Valve macht aus dem Verkaufsstart der Steam Machine ein Glücksspiel im wörtlichen Sinn. Wer den neuen Wohnzimmer-PC des Unternehmens kaufen will, klickt sich nicht einfach in einen Warenkorb, sondern registriert sich für eine Ziehung: ein Anmeldefenster, eine Zufalls-Randomisierung, eine E-Mail mit Kaufeinladung – und im ungünstigsten Fall eine Warteliste, die sich nach Valves eigenen Angaben erst zum Jahresende 2026 auflösen soll. Am 25. Juni 2026 um 10:00 Uhr Pacific Time (19:00 Uhr MESZ) schloss sich das Anmeldefenster für die erste Runde. Seither entscheidet der Zufall, wer zuerst eine der ersten Steam Machines ab 1.039 Euro kaufen darf.
Für ein Unternehmen, das mit dem Steam Deck 2022 bereits eine monatelange Warteschlange gemanagt hat, ist dieses Losverfahren die konsequenteste Antwort auf ein Problem, das die gesamte Gaming-Hardware-Branche seit der PS5-Einführung 2020 begleitet: Scalper-Bots, die limitierte Ware in Sekunden aufkaufen und anschließend zu Mondpreisen weiterverkaufen. Ob die Steam-Machine-Lotterie dieses Problem tatsächlich löst – oder frustrierte Käufer nur anders verteilt –, ist die zentrale Frage dieser Analyse.
Der Auslöser: Valve kündigt Losverfahren für die Steam Machine an
Am 22. Juni 2026 öffnete Valve die Anmeldephase für die Steam Machine, den würfelförmigen Wohnzimmer-PC, der seit Monaten als Nachfolger der gescheiterten Steam Machines von 2015 gehandelt wurde. Statt eines klassischen Vorbestellstarts nach dem Prinzip “wer zuerst kommt, kauft zuerst” wählte Valve ein zweistufiges Verfahren: erst Anmeldung, dann Zufallsziehung. Interessenten trugen sich über ihr Steam-Konto in eine Liste ein – die Reihenfolge der Anmeldung spielte für die spätere Auslosung ausdrücklich keine Rolle. Wer sich am ersten Tag registrierte, hatte laut Valve exakt dieselben Chancen wie jemand, der sich erst Minuten vor Anmeldeschluss eintrug.
Die Ankündigung überraschte einen Teil der Community, weil sie mit dem gewohnten Vorbestell-Ritual bricht. Fachmedien wie PC Gamer und Tom’s Hardware berichteten übereinstimmend, dass Valve das Verfahren explizit als Reaktion auf automatisierte Aufkaufversuche positionierte – ein Thema, das die PC- und Konsolenbranche seit Jahren beschäftigt.
Zeitplan: Von der Anmeldung bis zur ersten Auslieferung
Der Ablauf war für Valve-Verhältnisse ungewöhnlich klar kommuniziert. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Termine der Steam-Machine-Reservierung zusammen:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 22. Juni 2026 | Anmeldephase für die Reservierung startet |
| 25. Juni 2026, 10:00 Uhr PT / 19:00 Uhr MESZ | Anmeldeschluss der ersten Runde |
| 25. Juni 2026 (danach) | Valve führt die einmalige Zufalls-Randomisierung durch |
| 29. Juni 2026 | Erste Einladungs-E-Mails zur Kaufabwicklung werden verschickt |
| 29. Juni – 2. Juli 2026 | 72-Stunden-Kauffenster für eingeladene Nutzer |
| 30. Juni 2026 | Erste Auslieferungen beginnen |
| Ende 2026 | Von Valve angestrebter Zeitpunkt, um die Warteliste vollständig abzuarbeiten |
Nach Ablauf der Anmeldefrist führte Valve nach eigenen Angaben eine “einmalige Randomisierung” durch, um die Reservierungsreihenfolge festzulegen – ausdrücklich kein manuelles Ranking und keine Bevorzugung nach Anmeldezeitpunkt. Wer bei dieser ersten Ziehung nicht sofort zum Zug kam, landete nicht automatisch leer aus, sondern auf einer Warteliste für nachrückende Kontingente. Laut einem Folgebericht von PC Gamer aus dem Juli 2026 rechnet Valve damit, diese Warteliste bis Ende 2026 abzuarbeiten – ein Hinweis darauf, dass die Produktionskapazität über mehrere Monate gestreckt bleibt.
