Die Nintendo Switch 2 bekommt einen austauschbaren Akku – und die ursprüngliche Nintendo Switch aus dem Jahr 2017 verschwindet dafür komplett aus den europäischen Regalen. Am 6. Juli 2026 hat Nintendo offiziell bestätigt, dass ab Herbst 2026 eine überarbeitete Switch-2-Version mit werkzeugfrei wechselbarem Akku in Europa erscheint. Grund ist keine Designentscheidung von Nintendo selbst, sondern eine EU-Verordnung, die europaweit die Spielregeln für tragbare Elektronik verändert.
Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das eine ungewöhnliche Doppel-Nachricht: Einerseits wird die Switch 2 reparaturfreundlicher, andererseits endet nach fast zehn Jahren und 155,92 Millionen verkauften Einheiten die Ära der ersten Switch-Generation in Europa. Dieser Artikel ordnet ein, was genau sich ändert, warum die EU dahintersteckt, wie sich Nintendo im Vergleich zu Valve und ASUS schlägt – und was Besitzerinnen und Besitzer jetzt wirklich tun müssen (nämlich: nichts).
Was Nintendo am 6. Juli 2026 offiziell angekündigt hat
In einer Support-Mitteilung von Nintendo of Europe kündigte der Konzern an, dass mehrere Hardware-Produkte für den europäischen Markt schrittweise durch Versionen mit nutzerseitig austauschbarem Akku ersetzt werden. Betroffen sind die Nintendo Switch 2 selbst, die Joy-Con-2-Controller, der Switch-2-Pro-Controller sowie die Retro-Controller für N64 und GameCube. Nintendo betont ausdrücklich, dass es keinerlei funktionale Unterschiede zwischen den aktuellen und den überarbeiteten Geräten gibt – es ändert sich lediglich, wie der Akku im Inneren befestigt ist und wie leicht er sich entnehmen lässt.
Die Maßnahme betrifft alle 33 europäischen Märkte, in denen Nintendo of Europe operativ tätig ist – also auch Deutschland, Österreich und die Schweiz (letztere ist zwar kein EU-Mitglied, wird aber aus Vertriebsgründen in der Regel mitversorgt). Wer heute eine Switch 2 kauft, erhält weiterhin die aktuelle, fest verlötete Version; ein Rückruf oder Umtausch ist nicht vorgesehen. Nintendo stellt klar, dass Geräte, die vor dem Stichtag im Februar 2027 verkauft werden, weiterhin regulär im Handel bleiben dürfen und keinerlei Nachteile für bestehende Besitzer entstehen.
Parallel dazu kündigte Nintendo das Ende der ursprünglichen Switch-Familie in Europa an: Die Switch (2017), die Switch Lite und die Switch OLED werden nicht auf Wechselakkus umgerüstet, sondern schlicht eingestellt. Das betrifft laut heise online auch den originalen Switch-Pro-Controller, die Retro-Controller für NES, SNES und Mega Drive sowie das Zubehörgerät Pokémon GO Plus+.
