Zwei Preisschilder, eine Ursache: Während Valve das Steam Deck OLED im Mai 2026 um bis zu 46 Prozent verteuert hat, ist AYANEOs neues Flaggschiff-Handheld NEXT 2 binnen weniger Monate von 4.299 auf 5.299 US-Dollar geklettert. Beide Hersteller nennen denselben Auslöser: die globale Speicherkrise, die Arbeitsspeicher und SSDs seit Anfang 2026 massiv verteuert. Doch abgesehen vom gemeinsamen Preisdruck könnten die beiden Geräte kaum unterschiedlicher sein. Hier das kompakte, auf Effizienz getrimmte SteamOS-Handheld für aktuell ab 789 Euro, dort ein 1,4 Kilogramm schwerer Windows-11-Bolide mit Desktop-Klasse-Prozessor, dessen Topmodell in Deutschland preislich in Regionen eines kompletten Gaming-PCs vorstößt. Dieser Vergleich ordnet ein, für wen sich welches Gerät 2026 tatsächlich lohnt – mit allen technischen Daten, der aktuellen Preisentwicklung und einer klaren Kaufempfehlung.
AYANEO NEXT 2 vs. Steam Deck OLED: Zwei Philosophien treffen aufeinander
AYANEO ist kein Konzern, sondern ein spezialisierter Hersteller aus Hongkong. Das Unternehmen firmiert offiziell als Anyun Intelligent Technology (Hong Kong) Co., Limited, wurde im März 2020 von Arthur Zhang gegründet und hat seinen Sitz im Eton Tower in Causeway Bay. Zhang hatte zuvor bereits zwei Firmen im Digital- und Mobilitätsbereich aufgebaut, bevor er sich mit AYANEO auf Windows-Handhelds für Enthusiasten konzentrierte. Typisch für die Marke ist die Finanzierung über Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo, über die auch das NEXT 2 an Unterstützer verkauft wird (Wikipedia). Das steht im Gegensatz zu Valve, das als etablierter Plattformbetreiber mit Steam im Rücken deutlich breitere Vertriebs- und Supportstrukturen hat.
Das AYANEO NEXT 2 wurde im Februar 2026 als „Next-Generation-Flaggschiff-Windows-Handheld” vorgestellt und positioniert sich bewusst nicht als Steam-Deck-Konkurrent im klassischen Sinne, sondern als tragbarer Ersatz für einen High-End-Gaming-PC. Das Steam Deck OLED wiederum ist seit 2023 auf dem Markt und hat sich als Referenzgerät für SteamOS-Handhelds etabliert – ein Gerät, das wir bereits mehrfach gegen Konkurrenten wie den ROG Xbox Ally antreten ließen. Der Unterschied zum NEXT 2: AYANEO zielt nicht auf denselben Preisbereich, sondern auf eine komplett andere Käuferschicht. Genau deshalb lohnt sich der direkte Vergleich – nicht um ein „günstiger vs. teurer”-Duell künstlich aufzubauen, sondern um ehrlich zu zeigen, wofür der happige Aufpreis tatsächlich steht. Weitere Einordnungen zu aktueller Handheld-Hardware finden Sie fortlaufend in unserer Gaming-Rubrik.
Beide Geräte eint 2026 vor allem ein Problem, das keiner der beiden Hersteller verursacht hat: der weltweite Mangel an Arbeitsspeicher-Chips. Wie stark sich das auf die jeweiligen Preise auswirkt, welche technischen Daten die Geräte tatsächlich trennen und für welchen Anwendertyp sich welches Handheld eignet, klären die folgenden Abschnitte im Detail.
Bereits an dieser Stelle lohnt sich ein Realitätscheck: Wer online nach „AYANEO vs. Steam Deck” sucht, stößt häufig auf ältere Vergleiche, die sich auf frühere AYANEO-Generationen wie das ursprüngliche AYANEO NEXT oder den AYANEO 2 beziehen – Geräte, die preislich deutlich näher am Steam Deck lagen. Das NEXT 2 verlässt diese Preisklasse bewusst und vollständig. Wer einen Vergleich sucht, der beide aktuellen 2026er-Modelle mit ihren jeweils aktuellen, durch die Speicherkrise beeinflussten Preisen gegenüberstellt, findet die entsprechenden Zahlen und Hintergründe in den folgenden Abschnitten.
Technische Daten im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die Topkonfiguration des AYANEO NEXT 2 der Steam-Deck-OLED-Baureihe gegenüber. Alle Werte stammen aus offiziellen Herstellerangaben beziehungsweise verifizierten Fachmedien-Berichten von 2026.
| Spezifikation | AYANEO NEXT 2 (Flaggschiff) | Steam Deck OLED |
|---|---|---|
| Hersteller | AYANEO (Anyun Intelligent Technology, Hongkong) | Valve Corporation |
| Prozessor (CPU) | AMD Ryzen AI Max+ 395 (Basis-Modell: Ryzen AI Max 385) | AMD Custom APU, Zen-2-Architektur, 4 Kerne/8 Threads |
| Grafikeinheit (GPU) | Radeon 8060S, 40 Compute Units (RDNA 3.5) | RDNA 2, 8 Compute Units, 1,6 GHz |
| Arbeitsspeicher | 32 / 64 / 128 GB LPDDR5X | 16 GB LPDDR5 |
| Speicher | 1 TB / 2 TB PCIe-4.0-SSD (zwei M.2-Slots, 2280 + 2230) | 512 GB / 1 TB NVMe-SSD (Formfaktor 2230) |
| Display | 9,06 Zoll OLED, 2.400 × 1.504 Pixel, bis zu 165 Hz, ca. 1.155 Nits | 7,4 Zoll OLED, 1.280 × 800 Pixel, bis zu 90 Hz, HDR |
| Akkukapazität | 116 Wh | 50 Wh |
| Gewicht | ca. 1,4 kg | ca. 640 g |
| Leistungsaufnahme (TDP) | bis zu 85 W Dauerlast | 4–15 W, softwareseitig regelbar |
| Betriebssystem | Windows 11 | SteamOS (Linux-basiert, KDE-Plasma-Desktopmodus) |
| Vertriebsmodell | Crowdfunding/Direktversand über Indiegogo, AYANEO-Shop, Fachhändler | Direktvertrieb über Valve, autorisierte Partner wie Fanatical |
| Einstiegspreis (Stand Juli 2026) | 2.999 $ (32 GB/1 TB) | 789 € / 789 $ (512 GB) |
| Preis Topmodell (Stand Juli 2026) | 5.299 $ (128 GB/2 TB) | 919 € / 949 $ (1 TB) |
Schon die reine Tabelle zeigt: Es handelt sich nicht um zwei Geräte derselben Klasse. Das NEXT 2 tritt mit einer Desktop-Klasse-APU an, wie sie sonst in Mini-PCs oder Notebooks für professionelle Anwendungen steckt, während das Steam Deck OLED bewusst auf niedrige Leistungsaufnahme und lange Laufzeiten optimiert ist. Die Konsequenzen dieser unterschiedlichen Auslegung zeigen sich in Prozessor, Display, Akku und letztlich im Preis – jeweils im Detail in den folgenden Abschnitten. Bemerkenswert ist zudem, wie nah beide Geräte bei der Speichertechnologie beieinanderliegen: Sowohl das NEXT 2 als auch das Steam Deck OLED setzen auf NVMe-SSDs im PCIe-Format und auf LPDDR-Arbeitsspeicher – exakt jene Komponentenklassen, die von der weltweiten Speicherkrise 2026 am stärksten betroffen sind. Diese technische Gemeinsamkeit erklärt, warum beide Hersteller trotz völlig unterschiedlicher Zielgruppen zeitgleich zu drastischen Preiserhöhungen gezwungen waren.