Teilnahmebedingungen: Wer darf mitmachen?
Nicht jeder Steam-Nutzer konnte sich einfach anmelden. Valve verlangte ein Steam-Konto “in gutem Standing” sowie mindestens einen Kauf auf der Plattform vor dem 27. April 2026. Diese Stichtagsregel sollte verhindern, dass Scalper kurzfristig Tausende frischer Wegwerf-Accounts anlegen, um ihre Losanzahl künstlich zu erhöhen. Mehrere Berichte, unter anderem von Engadget, deuten zudem darauf hin, dass Valve Zahlungs- und Versanddaten nutzte, um Mehrfachanmeldungen pro Haushalt zu erschweren – offiziell bestätigt hat Valve dieses Detail bislang nicht, weshalb es hier als Presseerkenntnis und nicht als Unternehmensaussage gilt.
Das Prinzip ähnelt dem, was Valve schon beim Steam-Deck-Start 2021 anwendete, als nur Konten mit einem Kauf vor Juni 2021 reservieren durften. Der entscheidende Unterschied: Damals kostete die Reservierung 5 US-Dollar und sicherte einen festen Platz in einer chronologischen Schlange. 2026 ist die Teilnahme an der Steam-Machine-Lotterie kostenlos, dafür entscheidet ausschließlich der Zufall über die Reihenfolge.
Reservierungs-Queue vs. Warteliste: Wie die Zuteilung funktioniert
Nach der Randomisierung teilte Valve die Teilnehmer in zwei Gruppen ein. Wer weit vorne in der ausgelosten Reihenfolge landete, kam in die Reservierungs-Queue mit einer fest zugesagten Einheit. Alle anderen wurden auf eine Warteliste gesetzt, aus der weitere Einheiten vergeben werden, sobald neue Kontingente verfügbar sind. Beide Gruppen erhalten E-Mail-Benachrichtigungen – der Unterschied liegt in der Verbindlichkeit der Zusage.
Wichtig für Käufer: Das 72-Stunden-Kauffenster gilt nur für die Reservierungs-Queue. Wer die Frist verstreichen lässt, verliert die Einheit, die dann automatisch an die nächste Person auf der Liste weitergereicht wird. Dieses Prinzip übernahm Valve nahezu unverändert vom Steam-Deck-Verfahren aus dem Jahr 2022, wo dieselbe 72-Stunden-Regel bereits für Frustration sorgte, wenn Käufer im Urlaub oder ohne Zahlungsmittel zur Hand waren.
Die Preise im Detail: Was die Steam Machine in Deutschland kostet
Für den deutschen Markt bestätigte Valve konkrete Eurobeträge parallel zur US-Preisangabe – ein Detail, das bei früheren Steam-Hardware-Launches nicht immer sofort vorlag. Die folgende Tabelle zeigt die offizielle Preisstruktur:
| Modell | Preis USD | Preis EUR | Preis GBP |
|---|---|---|---|
| 512 GB, ohne Controller | 1.049 $ | 1.039 € | 879 £ |
| 512 GB, mit Steam Controller | 1.128 $ | 1.108 € | 938 £ |
| 2 TB, ohne Controller | 1.349 $ | 1.359 € | 1.149 £ |
| 2 TB, mit Steam Controller | 1.428 $ | 1.428 € | 1.208 £ |
Das Einstiegsmodell mit 512 GB Speicher und ohne Controller kostet damit 1.039 Euro, mit beigelegtem Steam Controller sind es 1.108 Euro. Die 2-TB-Variante startet bei 1.359 Euro und kostet im Controller-Bundle 1.428 Euro. Deutsche Fachmedien wie GamesWirtschaft.de bestätigten die Preisstaffel unabhängig und ordneten sie als deutlich teurer ein, als viele Interessenten erwartet hatten. Zum Einordnen: Die Steam Machine kostet damit mehr als eine PS5 Pro in Standardkonfiguration und bewegt sich preislich näher an einem Mittelklasse-Gaming-PC als an einer klassischen Konsole.
