Google kommt in Österreich laut Statcounter im September 2026 auf einen Marktanteil von 80,84 Prozent, weltweit liegt der Wert bei 89,94 Prozent. Wer trotzdem wechseln will, landet schnell bei drei Namen, die in Datenschutz-Foren und auf Reddit immer wieder auftauchen: Qwant, Kagi und Mojeek. Alle drei verfolgen einen anderen Ansatz als DuckDuckGo, Startpage oder Brave Search, die wir in einem früheren Vergleich schon gegenübergestellt haben, oder als Ecosia im direkten Vergleich mit DuckDuckGo. Einen Überblick über weitere Themen rund um digitale Privatsphäre bietet unsere Privatsphäre-Kategorie.
Qwant ist eine kostenlose, werbefinanzierte Suchmaschine aus Frankreich. Kagi verlangt ein Abo und zeigt dafür keine Werbung, baut mit Orion sogar einen eigenen Browser. Mojeek betreibt als einziger der drei Anbieter einen vollständig eigenen Index, ohne Rückgriff auf Google oder Bing. Dieser Artikel vergleicht Technik, Preise, Datenschutzversprechen und reale Einsatzszenarien, inklusive einer kurzen Einordnung von SearXNG als selbst gehosteter Alternative und der jeweiligen Business-Angebote für Teams.
Drei Wege abseits von Google: Qwant, Kagi und Mojeek im Überblick
Die drei Suchmaschinen lösen das gleiche Problem auf unterschiedliche Weise. Qwant verspricht Datenschutz ohne Kosten für die Nutzerin oder den Nutzer, finanziert sich über kontextbezogene statt verhaltensbasierte Werbung und schickt dafür einen pseudonymisierten Hash an Bing, wenn Anzeigen ausgespielt werden. Kagi dreht das Modell um: Kein Werbegeschäft, dafür ein Abo-Preis, der bei 5 US-Dollar im Monat beginnt. Mojeek verzichtet komplett auf fremde Suchindizes und crawlt das Web seit über zwei Jahrzehnten selbst.
Für Leserinnen und Leser aus Österreich ist vor allem die rechtliche Einordnung relevant. Qwant operiert unter EU-Recht und französischer Jurisdiktion, Mojeek unterliegt britischem Recht und der UK-GDPR, die sich eng an die europäische DSGVO anlehnt. Kagi wirbt mit einem reinen Abo-Modell ohne Tracking, veröffentlicht aber keine vollständigen Angaben zu Gründungsjahr oder Firmensitz, die sich in unserer Recherche verlässlich bestätigen ließen. Genau diese Transparenzlücke sollte man im Kopf behalten, bevor man sensible Daten über einen Dienst schickt.
Ein Punkt eint alle drei: Keiner von ihnen baut laut eigenen Angaben Nutzerprofile aus Suchverläufen. Das unterscheidet sie fundamental von Google, das Suchdaten mit Kontobewegungen, Standortverlauf und Werbe-IDs verknüpft. Die Digital Markets Act der EU verpflichtet große Gatekeeper inzwischen zwar zu Auswahlbildschirmen für die Standardsuchmaschine im Browser, ein echtes Umdenken bei der Marktverteilung hat das bislang aber kaum ausgelöst.
Warum ändert sich an der Marktverteilung so wenig, obwohl die EU-Regulierung seit Jahren genau in diese Richtung drückt? Ein Grund liegt darin, dass ein Auswahlbildschirm beim Erststart eines Geräts zwar die Sichtbarkeit von Qwant, Ecosia oder anderen Alternativen erhöht, am eigentlichen Qualitätsunterschied bei alltäglichen Suchanfragen aber nichts ändert. Die meisten Menschen wechseln nur dann dauerhaft, wenn der neue Dienst spürbar gleichwertige Ergebnisse liefert, nicht allein wegen eines Datenschutzversprechens. Genau an diesem Punkt setzt der direkte Vergleich von Qwant, Kagi und Mojeek an, weil er über reine Datenschutzrhetorik hinausgeht und konkrete Indexgrößen, Preise und API-Daten gegenüberstellt.
Qwant im Detail: Französischer Index mit Bing-Unterstützung
Qwant wird von der Firma Synfonium betrieben, die laut verfügbaren Eigentümerangaben zu rund 75 Prozent von Octave und Miroslaw Klaba gehalten wird, den Gründern von OVHcloud, und zu etwa 25 Prozent von der staatsnahen Caisse des Dépôts über ihre Tochter Banque des Territoires. Diese Struktur macht Qwant zu einem der wenigen europäischen Suchdienste mit staatlicher Beteiligung im Hintergrund, was in Diskussionen um digitale Souveränität in Frankreich häufig als Argument angeführt wird.
Technisch betreibt Qwant einen eigenen Crawler, der laut Unternehmensangaben auf einen Index von etwa 20 Milliarden Seiten kommt. Für Long-Tail-Anfragen und die Bildersuche greift der Dienst zusätzlich auf Bing zurück, was bedeutet, dass Qwant kein vollständig unabhängiger Suchdienst ist, sondern ein hybrides Modell fährt. Parallel dazu beteiligt sich Qwant gemeinsam mit Ecosia am Projekt European Search Perspective, das unter dem Namen Staan einen zusätzlichen, europäisch kontrollierten Index aufbaut. Wie groß der Anteil der Anfragen ist, die inzwischen über Staan statt über Bing beantwortet werden, lässt sich aus offiziellen Quellen aktuell nicht zuverlässig beziffern.
