Wer nach einem VPN sucht, das seine No-Logs-Versprechen tatsächlich belegen kann, landet 2026 fast zwangsläufig bei drei Namen: Private Internet Access, IVPN und Mullvad. Alle drei lassen sich regelmäßig von externen Prüfern durchleuchten, alle drei setzen auf WireGuard und OpenVPN, und alle drei positionieren sich explizit gegen Anbieter, die ihre Serverinfrastruktur nie unabhängig testen lassen. Der Unterschied liegt im Detail: Private Internet Access kostet im Monatsabo 11,95 Dollar und wirbt mit einem riesigen Servernetz, Mullvad verlangt seit 2009 unverändert 5 Euro im Monat und akzeptiert sogar Bargeld per Post, IVPN wiederum hat sein Preismodell erst im Mai 2026 komplett umgebaut. Für österreichische Nutzer, die zwischen DSGVO-Anspruch, US-Jurisdiktion und schwedischer Datenschutzkultur wählen müssen, ist das keine triviale Entscheidung. Dieser Vergleich stützt sich ausschließlich auf veröffentlichte Audit-Berichte, offizielle Preisseiten und Messwerte aus unabhängigen Tests, um zu klären, welcher der drei Dienste sein Versprechen am besten einhält.
Warum ein VPN-Audit heute überhaupt zählt
Ein VPN-Anbieter kann in der Werbung behaupten, keine Verbindungsdaten zu speichern. Beweisen lässt sich das nur, wenn eine externe Prüffirma Zugriff auf Server, Quellcode und interne Prozesse bekommt und ihre Ergebnisse veröffentlicht. Genau das unterscheidet Private Internet Access, IVPN und Mullvad von der Mehrheit des Marktes, wo No-Logs-Behauptungen oft unbelegt bleiben. Alle drei Anbieter haben in den letzten Jahren mehrfach Prüffirmen wie Deloitte, Cure53 oder die schwedische Assured AB engagiert. Die Ergebnisse liegen als PDF-Berichte offen im Netz, nicht nur als Marketing-Zusammenfassung.
Der Auslöser für das gestiegene Interesse an geprüften No-Logs-Diensten ist keine einzelne Studie, sondern eine Kette realer Vorfälle. Als schwedische Behörden im April 2023 die Büros von Mullvad durchsuchten, fanden sie keine verwertbaren Nutzerdaten, weil schlicht keine gespeichert waren. Solche Vorfälle wiegen in der Praxis schwerer als jedes Werbeversprechen, und sie erklären, warum Vergleichsportale wie VPNOverview oder Security.org diese drei Anbieter regelmäßig gegenüberstellen. Für Leserinnen und Leser in Österreich kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die Jurisdiktion des Anbieters entscheidet mit, welchem Rechtssystem ein Nutzer im Zweifel ausgeliefert ist. Private Internet Access sitzt in den USA unter dem Dach von Kape Technologies, IVPN in Gibraltar, Mullvad in Schweden und damit innerhalb der EU-Rechtsordnung.
Wie ein No-Logs-Audit methodisch überhaupt abläuft
Nicht jeder Audit prüft dasselbe, und genau das wird in der Marketingsprache der Branche gerne verwischt. Bei Private Internet Access handelt es sich beim Deloitte-Bericht um eine sogenannte “limited assurance engagement”, also eine eingeschränkte Prüfung mit klar definiertem Stichtag, an dem die Wirtschaftsprüfer die Serverkonfiguration und interne Prozesse gegen die veröffentlichte Datenschutzrichtlinie abgleichen. Das ist etwas anderes als ein klassischer Penetrationstest, wie ihn Cure53 bei IVPN durchführt: Dort suchen Sicherheitsforscher aktiv nach ausnutzbaren Schwachstellen in Code, API und Serverkonfiguration und dokumentieren jeden Fund einzeln nach Schweregrad.
Assured AB, die schwedische Firma hinter mehreren Mullvad-Prüfungen, kombiniert beide Ansätze: Sie kontrolliert sowohl, welche Systemdienste überhaupt laufen, als auch, ob diese Dienste tatsächlich so konfiguriert sind, dass kein Logging stattfindet. Für Leser bedeutet das in der Praxis: Ein reiner Pentest-Bericht sagt nichts darüber aus, ob ein Anbieter insgeamt keine Nutzerdaten speichert, er zeigt nur, ob die geprüften Systeme zum Zeitpunkt der Untersuchung sicher konfiguriert waren. Ein No-Logs-Assurance-Bericht wiederum prüft die Speicherpraxis, deckt aber nicht zwangsläufig klassische Softwareschwachstellen auf. Erst die Kombination aus beiden Prüfarten, wie sie bei allen drei hier verglichenen Anbietern über die Jahre entstanden ist, ergibt ein einigermaßen vollständiges Bild der tatsächlichen Sicherheitslage.
