Wer 2026 nach einem VPN sucht, stößt fast überall auf dasselbe Werbeversprechen: “Wir speichern keine Logs.” Nachprüfbar ist das nur, wenn eine unabhängige Prüfgesellschaft tatsächlich in die Server-Konfiguration schaut und ihre Ergebnisse veröffentlicht. Genau das haben in den vergangenen Monaten drei Anbieter getan, die selten gemeinsam verglichen werden: Surfshark, CyberGhost und TunnelBear. Alle drei haben zwischen 2024 und 2026 frische Audit-Berichte veröffentlicht, alle drei verfolgen dabei einen anderen Ansatz, und alle drei richten sich an unterschiedliche Nutzergruppen. Dieser Vergleich zeigt, wer die Datenschutzversprechen tatsächlich belegen kann, wie schnell die Dienste in unabhängigen Tests wirklich sind und für wen sich welcher Anbieter lohnt.

Warum VPN-Audits 2026 überhaupt zählen

Ein VPN-Anbieter kann in der Datenschutzerklärung behaupten, was er will. Ohne externe Prüfung bleibt das eine Zusicherung ohne Beweis. Seit dem Verkauf mehrerer VPN-Marken an Investmentgesellschaften und nach wiederholten Berichten über Datenlecks bei kleineren Anbietern ist das Misstrauen gegenüber unbelegten No-Logs-Versprechen in der Branche gestiegen. Prüfgesellschaften wie Deloitte oder Sicherheitsfirmen wie Cure53 untersuchen dabei nicht den Marketingtext, sondern die tatsächliche Serverkonfiguration, die Rechte- und Zugriffsstruktur sowie die technischen Prozesse, die verhindern sollen, dass Verbindungsdaten überhaupt erst entstehen.

Für Nutzerinnen und Nutzer in Österreich ist das mehr als eine technische Fußnote. Wer aus beruflichen Gründen sensible Daten überträgt, öffentliche WLANs nutzt oder aus Ländern mit strengerer Internetzensur kommuniziert, verlässt sich auf ein Versprechen, das im Ernstfall nicht mehr korrigierbar ist. Ist eine Verbindung erst einmal protokolliert, lässt sich das nicht rückgängig machen. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Prüfberichte selbst und nicht nur auf die Zusammenfassung im Blogbeitrag des jeweiligen Anbieters.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Seit mehrere kleinere VPN-Anbieter in den vergangenen Jahren durch Eigentümerwechsel, unklare Firmenstrukturen oder verschwiegene Datenlecks aufgefallen sind, ist ein aktuelles Audit für viele Nutzer zum eigentlichen Kaufkriterium geworden, noch vor Preis oder Serveranzahl. Marketingtexte lassen sich beliebig formulieren, ein von Deloitte oder Cure53 unterschriebener Prüfbericht dagegen nicht. Dieser Vergleich konzentriert sich deshalb bewusst auf drei Anbieter, die diesen Nachweis in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten tatsächlich erbracht haben, und ordnet die Ergebnisse in den größeren Kontext von Geschwindigkeit, Preis und rechtlichem Sitz ein.

Was ein No-Logs-Audit tatsächlich prüft

Ein typisches No-Logs-Audit nach dem Standard ISAE 3000 untersucht drei Bereiche: die Konfiguration der Serverinfrastruktur, die internen Prozesse für Systemadministration und Wartung sowie die Frage, ob personenbezogene Nutzungsdaten wie Verbindungszeitstempel, IP-Adressen oder besuchte Domains technisch überhaupt gespeichert werden könnten. Die Prüfer erhalten dafür üblicherweise Zugriff auf eine Stichprobe der Server, Interviews mit dem Engineering-Team und Einsicht in interne Betriebsdokumentation. Am Ende steht ein Prüfurteil, das entweder bestätigt, dass die Systeme mit der veröffentlichten No-Logs-Richtlinie übereinstimmen, oder Abweichungen benennt. Findet die Prüfgesellschaft Abweichungen, werden diese in seriösen Berichten explizit benannt, statt stillschweigend im Fließtext unterzugehen, was Leser beim Vergleich mehrerer Anbieter im Blick behalten sollten.

Wichtig für die Einordnung: Ein Audit ist immer eine Momentaufnahme. Es bestätigt den Zustand zum Prüfzeitpunkt, nicht eine dauerhafte Garantie. Deshalb ist die Häufigkeit der Wiederholung mindestens so aussagekräftig wie das erste Ergebnis.

Ein weiterer Unterschied liegt darin, wer den Auftrag erteilt und bezahlt. In allen drei hier verglichenen Fällen ist es der VPN-Anbieter selbst, der die Prüfgesellschaft beauftragt und die Kosten trägt, was in der Branche üblich, aber nicht frei von Interessenkonflikten ist. Umso wichtiger ist es, dass der vollständige Prüfbericht öffentlich einsehbar bleibt und nicht nur eine Pressemitteilung mit dem Ergebnis. Surfshark und CyberGhost veröffentlichen ihre Deloitte-Berichte als PDF-Zusammenfassung auf der eigenen Website, TunnelBear verlinkt die Cure53-Ergebnisse direkt im Blogbeitrag zur jeweiligen Prüfung.

Surfshark: Deloitte bestätigt No-Logs-Politik erneut

Surfshark hat am 16. Juni 2025 seinen zweiten Deloitte-Prüfbericht veröffentlicht. Die eigentliche Prüfung lief vom 14. Mai bis zum 10. Juni 2025 und folgte dem internationalen Prüfstandard ISAE 3000. Surfshark beschreibt das Ergebnis selbst so: “This independent assurance, carried out by Deloitte, one of the Big Four auditing firms, confirms that we don’t monitor what you do online and do not keep logs of your activities”, teilte Surfshark in seinem Blog mit.

