Wer heute “CyberGhost vs. ExpressVPN” sucht, stößt zuerst auf eine Überraschung: Beide Dienste gehören demselben Konzern. Kape Technologies kaufte CyberGhost bereits im März 2017 und legte im Dezember 2021 mit der Übernahme von ExpressVPN nach (kape.com). Für Nutzer:innen in Österreich stellt sich damit eine andere Frage als bei klassischen Konkurrenzvergleichen: Lohnt sich der Griff zur teureren Marke ExpressVPN, oder liefert die günstigere Schwestermarke CyberGhost technisch fast dasselbe? Dieser Vergleich stützt sich auf die aktuellen Audit-Berichte von Deloitte und KPMG, auf offizielle Preislisten sowie auf Geschwindigkeitsmessungen von drei unabhängigen Testern und ordnet ein, wann sich welcher Dienst wirklich lohnt.

Beide Marken haben eine lange Geschichte, bevor sie unter dasselbe Firmendach kamen. ExpressVPN wurde 2009 gegründet, CyberGhost folgte 2011 (expressvpn.com). Damit gehören beide zu den älteren, etablierten Namen im VPN-Markt, nicht zu den vielen kurzlebigen Anbietern, die seit Jahren im Wochentakt in App Stores auftauchen und wieder verschwinden. Genau diese lange Marktpräsenz macht den heutigen Vergleich interessant: Zwei über ein Jahrzehnt gewachsene Produkte treffen unter einem gemeinsamen Eigentümer aufeinander, mit unterschiedlichen technischen Entscheidungen und einer klar unterschiedlichen Preispolitik. Dieser Artikel geht Punkt für Punkt durch, wo sich die beiden Marken trotz desselben Besitzers noch unterscheiden und wo sie längst dieselbe Basis teilen.

Kape Technologies: Zwei “Rivalen”, ein Besitzer

Kape Technologies, ein an der Londoner Börse notiertes Unternehmen, hält heute mehrere große VPN-Marken unter einem Dach, darunter CyberGhost, ExpressVPN und Private Internet Access (kape.com). Für Vergleichsportale und Werbeanzeigen ändert das wenig, beide Marken treten weiter als eigenständige Wettbewerber auf und buhlen in Suchergebnissen und Rabattaktionen umeinander. Für Käufer:innen ist die Konzernstruktur trotzdem relevant, denn sie beeinflusst, wie unabhängig die beiden Datenschutzversprechen tatsächlich sind.

Kritiker:innen bemängeln vor allem die Datenschutzrichtlinie von CyberGhost, die laut einer Analyse von Engadget einen möglichen Datenaustausch innerhalb der weiteren Kape-Unternehmensgruppe nicht ausschließt (engadget.com). Ein bestätigter Datenschutzvorfall oder eine Sicherheitslücke bei CyberGhost oder ExpressVPN in den Jahren 2025 oder 2026 ließ sich in der Recherche für diesen Artikel nicht finden, die Kritik betrifft also die Struktur und die Formulierungen, nicht einen konkreten Vorfall. Wer aus Prinzip Wert auf zwei komplett getrennte Firmen legt, findet in diesem Vergleich trotzdem keinen echten Gegensatz, sondern zwei Produktlinien desselben Konzerns mit unterschiedlicher Preisgestaltung und Technik. Kape ist mit dieser Strategie kein Einzelfall: Auch unser Audit-Vergleich von Surfshark, CyberGhost und TunnelBear zeigt, wie eng die Besitzverhältnisse im VPN-Markt mittlerweile verflochten sind.

Eine grobe, extern geschätzte Zahl gibt einen Eindruck von der Größe des Konzerns hinter beiden Marken: Ein Personaldaten-Anbieter beziffert die Mitarbeiterzahl von Kape Technologies für 2024 auf rund 750 Personen, verteilt über mehrere Marken und Standorte. Diese Zahl stammt aus einer externen Schätzung und nicht aus einem offiziellen Kape-Geschäftsbericht, sie gibt aber eine grobe Größenordnung vor: Kape ist kein Zwei-Personen-Startup, sondern ein mittelgroßer, international aufgestellter Softwarekonzern mit mehreren hundert Angestellten. Offizielle, öffentlich zugängliche Umsatzzahlen speziell für die VPN-Sparte von Kape ließen sich in der Recherche nicht verifizieren, der Konzern verweist Interessierte auf ein Formular für Finanzberichte statt die Zahlen offen zu veröffentlichen, weshalb dieser Artikel bewusst auf eine geschätzte Umsatzangabe verzichtet.