Die neue Switch 2 mit Wechselakku: Alle technischen Daten im Detail
Ein austauschbarer Akku klingt nach einem reinen Reparatur-Feature, hat aber messbare Auswirkungen auf Gewicht und Kapazität. Damit ein Akku ohne Spezialwerkzeug und ohne Kleber entnehmbar ist, braucht er ein robusteres Gehäuse und eine mechanische Befestigung – das kostet Platz und Gewicht. Nintendo hat die exakten Zahlen in seiner Support-Mitteilung veröffentlicht, von Notebookcheck unabhängig bestätigt:
| Gerät | Akkukapazität vorher | Akkukapazität neu | Gewicht vorher | Gewicht neu |
|---|---|---|---|---|
| Switch 2 (Konsole solo) | 5.220 mAh | 5.172 mAh (−1 %) | ~401 g | ~411 g (+10 g) |
| Switch 2 mit Joy-Con 2 | – | – | ~534 g | ~548 g (+14 g) |
| Joy-Con 2 (links) | – | – | ~66 g | ~68 g (+2 g) |
| Joy-Con 2 (rechts) | – | – | ~67 g | ~69 g (+2 g) |
| Switch-2-Pro-Controller | 1.070 mAh | 897 mAh (−16 %) | ~235 g | ~228 g (−7 g) |
| GameCube-Controller | 500 mAh | 525 mAh (+5 %) | 210 g | 215 g (+5 g) |
Auffällig ist der Pro-Controller: Er wird trotz kleinerem Akku (−16 % Kapazität) sogar 7 Gramm leichter, weil die neue Zellchemie und das veränderte Gehäuse-Layout hier effizienter ausfallen als beim ursprünglichen Design. Bei der Konsole selbst ist der Effekt umgekehrt: kleinere Kapazität, aber mehr Gewicht durch das robustere Akkufach. In der Praxis dürfte sich die Akkulaufzeit der Switch 2 dadurch kaum spürbar verändern – ein Minus von einem Prozent liegt innerhalb der ohnehin üblichen Serienstreuung von Lithium-Ionen-Zellen.
Joy-Con, Pro-Controller und Retro-Controller im Detail
Wichtig für DACH-Kundschaft: Die Umstellung passiert nicht auf einen Schlag, sondern produktweise gestaffelt. Zuerst sind einzelne Joy-Con-Farbvarianten dran, danach die Konsole selbst, erst zum Schluss die Controller-Zubehörlinie. Nintendo weist zudem darauf hin, dass Mitglieder von Nintendo Switch Online die neuen Retro-Controller (N64 und GameCube) jeweils nur einmal pro Konto kaufen können – eine Maßnahme gegen Weiterverkauf zu überhöhten Preisen, wie sie bei limitierten Nintendo-Zubehörteilen in der Vergangenheit üblich war.
Der Zeitplan: Wann kommt welches Gerät
Der Rollout zieht sich über gut ein dreiviertel Jahr, mit vier klar definierten Phasen bis Anfang 2027:
| Phase | Produkt | Region |
|---|---|---|
| Sommer 2026 | Ausgewählte Joy-Con-Farbvarianten (Original-Joy-Con) | 33 europäische Märkte |
| Herbst 2026 | Nintendo Switch 2 (Konsole) mit Wechselakku | 33 europäische Märkte |
| Winter 2026 | Joy-Con 2 (Einzelpaar), Switch-2-Pro-Controller | 33 europäische Märkte |
| Anfang 2027 | N64-Controller, GameCube-Controller für Switch 2 | 33 europäische Märkte |
| 18. Februar 2027 | EU-Stichtag: Wechselakku-Pflicht tritt vollständig in Kraft | Gesamte EU |
Ersatzakkus und Reparatursets sollen laut Nintendo direkt über den Nintendo Store Europe verkauft werden. Konkrete Preise für die Ersatzteile hat der Konzern bislang nicht genannt – das dürfte erst näher am Herbst-Launch der Konsole folgen. Auffällig ist, dass Nintendo den Zeitplan bewusst so gestaffelt hat, dass die wichtigsten Verkaufsphasen (Weihnachtsgeschäft mit der aktuellen Version, dann die neue Version rechtzeitig vor dem gesetzlichen Stichtag) nicht kollidieren.
Das Ende einer Ära: Warum die erste Switch-Generation in Europa ausläuft
Die eigentliche Überraschung an Nintendos Ankündigung ist nicht die Switch 2, sondern das, was gleichzeitig verschwindet. Die originale Nintendo Switch kam im März 2017 auf den Markt und hat sich laut Nintendos eigenen Investor-Relations-Zahlen bis zum 31. März 2026 weltweit 155,92 Millionen Mal verkauft. Damit ist sie die zweiterfolgreichste Spielekonsole der Geschichte – vor dem Nintendo DS (rund 154 Millionen) und nur knapp hinter der PlayStation 2. Fast zehn Jahre nach Marktstart wird dieses Kapitel nun in Europa geschlossen, während die Switch 2 laut denselben Nintendo-Zahlen im gleichen Zeitraum bereits auf 19,86 Millionen verkaufte Einheiten kommt.
