Zwei VPN-Anbieter dominieren seit Jahren die Diskussion unter sicherheitsbewussten Nutzern in Österreich: NordVPN aus Panama und ProtonVPN aus der Schweiz. Beide werben mit unabhängigen No-Logs-Prüfungen, beide bieten WireGuard-basierte Protokolle, und beide tauchen regelmäßig in Tests von TechRadar, CyberInsider und PCMag ganz oben auf. Der Unterschied liegt im Detail: NordVPN ist in aktuellen Speedtests spürbar schneller, ProtonVPN punktet mit einem echten Gratis-Tarif und komplett quelloffenen Apps. Dieser Vergleich zeigt anhand von Preisen, Benchmarks, Audit-Historie und Rechtssitz, welcher Dienst für welchen Anwendungsfall die bessere Wahl ist.

Für österreichische Nutzer ist die Frage nicht nur akademisch. Wer aus dem Homeoffice auf Firmenserver zugreift, wer im Ausland auf ORF ON oder deutsche Mediatheken zugreifen will, oder wer aus beruflichen Gründen sensible Recherchen absichern muss, trifft mit der Wahl des VPN-Anbieters eine Entscheidung, die Tempo, Kosten und rechtlichen Schutz gleichzeitig betrifft. Der folgende Vergleich stützt sich auf aktuelle Preislisten, auf Speedtests von CyberInsider, TechRadar und CNET sowie auf die veröffentlichten Prüfberichte von Deloitte und Securitum, um genau diese drei Fragen zu beantworten.

NordVPN und ProtonVPN im Kurzporträt

NordVPN gehört zu Nord Security und hat seinen Firmensitz in Panama, einem Land ohne gesetzliche Vorratsdatenspeicherung und ohne Mitgliedschaft in den Geheimdienstbündnissen der Five, Nine oder Fourteen Eyes. Der Dienst ist seit 2012 am Markt und zählt zu den umsatzstärksten VPN-Marken weltweit. Nord Security betreibt daneben NordPass und NordLocker, was dem Unternehmen eine breite Produktpalette rund um digitale Sicherheit verschafft.

ProtonVPN kommt vom Schweizer Unternehmen Proton AG, das auch hinter Proton Mail, Proton Drive und Proton Pass steht. Der Hauptsitz in Genf unterliegt dem strengen Schweizer Datenschutzrecht, das explizit keine anlasslose Vorratsdatenspeicherung für VPN-Anbieter vorschreibt. Proton wurde 2014 von Wissenschaftlern am CERN gegründet und positioniert sich konsequent als Anbieter mit offenem Quellcode: Sämtliche Apps von ProtonVPN lassen sich auf GitHub einsehen und wurden zusätzlich extern geprüft.

Beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren kräftig in ihre Serverinfrastruktur investiert. NordVPN setzt dabei auf ein hybrides Netz aus physischen und virtuellen Servern, ProtonVPN wirbt gezielt mit diskless RAM-only-Servern, die keine Daten dauerhaft auf Festplatten schreiben und bei jedem Neustart vollständig geleert werden. Für Nutzer in Österreich sind beide Dienste über App Stores, Browser-Erweiterungen und Router-Firmware wie DD-WRT nutzbar.

Ein oft übersehener Unterschied liegt im Geschäftsmodell dahinter. Nord Security finanziert sich fast ausschließlich über Consumer-Abos und wächst zusätzlich über Business-Produkte wie NordLayer für Unternehmensnetzwerke. Proton AG dagegen quersubventioniert Teile seines VPN-Angebots über die restliche Produktfamilie: Wer bereits ein bezahltes Proton-Unlimited-Abo für Mail, Kalender und Drive nutzt, bekommt ProtonVPN Plus automatisch dazu, ohne zusätzliche Kosten. Diese Bündelstrategie macht ProtonVPN besonders attraktiv für Nutzer, die ohnehin schon im Proton-Ökosystem unterwegs sind, etwa nach einem Wechsel von Gmail zu Proton Mail.

Technische Daten im Vergleich: Die Übersichtstabelle

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Eckdaten beider Dienste zusammen, basierend auf aktuellen Anbieterangaben und dem Vergleichstest von CyberInsider aus 2026.

KriteriumNordVPNProtonVPN
HauptsitzPanamaSchweiz (Genf)
Serveranzahl9.500+20.600+ (diskless, RAM-only)
Länder149+148+
Gleichzeitige Geräte1010 (Plus-Tarif)
ProtokolleNordLynx (WireGuard-Basis), OpenVPNWireGuard, OpenVPN, IKEv2, Stealth
Kill SwitchJaJa
Split TunnelingJa (Windows, Android)Ja (Windows, Android)
Multi-Hop-FunktionDouble VPN / Onion Over VPNSecure Core
Gratis-TarifNein, nur 30 Tage Geld-zurückJa, unbegrenztes Datenvolumen
Quelloffene AppsNein, Closed SourceJa, alle Apps auf GitHub einsehbar
No-Logs-Audits6 Engagements durch Deloitte, zuletzt Dezember 2025Mehrere Prüfungen durch Securitum, zuletzt 2024
Netflix-Bibliotheken15+ laut CyberInsiderrund 10 laut CyberInsider

Auffällig: ProtonVPN nennt eine deutlich höhere Serverzahl, NordVPN dagegen eine minimal größere Länderabdeckung. Bei den Geräten und beim Kill Switch liegen beide gleichauf, der große strukturelle Unterschied liegt im offenen Quellcode und im Gratis-Zugang, die es ausschließlich bei ProtonVPN gibt.

Preise 2026: Tarife und Kosten im Detail

Beide Anbieter rechnen ihre Checkout-Preise primär in US-Dollar ab, die tatsächliche Belastung in Euro hängt vom Tageskurs und von regionalen Rabattaktionen ab, die in Österreich häufig wechseln. Die folgende Tabelle zeigt die von den Anbietern kommunizierten Listenpreise nach Vertragslaufzeit.