Deloitte selbst hielt im Prüfbericht fest: “Based on the procedures performed and the evidence obtained, in our opinion, the configuration of IT systems and management of the supporting IT operations is properly prepared, in all material respects, in accordance with Surfshark’s description of its no-logs policy”, zitiert aus dem offiziellen Prüfbericht. Konkret bestätigt der Bericht unter anderem, dass Verbindungsmetadaten wie Zeitstempel innerhalb von 15 Minuten nach Sitzungsende automatisch gelöscht werden und dass Traffic-Daten, Browserverlauf, besuchte Websites, Ziel-IP-Adressen sowie übertragene Datenmengen grundsätzlich nicht gespeichert werden.

Technisch untermauert wird das durch die Serverarchitektur: Surfshark betreibt sein komplettes Netzwerk von mittlerweile mehr als 4.500 Servern in rund 100 Ländern ausschließlich im Arbeitsspeicher (RAM-only). Bei einem Neustart oder Stromausfall wird der gesamte Serverinhalt gelöscht, dauerhafte Speicherung auf Festplatten findet nicht statt. Surfshark hat diese Umstellung bereits 2020 abgeschlossen und seither bei jeder Netzwerkerweiterung beibehalten. Der Firmensitz liegt in Amsterdam, Niederlande, nachdem Surfshark 2021 offiziell dorthin umgezogen ist. Die Niederlande zählen zur sogenannten Nine-Eyes-Allianz für Geheimdienstkooperation, was bei der Bewertung der Jurisdiktion mitberücksichtigt werden sollte.

Für die tägliche Nutzung relevant ist außerdem, dass Surfshark seinen Nutzern ein sogenanntes Multihop-Feature anbietet, bei dem der Datenverkehr über zwei Server statt nur einen geleitet wird. Das kostet etwas Geschwindigkeit, erhöht aber die Distanz zwischen Nutzer und Zielserver zusätzlich. Kombiniert mit dem Kill-Switch, der die Internetverbindung bei einem VPN-Abbruch automatisch kappt, ergibt sich ein Sicherheitspaket, das über den reinen Audit-Nachweis hinausgeht. Für Unternehmen bietet Surfshark zudem eine separate Business-Variante an, die zentrale Verwaltung mehrerer Mitarbeiterkonten erlaubt, wobei die zugrunde liegende Serverinfrastruktur identisch mit der Consumer-Version bleibt.

CyberGhost: Dritter Deloitte-Audit in Folge

CyberGhost hat seinen Audit-Rhythmus mittlerweile zu einer festen Institution gemacht. Der Anbieter hat im Prüfzyklus 2025 seinen dritten unabhängigen Audit durch Deloitte Audit Romania abgeschlossen. Der Prüfumfang bezog sich laut Unternehmensangaben auf den Stichtag 31. Oktober 2025 und deckte die Konfiguration der IT-Systeme sowie die zugehörigen Betriebsprozesse ab. CyberGhost formuliert das Ergebnis so: “We’re excited to let you know that CyberGhost VPN underwent an independent audit performed by Deloitte, one of the Big Four global firms, to review our No Logs”, heißt es auf der Privacy-Hub-Seite des Anbieters.

Im Vorjahresaudit beschrieb CyberGhost den Prüfumfang so: “They reviewed our VPN network and the systems we put in place to uphold our strict no-logs policy”, so das Unternehmen in seinem Bericht zum zweiten Audit von 2024. Im aktuellsten Bericht für 2025 präzisiert CyberGhost: “Deloitte examined how CyberGhost’s infrastructure and operational systems are designed to uphold our no-logs policy, which ensures that user activity and connection data aren’t logged or retained”, so die Formulierung im Audit-Bericht 2025.

Drei aufeinanderfolgende Audits von derselben Prüfgesellschaft sind unter den großen VPN-Anbietern selten und ein starkes Argument für Kontinuität. CyberGhost betreibt nach Angaben mehrerer 2026er-Testberichte zwischen 11.000 und gut 12.000 Servern in rund 100 Ländern, ebenfalls komplett auf RAM-only-Basis. Firmensitz ist Bukarest, Rumänien, mit einem zusätzlichen Entwicklungsstandort in Deutschland. Rumänien gehört keiner der bekannten Geheimdienst-Allianzen (Five, Nine oder Fourteen Eyes) an, was in der Datenschutz-Community häufig als Vorteil gewertet wird.

CyberGhost hat außerdem ein eigenes Bug-Bounty-Programm etabliert und veröffentlicht vierteljährliche Transparenzberichte, in denen die Zahl eingegangener und validierter Schwachstellenmeldungen aufgelistet wird. Das ist ein Detail, das über den reinen Jahresaudit hinausgeht und zeigt, dass Sicherheitsprüfung bei CyberGhost nicht nur einmal im Jahr, sondern fortlaufend stattfindet. Für spezielle Anwendungsfälle bietet der Anbieter zudem sogenannte NoSpy-Server an, die ausschließlich im rumänischen Rechenzentrum von CyberGhost selbst betrieben werden, statt bei einem externen Rechenzentrumsbetreiber angemietet zu sein. Das reduziert die Anzahl der Parteien, die theoretisch physischen Zugriff auf die Hardware haben könnten, zusätzlich.

TunnelBear: Die längste Audit-Historie im Vergleich

TunnelBear geht einen anderen Weg als die beiden Konkurrenten. Statt eines Wirtschaftsprüfers wie Deloitte beauftragt der kanadische Anbieter seit 2016 jährlich die auf Penetrationstests spezialisierte Berliner Sicherheitsfirma Cure53 mit einem technischen Sicherheitsaudit. Für das Prüfjahr 2024 hat Cure53 nach TunnelBears eigenen Angaben zehn Schwachstellen mit mittlerem oder höherem Schweregrad sowie drei mit niedrigem Schweregrad identifiziert, die anschließend behoben wurden. Für 2025 hat TunnelBear die Prüfung nach eigener Aussage bereits abgeschlossen und wertete zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die Ergebnisse aus.