Private Internet Access, IVPN und Mullvad im Überblick
Private Internet Access ist der älteste und größte der drei Dienste und positioniert sich klar als Massenmarkt-VPN mit aggressiven Rabatten und einem breiten Funktionsumfang, der von dediziertem IP bis zu Antivirus-Zusatzpaketen reicht. Der Anbieter wirbt mit Servern in bis zu 90 Ländern, wobei unabhängige Messungen von Netify eher 58 Länder in 86 Städten zählen. Genau diese Diskrepanz zwischen Marketingzahl und gemessener Realität ist ein Muster, das sich bei Servernetzen generell zeigt und das Leser bei jedem Anbieter im Hinterkopf behalten sollten.
IVPN verfolgt die entgegengesetzte Strategie und bezeichnet sich selbst als Privacy-Purist. Das Servernetz bleibt mit rund 140 Servern in 35 Ländern bewusst klein, dafür verzichtet IVPN komplett auf Lockangebote mit hohen Rabatten für das erste Jahr und höheren Verlängerungspreisen. Im Mai 2026 hat IVPN sein Preismodell auf drei Stufen umgestellt: Standard, Plus und die neue Pro Suite, die zusätzliche Datenschutz-Tools wie Mailx und Portmaster Pro bündelt.
Mullvad liegt preislich und strukturell zwischen den beiden Extremen. Der schwedische Anbieter verlangt seit seiner Gründung 2009 unverändert 5 Euro im Monat, egal ob ein Nutzer einen Monat oder ein Jahrzehnt im Voraus bezahlt. Mit 878 Servern in 39 Ländern liegt das Netz zwischen IVPNs kompakter Infrastruktur und dem großen Angebot von Private Internet Access. Mullvads Alleinstellungsmerkmal ist die Kontoführung: Registriert wird ausschließlich über eine zufällig generierte Kontonummer, ganz ohne E-Mail-Adresse.
Technische Spezifikationen im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und organisatorischen Eckdaten aller drei Anbieter zusammen, gestützt auf offizielle Angaben sowie die unabhängigen Messungen von Netify und VPNOverview.
| Merkmal | Private Internet Access | IVPN | Mullvad |
|---|---|---|---|
| Hauptsitz / Jurisdiktion | USA (Kape Technologies) | Gibraltar | Schweden (EU) |
| Serveranzahl | mehrere Tausend (Marketingangabe) | 140+ | 878 |
| Länder | 58 (Netify), Marketing nennt bis zu 90 | 35 | 39 |
| Städte / Standorte | 86 | 48 | 68 |
| Protokolle | WireGuard, OpenVPN | WireGuard, OpenVPN | WireGuard, OpenVPN |
| Multi-Hop | nicht als Kernfunktion beworben | ja, ab Pro Suite | ja, über Bridge-Server |
| Kill Switch | ja | ja | ja |
| Split Tunneling | ja | ja | ja |
| Anonyme Zahlung | Kryptowährung | Bitcoin, Monero | Bargeld per Post, BTC, XMR, Lightning |
| Kontoerstellung | E-Mail erforderlich | zufällige Kennung, keine E-Mail nötig | zufällige Kontonummer, keine E-Mail nötig |
| Letztes öffentliches Audit | Deloitte, Stichtag 31. Jänner 2024 | Cure53, März/April 2024 | Assured AB und Cure53, laufend bis 2023/2024 |
| Realer Praxistest | mehrere US-Vorladungen ohne verwertbare Logs | keine öffentlich bekannten Fälle | Polizeirazzia April 2023 ohne Datenfund |
Auffällig ist, dass alle drei Anbieter dieselben zwei Kernprotokolle nutzen. Der Unterschied entsteht nicht bei der Verschlüsselungstechnik, sondern bei Zusatzfunktionen wie Multi-Hop, bei der Kontoführung und bei der Frage, wie transparent ein Anbieter mit seiner eigenen Serverzahl umgeht.
Preise und Abo-Modelle 2026
Bei der Preisgestaltung zeigen sich drei völlig unterschiedliche Philosophien. Private Internet Access setzt auf hohe Rabatte bei langer Vertragsbindung, IVPN hat sich 2026 bewusst von Lockangeboten verabschiedet, und Mullvad bietet ohnehin nur einen einzigen Preis an. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen, offiziellen Preise aller drei Anbieter.
| Anbieter | Laufzeit | Preis pro Monat | Gesamtpreis |
|---|---|---|---|
| Private Internet Access | 1 Monat | 11,95 $ | 11,95 $ |
| Private Internet Access | 1 Jahr | 3,99 $ | 47,88 $ |
| Private Internet Access | 3 Jahre + 3 Monate | 1,79 $ | 69,81 $ |
| IVPN Standard | 1 Monat | 6,00 $ | 6,00 $ |
| IVPN Standard | 1 Jahr | 5,00 $ | 60,00 $ |
| IVPN Plus | 1 Jahr | 6,67 $ | 80,00 $ |
| IVPN Pro Suite | 1 Jahr | 8,33 $ | 100,00 $ |
| Mullvad | jede Laufzeit | 5,00 € | 5,00 € × Anzahl Monate |
| Mullvad (Krypto-Zahlung) | jede Laufzeit | ca. 4,50 € | 10 % Rabatt bei BTC/XMR/Lightning |
Für österreichische Nutzer ist die Währung ein praktischer Nebenaspekt: Mullvad rechnet direkt in Euro ab, während Private Internet Access und IVPN in US-Dollar abrechnen und der tatsächlich belastete Betrag je nach Wechselkurs und Kreditkartengebühr leicht schwankt. Wer die günstigste Einstiegsrate sucht, landet bei Private Internet Access mit 1,79 Dollar pro Monat im Drei-Jahres-Paket. Wer keine Überraschung bei der Verlängerung will, ist bei Mullvad und IVPNs neuem Modell besser aufgehoben, weil beide auf klassische Lockvogel-Rabatte verzichten.