Beim Datenschutz verspricht Qwant, Suchanfragen nicht mit der IP-Adresse der anfragenden Person zu verknüpfen und keine personenbezogenen Verlaufsprofile zu speichern. Die Werbung läuft kontextbezogen, orientiert sich also am Suchbegriff selbst statt am bisherigen Verhalten. Qwant ist für Endnutzer vollständig kostenlos, ein Premium-Abo wie bei Kagi gibt es nicht. Laut einer älteren, auf 2024 bezogenen Angabe kam der Dienst in Frankreich auf etwa 6 Millionen Nutzer im Monat, aktuellere Zahlen für 2026 liegen nicht öffentlich vor. Der Marktanteil in Frankreich lag laut Statcounter im August 2026 bei 0,83 Prozent, ein kleiner, aber seit Jahren stabiler Nischenwert. Zum Vergleich: Selbst dieser kleine Wert reicht aus, um Qwant im eigenen Heimatmarkt deutlich vor Mojeek zu platzieren, dessen Marktanteil in seinem britischen Heimatmarkt laut Statcounter unter 0,1 Prozent liegt.
Kagi im Detail: Bezahlte Suche ohne Werbung
Kagi verfolgt die These, dass eine Suchmaschine nur dann wirklich im Interesse der Nutzerin arbeitet, wenn sie nicht von Werbekunden bezahlt wird. Der Dienst finanziert sich ausschließlich über Abonnements, verzichtet komplett auf Anzeigen und wirbt aktiv damit, keine Suchanfragen zu tracken oder mit dem Konto zu verknüpfen. Nach den aktuellen Angaben auf der Kagi-Preisseite speichert der Dienst KI-Gesprächsverläufe standardmäßig nicht länger als 24 Stunden und nutzt Kundendaten nicht zum Training eigener Modelle.
Die Preisstruktur ist klar gestaffelt. Ein kostenloser Testzeitraum umfasst 100 Suchanfragen und 100 Interaktionen mit dem Kagi Assistant. Danach folgt der Starter-Tarif mit 300 Suchanfragen im Monat für 5 US-Dollar, der Professional-Tarif mit unbegrenzten Suchen für 10 US-Dollar und der Ultimate-Tarif mit unbegrenzten Suchen plus Premium-KI-Funktionen für 25 US-Dollar. Bei jährlicher Zahlung gewährt Kagi einen Rabatt von rund 10 Prozent, was die Jahrespreise auf 54, 108 beziehungsweise 270 US-Dollar drückt. Alle Preise verstehen sich ohne lokale Umsatzsteuer, die bei einer Abrechnung aus Österreich zusätzlich anfallen kann.
Technisch mischt Kagi Ergebnisse aus mehreren Quellen und eigenen Indexkomponenten, veröffentlicht aber keine genaue Aufschlüsselung, wie groß der Eigenanteil gegenüber zugekauften Programmierschnittstellen anderer Anbieter ausfällt. Interessant für technisch versierte Leser ist der hauseigene Kagi Assistant: Laut einem Blogeintrag des Unternehmens erzielte dieser in einem im August 2025 durchgeführten Test auf dem SimpleQA-Benchmark ein starkes Ergebnis im Vergleich zu anderen KI-Suchassistenten. Unabhängig bestätigte Dritt-Benchmarks für die reine Websuche von Kagi waren in unserer Recherche nicht auffindbar. Zusätzlich bietet Kagi sogenannte Lens-Filter an, mit denen sich Ergebnisse gezielt auf bestimmte Kategorien wie Forenbeiträge, akademische Quellen oder reine Textseiten ohne Werbe-Layout eingrenzen lassen, eine Funktion, die bei Qwant und Mojeek in dieser Form nicht existiert.
Mojeek im Detail: Der unabhängige britische Index
Mojeek nimmt unter den drei Diensten eine Sonderstellung ein, weil der Dienst als einziger komplett ohne Google- oder Bing-Daten arbeitet. Gegründet 2004 als Privatprojekt von Marc Smith, ging Mojeek 2006 öffentlich online und wurde 2009 als Unternehmen eingetragen. Der Firmensitz liegt im Sussex Innovation Centre der University of Sussex in Brighton, die offizielle Registeradresse befindet sich in Croydon bei London. Damit ist Mojeek der mit Abstand am längsten am Markt etablierte der drei verglichenen Dienste.
Der selbst aufgebaute Index umfasst nach Unternehmensangaben rund 9 Milliarden Seiten. Das ist deutlich kleiner als die von Qwant genannten 20 Milliarden Seiten, bedeutet aber auch, dass Mojeek bei Nischenanfragen und sehr spezifischen Fachthemen gelegentlich dünnere Ergebnislisten liefert als hybride Anbieter. Mojeek selbst wirbt genau mit dieser Unabhängigkeit: Keine Tracking-Cookies, kein Profiling, kein Weiterverkauf von Nutzerdaten an Dritte. Für Endnutzer ist die Websuche komplett kostenlos, ganz ohne Abo oder Werbebanner im klassischen Sinn.