Prozessor und Grafik: Strix Halo gegen die Steam-Deck-APU
Der größte technische Unterschied zwischen beiden Geräten liegt im Chip. Das AYANEO NEXT 2 setzt in der Topausstattung auf den AMD Ryzen AI Max+ 395, besser bekannt unter dem Codenamen „Strix Halo”. Dieser Chip kombiniert eine leistungsstarke CPU mit der integrierten Grafikeinheit Radeon 8060S, die laut Herstellerangaben über 40 Compute Units auf RDNA-3.5-Basis verfügt (The Gadgeteer). Damit gehört das NEXT 2 zu einer neuen Kategorie von Handhelds, die ursprünglich für Mini-Workstations entwickelte Chips in ein tragbares Gehäuse zwingen. Günstigere Konfigurationen setzen stattdessen auf den etwas schwächeren Ryzen AI Max 385.
Das Steam Deck OLED nutzt dagegen weiterhin die maßgeschneiderte AMD-APU mit Zen-2-CPU (4 Kerne, 8 Threads, bis zu 3,5 GHz, rechnerisch bis zu 448 GFlops FP32) und einer RDNA-2-Grafikeinheit mit 8 Compute Units bei 1,6 GHz, was Valve selbst mit rund 1,6 TFlops FP32-Rechenleistung angibt (Valve, offizielle technische Daten). Die Fertigung im 6-nm-Verfahren und die konsequente Drosselung auf 4 bis 15 Watt TDP erklären, warum das Steam Deck trotz seines Alters weiterhin überzeugende Akkulaufzeiten liefert, während es bei rechenintensiven, neueren Titeln an seine Grenzen stößt.
Wichtig für die Einordnung: Das AYANEO NEXT 2 darf bis zu 85 Watt Dauerlast ziehen – mehr als das Fünffache des Steam-Deck-Maximalwerts. Das Fachmagazin PCGamesN beschrieb die GPU des NEXT 2 in einer Vorab-Einschätzung entsprechend als „über fünfmal so leistungsstark wie die des Steam Deck” (PCGamesN). Diese Angabe basiert auf der Architektur- und Compute-Unit-Differenz und ist als grobe Einordnung zu verstehen, nicht als gemessener Benchmarkwert – belastbare, direkte Spiele-Benchmarks zwischen NEXT 2 und Steam Deck OLED stehen von unabhängigen Testern noch aus. Klar ist aber: Wer natives 1080p bei hohen Details anstrebt, kommt am NEXT 2 kaum vorbei; das Steam Deck bleibt bei seiner nativen Auflösung von 1.280 × 800 Pixeln deutlich im Vorteil, wenn es um Effizienz pro Watt geht.
Display, Auflösung und Bildwiederholrate
Auch beim Bildschirm zeigt sich die unterschiedliche Zielrichtung. Das AYANEO NEXT 2 verbaut ein 9,06 Zoll großes OLED-Panel mit 2.400 × 1.504 Pixeln, das laut Herstellerangaben mit bis zu 165 Hz und rund 1.155 Nits Spitzenhelligkeit arbeitet (The Gadgeteer). Das ist ein deutlich größeres und schärferes Panel als beim Steam Deck OLED mit seinen 7,4 Zoll, 1.280 × 800 Pixeln und maximal 90 Hz.
In der Praxis bedeutet das für das NEXT 2: mehr Bildschirmfläche für Desktop-Anwendungen unter Windows 11, schärfere Texturen und eine höhere Bildwiederholrate für kompetitive Titel. Der Haken: Um die höhere Auflösung bei ambitionierten Bildraten tatsächlich zu befeuern, braucht es entsprechend mehr Rechenleistung – weshalb AYANEO konsequent auf den leistungsstärkeren, aber auch deutlich durstigeren Strix-Halo-Chip setzt. Das Steam Deck OLED bleibt bei seiner niedrigeren, aber für die verfügbare GPU-Leistung gut abgestimmten Auflösung – ein Kompromiss, der die im Vergleich bescheidenere Hardware in vielen Spielen tatsächlich flüssig aussehen lässt. Beide Displays nutzen OLED-Technologie mit sattem Kontrast und HDR-Unterstützung, was einen der wenigen Bereiche darstellt, in denen sich beide Hersteller auf demselben technologischen Niveau bewegen.
Akkulaufzeit, Gewicht und Formfaktor
Die 116-Wh-Batterie des AYANEO NEXT 2 ist mehr als doppelt so groß wie die 50-Wh-Zelle im Steam Deck OLED. Trotzdem lässt sich daraus keine automatisch längere Laufzeit ableiten: Bei einer Leistungsaufnahme von bis zu 85 Watt unter Volllast kann die große Batterie des NEXT 2 binnen ein bis anderthalb Stunden erschöpft sein, sobald der Strix-Halo-Chip im Hochleistungsmodus läuft. Das Steam Deck OLED erreicht dank seines 4-bis-15-Watt-Korridors je nach Titel und Einstellungen mehrere Stunden Spielzeit – ein Bereich, in dem die auf Effizienz getrimmte Architektur ihren größten Vorteil ausspielt.
Beim Gewicht liegen beide Geräte noch weiter auseinander: Rund 1,4 Kilogramm bringt das NEXT 2 auf die Waage, das Steam Deck OLED wiegt mit etwa 640 Gramm weniger als die Hälfte. Für längere Sessions im Liegen, auf Reisen oder in der Bahn macht sich dieser Unterschied deutlich bemerkbar. AYANEO positioniert das NEXT 2 entsprechend eher als Ersatz für einen stationären Gaming-PC, den man gelegentlich mitnimmt, während das Steam Deck OLED von Anfang an für den täglichen, mobilen Einsatz konzipiert wurde.