TarifNordVPNProtonVPN
Monatsabo14,99 $/Monat9,99 $/Monat
1-Jahres-Abo5,49 $/Monat3,99 $/Monat
2-Jahres-Abo3,49 $/Monat2,99 $/Monat
Gratis-Optionnicht vorhanden0 $, unbegrenztes Datenvolumen, eingeschränkte Serverauswahl
Geld-zurück-Garantie30 Tage30 Tage

ProtonVPN unterbietet NordVPN auf jeder Laufzeit-Stufe. Der Abstand fällt beim Monatsabo am größten aus: Wer sich nicht langfristig binden will, zahlt bei Nord fast 50 Prozent mehr als bei Proton. Beim beliebten Zwei-Jahres-Tarif schrumpft die Lücke auf rund einen halben Dollar pro Monat, dann rechnet sich bei NordVPN vor allem das größere Feature-Paket samt Bedrohungsschutz und Passwort-Manager, die in höheren Bundles enthalten sind. Wer zunächst nur testen will, ohne Kreditkarte zu hinterlegen, hat mit ProtonVPN Free einen Vorteil, den NordVPN nicht bietet.

Bei den Zahlungsmethoden zeigen sich beide Anbieter flexibel: Kreditkarte, PayPal und in vielen Regionen auch Kryptowährungen werden akzeptiert. ProtonVPN geht dabei einen Schritt weiter und erlaubt auch Bargeldzahlung per Post für Nutzer, die keine digitale Zahlungsspur hinterlassen wollen, ein Relikt aus der frühen Firmenphilosophie rund um maximale Anonymität. NordVPN wickelt Rückerstattungen innerhalb der 30-Tage-Frist in der Regel automatisch über das ursprüngliche Zahlungsmittel ab, ohne dass ein Nutzer den Support kontaktieren muss, was den Prozess in der Praxis beschleunigt. Bei ProtonVPN läuft die Rückerstattung über ein Support-Ticket, was laut Nutzerberichten meist innerhalb weniger Werktage bearbeitet wird, aber einen manuellen Schritt mehr erfordert.

Geschwindigkeit im Test: Was drei Quellen zeigen

Bei der Geschwindigkeit zeichnen unabhängige Tests ein konsistentes Bild: NordVPN liegt in den meisten Routen vorn, der Abstand wächst mit der Entfernung zum Server. CyberInsider hat 2026 mehrere Städte gegeneinander getestet und dabei klare Mbit/s-Werte veröffentlicht.

Quelle / RouteNordVPNProtonVPN
CyberInsider – Seattle903 Mbit/s698 Mbit/s
CyberInsider – New York825 Mbit/s524 Mbit/s
CyberInsider – UK658 Mbit/s614 Mbit/s
CyberInsider – Multi-Hop511 Mbit/s126 Mbit/s
CNET – durchschnittlicher Geschwindigkeitsverlustca. 3 %ca. 16 %
PCMag – Download-Reduktion ggü. ungeschützter Leitung5,20 %höher als bei Nord, exakter Wert variiert je Testrunde

Der auffälligste Wert steht bei der Multi-Hop-Funktion: NordVPNs Double VPN bricht kaum ein, während ProtonVPNs Secure Core mit 126 Mbit/s deutlich mehr Leistung kostet. Das liegt am Funktionsprinzip: Secure Core leitet Datenverkehr grundsätzlich über feste, von Proton selbst betriebene Server in datenschutzfreundlichen Ländern wie der Schweiz, Island und Schweden, bevor er ins offene Internet geht. Diese fixe Route bringt zusätzliche Sicherheit gegen Netzwerkbeobachtung, kostet aber Tempo. Auf kurzen, unkomplizierten Strecken innerhalb Europas fällt der Unterschied zwischen beiden Diensten laut TechRadar dagegen kaum auf: Beide erreichen im WireGuard-Modus Werte über 950 Mbit/s auf schnellen Glasfaserleitungen.

No-Logs-Audits: Prüfhistorie beider Anbieter

Beide Anbieter lassen ihre No-Logs-Versprechen regelmäßig von externen Firmen prüfen, unterscheiden sich aber im Prüfrhythmus und in der gewählten Prüfgesellschaft. NordVPN beauftragt seit Jahren die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Litauen. Das jüngste, sechste Assurance-Engagement lief vom 10. November bis zum 12. Dezember 2025 nach dem internationalen Prüfstandard ISAE 3000 (Revised). Deloitte interviewte dabei Mitarbeiter und untersuchte die Serverinfrastruktur sowie technische Protokolle.

ProtonVPN setzt stattdessen auf die Schweizer Sicherheitsfirma Securitum, die den Dienst mehrfach unabhängig geprüft hat, zuletzt 2024. Proton verweist zusätzlich auf die offengelegten App-Quellcodes als weitere Transparenzebene, die über eine reine No-Logs-Bestätigung hinausgeht: Sicherheitsforscher können den Code jederzeit selbst durchsehen, statt sich allein auf einen Prüfbericht verlassen zu müssen. Ein weiterer Player im selben Prüfsegment ist Mullvad, das im direkten Vergleich mit ProtonVPN ebenfalls auf jährliche Serverprüfungen setzt, aber anders als Nord und Proton komplett auf Kryptozahlungen und anonyme Konten ohne E-Mail-Pflicht setzt.

Für die reine Zahl an Prüfungen liegt NordVPN mit sechs dokumentierten Engagements vorn, für die Kombination aus Audit plus offenem Code hat ProtonVPN das breitere Transparenzpaket. Wer schon einmal ExpressVPN gegen Mullvad verglichen hat, kennt das Muster: Die reine Audit-Anzahl sagt wenig darüber aus, wie tief eine Prüfung tatsächlich in die Infrastruktur blickt, deshalb lohnt sich immer ein Blick in den vollständigen Prüfbericht statt nur auf die Schlagzeile.

