Ein neuer Leak bringt Bewegung in die Gerüchteküche um die PlayStation 6: Der als zuverlässig geltende Hardware-Insider Kepler_L2 berichtet, die Herstellungskosten (Bill of Materials, BOM) der Konsole seien zwischen März und Ende Juni 2026 von rund 760 auf etwa 960 US-Dollar gestiegen – ein Plus von rund 26 Prozent in nur drei Monaten. Grund ist erneut die globale Speicherkrise, die bereits Grafikkarten, Steam Deck und den neuen Steam Machine von Valve spürbar teurer gemacht hat.

Offiziell hat Sony weder ein Erscheinungsdatum noch einen Preis für die PlayStation 6 bestätigt. Doch genau diese Unsicherheit befeuert die Suche: Allein in Deutschland verzeichnet der Suchbegriff „PlayStation 6″ nach Daten von DataForSEO rund 135.000 Anfragen pro Monat. Dieser Artikel ordnet die aktuellen Leaks ein, vergleicht sie mit der Xbox-Antwort „Project Helix” und zeigt, welche Prognosen Branchenbeobachter für 2027 bis 2029 wagen.

Das Wichtigste zur PlayStation 6 in Kürze

Bevor es in die Details geht, die zentralen Eckpunkte auf einen Blick – wichtig: Nichts davon ist von Sony offiziell bestätigt, alles basiert auf Leaks und Analysteneinschätzungen.

  • Codename der Konsole: „Orion”, AMD-Semi-Custom-Chip auf Basis von Zen 6 und einer GPU-Architektur der nächsten Generation
  • Bauteilkosten laut Leaker Kepler_L2: von 760 US-Dollar (März 2026) auf 960 US-Dollar (27. Juni 2026) gestiegen
  • Starttermin verschiebt sich Berichten zufolge von „Ende 2027″ auf 2028, vereinzelt ist sogar von 2029 die Rede
  • Sony-Chef Hiroki Totoki bestätigte im Mai 2026 öffentlich, dass weder Termin noch Preis feststehen
  • Parallel dazu leakt ein Handheld unter dem Codenamen „Project Canis”
  • Wichtigster Konkurrent: Microsofts „Project Helix”, offiziell bestätigt, ebenfalls mit AMD-Chip und ähnlichem Zeitrahmen

Codename „Orion”: Was hinter der PlayStation 6 steckt

Der Name „Orion” taucht seit Monaten in Leaks auf und folgt damit der bisherigen Tradition von Sonys Chip-Codenamen – „Liverpool” hieß die PS4-APU, „Oberon” die der PS5. Laut mehreren unabhängigen Quellen, darunter Wccftech und Digital Trends, handelt es sich um einen semi-custom AMD-Chip, der CPU und GPU auf einem monolithischen Die vereint.

Bei der GPU-Architektur gibt es allerdings eine Uneinigkeit zwischen den Quellen: Englischsprachige Hardware-Seiten wie TweakTown und Notebookcheck sprechen von RDNA 5, während mehrere deutsche Portale wie GameStar und S4G den Namen UDNA verwenden – jene Architektur-Vereinheitlichung von RDNA (Gaming) und CDNA (Rechenzentren), die AMD bereits angekündigt hat. Da beide Bezeichnungen kursieren und AMD selbst noch keine finale Nomenklatur bestätigt hat, ist unklar, ob es sich um zwei Namen für dieselbe Sache handelt oder um unterschiedliche Entwicklungsstände.

Technische Daten im Detail: CPU, GPU und Arbeitsspeicher

Die technischen Eckdaten, die in den vergangenen Monaten durchgesickert sind, zeichnen das Bild einer Konsole, die spürbar über der PS5 Pro liegen soll, aber keinen radikalen Bruch mit der aktuellen Architektur vollzieht.