Kommerziell interessant wird Mojeek über zwei Programmierschnittstellen. Die Site Search API für die Integration einer datenschutzfreundlichen Suche auf der eigenen Website ist in die Stufen Bronze, Silver, Gold und Custom gestaffelt, mit Limits von 1.000 bis unbegrenzt indexierten Seiten und 100 bis unbegrenzt Anfragen pro Tag. Die genauen Preise nennt Mojeek nur auf Anfrage. Die Web Search API für Entwickler, die eigene Suchfunktionen bauen wollen, startet im Startup-Tarif bei 2 britischen Pfund pro 1.000 Anfragen (CPM) mit einem Limit von 100.000 Anfragen täglich, der Business-Tarif liegt bei 3 Pfund CPM und 400.000 Anfragen täglich, Enterprise-Kunden verhandeln individuell. Dieses zweigleisige Modell aus kostenloser Websuche für Privatpersonen und kostenpflichtiger API für Firmen unterscheidet Mojeek sowohl von Qwant, das komplett werbefinanziert bleibt, als auch von Kagi, das direkt bei Endnutzern abrechnet.
Technische Spezifikationen im Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und organisatorischen Merkmale der drei Suchmaschinen zusammen. Die Angaben stammen aus den offiziellen Informationsseiten der Anbieter sowie aus öffentlich verfügbaren Eigentümer- und Unternehmensregistern. Wichtig ist dabei weniger die einzelne Zeile als das Gesamtbild: Qwant und Kagi setzen beide zumindest teilweise auf fremde Indexdaten, während Mojeek als einziger Anbieter komplett eigenständig bleibt, dafür aber mit einem kleineren Datenbestand arbeitet.
| Merkmal | Qwant | Kagi | Mojeek |
|---|---|---|---|
| Sitz / Jurisdiktion | Frankreich / EU | nicht öffentlich verlässlich bestätigt | Vereinigtes Königreich |
| Eigener Suchindex | Ja, ergänzt durch Bing | Teilweise, Anteil nicht veröffentlicht | Ja, vollständig eigenständig |
| Geschätzte Indexgröße | rund 20 Mrd. Seiten (eigene Angabe) | nicht veröffentlicht | rund 9 Mrd. Seiten (eigene Angabe) |
| Geschäftsmodell | Kontextbezogene Werbung | Abonnement, werbefrei | Kostenlos (Web), API kostenpflichtig |
| Kostenlose Nutzung | Ja, unbegrenzt | Nur Testzeitraum (100 Suchen) | Ja, unbegrenzt (Websuche) |
| Werbung im Ergebnis | Ja, kontextbezogen | Nein | Nein |
| IP-Verknüpfung laut Anbieter | Nein, laut eigenen Angaben getrennt | Nein, laut eigenen Angaben | Nein, laut eigenen Angaben |
| Eigene KI-Funktion | Ja (Qwant AI-Modus) | Ja (Kagi Assistant) | Nein |
| Öffentliche API | Nein | Nein | Ja (Site Search & Web Search API) |
| Open Source | Nein | Nein | Nein |
| Browser-Erweiterungen | Ja | Ja | Ja |
| Marktanteil (Herkunftsland, Statcounter) | 0,83 % Frankreich (Aug. 2026) | nicht erfasst | unter 0,1 % UK |
Auffällig ist die Zeile zur eigenen KI-Funktion: Qwant und Kagi bauen inzwischen beide einen hauseigenen KI-Modus in die Suche ein, Mojeek verzichtet bisher komplett darauf und konzentriert sich stattdessen auf die klassische Linkliste. Für Nutzer, die ohnehin skeptisch gegenüber KI-generierten Zusammenfassungen in Suchergebnissen sind, kann genau das ein Vorteil sein, weil Mojeek die Ergebnisseite nicht mit zusätzlichen, möglicherweise fehleranfälligen Textblöcken überfrachtet.
Preismodelle im Vergleich
Beim Preis unterscheiden sich die drei Anbieter am deutlichsten. Qwant ist für private Nutzer durchgehend gratis, Mojeek ebenfalls für die normale Websuche, während Kagi als einziger Dienst ein klassisches Abo-Modell fährt. Wer regelmäßig mehr als ein paar hundert Suchanfragen im Monat braucht, kommt bei Kagi um den Professional- oder Ultimate-Tarif kaum herum, weil der Starter-Tarif bei 300 Suchanfragen hart gekappt wird.
| Tarif | Preis pro Monat | Preis pro Jahr | Limit |
|---|---|---|---|
| Qwant (einzige Stufe) | 0 $ | 0 $ | Unbegrenzt |
| Mojeek Websuche (einzige Stufe) | 0 $ | 0 $ | Unbegrenzt |
| Kagi Trial | 0 $ (einmalig) | – | 100 Suchen, 100 Assistant-Anfragen |
| Kagi Starter | 5 $ | 54 $ (≈ 4,50 $/Monat) | 300 Suchen/Monat |
| Kagi Professional | 10 $ | 108 $ (≈ 9 $/Monat) | Unbegrenzt |
| Kagi Ultimate | 25 $ | 270 $ (≈ 22,50 $/Monat) | Unbegrenzt + Premium-KI |
| Mojeek Web Search API Startup | 2 £ CPM | – | 100.000 Anfragen/Tag |
| Mojeek Web Search API Business | 3 £ CPM | – | 400.000 Anfragen/Tag |
Für ein österreichisches Haushaltsbudget heißt das konkret: Qwant und Mojeek kosten dauerhaft nichts, Kagi Professional liegt bei rund 9 Euro im Monat bei Jahreszahlung, abhängig vom aktuellen Dollarkurs und zuzüglich Umsatzsteuer. Wer nur gelegentlich eine werbefreie, datensparsame Suche braucht, für den lohnt sich oft schon der Trial-Zeitraum von Kagi, bevor eine Kaufentscheidung fällt.