Der Standard ISAE 3000 (Revised), nach dem Deloitte NordVPN prüft, stammt vom International Auditing and Assurance Standards Board und wird auch für andere Assurance-Leistungen außerhalb der Finanzprüfung verwendet, etwa bei Nachhaltigkeitsberichten. Er verlangt von den Prüfern, konkrete Belege für jede geprüfte Aussage zu sammeln, statt sich auf Selbstauskünfte des geprüften Unternehmens zu verlassen. Securitum arbeitet bei ProtonVPN nach einem eigenen, auf technische Penetrationstests und Konfigurationsprüfungen ausgerichteten Prüfrahmen, der stärker auf die tatsächliche Serverkonfiguration eingeht als auf Prozessdokumentation. Beide Prüfansätze sind in der Sicherheitsbranche anerkannt, unterscheiden sich aber in der Zielrichtung: Deloitte bestätigt vor allem, dass Prozesse und IT-Systeme wie deklariert funktionieren, Securitum weist zusätzlich technisch nach, dass auf den geprüften Servern tatsächlich keine Protokolldateien anfallen.

Protokolle und Verschlüsselung: NordLynx gegen WireGuard

NordVPN hat mit NordLynx ein eigenes Protokoll entwickelt, das auf dem quelloffenen WireGuard-Kern aufbaut, aber ein zusätzliches doppeltes NAT-System nutzt, um die Zuordnung von IP-Adressen zu einzelnen Nutzerkonten zu verhindern. Daneben steht klassisches OpenVPN zur Verfügung, außerdem NordWhisper, ein Protokoll, das VPN-Verkehr wie gewöhnlichen Webdatenverkehr aussehen lässt und damit auch in restriktiven Netzwerken funktionieren soll.

ProtonVPN setzt auf reines WireGuard als Standardprotokoll, ergänzt um OpenVPN, IKEv2 und das hauseigene Stealth-Protokoll für Netzwerke mit Deep-Packet-Inspection. Beide Anbieter verschlüsseln mit AES-256 beziehungsweise ChaCha20 im Fall von WireGuard, beide unterstützen Perfect Forward Secrecy. Wer selbst prüfen will, ob eine Verbindung tatsächlich über den gewählten Server läuft, kann das mit einem einfachen Terminal-Befehl testen:

curl https://ipinfo.io/json

Die Antwort zeigt IP-Adresse, Land und Provider der aktiven Verbindung. Weicht das Ergebnis vom erwarteten VPN-Standort ab, deutet das auf ein DNS- oder IP-Leck hin, das bei beiden Anbietern in aktuellen App-Versionen aber nur noch sehr selten auftritt.

Ein technischer Unterschied betrifft die Schlüsselverwaltung bei WireGuard. Klassisches WireGuard verwendet statische öffentliche Schlüssel pro Nutzer, was theoretisch eine langfristige Zuordnung von Sitzungen zu einem Konto erlauben würde, sollte ein Server kompromittiert werden. NordLynx umgeht dieses Risiko durch ein doppelt genatetes System, das bei jeder Verbindung neue interne Adressen vergibt. ProtonVPN begegnet demselben Risiko anders: Die Server sind diskless und schreiben keine Sitzungsdaten dauerhaft, wodurch selbst ein physischer Zugriff auf die Hardware keine historischen Verbindungsdaten preisgeben würde.

Secure Core, Onion Over VPN und weitere Zusatzfunktionen

Proton VPN Secure Core leitet den Datenverkehr fest über gehärtete Server in der Schweiz, Island oder Schweden, bevor er zum eigentlichen Ausgangsserver weiterspringt. Das schützt gegen Angriffe, bei denen jemand versucht, Ein- und Ausgangsverkehr an einem einzelnen Server zu korrelieren. NordVPN bietet mit Onion Over VPN eine ähnliche Idee für den Zugriff auf .onion-Adressen, ohne dass zusätzlich der Tor Browser installiert werden muss, sowie klassisches Double VPN für zwei nacheinander geschaltete Server.

Beide Dienste bringen einen werbe- und Malware-Blocker mit: NordVPN nennt seinen Threat Protection, ProtonVPN integriert NetShield. Beide Funktionen filtern bekannte Tracking- und Schaddomains bereits auf DNS-Ebene, bevor eine Verbindung überhaupt aufgebaut wird. Wer zusätzlich Browser-Tracking blockieren will, kombiniert das sinnvoll mit einem Add-on wie in unserem Vergleich von uBlock Origin und AdGuard, denn ein VPN allein verhindert kein Fingerprinting im Browser selbst.

Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei benutzerdefinierten DNS-Servern. NordVPN erlaubt es, in den erweiterten Einstellungen einen eigenen DNS-Server einzutragen, was etwa für Nutzer interessant ist, die einen eigenen Pi-hole-Server im Heimnetz betreiben und dessen Filterlisten auch unterwegs nutzen wollen. ProtonVPN leitet DNS-Anfragen dagegen grundsätzlich über die eigene Infrastruktur, ohne die Möglichkeit, einen fremden DNS-Server einzubinden, was den Datenschutz vereinfacht, aber gleichzeitig etwas Flexibilität kostet. Für die meisten Privatnutzer spielt dieser Unterschied kaum eine Rolle, für Nutzer mit einem bestehenden Heimnetzwerk-Setup kann er aber den Ausschlag geben.

