Der weltweite Konsolenmarkt steuert 2026 auf den stärksten Einbruch seit Jahren zu. Laut einer neuen Prognose von S&P Global Market Intelligence (Kagan) werden die globalen Auslieferungen von Spielekonsolen in diesem Jahr um 19,5 Prozent auf 33,9 Millionen Einheiten zurückgehen – nach 42,1 Millionen im Vorjahr. Am härtesten trifft es Microsofts Xbox Series X|S: Die Analysten rechnen für 2026 mit gerade einmal 2,5 Millionen ausgelieferten Geräten, ein Minus von rund 22 Prozent gegenüber dem ohnehin schon schwachen Vorjahr. Branchenbeobachter sprechen inzwischen offen davon, dass sich die Xbox-Hardware „Richtung Null” bewegt.
Die Studie von Kagan, dem auf Medien- und Technologiemärkte spezialisierten Analystenteam von S&P Global Market Intelligence, zeichnet ein düsteres Bild für alle drei etablierten Konsolenhersteller: PlayStation 5, Xbox Series X|S und selbst der Shootingstar Nintendo Switch 2 verlieren an Schwung. Der Hauptgrund ist keine nachlassende Nachfrage im eigentlichen Sinne, sondern eine Kombination aus stark gestiegenen Hardwarepreisen, einer im Vergleich dünnen Software-Pipeline und einer globalen Speicherkrise, die die Produktionskosten für RAM- und Flash-Bausteine massiv in die Höhe treibt. Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das ganz konkrete Folgen – von höheren Anschaffungspreisen bis zu einer möglichen Verzögerung der nächsten Konsolengeneration.
Die S&P-Global-Prognose im Überblick: 33,9 Millionen Konsolen für 2026
Nach Angaben von Kagan wurden 2025 weltweit noch 42,1 Millionen Spielekonsolen ausgeliefert – ein Rekordwert, der maßgeblich durch den furiosen Marktstart der Nintendo Switch 2 aufgebläht wurde. Für den Konsolenmarkt 2026 rechnen die Analysten nun mit einem Rückgang auf 33,9 Millionen Einheiten. Und die Prognose endet nicht 2026: Für 2027 erwartet Kagan einen weiteren Rückgang auf 27,1 Millionen Einheiten, was einem zusätzlichen Minus von rund 20 Prozent entspricht. Erst für 2030 sehen die Analysten eine Erholung auf 37,4 Millionen Einheiten voraus – und selbst das nur unter der Bedingung, dass neue Konsolen-Generationen zu für Verbraucher wieder erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen.
Damit bestätigt die Kagan-Prognose einen Trend, den shattered.io bereits in der Analyse zu den Konsolen-Verkaufszahlen 2026 beschrieben hat: Die Kombination aus Preiserhöhungen und einer angespannten Halbleiter- und Speicherlage bremst den gesamten Konsolenmarkt 2026 spürbar aus. Neu an der S&P-Global-Studie ist jedoch die Schärfe, mit der die Xbox-Verkaufszahlen einbrechen – und die Aussicht auf ein weiteres schwaches Jahr 2027, bevor überhaupt eine Erholung in Sicht ist.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
- 2025: 42,1 Millionen Konsolen weltweit ausgeliefert (Rekordjahr dank Switch-2-Marktstart)
- 2026 (Prognose): 33,9 Millionen Einheiten, ein Minus von 19,5 Prozent
- 2027 (Prognose): 27,1 Millionen Einheiten, weiteres Minus von rund 20 Prozent
- 2030 (Prognose): Erholung auf 37,4 Millionen Einheiten – abhängig von neuer, günstigerer Hardware
- Xbox Series X|S 2026: nur 2,5 Millionen Einheiten, das schwächste Jahr der Konsolengeschichte von Microsoft
Xbox Series X|S: Auf dem Weg Richtung Null
Am deutlichsten zeigt sich der Abwärtstrend bei Microsoft. Nachdem Xbox 2025 mit 3,2 Millionen ausgelieferten Konsolen bereits das schwächste Jahr der Xbox-Geschichte verzeichnete, rechnet Kagan für 2026 mit einem weiteren Rückgang auf nur noch 2,5 Millionen Einheiten. Das entspricht einem Minus von rund 21,9 Prozent – die Xbox-Verkaufszahlen sinken damit doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Besonders alarmierend für Microsoft: Im ersten Quartal 2026 fielen die Xbox-Auslieferungen laut den ausgewerteten Daten erstmals in der Geschichte der Erhebung unter 500.000 Einheiten pro Quartal.