Zusatzkosten verdienen bei diesem Vergleich einen eigenen Blick, weil sie den Endpreis stärker verändern können als der beworbene Grundtarif. Private Internet Access verlangt für eine dedizierte IP-Adresse einen Aufpreis und bietet optional ein gebündeltes Antivirus-Paket an, beides Funktionen, die IVPN und Mullvad in dieser Form nicht führen. IVPNs neue Pro Suite wiederum bündelt Mailx und Portmaster Pro direkt in den höheren Tarif, statt sie als Einzeloption zu verkaufen, wodurch der Aufpreis gegenüber dem Standard-Tarif transparenter kalkulierbar bleibt. Mullvad bleibt seiner Linie treu und bietet keinerlei Zusatzpakete an, der einzige Weg, den Preis zu senken, ist die zehnprozentige Krypto-Ermäßigung. Wer also nur den nackten Grundpreis vergleicht, ohne diese Zusatzoptionen einzurechnen, unterschätzt leicht, wie groß die tatsächliche Preisspanne zwischen den drei Anbietern ausfallen kann.
Geschwindigkeit: Benchmarks aus drei unabhängigen Quellen
Geschwindigkeitswerte hängen stark von Basisverbindung, Serverstandort und Tageszeit ab, weshalb sich absolute Mbit-Zahlen nur bedingt zwischen Testberichten vergleichen lassen. Trotzdem liefern drei unabhängige Quellen konkrete Anhaltspunkte.
| Anbieter | Quelle | Messwert |
|---|---|---|
| Mullvad | DigitalNomads World (2025) | 4,65 % Download-Verlust, 1,93 % Upload-Verlust gegenüber der ungeschützten Leitung |
| IVPN | Nutzerbericht auf Reddit (2025) | 96–97 Mbit/s bei 100 Mbit/s Basisleitung (Griechenland zu Rumänien-Server), anekdotisch und nicht labortechnisch verifiziert |
| Private Internet Access | BleepingComputer (2025) | keine veröffentlichten Mbit-Werte, qualitative Einstufung als eines der schnelleren VPNs im Test |
Mullvad liefert von den drei Anbietern den am besten dokumentierten Messwert: Ein Verlust von unter fünf Prozent beim Download gilt in der Branche als exzellent und deckt sich mit früheren Tests von VPNOverview, die Mullvad ebenfalls als durchgehend schnell einstufen. Der IVPN-Wert stammt aus einem einzelnen Nutzerbericht und sollte entsprechend vorsichtig interpretiert werden, auch wenn er die Tendenz stützt, dass IVPNs kleineres Netz nicht zwangsläufig langsamer sein muss. Bei Private Internet Access fehlen bislang konkrete, öffentlich nachvollziehbare Mbit-Zahlen aus 2025 oder 2026, weshalb sich hier nur die qualitative Einschätzung reproduzieren lässt, nicht ein exakter Prozentwert.
Unabhängige Audits: Wer hat wann was geprüft
Der Kern dieses Vergleichs ist die Audit-Historie, denn genau hier trennt sich Marketing von belegbarer Realität. Private Internet Access hat sein No-Logs-Versprechen zuletzt in einem Bericht von Deloitte Audit Romania bestätigen lassen. Der Bericht hält fest: “Our limited assurance engagement is performed as of January 31st, 2024” (Deloitte Audit Romania, 2024), auf Deutsch: Die eingeschränkte Prüfung wurde zum Stichtag 31. Jänner 2024 durchgeführt. Im selben Bericht beschreibt Private Internet Access präzise, welche Daten nicht gespeichert werden: “Private Internet Access does not store or share any of the following user information: incoming and outgoing traffic information, including user and destination IP addresses, browsing history / websites visited, amount of data transferred, the VPN servers used, DNS queries, or files downloaded” (Private Internet Access, Audit-Bericht 2024). Übersetzt: Weder IP-Adressen noch Verlaufsdaten, übertragene Datenmengen, genutzte Server, DNS-Anfragen oder heruntergeladene Dateien werden erfasst.
IVPN setzt seit Jahren auf die deutsche Prüffirma Cure53. Im März 2024 führte Cure53 einen achttägigen Pentest der Kundenwebsite, der API und der Serverinfrastruktur durch und fand zwei Schwachstellen mit geringem Schweregrad, die bis April 2024 behoben und verifiziert wurden. Cure53 zieht in seinem Bericht ein klares Fazit: “To conclude this Cure53 audit and verification of the IVPN privacy-related claims yielded very positive results” (Cure53 via IVPN-Blog), zu Deutsch: Der Audit und die Überprüfung der Datenschutz-Zusagen von IVPN fielen sehr positiv aus. In einem separaten Bericht zur No-Logging-Prüfung wird IVPN noch konkreter entlastet: “After carefully investigating the scope of the IVPN project, Cure53 testifies that neither privacy nor policy-related violations have been observed on the audited systems in the timeframe of the audit” (Cure53, Audit-Bericht). Auf Deutsch: Nach sorgfältiger Untersuchung habe Cure53 im geprüften Zeitraum weder Datenschutz- noch Richtlinienverstöße auf den Systemen festgestellt.