Der Unterschied zwischen den beiden Audit-Ansätzen ist relevant für die Einordnung: Ein Cure53-Sicherheitsaudit sucht aktiv nach ausnutzbaren Schwachstellen im Code und in der Infrastruktur, während ein Deloitte-Assurance-Report primär bestätigt, dass die Konfiguration mit der veröffentlichten Richtlinie übereinstimmt. Beide Ansätze sind wertvoll, beantworten aber unterschiedliche Fragen. TunnelBear veröffentlicht dafür die gefundenen Schwachstellenzahlen transparent, was Deloitte-Berichte in dieser Form üblicherweise nicht tun.

TunnelBear betreibt nach eigenen Angaben mehr als 8.000 Server in über 45 Ländern, unabhängige Netzwerkanalysen wie die von Netify zählen 51 Länder und Territorien. Ob TunnelBear RAM-only-Server einsetzt, ist öffentlich nicht eindeutig dokumentiert. Mehrere 2026er-Testberichte bemängeln, dass der Anbieter dazu keine klare Aussage trifft, anders als Surfshark und CyberGhost. TunnelBear hat seinen Sitz in Toronto, Kanada, das als Mitglied der Five-Eyes-Allianz gilt. Außerdem ist der Dienst seit Mai 2024 von der branchenweiten TunnelVision-Schwachstelle betroffen, die es einem böswilligen lokalen Netzwerk erlaubt, bestimmten Datenverkehr am VPN-Tunnel vorbeizuleiten. TunnelBear hat für Windows und Android Entwarnung gegeben, stuft macOS und iOS jedoch weiterhin als verwundbar ein, weil eine vollständige Abhilfe dort technisch noch nicht umgesetzt ist.

Technische Daten im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Eckdaten der drei Anbieter zusammen, Stand September 2026:

KriteriumSurfsharkCyberGhostTunnelBear
Letzter AuditDeloitte, Juni 2025 (2. Audit)Deloitte Romania, Okt./Nov. 2025 (3. Audit)Cure53, 2024/2025 (8. Jahr in Folge)
Audit-TypISAE-3000-AssuranceISAE-3000-AssuranceTechnisches Penetrationstest-Audit
Serveranzahl4.500+11.000–12.000+8.000+
Länderabdeckung~100 Länder~100 Länder45–51 Länder
RAM-only-ServerJa, 100 % des NetzwerksJa, laut Anbieter komplettes NetzwerkÖffentlich nicht bestätigt
ProtokolleWireGuard, OpenVPN (UDP/TCP), IKEv2WireGuard, OpenVPN, IKEv2WireGuard, OpenVPN, IKEv2 (IKEv2 nicht auf Android)
Gleichzeitige GeräteUnbegrenzt7 GeräteHerstellerangaben uneinheitlich (5 bzw. unbegrenzt)
FirmensitzAmsterdam, NiederlandeBukarest, RumänienToronto, Kanada
Geheimdienst-AllianzNine EyesKeine der bekannten AllianzenFive Eyes
Gratis-VersionNeinNeinJa, 2 GB/Monat
Geld-zurück-Garantie30 Tage14 Tage (Monatsplan), 45 Tage (Halbjahres-/2-Jahres-Plan)~30 Tage auf Bezahltarife
App-Store-Bewertung iOS~4,7/5~4,2–4,6/5~4,7–4,8/5

Auffällig ist, dass alle drei Anbieter inzwischen auf WireGuard als primäres Protokoll setzen, was sich auch in den Geschwindigkeitsmessungen niederschlägt. Der Unterschied bei den gleichzeitig nutzbaren Geräten ist dagegen erheblich: Wer eine größere Anzahl an Endgeräten in einem Haushalt oder kleinen Büro absichern will, kommt an Surfsharks unbegrenzter Geräteanzahl kaum vorbei. Wer Wert auf eine kostenlose Testmöglichkeit ganz ohne Zahlungsdaten legt, findet nur bei TunnelBear ein dauerhaft nutzbares Gratis-Kontingent, wenn auch mit stark limitiertem Datenvolumen. Bei der Länderabdeckung liegt CyberGhost mit gut 100 abgedeckten Ländern und der höchsten Serverzahl insgesamt vorn, während TunnelBear mit 45 bis 51 Ländern das kleinste, aber immer noch global verteilte Netzwerk betreibt.

Preise 2026 im Vergleich

Bei den Preisen unterscheiden sich die drei Anbieter deutlich, vor allem je nach Vertragslaufzeit. Alle Preise sind in US-Dollar angegeben, wie sie auf den offiziellen Preisseiten der Anbieter im Sommer 2026 standen. Für Käufe aus Österreich fallen je nach Zahlungsmethode zusätzlich Umrechnungskurs und eventuelle Kartenspesen an.

AnbieterMonatspreisJahresplan (Ø/Monat)Längster Plan (Ø/Monat)Rückerstattung
Surfshark Starter16,45 $3,39 $ (12 Monate)2,49 $ (24 Monate)30 Tage
Surfshark One18,95 $3,59 $ (12 Monate)2,79 $ (24 Monate)30 Tage
CyberGhost12,99 $6,99 $ (6 Monate)2,19 $ (26 Monate, Einführungspreis)14 / 45 Tage
TunnelBear Unlimited9,99 $4,99 $ (12 Monate)3,33 $ (3 Jahre, Einmalzahlung 120 $)~30 Tage
TunnelBear Free0 $ (2 GB/Monat)entfällt

Wichtig bei CyberGhost: Der beworbene Einführungspreis von 2,19 Dollar pro Monat gilt nur für die ersten 26 Monate der Laufzeit. Danach verlängert sich der Vertrag laut Anbieterangabe zu 56,94 Dollar pro Jahr, was umgerechnet knapp 4,75 Dollar im Monat entspricht. Wer nach dem günstigsten Einstiegspreis sucht, sollte also nicht nur auf die erste Zeile der Preistabelle schauen, sondern auch auf die Verlängerungsbedingungen. Bei TunnelBear lohnt sich der Dreijahresplan mit einer Einmalzahlung von 120 Dollar rechnerisch am meisten, sofern man sich langfristig festlegen möchte. Für alle drei Anbieter gilt: Die Monatspreise ohne Vertragsbindung sind deutlich teurer als die beworbenen Rabattpreise und eher für einen kurzen Test geeignet.