Diese Entwicklung ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine Serie von Negativ-Meldungen für die Xbox-Sparte ein. Erst im Juli 2026 kündigte Microsoft an, 3.200 Stellen im Xbox-Bereich zu streichen und vier Studios abzustoßen – ein Umbau, den CEO Asha Sharma intern als „Reset Xbox” bezeichnete. Die aktuelle Absatzprognose liefert nun die Erklärung, warum Microsoft die Kostenstruktur im Konsolengeschäft so radikal überarbeitet: Wenn die Xbox-Hardware-Verkaufszahlen tatsächlich in Richtung null tendieren, verschiebt sich der wirtschaftliche Schwerpunkt zwangsläufig auf Software, Cloud Gaming und Game Pass.
Das schwächste Xbox-Jahr aller Zeiten
Neil Barbour, der bei S&P Global Market Intelligence Kagan die Videospiel-Marktforschung leitet, benennt in der Berichterstattung zur Studie drei Faktoren, die den Markt insgesamt und Xbox im Besonderen belasten: Hardware, die für die breite Masse der Konsumenten entweder veraltet oder zu teuer geworden ist, ein Software-Angebot, das abseits weniger großer Blockbuster-Titel dünn ausfällt, sowie ein makroökonomisches Umfeld, das spürbare Preissenkungen faktisch ausschließt (Quelle: VGChartz). Diese Gemengelage, so die Einschätzung, gebe wenig Anlass zu Optimismus für 2027 oder darüber hinaus.
Für Microsoft ist das eine bittere Pille, denn die Xbox-Konsolen sind seit ihrem Marktstart im November 2020 nie an der Marktführerschaft der PlayStation 5 vorbeigekommen. Wie shattered.io im Vergleich Xbox Series X vs. Series S bereits aufgezeigt hat, kämpft Microsoft zusätzlich mit einem Modell-Mix-Problem: Die günstigere Series S dominierte lange die Verkaufszahlen, bietet aber mit nur 10 GB Arbeitsspeicher spürbare technische Einschränkungen gegenüber der PS5 – ein Nachteil, der sich bei sinkender Kaufkraft und steigenden Preisen zusätzlich bemerkbar macht.
PlayStation 5: Sony bleibt vorn, verliert aber ebenfalls an Schwung
Auch Sony bleibt vom Abwärtstrend nicht verschont, wenn auch auf deutlich höherem Niveau. Für die PlayStation 5 rechnet Kagan 2026 mit 13,2 Millionen ausgelieferten Einheiten. Eine exakte Vorjahreszahl für 2025 nennt die Studie nicht, wohl aber die prozentuale Entwicklung: Die PS5-Auslieferungen sanken 2025 bereits um 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Outlook Respawn). Damit verkauft sich die PS5 zwar weiterhin gut fünfmal so oft wie die Xbox Series X|S, doch auch Sonys Kurve zeigt spürbar nach unten.
Ein wesentlicher Treiber ist die eigene Preispolitik: Sony erhöhte zum 2. April 2026 die Preise für die gesamte PS5-Familie in Deutschland um jeweils 100 Euro. Die Standardkonsole mit Laufwerk kostet seither 649,99 Euro statt zuvor 549,99 Euro, die Digital Edition 599,99 statt 499,99 Euro, und die PS5 Pro 899,99 statt 799,99 Euro – wie shattered.io bereits im Vergleich PS5 Pro vs. Xbox Series X dokumentiert hat. Sony begründete den Schritt offiziell mit dem „anhaltenden Druck auf die globale Wirtschaftslage”. In den USA wurden zeitgleich vergleichbare Erhöhungen wirksam: Digital Edition 599,99 US-Dollar, Standardmodell 649,99 US-Dollar, PS5 Pro 899,99 US-Dollar.
