröffentlicht am 26. Oktober 2025 vom französischen Entwicklerstudio Geeks3D, hat das Tool erneut einen Funktionsschub erhalten: neue VRAM-Testgrößen, ein aktualisiertes GPU-Z-Modul und Fehlerkorrekturen für ältere Radeon-Generationen. Dieses Tutorial führt Schritt für Schritt durch Installation, Konfiguration, Kommandozeilen-Nutzung und Sicherheitsaspekte, inklusive eines fertigen Automatisierungs-Skripts für wiederholbare Stresstests.

Anders als viele andere Benchmark-Tools läuft FurMark sowohl unter Windows als auch unter Linux, mit nativer Unterstützung für x86-64- und ARM64-Systeme. Diese Plattformbreite macht das Tool auch für Techniker interessant, die in gemischten Umgebungen arbeiten, etwa in kleinen Reparaturwerkstätten oder bei der Abnahme neu zusammengebauter Workstations. Wer nach diesem Tutorial zusätzlich die reine Rechenleistung der CPU prüfen will, findet dazu eine eigene Anleitung im Artikel CPU Benchmark Test, die gut als Ergänzung zu einem GPU-Stresstest funktioniert.

Wer schon einmal versucht hat, eine neue Grafikkarte nach dem Einbau zu prüfen, kennt das Problem: Ein paar Minuten Gaming reichen oft nicht aus, um Kühlungsprobleme, eine zu knappe Stromversorgung oder einen fehlerhaften Übertaktungs-Versuch aufzudecken. FurMark erzeugt genau die Art von Dauerlast, die solche Schwächen innerhalb weniger Minuten sichtbar macht. Die zentrale Testszene, ein pelziger, rotierender Donut, ist bewusst ineffizient programmiert und zwingt die GPU dazu, praktisch jede Rechen- und Textureinheit gleichzeitig auszulasten.

Was ist FurMark und wofür wird es eingesetzt?

FurMark 2 ist der Nachfolger des ursprünglichen FurMark 1 und läuft laut offizieller Produktbeschreibung von Geeks3D auf Windows (32-Bit und 64-Bit) sowie auf Linux (x86-64 und ARM64). Das Tool kombiniert zwei Funktionen in einem Programm: einen sehr intensiven GPU-Stresstest und einen OpenGL- beziehungsweise Vulkan-Grafikbenchmark mit Online-Ergebnissen. Offiziell unterstützt werden GPUs von Nvidia GeForce, AMD Radeon sowie Intel Arc und Intel HD Graphics, was FurMark zu einem der wenigen herstellerunabhängigen Stresstests macht.

Der Unterschied zu einem klassischen Spiele-Benchmark liegt im Ziel. Ein Benchmark wie 3DMark Steel Nomad misst, wie schnell eine Karte eine realistische Grafikszene berechnet. FurMark will das nicht. Es will die GPU so weit wie möglich auslasten, unabhängig davon, ob das Ergebnis irgendeiner Spielrealität entspricht. Genau deshalb eignet sich FurMark für drei typische Anwendungsfälle: die Kontrolle neuer oder gebrauchter Grafikkarten, die Validierung von Übertaktungs- oder Undervolting-Profilen und die Überprüfung, ob ein neu eingebautes Kühlsystem die Temperaturen im Griff hält.

Technisch basiert FurMark 2 auf der GeeXLab-Engine von Geeks3D und bringt getrennte Render-Backends mit: furmark-gl für OpenGL und furmark-vk für Vulkan. Daneben existiert ein eher rechenorientierter furmark-cl-Pfad. Diese Trennung ist wichtig, weil ein Treiberfehler oft nur eine der beiden Grafik-APIs betrifft. Ein Fehler im Vulkan-Pfad sagt nichts über die Stabilität unter OpenGL aus, und umgekehrt.

FurMark 1, der Vorgänger, bezeichnet Geeks3D in der eigenen Produktbeschreibung selbst als venerable, also altehrwürdig, und das Tool ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Overclocking-Szene. Diese lange Geschichte erklärt auch den ungewöhnlichen Namen: Die zentrale Testszene, ein mit virtuellem Fell überzogener Donut, sorgte schon in frühen Versionen für eine so hohe, gleichmäßige Shaderlast, dass sich FurMark gegenüber klassischen 3D-Demos als deutlich härterer Prüfstein etablierte. Mit FurMark 2 wurde diese Grundidee beibehalten, aber technisch auf eine modernere Engine mit Unterstützung für aktuelle Grafik-APIs und Plattformen gehoben.

Voraussetzungen und Systemanforderungen

Vor der Installation lohnt sich ein kurzer Check der eigenen Hardware und Software. FurMark stellt vergleichsweise geringe Anforderungen an das System selbst, dafür aber hohe Anforderungen an Stromversorgung und Kühlung der Grafikkarte. Die folgende Tabelle fasst die offiziellen Voraussetzungen laut Geeks3D-Downloadseite zusammen.

KomponenteAnforderungHinweis
Betriebssystem (Windows)Windows, 32-Bit oder 64-BitDownload als ZIP (ca. 33 MB) oder Setup (ca. 32 MB)
Betriebssystem (Linux)Linux x86-64 oder Linux ARM64x86-64-Build benötigt glibc 2.31 oder neuer
GrafikkarteNvidia GeForce, AMD Radeon, Intel Arc/HD Graphicslaut offizieller Produktbeschreibung unterstützt
Grafik-APIOpenGL oder Vulkanbeide Pfade separat testbar über furmark-gl / furmark-vk
FurMark-Version2.10.2 (Stand 26.10.2025)aktuellste verifizierte Version zum Zeitpunkt dieses Tutorials
ZusatztoolGPU-Z 2.60 (integriert)in FurMark 2.10.2 enthalten, dient der Hardware-Identifikation

Ein aktueller, sauber installierter Grafiktreiber ist keine offizielle Mindestanforderung, aber in der Praxis die wichtigste Voraussetzung für ein verwertbares Ergebnis. Wer die eigenen Treiber auf den neuesten Stand bringen will, findet dazu eigene Anleitungen für Nvidia-Grafikkarten und für AMD-Grafikkarten. Für den Automatisierungsteil dieses Tutorials wird zusätzlich PowerShell 5.1 oder neuer vorausgesetzt, das in Windows 10 und Windows 11 bereits enthalten ist.