Prozessor und Grafikeinheit

Geleakte Angaben sprechen von sieben bis acht CPU-Kernen im Hybrid-Design aus Zen-6c- und Zen-6-LP-Kernen mit Taktraten bis 3 GHz. Die GPU soll über 54 physische Compute Units verfügen, von denen zwei zur Ausbeute-Optimierung deaktiviert werden, sodass 52 aktive CUs mit 2,6 bis 3,0 GHz übrig bleiben. Daraus ergibt sich laut den Leaks eine Rechenleistung von 34 bis 40 TFLOPS – mehr als das Dreifache der PS5. Gefertigt werden soll der Chip bei TSMC im 3-Nanometer-Verfahren auf einer Fläche von rund 280 mm², bei einer maximalen TDP von bis zu 160 Watt.

Arbeitsspeicher und Performance-Ziele

Beim Speicher wird GDDR7 mit 30 bis 40 GB Kapazität über einen 160-Bit-Bus bei 32 Gbps gehandelt, was einer Bandbreite von rund 640 GB/s entspräche – etwa 43 Prozent mehr als die 448 GB/s der PS5. In der Praxis sollen diese Werte laut den kursierenden Schätzungen zu einer 2,5- bis 3-fachen Rasterizing-Leistung sowie einer 6- bis 12-fachen Raytracing-Leistung gegenüber der PS5 führen. Zusätzlich wird ein neuer KI-Upscaler namens PSSR 2.0 als Nachfolger der aktuellen PSSR-Technologie gehandelt.

KomponentePlayStation 6 „Orion” (Leak)PlayStation 5 (Referenz)
CPU7–8× AMD Zen 6c/Zen 6 LP, bis 3 GHz8× AMD Zen 2, bis 3,5 GHz
GPU-ArchitekturRDNA 5 (auch als UDNA bezeichnet)RDNA 2
Compute Units54 physisch / 52 aktiv36 CUs
Rechenleistung34–40 TFLOPS (Gerücht)10,28 TFLOPS
Arbeitsspeicher30–40 GB GDDR7, 160-Bit-Bus16 GB GDDR6, 256-Bit-Bus
Speicherbandbreite~640 GB/s (Gerücht)448 GB/s
FertigungsprozessTSMC 3 nm, ~280 mm² monolithischTSMC 7 nm (verbessert)
Ziel-Performance2,5–3× Raster, 6–12× Raytracing vs. PS5Referenzwert

Wichtiger Hinweis: Alle Angaben in dieser Tabelle stammen aus Leaks und sind von Sony oder AMD nicht bestätigt.

Die Preis-Explosion: Bauteilkosten steigen um 26 Prozent

Der eigentliche Nachrichtenwert dieser Woche liegt nicht in neuen Spezifikationen, sondern in den Kosten. Der Leaker Kepler_L2, der laut Fachpresse wie Tom’s Guide als „respektiert” gilt, bezifferte die BOM-Kosten der PS6 im März 2026 noch auf etwa 760 US-Dollar. Zu diesem Zeitpunkt hielt er einen Verkaufspreis von 699 US-Dollar für ein laufwerkloses Modell mit 1-TB-SSD noch für realistisch, sofern Sony bereit wäre, einen Teil der Kosten selbst zu tragen.

Am 27. Juni 2026 korrigierte derselbe Leaker seine Schätzung deutlich nach oben: rund 960 US-Dollar Bauteilkosten, ein Plus von etwa 200 US-Dollar beziehungsweise 26 Prozent in nur drei Monaten. Als Haupttreiber gilt erneut der Speicher- und Storage-Markt, der seit Ende 2025 unter einer globalen Knappheit leidet. Wichtig einzuordnen: Die BOM-Kosten sind nicht gleich der Verkaufspreis. Auf die reinen Bauteilkosten kommen Entwicklung, Zertifizierung, Logistik, Garantieleistungen und Marge obendrauf – gleichzeitig verkaufen Hersteller neue Konsolen traditionell oft nahe am oder sogar unter dem Einkaufspreis, um sie über Software und Abo-Dienste zu refinanzieren.

