Die Aktionäre von CD Projekt haben entschieden: Der polnische Spielekonzern hinter The Witcher und Cyberpunk 2077 heißt ab sofort offiziell CD Projekt RED. Die Hauptversammlung stimmte der Umbenennung am 23. Juni 2026 in Warschau ohne Gegenstimme zu – der Schlusspunkt eines strategischen Umbaus, der Ende 2025 mit dem Verkauf der Downloadplattform GOG für rund 25 Millionen Dollar begann. Für Millionen Witcher- und Cyberpunk-Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich an ihren Spielen nichts. Für Anleger, Wettbewerber und die europäische Gamesbranche dagegen schon: CD Projekt RED ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,22 Milliarden Dollar inzwischen 7,5-mal so viel wert wie der französische Rivale Ubisoft – ein Kontrast, der die Verwerfungen der AAA-Branche im Jahr 2026 auf einen Blick zeigt.

Die Hauptversammlung: Was am 23. Juni 2026 beschlossen wurde

Auf der ordentlichen Hauptversammlung in Warschau stimmten die Aktionäre am 23. Juni 2026 einstimmig dafür, die Muttergesellschaft von CD Projekt S.A. in CD Projekt RED S.A. umzubenennen. Das Unternehmen begründete den Schritt offiziell damit, “die Kommunikation der Marke CD Projekt Red konsistent zu gestalten” – der Konzername soll künftig mit dem Namen des Entwicklerstudios übereinstimmen, das ohnehin auf jedem verkauften Spiel steht. An der Konzernstruktur, den Tochtergesellschaften und der Notierung an der Warschauer Börse ändert sich durch die Umbenennung nichts. Auch das Börsenkürzel bleibt wie gehabt CDR.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Die Umbenennung fällt mitten in ein Geschäftsjahr, in dem CD Projekt RED gleichzeitig sein bisher größtes Entwicklungsprojekt vorantreibt, ein profitables Quartal vorlegt und trotzdem eine gespaltene Analystenmeinung kassiert. Die drei Themen hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint – und sie erklären, warum diese Namensänderung mehr ist als Kosmetik.

Der Auslöser: Wie der GOG-Verkauf die Umbenennung erst möglich machte

Die Umbenennung wäre ohne einen anderen, bereits Ende 2025 eingeleiteten Schritt kaum denkbar gewesen: den Verkauf der PC-Downloadplattform GOG.com. CD Projekt veräußerte 100 Prozent der Anteile an GOG an Mitgründer und Großaktionär Michał Kiciński für 90,7 Millionen Złoty (umgerechnet rund 25,2 Millionen Dollar, in internationalen Medien meist als “25 Millionen Dollar” zusammengefasst), wie GameWorldObserver berichtete. Kiciński hatte bereits vor dem eigentlichen Abschluss 44,2 Millionen Złoty (rund 12,3 Millionen Dollar) angezahlt. Der Deal wurde Ende Dezember 2025 vollzogen und erstmals am 30. Dezember 2025 öffentlich gemacht.

Für Spieler bleibt die Auswirkung überschaubar: Ein Vertriebsabkommen sichert zu, dass künftige Spiele von CD Projekt RED weiterhin über GOG erhältlich sind – auch wenn der Konzern die Plattform nicht mehr besitzt. GOG bleibt damit als DRM-freier Vertriebskanal bestehen, nur eben als eigenständiges Unternehmen unter Kiciński statt als Konzerntochter. Mit dem Wegfall des zweiten großen Geschäftsbereichs neben der Spieleentwicklung ergab die Beibehaltung des Namens “CD Projekt” für viele Beobachter ohnehin keinen Sinn mehr – die Umbenennung in CD Projekt RED vollzieht lediglich nach, was das Unternehmen faktisch längst geworden war: ein reiner Spieleentwickler und -publisher.