Nintendo Switch 2: Vom Rekordstart zur Normalisierung
Selbst die Nintendo Switch 2, deren Marktstart 2025 den gesamten Konsolenmarkt nach oben gezogen hatte, verliert laut Kagan 2026 an Tempo. Die Analysten prognostizieren 17,1 Millionen ausgelieferte Einheiten für das laufende Jahr – ein Tempo, das Kagan explizit mit dem zweiten Verkaufsjahr der ursprünglichen Switch sowie mit der Nintendo Wii vergleicht. Nintendo selbst ist in der eigenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr sogar noch vorsichtiger und rechnet mit einem Rückgang um 16,9 Prozent auf 16,5 Millionen Einheiten.
Diese Abkühlung folgt auf ein außergewöhnliches erstes Geschäftsjahr: Wie shattered.io berichtete, hatte Nintendo im ersten vollen Jahr 19,86 Millionen Switch-2-Konsolen ausgeliefert und damit die PlayStation 5 im direkten Jahresvergleich übertroffen. Dass das Wachstum nun spürbar nachlässt, hat mehrere Gründe: Zum einen wirkt die zum 1. September 2026 in Kraft tretende Preiserhöhung auf 499,99 Euro in Europa dämpfend. Zum anderen fehlt es an einem großen Software-Zugpferd – das nächste große Pokémon-Hauptspiel ist laut Berichterstattung erst für Ende 2027 angekündigt, was Analysten explizit als Bremsfaktor für die Switch-2-Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte nennen.
Konsolen-Absatzprognosen im Vergleich: Gesamtmarkt und Plattformen
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Zahlen der S&P-Global-Kagan-Studie zusammen – sowohl für den Gesamtmarkt als auch für die drei aktuell verkauften Plattformen im Prognosejahr 2026:
| Segment | Zeitraum | Ausgelieferte Einheiten | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamtmarkt | 2025 | 42,1 Mio. | Rekordjahr (Switch-2-Starteffekt) |
| Gesamtmarkt | 2026 (Prognose) | 33,9 Mio. | −19,5 % |
| Gesamtmarkt | 2027 (Prognose) | 27,1 Mio. | ~ −20 % |
| Gesamtmarkt | 2030 (Prognose) | 37,4 Mio. | Erholung erwartet |
| Nintendo Switch 2 | 2026 (Prognose) | 17,1 Mio. | Wachstum verlangsamt sich |
| PlayStation 5 | 2026 (Prognose) | 13,2 Mio. | −15,2 % (YoY 2025) |
| Xbox Series X|S | 2026 (Prognose) | 2,5 Mio. | −21,9 % ggü. 3,2 Mio. (2025) |
Quelle: S&P Global Market Intelligence (Kagan), zusammengefasst nach VGChartz und Tech4Gamers.
Der 100-Dollar-Preisunterschied zwischen Xbox und PlayStation
Ein zentraler Baustein der Kagan-Analyse ist die Preisentwicklung. Nach der jüngsten US-Preiserhöhung, die Microsoft am 25. Juni 2026 ankündigte und die zum 1. August 2026 in Kraft tritt, kostet die digitale Xbox Series X in den USA 749,99 US-Dollar – exakt 100 US-Dollar mehr als eine PlayStation 5 mit Laufwerk (649,99 US-Dollar). Genau dieser Abstand wird in der Studie explizit als Belastung für die Kaufentscheidung vieler Konsumenten benannt: Die Positionierung von Xbox liege inzwischen „100 US-Dollar über einer Standard-PS5″ (Quelle: Yahoo Finance).
Die Xbox-Preiserhöhung vom August 2026 ist bereits die zweite innerhalb von unter einem Jahr, nachdem Microsoft schon im Oktober 2025 die Preise angehoben hatte. Offiziell begründet Microsoft den Schritt mit den gestiegenen Kosten für Speicherbausteine, die laut eigenen Angaben bereits um mehr als das 2,5-Fache gestiegen seien – mit der Erwartung einer weiteren Verdopplung bis Herbst 2027 (Quelle: Xbox Wire). In Deutschland lag der Startpreis der aktuellen Xbox-Generation zuletzt bei 599 Euro für die Series X und 349 Euro für die Series S, wie shattered.io im direkten Vergleich beider Modelle aufgeschlüsselt hat; eine offizielle deutsche Preisliste für die August-Erhöhung hatte Microsoft zum Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.