ZeitpunktGemeldete BOM-KostenEreignis / Quelle
Anfang 2026Zielpreis ~499 US-Dollar (kein BOM-Wert)Moore’s Law Is Dead
Januar 2026Analyst David Gibson (MST Financial) warnt vor Speicherkosten-Risiko
Februar 2026Bloomberg: Sony erwägt Verschiebung auf 2028/2029
März 2026~760 US-DollarKepler_L2 (Erstschätzung)
8. Mai 2026Sony-CEO Totoki: „kein Termin, kein Preis entschieden”
27. Juni 2026~960 US-Dollar (+26 %)Kepler_L2 (Korrektur)
Juli 2026Analysten: „1.000 US-Dollar als Boden”Reaktion auf Steam-Machine-Marktstart

Warum sich der Starttermin verschiebt: 2027 wird zu 2028

Noch Anfang 2026 kursierten Schätzungen, die PlayStation 6 könnte bereits Ende 2027 erscheinen – passend zum historischen Sieben-Jahres-Rhythmus der Marke. Mittlerweile hat sich der Konsens unter Branchenbeobachtern klar in Richtung 2028 verschoben, getrieben vor allem durch die Speicherpreise. Vereinzelt kursiert sogar das Jahr 2029, etwa in einem Bericht des Leakers Detective Seeds, der sich auf einen nicht namentlich genannten Sony-Ingenieur beruft – diese Quelle gilt jedoch als deutlich weniger abgesichert als die BOM-Zahlen von Kepler_L2.

Bloomberg berichtete bereits im Februar 2026, Sony wäge eine Verschiebung auf 2028 oder gar 2029 ausdrücklich wegen der globalen Speicherknappheit ab. Diese Einschätzung deckt sich mit öffentlichen Aussagen des Unternehmens selbst – dazu gleich mehr im Abschnitt zu Totokis Stellungnahme.

Die Speicherkrise als Preistreiber

Die steigenden PS6-Bauteilkosten stehen nicht isoliert da, sondern sind Teil derselben globalen Speicherkrise, die shattered.io bereits in der Analyse zu RAM- und GPU-Preisen 2026 eingeordnet hat. Auslöser ist die explodierende Nachfrage nach KI-Speicher (HBM) für Rechenzentren: Samsung, SK Hynix und Micron verschieben Fertigungskapazitäten von Consumer-DRAM in Richtung margenstärkerer KI-Chips. Intel-CEO Lip-Bu Tan brachte es Anfang Februar 2026 auf den Punkt: Es gebe „keine Entspannung vor 2028″.

Die Auswirkungen sind bereits heute spürbar: Die Steam Deck OLED verteuerte sich 2026 um bis zu 240 Euro, und Valves neuer Steam Machine startete direkt zum Preis von 1.039 Euro (512-GB-Modell). Genau dieser Marktstart dient Analysten inzwischen als Referenzpunkt für die PS6-Preisdiskussion – dazu mehr im übernächsten Abschnitt.

Sony äußert sich: Totokis vorsichtige Worte

Anders als bei den meisten Leaks gibt es zur PlayStation 6 auch eine offizielle, wenn auch vage Stellungnahme. Sony-Präsident und -CEO Hiroki Totoki äußerte sich am 8. Mai 2026 in einer Investorenrunde erstmals öffentlich zum Thema. Laut Notebookcheck und Insider Gaming sagte Totoki wörtlich, man habe „noch keine endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt der nächsten Hardware-Generation” getroffen.

Zu den Speicherkosten führte er weiter aus: Man gehe davon aus, dass die Speicherpreise auch im Geschäftsjahr 2027 sehr hoch bleiben würden, weil weiterhin ein Angebotsengpass bestehe – „unter dieser Annahme müssen wir uns genau überlegen, was wir tun werden”. Totoki ergänzte, Sony prüfe auch Änderungen am Geschäftsmodell, um Kosten zu kompensieren, wolle Hardware aber nicht mit signifikantem Verlust verkaufen, beobachte den Markt jedoch weiterhin genau. Diese Aussage ist bemerkenswert zurückhaltend für ein Unternehmen, das sonst kaum öffentlich über unangekündigte Produkte spricht – ein Indiz dafür, wie stark die Speicherpreise die interne Planung tatsächlich beeinflussen.