Wichtig ist außerdem die Stromversorgung. FurMark zieht die Grafikkarte über einen längeren Zeitraum näher an ihr Leistungslimit als die meisten Spiele. Ein Netzteil, das knapp bemessen ist, oder ein nicht vollständig eingerastetes Stromkabel, zeigt unter FurMark seine Schwächen oft deutlicher als im normalen Betrieb.

Als grobe Orientierung gilt: Ein Netzteil sollte nicht nur für die durchschnittliche, sondern auch für die kurzzeitige Spitzenlast der Grafikkarte ausreichend Reserve besitzen. Moderne High-End-Karten können kurze Lastspitzen erzeugen, die deutlich über der dauerhaften Leistungsaufnahme liegen, und genau solche Spitzen sind es, die unter einer absichtlich extremen Last wie FurMark zuerst zu Problemen führen, wenn das Netzteil zu knapp bemessen ist. Wer sich nicht sicher ist, ob das eigene Netzteil ausreicht, sollte vor einem FurMark-Lauf die Herstellerangaben zur empfohlenen Netzteilleistung der jeweiligen Grafikkarte prüfen und nicht nur die reine Wattzahl des eigenen Netzteils als Maßstab nehmen, sondern auch dessen Alter und Zustand berücksichtigen.

Schritt 1 bis 4: Download, Installation und erster Start

  1. Schritt 1 – Offizielle Quelle öffnen. Laden Sie FurMark ausschließlich von der offiziellen Geeks3D-Downloadseite herunter. Drittanbieter-Downloadportale bündeln Benchmark-Tools gelegentlich mit zusätzlicher, unerwünschter Software.
  2. Schritt 2 – Passendes Paket wählen. Für Windows stehen ein ZIP-Archiv und ein Setup-Installer zur Verfügung, für Linux ein 7-Zip-Archiv für x86-64 und ARM64. Windows-Nutzer ohne Admin-Rechte greifen zur portablen ZIP-Variante.
  3. Schritt 3 – Installation durchführen. Bei der Setup-Variante führt ein gewöhnlicher Installationsassistent durch den Vorgang. Bei der ZIP-Variante genügt das Entpacken in einen beliebigen Ordner, eine Installation im eigentlichen Sinn findet nicht statt.
  4. Schritt 4 – Ersten Start durchführen. Starten Sie FurMark.exe. Beim ersten Start erkennt FurMark die verbaute Grafikkarte automatisch über das integrierte GPU-Z-Modul und zeigt Modellname, Treiberversion und Speichermenge in der Oberfläche an.

Nach dem ersten Start lohnt sich ein Blick in die Grundeinstellungen. FurMark zeigt die erkannte GPU, den verfügbaren Grafikspeicher und die aktuelle Treiberversion an. Stimmen diese Angaben nicht mit der tatsächlich verbauten Hardware überein, deutet das meist auf einen veralteten oder fehlerhaft installierten Treiber hin, nicht auf einen Fehler in FurMark selbst.

Wer ganz sichergehen will, dass die heruntergeladene Datei nicht auf dem Weg verändert wurde, kann die Prüfsumme kontrollieren. Für das Windows-64-Bit-ZIP von FurMark 2.10.2 veröffentlicht Geeks3D offiziell einen SHA256-Hash. Unter Windows lässt sich dieser mit einem einzigen PowerShell-Befehl gegen die eigene Datei prüfen:

Get-FileHash .\FurMark2-win64.zip -Algorithm SHA256

Der ausgegebene Hash muss exakt mit dem auf der offiziellen Downloadseite veröffentlichten Wert übereinstimmen. Weicht er ab, wurde die Datei entweder beschädigt übertragen oder stammt nicht von der offiziellen Quelle, in beiden Fällen sollte die Datei verworfen und neu heruntergeladen werden.

Schritt 5 bis 7: OpenGL- und Vulkan-Test konfigurieren

FurMark 2 erlaubt es, zwischen OpenGL und Vulkan als Rendering-Backend zu wählen. Da beide APIs unterschiedliche Treiberpfade ansprechen, liefert erst die Kombination beider Tests ein vollständiges Bild der Stabilität.

  1. Schritt 5 – Auflösung und Fenstermodus festlegen. Für vergleichbare Ergebnisse empfiehlt sich die native Auflösung des angeschlossenen Monitors im Vollbildmodus, da Fenstermodus-Tests häufig weniger GPU-Last erzeugen.
  2. Schritt 6 – Render-Backend auswählen. Wählen Sie zunächst OpenGL (furmark-gl) für den ersten Lauf, da dieser Pfad traditionell der am längsten optimierte ist.
  3. Schritt 7 – Testdauer setzen. Stellen Sie für den ersten Durchlauf eine kurze Dauer von etwa fünf Minuten ein. Dieser kurze Lauf reicht aus, um sofortige Abstürze oder gravierende Thermikprobleme zu erkennen, bevor ein längerer Test gestartet wird.

Erst wenn der kurze Testlauf ohne Probleme durchläuft, folgt ein längerer Lauf von 15 bis 30 Minuten. Dieser zweistufige Ansatz verhindert, dass eine instabile Übertaktung oder ein zu aggressives Undervolt-Profil sofort zu einem langen, möglicherweise beschädigenden Testlauf führt. Wer zuvor bereits mit MSI Afterburner ein Undervolting-Profil erstellt hat, sollte genau diesen zweistufigen Ablauf nutzen, um die Stabilität des Profils zu bestätigen.