Von der Importfirma zum Weltkonzern: CD Projekts Geschichte seit 1994

1994 bis 2002: Vertrieb statt Entwicklung

CD Projekt wurde 1994 in Warschau gegründet – zunächst nicht als Entwicklerstudio, sondern als Vertriebsfirma, die westliche PC-Spiele für den polnischen Markt importierte und lokalisierte. Erst acht Jahre später, 2002, gründete das Unternehmen mit CD Projekt RED die interne Entwicklungsabteilung, die heute dem gesamten Konzern ihren Namen gibt. 2008 kam mit dem Start von GOG.com ein dritter Geschäftsbereich hinzu: der digitale Vertrieb DRM-freier Spiele.

2002 bis 2026: RED, GOG und der Aufstieg zur AAA-Marke

Mit The Witcher (2007), The Witcher 2 (2011) und vor allem The Witcher 3: Wild Hunt (2015) stieg CD Projekt RED zu einem der bekanntesten europäischen AAA-Studios auf. Cyberpunk 2077 (2020) sorgte trotz eines katastrophalen Konsolenstarts langfristig für einen weiteren Wachstumsschub. Die jetzige Umbenennung schließt diesen Bogen: Aus der kleinen Warschauer Importfirma von 1994 ist über den Umweg dreier Geschäftsbereiche ein Konzern geworden, der sich wieder ausschließlich auf das konzentriert, was ihn groß gemacht hat – und dafür konsequenterweise auch wieder den ursprünglichen Studionamen von 2002 trägt.

Die Bilanz: CD Projekt RED meldet ein starkes erstes Quartal 2026

Die Umbenennung fällt in eine Phase finanzieller Stärke. Im Ende Mai 2026 veröffentlichten Quartalsbericht wies der Konzern Umsatzerlöse von 191,1 Millionen Złoty aus – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Bruttogewinn lag bei 177,3 Millionen Złoty, der Nettogewinn bei 106,2 Millionen Złoty, was einer Nettomarge von 56 Prozent entspricht – ein für die Spielebranche außergewöhnlich hoher Wert. Den Großteil der Erlöse steuerte weiterhin die Cyberpunk-Familie bei, ergänzt um zusätzliche Einnahmen aus der Aufnahme von Cyberpunk 2077 und The Witcher 3: Wild Hunt – Complete Edition in Xbox Game Pass Premium und Ultimate.

KennzahlQ1 2026Anmerkung
Umsatzerlöse191,1 Mio. PLN+6 % gegenüber Vorjahr
Bruttogewinn177,3 Mio. PLN
Nettogewinn106,2 Mio. PLN
Nettomarge56 %Ungewöhnlich hoch für die Branche
Aktienkurs (10. Juli 2026)234,40 PLNVortagesschluss 231,50 PLN
52-Wochen-Spanne211,30–297,00 PLNWarschauer Börse (GPW)
Analystenrating5 Kaufen / 6 VerkaufenNeutral, gespalten

Zusätzlich bestätigte das Management im Rahmen des Quartalsberichts, dass sich zwei unangekündigte Gaming-Projekte sowie ein Projekt außerhalb des Gaming-Bereichs in “fortgeschrittener Entwicklung” befinden. Eines der Gaming-Projekte dürfte die für 2027 verschobene Erweiterung Songs of the Past sein (mehr dazu weiter unten); die Natur des Nicht-Gaming-Projekts ist bislang vollständig unbekannt.

Börsenkurs und Marktkapitalisierung: CDR ist 7,5-mal so viel wert wie Ubisoft

Am 10. Juli 2026 notierte die CDR-Aktie an der Warschauer Börse bei 234,40 Złoty, nach einem Vortagesschluss von 231,50 Złoty. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 211,30 bis 297,00 Złoty. Umgerechnet in US-Dollar kommt der Konzern damit auf eine Marktkapitalisierung von rund 6,22 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der französische Rivale Ubisoft bringt es laut companiesmarketcap.com nur noch auf etwa 0,83 Milliarden Dollar – CD Projekt RED ist damit rund 7,5-mal so viel wert wie das einstmals deutlich größere Ubisoft, das mit Marken wie Assassin’s Creed und Far Cry über Jahrzehnte zu den größten europäischen Publishern zählte.