Sicherheitsvorfälle und Kontroversen 2025/2026

Bei einem VPN-Anbieter zählt nicht nur, was ein Unternehmen über sich selbst behauptet, sondern auch, wie es in der Vergangenheit auf tatsächliche Sicherheitsvorfälle reagiert hat. Für den Zeitraum 2025 bis 2026 lässt sich weder bei NordVPN noch bei ProtonVPN ein größerer, öffentlich dokumentierter Sicherheitsvorfall oder eine Datenpanne mit Nutzerbezug feststellen. Beide Unternehmen konzentrieren ihre öffentliche Kommunikation stattdessen auf Audit-Ergebnisse, neue Protokolle und Geschwindigkeitsverbesserungen, was für ein reifes Sicherheitsprogramm spricht, aber auch bedeutet, dass sich die Vertrauenswürdigkeit in diesem Zeitraum vor allem an der Qualität der Audits statt an einer Incident-Response-Historie ablesen lässt.

NordVPN hatte 2019 einen dokumentierten Vorfall an einem einzelnen gemieteten Rechenzentrumsserver in Finnland, der seither in jeder ausführlichen Sicherheitsbewertung des Anbieters erwähnt wird. Das Unternehmen reagierte damals mit dem Aufbau eigener, statt gemieteter Serverinfrastruktur und mit der Einführung der seither wiederholten Deloitte-Audits, ein Kurswechsel, der sich bis in die aktuelle sechste Prüfung von Ende 2025 fortsetzt. ProtonVPN hat in seiner Firmengeschichte keinen vergleichbaren öffentlich gewordenen Infrastrukturvorfall zu verzeichnen, was auch mit der von Anfang an gewählten diskless-Server-Architektur zusammenhängt, bei der im Falle einer physischen Beschlagnahmung ohnehin keine historischen Nutzungsdaten auf der Hardware vorhanden wären.

Streaming, Geoblocking und Netflix-Zugriff

Für Streaming-Nutzer bleibt NordVPN laut CyberInsider die verlässlichere Wahl: Der Dienst entsperrt mehr als 15 verschiedene Netflix-Bibliotheken und bewältigt zusätzlich Disney+, Amazon Prime Video, BBC iPlayer und DAZN ohne größere Aussetzer. ProtonVPN entsperrt nach denselben Tests rund 10 Netflix-Regionen und unterstützt ebenfalls die gängigen Streaming-Dienste, braucht bei entfernten Servern aber gelegentlich mehrere Verbindungsversuche, bis ein funktionierender Server gefunden ist.

Der Unterschied erklärt sich zum Teil durch die schiere Serverdichte pro Land: NordVPN unterhält in stark nachgefragten Streaming-Märkten wie den USA und Großbritannien besonders viele dedizierte Server, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, schnell einen noch nicht von Streaming-Anbietern blockierten Server zu finden. Für Reisende, die aus Österreich auf lokale Mediatheken wie ORF ON zugreifen wollen, reicht bei beiden Diensten ein Serverstandort in Österreich beziehungsweise Deutschland aus.

Streaming-Dienste erkennen VPN-Verkehr zunehmend über IP-Reputationslisten und blockieren bekannte VPN-Serveradressen automatisch, sobald diese auffällig werden. Beide Anbieter reagieren darauf mit unterschiedlichen Strategien. NordVPN rotiert seine Server-IPs regelmäßig und markiert einzelne Server intern als reine Streaming-Server, die besonders sorgfältig gegen Erkennung abgeschirmt werden. ProtonVPN hat mit seinen Plus-Servern eine ähnliche Kategorie eingeführt, konzentriert sich dabei aber auf eine kleinere, dafür gezielter gepflegte Serverauswahl. Für Nutzer bedeutet das in der Praxis: Wer regelmäßig auf mehrere ausländische Streaming-Kataloge zugreifen will, sollte in der jeweiligen App gezielt nach als “optimiert für Streaming” markierten Servern suchen, statt zufällig einen Standort auszuwählen.

Der Gratis-Tarif: ProtonVPN Free im Vergleich zu NordVPNs Geld-zurück-Garantie

ProtonVPN Free ist einer der wenigen VPN-Gratistarife ohne künstliches Datenlimit. Nutzer bekommen unbegrenztes Volumen, allerdings nur Zugriff auf eine kleinere Auswahl an Serverstandorten, ein einzelnes Gerät gleichzeitig und geringere Geschwindigkeit als im Plus-Tarif. Streaming und Torrenting sind im Gratismodell ausgeschlossen. Für den gelegentlichen Einsatz im öffentlichen WLAN oder als dauerhafte Grundabsicherung ohne Kosten reicht das Angebot dennoch aus.

NordVPN verzichtet komplett auf eine dauerhafte Gratisversion und verweist stattdessen auf die 30-tägige Geld-zurück-Garantie, die faktisch wie eine zeitlich begrenzte Testphase funktioniert, aber eine Kreditkarte oder PayPal-Anmeldung voraussetzt. Wer keine Zahlungsdaten hinterlegen will, kommt an ProtonVPN Free kaum vorbei, wer dagegen sofort das volle Funktionspaket inklusive aller Server testen möchte, fährt mit NordVPNs Rückerstattungsfenster besser.

Rechtssitz und Datenschutzrecht: Panama gegen Schweiz

Panama kennt kein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung für Internetdienste und ist an keines der bekannten Geheimdienst-Überwachungsbündnisse gebunden. Das schützt NordVPN davor, per Gerichtsbeschluss zur systematischen Protokollierung gezwungen zu werden, macht die Rechtsdurchsetzung im Streitfall für Verbraucher in Österreich aber auch komplizierter, weil kein bilaterales Datenschutzabkommen mit der EU besteht.

Die Schweiz steht als Rechtsraum näher an der EU, ohne selbst Mitglied zu sein. Das Schweizer Datenschutzgesetz orientiert sich stark an der DSGVO, zusätzlich profitieren Schweizer Anbieter von einer langen Tradition strenger Bankgeheimnis- und Datenschutzstandards. Wer aus rechtlichen Gründen lieber einen Anbieter mit Sitz in Kontinentaleuropa wählt, findet in ProtonVPN eine Alternative, die geografisch und rechtlich näher an Österreich liegt als ein Anbieter mit Sitz in Mittelamerika. Wichtig bleibt dabei: Ein günstiger Rechtsstandort ersetzt keine unabhängige Prüfung, sondern ergänzt sie.