Mullvad lässt seine Serverinfrastruktur regelmäßig von Cure53 und der schwedischen Firma Assured AB prüfen. Assured AB beschreibt das Ergebnis eines Server-Audits so: “The following system services were audited, and found to have their system and customer logging disabled entirely” (Assured AB via Mullvad-Blog), zu Deutsch: Die geprüften Systemdienste hatten ihr System- und Kunden-Logging vollständig deaktiviert. Diese drei Prüfberichte zeigen ein gemeinsames Muster: Alle drei Anbieter lassen sich nicht nur einmalig, sondern wiederholt von unabhängigen Firmen kontrollieren, veröffentlichen die Berichte in voller Länge und lassen sich damit von Nutzern und Fachjournalisten überprüfen.
Gerichtsverfahren und Praxistests: Wenn Behörden anklopfen
Ein Audit-Bericht ist eine Momentaufnahme. Interessanter wird es, wenn ein Anbieter tatsächlich unter Druck gerät und zeigen muss, ob die eigene No-Logs-Politik auch im Ernstfall standhält. Hier liefern alle drei Anbieter dokumentierte Beispiele.
- Mullvad, April 2023: Schwedische Polizeibeamte durchsuchten die Büros von Mullvad und versuchten, Server zu beschlagnahmen. Weil keine Aktivitätsprotokolle geführt werden, verließen die Beamten das Gebäude ohne verwertbare Nutzerdaten, ein Vorfall, auf den unter anderem VPNOverview und PCMag in ihren 2025er-Tests verweisen.
- Private Internet Access, mehrere US-Verfahren: In verschiedenen US-Gerichtsverfahren wurden gegen PIA Vorladungen ausgestellt. Laut Comparitech und BleepingComputer musste der Anbieter wiederholt bestätigen, dass keine Aktivitätsprotokolle existieren, die hätten herausgegeben werden können.
- IVPN: Für IVPN sind bislang keine öffentlich bekannten Gerichtsverfahren oder Behördenzugriffe dokumentiert. Das ist kein Beleg für höhere Sicherheit, sondern schlicht das Fehlen eines realen Praxistests, was bei einem kleineren Nutzerkreis in Gibraltar wahrscheinlicher ist als bei den größeren Konkurrenten.
- IVPN, März bis April 2024: Der Cure53-Pentest deckte zwei Schwachstellen mit geringem Schweregrad in der Kundenwebsite und der API auf, beide wurden innerhalb weniger Wochen behoben und von Cure53 erneut geprüft.
- Mullvad, laufende Server-Audits: Assured AB bestätigte in mehreren Prüfungen, dass System- und Kundenprotokolle auf den kontrollierten Servern vollständig deaktiviert sind, nicht nur bei einer Stichprobe, sondern über mehrere Prüfrunden hinweg.
- Private Internet Access, Deloitte-Prüfung Jänner 2024: Die Prüfung bestätigte erneut, dass weder IP-Adressen noch DNS-Anfragen oder Verbindungsdaten gespeichert werden, was angesichts der Größe des Nutzerkreises von PIA ein vergleichsweise hohes Prüfrisiko darstellt.
Das Muster ist eindeutig: Größere Anbieter wie Private Internet Access werden häufiger juristisch getestet, weil sie mehr Nutzer und damit mehr Anfragen von Behörden haben. Mullvads Polizeirazzia bleibt der bislang spektakulärste Einzelfall unter den drei Diensten, weil er zeigt, wie eine No-Logs-Architektur unter direktem physischem Zugriff standhält.
Für Nutzer in Österreich sind solche Fälle mehr als nur eine interessante Randnotiz aus dem Ausland. Sie zeigen, dass eine No-Logs-Zusage nur so viel wert ist, wie sie im Ernstfall tatsächlich standhält, und dass technische Architektur wichtiger ist als die reine Wortwahl in einer Datenschutzerklärung. Ein Anbieter, der aus Prinzip keine Verbindungsdaten speichert, kann im Zweifel schlicht nichts herausgeben, selbst wenn eine Behörde mit einer rechtsgültigen Anordnung vor der Tür steht. Genau das haben Mullvad im April 2023 und Private Internet Access in mehreren US-Verfahren unter Beweis gestellt, während IVPN diesen konkreten Praxistest bislang schlicht noch nicht durchlaufen musste.