Was ein VPN-Audit wirklich bedeutet

Beide Anbieter werben intensiv mit ihren Audits, doch der Begriff wird in der Branche unterschiedlich verwendet. Ein No-Logs-Audit prüft in der Regel nicht jede einzelne Codezeile der Software, sondern kontrolliert an einem bestimmten Stichtag, ob die technische Infrastruktur tatsächlich so aufgebaut ist, wie es die Datenschutzrichtlinie behauptet. Deloitte hat für CyberGhost genau das nach dem internationalen Prüfstandard ISAE 3000 (Revised) getan und dabei Infrastruktur sowie operative Systeme untersucht (cyberghostvpn.com). KPMG ging bei ExpressVPN einen ähnlichen Weg, prüfte aber zusätzlich explizit das TrustedServer-System und den Abgleich zwischen echter Praxis und veröffentlichter Richtlinie zum Stichtag 28. Februar 2025 (expressvpn.com).

Wichtig für die Einordnung: Ein Audit ist eine Momentaufnahme, keine Dauerüberwachung. Es bestätigt den Zustand zum Prüfzeitpunkt, nicht automatisch die Praxis in den folgenden Monaten. CyberGhost kann für sich in Anspruch nehmen, mit dem Bericht von 2025 bereits das dritte unabhängige Audit vorgelegt zu haben, was für eine gewisse Regelmäßigkeit spricht. ExpressVPN wiederum lässt sich laut eigenen Angaben nicht nur von KPMG, sondern zusätzlich von der auf IT-Sicherheit spezialisierten Firma Cure53 prüfen (expressvpn.com). Für Leser:innen bedeutet das: Beide Zertifikate sind seriöse externe Kontrollen von anerkannten Prüfgesellschaften, keines der beiden ist aber ein Freibrief für alle Zeit.

Welche Daten sammeln CyberGhost und ExpressVPN trotz No-Logs-Politik?

“No-Logs” bedeutet in der Praxis nicht, dass ein Anbieter überhaupt keine Daten verarbeitet, sondern dass er keine Protokolle über den Internetverkehr, besuchte Websites oder zugewiesene VPN-IP-Adressen speichert, die einzelne Nutzer:innen identifizierbar machen würden. Für den Geschäftsbetrieb bleiben trotzdem einige Daten notwendig: Zahlungsinformationen für die Abrechnung, eine E-Mail-Adresse für den Kundensupport sowie, bei vielen Anbietern, aggregierte und anonymisierte Nutzungsstatistiken, etwa zur Serverauslastung, damit überlastete Standorte erkannt und ausgebaut werden können. Sowohl CyberGhost als auch ExpressVPN geben in ihren Datenschutzrichtlinien an, diese Art von Verwaltungsdaten zu verarbeiten, nicht aber Verbindungsprotokolle im eigentlichen Sinn.

Der Unterschied zwischen “wir speichern nichts” und “wir speichern nur das, was für den Betrieb nötig ist” mag technisch klingen, ist für die Einordnung der beiden Dienste aber wichtig. Genau an diesem Punkt setzen die Deloitte- und KPMG-Audits an: Sie prüfen, ob die tatsächliche technische Umsetzung mit der in der Datenschutzrichtlinie beschriebenen Praxis übereinstimmt, statt lediglich das Marketing-Versprechen “No Logs” unkommentiert zu übernehmen. Wer besonders sensibel mit dem Thema umgeht, sollte vor dem Kauf die aktuelle Datenschutzrichtlinie des gewählten Anbieters direkt auf der jeweiligen Website lesen, weil sich einzelne Formulierungen von Version zu Version ändern können.

CyberGhost im Überblick: Rumänien, Deloitte und Streaming-Profile

CyberGhost hat seinen Firmensitz in Bukarest, Rumänien, also innerhalb der EU, aber außerhalb der Five-Eyes-, Nine-Eyes- und Fourteen-Eyes-Überwachungsallianzen (security.org). Im Jahr 2025 veröffentlichte CyberGhost sein drittes unabhängiges Audit, durchgeführt von Deloitte Rumänien nach dem Prüfstandard ISAE 3000 (Revised). Die Prüfer untersuchten dabei die Infrastruktur und die operativen Systeme des Anbieters und bestätigten die No-Logs-Versprechen des Unternehmens (cyberghostvpn.com).

Technisch positioniert sich CyberGhost als Einsteiger-freundlicher Dienst mit klar beschrifteten Server-Profilen für Streaming, Torrenting und anonymes Surfen. Auf der offiziellen US-Seite wirbt der Anbieter mit mehr als 9.700 Servern in über 100 Ländern, verteilt auf mehr als 125 Standorte weltweit (cyberghostvpn.com). Die App unterstützt bis zu sieben gleichzeitige Verbindungen und bietet damit mehr Spielraum für größere Haushalte als viele Konkurrenten im selben Preissegment.