Wie sich die US-Preise seit 2025 entwickelt haben
| Modell | Preis vorher | Preis ab Aug./Apr. 2026 | Erhöhung |
|---|---|---|---|
| Xbox Series S 512GB | 399,99 $ | 499,99 $ | +100 $ |
| Xbox Series S 1TB | 449,99 $ | 599,99 $ | +150 $ |
| Xbox Series X (Digital) | 599,99 $ | 749,99 $ | +150 $ |
| Xbox Series X (Laufwerk) | 649,99 $ | 799,99 $ | +150 $ |
| PlayStation 5 (Digital) | 499,99 $ | 599,99 $ | +100 $ |
| PlayStation 5 (Laufwerk) | 549,99 $ | 649,99 $ | +100 $ |
| PlayStation 5 Pro | 799,99 $ | 899,99 $ | +100 $ |
Auffällig: Das bisherige 2-TB-Topmodell „Galaxy Black” der Xbox Series X wird mit der August-Erhöhung komplett eingestellt – ein weiteres Indiz dafür, wie stark Microsoft das Portfolio angesichts der Kostenlage strafft.
Ursache Nummer eins: Die globale Speicherkrise
Hinter praktisch allen Preiserhöhungen im Konsolenmarkt 2026 steckt derselbe Auslöser: eine globale Krise bei Arbeitsspeicher- und Flash-Bausteinen, die shattered.io bereits ausführlich in der Analyse zur RAM-Preiskrise aufgearbeitet hat. Getrieben wird die Krise vor allem durch die explodierende Nachfrage von KI-Rechenzentren nach Speicherchips, wodurch DRAM-Vertragspreise laut Marktbeobachtern im ersten Quartal 2026 phasenweise um 80 bis 90 Prozent zulegten. Da Spielekonsolen im Wettbewerb um Fertigungskapazitäten gegen margenstärkere KI-Server und High-Bandwidth-Memory-Produkte antreten müssen, geben Sony, Microsoft und Nintendo die gestiegenen Bauteilkosten zunehmend an Endkunden weiter.
Kagan sieht in einer Entspannung dieser Bauteilkrise sogar die zentrale Voraussetzung für die für 2030 prognostizierte Markterholung: Ein kritischer Bestandteil der Prognose sei die Annahme, dass sich die Krise bis 2028 ausreichend entspanne, damit Sony und Microsoft ihre jeweils nächste Konsolengeneration zu Preisen zwischen 600 und 800 US-Dollar auf den Markt bringen können (Quelle: Notebookcheck). Bleibt diese Entspannung aus, drohen nicht nur weiter hohe Preise für die aktuelle Konsolengeneration, sondern auch ein verzögerter oder teurerer Start der nächsten.
Marktauswirkungen: Was der Einbruch für Entwickler und Handel bedeutet
Für Spieleentwickler und Publisher hat die schwächelnde Xbox-Hardwarebasis direkte Konsequenzen für Plattform-Strategien. Mit einer installierten Basis von rund 34,8 Millionen Einheiten liegt Xbox Series X|S bereits heute weit hinter der PlayStation 5 mit rund 92,3 Millionen verkauften Konsolen zurück – ein Vorsprung, der sich angesichts der aktuellen Prognose 2026 und 2027 weiter vergrößern dürfte. Für Studios verschiebt das die Kalkulation bei Exklusivitäts- und Marketing-Entscheidungen zusätzlich in Richtung PlayStation und PC, während Xbox verstärkt über Software-Abonnements wie Game Pass und Cloud Gaming relevant bleiben muss statt über Hardware-Stückzahlen.
Auch der Handel spürt die Entwicklung: Ein schwächerer Hardware-Absatz bedeutet weniger Impulskäufe von Zubehör, Spielen und Abonnements am Point of Sale – ein Effekt, der insbesondere stationäre Elektronikhändler in Deutschland und der DACH-Region trifft, wo Konsolen traditionell ein wichtiger Trafficbringer im Weihnachtsgeschäft sind. Ein möglicher Lichtblick für das laufende Jahr ist der Release von GTA 6 am 19. November 2026: Da das Spiel exklusiv für PS5 und Xbox Series X|S erscheint und keine PC-Version zum Start vorliegt, könnte es im vierten Quartal 2026 zumindest kurzfristig für einen Nachfrageschub bei beiden Konsolen sorgen – ändert aber nichts an der strukturellen Schwäche, die Kagan für das Gesamtjahr sieht.