Zahlungsmethoden und Anonymität
Wer wirklich anonym bleiben will, muss auch bei der Bezahlung nachdenken, denn eine Kreditkarte verknüpft ein VPN-Konto sofort mit einer echten Identität. Mullvad geht hier am weitesten und akzeptiert klassische Kreditkarte und PayPal, Kryptowährungen wie Bitcoin, Monero und Lightning mit zehn Prozent Rabatt, Banküberweisung in ausgewählten europäischen Ländern und sogar Bargeld per Post an die Firmenadresse in Schweden. IVPN erlaubt eine anonyme Kontoregistrierung ohne E-Mail-Adresse und akzeptiert Bitcoin sowie Monero, wodurch sich ein Konto komplett ohne persönliche Daten führen lässt. Private Internet Access bietet neben Kreditkarte und PayPal ebenfalls Kryptowährungszahlungen an, wirbt aber nicht aktiv mit Bargeld oder vergleichbar anonymen Kanälen wie die beiden anderen Anbieter.
Für die Praxis bedeutet das: Ein Nutzer, der ausschließlich mit Kreditkarte bei Private Internet Access bezahlt, hat zwar ein technisch striktes No-Logs-VPN, aber eine Zahlungsspur, die sich bis zur eigenen Bank zurückverfolgen lässt. Wer diesen letzten Schritt vermeiden will, kommt an Mullvads Bargeldoption oder an Kryptozahlungen bei IVPN kaum vorbei. Diese Unterschiede sind selten die entscheidende Frage für Durchschnittsnutzer, spielen aber für Journalistinnen, Aktivisten oder Personen mit erhöhtem Schutzbedarf eine zentrale Rolle.
Multi-Hop, Protokolle und zusätzliche Sicherheitsfunktionen
Alle drei Anbieter setzen auf WireGuard als Standardprotokoll und bieten OpenVPN als Alternative für Netzwerke, in denen WireGuard blockiert wird. Der Unterschied zeigt sich bei Multi-Hop, also der Verkettung mehrerer VPN-Server, damit selbst ein kompromittierter Ausgangsserver den Nutzer nicht mehr eindeutig identifizieren kann. IVPN bietet diese Funktion in der neuen Pro-Suite-Stufe für 8,33 Dollar pro Monat im Jahresabo, ergänzt um Portmaster Pro, ein separates Tool zur Netzwerküberwachung, das IVPN durch die Übernahme des Portmaster-Herstellers Safing ins eigene Angebot integriert hat.
Mullvad realisiert Multi-Hop über Bridge-Server und bietet zusätzlich eine Kombination aus VPN und Tor-Netzwerk an, bei der der gesamte Datenverkehr zunächst durch Mullvads eigene Server und anschließend durch das Tor-Netzwerk geleitet wird. Private Internet Access stellt Multi-Hop in seinem Standardclient nicht als zentrales Verkaufsargument heraus, dafür punktet der Anbieter mit einer dedizierten IP-Adresse gegen Aufpreis, was für Nutzer nützlich ist, die eine feste, aber weiterhin verschlüsselte Adresse für Fernzugriffe benötigen. Wer maximale Verschleierung über mehrere Hops sucht, ist bei IVPN oder Mullvad besser aufgehoben, wer eine stabile, wiedererkennbare IP-Adresse für geschäftliche Zwecke braucht, findet bei Private Internet Access eine passende Zusatzfunktion.
Plattformen, Apps und Kompatibilität
Bei der reinen Plattformabdeckung unterscheiden sich die drei Anbieter kaum. Private Internet Access, IVPN und Mullvad bieten allesamt native Anwendungen für Windows, macOS, Linux, Android und iOS an, dazu Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox. Der praktische Unterschied liegt eher in den Details der Bedienoberfläche: Private Internet Access wirkt durch die schiere Zahl an Einstellungsmöglichkeiten, von Portweiterleitung bis zu einem eigenen Werbeblocker, für Einsteiger schnell überladen. Mullvads App gilt in mehreren 2025er-Tests als funktional, aber bewusst minimalistisch gehalten, ganz im Sinne der Firmenphilosophie, keine unnötigen Daten oder Funktionen anzubieten, die zusätzliche Angriffsfläche schaffen könnten.
Für Nutzer, die ein VPN direkt auf einem Router einrichten wollen, etwa um ein gesamtes Heimnetzwerk zu schützen, veröffentlichen alle drei Anbieter manuelle Konfigurationsanleitungen für WireGuard und OpenVPN, die sich mit gängiger Router-Firmware wie OpenWrt oder DD-WRT nutzen lassen. Ein fertiges, herstellereigenes Router-Abo mit vorinstallierter Firmware bietet keiner der drei Dienste im Kernangebot an, anders als etwa manche Mainstream-Konkurrenten mit eigener Hardware. Wer also ein Router-Setup plant, sollte technisches Grundverständnis mitbringen oder sich auf die Community-Dokumentation der jeweiligen Anbieter verlassen.
Kundensupport und Dokumentation
Private Internet Access setzt als größter der drei Anbieter auf einen rund um die Uhr erreichbaren Live-Chat, was angesichts der Millionen Nutzer weltweit auch notwendig ist, um Supportanfragen in vertretbarer Zeit zu bearbeiten. IVPN und Mullvad verzichten bewusst auf einen permanenten Chat-Kanal und wickeln den Support überwiegend über E-Mail-Tickets ab, was zur insgesamt zurückhaltenderen Datenerhebung beider Anbieter passt: Ein Live-Chat-System protokolliert in der Regel mehr Metadaten über den Nutzer als ein einfaches Ticketsystem.