Diese Kluft ist umso bemerkenswerter, als Ubisoft nach eigenen Angaben fast 400 Spiele veröffentlicht hat, während sich das Unternehmen im Wesentlichen auf zwei große Marken stützt. Die Börse bewertet damit klar Profitabilität und Fokussierung höher als schiere Katalogbreite – ein Signal, das auch andere AAA-Publisher registrieren dürften.

Analysten sind gespalten: 5 Kaufen- gegen 6 Verkaufen-Empfehlungen

Trotz des profitablen Quartals bewerten Analysten die CDR-Aktie insgesamt neutral: 5 Kaufempfehlungen stehen 6 Verkaufsempfehlungen gegenüber. Der naheliegendste Grund dafür ist der dünne Veröffentlichungskalender für den Rest des Jahres 2026: The Witcher 4 kommt frühestens 2027, und auch die große Erweiterung Songs of the Past zu The Witcher 3 wurde von 2026 auf 2027 verschoben. Ohne ein großes neues Release-Ereignis im laufenden Jahr fehlt der Aktie kurzfristig ein offensichtlicher Kurstreiber – selbst wenn die zugrunde liegenden Geschäftszahlen stimmen.

Hinzu kommt ein strukturelles Element: Ein kleineres, namentlich noch nicht genanntes Zusatzprojekt “in fortgeschrittener Produktionsphase” ist zwar für 2026 vorgesehen, aber ausdrücklich kein Erweiterungs-Umfang – und laut Berichten über die Quartalskonferenz teilweise an interne Gewinnbeteiligungsziele der Belegschaft gekoppelt. Für Anleger, die auf einen klaren nächsten Meilenstein warten, bleibt damit bis auf Weiteres Unsicherheit.

The Witcher 4: 513 Entwickler am größten Projekt der Studiogeschichte

Das mit Abstand größte laufende Projekt trägt intern den Codenamen “Project Polaris” und ist offiziell als The Witcher 4 bestätigt. Seit Ende 2024 befindet es sich in Vollproduktion; laut Quartalsbericht Q1 2026 arbeiten inzwischen 513 Entwicklerinnen und Entwickler daran – das größte Team, das der Konzern jemals auf ein einzelnes Spiel angesetzt hat. Erstmals verzichtet das Studio dabei auf die hauseigene REDengine und setzt stattdessen auf die Unreal Engine 5.

Protagonistin ist erstmals nicht Geralt von Riva, sondern Ciri, seine Adoptivtochter, die die Hexerinnen-Mutationen der “Trial of the Grasses” bereits durchlaufen hat. The Witcher 4 ist als Auftakt einer neuen Trilogie geplant (Witcher 4, 5 und 6), die laut Unternehmensangaben binnen etwa sechs Jahren komplett erscheinen soll. Finanzvorstand Piotr Nielubowicz hat auf mehreren Investorenkonferenzen wiederholt bestätigt, dass The Witcher 4 nicht vor 2027 erscheinen wird – ein Termin, der angesichts der Größe des Projekts eher als Untergrenze denn als Zielmarke zu verstehen ist.

Der Cyberpunk-2077-Nachfolger: 163 Entwickler, noch kein Titel

Parallel zu The Witcher 4 bestätigte CD Projekt RED die aktive Entwicklung eines Cyberpunk-2077-Nachfolgers mit einem eigenen, 163 Personen starken Team. Weder ein Arbeitstitel noch ein Erscheinungsfenster wurden bislang genannt, und es ist öffentlich nicht bekannt, ob das Projekt auf denselben Unreal-Engine-5-Werkzeugen aufbaut wie The Witcher 4. Zusammengerechnet arbeiten damit aktuell mindestens 676 Entwicklerinnen und Entwickler an den beiden bestätigten großen Zukunftsprojekten des Konzerns – ein Ressourceneinsatz, der die Priorität erklärt, die The Witcher 4 mit seinem mehr als dreimal so großen Team offensichtlich genießt.