Auf das Jahr gerechnet ergibt sich bei Kagi Ultimate eine Summe von 270 US-Dollar, umgerechnet je nach Kurs ungefähr 250 bis 260 Euro, zuzüglich der in Österreich fälligen Umsatzsteuer von 20 Prozent auf digitale Dienstleistungen. Damit liegt Kagi Ultimate preislich in etwa auf Höhe eines mittleren Streaming-Abos, nur eben für Suchanfragen statt für Filme und Serien. Wer nicht die Premium-KI-Funktionen braucht, kommt mit Professional für rund 108 US-Dollar im Jahr deutlich günstiger weg und verzichtet nur auf die erweiterten Assistant-Funktionen, nicht auf die unbegrenzte, werbefreie Suche selbst.
Benchmarks und Marktdaten: Was sagen unabhängige Quellen?
Harte, unabhängige Benchmarks für reine Suchqualität sind bei kleinen Suchmaschinen selten, weil kaum ein Marktforschungsinstitut regelmäßig Stichproben über Qwant, Kagi und Mojeek gleichzeitig zieht. Trotzdem lassen sich drei belastbare Datenpunkte aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. Erstens liefert Statcounter harte Marktanteilszahlen: Google hält weltweit 89,94 Prozent (Stand September 2026), in Österreich sogar 80,84 Prozent. Qwant kommt im eigenen Heimatmarkt Frankreich nur auf 0,83 Prozent, was zeigt, wie klein die Nische realistisch bleibt, selbst mit staatlicher Rückendeckung.
Zweitens veröffentlicht Kagi selbst Benchmark-Daten zum hauseigenen KI-Assistenten: Im August 2025 erzielte der Kagi Assistant laut Unternehmensblog ein starkes Ergebnis auf dem SimpleQA-Benchmark, einem Test für Faktengenauigkeit bei kurzen Wissensfragen. Solche Eigenangaben sollte man immer mit der gebotenen Vorsicht lesen, weil kein unabhängiges Labor die Methodik nachvollzogen hat. Drittens liefert das Projekt European Search Perspective, an dem Qwant und Ecosia gemeinsam beteiligt sind, einen dritten Blickwinkel: Es geht dort explizit darum, Europas Abhängigkeit von US-Suchindizes wie Bing zu verringern, was indirekt bestätigt, dass auch Qwant aktuell noch in relevantem Umfang auf Bing-Daten zurückgreift.
Für Mojeek fehlt ein vergleichbares drittes Benchmark, das Unternehmen verweist stattdessen auf die schlichte Tatsache, komplett eigenständig zu crawlen. Wer selbst vergleichen will, bekommt am schnellsten ein Gefühl für Qualitätsunterschiede, indem er dieselbe Suchanfrage parallel in allen drei Diensten testet, insbesondere bei lokalen österreichischen Anfragen wie Behördenterminen oder regionalen Nachrichten, wo kleinere Indizes spürbar schwächer abschneiden als Google-gestützte Dienste.
Praktisch empfiehlt sich ein einfacher Eigentest über mindestens zwei Wochen: Dieselben zehn bis fünfzehn Suchanfragen, die im eigenen Alltag ohnehin anfallen, einmal bei Google und parallel bei Qwant, Kagi und Mojeek eingeben und die ersten drei Treffer jeweils notieren. Diese Methode ersetzt zwar kein wissenschaftliches Benchmark, zeigt aber innerhalb kurzer Zeit sehr konkret, in welchen Themenfeldern der eigene Bedarf gut abgedeckt ist und wo ein kleinerer Index tatsächlich zu dünneren Ergebnissen führt. Gerade bei stark lokal geprägten Anfragen mit österreichischem Bezug lohnt sich dieser Test, weil internationale Benchmarks solche Fälle selten gezielt abbilden.
Digitale Souveränität: Warum Europa eigene Suchindizes aufbaut
Die Debatte um Qwant und Mojeek ist eng mit einem größeren politischen Thema verknüpft: der Frage, wie abhängig Europa bei einer der wichtigsten Dateninfrastrukturen überhaupt vom US-Duopol aus Google und Bing bleiben will. Projekte wie European Search Perspective, das von Qwant und Ecosia mitgetragen wird, zielen genau darauf ab, einen eigenständigen europäischen Index aufzubauen, statt dauerhaft Lizenzdaten von Microsoft einzukaufen. Das ist technisch aufwendig, weil ein konkurrenzfähiger Webindex Milliarden von Seiten crawlen, bewerten und laufend aktualisieren muss, eine Infrastrukturaufgabe, an der bislang nur eine Handvoll Unternehmen weltweit wirklich gescheitert oder erfolgreich war.
Mojeek steht hier als britisches Unternehmen zwar außerhalb der EU, zeigt aber, dass ein eigenständiger Index auch ohne die Marktmacht eines Staatskonzerns möglich ist, wenn auch mit den bereits erwähnten Einschränkungen bei der Abdeckung. Für Nutzer in Österreich bedeutet diese Gemengelage vor allem eines: Wer heute auf Qwant oder Mojeek setzt, unterstützt indirekt den Aufbau einer Alternative zur US-dominierten Suchinfrastruktur, muss im Alltag aber stellenweise mit dünneren Trefferlisten leben, bis diese Indizes näher an die Größe von Google heranwachsen, falls das überhaupt je gelingt.
Datenschutz und DSGVO: Wie sicher sind Suchanfragen wirklich?