Was Analysten erwarten: Der Kampf um die 1.000-Dollar-Marke

Nach dem Marktstart des Valve Steam Machine für 1.049 US-Dollar Anfang Juli 2026 diskutiert die Branche intensiv, ob die 1.000-Dollar-Marke künftig zum Normalfall für Next-Gen-Hardware wird. Manu Rosier, Marktforschungsdirektor beim Analysehaus Newzoo, ordnete das laut Wccftech so ein: Basis-Modelle der nächsten Konsolen-Generation würden „aus psychologischen und marketingtechnischen Gründen” wohl unter der Schwelle von 999 US-Dollar bleiben – selbst wenn das nur einen einzigen Dollar Unterschied macht, wirke ein dreistelliger Anfangspreis für Kunden weniger abschreckend als ein vierstelliger.

Premium-Varianten mit mehr Speicher oder Laufwerk sieht Rosier hingegen als eigene Kategorie, bei der die reinen Bauteilkosten den Ausschlag geben könnten. Andere Analysten formulieren es laut InGameNews noch pointierter: Nach dem Steam-Machine-Start sei „die 1.000-Dollar-Grenze eher der Boden als die Decke” für PS6 und Xbox Project Helix. Zur Einordnung: Bereits die PS5 Pro kostet seit ihrer Preiserhöhung 899,99 US-Dollar – der Abstand zur symbolischen Marke von 1.000 Dollar ist also schon jetzt denkbar knapp.

Deutsche Fachmedien wagen bereits eigene Euro-Schätzungen, auch wenn diese naturgemäß breit streuen: GameStar nennt eine Spanne von 800 bis 1.200 Euro, S4G kalkuliert mit 700 bis 900 Euro, während Netzwelt mit 600 bis 800 Euro etwas konservativer bleibt. Diese Bandbreite von rund 400 Euro zeigt vor allem eines: Selbst gut informierte Redaktionen tappen bei der PS6-Preisfrage noch im Dunkeln.

Project Canis: Das Handheld-Gegenstück zur PS6

Parallel zur großen Konsole leakt seit einigen Monaten ein Handheld unter dem Codenamen „Project Canis”. Geleakte Spezifikationen nennen vier Zen-6c- plus zwei Zen-6-LP-Kerne, eine abgespeckte RDNA-5-GPU sowie 16 oder wahlweise 24 GB LPDDR5X-Speicher über einen 192-Bit-Bus. Das Display soll mit 1080p und 60 bis 120 Hz auflösen, ergänzt um einen USB-C-Dock-Ausgang für den Fernseher.

Im Dock-Betrieb soll das Gerät 55 bis 75 Prozent der PS5-Rasterizing-Leistung und das 1,3- bis 2,6-Fache ihrer Raytracing-Leistung erreichen. Der Leaker Moore’s Law Is Dead behauptet zudem, das Handheld werde dank eines speziellen „Low Power Mode” der PS5 von Tag eins an PS4- und PS5-Spiele unterstützen – dieser Energiesparmodus sei ursprünglich gezielt für diesen Zweck in die PS5 eingebaut worden. Nach dieser Quelle soll die Fertigung Mitte 2027 beginnen und ein Marktstart im Herbst 2027 erfolgen – womit das Handheld noch vor der großen PS6-Konsole in den Handel kommen könnte.

Abwärtskompatibilität, Laufwerk und Design

Bei der Frage der Abwärtskompatibilität gehen die meisten Beobachter davon aus, dass Sony seinen mit der PS5 eingeschlagenen Kurs fortsetzt und PS4- sowie PS5-Spiele nativ unterstützt. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch noch nicht – es handelt sich um eine Erwartung auf Basis der bisherigen Sony-Strategie, nicht um einen bestätigten Leak.