Für Käuferinnen und Käufer aus Österreich kommt hinzu, dass alle drei Anbieter primär in US-Dollar abrechnen, wodurch der tatsächlich belastete Eurobetrag je nach Wechselkurs und Kreditkartenanbieter leicht schwankt. Wer eine Kreditkarte ohne Auslandseinsatzentgelt nutzt, umgeht zumindest die zusätzlichen Bankgebühren, die bei manchen österreichischen Kreditinstituten für Fremdwährungsbuchungen anfallen. Einige Zahlungsdienstleister der Anbieter, etwa Paddle oder Cleverbridge, weisen den Euro-Betrag bereits vor Kaufabschluss transparent aus, was den Vergleich erleichtert.

Geschwindigkeit im Benchmark: Was unabhängige Tests zeigen

Ein Audit sagt nichts über die tatsächliche Nutzungsqualität aus. Deshalb lohnt sich ein Blick auf unabhängige Geschwindigkeitstests aus 2025 und 2026. Alle drei folgenden Testreihen setzen inzwischen primär auf das WireGuard-Protokoll, das gegenüber dem älteren OpenVPN-Standard durchweg höhere Datenraten und kürzere Verbindungsaufbauzeiten liefert. Wo verfügbar, werden auch die älteren OpenVPN-Werte zum Vergleich genannt, da einige Nutzer aus Kompatibilitätsgründen weiterhin darauf angewiesen sind, etwa bei älteren Router-Firmwares.

Surfshark: Spitzenwerte bei WireGuard

Cloudwards und Tom’s-Guide-Tests aus dem Herbst 2025 messen für Surfshark bei WireGuard auf einer lokalen Route innerhalb Großbritanniens und Irlands Downloadraten von rund 1.012 bis 1.021 Mbit/s bei einer 10-Gbit/s-Testleitung. Auf der Langstrecke zwischen Irland und den USA wurden noch 935 Mbit/s gemessen. CyberNews-Labortests mit einer Basisleitung von 940 Mbit/s Download errechneten für Surfshark im Schnitt 780 Mbit/s über WireGuard, was einer Retentionsrate von rund 81 Prozent entspricht. Für einzelne Standorte wie Amsterdam wurden 873 Mbit/s, für Stockholm 900 Mbit/s gemessen.

CyberGhost: Starke Nahdistanz, schwächere Langstrecke

Comparitech maß 2025 für CyberGhost im Schnitt über mehrere Standorte 210,59 Mbit/s, mit 225,27 Mbit/s für New York und 234,59 Mbit/s für London. Aktuellere Tests von Anfang 2026 zeigen bei WireGuard auf kurzen Strecken innerhalb Großbritanniens Werte um 674 Mbit/s, brechen auf der Langstrecke zwischen Irland und den USA jedoch auf rund 140 Mbit/s ein. PCWorld beschreibt CyberGhost 2026 als Dienst, der im Schnitt gut 51 Prozent der Basis-Downloadgeschwindigkeit erreicht, beim Upload dagegen 87 Prozent hält.

TunnelBear: Solide, aber spürbar langsamer

Bei TunnelBear fällt der Abstand am deutlichsten aus. Security.org und Tom’s-Guide-Tests messen für nahegelegene Server Spitzenwerte von rund 332 Mbit/s, ein Rückgang gegenüber noch 461 Mbit/s im Februar 2025. Die Gratis-Version erreicht demnach maximal 269 Mbit/s, die Strecke zwischen Großbritannien und den USA rund 298 Mbit/s. PCMag maß bei TunnelBear einen Rückgang der Downloadgeschwindigkeit von rund 83 Prozent gegenüber der ungetunnelten Basisleitung, verglichen mit einem Branchendurchschnitt von rund 29 Prozent. Für Streaming in Full HD reicht das in der Regel noch aus, für große Downloads oder 4K-Streaming auf mehreren Geräten gleichzeitig wird es spürbar eng.

Ein Vergleich zu weiteren Anbietern mit belegten Geschwindigkeitswerten findet sich im Test von NordVPN gegen ProtonVPN, der ähnliche WireGuard-Messwerte für zwei weitere Marktführer liefert.

Sicherheitsvorfälle und CVEs seit 2024

Ein Audit-Siegel schützt nicht automatisch vor jedem Sicherheitsvorfall. Ein No-Logs-Audit bestätigt, dass keine Verbindungsdaten gespeichert werden, sagt aber nichts über Schwachstellen in der Client-Software, der Website-Infrastruktur oder internen Testsystemen aus. Diese beiden Kategorien sollten Nutzer bei der Bewertung eines Anbieters daher klar auseinanderhalten. Alle drei hier verglichenen Dienste hatten in den vergangenen zwei Jahren dokumentierte Vorkommnisse, die sich in Art und Schweregrad allerdings deutlich unterscheiden.

Bei Surfshark wurde im September 2026 ein falsch konfigurierter interner Testserver entdeckt, auf den ein unbefugter Dritter zugreifen konnte. Nach Angaben des Unternehmens enthielt der Server internes Engineering-Material, Konfigurationsdaten und teilweise Build-Zugangsdaten, jedoch keine Produktionssysteme oder Nutzerdaten. Surfshark betont, dass die betroffene Testumgebung grundsätzlich nicht für die Speicherung oder Verarbeitung von Nutzerdaten ausgelegt sei. Unabhängige Sicherheits-Tracker bestätigen diese Darstellung bislang, ohne Hinweise auf eine Ausbreitung in Produktivsysteme gefunden zu haben.