Schritt 8 bis 10: VRAM-Test, Donut-Stresstest und Ergebnisse auswerten

Mit FurMark 2.10.2 kam eine neue Funktion hinzu, die gezielt den Grafikspeicher statt der reinen Rechenleistung belastet: der VRAM-Test mit wählbaren Größen von 10 GB oder 32 GB. Dieser Test ist besonders für Karten mit viel Grafikspeicher relevant, da ein Rechenleistungstest wie der klassische Donut-Stresstest den Speicher selbst oft nur unzureichend auslastet.

Ein reiner Rechenleistungstest kann durchaus eine stabile GPU anzeigen, während gleichzeitig fehlerhafte Speicherbausteine oder ein instabiles Speicher-Overclocking unentdeckt bleiben, weil die entsprechenden Speicherzellen während des Tests nie wirklich beschrieben oder ausgelesen werden. Der VRAM-Test schließt genau diese Lücke, indem er den Grafikspeicher gezielt und über die gewählte Größe hinweg beansprucht. Für eine Karte mit 16 GB Speicher ist die 10-GB-Option in der Regel ausreichend, für Karten mit 24 GB oder mehr liefert die 32-GB-Option ein vollständigeres Bild, sofern genug Speicher physisch vorhanden ist.

  1. Schritt 8 – VRAM-Testgröße festlegen. Wählen Sie je nach verbautem Grafikspeicher 10 GB oder 32 GB als Testgröße. Karten mit weniger als der gewählten Größe sollten die kleinere Option verwenden.
  2. Schritt 9 – Donut-Stresstest starten. Der klassische, pelzige Donut bleibt die zentrale Render-Last von FurMark. Er ist absichtlich ineffizient programmiert, um möglichst viele Shader-Einheiten gleichzeitig zu beschäftigen.
  3. Schritt 10 – Ergebnisse lesen. Nach Testende zeigt FurMark die erreichte Punktzahl (Score), die durchschnittliche Framerate während des Tests sowie die maximal gemessene GPU-Temperatur an.

Ein Score allein sagt wenig aus, wenn die Rahmenbedingungen nicht dokumentiert sind. Ein und dieselbe Grafikkarte kann je nach Auflösung, gewähltem Preset, Testdauer, Treiberversion und eingestelltem Power-Limit stark unterschiedliche Werte liefern. Sinnvolle Vergleiche entstehen deshalb nur zwischen Läufen mit identischen Einstellungen, idealerweise auf demselben System vor und nach einer Änderung wie einem neuen Treiber oder einem geänderten Lüfterprofil.

FurMark per Kommandozeile automatisieren

Wer FurMark regelmäßig einsetzt, etwa zur Qualitätskontrolle bei mehreren Karten oder zur Dokumentation von Wartungsarbeiten, profitiert von der Kommandozeilen-Steuerung. FurMark 2 lässt sich vollständig per Parameter steuern, ohne die grafische Oberfläche zu öffnen.

furmark --demo furmark-gl

Dieser Befehl startet den OpenGL-Stresstest mit den zuletzt gespeicherten Einstellungen. Für den Vulkan-Pfad lautet der Aufruf entsprechend:

furmark --demo furmark-vk

Der neue VRAM-Test lässt sich direkt mit einem zusätzlichen Parameter kombinieren. Der folgende Befehl startet einen OpenGL-Lauf mit einem 10-GB-VRAM-Test:

furmark -demo furmark-gl -furmark-vram-test-gb 10

Für die 32-GB-Variante genügt der Austausch des letzten Werts:

furmark -demo furmark-gl -furmark-vram-test-gb 32

Ein typischer Konsolenausschnitt nach einem erfolgreichen Lauf sieht in etwa so aus, wobei die genauen Werte stark von Hardware, Treiber und Einstellungen abhängen:

FurMark2 (furmark-gl) - benchmark finished
GPU detected: via GPU-Z module
Resolution: native, fullscreen
Duration: 00:15:00
Max GPU temperature: logged by monitoring tool
Score: written to local result file and optionally submitted online

Diese Kommandozeilen-Fähigkeit ist auch die Grundlage für das Automatisierungsprojekt weiter unten in diesem Tutorial.

FurMark unter Linux einrichten und verwenden

Für Linux bietet Geeks3D zwei native Pakete an: ein 7-Zip-Archiv für x86-64-Systeme und eines für ARM64. Die x86-64-Variante benötigt laut offizieller Downloadseite mindestens glibc 2.31, was in aktuellen Debian-, Ubuntu- und Fedora-Versionen standardmäßig erfüllt ist. Eine separate Installation im klassischen Sinn gibt es nicht, das Archiv wird einfach entpackt und von dort gestartet.

# Archiv entpacken und FurMark unter Linux starten
7z x FurMark2-linux64.7z -o~/furmark2
cd ~/furmark2
./furmark --demo furmark-gl

Unter Linux übernimmt in der Regel der jeweilige GPU-Treiber (die proprietären Nvidia-Treiber oder der offene Mesa-Treiber für AMD- und Intel-Grafik) die Vermittlung zwischen FurMark und der Hardware. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, prüft vor dem Test, ob die Vulkan-Laufzeitbibliotheken korrekt installiert sind, da ein fehlendes Vulkan-Loader-Paket den furmark-vk-Pfad sonst mit einer Fehlermeldung abbricht, statt die Last überhaupt erst zu starten. Auf der ARM64-Variante ist die Verbreitung von FurMark deutlich geringer als auf x86-64, in der Praxis betrifft das vor allem Entwickler, die FurMark auf ARM-basierten Workstations oder Servern mit dedizierter GPU zur Treiberprüfung einsetzen.