Der Grund für das Aus ist wirtschaftlich nachvollziehbar: Ein 2017 entwickeltes Gehäusedesign nachträglich EU-konform mit Wechselakku umzurüsten, würde eine komplette Neukonstruktion der internen Bauteile erfordern – für ein Produkt, das ohnehin am Ende seines Lebenszyklus steht und von der Switch 2 verdrängt wird. Nintendo lässt die Serie in Europa daher regulär auslaufen, statt in eine Neuauflage zu investieren. Die Produktion läuft laut Unternehmensangaben noch bis Ende 2026 weiter, der reguläre Verkauf über Nintendos eigene Kanäle endet Mitte Februar 2027. Bestehende Geräte funktionieren unverändert weiter: eShop, Nintendo Switch Online und Software-Updates bleiben laut Nintendo zeitlich unbegrenzt verfügbar.
Die EU-Batterieverordnung 2023/1542 erklärt
Rechtliche Grundlage der ganzen Umstellung ist die Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien. Laut der offiziellen Zusammenfassung auf EUR-Lex gelten die Vorschriften zur Entnehmbarkeit und Austauschbarkeit von Batterien ab dem 18. Februar 2027 EU-weit verbindlich. Konkret verlangt die Verordnung, dass tragbare Batterien in Produkten “leicht durch den Endnutzer entnehmbar und austauschbar” sein müssen – explizit genannt werden dabei unter anderem Kopfhörer, E-Book-Reader, tragbare Spielekonsolen und Laptops.
- Der Austausch muss mit handelsüblichem Werkzeug möglich sein, ohne den Akku oder das Gerät zu beschädigen.
- Sind ausnahmsweise Spezialwerkzeuge nötig, müssen Hersteller sie kostenlos mitliefern.
- Anleitungen zu Entnahme und Austausch müssen dauerhaft und öffentlich online verfügbar sein.
- Ersatzakkus müssen mindestens fünf Jahre nach Verkaufsende des letzten Geräts zu einem angemessenen Preis erhältlich sein.
- Für Smartphones und Tablets gelten separate Ökodesign-Ausnahmen, wenn Geräte besonders langlebig gebaut sind.
Genau in diese explizit genannte Kategorie „tragbare Spielekonsolen” fällt die Switch 2 – ebenso wie Handhelds von Valve, ASUS, Lenovo oder Microsoft. Nintendo ist damit nicht das einzige Unternehmen, das handeln muss, aber der erste große Hersteller, der ein konkretes, terminiertes Umsetzungsprogramm vorgelegt hat.
Warum nur Europa? Die globale Marktlogik dahinter
Ein naheliegender Einwand: Warum konstruiert Nintendo nicht gleich ein weltweit einheitliches Gehäuse? Die Antwort liegt im Produktionsaufwand. Zwei parallele Fertigungslinien – eine EU-konforme mit Wechselakku, eine „klassische” mit verklebtem Akku für den Rest der Welt – verursachen höhere Stückkosten, sind aber für Nintendo derzeit günstiger als eine sofortige globale Umstellung aller Werke. Laut Notebookcheck-Berichterstattung ist ein weltweiter Rollout der neuen Variante nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich, solange die bestehenden Lagerbestände außerhalb Europas noch nicht abverkauft sind.
Für den deutschen und europäischen Markt bedeutet das einen ungewöhnlichen Nebeneffekt: Käuferinnen und Käufer in der EU bekommen ab Herbst 2026 eine Hardware-Variante, die es in den USA oder Japan zunächst gar nicht zu kaufen gibt. Historisch war es meist umgekehrt – Europa erhielt Produkte später oder in abgespeckter Form. Bei der Reparierbarkeit ist es diesmal die EU, die technische Standards vorgibt, denen der Weltmarkt mittelfristig folgen dürfte.