Preisvergleich 2026: Beide Geräte im Sog der RAM-Krise
Der auffälligste Aspekt dieses Vergleichs ist nicht technischer, sondern wirtschaftlicher Natur: Beide Hersteller haben ihre Preise 2026 drastisch angehoben – mit derselben Begründung. Valve erhöhte die Preise für das Steam Deck OLED am 27. Mai 2026: Das 512-GB-Modell stieg von 549 auf 789 US-Dollar beziehungsweise von 549 auf 779 Euro (+42 bis 44 Prozent), das 1-TB-Modell von 649 auf 949 US-Dollar beziehungsweise von 649 auf 919 Euro (+42 bis 46 Prozent). Als Begründung nannte Valve „steigende Kosten für Arbeitsspeicher und Storage” (Game Developer). Beide Konfigurationen waren nach der Wiederverfügbarkeit binnen weniger Stunden ausverkauft (Tom’s Hardware). Mehr Hintergrund zur Ursache dieser Entwicklung haben wir bereits in unserer Analyse zur Speicherkrise 2026 aufgearbeitet.
Bei AYANEO fällt der Anstieg noch drastischer aus. Bei der Ankündigung im Februar 2026 startete das NEXT 2 laut Tom’s Hardware bei 1.799 US-Dollar für die günstigste Konfiguration; das damalige Topmodell mit 128 GB RAM und 2 TB SSD kostete 4.299 US-Dollar im regulären Vorverkauf beziehungsweise 3.499 US-Dollar für frühe Unterstützer (Tom’s Hardware). Im Juli 2026 pausierte AYANEO den Verkauf zwischenzeitlich wegen der Speicherpreise und legte die Bestellungen anschließend mit deutlich höheren Preisen neu auf: 2.999 US-Dollar für 32 GB RAM/1 TB SSD, 3.699 US-Dollar für 64 GB/1 TB und 5.299 US-Dollar für die Flaggschiff-Variante mit 128 GB RAM und 2 TB SSD (The Gadgeteer). Das bedeutet: Allein das Topmodell verteuerte sich innerhalb weniger Monate um 1.000 US-Dollar beziehungsweise rund 23 Prozent. AYANEO selbst begründete den Schritt damit, dass die ursprüngliche Preisgestaltung angesichts der Speicherkosten „nicht mehr tragbar” sei.
| Konfiguration | Preis Anfang 2026 | Preis Ende Juli 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| AYANEO NEXT 2 – 32 GB/1 TB | ab 1.799 $ | 2.999 $ | ca. +67 % |
| AYANEO NEXT 2 – 64 GB/1 TB | nicht separat gelistet | 3.699 $ | – |
| AYANEO NEXT 2 – 128 GB/2 TB (Flaggschiff) | 4.299 $ | 5.299 $ | +23 % |
| Steam Deck OLED – 512 GB | 549 $ / 549 € | 789 $ / 779 € | +44 % / +42 % |
| Steam Deck OLED – 1 TB | 649 $ / 649 € | 949 $ / 919 € | +46 % / +42 % |
Der gemeinsame Nenner hinter beiden Preissprüngen ist die globale Speicherkrise: Marktforscher von TrendForce beziffern den Anstieg der Consumer-DRAM-Vertragspreise im zweiten Quartal 2026 auf bis zu 89 Prozent (Wccftech/TrendForce), während Gartner für das laufende Jahr einen Speicherkosten-Anstieg von bis zu 130 Prozent prognostiziert (Tech Times). Ein 16-GB-DDR5-Chip, der im September 2025 laut Tom’s-Hardware-Preisindex noch 6,84 US-Dollar kostete, lag im Dezember 2025 bereits bei 27,20 US-Dollar – ein Plus von rund 298 Prozent (Tom’s Hardware RAM-Preisindex). Für ein Gerät wie das NEXT 2, das in der Topversion 128 GB verbaut, wiegt diese Entwicklung naturgemäß ungleich schwerer als beim Steam Deck mit fest verbauten 16 GB.
Für Käufer, die auf fallende Preise warten, gibt es aktuell wenig Grund zur Hoffnung: Ein Manager des Speicherherstellers Team Group warnte gegenüber Tom’s Hardware, dass sich DRAM- und NAND-Preise teils binnen eines einzigen Monats verdoppelt hätten und sich die Lage 2026 „nur noch verschärfen” werde (Tom’s Hardware). Auch andere Marktbeobachter rechnen nicht mit einer kurzfristigen Entspannung, da ein Großteil der weltweiten Fertigungskapazität inzwischen für KI-Beschleuniger und High-Bandwidth-Memory reserviert ist statt für klassischen Consumer-Arbeitsspeicher. Für Käufer beider Handhelds bedeutet das: Wer aktuell zuschlägt, zahlt zwar die bereits erhöhten Preise – riskiert bei weiterem Zuwarten aber potenziell einen noch höheren Aufpreis, sollte sich die Lage bei den Speicherherstellern nicht wie erhofft entspannen.
Wer die Preisentwicklung des Steam Decks seit dem Marktstart betrachtet, erkennt ein klares Muster: Als Valve die erste Generation im Februar 2022 vorstellte, kostete das günstigste 64-GB-LCD-Modell 399 US-Dollar, die 256-GB-Version 529 US-Dollar und das damalige Topmodell mit 512 GB 649 US-Dollar. Die OLED-Varianten kamen 2023 zu Preisen von 549 beziehungsweise 649 US-Dollar hinzu (Wikipedia). Anfang 2026 stellte Valve zudem die günstige 399-Dollar-LCD-Einstiegsversion ein, wodurch die OLED-Modelle zur neuen Preisuntergrenze wurden – noch bevor die Mai-Erhöhung überhaupt griff. Rechnet man beide Entwicklungen zusammen, hat sich der Einstiegspreis für ein neues Steam Deck seit dem ursprünglichen 2022er-Marktstart nahezu verdoppelt: von 399 auf inzwischen 789 US-Dollar. Diese langfristige Perspektive relativiert die aktuelle Preisdebatte etwas, ändert aber nichts daran, dass der Sprung im Mai 2026 der mit Abstand abrupteste in der Geschichte des Geräts war.