Katalog-Meilensteine: 65 Millionen Witcher-3- und 40 Millionen Cyberpunk-2077-Verkäufe

Während die neuen Projekte noch Jahre entfernt sind, liefert der bestehende Katalog weiterhin verlässliche Einnahmen. The Witcher 3: Wild Hunt erreichte im Mai 2026 – elf Jahre nach dem Launch im Mai 2015 – laut CFO Piotr Nielubowicz kumuliert 65 Millionen verkaufte Exemplare, ein Plus von 5 Millionen gegenüber den Vorjahreswerten. Damit zählt The Witcher 3 mittlerweile zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten. Die für 2026 geplante dritte vollwertige Erweiterung Songs of the Past (nach Hearts of Stone und Blood and Wine) wurde jedoch auf 2027 verschoben; der Konzern beschreibt ihren Umfang als näher an Blood and Wine als an einem kleineren Zusatzinhalt. Parallel dazu befindet sich ein Remake des ursprünglichen ersten Witcher-Spiels von 2007 in Entwicklung, Team und Zeitrahmen sind noch nicht bekannt.

Cyberpunk 2077 wiederum meldete am 3. Juli 2026 offiziell den Sprung über 40 Millionen verkaufte Exemplare – gegenüber 35 Millionen im November 2025, 30 Millionen im November 2024 und 25 Millionen im Oktober 2023. Damit zählt auch das einstige Sorgenkind, das 2020 mit massiven technischen Problemen startete, inzwischen zu den 20 meistverkauften Videospielen überhaupt. Das Spiel erhielt im April 2026 zudem ein eigenes PS5-Pro-Grafik- und Performance-Update. Auch abseits der Spiele selbst läuft das Cyberpunk-Franchise: Die Kickstarter-Kampagne für das Cyberpunk 2077: The Official Trading Card Game sammelte 28,4 Millionen Dollar ein – eine der bestfinanzierten Videospiel-Kampagnen, die die Plattform je gesehen hat.

MeilensteinThe Witcher 3Cyberpunk 2077
VeröffentlichungMai 2015Dezember 2020
Aktuelle Verkäufe65 Mio. (Mai 2026)40 Mio. (3. Juli 2026)
Zeit bis zum Meilenstein11 Jahrerund 5,5 Jahre
Aktuelles/nächstes UpdateSongs of the Past (auf 2027 verschoben)PS5-Pro-Update (April 2026)

Marktvergleich: CD Projekt RED gegen Ubisoft, EA und Valve

Die Umbenennung und die Quartalszahlen von CD Projekt RED lassen sich nur im Kontext der übrigen AAA-Branche 2026 richtig einordnen. Während der polnische Konzern mit Rekordmarge dasteht, kämpfen mehrere der größten Konkurrenten mit ganz anderen Problemen: Ubisoft meldete einen operativen Rekordverlust und musste sich mit 1,16 Milliarden Euro Kapital von Tencent stützen lassen, nachdem die Aktie binnen sieben Jahren rund 93 Prozent an Wert verloren hatte. Electronic Arts wiederum soll für 55 Milliarden Dollar von einem Saudi-PIF-Silver-Lake-Konsortium übernommen werden – ein Deal, der bei der US-Investitionskontrolle CFIUS ins Stocken geraten ist. Und Valve, Betreiber von Steam, sieht sich einer Kartellklage von rund 32.000 Entwicklern mit einem geschätzten Streitwert von 3,1 Milliarden Dollar ausgesetzt.

UnternehmenMarktkapitalisierung (2026)Lage 2026
CD Projekt RED6,22 Mrd. $Umbenennung nach GOG-Verkauf, +6 % Umsatz, 56 % Nettomarge
Ubisoft0,83 Mrd. $Rekordverlust, Aktie -93 % in 7 Jahren, Tencent-Kapitalspritze
Electronic ArtsÜbernahme für 55 Mrd. $ geplantDeal hängt bei CFIUS-Prüfung fest
Valve (Steam)Privatunternehmen, keine Marktkap.Kartellklage: 32.000 Entwickler fordern 3,1 Mrd. $

Der Konzern ist damit 2026 eines der wenigen großen, unabhängigen europäischen AAA-Studios, das gleichzeitig profitabel wächst und keinen akuten Übernahme- oder Rechtsstreit-Ballast mit sich trägt. Genau das dürfte der eigentliche Subtext hinter der scheinbar kosmetischen Umbenennung sein: ein Signal an Investoren und Branchenbeobachter, dass sich der Konzern bewusst von der Konsolidierungs- und Krisenwelle der Konkurrenz absetzt.