Warum ein Losverfahren? Valves Begründung gegen Scalper und Bots
Die Begründung, die in mehreren Medienberichten paraphrasiert wird, lautet im Kern: Valve wollte den typischen “Sturm auf den Warenkorb” verhindern, bei dem Bots menschlichen Käufern in Millisekunden zuvorkommen. Eine Registrierungsphase ohne Vorteil für frühe Anmelder nimmt Scalper-Software genau das, worauf sie optimiert ist – Geschwindigkeit. Ob sich jemand um 0:01 Uhr oder erst um 9:59 Uhr am letzten Tag anmeldete, spielte für die Auslosung keine Rolle.
Die Berichterstattung verweist zudem auf ein Motiv, das über reines Scalping hinausgeht: begrenzte Fertigungskapazität. The Register brachte die Verknappung in seiner Berichterstattung explizit mit der branchenweiten Konkurrenz um Speicher- und Logikchips in Verbindung, die durch die hohe Nachfrage nach KI-Beschleunigern zusätzlich verschärft wird – ein Kontext, den shattered.io bereits im Zusammenhang mit steigenden RAM- und Grafikkarten-Preisen 2026 eingeordnet hat. Ein Losverfahren entkoppelt zumindest die Reihenfolge des Verkaufs von der Fertigungsgeschwindigkeit, löst das Kapazitätsproblem selbst aber nicht.
Rückblick: Die PS5-Scalping-Krise 2020/21 als Blaupause der Angst
Um zu verstehen, warum Valve so viel Aufwand in ein Losverfahren steckt, lohnt der Blick zurück auf den Launch, der die gesamte Branche geprägt hat. Als Sony die PlayStation 5 im November 2020 auf den Markt brachte, kauften Scalper-Bots einen Großteil der verfügbaren Einheiten weg, bevor reguläre Kunden überhaupt eine Chance hatten. Eine britische Scalper-Gruppe brüstete sich öffentlich damit, rund 3.500 PS5-Konsolen per Bot gekauft und zum bis zu dreifachen Preis weiterverkauft zu haben. Die Reseller-Plattform StockX vermeldete bis Ende 2020 fast 140.000 weiterverkaufte PS5-Einheiten, im Schnitt für 800 US-Dollar bei einem UVP von 500 US-Dollar für das Standardmodell.
Die Dimension wurde 2021 noch deutlicher: Eine im März 2021 veröffentlichte Analyse bezifferte allein für Großbritannien rund 52.000 auf eBay und StockX weiterverkaufte PS5- und Xbox-Konsolen mit einem Gesamtumsatz von 42 Millionen britischen Pfund und geschätzten 10 Millionen Pfund Gewinn für die Wiederverkäufer. The Verge notierte im November 2021 Straßenpreise von 870 US-Dollar für das PS5-Disc-Modell gegenüber einer UVP von 499 US-Dollar. Erst 2025, rund fünf Jahre nach Marktstart, beschrieb Polygon den PS5-Gebrauchtmarkt als vollständig gesättigt – gebrauchte Konsolen waren da bereits für einen Bruchteil des ursprünglichen Wiederverkaufspreises zu haben. Diese Zahlen erklären, warum Hersteller heute Verkaufsprozesse entwerfen, die Geschwindigkeit als Kaufkriterium bewusst ausschalten.