Bei CyberGhost listet die Schwachstellendatenbank NVD die CVE-2024-26330 für die Windows-Anwendung von Kape/CyberGhost. Das Problem: Nach dem Logout verbleiben Nutzer-Zugangsdaten im Arbeitsspeicher und lassen sich theoretisch durch das Auslesen des Prozessspeichers extrahieren. Je nach Bewertungsquelle wird die Schwachstelle mit einem CVSS-Wert von bis zu 7,8 eingestuft, was einem hohen, aber nicht kritischen Risiko entspricht. Ältere CVE-Einträge betreffen eine Rechteausweitung auf SYSTEM-Ebene in einer früheren CyberGhost-Version unter Windows, ausgelöst über den zugehörigen CG6Service-Systemdienst sowie eine Befehlseinschleusung über die OpenVPN-Kommandozeilenschnittstelle. Beide Probleme wurden in nachfolgenden Versionen behoben, zeigen aber, dass auch etablierte Anbieter mit regelmäßigen Audits nicht vollständig frei von klassischen Software-Schwachstellen sind. Im eigenen Transparenzbericht für das zweite Quartal 2025 bestätigt CyberGhost zudem vier über ein Bug-Bounty-Programm gemeldete, validierte Schwachstellen. Für das zweite Quartal 2026 meldet der Anbieter zwei weitere, als valide eingestufte Einreichungen, die inzwischen behoben wurden. Diese Offenlegungspraxis unterscheidet sich deutlich von vielen kleineren VPN-Anbietern, die entweder gar kein öffentliches Bug-Bounty-Programm betreiben oder gefundene Schwachstellen nicht in regelmäßigen Berichten zusammenfassen.

Bei TunnelBear stammen die dokumentierten Schwachstellen größtenteils direkt aus den eigenen Cure53-Audit-Berichten: zehn mittlere und drei niedrige Funde im Prüfjahr 2024, die anschließend behoben wurden. Hinzu kommt die bereits erwähnte, branchenweite TunnelVision-Schwachstelle, die im Mai 2024 von der Sicherheitsfirma Leviathan Security offengelegt wurde und viele VPN-Anbieter gleichermaßen betrifft. TunnelBear hat für Windows und Android eine Entwarnung ausgesprochen, während macOS und iOS laut Unternehmensangabe weiterhin ohne vollständige technische Abhilfe verwundbar bleiben. Für Nutzer mit Apple-Geräten bedeutet das konkret: Wer TunnelBear auf einem iPhone, iPad oder Mac in einem nicht vertrauenswürdigen Netzwerk einsetzt, sollte sich der Einschränkung bewusst sein und im Zweifel zusätzlich auf ein vertrauenswürdiges mobiles Datennetz statt auf ein unbekanntes öffentliches WLAN ausweichen.

Ein ausführlicherer Blick auf Audit-Häufigkeit bei anderen Anbietern findet sich im Vergleichsartikel ExpressVPN gegen Mullvad mit 18 gegen 10 Audits, der zeigt, wie stark sich die Prüfintervalle je nach Anbieter unterscheiden.

Streaming und Geoblocking: Wer entsperrt zuverlässig

Für einen großen Teil der Kundschaft ist die Audit-Frage zweitrangig gegenüber einer viel praktischeren: Funktioniert der Dienst zuverlässig mit Streaming-Plattformen. Hier zeigt sich in aktuellen Tests ein differenziertes Bild. Surfshark gilt in mehreren 2025er- und 2026er-Testberichten als besonders konstant beim Entsperren von US-Netflix, BBC iPlayer und weiteren geoblockten Diensten, was auch an der großen Serverzahl mit dedizierten Streaming-optimierten Standorten liegt. CyberGhost bewirbt sogar eigene, klar als “Streaming”-Server gekennzeichnete Serverprofile für einzelne Plattformen, was die Auswahl für technisch weniger erfahrene Nutzer vereinfacht, in der Praxis aber bedeutet, dass man bei jedem Plattformwechsel den passenden Server manuell auswählen muss.

TunnelBear positioniert sich beim Streaming zurückhaltender. Der Anbieter bewirbt Geoblocking-Umgehung nicht aktiv als Kernfunktion, und mehrere Nutzerberichte aus 2025 und 2026 beschreiben inkonsistente Ergebnisse bei einzelnen Streaming-Diensten, die sich je nach gewähltem Serverstandort und Tageszeit unterscheiden können. Wer primär ein VPN für Streaming sucht, sollte das bei der Anbieterwahl stärker gewichten als die reine Audit-Historie, da beide Kriterien technisch unabhängig voneinander sind: Ein Anbieter mit sauberem No-Logs-Nachweis kann trotzdem Schwierigkeiten beim Entsperren einzelner Plattformen haben, und umgekehrt. In der Praxis empfiehlt es sich, vor Vertragsabschluss die kostenlose Testphase oder Geld-zurück-Garantie gezielt dafür zu nutzen, die eigene Streaming-Wunschliste mit dem jeweiligen Anbieter durchzutesten, statt sich allein auf Testberichte Dritter zu verlassen, da sich die Verfügbarkeit einzelner Server je nach Region und Netzwerkauslastung kurzfristig ändern kann.

Kundensupport und Benutzerfreundlichkeit im Alltag

Alle drei Anbieter bieten einen Live-Chat-Support an, der nach Angaben mehrerer aktueller Testberichte rund um die Uhr erreichbar ist. Unterschiede zeigen sich eher in der Antwortqualität als in der Erreichbarkeit: Surfshark und CyberGhost verfügen über größere Support-Teams und werden in Nutzerbewertungen regelmäßig für kurze Wartezeiten gelobt, während TunnelBear als kleinerer Anbieter naturgemäß über weniger Personal verfügt und bei komplexeren technischen Anfragen gelegentlich auf E-Mail-Support mit längeren Antwortzeiten verweist.