Monitoring: Temperatur, Power und Takt richtig überwachen

FurMark selbst zeigt während des Tests grundlegende Werte an, für eine vollständige Analyse lohnt sich aber ein zweites Monitoring-Werkzeug im Hintergrund. Da FurMark 2.10.2 das GPU-Z-Modul von TechPowerUp in Version 2.60 mitbringt, lässt sich die Hardware-Erkennung direkt nutzen, für die laufende Sensor-Überwachung während des Tests empfiehlt sich jedoch eine eigenständige Instanz von GPU-Z oder ein vergleichbares Tool, da die mitgelieferte Komponente primär der Identifikation dient und nicht automatisch die neueste eigenständige GPU-Z-Version ersetzt.

In der Praxis bedeutet das: ein Fenster mit FurMark im Vollbild oder im großen Fenstermodus, und daneben, etwa auf einem zweiten Monitor oder per Overlay, die laufenden Sensorwerte des Monitoring-Tools. Wer nur einen Monitor besitzt, kann den Fenstermodus von FurMark nutzen und das Monitoring-Overlay am Bildschirmrand einblenden, sofern das verwendete Tool diese Option anbietet. Wichtig ist, die Werte nicht erst am Ende, sondern während des gesamten Laufs im Blick zu behalten, da kurze Temperaturspitzen oder Taktabfälle in der Mitte eines Laufs sonst unbemerkt bleiben.

Folgende Werte sind während eines FurMark-Laufs am aussagekräftigsten:

  • GPU-Kerntemperatur im Leerlauf und unter Last, als Differenzwert
  • Hotspot-Temperatur, da sie oft deutlich über der Kerntemperatur liegt
  • Board-Power in Watt, im Vergleich zum eingestellten Power-Limit
  • Taktverhalten, insbesondere ungewollte Taktabfälle während des Laufs
  • Lüfterdrehzahl und akustisches Verhalten als Frühwarnzeichen
  • Gehäuse-interne Lufttemperatur, da sie Einfluss auf alle übrigen Werte hat

Wer die gewonnenen Temperatur- und Taktwerte zusätzlich mit einem Benchmark wie 3DMark Steel Nomad gegenüberstellt, bekommt ein klareres Bild davon, ob ein Stabilitätsproblem tatsächlich an der Grafikkarte liegt oder eher am Gesamtsystem, etwa an einer unzureichenden Gehäusebelüftung.

Die Hotspot-Temperatur hat in den vergangenen Generationen deutlich an Bedeutung gewonnen. Je dichter die Rechenwerke auf einem Grafikchip gepackt sind, desto größer kann die Differenz zwischen der durchschnittlichen Kerntemperatur und der heißesten Stelle auf dem Die ausfallen. Eine moderate Kerntemperatur bei gleichzeitig sehr hohem Hotspot-Wert ist deshalb kein Grund zur Entwarnung, sondern eher ein Hinweis darauf, dass die Wärmeleitpaste oder das Kühlerdesign an genau dieser Stelle an ihre Grenzen kommt. Wer nach einem FurMark-Lauf einen auffällig hohen Hotspot-Wert feststellt, sollte diesen Wert bei einem erneuten Lauf gezielt im Blick behalten, statt sich nur auf die durchschnittliche Kerntemperatur zu verlassen.

Praxis: RTX 5090, RTX 5080, RTX 5070 und Radeon RX 9000 sicher testen

FurMark 2.9, veröffentlicht im Juli 2025, brachte offizielle Unterstützung für die GeForce RTX 5050 sowie die Radeon AI PRO R9700. Für die restlichen Modelle der aktuellen Generationen, darunter RTX 5090, RTX 5080, RTX 5070 und die Radeon RX 9000 Serie, liegt keine separate, vollständige Kompatibilitätsliste öffentlich vor, in der Praxis laufen diese Karten jedoch über die Standard-Render-Pfade von OpenGL und Vulkan, da FurMark keine kartenspezifische Programmierung benötigt, sondern allgemeine Grafik-APIs anspricht.

Dass ein Stresstest wie FurMark keine kartenspezifische Programmierung braucht, ist zugleich seine größte Stärke und sein größtes Risiko. Die Stärke liegt darin, dass praktisch jede aktuelle Grafikkarte direkt getestet werden kann, ohne auf ein Update von Geeks3D warten zu müssen. Das Risiko liegt darin, dass FurMark nicht wissen kann, welches Power-Limit oder welche Temperaturgrenze für eine bestimmte, brandneue Karte als sicher gilt. Diese Verantwortung bleibt bei der Person, die den Test durchführt, und bei den vom jeweiligen Hersteller dokumentierten Grenzwerten.

Der dokumentierte Fehler aus dem 2.10.2-Changelog betraf ausschließlich den Vulkan-Pfad auf Radeon-RX-7000- und RX-6000-Karten und wurde laut offiziellen Release-Notes behoben. Die damals aktuellen RX 9070 und RX 9060 Modelle waren von diesem Fehler explizit nicht betroffen. Ein allgemeiner Hinweis für alle aktuellen GPU-Generationen bleibt trotzdem sinnvoll: Vor jedem neuen FurMark-Lauf auf einer frisch gekauften oder neu eingebauten Karte sollten die Werkseinstellungen aktiv sein, keine Übertaktung, kein Undervolt, kein verändertes Power-Limit.