Beim Laufwerk zeichnet sich hingegen ein klarerer Trend ab: Mehrere Quellen gehen davon aus, dass die PS6 – ähnlich wie zuletzt die PS5-Slim-Modelle – in einer günstigeren, laufwerklosen Basisvariante sowie einer teureren Version mit optionalem oder festem Disc-Laufwerk erscheinen könnte. Genau ein solches laufwerkloses Modell mit 1-TB-SSD war es auch, für das Kepler_L2 im März 2026 noch einen Verkaufspreis von 699 US-Dollar für „weiterhin möglich” hielt, wie Digital Trends berichtete. Käufer, die auf physische Datenträger bestehen, müssten in diesem Szenario ein separates Laufwerk hinzukaufen – ein Modell, das Sony bereits bei der PS5 Pro etabliert hat.

Der Wettbewerb: Xbox Project Helix im Vergleich

Während Sony offiziell schweigt, hat Microsoft seinen nächsten Konsolen-Anlauf bereits öffentlich gemacht: Project Helix wurde im März 2026 auf der GDC im Detail vorgestellt. Xbox-Manager Jason Ronald beschrieb das Ziel offiziell so: „Project Helix ist darauf ausgelegt, deine Xbox-Konsolen- und PC-Spiele zu spielen und dabei führende Performance zu liefern – der Beginn der nächsten Konsolen-Generation.” Xbox-Präsidentin Sarah Bond nannte das Projekt zudem ein „sehr premiumhaftes, hochwertiges, kuratiertes Erlebnis”.

Technisch nähern sich beide Next-Gen-Konsolen einander stark an: Beide setzen laut Leaks auf AMD-Chips in 3-Nanometer-Fertigung mit RDNA-5-Grafik und Zen-6-Prozessorkernen. Der größte Unterschied liegt in der Philosophie: Während die PS6 dem geschlossenen PlayStation-Store-Modell treu bleiben dürfte, hat AMD-Chefin Lisa Su öffentlich bestätigt, dass Microsofts Next-Gen-Hardware „nicht an einen einzigen Store oder ein Gerät gebunden” sein werde – ein deutlicher Fingerzeig auf eine offenere, PC-nähere Plattform.

MerkmalPlayStation 6 „Orion” (Leak)Xbox Project Helix
Offizieller StatusNicht bestätigtOffiziell bestätigt (GDC, März 2026)
Chip-CodenameOrion„Magnus” (Leak)
GPU (Leak)52–54 CUs, RDNA 5~68 CUs, RDNA 5
Arbeitsspeicher (Leak)30–40 GB GDDR7bis zu 48 GB GDDR7
Fertigung (Leak)TSMC 3 nm, ~280 mm²TSMC 3 nm, ~408 mm²
Plattform-PhilosophieGeschlossen (PS Store)Offen, PC-kompatibel
RückwärtskompatibilitätPS4/PS5 (erwartet)4 Xbox-Generationen (bestätigt)
Entwickler-KitsKein Termin bekanntAb 2027 bestätigt
Erwarteter Marktstart2028 (Konsens)~2028 (Analystenschätzung)

Sollten beide Hersteller tatsächlich 2027 bis 2028 starten, wäre das der bislang knappste Generationswechsel in der Geschichte von PlayStation und Xbox – ein echter direkter Vergleich statt des zeitversetzten Starts, den man von PS5 Pro und Xbox Series X kennt.

Historischer Kontext: PlayStations Generationszyklen im Vergleich

Ein Blick in die Firmengeschichte relativiert die Aufregung etwas – und erklärt zugleich, warum ein Start 2028 als besonders lang empfunden würde. Die PlayStation-Reihe folgte bislang einem relativ stabilen Rhythmus: PS1 (1994), PS2 (2000, plus sechs Jahre), PS3 (2006, plus sechs Jahre), PS4 (2013, plus sieben Jahre) und PS5 (2020, plus sieben Jahre). Ein PS6-Start im Jahr 2028 würde diesen Abstand auf acht Jahre strecken – die längste Pause zwischen zwei PlayStation-Generationen überhaupt.