Bei der Benutzeroberfläche liegt TunnelBear traditionell vorn. Die App ist bewusst reduziert gehalten, mit einer einzigen großen Verbindungsschaltfläche und einer Weltkarte statt einer langen Serverliste, was besonders Einsteiger anspricht, die sich sonst von technischen Begriffen wie Protokollauswahl oder Split-Tunneling überfordert fühlen. Surfshark und CyberGhost bieten dagegen deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten, etwa granulare Kontrolle über Protokoll, Verschlüsselungsstärke und Ausnahmeregeln für einzelne Apps, was erfahrene Nutzer schätzen, Einsteiger aber zunächst überfordern kann.

Jurisdiktion: Warum der Firmensitz mitentscheidet

Neben der technischen Konfiguration spielt der rechtliche Sitz eines VPN-Anbieters eine Rolle dabei, welchen Behördenanfragen er im Zweifel ausgesetzt ist. Surfshark sitzt in den Niederlanden, einem Mitglied der Nine-Eyes-Kooperation zum Austausch von Geheimdienstinformationen. CyberGhost hat seinen Hauptsitz in Rumänien, das keiner der bekannten Five-, Nine- oder Fourteen-Eyes-Allianzen angehört, dafür aber EU-Mitglied und damit an die DSGVO gebunden ist. TunnelBear ist in Kanada registriert, einem Gründungsmitglied der Five-Eyes-Allianz.

In der Praxis relativiert eine strikte No-Logs-Architektur die Bedeutung des Gerichtsstands erheblich: Wenn ein Anbieter technisch keine verwertbaren Verbindungsdaten speichert, läuft eine behördliche Anfrage weitgehend ins Leere, unabhängig davon, wo das Unternehmen registriert ist. Für besonders schutzbedürftige Nutzergruppen wie Journalistinnen, Anwälte oder Aktivisten bleibt die Kombination aus Audit-Nachweis und Jurisdiktion außerhalb der bekannten Geheimdienst-Allianzen dennoch das theoretisch stärkere Gesamtpaket, wie es CyberGhost mit seinem rumänischen Sitz bietet.

Für die meisten privaten Nutzer in Österreich, die ihr VPN vor allem gegen Mitlesen im öffentlichen WLAN, Tracking durch Internetanbieter oder das Sperren regionaler Inhalte einsetzen, spielt die genaue Zuordnung zu einer Geheimdienst-Allianz eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist in diesem Alltagsszenario, dass der gewählte Anbieter überhaupt in der EU tätig ist und damit der DSGVO unterliegt, was bei allen drei hier verglichenen Diensten der Fall ist, unabhängig vom exakten Firmensitz.

Fünf Praxisbeispiele: Wer profitiert wovon

Technische Spezifikationen und Audit-Zertifikate sind das eine, der konkrete Alltagseinsatz das andere. Die folgenden Beispiele orientieren sich an typischen Nutzungssituationen aus Österreich und zeigen, welcher Anbieter in der Praxis die besseren Voraussetzungen mitbringt.

  • Streaming-Haushalt mit vielen Geräten: Eine Familie mit Smart-TV, mehreren Smartphones, Laptops und einer Streaming-Box profitiert von Surfsharks unbegrenzter Geräteanzahl pro Abo, während CyberGhost bei sieben gleichzeitigen Verbindungen eine Deregistrierung älterer Geräte verlangt.
  • Homeoffice mit sensiblen Kundendaten: Wer regelmäßig aus Cafés oder Hotels arbeitet und Kundendaten überträgt, profitiert von CyberGhosts großem Servernetz mit rund 11.000 bis 12.000 Standorten, das auch in weniger gut abgedeckten Regionen stabile Verbindungen erlaubt.
  • Gelegentliche Nutzung ohne Kreditkarte: Für Nutzerinnen, die ein VPN nur sporadisch für einzelne Anwendungsfälle wie Online-Banking im öffentlichen WLAN brauchen, ist TunnelBears kostenloses 500-MB-Kontingent ein niedrigschwelliger Einstieg ohne Zahlungsdaten.
  • Reisen in Länder mit strengerer Netzzensur: Wer regelmäßig in Länder mit eingeschränktem Internetzugang reist, sollte auf ein möglichst großes, redundantes Servernetz und dokumentierte RAM-only-Architektur setzen, hier liegen Surfshark und CyberGhost vorn, da beide diese Eigenschaft offiziell für das gesamte Netzwerk bestätigen.
  • Kleines Unternehmen mit Remote-Team: TunnelBear bietet mit seinem separaten Teams-Tarif für rund 5,75 Dollar pro Nutzer und Monat eine zentrale Verwaltungsoption, die für kleine, verteilte Teams ohne eigene IT-Abteilung interessant sein kann.
  • Studierende und Berufseinsteiger mit knappem Budget: Bei langer Vertragsbindung fährt man mit Surfsharks 24-Monats-Tarif am günstigsten, wer sich nicht festlegen will, kommt mit TunnelBears Gratis-Kontingent für gelegentliche Nutzung ohne laufende Kosten aus.

Migration: Vom bisherigen VPN zum neuen Anbieter wechseln

Ein Anbieterwechsel klingt aufwendiger, als er in der Praxis ist. Die folgenden Schritte gelten sinngemäß für den Wechsel zu Surfshark, CyberGhost oder TunnelBear und lassen sich in der Regel innerhalb einer Stunde abschließen, sofern nur wenige Geräte betroffen sind. Wer eine größere Anzahl an Firmengeräten oder eine Router-Installation umstellt, sollte für den Test-Zeitraum entsprechend mehr Zeit einplanen.