Kein Einzelfall: Die USB-C-Pflicht als Blaupause
Wer glaubt, die EU würde hier zum ersten Mal derart tief in Konsolen-Hardware eingreifen, irrt. Seit dem 28. Dezember 2024 gilt bereits die USB-C-Pflicht aus der überarbeiteten Funkanlagenrichtlinie – und die schließt laut offizieller Mitteilung des Europäischen Parlaments explizit „Videospielkonsolen” mit ein, neben Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörern und E-Readern. Ab dem 28. April 2026 kommen zusätzlich Laptops hinzu.
Die Zahlen hinter dieser ersten Regulierungswelle zeigen, warum Brüssel den Weg konsequent weitergeht: Die Europäische Kommission bezifferte den durch unnötige Ladegeräte verursachten Elektroschrott vor der Richtlinie auf rund 11.000 Tonnen jährlich EU-weit, mit einem erwarteten Rückgang um etwa 980 Tonnen pro Jahr durch die Vereinheitlichung. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen zudem EU-weit rund 250 Millionen Euro jährlich sparen, weil sie seltener ein neues Ladegerät mitkaufen müssen. Die Batterieverordnung ist im Kern die konsequente Fortsetzung dieser Logik: erst der Stecker, jetzt der Akku.
Wettbewerbsvergleich: Wie reparierbar sind Steam Deck, ROG Ally & Co.?
Nintendo ist zwar der erste Hersteller mit einem konkreten Fahrplan, aber bei Weitem nicht der einzige Handheld-Anbieter, der unter die Verordnung fällt. Auch Valves Steam Deck und ASUS’ ROG-Ally-Reihe werden in der EU bis Februar 2027 nachziehen müssen. Der aktuelle Status unterscheidet sich aber deutlich:
| Gerät | Akku-Befestigung heute | Offizieller Ersatzteile-Kanal | EU-Konformität |
|---|---|---|---|
| Nintendo Switch 2 (EU-Version, ab Herbst 2026) | Werkzeugfrei entnehmbar | Nintendo Store Europe (angekündigt) | Ja, ab Herbst 2026 |
| Valve Steam Deck (aktuell) | Verklebt, Wärme + Hebelwerkzeug nötig | Kein offizieller Kanal, nur Drittanbieter (z. B. iFixit) | Noch nicht umgesetzt |
| ASUS ROG Ally (aktuell) | Verschraubt, kein Kleber | Kein offizielles Ersatzteilprogramm | Noch nicht umgesetzt |
| Nintendo Switch (Original, 2017) | Nicht für Endnutzer vorgesehen | Kein offizieller Kanal | Wird in EU eingestellt statt umgerüstet |
Beim Steam Deck ist der Akku laut iFixits Reparaturanleitung fest verklebt; ein Tausch erfordert mehrfaches Erhitzen und vorsichtiges Aufhebeln – Standardprozedur für aktuelle Handhelds, aber weit entfernt von der EU-Vorgabe „ohne Beschädigung, mit handelsüblichem Werkzeug”. ASUS liegt technisch näher an der Ziellinie: Laut einer Teardown-Analyse von Tom’s Hardware ist der Akku der ROG Ally verschraubt statt verklebt, was den physischen Ausbau erheblich vereinfacht. Was jedoch fehlt, ist ein offizielles Vertriebsprogramm für Ersatzakkus – genau der Teil der Verordnung, den Nintendo mit der Ankündigung eines eigenen Verkaufskanals über den Nintendo Store Europe nun als Erster konkret angeht.