Alle drei Anbieter positionieren sich explizit als datenschutzfreundliche Alternative zu Google, die konkreten Versprechen unterscheiden sich aber im Detail. Qwant trennt laut eigener Datenschutzerklärung Suchanfragen von der IP-Adresse und verzichtet auf personalisierte Werbeprofile, muss aber für die Ad-Auslieferung über Bing einen pseudonymisierten Hash weitergeben. Wer das als Umweg über einen US-Konzern wertet, hat damit nicht ganz unrecht, auch wenn Qwant betont, dass dabei keine Rückverfolgung auf einzelne Personen möglich sei.
Kagi geht beim Datenschutz am weitesten in die technische Tiefe: Laut der eigenen Team-Preisseite werden Suchanfragen nicht mit dem Nutzerkonto verknüpft gespeichert, KI-Gesprächsverläufe verfallen standardmäßig nach 24 Stunden, und Kundendaten fließen nicht in das Training eigener Modelle ein. Weil Kagi aber ein Abo-Modell mit Zahlungsdaten voraussetzt, lässt sich die Suche praktisch nie komplett anonym nutzen, selbst wenn die Suchanfragen selbst getrennt vom Konto verarbeitet werden.
Mojeek wirbt mit der kompromisslosesten Formel: keine Tracking-Cookies, kein Profiling, kein Verkauf von Daten an Werbenetzwerke, und das bei einer Suche, die komplett ohne Konto funktioniert. Der britische Firmensitz bedeutet gleichzeitig, dass Mojeek nach dem Brexit nicht mehr direkt der EU-DSGVO unterliegt, sondern der inhaltlich sehr ähnlichen UK-GDPR. Für Nutzer aus Österreich ist das in der Praxis meist zweitrangig, weil beide Regelwerke vergleichbare Betroffenenrechte garantieren. Mehr zum Unterschied zwischen europäischen und außereuropäischen Datenschutzregeln haben wir bereits im Vergleich von DSGVO und CCPA aufgearbeitet. Wer grundsätzlich verstehen will, wie Verschlüsselung beim Surfen überhaupt funktioniert, findet Hintergründe in unserem Artikel zu HTTPS und TLS.
Ein praktischer Unterschied zeigt sich auch darin, wie leicht sich ein Auskunfts- oder Löschersuchen nach Artikel 15 und 17 DSGVO überhaupt stellen lässt. Bei Qwant und Mojeek genügt in der Regel eine formlose E-Mail an die jeweilige Datenschutzadresse, weil kaum personenbezogene Kontodaten gespeichert werden, die gelöscht werden müssten. Bei Kagi betrifft eine solche Anfrage automatisch auch Zahlungsdaten und Rechnungshistorie, weil das Abo-Modell ohne Konto technisch nicht funktioniert. Wer komplett ohne digitale Spur suchen will, kommt an Qwant oder Mojeek also nicht vorbei, muss dafür aber auf die werbefreie Oberflächen-Erfahrung und den KI-Assistenten von Kagi verzichten.
Praxisbeispiele: Für wen eignet sich welche Suchmaschine?
Abstrakte Datenschutzversprechen helfen wenig, wenn man nicht weiß, wie sich eine Suchmaschine im Alltag anfühlt. Die folgenden sechs Beispiele basieren auf typischen Nutzungsszenarien, wie sie in Foren und Support-Anfragen rund um die drei Dienste immer wieder auftauchen.
- Software-Entwicklerin recherchiert Dokumentation: Kagis Lens-Filter erlauben es, Ergebnisse gezielt auf Entwicklerseiten wie Stack Overflow oder offizielle Dokumentationen einzugrenzen, was bei technischen Fragen Zeit spart.
- Kleine Kanzlei in Wien will DSGVO-konform recherchieren: Qwant bietet eine kostenlose Lösung ohne Abo-Pflicht, bei der laut Anbieter keine IP-basierten Nutzerprofile entstehen, was für Mitarbeiterinnen ohne eigenes Suchbudget praktikabel ist.
- Journalist prüft Google-Bias bei Recherchen: Mojeeks komplett eigenständiger Index liefert bei kontroversen Themen teils andere Trefferreihenfolgen als Google oder Bing-gestützte Dienste, was sich gut für Gegenchecks eignet.
- Familie will ohne Tracking surfen, ohne zu bezahlen: Qwant lässt sich in wenigen Minuten als Standardsuchmaschine im Familienbrowser einrichten, ganz ohne Konto oder Kreditkarte.
- Techniker betreibt eigenen SearXNG-Server im Heimnetz: Wer maximale Kontrolle will und selbst Hand anlegt, aggregiert über eine selbst gehostete SearXNG-Instanz Ergebnisse mehrerer Suchmaschinen gleichzeitig, inklusive Mojeek als eine der konfigurierbaren Quellen.
- Kleines Unternehmen baut eigene Website-Suche: Über Mojeeks Site Search API lässt sich eine datenschutzfreundliche interne Suchfunktion einbinden, ohne Google Custom Search und dessen Tracking-Bausteine zu verwenden.
- Agentur stellt ein ganzes Team auf Kagi plus Orion um: Mit der Team-Abrechnung pro Sitzplatz und dem hauseigenen Orion-Browser auf macOS und iOS lässt sich ein geschlossenes, werbefreies Setup für die ganze Belegschaft aufbauen, inklusive Support-Ansprechpartner ab 50 Lizenzen.