Für österreichische Behörden oder Gerichte spielt der Rechtssitz vor allem dann eine Rolle, wenn im Rahmen eines Strafverfahrens Nutzerdaten angefordert werden. Da beide Unternehmen laut eigenen und extern geprüften Angaben keine verbindungsbezogenen Protokolle speichern, könnten sie im Ernstfall ohnehin keine Daten herausgeben, die eine einzelne Person einer bestimmten Aktivität zuordnen. Der Unterschied zwischen Panama und der Schweiz wirkt sich damit weniger auf den technischen Datenschutz aus, als vielmehr auf das subjektive Vertrauen und auf die Frage, wie leicht sich ein Anbieter im Streitfall vor einem österreichischen oder europäischen Gericht überhaupt belangen lässt.

Zehn Anwendungsfälle: Welcher Dienst passt zu wem?

Die reinen Datenblätter beantworten selten die Frage, welcher Dienst im Alltag die bessere Wahl ist. Die folgenden zehn Szenarien orientieren sich an typischen Nutzungssituationen österreichischer Anwender und lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: Performance-Anwendungsfälle, bei denen Tempo und Serverauswahl zählen, Compliance-Anwendungsfälle, bei denen Rechtssitz und Auditqualität im Vordergrund stehen, sowie Einstiegs-Anwendungsfälle, bei denen Kosten und Risikofreiheit die größte Rolle spielen.

  • Gaming mit niedriger Latenz: Ein Grafik-Studio in Linz, das abends online zockt, profitiert von NordVPNs niedrigeren Latenzwerten auf europäischen Routen.
  • Streaming mehrerer Regionen: Wer auf Reisen US-, UK- und asiatische Bibliotheken abwechselnd nutzen will, kommt mit NordVPNs breiterer Netflix-Abdeckung schneller ans Ziel.
  • Journalistische Recherche in sensiblen Themenfeldern: Eine Redaktion in Wien, die Quellen schützen muss, profitiert von ProtonVPNs Secure Core und dem quelloffenen Code, der sich unabhängig prüfen lässt.
  • Kleinunternehmen mit Schweizer Kundenbezug: Firmen, die Wert auf einen europanahen Rechtsstandort legen, wählen aus Compliance-Gründen eher ProtonVPN.
  • Einstieg ohne Zahlungsdaten: Studierende, die vor der ersten Zahlung testen wollen, greifen zu ProtonVPN Free statt eine Kreditkarte zu hinterlegen.
  • Familien mit vielen Endgeräten: Bei zehn gleichzeitigen Verbindungen liegen beide Anbieter gleichauf, hier entscheidet eher der Preis über die Zwei-Jahres-Laufzeit.
  • Umgehung von Deep-Packet-Inspection: In Netzen mit aggressiver Firewall-Filterung punktet ProtonVPNs Stealth-Protokoll oder NordVPNs NordWhisper, je nachdem welches Netz gerade blockiert.
  • Bündelpakete mit Passwort-Manager: Wer ohnehin einen Passwort-Manager sucht, bekommt bei NordVPNs höheren Tarifen NordPass gleich mit, ein Vergleich dazu steht im Artikel zu VPN-Audits.
  • Maximale Codetransparenz: Entwickler, die den Quellcode eines Sicherheitstools selbst durchsehen wollen, finden das nur bei ProtonVPN, dessen Apps öffentlich auf GitHub liegen.
  • Kombination mit Tor: Wer Tor und VPN kombinieren will, findet bei NordVPN mit Onion Over VPN und bei ProtonVPN mit Tor Over VPN vergleichbare, aber unterschiedlich schnelle Wege zum selben Ziel.

Fünf Praxisbeispiele aus dem Alltag

Abseits der reinen Zahlen entscheidet oft eine ganz konkrete Alltagssituation darüber, welcher Dienst besser passt. Die folgenden fünf Beispiele zeigen typische Konstellationen, wie sie in österreichischen Haushalten und Kleinbetrieben vorkommen.

Ein Freelancer in Graz arbeitet regelmäßig aus Cafés und Coworking-Spaces und verbindet sich dort über offenes WLAN mit Kundenservern. Für ihn zählt vor allem der Kill Switch, der bei einem Verbindungsabbruch sofort den gesamten Datenverkehr blockiert, statt ungeschützt weiterzusenden. Beide Anbieter erfüllen diese Anforderung zuverlässig, in der Praxis meldet NordVPN einen Wiederverbindungsversuch aber im Schnitt etwas schneller zurück, was bei instabilem Café-WLAN spürbar ist.

Eine Familie in Salzburg mit vier Kindern nutzt insgesamt neun Geräte gleichzeitig, von Spielkonsolen über Tablets bis zu den Smartphones der Eltern. Da beide Dienste zehn gleichzeitige Verbindungen erlauben, fällt die Wahl hier eher über den Preis: Der Zwei-Jahres-Tarif von ProtonVPN zu 2,99 Dollar pro Monat unterbietet NordVPN um rund einen halben Dollar, was sich über 24 Monate auf mehrere Euro Ersparnis summiert.

Ein Kleinunternehmen im Innviertel, das Kundendaten aus der Schweiz verarbeitet, hat sich aus Compliance-Gründen für ProtonVPN entschieden. Der Geschäftsführer begründet das damit, dass der Rechtssitz in Genf für Schweizer Geschäftspartner leichter nachvollziehbar ist als ein Sitz in Panama, auch wenn beide Anbieter ihre No-Logs-Politik unabhängig bestätigt bekommen haben.