Vom Fünf-Dollar-Ticket zum Zufallslos: Valves Verkaufssysteme im Wandel
Die Steam Machine ist bereits das dritte Valve-Produkt innerhalb weniger Jahre, das über ein kontrolliertes Zuteilungssystem verkauft wird. Ein Vergleich zeigt, wie sich der Ansatz seit 2022 verändert hat:
| Produkt | Zeitraum | System | Gebühr | Kauffenster |
|---|---|---|---|---|
| Steam Deck | Ab Juli 2021 | Chronologische Warteschlange (FIFO) | 5 $ Reservierungsgebühr | 72 Stunden |
| Steam Controller (2. Generation) | Mai 2026 | Reservierung, ein Gerät pro Kunde | Keine Gebühr | Nicht öffentlich beziffert |
| Steam Machine | Juni 2026 | Zufallslotterie nach Anmeldeschluss | Keine Gebühr | 72 Stunden |
Steam Deck 2022 – die chronologische Warteschlange
Als Valve im Juli 2021 die Reservierungsphase für das Steam Deck startete, kostete die Teilnahme 5 US-Dollar, die auf den Kaufpreis angerechnet wurden. Reservierungen wurden strikt in der Reihenfolge des Eingangs abgearbeitet, ebenfalls mit einem 72-Stunden-Kauffenster nach Einladung. Was ursprünglich für Dezember 2021 geplant war, verschob sich durch die hohe Nachfrage bis weit ins Jahr 2022 – laut Berichterstattung von The Verge erklärte Valve die Warteliste erst im Oktober 2022 für aufgelöst, gut 15 Monate nach Start der Reservierungsphase.
Steam Controller 2026 – die Generalprobe für die Lotterie
Ein wichtiges, oft übersehenes Zwischenkapitel: Bereits im Mai 2026 musste Valve nach einem holprigen Neustart des zweiten Steam Controllers kurzfristig ein Reservierungssystem einführen, das Käufe auf ein Gerät pro Kunde begrenzte. Dieses Verfahren – kostenlos, aber noch ohne Zufallskomponente – liest sich im Rückblick wie eine Generalprobe für das, was einen Monat später bei der Steam Machine zum Einsatz kam. Die Entwicklung von der kostenpflichtigen FIFO-Schlange 2022 über die kostenlose Ein-Gerät-Regel im Mai 2026 bis zur echten Zufallslotterie im Juni 2026 zeigt ein Unternehmen, das sein Verkaufsmodell mit jedem Launch weiter nachjustiert.
Deutschland und die EU: Der DACH-Blick auf die Lotterie
Für deutsche und DACH-Käufer ist zunächst die wichtigste Nachricht: Die Reservierung war laut Berichterstattung nicht auf die USA beschränkt, sondern schloss Nordamerika, Großbritannien, die Europäische Union und Australien ein. Deutschland war als EU-Mitglied damit Teil des ersten Anmeldefensters – ohne separate, spätere DACH-Verfügbarkeit, wie sie bei anderen Hardware-Launches in der Vergangenheit vorkam. Eigenständige Sonderkonditionen für den deutschsprachigen Raum außerhalb der regulären EU-Regelung ließen sich in der verfügbaren Berichterstattung nicht bestätigen.
Bei den Preisen zeigt sich zudem, dass Valve die Eurobeträge nicht per einfachem Tageskurs umgerechnet, sondern als eigene UVP-Stufe kommuniziert hat – ein Standard, den europäische Käufer von Steam-Hardware seit dem Steam Deck kennen. Ob deutsche Händler wie MediaMarkt oder Saturn eigene Kontingente außerhalb von Valves Direktvertrieb erhalten, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bestätigt; bislang läuft der Verkauf ausschließlich über den Steam Store.
Analyse: Was hinter Valves ungewöhnlicher Verkaufsstrategie steckt
Drei Motive lassen sich aus der Faktenlage herausdestillieren. Erstens Reputationsschutz: Nach der öffentlichen Kritik an Scalping-Wellen bei PS5 und Grafikkarten will kein Hersteller mehr Schlagzeilen über leere Regale und dreifach überteuerte eBay-Angebote riskieren. Zweitens Erwartungsmanagement: Ein Losverfahren mit klar kommunizierter Warteliste bis Jahresende nimmt Druck von Valve, kurzfristig unrealistische Liefertermine versprechen zu müssen. Drittens datenschutzfreundliche Kontrolle: Da nur bestehende Steam-Konten mit Kaufhistorie teilnahmeberechtigt sind, bleibt der Kreis der Teilnehmer für Valve überschaubar, ohne dass zusätzliche Identitätsprüfungen nötig wären.