  1. Bestehendes Abo nicht sofort kündigen, sondern zunächst den neuen Dienst über die Geld-zurück-Garantie testen (30 Tage bei Surfshark und TunnelBear, 14 bis 45 Tage bei CyberGhost).
  2. Konto beim neuen Anbieter anlegen und Zahlungsmethode hinterlegen, idealerweise über eine E-Mail-Adresse, die nicht mit dem alten VPN-Konto verknüpft ist.
  3. App auf allen relevanten Geräten installieren und das bevorzugte Protokoll (in der Regel WireGuard) manuell auswählen, statt sich auf die automatische Protokollwahl zu verlassen.
  4. DNS- und IP-Leck-Test durchführen, um sicherzustellen, dass keine Anfragen am Tunnel vorbeigehen. Ein einfacher Test lässt sich direkt über die Kommandozeile ausführen.
  5. Kill-Switch-Funktion in den Einstellungen aktivieren, damit bei einem Verbindungsabbruch kein ungeschützter Datenverkehr mehr austritt.
  6. Router- oder Firewall-Regeln prüfen, falls das VPN zuvor auf Router-Ebene eingerichtet war, und gegebenenfalls die WireGuard-Konfigurationsdatei des neuen Anbieters importieren.
  7. Alte Verbindung erst nach erfolgreichem Testlauf mit dem neuen Dienst kündigen, um ohne Lücke abgesichert zu bleiben.
  8. Rechnungsbeleg und Kündigungsbestätigung des alten Anbieters aufbewahren, falls die Geld-zurück-Garantie in Anspruch genommen werden muss.

Für den Leck-Test genügt ein einfacher Befehl in der Kommandozeile, der die öffentlich sichtbare IP-Adresse vor und nach dem Verbindungsaufbau vergleicht:

vpn verbinden
curl -s https://ifconfig.me
# Erwartung: angezeigte IP-Adresse entspricht dem VPN-Serverstandort,
# nicht der eigenen Internetanschluss-IP

Weicht die angezeigte IP-Adresse nach dem Verbindungsaufbau nicht vom ursprünglichen Wert ab, deutet das auf einen Verbindungsfehler oder ein IP-Leck hin, und die App-Konfiguration sollte vor dem produktiven Einsatz noch einmal überprüft werden. Ergänzend lohnt sich ein DNS-Leak-Test über eine der gängigen Webseiten, da eine korrekt aufgebaute VPN-Verbindung sämtliche DNS-Anfragen ebenfalls über den Tunnel und nicht über den lokalen Internetanbieter auflösen sollte. Eine grundlegende Einführung in das zugrunde liegende Protokoll bietet die Anleitung zur WireGuard-Einrichtung.

Vor- und Nachteile im Überblick

Bevor die Kaufentscheidung fällt, lohnt sich eine nüchterne Gegenüberstellung der wichtigsten Stärken und Schwächen jedes Anbieters. Die folgende Übersicht fasst die zuvor im Detail besprochenen Punkte zu Audit, Geschwindigkeit, Preis und Sicherheitsvorfällen kompakt zusammen.

Surfshark

Vorteile: Unbegrenzte Geräteanzahl pro Abo, konstant hohe Geschwindigkeiten in unabhängigen Tests, vollständiges RAM-only-Netzwerk, zweiter Deloitte-Audit in Folge, günstigster Langzeitpreis der drei Anbieter.

Nachteile: Firmensitz in einem Nine-Eyes-Land, 2026 dokumentierter Vorfall mit einem falsch konfigurierten Testserver, kein kostenloser Tarif.

CyberGhost

Vorteile: Größtes Servernetz der drei Anbieter, drei aufeinanderfolgende Deloitte-Audits, Firmensitz außerhalb der bekannten Geheimdienst-Allianzen, mit bis zu 45 Tagen die längste Geld-zurück-Garantie.

Nachteile: Nur sieben gleichzeitige Geräte, spürbarer Geschwindigkeitseinbruch auf Langstrecken, dokumentierte CVE zu im Speicher verbleibenden Zugangsdaten unter Windows.

TunnelBear

Vorteile: Längste durchgehende Audit-Historie seit 2016, transparente Veröffentlichung gefundener Schwachstellen, kostenloser Einstiegstarif, einfache und verständliche Bedienoberfläche.

Nachteile: Spürbar langsamer als die beiden Konkurrenten, kleinstes Servernetz, keine öffentliche Bestätigung von RAM-only-Servern, Firmensitz in einem Five-Eyes-Land, ungeklärte macOS/iOS-Lücke bei TunnelVision.

Für wen sich welcher Anbieter eignet

Aus den technischen Daten, Preisen und Audit-Ergebnissen lässt sich eine klare Empfehlung pro Nutzungsprofil ableiten. Die folgende Liste fasst zusammen, welcher der drei Anbieter für welchen Anwendungsfall die stimmigste Kombination aus Preis, Leistung und Datenschutznachweis bietet.

  • Vielgerätehaushalte und Power-User: Surfshark, wegen der unbegrenzten Geräteanzahl und der besten Geschwindigkeitswerte in den aktuellen Tests.
  • Nutzer mit hohem Anspruch an Serverabdeckung: CyberGhost, wegen des mit Abstand größten Netzwerks von bis zu 12.000 Servern.
  • Datenschutzbewusste Nutzer mit Fokus auf Jurisdiktion: CyberGhost, wegen des Firmensitzes außerhalb der bekannten Geheimdienst-Allianzen kombiniert mit drei aufeinanderfolgenden Audits.
  • Einsteiger und Gelegenheitsnutzer: TunnelBear, wegen des kostenlosen Tarifs ohne Zahlungsdaten und der einfachen Bedienung.
  • Kleine Teams mit begrenztem IT-Budget: TunnelBear Teams, wegen des günstigen Preises pro Nutzer und der zentralen Verwaltung.
  • Preisbewusste Nutzer mit langer Bindungsbereitschaft: Surfshark, wegen des niedrigsten Langzeitpreises von 2,49 Dollar im Monat bei 24 Monaten Laufzeit.

Das Urteil: Wer gewinnt den Audit-Vergleich 2026?