Das Recht auf Reparatur: Deutschlands neues Gesetz und die größere EU-Agenda
Die Batterieverordnung steht nicht isoliert da, sondern ist Teil einer breiteren europäischen Reparierbarkeits-Agenda. Parallel dazu hat der deutsche Bundestag erst am 25. Juni 2026 – nur zwei Wochen vor Nintendos Ankündigung – ein nationales „Recht auf Reparatur”-Gesetz verabschiedet, das die EU-Richtlinie (EU) 2024/1799 in deutsches Recht umsetzt. Diese Richtlinie ist rechtlich von der Batterieverordnung zu unterscheiden: Sie verpflichtet Hersteller von Waschmaschinen, Kühlschränken, Bildschirmen, Staubsaugern, Smartphones, Tablets und Servern, Reparaturen innerhalb angemessener Zeit und zu angemessenen Preisen anzubieten, mit Ersatzteilverfügbarkeit von bis zu zehn Jahren. Spielekonsolen sind im Anhang dieser speziellen Richtlinie nicht ausdrücklich gelistet – die Switch 2 fällt stattdessen unter die separate Batterieverordnung. Beide Regelwerke verfolgen aber denselben politischen Kurs.
Der Digitalverband Bitkom hat sich öffentlich positiv zum deutschen Reparaturrecht geäußert und sieht darin einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Verbraucherfreundlichkeit. Eigene Bitkom-Erhebungen zeigen zugleich, wie sich das Nutzungsverhalten bereits verändert: Nur noch 32 Prozent der Deutschen nutzen privat ein Smartphone, das höchstens ein Jahr alt ist – 2021 war der Anteil noch etwa doppelt so hoch. 45 Prozent nutzen ihr Smartphone inzwischen länger als zwei Jahre. Die EU-Kommission geht davon aus, dass verbesserte Reparaturpraxis den jährlichen Elektroschrott EU-weit um rund 35 Millionen Tonnen und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen um etwa 261 Millionen Tonnen senken könnte – Zahlen, die zeigen, wie groß die politische Ambition hinter der scheinbar kleinen Akku-Änderung an der Switch 2 tatsächlich ist.
Marktauswirkungen: Was der Wechsel für Nintendo und die Branche bedeutet
Wirtschaftlich betrachtet ist die Ankündigung für Nintendo ein zweischneidiges Schwert. Einerseits verursacht die Umstellung zusätzliche Entwicklungs- und Fertigungskosten für eine separate EU-Produktlinie. Andererseits verschafft sie Nintendo einen PR-Vorteil gegenüber Valve und ASUS, die bislang keine öffentlichen EU-Fahrpläne vorgelegt haben – ein Vorsprung, der sich angesichts des wachsenden Interesses an Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit im DACH-Markt in Kaufentscheidungen niederschlagen könnte.
Für den Handel bedeutet das Ende der originalen Switch-Familie zugleich das Auslaufen einer der verlässlichsten Umsatzquellen der letzten Konsolengeneration: Mit fast 156 Millionen verkauften Einheiten war die Switch über Jahre hinweg ein Fixpunkt im Einzelhandelsregal, gerade im Weihnachtsgeschäft als günstigere Alternative zur Switch 2. Ab Mitte Februar 2027 fällt diese Einstiegsoption in Nintendos eigenem Vertrieb in Europa komplett weg; Restbestände im Drittanbieterhandel dürften den Übergang abfedern, aber nicht dauerhaft ersetzen. Für Zubehörhersteller, die Ersatzteile, Schutzhüllen oder Akkus für die alte Switch-Generation anbieten, entsteht dadurch mittelfristig ebenfalls Anpassungsdruck.
Reaktionen aus Presse und Community in der DACH-Region
Die deutschsprachige Fachpresse hat die Ankündigung unmittelbar aufgegriffen. GameStar und heise online berichteten beide noch am Ankündigungstag, wobei heise den Fokus explizit auf das „Recht auf Reparatur” legte und damit den regulatorischen Kontext stärker gewichtete als rein technische Spezifikationsänderungen. In der Tendenz wird die Neuerung in beiden Publikationen positiv bis neutral eingeordnet: mehr Reparierbarkeit gilt als Fortschritt, das leicht höhere Gewicht der Konsole als vernachlässigbarer Kompromiss.