Bemerkenswert ist, dass Valve mit der Steam-Machine-Lotterie einen Mittelweg zwischen zwei Extremen gewählt hat: dem chaotischen offenen Vorverkauf, wie ihn Sony 2020 bei der PS5 erlebte, und der starren chronologischen Schlange, wie sie beim eigenen Steam Deck 2022 für Frust sorgte. Eine Zufallsziehung verschafft weder Frühanmeldern noch Spätanmeldern einen systematischen Vorteil – ein Prinzip, das eher an Ticketverlosungen für stark nachgefragte Konzerte erinnert als an klassische Technik-Vorbestellungen.
Konkurrenzvergleich: Wie Sony, Microsoft und die Konsolenwelt mit Knappheit umgehen
Sony reagierte auf die PS5-Krise 2020/21 vor allem mit unangekündigten Restocks über den eigenen Onlineshop und Partnerhändler, um Bots die Vorhersagbarkeit zu nehmen – ein Ansatz, der Käufer zwang, ständig mehrere Shop-Seiten zu aktualisieren, ohne dass eine strukturierte Warteliste angeboten wurde. Microsoft verfolgte mit der Xbox Series X einen ähnlichen Weg über wechselnde Restock-Fenster bei Einzelhändlern. Beide Hersteller haben aus dieser Phase erkennbar Lehren gezogen, ohne jedoch ein Losverfahren im Stil der Steam Machine einzuführen.
Valve unterscheidet sich damit von der reinen Konsolenwelt: Statt auf Restock-Überraschung setzt das Unternehmen auf Vorhersagbarkeit – Interessenten wissen exakt, wann sich das Anmeldefenster schließt und wann sie mit einer Antwort rechnen können. Der Kompromiss: Wer nicht in die erste Auslosung kommt, muss sich auf eine mehrmonatige Wartezeit einstellen, statt einfach beim nächsten Restock erneut zuzuschlagen. Für ein Nischenprodukt wie die Steam Machine, das ohnehin nicht in den Stückzahlen einer PS5 gefertigt wird, ist dieser Trade-off leichter zu vertreten, als es bei einer Massenkonsole der Fall wäre.
Marktauswirkungen: Folgen für Handel, Wiederverkauf und Kundenvertrauen
Kurzfristig dürfte das Losverfahren den Sekundärmarkt zumindest ausbremsen: Wer sein Los nicht einlösen kann oder will, kann die Reservierung nicht wie eine Ware weiterverkaufen, da sie an das persönliche Steam-Konto gebunden ist. Das unterscheidet die Steam Machine von PS5-Einheiten 2020, die nach dem Kauf im stationären oder Online-Handel frei weiterverkäuflich waren. Ob sich dennoch ein Graumarkt für “garantierte Lose” oder komplette Steam-Konten mit Kaufberechtigung bildet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös vorhersagen und wäre reine Spekulation.
Für den Handel bedeutet Valves Direktvertriebsmodell zudem, dass klassische Elektronikketten in Deutschland zunächst außen vor bleiben – ein Unterschied zum klassischen Konsolengeschäft, wo Handelspartner traditionell eigene Kontingente erhalten. Langfristig hängt viel davon ab, ob Valve das Versprechen einlöst, die Warteliste bis Ende 2026 abzuarbeiten. Gelingt das, dürfte die Steam-Machine-Lotterie als Blaupause für künftige Hardware-Launches gelten; scheitert es, drohen dieselben Vertrauensprobleme, die schon den ursprünglichen Steam-Deck-Start begleiteten.
Kritik und offene Fragen: Ist das Losverfahren wirklich fair?
Nicht jede Reaktion auf das Verfahren war positiv. Kritiker bemängeln, dass ein reines Zufallsprinzip Vielkäufer und Neukunden gleichbehandelt, während loyale Steam-Nutzer mit jahrelanger Kaufhistorie keinen strukturellen Vorteil gegenüber Nutzern mit nur einem einzigen älteren Einkauf haben. Andere Stimmen in der Berichterstattung weisen darauf hin, dass die Stichtagsregel vom 27. April 2026 zwar Massen-Fake-Accounts erschwert, findige Scalper mit älteren, “warmen” Konten aber theoretisch weiterhin teilnehmen können.