GPU-KlasseEmpfohlene erste TestdauerEmpfohlene API-Reihenfolge
High-End (z. B. RTX 5090, RTX 5080)5 Minuten, danach 15–30 MinutenOpenGL zuerst, danach Vulkan
Oberklasse (z. B. RTX 5070, RX 9070-Klasse)5 Minuten, danach 15–30 MinutenOpenGL zuerst, danach Vulkan
Einstieg/Mittelklasse5 Minuten, danach 10–20 MinutenOpenGL zuerst, danach Vulkan
Integrierte/Onboard-Grafik3–5 Minuten, kein Langzeittest nötigOpenGL ausreichend

Ein bestandener FurMark-Lauf beweist ausdrücklich keine vollständige Stabilität. Er zeigt nur, dass die Karte unter dieser konkreten API, Auflösung, Dauer, diesem Treiber und dieser Last stabil blieb. Für eine abschließende Einschätzung empfiehlt sich danach immer noch ein echter Spiele-Lauf oder ein zweiter, unabhängiger Benchmark zur Bestätigung.

Bei Notebook-Grafikkarten gilt ein zusätzlicher Vorbehalt. Mobile Varianten von RTX- oder Radeon-Chips teilen sich Kühlkörper und Stromversorgung häufig mit der CPU, und das Power-Limit liegt deutlich unter dem der Desktop-Version. Ein FurMark-Lauf auf einem Notebook erreicht deshalb oft schneller ein Thermik- oder Power-Limit als auf einem baugleichen Desktop-Chip, ohne dass das automatisch ein Defekt ist. Bei Notebooks ist es sinnvoll, zusätzlich zum Netzbetrieb zu prüfen, ob sich das Taktverhalten im Akkubetrieb spürbar unterscheidet, da viele Hersteller im Akkubetrieb ein strengeres Power-Limit hinterlegen.

Sicherheit: OCP-Schutz, Warnsignale und Testabbruch

FurMark gilt schon lange als eine der anspruchsvollsten Dauerlasten, die eine Grafikkarte erreichen kann. Genau deshalb kann ein Testlauf eine Schutzschaltung auslösen, die als Over Current Protection (OCP) bekannt ist. OCP ist eine Hardware- oder Firmware-Sicherung, die die Karte oder das System abschaltet, sobald der Stromfluss einen definierten Grenzwert übersteigt.

Ein Abschalten durch OCP bedeutet nicht automatisch, dass FurMark die Karte beschädigt hat. Mögliche Ursachen reichen von einem bewusst konservativ eingestellten Schutzlimit über eine instabile Übertaktung oder ein zu aggressives Undervolt bis zu einer defekten Karte, einem unzureichenden Netzteil oder einem nicht korrekt eingerasteten Stromkabel. Auch ein fehlerhaftes Firmware- oder Treiberverhalten kann eine Rolle spielen.

  • Nur vom Hersteller empfohlene Stromkabel und Adapter für Karte und Netzteil verwenden
  • Keine nicht freigegebenen Adapter zwischen Netzteil und Grafikkarte einsetzen
  • Einen Stresstest niemals unbeaufsichtigt über längere Zeit laufen lassen
  • Temperatur, Hotspot-Wert, Lüfterverhalten, Power und Systemstabilität durchgehend beobachten
  • Bei Brandgeruch, verfärbten Steckern, wiederholten Hard-Shutdowns, sichtbaren Grafikfehlern oder ungewöhnlichem Lüfterverhalten den Test sofort abbrechen
  • Neue Karten zunächst mit Werkseinstellungen testen, bevor Übertaktung oder Undervolting angewendet wird

Ein OCP-Ereignis sollte grundsätzlich als Diagnosehinweis behandelt werden, nicht als erfolgreicher Testdurchlauf. Wer nach einem solchen Ereignis einfach weitertestet, ohne die Ursache zu klären, riskiert, ein echtes Hardwareproblem zu übersehen.

Ein praktikabler Ablauf nach einem unerwarteten Shutdown sieht so aus: Zunächst das System neu starten und prüfen, ob es überhaupt wieder normal hochfährt. Danach alle Übertaktungs- oder Undervolt-Einstellungen auf Werkswerte zurücksetzen und die physische Verkabelung der Grafikkarte kontrollieren, inklusive eines festen Sitzes jedes einzelnen Steckers. Erst wenn diese beiden Schritte erledigt sind, folgt ein erneuter, kurzer Testlauf unter Werkseinstellungen. Tritt der Shutdown auch dann wieder auf, deutet das stärker auf ein Hardware- oder Netzteilproblem hin als auf eine reine Software- oder Einstellungsfrage.

Komplettes Projekt: Automatisiertes Stresstest-Skript mit Protokollierung

Für wiederholbare Tests, etwa bei mehreren Karten in einer kleinen Werkstatt oder bei regelmäßigen Wartungsprüfungen, lohnt sich ein kleines Automatisierungsskript. Das folgende PowerShell-Skript startet nacheinander einen kurzen OpenGL-Test, einen längeren Vulkan-Test und schreibt Start- und Endzeit jedes Laufs in eine Protokolldatei. Es ersetzt kein Monitoring-Tool, liefert aber eine nachvollziehbare, zeitgestempelte Testreihe.

Der Vorteil eines solchen Skripts zeigt sich besonders dann, wenn mehrere Karten am selben Tag geprüft werden müssen. Statt jeden Test manuell über die grafische Oberfläche zu starten, zu überwachen und abzuwarten, läuft die gesamte Testreihe automatisiert durch, während sich die Person in der Zwischenzeit anderen Aufgaben zuwenden kann, ohne die Dokumentation zu vernachlässigen. Das Skript lässt sich außerdem als geplante Aufgabe in der Windows-Aufgabenplanung hinterlegen, etwa um regelmäßige Kontrolltests auf Dauerbetrieb-Systemen zu automatisieren.