Betriebssystem: SteamOS gegen Windows 11
Neben der Hardware unterscheidet sich auch die Software-Basis grundlegend. Das Steam Deck OLED läuft mit SteamOS, Valves eigenem Linux-Betriebssystem, das speziell für den Controller-gesteuerten Einsatz optimiert wurde. Der Big-Picture-Modus fühlt sich wie eine Konsolen-Oberfläche an, während im Hintergrund ein vollwertiger KDE-Plasma-Desktop bereitsteht, sobald man ihn braucht. Dank Valves Kompatibilitätsschicht Proton laufen mittlerweile Zehntausende Windows-Spiele nativ unter SteamOS, dokumentiert unter anderem über die Community-Datenbank ProtonDB.
Das AYANEO NEXT 2 setzt dagegen komplett auf Windows 11. Der Vorteil: uneingeschränkte Kompatibilität mit praktisch jedem PC-Spiel, jedem Launcher (Epic Games Store, Battle.net, EA App, Ubisoft Connect) und – besonders relevant für Multiplayer-Fans – mit sämtlichen Kernel-Level-Anti-Cheat-Systemen, die unter Linux teilweise gar nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Der Nachteil: Windows 11 ist nicht von Haus aus für ein 9-Zoll-Touch-Display mit Controller-Bedienung ausgelegt. AYANEO liefert zwar eigene Overlay- und Steuerungssoftware mit, dennoch bleibt die Bedienung insgesamt fummeliger als das konsolenartige SteamOS-Erlebnis. Wer möchte, kann grundsätzlich auch versuchen, alternative Linux-basierte Handheld-Distributionen auf x86-Hardware wie dem NEXT 2 zu installieren – ein offiziell von AYANEO unterstütztes SteamOS-Angebot für das NEXT 2 existiert bislang jedoch nicht.
Auch bei Updates und Wartung unterscheiden sich beide Plattformen deutlich. SteamOS-Updates verteilt Valve zentral an alle Steam-Deck-Modelle gleichzeitig, inklusive Treibern für die verbaute AMD-Hardware – ein Prozess, der bewusst dem Update-Modell klassischer Spielekonsolen nachempfunden ist und ohne Nutzereingriff im Hintergrund abläuft. Windows 11 auf dem NEXT 2 folgt dagegen dem gewohnten PC-Modell: Microsoft liefert die Betriebssystem-Updates, AMD beziehungsweise AYANEO selbst müssen GPU-Treiber und gerätespezifische Firmware separat nachreichen. Das bringt zwar mehr Flexibilität – etwa die Möglichkeit, einzelne Treiberversionen gezielt zurückzusetzen, wenn ein Update Probleme verursacht –, verlangt Nutzern aber auch mehr Eigeninitiative ab als das weitgehend automatisierte SteamOS-Modell.
Benchmarks: Was sagen unabhängige Tests?
Direkte, unabhängig gemessene Benchmarks zwischen dem brandneuen AYANEO NEXT 2 und dem Steam Deck OLED liegen zum Redaktionsschluss noch nicht vor – dafür ist das NEXT 2 schlicht zu neu. Um die Leistungsdifferenz dennoch realistisch einzuordnen, lohnt sich der Blick auf drei unabhängige Quellen: die architektonischen Eckdaten, frühere Generationsvergleiche und die Einschätzung spezialisierter Fachmedien.
Erstens die reinen Architekturdaten: 40 Compute Units auf RDNA-3.5-Basis bei bis zu 85 Watt stehen 8 Compute Units auf RDNA-2-Basis bei maximal 15 Watt gegenüber – ein Fünffaches an Recheneinheiten bei einem Vielfachen des Energiebudgets. Zweitens die Einschätzung von PCGamesN, die dem NEXT 2 auf Basis dieser Architektur „eine über fünfmal so leistungsstarke GPU” attestiert und explizit „echte 1080p-Gaming-Performance bei hohen Detaileinstellungen” in Aussicht stellt, während „das Steam Deck oft schon bei 800p um spielbare Bildraten kämpft” (PCGamesN). Drittens die Erfahrung aus früheren AYANEO-Generationen: Bereits 2022 zeigte ein Vergleichstest von HotHardware, dass das damalige AYANEO NEXT (mit dem deutlich schwächeren Ryzen 7 5800U) im Geekbench-Test das originale Steam Deck „deutlich hinter sich ließ”, während beide Geräte in 3DMark bei vergleichbarem Powerlimit nahezu gleichauf lagen (HotHardware) – ein Hinweis darauf, dass AYANEO-Handhelds ihren Vorteil traditionell bei höheren Leistungsaufnahmen ausspielen, während sich die Geräte im Sparmodus stärker annähern.
Für Kaufinteressierte bedeutet das: Wer sich ausschließlich auf Rohleistung verlässt, kann beim NEXT 2 mit spürbar höheren Bildraten und höheren Auflösungen rechnen, sobald der Strix-Halo-Chip im Hochleistungsmodus läuft. Wer dagegen Wert auf ein rundes Verhältnis von Leistung, Akkulaufzeit und Geräuschentwicklung legt, sollte die theoretische Mehrleistung des NEXT 2 nicht überbewerten – echte, spieleübergreifende Head-to-Head-Benchmarks zwischen beiden aktuellen Modellen bleiben ein Punkt, den unabhängige Testredaktionen in den kommenden Monaten erst noch liefern müssen.
Ein weiterer Anhaltspunkt für die Leistungseinordnung: Das NEXT 2 ist bei Weitem nicht das einzige Handheld, das auf die Strix-Halo-Plattform setzt. PCGamesN verweist in seiner Einschätzung darauf, dass vergleichbare Strix-Halo-Geräte wie das GPD Win 5 oder der OneXPlayer OneXFly Apex „voraussichtlich deutlich über 2.000 US-Dollar” kosten werden (PCGamesN) – ein Hinweis darauf, dass der hohe Einstiegspreis des NEXT 2 kein AYANEO-spezifisches Aufschlagsproblem ist, sondern ein branchenweites Muster bei dieser neuen Klasse von Desktop-Klasse-Handhelds. Wer aktuell nach einem Strix-Halo-Gerät sucht, landet unabhängig vom Hersteller in einem Preissegment, das mit klassischen Handheld-Konsolen wie dem Steam Deck kaum noch etwas gemein hat. Diese neue Geräteklasse konkurriert preislich eher mit Mini-PCs auf Basis derselben Ryzen-AI-Max-Plattform als mit dem angestammten Handheld-Markt.
AYANEOs Modellpalette: Wo das NEXT 2 einzuordnen ist
Ein häufiges Missverständnis: „AYANEO” ist keine einzelne Produktlinie, sondern ein Hersteller mit einer breit gefächerten Modellpalette, in der das NEXT 2 das obere Ende markiert. Wer beim Preis des Flaggschiffs zusammenzuckt, muss deshalb nicht zwangsläufig zum Steam Deck greifen – AYANEO selbst bietet deutlich günstigere Alternativen im eigenen Sortiment an, die preislich näher am klassischen Handheld-Segment liegen.