Ein Studierender in Innsbruck wollte vor dem ersten Semesterbeitrag nicht sofort ein Abo abschließen und hat testweise ProtonVPN Free genutzt, um sich während eines Auslandssemesters mit dem heimischen Uni-Netzwerk zu verbinden. Nach zwei Monaten ist er wegen der begrenzten Serverauswahl auf den Plus-Tarif umgestiegen, weil ihm die eingeschränkte Geschwindigkeit im Gratismodus für Videokonferenzen nicht mehr ausreichte.

Ein Hobby-Streamer aus Wien, der auf Twitch spielt und dabei gleichzeitig US-Content konsumieren will, hat sich für NordVPN entschieden, nachdem er in eigenen Tests mit mehreren Servern feststellte, dass Nord in seinem Fall spürbar seltener Verbindungsabbrüche beim Wechsel zwischen Servern in New York und Los Angeles verursachte als ProtonVPN. Diese Erfahrung deckt sich mit den höheren Bandbreitenwerten, die CyberInsider für genau diese Routen gemessen hat.

Apps und Plattformen: Router, Browser-Erweiterungen und Kompatibilität

Beide Anbieter decken die üblichen Plattformen ab: Windows, macOS, Linux, Android, iOS sowie Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox. NordVPN bietet zusätzlich eine native App für Android TV und unterstützt vorkonfigurierte Router mit eigener Firmware, was den Einsatz für ein ganzes Heimnetzwerk vereinfacht, ohne jedes Gerät einzeln einzurichten. ProtonVPN stellt ebenfalls eine Android-TV-App bereit und veröffentlicht zusätzlich eine Kommandozeilen-Anwendung für Linux-Server, die sich gut für Headless-Systeme eignet, etwa auf einem Raspberry Pi im Heimnetz.

Für Nutzer, die ihren Router direkt mit einem VPN-Client ausstatten wollen, unterstützen beide Anbieter DD-WRT- und Tomato-basierte Firmware sowie generische WireGuard-Konfigurationsdateien, die sich auch auf vielen kommerziellen Routern von Herstellern wie Asus oder GL.iNet importieren lassen. Wer stattdessen einen eigenen Server als VPN-Endpunkt betreiben will, findet in unserer Anleitung zum Einrichten eines eigenen WireGuard-Servers eine Alternative zu beiden kommerziellen Diensten, allerdings ohne die Serverauswahl und den Kundensupport, den NordVPN und ProtonVPN bieten.

Migrationsanleitung: In 8 Schritten den Anbieter wechseln

Ein Wechsel zwischen NordVPN und ProtonVPN lässt sich ohne Datenverlust und ohne Sicherheitslücke durchführen, wenn die Reihenfolge stimmt.

  1. Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist des aktuellen Anbieters im Kundenkonto prüfen, um doppelte Kosten zu vermeiden.
  2. Kill Switch und Split-Tunneling-Regeln des alten Clients dokumentieren, damit sie im neuen Client identisch nachgebaut werden können.
  3. Neuen Client offiziell nur von der Anbieter-Website oder dem jeweiligen App Store herunterladen, nie über Drittanbieter-Links.
  4. Altes VPN vollständig deinstallieren, bevor der neue Client installiert wird, um Protokollkonflikte auf Netzwerkebene zu vermeiden.
  5. Neues Protokoll auswählen, für die meisten Anwendungsfälle empfiehlt sich WireGuard beziehungsweise NordLynx als Standard.
  6. Mit dem oben gezeigten curl-Befehl oder einem Browser-basierten DNS-Leak-Test die neue Verbindung überprüfen.
  7. Geräte-Limits neu verteilen: Bei zehn erlaubten Geräten empfiehlt sich eine Priorisierung nach Nutzungshäufigkeit.
  8. Altes Konto nach Ablauf der Kündigungsfrist über die DSGVO-Löschanfrage endgültig entfernen lassen, inklusive Zahlungsdaten und Nutzungsprotokolle.

Der gesamte Wechsel dauert bei vorbereiteten Zugangsdaten selten länger als 20 Minuten. Wer zusätzlich einen Passwort-Manager wie in unserem VPN-Vergleich für Österreich nutzt, kann die neuen Zugangsdaten direkt sicher ablegen, statt sie in einer Notiz-App zu speichern.

Ein häufiger Fehler beim Wechsel: Nutzer deinstallieren den alten Client, ohne vorher die zugehörige Router-Konfiguration anzupassen, falls das alte VPN dort ebenfalls aktiv war. Das kann dazu führen, dass der gesamte Netzwerkverkehr im Router weiterhin über den alten, mittlerweile gekündigten Dienst laufen soll und dadurch komplett blockiert wird, bis die alte Konfiguration manuell entfernt wurde. Es empfiehlt sich daher, vor der Kündigung eine Liste aller Geräte und Router zu erstellen, auf denen der VPN-Client aktiv konfiguriert ist, und diese Liste während der Migration systematisch abzuarbeiten, statt sich nur auf Smartphone und Laptop zu konzentrieren.

Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

AspektNordVPNProtonVPN
StärkeHöhere Geschwindigkeit, mehr Netflix-Bibliotheken, NordWhisper gegen DPI-FilterungGratis-Tarif, offener Quellcode, europanaher Rechtsstandort
SchwächeKein Gratis-Zugang, Closed-Source-Apps, Sitz außerhalb EuropasGeringeres Tempo bei Secure Core, weniger Netflix-Bibliotheken
Bester EinsatzzweckStreaming, Gaming, schnelle AlltagsnutzungJournalismus, Transparenzanspruch, kostenloser Einstieg

Im Detail betrachtet sprechen für NordVPN die durchgängig höheren Speedtest-Werte auf fast allen internationalen Routen, die breitere Netflix-Abdeckung mit mehr als 15 entsperrten Bibliotheken, das eigene NordWhisper-Protokoll gegen aggressive Netzwerkfilterung sowie die Bündelmöglichkeit mit NordPass und NordLocker für Nutzer, die ein komplettes Sicherheitspaket aus einer Hand suchen. Dagegen steht der fehlende Gratis-Zugang, der geschlossene Quellcode der Apps und der Firmensitz außerhalb Europas, der für manche Nutzer ein Vertrauensthema bleibt, selbst wenn die Deloitte-Prüfungen die No-Logs-Politik wiederholt bestätigt haben.