Offen bleibt zudem, wie transparent Valve den Zufallsmechanismus tatsächlich macht. Anders als bei behördlich beaufsichtigten Lotterien veröffentlicht Valve keine überprüfbaren Ziehungsprotokolle – Nutzer müssen der Aussage einer “einmaligen Randomisierung” schlicht vertrauen. Für ein Unternehmen, das mit seinem Handelssystem für digitale Items und den damit verbundenen Debatten um Lootbox-Mechaniken ohnehin genau beobachtet wird, ist das ein sensibler Punkt.
Prognosen: Wie es mit der Steam Machine weitergeht
Fünf Entwicklungen erscheinen aus heutiger Sicht plausibel, auch wenn keine davon von Valve offiziell bestätigt ist:
- Weitere Losrunden: Angesichts der Ankündigung, die Warteliste bis Ende 2026 abzuarbeiten, ist mit mindestens einer, wahrscheinlich mehreren weiteren Anmeldephasen für nachrückende Kontingente zu rechnen.
- Übertragung auf künftige Hardware: Sollte sich das Verfahren bewähren, dürfte Valve es auch für kommende Produkte wie eine mögliche weitere Steam-Frame-Generation oder zusätzliche Controller-Auflagen wiederverwenden.
- Anhaltender Lieferdruck bis mindestens Anfang 2027: Die Kombination aus Losverfahren und offen kommunizierter Warteliste deutet darauf hin, dass Neuanmelder nicht vor Ende 2026 mit einer Kaufeinladung rechnen sollten.
- Kein breiter Einzelhandel in Deutschland kurzfristig: Solange Valve den Direktvertrieb über den Steam Store priorisiert, ist eine breite Regalverfügbarkeit bei deutschen Elektronikketten vor 2027 unwahrscheinlich.
- Mehr Nachfragen zur Transparenz: Je größer die Steam Machine als Produktkategorie wird, desto wahrscheinlicher werden Anfragen von Medien oder Verbraucherschützern nach überprüfbaren Nachweisen für die Fairness der Zufallsziehung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die Steam-Machine-Lotterie genau?
Ein zweistufiges Verkaufsverfahren: Erst melden sich Interessenten über ihr Steam-Konto in einem festen Zeitfenster an, danach entscheidet eine einmalige Zufalls-Randomisierung, wer zuerst eine Kaufeinladung erhält.
Wer konnte sich für die erste Runde anmelden?
Nutzer mit einem Steam-Konto in gutem Standing, das vor dem 27. April 2026 mindestens einen Kauf verzeichnete. Die erste Anmeldephase lief vom 22. bis 25. Juni 2026.
Wie viel kostet die Steam Machine in Deutschland?
Das 512-GB-Modell ohne Controller kostet 1.039 Euro, mit Steam Controller 1.108 Euro. Die 2-TB-Variante startet bei 1.359 Euro und kostet im Controller-Bundle 1.428 Euro.
Was passiert, wenn ich eine Kaufeinladung verpasse?
Nach Erhalt der Einladungs-E-Mail bleiben 72 Stunden Zeit für den Kauf. Verstreicht diese Frist, geht die reservierte Einheit an die nächste Person auf der Liste.
Ist Deutschland von der Reservierung ausgeschlossen?
Nein. Berichten zufolge deckte die erste Anmeldephase Nordamerika, Großbritannien, die gesamte EU – und damit Deutschland – sowie Australien ab.
Wie lange dauert es, bis alle Interessenten eine Steam Machine kaufen können?
Valve strebt nach eigenen Angaben an, die Warteliste bis Ende 2026 abzuarbeiten. Ein exaktes Datum für einzelne Nutzer nennt das Unternehmen nicht.
Kann ich meine Gewinnchancen durch mehrere Anmeldungen erhöhen?
Nach den verfügbaren Informationen ist eine Anmeldung pro Steam-Konto vorgesehen, und mehrere Berichte deuten auf zusätzliche Beschränkungen pro Haushalt hin. Eine offizielle Bestätigung dieses Details durch Valve liegt bislang nicht vor.
Unterscheidet sich das Verfahren vom Steam-Deck-Start 2022?
Deutlich. 2022 kostete die Teilnahme 5 US-Dollar und folgte einer chronologischen Warteschlange. 2026 ist die Teilnahme kostenlos, und die Reihenfolge wird ausschließlich per Zufall bestimmt.
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