Neben dem NEXT 2 pflegt AYANEO parallel mehrere weitere Baureihen: die kompaktere Pocket-Serie für Retro- und Emulations-Fans mit kleinerem Formfaktor, Modelle wie AYANEO 2/2S und AYANEO 3 als Mittelklasse-Optionen mit älteren, aber immer noch potenten AMD-Chips, sowie experimentelle Formfaktoren wie die Flip-Reihe mit ausklappbarem Bildschirm oder Slide-Modelle mit versenkbarer Tastatur. Diese Modelle bewegen sich preislich in der Regel deutlich unterhalb des NEXT 2 und treten damit direkter gegen das Steam Deck OLED an, auch wenn sie bei RAM-Ausbau, Bildwiederholrate und roher GPU-Leistung nicht an das Flaggschiff heranreichen.
Für diesen Vergleich haben wir uns bewusst für das NEXT 2 entschieden, weil es 2026 im Zentrum der aktuellen Preisdebatte steht und als einziges AYANEO-Modell mit der Strix-Halo-Plattform tatsächlich in eine komplett neue Leistungsklasse vorstößt. Wer nach der Lektüre dieses Vergleichs zu dem Schluss kommt, dass 128 GB RAM und eine Desktop-Klasse-GPU für die eigenen Zwecke überdimensioniert sind, sollte gezielt nach den kleineren AYANEO-Baureihen suchen, statt das NEXT 2 als einzigen Maßstab für die gesamte Marke zu nehmen.
Design, Verarbeitung und Bedienkonzept
Auch abseits der reinen Leistungsdaten unterscheiden sich beide Geräte im Bedienkonzept spürbar. Das Steam Deck OLED setzt auf ein inzwischen bewährtes Layout: zwei Analogsticks, ein vollwertiges D-Pad, vier Aktionstasten, zwei rückseitige Grip-Tasten sowie zwei großzügig dimensionierte Trackpads unterhalb der Sticks, die insbesondere bei Strategie- und Simulationstiteln eine präzisere Cursor-Steuerung erlauben als reine Analogsticks. Valve hat dieses Layout seit der ersten Steam-Deck-Generation kaum verändert, was für ein hohes Maß an Bedienkonsistenz zwischen den Modellgenerationen sorgt.
Das AYANEO NEXT 2 verzichtet auf Trackpads, bietet dafür aber die für die Marke typische Liebe zum Detail bei Zusatzfunktionen: Je nach Konfiguration kommen austauschbare Elemente, zusätzliche rückseitige Tasten und ein umfangreiches Software-Menü namens AYASpace zum Einsatz, über das sich TDP-Stufen, Lüfterkurven, Tastenbelegung und RGB-Beleuchtung granular anpassen lassen. Dieser Funktionsumfang richtet sich klar an Enthusiasten, die bereit sind, Zeit in die Feinabstimmung ihres Geräts zu investieren – im Gegensatz zum Steam-Deck-Ansatz, der bewusst auf ein Minimum an notwendiger Konfiguration setzt und stattdessen auf sinnvolle Standardeinstellungen vertraut.
Bei der Kühlung zeigt sich ein weiterer praktischer Unterschied: Ein Chip, der bis zu 85 Watt Abwärme erzeugen kann, benötigt ein entsprechend dimensioniertes Kühlsystem mit aktiven Lüftern, die unter Last hörbar werden. Das Steam Deck OLED bleibt dank seines engen 4-bis-15-Watt-Korridors auch unter Volllast vergleichsweise leise. Wer häufig in leisen Umgebungen spielt – etwa nachts neben einer schlafenden Person oder in Großraumbüros während der Mittagspause –, sollte diesen Aspekt bei der Kaufentscheidung nicht unterschätzen.
Zubehör-Ökosystem: Docks, Hüllen und Ersatzteile
Ein oft unterschätzter Faktor bei der Kaufentscheidung ist das verfügbare Zubehör. Für das Steam Deck OLED existiert inzwischen ein breiter Markt aus offiziellen Valve-Produkten und Drittanbieter-Zubehör: dockingfähige USB-C-Hubs mit HDMI- und Ethernet-Ausgang, passgenaue Schutzhüllen, austauschbare Analogstick-Module und sogar spezialisierte Zubehörhersteller, die sich ausschließlich auf das Steam-Deck-Ökosystem konzentrieren. Die große installierte Basis macht sich hier bezahlt: Wer ein Ersatzteil oder eine Reparaturanleitung sucht, findet in aller Regel schnell Community-Lösungen.
Beim AYANEO NEXT 2 ist die Zubehör-Auswahl naturgemäß kleiner, da das Gerät erst seit wenigen Monaten verfügbar ist und die Käuferbasis deutlich geringer ausfällt als beim etablierten Steam Deck. AYANEO selbst bietet über den eigenen Shop passendes Grundzubehör wie Schutzhüllen an, spezialisierte Drittanbieter-Ökosysteme wie beim Steam Deck haben sich für das NEXT 2 bislang jedoch nicht in vergleichbarem Umfang entwickelt. Käufer, die auf ein breites Angebot an Cases, Displayschutz und Docking-Lösungen Wert legen, sollten diesen Reifegrad-Unterschied realistisch einkalkulieren – er dürfte sich mit wachsender Verkaufszahl des NEXT 2 zwar verringern, ist aber aktuell ein handfester Alltagsvorteil für das Steam Deck OLED.
Kauf und Verfügbarkeit in Deutschland und der DACH-Region
Für deutsche, österreichische und Schweizer Käufer ergeben sich beim Vertrieb deutliche Unterschiede. Das Steam Deck OLED verkauft Valve direkt über den eigenen Online-Store, die Preise werden inklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen, der Versand innerhalb der EU ist etabliert und die Garantieabwicklung läuft über Valve selbst.
AYANEO-Geräte erreichen den deutschen Markt auf anderen Wegen. Neben dem markeneigenen, lokalisierten EU-Shop, der Bestellungen mit „Delivered Duty Paid” (DDP) abwickelt – Einfuhrabgaben und Zölle sind damit bereits im angezeigten Preis enthalten, sodass bei der Zustellung keine Nachzahlung anfällt – listen auch spezialisierte deutsche Fachhändler wie Caseking AYANEO-Produkte im Sortiment. Für Garantieansprüche innerhalb der EU steht zudem der autorisierte Reseller DROIX Global mit einer einjährigen Herstellergarantie bereit. Wer das NEXT 2 dagegen direkt über die AYANEO-eigene Indiegogo-Kampagne oder den chinesischen Hauptshop bestellt, sollte einkalkulieren, dass Zoll und Einfuhrumsatzsteuer separat anfallen können und der Support-Weg im Reklamationsfall länger ist als bei einem etablierten EU-Händler oder bei Valve direkt.