Für ProtonVPN sprechen der unlimitierte Gratis-Tarif ohne versteckte Kosten, der komplett offene Quellcode aller Apps, der europanahe Rechtsstandort in der Schweiz und die enge Verzahnung mit dem übrigen Proton-Ökosystem aus Mail, Drive und Pass. Die Kehrseite zeigt sich vor allem bei Secure Core, das spürbar Tempo kostet, sowie bei der etwas kleineren Netflix-Abdeckung im Vergleich zu NordVPN. Für Nutzer, die selten Streaming-Geoblocking umgehen müssen, fallen diese Nachteile in der Praxis aber kaum ins Gewicht.

Kundensupport und Transparenzberichte

Beim Support unterscheiden sich beide Anbieter in der Erreichbarkeit. NordVPN bietet einen 24/7-Live-Chat direkt in der Website und in der App, zusätzlich eine umfangreiche Wissensdatenbank mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für praktisch jede unterstützte Plattform. ProtonVPN setzt stärker auf E-Mail-Support und ein Community-Forum, bietet Live-Chat aber nur für Kunden mit einem bezahlten Tarif an, während Free-Nutzer auf die Dokumentation und das Forum verwiesen werden.

In Sachen Transparenzberichte veröffentlicht Proton jährlich einen detaillierten Bericht darüber, wie viele behördliche Anfragen nach Nutzerdaten eingegangen sind und wie das Unternehmen darauf reagiert hat, ein Format, das sich aus der Muttergesellschaft Proton AG und deren Erfahrung mit Proton Mail ableitet. NordVPN veröffentlicht keinen vergleichbaren jährlichen Bericht in derselben Regelmäßigkeit, verweist stattdessen auf die wiederkehrenden Deloitte-Prüfungen als Nachweis der eigenen No-Logs-Praxis. Für Nutzer, die Wert auf eine lückenlose, jährlich aktualisierte Dokumentation behördlicher Anfragen legen, bietet Proton damit das nachvollziehbarere Format, auch wenn beide Ansätze am Ende dasselbe Ziel verfolgen: den Nachweis, dass keine verwertbaren Nutzerdaten vorliegen.

Was unabhängige Prüfer über die No-Logs-Politik sagen

Deloitte fasste das Ergebnis der sechsten NordVPN-Prüfung so zusammen: “Based on the procedures performed and evidence obtained, Deloitte concluded that NordVPN’s IT systems and supporting operations are designed and implemented in line with our no-logs statement.” Auf Deutsch: Basierend auf den durchgeführten Prüfschritten und gesammelten Belegen kam Deloitte zum Schluss, dass NordVPNs IT-Systeme und Betriebsabläufe im Einklang mit der eigenen No-Logs-Erklärung gestaltet und umgesetzt sind, wie im Blogbeitrag zur sechsten Prüfung nachzulesen ist.

Proton VPN selbst beschreibt das Ergebnis seiner Prüfungen so: “The resulting reports confirm that we do not keep any metadata logs, do not log your VPN activity, and do not engage in any practices that might compromise your privacy.” Übersetzt: Die vorliegenden Berichte bestätigen, dass Proton keine Metadaten-Protokolle führt, keine VPN-Aktivität aufzeichnet und keine Praktiken anwendet, die die Privatsphäre gefährden könnten, so im offiziellen Audit-Blogpost von Proton VPN.

Die Prüfgesellschaft Securitum kam in ihrem Bericht zu einem ähnlichen Schluss und hielt fest: “The technical evidence reviewed during the engagement did not indicate that the examined Proton VPN server infrastructure logs users’ browsing activity, DNS queries, destination services, network traffic contents or user-identifiable connection metadata.” Auf Deutsch: Die im Rahmen der Prüfung untersuchten technischen Belege lieferten keinen Hinweis darauf, dass die geprüfte Proton-VPN-Serverinfrastruktur Browsing-Aktivitäten, DNS-Anfragen, Zielserver, Inhalte des Netzwerkverkehrs oder nutzerbezogene Verbindungsmetadaten protokolliert, nachzulesen im Securitum-Prüfbericht von 2024.

In einem früheren Bericht aus dem Jahr 2022 hielt Securitum zusätzlich fest: “ProtonVPN does not log data related to DNS traffic or any metadata on the VPN servers.” Auf Deutsch: ProtonVPN protokolliert keine Daten zum DNS-Verkehr und keine Metadaten auf den VPN-Servern, wie der frühere Prüfbericht zeigt. Ein vergleichbares Ergebnis lieferte die schwedische Prüffirma Assured AB für Mullvad: “The following system services were audited, and found to have their system and customer logging disabled entirely.” Übersetzt: Die untersuchten Systemdienste wurden geprüft und ihre System- sowie Kundenprotokollierung wurde als vollständig deaktiviert eingestuft, festgehalten im Audit-Bericht von Mullvad. Alle drei Prüfberichte zeigen ein gemeinsames Muster: Externe Wirtschaftsprüfer und Sicherheitsfirmen bestätigen regelmäßig, dass die technischen Systeme keine identifizierenden Protokolle anlegen, auch wenn sich die genauen Prüfmethoden zwischen den Firmen unterscheiden.

Das Urteil: NordVPN oder ProtonVPN für Österreich?