Historischer Vergleich: Erstmals wird eine Konsolengeneration mit der Zeit teurer
Aus historischer Perspektive markiert 2026 eine Zäsur. Frühere Konsolengenerationen wurden im Laufe ihres Lebenszyklus tendenziell günstiger: Die PlayStation 4 startete 2013 bei 399,99 US-Dollar und kostete 2016 nur noch rund 299 US-Dollar. Die Xbox 360 startete 2005 bei 399,99 US-Dollar und war 2009 bereits für rund 199 US-Dollar erhältlich. Die aktuelle Generation – PS5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 – bricht mit diesem Muster: Alle drei Plattformen wurden 2026 teurer statt günstiger. Fachmedien bezeichnen die laufende Konsolengeneration deshalb bereits als die erste, die mit zunehmendem Alter teurer statt billiger wird.
Wer selbst nachrechnen möchte, wie stark der Rückgang laut Kagan-Prognose tatsächlich ausfällt, kann die zentralen Werte mit wenigen Zeilen Code nachvollziehen:
# Marktweiter Rückgang 2025 -> 2026 (Kagan-Prognose)
units_2025 = 42.1 # Millionen Einheiten
units_2026 = 33.9 # Millionen Einheiten
decline_pct = (1 - units_2026 / units_2025) * 100
print(f"Rückgang Gesamtmarkt: {decline_pct:.1f} %")
# -> Rückgang Gesamtmarkt: 19.5 %
# Xbox Series X|S im Detail
xbox_2025 = 3.2
xbox_2026 = 2.5
xbox_decline = (1 - xbox_2026 / xbox_2025) * 100
print(f"Rückgang Xbox: {xbox_decline:.1f} %")
# -> Rückgang Xbox: 21.9 %
PlayStation 6 und Xbox Project Helix: Hoffnungsträger für 2028
Die eigentliche Erholung des Konsolenmarktes hängt laut Kagan an der nächsten Hardware-Generation. Für die PlayStation 6, deren Marktstart die Analysten für 2028 erwarten, prognostiziert die Studie rund 4 Millionen ausgelieferte Einheiten im ersten Jahr, mit einem Anstieg auf 17,2 Millionen bis 2030. Details zu Preisleaks und Spezifikationen hat shattered.io bereits in der Analyse PlayStation 6: Kosten steigen, Start erst 2028 eingeordnet.
Microsofts Antwort, intern als Project Helix bekannt, soll ebenfalls um 2028 starten, bleibt in der Kagan-Prognose aber deutlich hinter der PlayStation 6 zurück: rund 2 Millionen Einheiten im Startjahr, die bis 2030 auf lediglich 7,3 Millionen ansteigen sollen – wie shattered.io bereits in der Vorschau Xbox Project Helix: Start 2028 beschrieben hat. Bemerkenswert ist dabei die Einordnung der Analysten: S&P Global positioniert Project Helix bewusst zwischen zwei Konzepten – einer klassischen Xbox-Konsole und einem Wohnzimmer-PC mit Xbox-Zertifizierung. Diese strategische Unschärfe spiegelt Microsofts wachsende Priorisierung von Software und Cloud-Diensten gegenüber reiner Hardware wider.
Beide Prognosen – PS6 wie Project Helix – stehen unter demselben Vorbehalt: Sie setzen voraus, dass sich die Speicherkrise bis 2028 so weit entspannt, dass beide Hersteller ihre neue Hardware zu Preisen zwischen 600 und 800 US-Dollar anbieten können. Bleibt diese Entspannung aus, drohen entweder höhere Startpreise oder eine weitere Verzögerung der nächsten Konsolengeneration.