In Community-Foren und sozialen Netzwerken dominieren zwei Themen: zum einen die Frage, ob die Gewichtszunahme beim Dauerspielen spürbar ist (die meisten Stimmen halten 10 bis 14 Gramm für nicht wahrnehmbar), zum anderen Spekulationen darüber, ob Nintendo die EU-Version langfristig auch außerhalb Europas anbietet. Eine belastbare, offizielle Aussage dazu gibt es bislang nicht – Nintendo hat sich hierzu ausschließlich auf die europäische Umsetzung festgelegt.
Was Besitzerinnen und Besitzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz jetzt wissen müssen
Die wichtigste Botschaft für aktuelle Switch-2-Besitzer lautet: Es besteht kein Handlungsbedarf. Nintendo hat weder einen Rückruf noch ein Umtauschprogramm angekündigt. Bereits verkaufte Geräte funktionieren unverändert weiter, erhalten weiterhin Firmware-Updates und vollen Zugriff auf eShop und Nintendo Switch Online. Wer aktuell eine Switch 2 kauft, sollte lediglich wissen, dass es sich um die „klassische” Version ohne Wechselakku handelt – funktional identisch zur kommenden Variante, aber ohne die spätere Reparaturoption ab Werk.
Wer gezielt auf die reparierbare Version warten möchte, sollte laut aktuellem Zeitplan frühestens im Herbst 2026 mit Verfügbarkeit in deutschen, österreichischen und Schweizer Handelsketten rechnen – wobei Nintendo bislang keine Garantie für ein exaktes Datum oder eine visuelle Kennzeichnung der neuen Geräte im Handel gegeben hat. Käuferinnen und Käufer, die auf Nummer sicher gehen wollen, müssen sich also vorerst auf Verpackungsangaben oder Rückfragen beim Händler verlassen.
Prognosen: Wie es mit reparierbarer Gaming-Hardware weitergeht
Basierend auf dem aktuellen Stand der Regulierung und den ersten Reaktionen der Branche lassen sich mehrere Entwicklungen für die kommenden 12 bis 18 Monate absehen:
- Valve und ASUS werden nachziehen müssen. Da die EU-Frist zum 18. Februar 2027 für alle Hersteller tragbarer Konsolen gilt, sind konkrete Ankündigungen zu Steam-Deck- und ROG-Ally-Nachfolgemodellen mit Wechselakku noch 2026 wahrscheinlich.
- Ein offizieller Ersatzteilmarkt für Konsolen entsteht in der EU – ähnlich dem, was Apple und Samsung bei Smartphones nach früheren EU-Vorgaben bereits aufgebaut haben.
- Die nächste Nintendo-Handheld-Generation wird von Beginn an weltweit mit Wechselakku konstruiert, um getrennte Fertigungslinien für Europa und den Rest der Welt langfristig zu vermeiden.
- Ein gezielter Grauimport europäischer Geräte in Märkte ohne eigene Wechselakku-Pflicht ist denkbar, dürfte aber angesichts von Garantie- und Sprachfragen ein Nischenphänomen bleiben.
- Weitere Elektronikkategorien folgen demselben Muster: Nach Ladekabeln (2024) und Konsolen-Akkus (2026/27) dürften als Nächstes Wearables und Smart-Home-Geräte unter ähnliche EU-Reparierbarkeitsvorgaben fallen.
Diese Einschätzungen basieren auf dem aktuellen Regulierungsverlauf und öffentlich verfügbaren Herstellerreaktionen; verbindliche Zusagen von Valve, ASUS oder Nintendo zu globalen Rollouts liegen bislang nicht vor.