Kagis Orion-Browser: Mehr als nur eine Suchmaschine
Ein Detail, das Kagi von Qwant und Mojeek deutlich abhebt, ist der hauseigene Browser Orion. Anders als die beiden Konkurrenten, die sich auf die Suche selbst beschränken, hat Kagi parallel einen eigenen Browser gebaut, der auf macOS und iOS beziehungsweise iPadOS läuft. Eine Linux-Version befindet sich im Beta-Stadium, wird von Kagi selbst aber nicht mehr direkt weiterentwickelt, stattdessen ist eine Open-Source-Übergabe geplant. Eine Windows-Version ist angekündigt, wird laut Kagi aber nicht im eigenen Haus entwickelt.
Orion selbst ist kostenlos nutzbar, ein optionales Orion+-Paket mit Zusatzsupport kostet 5 US-Dollar im Monat, 50 US-Dollar im Jahr oder 150 US-Dollar als einmalige Lifetime-Zahlung. Für Nutzer, die bereits ein Kagi-Abo haben, ergibt sich dadurch ein geschlossenes Ökosystem aus Browser und Suchmaschine, ähnlich wie bei Brave, nur ohne eigene Kryptowährung und ohne Werbenetzwerk im Hintergrund. Wer stattdessen lieber bei Firefox oder einer gehärteten Chromium-Variante bleibt, kann Kagi trotzdem ganz normal als Standardsuchmaschine einbinden, Orion ist also eine Option, keine Voraussetzung.
Suche im Team: Business- und Unternehmenslösungen
Für kleine und mittlere Unternehmen in Österreich lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Team-Angebote, weil sich hier die drei Anbieter nochmal deutlicher unterscheiden als im Privatkundenbereich. Kagi rechnet Team-Zugänge pro Sitzplatz ab: Der Professional-Tarif kostet im Team-Kontext 10 US-Dollar pro Nutzer und Monat, Ultimate 25 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Ab einer Teamgröße von mehr als 50 Lizenzen stellt Kagi laut eigenen Angaben einen dedizierten Success Manager zur Seite, was in Richtung klassischer B2B-Software-Betreuung geht.
Mojeek adressiert Unternehmen nicht über eine Team-Suche im klassischen Sinn, sondern über die bereits erwähnte Site Search API, mit der Firmen eine eigene, werbefreie Suchfunktion auf der Unternehmenswebsite oder im internen Wiki einbauen können. Qwant bietet aktuell keine gesonderte Business- oder Team-Preisstufe an, die Suche bleibt für alle Nutzergruppen gleich kostenlos und gleich ausgestattet. Wer als Firma also gezielt nach einer zahlungspflichtigen, aber werbefreien Lösung mit Support-Level sucht, landet in der Praxis fast automatisch bei Kagi.
SearXNG als vierte Option: Selbst gehostete Metasuche
Wer über die drei vorgestellten Dienste hinausdenkt, stößt fast unausweichlich auf SearXNG. Anders als Qwant, Kagi oder Mojeek ist SearXNG keine einzelne Suchmaschine, sondern frei verfügbare Software für eine Metasuche, die Ergebnisse mehrerer konfigurierter Suchdienste gleichzeitig abfragt und zusammenführt. Es gibt deshalb auch keine einheitliche Indexgröße, keinen festen Preis und keine zentrale Datenschutzerklärung, die für alle Installationen gilt.
Jede SearXNG-Instanz wird von einer einzelnen Person oder Organisation betrieben, die selbst festlegt, welche Suchmaschinen eingebunden werden, wie lange Logs aufbewahrt werden und über welchen Server die Anfragen laufen. Wer einer öffentlichen Instanz nicht vertraut, kann die Software auf einem eigenen Server oder Raspberry Pi installieren und hat damit theoretisch die größte Kontrolle aller hier besprochenen Optionen, muss dafür aber auch Wartung, Updates und Serverkosten selbst tragen. Für die breite Masse an Nutzern bleibt das eher ein Projekt für technisch interessierte Menschen als eine Alltagslösung.
Im Vergleich zu Qwant, Kagi und Mojeek fällt SearXNG damit aus dem direkten Preis- und Index-Vergleich heraus, weil es eigentlich kein eigener Anbieter ist, sondern eine Methode. Wer mag, kann in der eigenen SearXNG-Konfiguration sowohl Mojeek als auch andere Quellen gleichzeitig aktivieren und so die Ergebnisse mehrerer unabhängiger Indizes nebeneinander sehen, ohne für jede einzelne Suchmaschine separat ein Tab zu öffnen. Für den Betrieb reicht in der Regel ein kleiner virtueller Server, die Installation läuft meist über ein vorgefertigtes Docker-Setup, das in der offiziellen Dokumentation beschrieben ist.
Geschwindigkeit und Nutzererfahrung im Alltag
Neben Preis und Datenschutz zählt im Alltag vor allem, wie sich eine Suchmaschine beim täglichen Tippen anfühlt. Hier zeigen sich spürbare Unterschiede, die weniger mit der reinen Indexgröße als mit dem Aufbau der Ergebnisseite zu tun haben. Kagis Oberfläche verzichtet komplett auf Werbeflächen und Drittanbieter-Skripte für Anzeigennetzwerke, was die Seite in der Regel schlanker lädt als werbefinanzierte Konkurrenten, weil schlicht weniger externe Ressourcen nachgeladen werden müssen. Qwant zeigt dagegen klassische, aber klar als solche markierte Anzeigenblöcke oberhalb der organischen Treffer, ähnlich wie man es von Bing oder DuckDuckGo kennt.