Bei der technischen Dokumentation zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Audit-Berichten selbst: Mullvad veröffentlicht auf der eigenen Website detaillierte Blogbeiträge zu jedem größeren Audit und jeder Infrastrukturänderung, IVPN verlinkt Cure53-Berichte direkt im eigenen Blog, und Private Internet Access stellt seine Deloitte-Berichte als PDF öffentlich bereit. Für technisch interessierte Leser lohnt sich in allen drei Fällen ein Blick in die Originaldokumente, weil dort deutlich mehr Detailtiefe steckt als in den zusammenfassenden Marketingseiten der Anbieter.
Jurisdiktion, DSGVO und was das für Unternehmen in Österreich bedeutet
Für Privatnutzer ist die Frage nach der Jurisdiktion meist zweitrangig, für Unternehmen mit Sitz in Österreich kann sie dagegen direkt compliance-relevant werden. Private Internet Access unterliegt als US-Unternehmen unter dem Dach von Kape Technologies dem US Cloud Act, der US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Daten erlaubt, die von US-Firmen verwaltet werden, unabhängig davon, wo die Server physisch stehen. Für ein europäisches Unternehmen, das im Rahmen der DSGVO nachweisen muss, dass Daten nicht einer nicht-europäischen Zugriffslogik unterliegen, ist das ein Punkt, den die Rechtsabteilung mitbedenken sollte, selbst wenn der Anbieter selbst keine Logs führt.
Mullvad unterliegt als schwedisches Unternehmen direkt der DSGVO und damit demselben Rechtsrahmen, der auch für österreichische Firmen gilt. IVPN sitzt in Gibraltar, einem britischen Überseegebiet mit eigenem, an die DSGVO angelehntem Datenschutzregime, das aber formal außerhalb der EU liegt. Für Firmen, die im Rahmen von NIS2 oder branchenspezifischen Auflagen eine lückenlose Dokumentation der Datenverarbeitungskette benötigen, ist Mullvads EU-Mitgliedschaft ein Argument, das sich klarer in eine Compliance-Checkliste übertragen lässt als IVPNs Sonderstatus oder Private Internet Access’ US-Sitz. Das bedeutet nicht, dass die beiden anderen Anbieter automatisch ungeeignet sind, macht die Prüfung im Einzelfall aber aufwendiger.
Vor- und Nachteile im Überblick
Private Internet Access punktet mit einem riesigen Servernetz, aggressiven Langzeitrabatten bis 1,79 Dollar im Monat und einer Deloitte-Prüfung vom Jänner 2024. Dem steht die US-Jurisdiktion unter Kape Technologies gegenüber, dazu eine Preisstruktur, die bei der Verlängerung deutlich teurer wird als der Einstiegspreis suggeriert.
IVPN überzeugt mit einer transparenten, ehrlichen Preisstruktur ohne Verlängerungsfallen, anonymer Kontoerstellung und einem sauber dokumentierten Cure53-Pentest von 2024. Die Kehrseite ist ein kleineres Servernetz mit nur 35 Ländern und ein insgesamt höherer Einstiegspreis als bei Mullvad.
Mullvad bietet den einfachsten Tarif der Branche, EU-Jurisdiktion in Schweden, Bargeldzahlung und einen durch die Polizeirazzia 2023 real getesteten No-Logs-Betrieb. Der Nachteil ist eine im Vergleich zu Private Internet Access ältere Nutzeroberfläche und ein Servernetz, das zwar solide, aber kleiner als das der großen Mitbewerber ist.
Fünf Anwendungsfälle: Welches VPN passt zu wem
Die technischen Kennzahlen und Audit-Berichte sind die eine Seite, die konkrete Alltagsnutzung die andere. Nicht jeder Nutzer braucht Multi-Hop oder Bargeldzahlung, und nicht jeder Nutzer profitiert vom größten Servernetz. Die folgende Übersicht ordnet die drei Anbieter sechs typischen Nutzungsszenarien zu, die sich aus den bisher besprochenen Daten ableiten lassen und in der Praxis die häufigsten Anfragen an Support-Foren und Vergleichsseiten widerspiegeln.
- Streaming und Torrenting in großem Umfang: Private Internet Access bietet mit 58 bis 90 Ländern das größte Servernetz und eignet sich am besten, wenn regelmäßig zwischen vielen Standorten gewechselt werden soll.
- Journalistinnen und Aktivisten mit hohem Schutzbedarf: Mullvad ist durch Bargeldzahlung, kontonummer-basierte Anmeldung und den bestandenen Praxistest der Polizeirazzia 2023 die naheliegende Wahl.
- Unternehmen mit Compliance-Anforderungen in der EU: Mullvad (Schweden) oder IVPN (Gibraltar) sind einer US-Jurisdiktion unter dem Cloud Act vorzuziehen, wenn Daten strikt innerhalb europäischer Rechtsrahmen bleiben sollen.
- IT-Abteilungen, die Multi-Hop und Netzwerküberwachung wollen: IVPNs Pro Suite bündelt Multi-Hop mit Portmaster Pro und richtet sich gezielt an technisch versierte Teams.