Diese Verlängerung ist kein reiner Zufall, sondern spiegelt einen branchenweiten Trend: Auch Microsoft lässt sich mit Project Helix mehr Zeit als bei früheren Generationswechseln, und selbst Nintendo brauchte von der ursprünglichen Switch (2017) bis zur Switch 2 (2026) rund neun Jahre. Höhere Entwicklungskosten, komplexere Chip-Fertigung und nun auch die Speicherkrise verlängern die Zyklen branchenweit.

Auch bei den Einstiegspreisen zeigt der historische Vergleich einen klaren Trend nach oben: Die PS1 startete 1994 umgerechnet bei rund 299 US-Dollar, die PS4 2013 bei 399 US-Dollar, die PS5 2020 ebenfalls bei 499 US-Dollar für die Digital-Variante. Eine PS6 im Bereich von 999 US-Dollar oder mehr würde diesen Aufwärtstrend fortsetzen – wenn auch mit einem deutlich größeren Sprung als zwischen den vorherigen Generationen, was die Speicherkrise als Sondereffekt zusätzlich unterstreicht.

Marktauswirkungen für Gamer in Deutschland und der DACH-Region

Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Verzögerung durchaus praktische Konsequenzen. Wer aktuell mit dem Kauf einer PS5 Pro liebäugelt, muss sich bei einem PS6-Start 2028 keine Sorgen machen, kurzfristig ins Hintertreffen zu geraten – die aktuelle Generation dürfte noch mehrere Jahre die relevante Plattform für Neuerscheinungen bleiben. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Sonys bisherige DACH-Preispolitik, etwa die jüngste PS-Plus-Preiserhöhung, dass Kostensteigerungen bei Sony-Produkten in der Vergangenheit zuverlässig an Endkunden weitergegeben wurden.

Hinzu kommt die Währungs- und Steuerfrage: US-Preise lassen sich nicht eins zu eins in Euro umrechnen, da in Deutschland die Mehrwertsteuer bereits im Verkaufspreis enthalten ist, während US-Preise diese meist exklusive ausweisen. Bereits bei aktueller Hardware – etwa der PS5 Pro oder dem Valve Steam Machine – liegen die europäischen Preise daher nominell über den US-Dollar-Beträgen, auch ohne Wechselkurseffekte. Sollte sich der von Analysten diskutierte Rahmen von 999 bis über 1.000 US-Dollar bestätigen, wäre ein deutscher Verkaufspreis von deutlich über 1.000 Euro für ein Topmodell keine Überraschung.

In Österreich und der Schweiz dürfte sich das Bild ähnlich darstellen, wenn auch mit den jeweils üblichen Aufschlägen: Schweizer Kundinnen und Kunden zahlen bei Sony-Hardware traditionell einen Aufpreis gegenüber dem Eurokurs, der über die reine Währungsumrechnung hinausgeht und sich meist erst mit dem tatsächlichen Marktstart final beziffern lässt. Wer in der DACH-Region ohnehin über ein Upgrade nachdenkt, sollte diese Unsicherheit bei der Kaufentscheidung mit einplanen, statt sich an frühen Euro-Schätzungen einzelner Redaktionen zu orientieren.

5 Prognosen: Wie es mit der PlayStation 6 weitergehen könnte

  • Marktstart 2028, nicht 2027: Die Kombination aus Totokis vorsichtigen Aussagen und der anhaltenden Speicherkrise macht einen Start im Jahr 2028 deutlich wahrscheinlicher als das ursprünglich gehandelte Ende 2027.
  • Basispreis nahe der 1.000-Dollar-Marke: Sofern sich die Bauteilkosten nicht deutlich entspannen, dürfte Sony versuchen, den Einstiegspreis knapp unter 999 US-Dollar zu halten – aus genau den psychologischen Gründen, die Analyst Manu Rosier beschreibt.
  • Enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Xbox Project Helix: Landen beide Konsolen tatsächlich 2027/2028, entsteht erstmals seit Jahren wieder ein echter zeitgleicher Generationswechsel statt eines zeitversetzten Vorsprungs einer Plattform.
  • Project Canis könnte vor der Hauptkonsole erscheinen: Laut Leaks wäre eine Handheld-Markteinführung bereits im Herbst 2027 möglich – rund ein Jahr vor der großen PS6.
  • Laufwerke werden endgültig zur Option: Nach dem Vorbild der PS5-Slim-Modelle und der PS5 Pro dürfte auch die PS6 in einer güns­tigeren, laufwerklosen Variante als Standard positioniert werden.