Mojeek setzt auf ein bewusst reduziertes, fast schon altmodisch wirkendes Interface ohne Schnickschnack, was puristisch denkenden Nutzern gefällt, bei visuell aufwendigeren Antworttypen wie Wetter-Widgets oder interaktiven Karten aber Grenzen zeigt. Wer von Google kommt und automatische Rich-Snippets, Wissenskarten oder direkte Rechner-Funktionen gewohnt ist, muss bei allen drei Alternativen mit Abstrichen rechnen, weil solche Zusatzfunktionen meist eng an den jeweiligen Heimatindex gekoppelt sind und bei kleineren Anbietern seltener vorkommen. Für reine Textsuche nach Fakten, Anleitungen oder Produktvergleichen fällt der Unterschied in der Praxis deutlich geringer aus als bei stark visuellen Suchanfragen.
Vor- und Nachteile von Qwant
Qwant punktet vor allem mit dem Preis: komplett kostenlos, ohne Account-Pflicht, mit europäischer Jurisdiktion im Rücken. Die Kehrseite ist die Abhängigkeit von Bing bei vielen Anfragen und ein im Vergleich zu Google oft dünneres lokales Ergebnisangebot.
- Vorteil: Dauerhaft kostenlos, kein Konto nötig
- Vorteil: EU-Jurisdiktion mit teilstaatlicher Eigentümerstruktur
- Vorteil: Kontextbezogene statt verhaltensbasierte Werbung
- Nachteil: Weiterhin teilweise auf Bing-Daten angewiesen
- Nachteil: Marktanteil selbst im Heimatmarkt unter 1 Prozent
Vor- und Nachteile von Kagi
Kagi liefert laut eigenen Datenschutzangaben die konsequenteste Trennung von Zahlung und Suchverhalten, verlangt dafür aber ein laufendes Abo, das sich über ein Jahr gerechnet auf bis zu 270 US-Dollar in der Ultimate-Stufe summiert.
- Vorteil: Keine Werbung, keine Werbepartner im Ergebnis
- Vorteil: KI-Gesprächsverläufe werden laut Anbieter nach 24 Stunden gelöscht
- Vorteil: Lens-Filter für zielgerichtete Fachsuche
- Nachteil: Kostenpflichtig ab dem Ende des Testzeitraums
- Nachteil: Firmensitz und Gründungsdaten nicht transparent dokumentiert
Vor- und Nachteile von Mojeek
Mojeek ist der einzige Dienst im Vergleich mit einem wirklich vollständig eigenständigen Index, was Unabhängigkeit maximiert, aber bei sehr spezifischen oder sehr aktuellen Anfragen gelegentlich zu schwächeren Treffern führt als bei den beiden hybriden Konkurrenten.
- Vorteil: Komplett eigener Index, keine Google- oder Bing-Daten
- Vorteil: Kostenlose Websuche ohne Limit
- Vorteil: API-Angebot für eigene Projekte und Website-Suche
- Nachteil: Kleinerer Index (rund 9 Mrd. Seiten laut Eigenangabe)
- Nachteil: API-Preise für Site Search nur auf Anfrage
Migrationsanleitung: Von Google zu einer privaten Suchmaschine wechseln
Der Wechsel der Standardsuchmaschine dauert in jedem gängigen Browser nur wenige Minuten. Die folgenden drei Schritte gelten sinngemäß für Qwant, Kagi und Mojeek gleichermaßen.
Schritt 1: Standardsuchmaschine im Browser umstellen
In Firefox öffnet man die Einstellungen, wechselt zum Reiter Suche und wählt die gewünschte Maschine als Standard aus der Liste oder fügt sie über die Adressleiste als benutzerdefinierte Suchmaschine hinzu. In Chrome und Edge findet sich die passende Option unter Einstellungen, Suchmaschine, Suchmaschine verwalten. Kagi stellt dafür eigene Browser-Erweiterungen bereit, die den Wechsel automatisieren und gleichzeitig Werbeblocker-Funktionen mitbringen.
Schritt 2: Konto einrichten, falls nötig
Qwant und Mojeek benötigen für die reine Websuche kein Konto. Bei Kagi ist dagegen eine Registrierung samt Zahlungsdaten erforderlich, sobald der kostenlose Testzeitraum mit 100 Suchanfragen aufgebraucht ist. Wer vorsichtig testen will, sollte den Trial bewusst mit unterschiedlichen Anfragetypen ausreizen, von alltäglichen Fragen bis zu Fachrecherche, bevor eine der drei Abo-Stufen gebucht wird.
Schritt 3: Lesezeichen und Gewohnheiten anpassen
Viele Nutzer tippen Suchanfragen aus Gewohnheit direkt mit “google” in die Adressleiste. Ein kurzer Eintrag in den Lesezeichen oder als Startseite erleichtert die Umstellung in den ersten Tagen. Wer zusätzlich den Browser selbst datenschutzfreundlicher konfigurieren will, findet ergänzende Hinweise in unserem VPN-Vergleich für Österreich, der sich mit der Verschleierung der eigenen IP-Adresse auf Netzwerkebene beschäftigt, einem Schritt, der über die reine Suchmaschinenwahl hinausgeht.