Was die Umbenennung für Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet

Für die DACH-Region – laut Branchendaten einer der größten europäischen Absatzmärkte für The Witcher und Cyberpunk 2077 – ändert die Umbenennung praktisch nichts am Alltag der Spieler. Vorhandene Käufe auf Steam, GOG oder Konsolen bleiben unangetastet, ebenso Speicherstände, DLCs und Season-Pässe. Auch die deutschsprachige Lokalisierung der beiden Marken, die seit Jahren zu den aufwendigsten im gesamten AAA-Segment zählt, ist von der Konzernumbenennung nicht betroffen – ein Thema, das angesichts der branchenweiten Debatte um KI-gestützte Synchronisation ohnehin zunehmend an Bedeutung gewinnt, wie shattered.io in der Analyse zu KI-Synchronsprechern in der Gamesbranche beschrieben hat.

Relevanter dürfte die Umbenennung für den DACH-Einzelhandel und digitale Marktplätze sein: Rechnungen, Rechteinhaber-Angaben und Impressum-Verweise auf Verpackungen und in Online-Stores werden schrittweise von “CD Projekt S.A.” auf “CD Projekt RED S.A.” umgestellt – ein rein administrativer Vorgang, der sich über mehrere Monate hinziehen dürfte, ohne dass Kunden davon etwas bemerken.

Technischer Exkurs: Der Marktkapitalisierungs-Abstand nachgerechnet

Wie groß der Bewertungsabstand zwischen CD Projekt RED und Ubisoft tatsächlich ausfällt, lässt sich mit den öffentlich verfügbaren Marktkapitalisierungsdaten leicht nachrechnen:

# Marktkapitalisierungs-Vergleich, Stand Juli 2026
# Quelle: companiesmarketcap.com (eigene Berechnung, keine Originalquelle des Unternehmens)

cdpr_marketcap_usd = 6.22e9    # CD Projekt RED
ubisoft_marketcap_usd = 0.83e9 # Ubisoft

ratio = cdpr_marketcap_usd / ubisoft_marketcap_usd
print(f"Faktor: {ratio:.1f}x")
# Ausgabe: Faktor: 7.5x

Die einfache Rechnung zeigt, wie deutlich sich die Kapitalmärkte 2026 von reiner Katalog- und Studiogröße verabschiedet haben: Nicht die Zahl der veröffentlichten Spiele entscheidet über den Unternehmenswert, sondern Marge, Fokussierung und die Erwartung an kommende Großprojekte wie The Witcher 4.

Prognosen: Was 2026 und 2027 für CD Projekt RED zu erwarten ist

Auf Basis der bestätigten Zahlen und Aussagen des Managements lassen sich folgende Entwicklungen mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit einschätzen – ausdrücklich als Einordnung der Redaktion, nicht als offizielle Unternehmensankündigung:

  1. The Witcher 4 dürfte eher 2028 als 2027 erscheinen. CFO Nielubowicz nennt 2027 wiederholt nur als frühestmöglichen Termin, nicht als Zielmarke – bei einem 513-köpfigen Team und Trilogie-Ambitionen ist ein weiteres Verschieben nicht ungewöhnlich.
  2. Der Cyberpunk-2077-Nachfolger erhält vor 2027 vermutlich noch keinen Titel oder Termin. Mit nur 163 zugewiesenen Entwicklern gegenüber 513 bei The Witcher 4 dürfte das Projekt intern klar nachrangig priorisiert bleiben.
  3. Weitere Analysten-Herabstufungen sind möglich, falls sich die Release-Lücke nicht schließt. Bereits jetzt stehen 5 Kauf- 6 Verkaufsempfehlungen gegenüber; ohne neue Kurstreiber bis Jahresende könnte sich das Verhältnis weiter zulasten der Kaufempfehlungen verschieben.
  4. GOG dürfte trotz Verkaufs ein wichtiger Vertriebskanal für CD-Projekt-RED-Spiele bleiben. Die bestehende Vertriebsvereinbarung mit Kiciński gibt beiden Seiten wirtschaftliche Gründe, die Partnerschaft über 2026 hinaus fortzusetzen.
  5. CD Projekt RED dürfte 2026/2027 verstärkt als “sicherer Hafen” für europäische Gaming-Investoren wahrgenommen werden. Angesichts der Krisen bei Ubisoft, EA und anderen Publishern könnte die Kombination aus Profitabilität und Unabhängigkeit das Unternehmen zunehmend von der übrigen Branchenbewertung entkoppeln.