# FurMark-Teststeuerung mit Protokollierung
# Voraussetzung: furmark.exe im PATH oder vollen Pfad eintragen

$furmarkPfad = "C:\Tools\FurMark\furmark.exe"
$logDatei = "C:\Tools\FurMark\stresstest-log.txt"

function Schreibe-Log($text) {
    $zeitstempel = Get-Date -Format "yyyy-MM-dd HH:mm:ss"
    "$zeitstempel  $text" | Out-File -FilePath $logDatei -Append -Encoding utf8
}

Schreibe-Log "Starte kurzen OpenGL-Test (ca. 5 Minuten)"
Start-Process -FilePath $furmarkPfad -ArgumentList "--demo furmark-gl" -Wait
Schreibe-Log "Kurzer OpenGL-Test beendet"

Start-Sleep -Seconds 30

Schreibe-Log "Starte VRAM-Test mit 10 GB"
Start-Process -FilePath $furmarkPfad -ArgumentList "-demo furmark-gl -furmark-vram-test-gb 10" -Wait
Schreibe-Log "VRAM-Test beendet"

Start-Sleep -Seconds 30

Schreibe-Log "Starte Vulkan-Test"
Start-Process -FilePath $furmarkPfad -ArgumentList "--demo furmark-vk" -Wait
Schreibe-Log "Vulkan-Test beendet, Testreihe abgeschlossen"

Nach jedem Durchlauf entsteht in stresstest-log.txt eine fortlaufende, zeitgestempelte Liste der ausgeführten Tests. Diese Protokolldatei ist besonders dann hilfreich, wenn ein Stabilitätsproblem nicht bei jedem Lauf auftritt, da sich damit nachträglich prüfen lässt, zu welcher Tageszeit, nach welcher Laufzeit oder unter welchen Bedingungen ein Problem zuletzt aufgetreten ist. Für die Pausen zwischen den Tests wurden bewusst 30 Sekunden eingeplant, damit die GPU zwischen den Lastphasen kurz abkühlen kann und kein Test direkt in der thermischen Nachwirkung des vorherigen beginnt.

Das Skript lässt sich leicht erweitern, etwa um eine zusätzliche Zeile, die vor jedem Testblock die aktuelle Treiberversion abfragt und mitprotokolliert, oder um eine Verzweigung, die bei einem Programmabsturz automatisch einen Hinweis in die Protokolldatei schreibt.

Für die Verwaltung mehrerer Karten in einer Werkstatt bietet sich zusätzlich eine strukturierte CSV-Protokollierung an, die sich später in einer Tabellenkalkulation auswerten lässt. Die folgende Erweiterung schreibt zu jedem Testblock eine eigene Zeile mit Zeitstempel, Kartenbezeichnung und Testtyp in eine CSV-Datei:

# Erweiterung: CSV-Protokoll pro Testblock
$csvDatei = "C:\Tools\FurMark\stresstest-verlauf.csv"
$kartenname = Read-Host "Bezeichnung der getesteten Karte"

function Schreibe-CSV($testTyp) {
    $zeitstempel = Get-Date -Format "yyyy-MM-dd HH:mm:ss"
    "$zeitstempel,$kartenname,$testTyp" | Out-File -FilePath $csvDatei -Append -Encoding utf8
}

Schreibe-CSV "OpenGL-Kurztest"
Schreibe-CSV "VRAM-Test-10GB"
Schreibe-CSV "Vulkan-Test"

Diese CSV-Datei lässt sich in jeder gängigen Tabellenkalkulation öffnen und nach Kartenbezeichnung oder Datum filtern, was gerade bei größeren Stückzahlen deutlich schneller geht als das Durchsuchen einer reinen Textprotokolldatei.

Score, Online-Ranking und Vergleich mit anderen Systemen

FurMark 2 ist laut Geeks3D sowohl Stresstest als auch Benchmark mit Online-Ergebnissen. Über eine globale Rangliste lässt sich die eigene Punktzahl mit anderen, ähnlich ausgestatteten Systemen vergleichen. Diese Online-Werte sind für eine grobe Einordnung nützlich, taugen aber nicht als universeller Qualitätsmaßstab für eine Grafikkarte.

Der Grund dafür liegt in der großen Zahl an Variablen, die den Score beeinflussen: gewählte API, Auflösung und Antialiasing, Testdauer, Treiberversion, eingestelltes Power- und Temperaturlimit, im Hintergrund laufende Programme sowie CPU- und Plattform-Overhead. Zwei baugleiche Grafikkarten in zwei unterschiedlichen Systemen können deshalb spürbar unterschiedliche Werte liefern, ohne dass eine der beiden Karten tatsächlich schlechter wäre.

Sinnvoller als der Vergleich mit fremden Online-Ergebnissen ist in der Praxis meist der Vergleich mit dem eigenen, früheren Ergebnis auf demselben System, zum Beispiel vor und nach einem Treiberupdate oder vor und nach einer neuen Lüfterkurve.

Ein deutlicher Rückgang des eigenen Scores im Vergleich zu einem früheren Lauf auf identischer Hardware ist ein wertvolleres Signal als eine einmalige Zahl. Ein solcher Rückgang kann auf eine neue Treiberversion mit veränderten Energiesparmechanismen hinweisen, auf eine verschmutzte Kühlung nach längerer Nutzungsdauer oder auf gealterte Wärmeleitpaste. Wer regelmäßig testet und die Werte dokumentiert, erkennt solche Trends oft schon, bevor sie sich in sichtbaren Problemen wie Leistungseinbrüchen in Spielen äußern.

Häufige Fehler beim Einsatz von FurMark

Ein Blick auf typische Stolperfallen hilft, unnötige Fehlinterpretationen von Testergebnissen zu vermeiden. Die meisten dieser Fehler entstehen nicht durch FurMark selbst, sondern durch die Art, wie der Test vorbereitet, durchgeführt oder ausgewertet wird.