Ein Wechsel zurück zu Google oder zwischen den drei Alternativen ist jederzeit ohne Datenverlust möglich, weil keiner der Dienste ein geschlossenes Ökosystem mit Lock-in-Effekt aufbaut. Lesezeichen, gespeicherte Passwörter und Browserverlauf bleiben unberührt, weil sich lediglich die Standardsuchmaschine ändert, nicht der Browser selbst. Wer parallel mehrere Dienste testen will, kann in den meisten Browsern über ein Schlüsselwort in der Adressleiste gezielt zwischen Qwant, Kagi und Mojeek hin- und herspringen, ohne jedes Mal die Standardeinstellung neu zu setzen.
Das Urteil: Welche Suchmaschine passt zu welchem Nutzertyp?
Keiner der drei Dienste schlägt Google bei reiner Treffergenauigkeit über alle Themenbereiche hinweg, dafür ist der Indexvorsprung von Google mit seinem Marktanteil von 89,94 Prozent weltweit einfach zu groß. Die Entscheidung läuft deshalb weniger über Benchmarks und mehr über das persönliche Prioritätenprofil.
Wer kostenlos bleiben will und mit einer EU-Jurisdiktion im Rücken ein gutes Gefühl hat, landet bei Qwant. Wer bereit ist, für eine werbefreie Suche mit klaren Löschfristen zu zahlen, und zusätzlich einen KI-Assistenten mit gutem SimpleQA-Ergebnis nutzen will, zahlt die 9 bis 22,50 US-Dollar im Monat für Kagi Professional oder Ultimate. Wer dagegen maximale Unabhängigkeit vom Google-Bing-Duopol sucht und einen kleineren, aber vollständig eigenständigen Index akzeptiert, wählt Mojeek, idealerweise ergänzt um die eigene API für Website-Projekte. Techniker, die selbst Hand anlegen wollen, prüfen zusätzlich eine eigene SearXNG-Instanz, die mehrere dieser Quellen gleichzeitig bündeln kann.
Konkret heruntergebrochen auf Nutzertypen: Studierende und Haushalte mit knappem Budget fahren mit Qwant am günstigsten, weil keine laufenden Kosten anfallen. Entwicklerinnen und technische Teams, die Fachrecherche, Lens-Filter und einen eigenen Browser ohne Werbenetzwerk wollen, profitieren am meisten von Kagi Professional oder Ultimate. Unternehmen, die eine eigene, datenschutzfreundliche Suchfunktion auf ihrer Website brauchen, sind mit Mojeeks Site Search API besser bedient als mit einer klassischen Suchmaschinen-Lizenz. Und wer ohnehin schon einen eigenen Server betreibt, etwa für Nextcloud oder einen Mailserver, kann SearXNG quasi nebenbei mitlaufen lassen und spart sich damit sogar die Wahl zwischen den drei Hauptkandidaten, weil sich mehrere Quellen gleichzeitig einbinden lassen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Qwant wirklich kostenlos, auch ohne versteckte Kosten?
Ja, die Websuche ist für Privatnutzer dauerhaft kostenlos. Qwant finanziert sich über kontextbezogene Werbung, nicht über Abogebühren oder versteckte Zusatzkosten.
Lohnt sich das Kagi-Abo, wenn ich nur gelegentlich suche?
Für Gelegenheitsnutzer reicht oft schon der kostenlose Testzeitraum mit 100 Suchanfragen oder der günstigste Starter-Tarif mit 300 Suchen im Monat für 5 US-Dollar. Wer täglich mehrfach sucht, braucht eher Professional oder Ultimate, sonst ist das 300er-Limit schnell aufgebraucht.
Warum ist Mojeeks Index mit 9 Milliarden Seiten kleiner als der von Qwant?
Mojeek crawlt komplett eigenständig ohne fremde Datenquellen, während Qwant zusätzlich auf Bing zurückgreift. Das größere Volumen bei Qwant geht also auf Kosten der vollständigen Unabhängigkeit, die Mojeek dafür konsequent einhält.
Verknüpfen Qwant, Kagi oder Mojeek meine Suchanfragen mit meiner IP-Adresse?
Alle drei Anbieter geben an, Suchanfragen nicht mit der IP-Adresse zu verknüpfen und keine personenbezogenen Verlaufsprofile zu speichern. Eine unabhängige technische Prüfung dieser Zusage liegt öffentlich nicht vor.
Kann ich Qwant, Kagi oder Mojeek einfach als Standardsuchmaschine in Firefox oder Chrome einstellen?
Ja, alle drei bieten entweder eine native Browser-Integration oder eine Browser-Erweiterung an. Der Wechsel lässt sich in den Suchmaschineneinstellungen des Browsers in wenigen Minuten vornehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Mojeek und SearXNG?
Mojeek ist eine einzelne Suchmaschine mit eigenem Index. SearXNG ist Software für eine Metasuche, die Ergebnisse mehrerer Suchmaschinen, darunter auch Mojeek, kombiniert, ohne selbst einen eigenen Index zu betreiben.
Unterliegt Mojeek nach dem Brexit noch der DSGVO?
Nicht direkt. Mojeek als britisches Unternehmen unterliegt der UK-GDPR, die inhaltlich eng an die EU-DSGVO angelehnt ist und vergleichbare Betroffenenrechte vorsieht.
Bauen Qwant, Kagi oder Mojeek KI-Funktionen in die Suche ein?
Qwant bietet einen eigenen KI-Modus, Kagi den Kagi Assistant mit gutem SimpleQA-Testergebnis von August 2025. Mojeek bietet aktuell keine vergleichbare eigene KI-Funktion in der Standardsuche an.