Häufige Fragen zur PlayStation 6

Wann erscheint die PlayStation 6?

Einen offiziellen Termin gibt es nicht. Der aktuelle Branchenkonsens deutet auf 2028 hin, nachdem frühere Schätzungen noch von Ende 2027 ausgingen. Vereinzelte, schwächer abgesicherte Quellen nennen sogar 2029.

Wie viel wird die PlayStation 6 kosten?

Auch das ist offiziell offen. Die zuletzt gemeldeten Bauteilkosten von rund 960 US-Dollar sowie die Reaktion der Analysten auf den 1.049-Dollar-Start des Steam Machine deuten auf einen Verkaufspreis nahe oder über 999 US-Dollar hin. Deutsche Medien spekulieren mit Spannen zwischen 600 und 1.200 Euro.

Was bedeutet der Codename „Orion”?

„Orion” ist der in Leaks kursierende interne Codename für den Hauptchip der PlayStation 6, entwickelt als AMD-Semi-Custom-Lösung. Er folgt der Tradition früherer PlayStation-Codenamen wie „Liverpool” (PS4) und „Oberon” (PS5).

Wird die PS6 abwärtskompatibel zu PS4 und PS5 sein?

Offiziell unbestätigt, aber angesichts von Sonys Strategie bei der PS5 gilt eine Abwärtskompatibilität zu PS4- und PS5-Spielen als sehr wahrscheinlich.

Was ist „Project Canis”?

„Project Canis” ist der Leak-Codename für ein PlayStation-Handheld, das dieselbe Chip-Architektur wie die PS6 nutzen soll. Laut Leaker Moore’s Law Is Dead könnte es bereits im Herbst 2027 erscheinen – vor der großen Konsole.

Wie stark wird die PS6 im Vergleich zur PS5 sein?

Leaks sprechen von 2,5- bis 3-facher Rasterizing-Leistung und 6- bis 12-facher Raytracing-Leistung im Vergleich zur PS5, basierend auf einer geleakten Rechenleistung von 34 bis 40 TFLOPS.

Ist die PlayStation 6 offiziell bestätigt?

Nein. Sony hat weder einen Produktnamen noch technische Daten offiziell bestätigt. Einzig CEO Hiroki Totoki äußerte sich im Mai 2026 vage zu Zeitplan und Speicherkosten – ein Produkt-Reveal steht weiterhin aus.

Wie unterscheidet sich die PS6 von der Xbox Project Helix?

Hardwareseitig ähneln sich beide Next-Gen-Konsolen stark (AMD, 3-nm-Fertigung, RDNA-5-Grafik). Der Hauptunterschied liegt in der Plattform-Philosophie: Die PS6 dürfte dem geschlossenen PlayStation-Store-Modell treu bleiben, während Project Helix laut AMD-Chefin Lisa Su bewusst offener und PC-näher ausgerichtet wird.

Sollte ich jetzt eine PS5 kaufen oder auf die PlayStation 6 warten?

Wer aktuell ein neues System sucht, muss laut heutigem Kenntnisstand nicht auf die PS6 warten: Bis zu einem realistischen Marktstart 2028 vergehen noch mindestens anderthalb bis zwei Jahre, in denen PS5 und PS5 Pro die primäre Plattform für neue Exklusivtitel bleiben. Nur wer ohnehin plant, erst in einigen Jahren aufzurüsten, profitiert davon, die aktuelle Preis- und Leak-Lage weiter zu beobachten, statt kurzfristig zu handeln.