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Häufig gestellte Fragen

Warum benennt sich CD Projekt in CD Projekt RED um?

Der Konzern will die Kommunikation der Marke vereinheitlichen: Der Name des Entwicklerstudios CD Projekt RED (gegründet 2002) erscheint bereits auf jedem Spiel. Nach dem Verkauf von GOG Ende 2025 bleibt die Spieleentwicklung der einzige verbliebene Kerngeschäftsbereich, weshalb der Konzernname jetzt an den Studionamen angeglichen wurde. Die Hauptversammlung stimmte dem am 23. Juni 2026 einstimmig zu.

Was passiert mit GOG nach dem Verkauf?

GOG gehört seit Ende Dezember 2025 dem CD-Projekt-Mitgründer Michał Kiciński, der 90,7 Millionen Złoty (rund 25,2 Millionen Dollar) dafür bezahlt hat. Ein Vertriebsabkommen stellt sicher, dass künftige Spiele des Konzerns weiterhin über GOG verkauft werden.

Bleibt der Börsenticker CDR gleich?

Ja. Trotz der Umbenennung des Konzerns in CD Projekt RED S.A. notiert die Aktie an der Warschauer Börse weiterhin unter dem Kürzel CDR.

Wann erscheint The Witcher 4?

Ein festes Datum gibt es nicht. CFO Piotr Nielubowicz hat wiederholt bestätigt, dass The Witcher 4 nicht vor 2027 erscheinen wird. Bei einem 513 Personen umfassenden Entwicklerteam und Trilogie-Ambitionen gilt 2027 in der Branche eher als frühestmöglicher als als wahrscheinlicher Termin.

Gibt es schon einen Titel für den Cyberpunk-2077-Nachfolger?

Nein. Der Konzern hat lediglich bestätigt, dass ein 163-köpfiges Team an einem Nachfolger arbeitet. Weder Arbeitstitel noch Erscheinungsfenster sind bekannt.

Ändert sich für Spieler in Deutschland, Österreich oder der Schweiz etwas?

Nein. Käufe, Speicherstände und Zugriff auf Steam, GOG oder Konsolen bleiben unverändert. Die Umbenennung betrifft ausschließlich die Konzernstruktur und Markenkommunikation, nicht die Spiele selbst.

Wie steht CD Projekt RED im Vergleich zu Ubisoft und EA da?

Deutlich besser: Mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,22 Milliarden Dollar ist CD Projekt RED etwa 7,5-mal so viel wert wie Ubisoft (0,83 Mrd. $), das einen operativen Rekordverlust vermeldet hat. Electronic Arts wiederum steckt in einem 55-Milliarden-Dollar-Übernahmeprozess fest, der bei der US-Investitionskontrolle CFIUS hängt.

Was bedeutet die geteilte Analystenmeinung von 5 Kaufen- gegen 6 Verkaufsempfehlungen?

Sie zeigt, dass Analysten trotz starker Quartalszahlen kurzfristig keinen klaren Kurstreiber sehen: Sowohl The Witcher 4 als auch die Erweiterung Songs of the Past liegen inzwischen jenseits von 2026. Ohne ein großes Release-Ereignis im laufenden Jahr bleibt die Einschätzung der Aktie gespalten, auch wenn Umsatz und Marge stimmen.