Alle drei Anbieter können ihre No-Logs-Versprechen mit aktuellen, unabhängigen Prüfberichten belegen, was sie von zahlreichen kleineren VPN-Diensten ohne jede externe Kontrolle unterscheidet. Wer die reine Audit-Kontinuität als Maßstab nimmt, liegt bei CyberGhost mit drei aufeinanderfolgenden Deloitte-Prüfungen und einem Firmensitz außerhalb der bekannten Geheimdienst-Allianzen leicht vorn. Wer dagegen auf Geschwindigkeit, Geräteanzahl und den günstigsten Langzeitpreis Wert legt, findet in Surfshark die stimmigere Gesamtlösung, zumal auch Surfshark 2025 einen frischen Deloitte-Bericht vorgelegt hat.

TunnelBear bleibt in diesem Vergleich der Nischenanbieter: Die längste durchgehende Audit-Historie seit 2016 und die Transparenz bei gefundenen Schwachstellen verdienen Respekt, doch bei Geschwindigkeit, Servernetz und der fehlenden RAM-only-Bestätigung fällt der Dienst gegenüber den beiden größeren Konkurrenten spürbar zurück. Für alle, die ein VPN nur gelegentlich und ohne technische Ansprüche brauchen, bleibt der kostenlose Tarif dennoch ein legitimer Startpunkt.

Konkret heißt das für die Kaufentscheidung: Wer viele Geräte gleichzeitig absichern will und Wert auf nachweislich hohe Geschwindigkeit legt, sollte Surfshark testen. Wer maximale Serverabdeckung und die konsequenteste Audit-Historie unter den drei Anbietern sucht, liegt mit CyberGhost richtig. Und wer zunächst unverbindlich und ohne Zahlungsdaten ausprobieren will, ob ein VPN im eigenen Alltag überhaupt einen Unterschied macht, findet in TunnelBears Gratis-Tarif den niedrigschwelligsten Einstieg. Insgesamt zeigt der Vergleich: Ein aktuelles Audit-Siegel ist 2026 kein Nice-to-have mehr, sondern die Mindestvoraussetzung, um einem VPN-Anbieter überhaupt zu vertrauen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ein No-Logs-Audit konkret?

Ein No-Logs-Audit ist eine unabhängige Prüfung der Serverkonfiguration und internen Prozesse eines VPN-Anbieters. Sie bestätigt, ob die tatsächliche technische Umsetzung mit der veröffentlichten Datenschutzrichtlinie übereinstimmt, etwa dass keine Verbindungszeitstempel, IP-Adressen oder besuchten Websites gespeichert werden.

Ist Surfshark, CyberGhost oder TunnelBear vertrauenswürdiger?

Alle drei haben aktuelle, unabhängige Audits vorzuweisen. CyberGhost punktet mit der größten Anzahl aufeinanderfolgender Deloitte-Prüfungen und einem Firmensitz außerhalb der bekannten Geheimdienst-Allianzen, Surfshark mit ebenfalls frischem Deloitte-Bericht und technisch stärkeren Geschwindigkeitswerten, TunnelBear mit der längsten durchgehenden Audit-Historie seit 2016.

Wie oft sollte ein VPN-Anbieter geprüft werden?

Es gibt keinen verbindlichen Standard, jährliche Wiederholungsprüfungen gelten in der Branche aber als Best Practice. CyberGhost und TunnelBear folgen diesem Rhythmus bereits, Surfshark hat seinen zweiten Audit rund zwei Jahre nach dem ersten veröffentlicht.

Welcher der drei Anbieter ist am schnellsten?

In den ausgewerteten Tests von Cloudwards, Comparitech, CyberNews und Security.org liegt Surfshark bei WireGuard-Verbindungen konstant vorn, gefolgt von CyberGhost mit guten Nahdistanz-, aber schwächeren Langstreckenwerten. TunnelBear fällt in allen ausgewerteten Tests spürbar zurück.

Kann ich TunnelBear kostenlos dauerhaft nutzen?

Ja, der Gratis-Tarif ist zeitlich nicht begrenzt, deckelt das Datenvolumen aber auf 500 MB pro Monat. Für gelegentliches, kurzes Surfen im öffentlichen WLAN reicht das aus, für Streaming oder größere Downloads nicht.

Was war der Sicherheitsvorfall bei Surfshark 2026?

Im September 2026 wurde ein falsch konfigurierter interner Testserver mit Engineering-Material und Build-Zugangsdaten kurzzeitig von außen erreichbar. Surfshark erklärte, dass keine Nutzerdaten oder Produktionssysteme betroffen gewesen seien, da die Testumgebung grundsätzlich nicht für Nutzerdaten ausgelegt ist.

Wie viele Geräte kann ich gleichzeitig mit CyberGhost verbinden?

CyberGhost erlaubt sieben gleichzeitige Geräteverbindungen pro Abo. Wird das Limit erreicht, muss ein bestehendes Gerät zunächst deregistriert werden, bevor ein neues hinzukommt.

Lohnt sich der Wechsel von einem etablierten Anbieter wie NordVPN oder ProtonVPN?

Das hängt vom individuellen Anwendungsfall ab. Wer primär auf Audit-Kontinuität und Preis achtet, findet bei CyberGhost und Surfshark vergleichbare oder bessere Werte als bei manchen etablierten Anbietern. Ein direkter Leistungsvergleich mit zwei weiteren Marktgrößen findet sich im Test von Mullvad gegen ProtonVPN sowie im breiteren VPN-Preisvergleich für Österreich.

Unterstützen alle drei Anbieter WireGuard?

Ja. Surfshark, CyberGhost und TunnelBear bieten WireGuard mittlerweile als Standardprotokoll an, ergänzt um OpenVPN und IKEv2 als Alternativen. Bei TunnelBear ist IKEv2 auf Android-Geräten laut Anbieterangabe nicht verfügbar, auf iOS, Windows und macOS jedoch schon.