Deutschland und die DACH-Region: Was der Rückgang hier bedeutet
Für den deutschen und den weiteren DACH-Markt fügt sich die neue Prognose in einen bereits spürbaren Trend ein. Die Preiserhöhungen bei Sony (PS5 seit 2. April 2026 um jeweils 100 Euro teurer) und die für Nintendo Switch 2 zum 1. September 2026 wirksame Preisanhebung auf 499,99 Euro treffen deutsche Haushalte in einem Umfeld, das ohnehin von hoher Inflation bei Elektronikprodukten geprägt ist. Bei Microsoft ist die konkrete deutsche Preisliste für die August-Erhöhung zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch nach dem Muster der vorangegangenen europäischen Preisrunde ist auch hierzulande mit spürbaren Aufschlägen im mittleren zweistelligen Euro-Bereich zu rechnen.
Für den deutschen Einzelhandel bedeutet die schwächere Nachfrageprognose zusätzlichen Druck auf ohnehin knappe Margen im Hardware-Geschäft, während Plattforminhaber ihre Wertschöpfung zunehmend über Abonnements, In-Game-Käufe und Cloud-Angebote wie Xbox Cloud Gaming erzielen müssen. Für Verbraucher in der DACH-Region, die überlegen, in eine aktuelle Konsole zu investieren, verschiebt sich die Kalkulation damit spürbar: Wer auf fallende Preise wartet, dürfte nach der aktuellen Datenlage eher enttäuscht werden – frühestens mit der nächsten Konsolengeneration ab 2028 ist laut Prognose wieder mit einem spürbar günstigeren Einstiegspreis zu rechnen.
Könnte Microsoft aus dem Konsolen-Hardwaregeschäft aussteigen?
Angesichts einer Prognose, die Xbox-Hardware-Verkaufszahlen „Richtung Null” wandern sieht, drängt sich die Frage auf, ob Microsoft langfristig überhaupt an eigener Konsolen-Hardware festhalten wird. Ein historisches Präzedenzbeispiel gibt es tatsächlich: Sega stieg 2001 nach dem kommerziellen Scheitern des Dreamcast komplett aus dem Konsolengeschäft aus und wurde zu einem reinen Third-Party-Publisher, der seine Spiele fortan für PlayStation, Xbox und Nintendo-Plattformen entwickelte.
Wichtig für die Einordnung: Keiner der von S&P Global zitierten Analysten prognostiziert tatsächlich einen kompletten Xbox-Hardware-Ausstieg Microsofts – die Studie selbst plant explizit mit Project Helix als Nachfolgeprodukt für 2028. Die strategische Unschärfe bei Project Helix (Konsole vs. Wohnzimmer-PC) sowie Microsofts jüngste Konzentration auf Xbox Cloud Gaming und die Ankündigung, Xbox-Inhalte künftig auch stärker plattformübergreifend anzubieten, deuten aber zumindest auf eine Neugewichtung hin: weg von der Hardware-Stückzahl als Erfolgsmaßstab, hin zu Software- und Abonnementeinnahmen unabhängig vom verwendeten Gerät.
5 Prognosen: Wie geht es mit dem Konsolenmarkt weiter?
- Die Speicherkrise bleibt bis mindestens 2027/2028 der limitierende Faktor. Solange DRAM- und Flash-Preise nicht spürbar sinken, dürften Konsolenpreise real eher steigen als fallen.
- Die PlayStation 6 startet 2028 mit rund 4 Millionen Einheiten und dürfte bis 2030 auf 17,2 Millionen anwachsen – vorausgesetzt, der Startpreis bleibt im Korridor von 600 bis 800 US-Dollar.
- Project Helix bleibt hinter der PlayStation 6 zurück (rund 2 auf 7,3 Millionen Einheiten bis 2030) und dürfte stärker als klassischer PC-Hybrid positioniert werden statt als reine Konsole.
- Xbox verschiebt seinen Fokus weiter Richtung Software und Cloud. Nach den Entlassungen und Studio-Verkäufen vom Juli 2026 dürfte Hardware-Marktanteil für Microsofts Erfolgsmessung an Bedeutung verlieren.
- GTA 6 könnte im vierten Quartal 2026 für einen kurzfristigen Nachfrageschub sorgen – reicht aber allein nicht aus, um den strukturellen Rückgang des Gesamtjahres auszugleichen.