- Einsteiger mit begrenztem Budget: Der Dreijahresplan von Private Internet Access ab 1,79 Dollar im Monat ist unter den drei Anbietern das günstigste Angebot, solange die höhere Verlängerungsrate von Anfang an eingeplant wird.
- Nutzer, die absolute Preistransparenz ohne Rabattfallen wollen: Mullvads fixer Fünf-Euro-Tarif und IVPNs neues Standard/Plus/Pro-Suite-Modell verzichten beide bewusst auf klassische Lockangebote.
Migrationsleitfaden: Von einem VPN zum anderen wechseln
Ein Anbieterwechsel lässt sich in wenigen Schritten sauber durchführen, ohne dass zwischenzeitlich ungeschützte Verbindungen entstehen. Die folgende Abfolge eignet sich für den Wechsel zwischen Private Internet Access, IVPN und Mullvad gleichermaßen.
- Bestehendes Abo vorerst nicht kündigen, sondern parallel weiterlaufen lassen, um eine lückenlose Absicherung während der Testphase zu gewährleisten.
- Konto beim neuen Anbieter anlegen: bei Mullvad reicht die automatisch generierte Kontonummer, bei IVPN eine zufällige Kennung, bei Private Internet Access eine E-Mail-Adresse.
- Zahlungsmethode entsprechend dem gewünschten Anonymitätsgrad wählen, etwa Kryptowährung bei IVPN oder Bargeld per Post bei Mullvad.
- Offizielle App für das jeweilige Betriebssystem installieren und nicht auf Drittanbieter-Clients zurückgreifen.
- WireGuard als Protokoll aktivieren und den integrierten Kill Switch einschalten, damit bei Verbindungsabbruch kein Datenverkehr ungeschützt nach außen geht.
- Mit einem DNS-Leck-Test prüfen, ob DNS-Anfragen tatsächlich über den VPN-Tunnel laufen und nicht am Provider vorbei direkt ins Internet gehen.
- Falls das VPN zuvor auf einem Router eingerichtet war, die Konfigurationsdatei des neuen Anbieters exportieren und die Router-Einstellungen entsprechend anpassen.
- Erst nach erfolgreichem Test das alte Abo kündigen und dabei die jeweilige Geld-zurück-Garantie nutzen, die sowohl Private Internet Access als auch IVPN üblicherweise für 30 Tage gewähren.
Ein häufiger Fehler beim Wechsel ist, das alte Abo sofort zu kündigen, bevor der neue Dienst im eigenen Netzwerk vollständig getestet wurde. Gerade bei Firewall-Regeln, VPN-on-Router-Setups oder Geräten mit fest hinterlegten Serveradressen kann es einige Tage dauern, bis wirklich jede Anwendung über den neuen Tunnel läuft. Die Rückerstattungsfristen aller drei Anbieter sind lang genug bemessen, um diesen Test in Ruhe durchzuführen, weshalb sich Eile an dieser Stelle nicht auszahlt.
Für technisch versierte Nutzer, die eine WireGuard-Verbindung manuell unter Linux prüfen wollen, genügt ein einfacher Statusbefehl, um zu bestätigen, dass der Tunnel aktiv ist und der richtige Endpunkt verwendet wird.
sudo wg show
sudo wg-quick up wg0
curl https://am.i.mullvad.net/connected
Das Urteil: Wer gewinnt den Audit-Vergleich
Ein einzelner Gewinner lässt sich aus den Daten nicht ableiten, weil die drei Anbieter unterschiedliche Prioritäten bedienen. Gemessen an der Kombination aus Preis, Jurisdiktion und tatsächlich bestandenem Praxistest liegt Mullvad knapp vorn: 5 Euro Fixpreis, EU-Jurisdiktion, Bargeldzahlung und eine im April 2023 real bestandene Polizeirazzia sind eine seltene Kombination. Private Internet Access gewinnt klar beim Preis-Leistungs-Verhältnis für Vielnutzer mit 1,79 Dollar im Monat bei Dreijahresbindung und dem größten Servernetz der drei Anbieter, muss aber die US-Jurisdiktion in Kauf nehmen. IVPN liegt technisch gleichauf, punktet mit der saubersten Preisstruktur ohne Verlängerungsfalle und dem aktuellsten Cure53-Pentest von 2024, bleibt aber mit 35 Ländern das kleinste Netz im Vergleich.
Für die konkrete Kaufentscheidung zählt am Ende weniger die einzelne Kennzahl als die Kombination: Wer Wert auf ein großes Servernetz legt, wählt Private Internet Access. Wer EU-Recht, Bargeld und einen real bestandenen Behördentest priorisiert, wählt Mullvad. Wer eine ehrliche Preisstruktur ohne Rabattfallen sucht und bereit ist, für Multi-Hop und Portmaster Pro mehr zu zahlen, wählt IVPN.