  • Sofort einen langen Test starten. Wer direkt 30 oder 60 Minuten testet, ohne vorher einen kurzen Fünf-Minuten-Lauf zu machen, riskiert bei einer instabilen Übertaktung einen langen, unnötig harten Lauf statt eines frühen Abbruchs.
  • Nur eine API testen. Ein stabiler OpenGL-Lauf sagt nichts über die Stabilität unter Vulkan aus, da beide Pfade unterschiedliche Treiberkomponenten beanspruchen.
  • Veraltete Treiber verwenden. Ein alter Treiber kann sowohl falsch-positive Instabilitäten als auch falsch-positive Stabilität vortäuschen, je nachdem, welcher Fehler zum jeweiligen Treiberstand bereits behoben wurde.
  • Testergebnisse ohne dokumentierte Rahmenbedingungen vergleichen. Ein Score ohne Angabe von Auflösung, API, Dauer und Treiberversion ist für einen späteren Vergleich praktisch wertlos.
  • FurMark von einer inoffiziellen Quelle laden. Drittanbieter-Portale bündeln Tools gelegentlich mit zusätzlicher Software, die nichts mit dem eigentlichen Benchmark zu tun hat.
  • Den Test unbeaufsichtigt über Nacht laufen lassen. Gerade bei neuen Übertaktungsprofilen sollte ein Mensch in der Nähe sein, der bei ungewöhnlichem Verhalten eingreifen kann.
  • Mehrere Änderungen gleichzeitig testen. Wer Takt, Spannung und Lüfterkurve in einem Schritt ändert und erst danach testet, kann bei einem Absturz nicht mehr sagen, welche der Änderungen die eigentliche Ursache war.

Troubleshooting: Lösungen für die häufigsten Probleme

Die folgende Übersicht sammelt die Probleme, die beim praktischen Einsatz von FurMark am häufigsten auftreten, zusammen mit möglichen Ursachen und konkreten Lösungsschritten. Wer ein Problem hier nicht findet, sollte zuerst prüfen, ob die verwendete FurMark-Version und der Grafiktreiber tatsächlich aktuell sind, da ein erstaunlich großer Anteil der gemeldeten Probleme auf veraltete Software statt auf defekte Hardware zurückgeht.

ProblemMögliche UrsacheLösung
FurMark startet nichtBlockade durch Antivirus-Software oder fehlende BerechtigungenAusnahme in der Antivirus-Software setzen, als Administrator starten
GPU wird falsch oder gar nicht erkanntVeralteter oder beschädigter GrafiktreiberTreiber vollständig deinstallieren und aktuelle Version neu installieren
Vulkan-Test bricht sofort abFehlende oder unvollständige Vulkan-Unterstützung im TreiberTreiber aktualisieren, zunächst OpenGL-Pfad testen
System stürzt während des Tests ab, nicht die GrafikkarteInstabiles Gesamtsystem, z. B. RAM oder NetzteilKomponenten einzeln mit separaten Tools prüfen, FurMark-Last reduzieren
Score schwankt stark zwischen LäufenUnterschiedliche Hintergrundlast oder TemperaturdriftHintergrundprogramme schließen, zwischen Läufen abkühlen lassen
Bildschirm bleibt beim Laden schwarzMehrere Monitore mit unterschiedlichen AusgabewegenTest zunächst nur mit einem angeschlossenen Monitor starten
VRAM-Test mit 32 GB lässt sich nicht startenGrafikkarte besitzt weniger als 32 GB SpeicherKleinere Testgröße wie 10 GB wählen
Plötzlicher Hard-Shutdown des SystemsMögliches OCP-Ereignis durch Übertaktung oder NetzteilWerkseinstellungen wiederherstellen, Kabel und Netzteil prüfen, Ursache klären, bevor erneut getestet wird
Kommandozeilen-Parameter werden ignoriertFalsche Schreibweise oder fehlendes Leerzeichen zwischen ParameternOffizielle Kommandozeilen-Dokumentation als Referenz verwenden, Parameter exakt übernehmen

Erweiterte Tipps für Overclocker und Techniker

Wer FurMark regelmäßig und gezielt einsetzt, kann den Nutzen des Tools mit ein paar zusätzlichen Kniffen deutlich steigern.

Erstens lohnt sich ein kombinierter Testablauf statt eines einzelnen langen Laufs: ein kurzer OpenGL-Test, gefolgt vom VRAM-Test, gefolgt von einem Vulkan-Lauf, deckt deutlich mehr potenzielle Fehlerquellen ab als ein einziger, langer Durchlauf in nur einer API. Das oben gezeigte PowerShell-Skript lässt sich genau für diesen Zweck beliebig erweitern.

Zweitens ist ein Vergleich mit einem zweiten, unabhängigen Lasttool sinnvoll, bevor eine Übertaktung oder ein Undervolt als endgültig stabil eingestuft wird. Da FurMark bewusst eine extreme, spielfremde Last erzeugt, kann ein Profil, das unter FurMark stabil läuft, in seltenen Fällen trotzdem in einem bestimmten Spiel instabil werden, weil dieses Spiel eine andere Kombination aus Last und Speicherzugriffsmuster erzeugt.

Drittens sollte jeder Testlauf dokumentiert werden, nicht nur der Score, sondern auch Treiberversion, Datum, Raumtemperatur und eingestelltes Power-Limit. Gerade bei der Fehlersuche über mehrere Wochen oder nach mehreren Treiberupdates ist diese Dokumentation oft wichtiger als der reine Zahlenwert des letzten Laufs.

Viertens zeigt der AMD-Treiber Adrenalin Edition 26.8.1 laut einem Beitrag im offiziellen Geeks3D-Forum, dass Grafikkartenhersteller FurMark aktiv als Referenzpunkt in eigenen Release-Notes nennen, in diesem Fall im Zusammenhang mit der neuen Radeon RX 9050 mit 4 GB Speicher. Das unterstreicht, dass FurMark auch 2026 weiterhin ein etabliertes Werkzeug in der GPU-Branche bleibt und nicht nur ein Nischentool für Enthusiasten ist.