Ein praktischer Tipp für DACH-Käufer: Wer beim NEXT 2 Wert auf unkomplizierte Garantieabwicklung legt, sollte gezielt nach einem Angebot mit ausgewiesener EU-Lieferung und DDP-Versand suchen, statt das günstigste chinesische Direktangebot zu wählen. Der Preisunterschied wird durch spätere Zoll- und Reparaturkosten häufig wieder aufgezehrt.
Ein weiterer Punkt, den DACH-Käufer einkalkulieren sollten, ist die Lieferzeit. Da AYANEO seine Geräte primär über Vorbestell- und Crowdfunding-Zyklen vertreibt, liegt zwischen Bestellung und Zustellung oft ein deutlich größerer Zeitraum als beim Steam Deck OLED, das Valve inzwischen als etabliertes Serienprodukt mit kontinuierlicher Fertigung anbietet. Nach der Ankündigung im Februar 2026 kalkulierte AYANEO selbst mit einem Versandbeginn ab Juni 2026 für die ersten Bestellungen; die im Juli 2026 neu aufgelegte Bestellwelle sollte laut Unternehmensangaben „in naher Zukunft” ausgeliefert werden. Wer kurzfristig ein einsatzbereites Gerät benötigt, etwa als Geschenk oder für eine anstehende Reise, fährt mit dem sofort lieferbaren Steam Deck OLED deutlich planungssicherer.
Auch beim Wiederverkaufswert lohnt sich ein Blick auf die Marktrealität: Weil Valve Ersatzteile, Software-Updates und Zubehör wie Docks oder Ladehüllen über Jahre hinweg zuverlässig nachliefert, hält das Steam Deck seinen Wert auf dem europäischen Gebrauchtmarkt vergleichsweise gut. Bei AYANEO-Geräten hängt die längerfristige Ersatzteilversorgung stärker von einzelnen Fachhändlern und der Verfügbarkeit über den Direktimport ab – ein Aspekt, der bei einem vierstelligen Preis für die Topversion des NEXT 2 durchaus in die Kaufentscheidung einfließen sollte.
Migrations-Guide: Vom Steam Deck zum AYANEO NEXT 2 wechseln
Wer vom Steam Deck OLED auf das AYANEO NEXT 2 umsteigt, wechselt nicht nur die Hardware, sondern auch das komplette Software-Ökosystem. Diese Schritte erleichtern den Umstieg:
- Spielbibliothek und Speicherstände sichern: Steam-Cloud-Saves synchronisieren sich automatisch, sofern die jeweiligen Titel Cloud-Speicherung unterstützen. Bei Spielen ohne Cloud-Sync empfiehlt sich vor dem Wechsel ein manuelles Backup des lokalen Speicherordners.
- Steam-Client unter Windows 11 einrichten: Anders als beim SteamOS-Big-Picture-Modus startet Steam auf dem NEXT 2 als gewöhnliche Windows-Anwendung. Der „Großbildmodus” in den Steam-Einstellungen simuliert die vertraute Konsolen-Oberfläche.
- Zusätzliche Launcher installieren: Windows 11 erlaubt im Gegensatz zu SteamOS die native Installation von Epic Games Store, GOG Galaxy, Battle.net und weiteren Plattformen – ein klarer Vorteil für Spieler mit verteilter Bibliothek.
- Proton-Kompatibilität prüfen: Wer zuvor unter SteamOS auf eine bestimmte Proton-Version angewiesen war, kann Kompatibilitätsprobleme unter Windows meist ignorieren, sollte aber bei älteren, DRM-lastigen Titeln testen, ob native Windows-Versionen tatsächlich reibungsloser laufen.
- Energie- und Kühlprofile anpassen: AYANEOs eigene Steuerungssoftware „AYASpace” erlaubt die manuelle Anpassung von TDP-Stufen und Lüfterkurven – ein Bereich, in dem SteamOS-Nutzer deutlich weniger manuell konfigurieren mussten.
- Altgerät verkaufen oder weiterverwenden: Da das Steam Deck OLED durch die Preiserhöhung an Wert gewonnen hat, lässt sich ein gut erhaltenes Gerät auf dem Gebrauchtmarkt aktuell zu vergleichsweise guten Konditionen abgeben.
- Peripherie und Docking neu einrichten: Viele Steam-Deck-Docks sind auf USB-C-Power-Delivery und DisplayPort-Alt-Mode ausgelegt und funktionieren grundsätzlich auch am NEXT 2 – prüfe vor der Anschaffung neuer Peripherie trotzdem, ob dein bisheriges Dock die höhere Leistungsaufnahme des NEXT 2 beim Laden unter Last überhaupt bedienen kann.
- Antiviren- und Sicherheitssoftware einplanen: SteamOS benötigt dank seiner geschlossenen, Linux-basierten Architektur praktisch keine zusätzliche Sicherheitssoftware. Unter Windows 11 gelten dagegen dieselben Grundregeln wie auf jedem anderen PC – ein aktueller Windows-Defender-Stand und vorsichtiges Herunterladen von Software außerhalb offizieller Launcher bleiben Pflicht.
Für Nutzer, die während der Umstiegsphase die Performance einzelner Titel unter Windows mit ihren früheren SteamOS-Erfahrungswerten vergleichen möchten, hilft ein einfacher Steam-Start-Parameter, um Diagnosedaten mitzuloggen:
PROTON_LOG=1 gamemoderun %command%
Dieser Parameter gehört in die Startoptionen des jeweiligen Spiels in der Steam-Bibliothek und erzeugt eine Protokolldatei, die bei der Fehlersuche hilft, falls ein Titel nach dem Wechsel nicht wie erwartet läuft.
Fünf Einsatzszenarien: Für wen lohnt sich welches Gerät?
Die Bahnpendlerin zwischen Frankfurt und Köln: Wer täglich rund 75 Minuten im ICE unterwegs ist und in dieser Zeit spielen möchte, profitiert vom geringen Gewicht und der auf Effizienz getrimmten Architektur des Steam Deck OLED. Die 50-Wh-Batterie reicht bei moderater TDP-Einstellung für mehrere Sessions, ohne dass eine Steckdose am Sitzplatz nötig wird. Das 640-Gramm-Gehäuse lässt sich zudem in praktisch jeder Tasche verstauen, während das 1,4 Kilogramm schwere NEXT 2 im Rucksack spürbar mehr Platz und Gewicht beansprucht – auf einer täglichen Pendelstrecke ein Faktor, der sich über Wochen hinweg summiert.