Bemerkenswert ist, dass alle drei Anbieter im Kern dasselbe Versprechen einlösen: eine überprüfbare No-Logs-Architektur, die nicht nur behauptet, sondern durch externe Berichte und, im Fall von Mullvad und Private Internet Access, durch reale Behördenkontakte belegt wird. Das unterscheidet dieses Trio deutlich von der breiten Masse an VPN-Anbietern, die zwar mit ähnlichen Werbeversprechen auftreten, aber weder Prüfberichte veröffentlichen noch einen dokumentierten Praxistest vorweisen können. Wer 2026 ein VPN sucht, das mehr als eine Behauptung auf der Startseite bietet, findet in Private Internet Access, IVPN und Mullvad drei Anbieter, die ihre Hausaufgaben in Sachen Transparenz tatsächlich gemacht haben, auch wenn sie das auf unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Preisen tun.
Häufig gestellte Fragen
Ist Private Internet Access wirklich ein No-Logs-VPN?
Laut dem Deloitte-Bericht mit Stichtag 31. Jänner 2024 speichert Private Internet Access weder IP-Adressen noch Verlaufsdaten, DNS-Anfragen oder genutzte Server. Der Anbieter hat diese Politik zusätzlich in mehreren US-Gerichtsverfahren bestätigt, in denen keine verwertbaren Protokolle vorgelegt werden konnten.
Warum ist Mullvad trotz kleinerer Bekanntheit so beliebt bei Datenschutzexperten?
Mullvad verzichtet komplett auf E-Mail-Registrierung, akzeptiert Bargeld per Post und hat 2023 eine reale Polizeirazzia ohne Datenverlust überstanden. Diese Kombination aus technischer und juristischer Bewährung ist unter den drei verglichenen Anbietern einzigartig.
Lohnt sich IVPN Pro Suite gegenüber dem günstigeren Standard-Tarif?
Die Pro Suite kostet 8,33 Dollar pro Monat im Jahresabo und bringt Multi-Hop sowie das Netzwerküberwachungstool Portmaster Pro mit. Für Nutzer, die ausschließlich einen einfachen VPN-Tunnel benötigen, reicht der Standard-Tarif für 5 Dollar im Monat völlig aus.
Welcher Anbieter ist am günstigsten für ein einzelnes Jahr?
Im reinen Jahresvergleich liegt IVPN Standard mit 60 Dollar (5 Dollar pro Monat) knapp vor Private Internet Access mit 47,88 Dollar für das erste Jahr, wobei PIA danach zum vollen Preis von 11,95 Dollar im Monat verlängert, sofern kein neuer Rabattzeitraum gewählt wird. Mullvad kostet im Jahr durchgehend 60 Euro ohne jede Rabattstaffel.
Kann ich mit einem dieser VPNs anonym bezahlen, ohne Kreditkarte oder PayPal zu nutzen?
Ja. Mullvad akzeptiert Bargeld per Post sowie Bitcoin, Monero und Lightning mit zehn Prozent Rabatt. IVPN akzeptiert Bitcoin und Monero bei komplett anonymer Kontoerstellung. Private Internet Access bietet ebenfalls Kryptozahlungen an, wirbt aber nicht mit einer Bargeldoption.
Welches VPN eignet sich am besten für Streaming-Dienste?
Private Internet Access hat mit 58 bis 90 Ländern das größte Servernetz der drei Anbieter und damit die größte Auswahl an Standorten, was für Streaming-Zugriffe aus unterschiedlichen Regionen praktisch ist. Mullvad und IVPN sind zwar technisch ebenbürtig, bieten aber weniger Serverstandorte zur Auswahl.
Wie oft lassen sich die drei Anbieter tatsächlich extern prüfen?
Alle drei Anbieter lassen sich wiederholt prüfen, nicht nur einmalig. Private Internet Access wurde mehrfach von Deloitte kontrolliert, zuletzt mit Bericht vom Jänner 2024. IVPN setzt seit Jahren auf Cure53, zuletzt mit einem Pentest im März und April 2024. Mullvad lässt sowohl Cure53 als auch die schwedische Firma Assured AB regelmäßig an Server- und App-Infrastruktur ran.
Gibt es bei einem dieser drei Anbieter bekannte Sicherheitsvorfälle?
Der einzige öffentlich dokumentierte Vorfall mit direktem Behördenzugriff ist die Polizeirazzia bei Mullvad im April 2023, bei der keine Nutzerdaten gefunden wurden, weil keine gespeichert waren. Bei IVPN deckte der Cure53-Pentest 2024 zwei Schwachstellen mit geringem Schweregrad auf, die innerhalb weniger Wochen behoben wurden. Größere Sicherheitslücken oder Datenlecks sind bei keinem der drei Anbieter öffentlich bekannt.
Ist ein VPN mit Sitz in der EU automatisch sicherer als eines aus den USA?
Automatisch sicherer nicht, aber rechtlich klarer einzuordnen. Ein in Schweden ansässiger Anbieter wie Mullvad unterliegt direkt der DSGVO, während Private Internet Access als US-Unternehmen zusätzlich dem US Cloud Act unterliegt, der US-Behörden potenziell Zugriff auf von US-Firmen verwaltete Daten erlaubt. Entscheidend bleibt trotzdem, ob überhaupt Daten gespeichert werden, denn ein Anbieter ohne Logs kann unabhängig von der Jurisdiktion nichts herausgeben, was er nicht besitzt.