Die Datenlage zeichnet ein klares Bild ohne pauschalen Sieger. Bei reiner Geschwindigkeit gewinnt NordVPN mit teils über 200 Mbit/s Vorsprung auf identischen Routen, bei Streaming-Vielfalt liegt der Dienst mit 15 gegenüber rund 10 entsperrten Netflix-Bibliotheken ebenfalls vorn. ProtonVPN kontert mit einem echten Gratis-Tarif ohne Datenlimit, vollständig offenem Quellcode und einem Rechtssitz, der geografisch und rechtlich näher an Österreich liegt.

Wer Streaming, Gaming oder einfach die schnellste Alltagsverbindung sucht, bekommt mit NordVPN das insgesamt performantere Paket, besonders im Zwei-Jahres-Tarif zu 3,49 Dollar pro Monat. Wer dagegen Wert auf Transparenz, einen kostenlosen Einstieg ohne Zahlungsdaten und einen europanahen Rechtsstandort legt, trifft mit ProtonVPN zu 2,99 Dollar pro Monat im Langzeittarif die passendere Wahl. Beide Dienste bestehen ihre No-Logs-Prüfungen zuverlässig, der Unterschied liegt nicht im Vertrauen, sondern im Funktionsschwerpunkt.

Für die Redaktion überwiegt am Ende ein pragmatischer Blick: Wer unsicher ist, sollte mit ProtonVPN Free beginnen, da hier kein finanzielles Risiko besteht und sich die Servergeschwindigkeit direkt im Alltag testen lässt. Zeigt sich nach einigen Wochen, dass mehr Serverstandorte, höhere Bandbreite oder Streaming-Zugriff gebraucht werden, lohnt sich der Umstieg auf einen bezahlten Tarif, entweder als Upgrade auf ProtonVPN Plus oder als Wechsel zu NordVPN nach der oben beschriebenen Migrationsanleitung. Diese Reihenfolge minimiert das Risiko einer Fehlentscheidung, ohne dass gleich ein Jahresabo gebucht werden muss.

Wer dagegen bereits weiß, dass Streaming, Gaming oder eine dauerhaft hohe Bandbreite im Vordergrund stehen, kann diesen Testschritt überspringen und direkt den Zwei-Jahres-Tarif von NordVPN buchen, da die 30-tägige Geld-zurück-Garantie ein ähnliches Sicherheitsnetz bietet wie ein Gratis-Test bei der Konkurrenz. Beide Wege führen am Ende zu einem funktionierenden, unabhängig geprüften VPN-Setup, der Unterschied liegt allein darin, wie viel Vorabrecherche jemand betreiben möchte, bevor die erste Zahlung fällig wird.

Häufig gestellte Fragen

Ist NordVPN oder ProtonVPN schneller?
Laut CyberInsider-Tests aus 2026 ist NordVPN auf den meisten Routen schneller, etwa 903 gegenüber 698 Mbit/s auf der Seattle-Route. Auf kurzen europäischen Strecken sind beide Dienste im WireGuard-Modus laut TechRadar nahezu gleichauf.

Hat ProtonVPN wirklich einen Gratis-Tarif ohne Datenlimit?
Ja, ProtonVPN Free bietet unbegrenztes Datenvolumen, allerdings mit eingeschränkter Serverauswahl, einem gleichzeitigen Gerät und ohne Streaming- oder Torrent-Unterstützung.

Wie oft wurde NordVPN unabhängig geprüft?
NordVPN hat sechs No-Logs-Prüfungen durch Deloitte durchlaufen, die jüngste lief von November bis Dezember 2025 nach dem Standard ISAE 3000 (Revised).

Welcher Anbieter hat den europanäheren Rechtssitz?
ProtonVPN sitzt in der Schweiz, einem Land mit strengem, DSGVO-nahem Datenschutzrecht. NordVPN sitzt in Panama, außerhalb der bekannten Überwachungsbündnisse, aber ohne bilaterales Datenschutzabkommen mit der EU.

Kann ich NordVPN und ProtonVPN gleichzeitig auf zehn Geräten nutzen?
Ja, beide Dienste erlauben im jeweiligen Bezahltarif zehn gleichzeitige Geräteverbindungen pro Konto.

Welcher Dienst ist besser für Netflix und Streaming?
NordVPN entsperrt laut Tests mehr als 15 Netflix-Regionen und gilt damit als die verlässlichere Wahl für Streaming-Nutzer, ProtonVPN erreicht rund 10 Regionen.

Was ist der Unterschied zwischen Secure Core und Double VPN?
Secure Core von ProtonVPN leitet Verkehr immer über feste, gehärtete Server in Ländern wie der Schweiz oder Island. NordVPNs Double VPN verkettet zwei beliebige Server aus dem regulären Netz, bietet damit mehr Flexibilität, aber keine fixe Route über besonders geschützte Standorte.

Lohnt sich ein Wechsel von NordVPN zu ProtonVPN oder umgekehrt?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Nutzer, die vor allem Tempo und Streaming-Zugriff brauchen, bleiben bei NordVPN besser aufgehoben. Wer Transparenz, einen kostenlosen Einstieg oder einen europanahen Rechtsstandort priorisiert, profitiert von einem Wechsel zu ProtonVPN.

Funktionieren NordVPN und ProtonVPN auf dem Router?
Ja, beide unterstützen DD-WRT- und Tomato-basierte Router-Firmware sowie den manuellen Import von WireGuard-Konfigurationsdateien, wodurch sich ein ganzes Heimnetzwerk mit einem einzigen Setup absichern lässt.

Was kostet ein VPN-Abo im Monat wirklich, wenn man den Zwei-Jahres-Tarif abschließt?
Bei NordVPN liegt der Zwei-Jahres-Tarif bei 3,49 Dollar pro Monat, bei ProtonVPN bei 2,99 Dollar pro Monat. Beide Anbieter berechnen den vollen Betrag für die gesamte Laufzeit im Voraus, nicht monatlich.