Der Enthusiast, der aktuelle AAA-Titel nativ in 1080p spielen will: Wer bei neuen Releases nicht auf niedrige Auflösungen oder reduzierte Details verzichten möchte, findet im NEXT 2 die deutlich potentere Plattform – vorausgesetzt, das Budget und die Bereitschaft, für diese Mehrleistung das Mehrfache des Steam-Deck-Einstiegspreises zu zahlen, sind vorhanden.
Der Retro-Sammler mit einer riesigen ROM-Bibliothek: Für Emulation älterer Konsolengenerationen reicht die Leistung des Steam Deck OLED in aller Regel völlig aus. Die etablierte Community rund um Projekte wie EmuDeck oder Bazzite-Images macht die Einrichtung zudem deutlich unkomplizierter als unter Windows, wo jede Emulator-Software einzeln eingerichtet werden muss. Selbst rechenintensivere Emulatoren für Konsolen der siebten Generation laufen auf dem Steam Deck OLED meist zuverlässig, sodass die zusätzliche GPU-Leistung des NEXT 2 in diesem Szenario kaum praktischen Mehrwert bietet.
Die Streamerin, die von Messen wie der gamescom aus sendet: Wer nebenbei OBS Studio zur Übertragung laufen lässt, während gleichzeitig ein forderndes Spiel läuft, profitiert vom RAM-Überschuss und der zusätzlichen CPU-Leistung des NEXT 2. Windows bietet zudem native Unterstützung für professionelle Streaming- und Aufnahme-Software, die unter SteamOS teilweise nur über Umwege läuft.
Der Student mit begrenztem Budget: Trotz der Preiserhöhung bleibt das Steam Deck OLED mit 789 Euro für die 512-GB-Version das deutlich zugänglichere Gerät. Für alle, die zum ersten Mal in ein Handheld investieren, ist es weiterhin der naheliegendere Einstieg als ein NEXT 2 ab 2.999 US-Dollar.
Der Kreativprofi, der unterwegs schneidet und rendert: Mit bis zu 128 GB RAM und einer Desktop-Klasse-APU eignet sich die Topversion des NEXT 2 auch für Videoschnitt, 3D-Rendering oder andere speicherhungrige Anwendungen, die auf dem 16-GB-Steam-Deck schlicht nicht praktikabel wären. Für diese Zielgruppe tritt das NEXT 2 weniger gegen das Steam Deck an als gegen ein klassisches Notebook – und muss sich entsprechend auch am Preis eines vergleichbar ausgestatteten Windows-Notebooks messen lassen, nicht am Preis eines Handhelds.
| Einsatzszenario | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Pendler und Bahnreisende | Steam Deck OLED | Geringe TDP, mehrere Stunden Laufzeit, kompaktes Format |
| Aktuelle AAA-Titel in 1080p | AYANEO NEXT 2 | Desktop-Klasse-APU, deutlich mehr Compute Units |
| Emulation und Retro-Gaming | Steam Deck OLED | Große Community, fertige Setups, günstigerer Einstieg |
| Streaming und Content-Produktion | AYANEO NEXT 2 | Mehr RAM-Headroom, native Windows-Encoder-Tools |
| Budgetbewusste Einsteiger | Steam Deck OLED | Trotz Preisanstieg weiterhin die günstigere Option |
| Mobile Workstation für Kreativarbeit | AYANEO NEXT 2 | Bis zu 128 GB RAM, Desktop-Leistung für Schnitt/Rendering |
Vor- und Nachteile im Überblick
AYANEO NEXT 2: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Desktop-Klasse-APU mit deutlich mehr Rechenleistung als vergleichbare Handhelds
- Bis zu 128 GB Arbeitsspeicher – auch für professionelle Anwendungen geeignet
- Großes, helles 165-Hz-OLED-Display mit hoher Auflösung
- Windows 11 sorgt für volle Kompatibilität mit Anti-Cheat-Systemen und allen gängigen Launchern
- Zwei M.2-Slots erlauben späteren Speicherausbau
Nachteile:
- Extrem hoher Preis, in der Topversion bis zu 5.299 US-Dollar
- Hohes Gewicht (ca. 1,4 kg) für längere Handheld-Sessions
- Bei voller 85-Watt-Last vergleichsweise kurze Akkulaufzeit trotz großer Batterie
- Kein etablierter Direktvertrieb mit EU-Garantie wie bei Valve; Kauf über Fachhändler empfehlenswert
- Windows erfordert mehr manuelle Konfiguration für ein konsolenartiges Bedienerlebnis
Steam Deck OLED: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Trotz Preiserhöhung weiterhin deutlich günstiger als das NEXT 2
- SteamOS bietet ein sofort einsatzbereites, konsolenartiges Erlebnis
- Kompakt und mit rund 640 g angenehm leicht für lange Sessions
- Großes Community-Ökosystem mit ProtonDB, Decky Loader und fertigen Emulations-Setups
- Offizieller Direktvertrieb mit etablierter Garantieabwicklung in der EU
Nachteile:
- Deutlich schwächere Rohleistung: 8 gegenüber 40 Compute Units beim NEXT 2
- Nur 16 GB RAM, fest verbaut und nicht erweiterbar
- Kleineres, niedriger auflösendes 1.280 × 800-Display
- Ebenfalls von der Speicherkrise betroffen: Preisanstieg von bis zu 46 Prozent seit Mai 2026
Häufig gestellte Fragen
Ist das AYANEO NEXT 2 sein hohes Preisschild wert?
Für Käufer, die tatsächlich Desktop-Klasse-Leistung in einem tragbaren Formfaktor benötigen – etwa für native 1080p-Gaming-Performance oder speicherhungrige Kreativ-Anwendungen unterwegs –, liefert das NEXT 2 spürbar mehr Rechenleistung als jedes bisherige SteamOS-Handheld. Für alle anderen dürfte der Aufpreis gegenüber dem günstigsten Steam Deck OLED schwer zu rechtfertigen sein. Ein hilfreicher Test vor dem Kauf: Wer sich nicht spontan vorstellen kann, wofür er 128 GB RAM auf einem Handheld benötigen würde, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zur Zielgruppe des Topmodells und sollte entweder eine kleinere NEXT-2-Konfiguration oder gleich das Steam Deck OLED in Betracht ziehen.
Warum sind sowohl AYANEO als auch Steam Deck teurer geworden?