Was Verbraucher und Entwickler jetzt wissen sollten
Für Konsumenten in Deutschland und der DACH-Region lässt sich aus der aktuellen Datenlage eine klare Handlungsempfehlung ableiten: Wer aktuell eine Konsole benötigt, sollte nicht auf kurzfristige Preissenkungen spekulieren – die Kagan-Prognose sieht bis 2028 keine strukturelle Entspannung bei den Endkundenpreisen vor. Für Entwickler und Publisher wiederum verstärkt sich der bereits laufende Trend, PlayStation 5 und PC als primäre Zielplattformen zu behandeln, während Xbox zunehmend über Game Pass und Cloud-Reichweite statt über verkaufte Hardware-Einheiten bewertet werden dürfte. Wer im DACH-Raum ohnehin plant, in naher Zukunft aufzurüsten, findet ergänzend in den Vergleichen Xbox Series X vs. Series S und PS5 Pro vs. Xbox Series X weiterführende Kaufentscheidungshilfen.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sinken die Konsolen-Verkaufszahlen 2026 so stark?
Der Hauptgrund ist laut S&P Global Market Intelligence (Kagan) eine Kombination aus stark gestiegenen Hardwarepreisen – ausgelöst durch eine globale Speicherkrise bei RAM- und Flash-Bausteinen –, einer im Vergleich dünnen Software-Pipeline und einem makroökonomischen Umfeld, das spürbare Preissenkungen praktisch ausschließt.
Wie viele Xbox-Konsolen werden 2026 voraussichtlich verkauft?
Kagan prognostiziert für 2026 rund 2,5 Millionen ausgelieferte Xbox-Series-X|S-Einheiten weltweit – ein Rückgang von etwa 21,9 Prozent gegenüber den bereits schwachen 3,2 Millionen Einheiten aus 2025.
Ist die PlayStation 5 vom Rückgang auch betroffen?
Ja, wenn auch schwächer als Xbox. Für die PS5 rechnet Kagan 2026 mit 13,2 Millionen Einheiten, nachdem die Auslieferungen bereits 2025 um 15,2 Prozent zurückgegangen waren. Sony bleibt damit aber weiterhin klarer Marktführer in der aktuellen Konsolengeneration.
Was bedeutet die Prognose für die Nintendo Switch 2?
Nach einem Rekord-Debütjahr mit 19,86 Millionen ausgelieferten Einheiten erwartet Kagan für die Switch 2 im Jahr 2026 ein verlangsamtes, aber weiterhin solides Wachstum auf 17,1 Millionen Einheiten. Nintendo selbst kalkuliert in der eigenen Prognose sogar noch etwas konservativer.
Wann kommt die PlayStation 6?
Laut aktuellen Prognosen und Leaks wird die PlayStation 6 für 2028 erwartet, mit einem Startvolumen von rund 4 Millionen Einheiten im ersten Jahr. Details zu Preis-Leaks finden sich in der shattered.io-Analyse zur PlayStation 6.
Was ist mit der nächsten Xbox-Konsole, Project Helix?
Project Helix soll ebenfalls um 2028 starten, bleibt in der Kagan-Prognose mit rund 2 Millionen Einheiten im Startjahr aber deutlich hinter der PlayStation 6 zurück. Analysten ordnen es als Mischform zwischen klassischer Konsole und zertifiziertem Wohnzimmer-PC ein.
Werden die Konsolenpreise in Deutschland 2026 noch weiter steigen?
Für PlayStation 5 und Nintendo Switch 2 sind die 2026er-Preiserhöhungen in Deutschland bereits terminiert beziehungsweise umgesetzt. Bei Xbox hat Microsoft eine Preiserhöhung zum 1. August 2026 für die USA bestätigt; eine offizielle deutsche Preisliste dafür lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor, nach bisherigem Muster ist aber auch hierzulande mit einem Aufschlag zu rechnen.
Sollte ich jetzt noch eine Konsole kaufen oder lieber warten?
Wer kurzfristig eine Konsole benötigt, sollte laut aktueller Datenlage nicht auf sinkende Preise spekulieren: Die Prognose sieht bis mindestens 2028 keine strukturelle Entspannung vor. Wer hingegen flexibel ist, könnte auf die für 2028 erwartete nächste Generation (PlayStation 6, Project Helix) warten – mit dem Risiko, dass auch deren Startpreise von der weiteren Entwicklung der Speicherkrise abhängen.
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