Fünftens lohnt sich für Techniker, die mehrere Karten pro Woche prüfen, eine feste Namenskonvention für die Protokolldateien, etwa mit Datum, Kartenmodell und Seriennummer im Dateinamen. Das oben gezeigte PowerShell-Skript lässt sich dafür leicht anpassen, indem der Pfad der Logdatei dynamisch aus Variablen zusammengesetzt wird, statt einen festen Dateinamen zu verwenden. So entsteht über Wochen und Monate eine durchsuchbare Historie, die bei Garantiefällen oder wiederkehrenden Problemen eine Karte schnell wieder auffindbar macht.

Sechstens gilt für frisch übertaktete oder undervoltete Systeme eine einfache Faustregel: Jede Änderung an Takt, Spannung oder Power-Limit sollte einen eigenen, vollständigen Testdurchlauf erhalten, nicht nur einen kurzen Check. Wer mehrere Einstellungen gleichzeitig ändert und erst danach testet, kann im Fall eines Absturzes nicht mehr zuverlässig zuordnen, welche der Änderungen tatsächlich die Ursache war. Einzelne, kleine Schritte mit jeweils eigenem Testlauf kosten zwar mehr Zeit, sparen aber bei der Fehlersuche deutlich mehr davon ein.

Häufig gestellte Fragen

Ist FurMark kostenlos?

Die Standard-Windows- und Linux-Version von FurMark 2 steht laut offizieller Geeks3D-Downloadseite als kostenloser Download zur Verfügung. Geeks3D bittet Nutzer, die das Tool regelmäßig verwenden, um eine freiwillige Spende zur Unterstützung der Weiterentwicklung.

Welche Version von FurMark ist aktuell die neueste?

Zum Zeitpunkt dieses Tutorials ist FurMark 2.10.2 vom 26. Oktober 2025 die aktuellste verifizierte Version. Sie enthält unter anderem eine Fehlerkorrektur für den Vulkan-Pfad auf Radeon RX 6000 und RX 7000 Karten sowie die neuen VRAM-Testgrößen von 10 GB und 32 GB.

Kann FurMark meine Grafikkarte beschädigen?

FurMark erzeugt eine der intensivsten Lastformen, die eine Grafikkarte im Alltag erreichen kann, bei normalem, unverändertem Betrieb mit funktionierender Kühlung und ausreichender Stromversorgung ist das Tool jedoch nicht darauf ausgelegt, Hardware zu beschädigen. Risiken entstehen vor allem durch bereits bestehende Hardwareprobleme, instabile Übertaktung oder unzureichende Kühlung, nicht durch FurMark selbst.

Was bedeutet ein plötzlicher Systemabsturz während des Tests?

Ein Absturz oder Hard-Shutdown während eines FurMark-Laufs deutet meist auf eine Schutzschaltung wie Over Current Protection, ein instabiles Übertaktungs- oder Undervolt-Profil, ein knapp bemessenes Netzteil oder ein nicht korrekt eingerastetes Stromkabel hin. Werkseinstellungen wiederherstellen und die Ursache gezielt eingrenzen, bevor erneut getestet wird.

Soll ich FurMark unter OpenGL oder Vulkan testen?

Am aussagekräftigsten ist ein Test unter beiden APIs, da sie unterschiedliche Treiberpfade ansprechen. Ein guter Ablauf beginnt mit einem kurzen OpenGL-Lauf, gefolgt von einem ebenso dokumentierten Vulkan-Lauf.

Funktioniert FurMark auch mit Intel-Grafik?

Laut offizieller Produktbeschreibung unterstützt FurMark neben Nvidia GeForce und AMD Radeon auch Intel Arc sowie Intel HD Graphics, auch wenn der Schwerpunkt der meisten Nutzerinnen und Nutzer weiterhin auf dedizierten Desktop-Grafikkarten liegt.

Wie unterscheidet sich FurMark von einem klassischen Spiele-Benchmark?

Ein Spiele-Benchmark misst die Leistung in einer realistischen Spielszene, FurMark dagegen erzeugt bewusst eine künstliche, extreme Dauerlast, um Schwächen bei Kühlung, Stromversorgung oder Treiberstabilität aufzudecken. Für ein vollständiges Bild einer Grafikkarte ergänzen sich beide Testarten.

Läuft FurMark auch auf Laptops mit Grafikkarte?

FurMark lässt sich grundsätzlich auch auf Notebooks mit dedizierter GPU ausführen, allerdings erreichen mobile Grafikchips wegen geteilter Kühlung und niedrigerem Power-Limit oft schneller ein Thermik- oder Leistungslimit als ihre Desktop-Gegenstücke. Ein kürzerer erster Testlauf und eine aufmerksame Beobachtung der Temperaturen sind bei Notebooks besonders wichtig.

Wie oft sollte ich FurMark zur Kontrolle meiner Grafikkarte einsetzen?

Ein Pflichttermin für jeden Nutzer ist FurMark nicht. Sinnvoll ist ein Testlauf vor allem nach dem Kauf einer neuen oder gebrauchten Karte, nach dem Einbau in ein neues System, nach einer Übertaktung oder einem Undervolt-Versuch sowie nach größeren Treiberupdates, wenn Unregelmäßigkeiten im laufenden Betrieb auftreten.

Brauche ich zusätzliche Software, um FurMark sinnvoll zu nutzen?

Zwingend notwendig ist keine weitere Software, da FurMark 2.10.2 bereits ein GPU-Z-Modul zur Hardware-Erkennung mitbringt. Für eine lückenlose Überwachung von Temperatur, Takt und Leistungsaufnahme während eines längeren Laufs ist ein zusätzliches, eigenständiges Monitoring-Tool im Hintergrund trotzdem empfehlenswert, da die integrierte Anzeige vor allem der schnellen Orientierung dient und nicht als vollständiges Protokollierungswerkzeug gedacht ist.