Beide Hersteller nennen dieselbe Ursache: die globale Speicherkrise 2026, in deren Verlauf Consumer-DRAM-Vertragspreise laut TrendForce um bis zu 89 Prozent gestiegen sind. Da beide Geräte auf LPDDR-Arbeitsspeicher und NVMe-Speicher angewiesen sind, geben beide Hersteller die gestiegenen Komponentenkosten an Käufer weiter.
Kann man das AYANEO NEXT 2 offiziell in Deutschland kaufen?
Ja, über den lokalisierten AYANEO-EU-Shop mit DDP-Versand (Steuern und Zölle im Preis enthalten) sowie über spezialisierte Fachhändler wie Caseking. Alternativ ist der direkte Import über die Indiegogo-Kampagne oder AYANEOs Hauptshop möglich, dabei können jedoch zusätzliche Zollkosten anfallen. Wer besonders schnelle Lieferzeiten oder eine unkomplizierte Rückgabe erwartet, sollte vor dem Kauf gezielt prüfen, welcher Händler die Bestellung tatsächlich ausliefert – die Angaben zu Lagerbestand und Versanddauer unterscheiden sich zwischen den einzelnen Anbietern teils erheblich.
Läuft SteamOS auch auf dem AYANEO NEXT 2?
Offiziell unterstützt AYANEO für das NEXT 2 ausschließlich Windows 11. Ein von AYANEO offiziell freigegebenes SteamOS-Angebot für dieses Modell existiert derzeit nicht, auch wenn die x86-Architektur des Geräts grundsätzlich mit alternativen Linux-Handheld-Distributionen kompatibel sein könnte.
Wie lange hält der Akku im Vergleich wirklich?
Das Steam Deck OLED profitiert von seiner niedrigen 4-bis-15-Watt-TDP und kommt trotz kleinerer 50-Wh-Batterie auf mehrstündige Laufzeiten in vielen Titeln. Das NEXT 2 verbaut zwar eine mehr als doppelt so große 116-Wh-Batterie, kann bei voller 85-Watt-Last aber innerhalb von ein bis anderthalb Stunden erschöpft sein, sofern nicht in einen sparsameren Modus gewechselt wird.
Lohnt sich der Umstieg vom Steam Deck auf das AYANEO NEXT 2?
Nur für eine spezifische Zielgruppe: Nutzer, die spürbar mehr Rechenleistung, mehr Arbeitsspeicher oder ein größeres, schnelleres Display benötigen und bereit sind, dafür ein Vielfaches des Steam-Deck-Preises zu zahlen. Für alle, die primär mobil und günstig spielen möchten, bietet das Steam Deck OLED weiterhin das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer unschlüssig ist, sollte das eigene Steam Deck vor einem Umstieg mindestens vier Wochen lang bewusst an seine Leistungsgrenzen bringen – nur wer dabei wiederholt an fehlender Rechenleistung statt an fehlendem Komfort scheitert, profitiert vom Sprung auf die deutlich teurere Strix-Halo-Plattform.
Gibt es günstigere AYANEO-Alternativen zum NEXT 2?
Ja, AYANEO bietet parallel zum NEXT 2 weitere Modellreihen wie die Pocket-Serie oder kompaktere Handhelds an, die preislich deutlich näher am Steam Deck liegen, dafür aber auch nicht an die Strix-Halo-Leistung des NEXT-2-Flaggschiffs herankommen. Wer primär das Preisschild des NEXT 2 abschreckt, sollte gezielt nach diesen kleineren AYANEO-Modellen suchen.
Wird das Steam Deck OLED erneut teurer?
Eine offizielle Ankündigung für eine weitere Preiserhöhung liegt nicht vor. Da die Marktforscher jedoch bis Ende 2026 mit anhaltend hohen Speicherpreisen rechnen, lässt sich ein weiterer Anstieg nicht ausschließen, sollte sich die Lage bei DRAM- und NAND-Chips nicht entspannen.
Was passiert mit bereits gekauften Geräten, wenn die Preise weiter steigen?
Nichts – Preiserhöhungen gelten ausschließlich für Neubestellungen ab dem jeweiligen Stichtag. Wer sein Steam Deck OLED oder AYANEO NEXT 2 bereits besitzt, ist von künftigen Preisanpassungen nicht betroffen und profitiert im Gegenteil potenziell von einem steigenden Wiederverkaufswert, sollte sich die Speicherkrise weiter zuspitzen.
Unser Urteil: Die klare Kaufempfehlung
Wer diesen Vergleich als klassisches „Welches Gerät ist besser?”-Duell liest, verfehlt den eigentlichen Punkt. Das AYANEO NEXT 2 und das Steam Deck OLED richten sich an fundamental unterschiedliche Käufergruppen. Mit 40 gegenüber 8 Compute Units, bis zu 128 GB gegenüber 16 GB RAM und einem 165-Hz- gegenüber einem 90-Hz-Display bietet das NEXT 2 in nahezu jeder Kennzahl die höhere Leistung – und verlangt dafür mit bis zu 5.299 US-Dollar auch etwa das 6,7-Fache des günstigsten Steam Deck OLED für 789 Euro.
Für die überwiegende Mehrheit der Handheld-Käufer bleibt das Steam Deck OLED trotz der Preiserhöhung um bis zu 46 Prozent die vernünftigere Wahl: günstiger, leichter, mit längerer Akkulaufzeit und einem ausgereiften Software-Ökosystem, das seit 2022 kontinuierlich gewachsen ist. Das AYANEO NEXT 2 rechtfertigt seinen Aufpreis nur für eine klar umrissene Zielgruppe – Enthusiasten, die tatsächlich Desktop-Klasse-Leistung in einem tragbaren Gehäuse benötigen und für die 128 GB Arbeitsspeicher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sind. Für alle anderen gilt: Die Speicherkrise hat beide Geräte teurer gemacht, aber nur eines der beiden bleibt für die breite Masse noch bezahlbar.
Kurz zusammengefasst: Wer ein zuverlässiges, gut unterstütztes Handheld für den Alltag sucht, das den Großteil der aktuellen PC-Spielebibliothek flüssig darstellt, greift 2026 weiterhin zum Steam Deck OLED – trotz Preiserhöhung das mit Abstand ausgereiftere Gesamtpaket für den Durchschnittskäufer. Wer dagegen ein mobiles Kraftpaket sucht, das native 1080p-Leistung, riesigen Arbeitsspeicher und volle Windows-Kompatibilität in einem Gerät vereint, und dafür bereit ist, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen sowie Abstriche bei Gewicht, Akkulaufzeit und Kaufkomfort in der EU hinzunehmen, findet im AYANEO NEXT 2 aktuell eines der leistungsstärksten Handhelds überhaupt. Beide Kaufentscheidungen sind 2026 gültig – sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
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