Zur schnellen Übersicht die wichtigsten Eckdaten im Klartext:
Switch 2 (EU, ab Herbst 2026):
Akku: 5.172 mAh (vorher 5.220 mAh, -1%)
Gewicht: 411 g solo / 548 g mit Joy-Con 2 (+10 g / +14 g)
Akkuwechsel: werkzeugfrei, durch Endnutzer
EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542:
Stichtag: 18. Februar 2027
Pflicht: Entnehmbarkeit + Austauschbarkeit von Portable-Akkus
Ersatzteile: mind. 5 Jahre nach Verkaufsende verfügbar
Original Switch (2017-Familie):
Verkäufe (weltweit, Stand 31.03.2026): 155,92 Mio. Einheiten
Verkaufsende Nintendo-Kanäle EU: Mitte Februar 2027
eShop / Switch Online: bleiben unbegrenzt aktiv
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Weitere Einordnungen rund um Konsolen, Handhelds und den europäischen Gaming-Markt gibt es im Gaming-Ressort von shattered.io.
Häufig gestellte Fragen zu Switch 2, Wechselakku und EU-Regeln
Muss ich meine bestehende Nintendo Switch 2 umtauschen oder zurückgeben?
Nein. Es gibt weder einen Rückruf noch ein Umtauschprogramm. Bestehende Geräte funktionieren unverändert weiter und bleiben vollständig unterstützt.
Wann genau kommt die neue Switch 2 mit Wechselakku nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz?
Laut Nintendos Zeitplan ab Herbst 2026, für alle 33 europäischen Märkte gleichzeitig, in denen Nintendo of Europe aktiv ist. Ein exaktes Kalenderdatum hat Nintendo bislang nicht genannt.
Was passiert mit der originalen Nintendo Switch aus dem Jahr 2017?
Sie wird nicht auf einen Wechselakku umgerüstet, sondern in Europa eingestellt. Die Produktion läuft laut Nintendo noch bis Ende 2026, der Verkauf über Nintendos eigene Kanäle endet Mitte Februar 2027. eShop und Nintendo Switch Online bleiben für bestehende Geräte unbegrenzt verfügbar.
Wie stark verändert sich das Gewicht der neuen Switch 2?
Die Konsole allein wird rund 10 Gramm schwerer (411 g statt 401 g), mit angesteckten Joy-Con 2 rund 14 Gramm (548 g statt 534 g). Im direkten Vergleich beim Spielen gilt dieser Unterschied als kaum wahrnehmbar.
Kann ich den Akku der neuen Switch 2 selbst wechseln – und wo bekomme ich Ersatzteile?
Ja, das ist der zentrale Zweck der Umstellung: Der Akku soll werkzeugfrei entnehmbar sein. Ersatzakkus sollen laut Nintendo über den Nintendo Store Europe verkauft werden; konkrete Preise stehen noch nicht fest.
Was genau schreibt die EU-Batterieverordnung vor?
Die Verordnung (EU) 2023/1542 verlangt ab dem 18. Februar 2027, dass tragbare Akkus in Produkten wie Kopfhörern, E-Readern, tragbaren Spielekonsolen und Laptops durch Endnutzer mit handelsüblichem Werkzeug entnehmbar und austauschbar sein müssen, ohne das Gerät zu beschädigen.
Betrifft das auch Steam Deck, ROG Ally und andere Handhelds?
Ja. Die Verordnung gilt herstellerunabhängig für alle tragbaren Spielekonsolen, die in der EU verkauft werden. Nintendo hat als Erster einen konkreten Fahrplan veröffentlicht; Valve und ASUS müssen bis zum Stichtag ebenfalls nachziehen.
Bekommt auch der Rest der Welt die Wechselakku-Version?
Aktuell ist die Umstellung ausschließlich für Europa angekündigt. Ein globaler Rollout gilt als möglich, aber nicht bestätigt – vermutlich hängt er davon ab, wie schnell bestehende Lagerbestände außerhalb Europas abverkauft werden.