Seit der Gründung 2011 hat sich CyberGhost stark auf Einsteiger:innen und preissensible Nutzer:innen ausgerichtet, statt auf ein technisch versiertes Fachpublikum zu zielen. Das zeigt sich in der Benutzeroberfläche: Statt einer nackten Weltkarte mit Serverstandorten bekommen Nutzer:innen fertige Profile für “Streaming”, “Torrenting” oder “Für mehr Anonymität surfen” angezeigt und müssen nur noch auf den passenden Button tippen. Für Menschen, die ein VPN selten und ohne technischen Hintergrund nutzen, senkt das die Einstiegshürde spürbar, erfahrene Nutzer:innen empfinden die vorkonfigurierten Profile mitunter als unnötigen Zwischenschritt.

ExpressVPN im Überblick: Lightway, KPMG und die Jungferninseln

ExpressVPN ist auf den Britischen Jungferninseln registriert, einer Jurisdiktion außerhalb der Fourteen-Eyes-Allianz und außerhalb der EU. Der Dienst hat im Frühjahr 2025 sein aktuellstes No-Logs-Audit durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG veröffentlicht. KPMG testete den Stand vom 28. Februar 2025 und untersuchte dabei sowohl das TrustedServer-System als auch die Übereinstimmung der tatsächlichen Praxis mit der veröffentlichten Datenschutzrichtlinie (expressvpn.com).

ExpressVPN setzt technisch auf sein eigenes Protokoll Lightway, das laut Hersteller schneller verbindet und weniger Akku verbraucht als klassisches OpenVPN, zusätzlich bleibt OpenVPN als Option verfügbar. Der Dienst wirbt mit Servern in 113 Ländern, nennt auf seinen offiziellen Seiten aber keine exakte Gesamtserverzahl (expressvpn.com). Damit positioniert sich ExpressVPN bewusst als Premium-Marke mit weniger, aber angeblich sorgfältiger gewarteten Standorten statt einer möglichst hohen Serverzahl.

Gegründet 2009, zählt ExpressVPN zu den ältesten noch aktiven VPN-Marken überhaupt und positioniert sich konsequent im oberen Preissegment, ähnlich wie im direkten Duell mit NordVPN in unserem ExpressVPN-vs-NordVPN-Vergleich. Statt vieler vorkonfigurierter Nutzungsprofile setzt die App auf eine reduzierte Oberfläche mit einem großen Verbindungsknopf und einer Serverliste, sortiert nach zuletzt genutzten und empfohlenen Standorten. Diese Reduktion richtet sich eher an Nutzer:innen, die schnell und ohne viele Entscheidungen eine stabile Verbindung wollen, als an Menschen, die granular zwischen Streaming- und Torrenting-Profilen wechseln möchten.

Technische Daten im Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und rechtlichen Eckdaten beider Dienste zusammen, jeweils Stand der offiziellen Herstellerangaben aus dem Jahr 2026. Wer beim Lesen vor allem nach dem einen entscheidenden Unterschied sucht, findet ihn selten in einer einzelnen Zeile, meist ergibt erst die Summe aus Firmensitz, Audit-Frequenz, Geräte-Limit und Protokollwahl ein vollständiges Bild.

MerkmalCyberGhostExpressVPN
KonzernmutterKape Technologies (seit 2017)Kape Technologies (seit 2021)
FirmensitzRumänien (EU)Britische Jungferninseln
Letztes No-Logs-AuditDeloitte Rumänien, 2025KPMG LLP, Stand 28.02.2025
PrüfstandardISAE 3000 (Revised)Prüfung von TrustedServer und Privacy Policy
Anzahl Audits gesamt3 unabhängige PrüfungenMehrfach geprüft, aktuellste 2025
ServerzahlÜber 9.700 ServerKeine offizielle Gesamtzahl genannt
Länder/Standorte100+ Länder, 125+ Standorte113 Länder
ProtokolleWireGuard, OpenVPN, IKEv2Lightway (proprietär), OpenVPN
Gleichzeitige Geräte7 Geräte10 Geräte (je nach Tarif)
Geld-zurück-Garantie14 Tage (Monat) / 45 Tage (Langzeit)30 Tage
Linux-UnterstützungApp vorhanden, GUI eingeschränktUnterstützt, Lightway verfügbar

Auffällig ist, dass CyberGhost bei der reinen Serverzahl vorne liegt, ExpressVPN dagegen keine Gesamtzahl kommuniziert und sich stattdessen auf die Länderabdeckung konzentriert. Bei den Geräte-Limits und der Geld-zurück-Garantie hat ExpressVPN leichte Vorteile, bei den Protokollen unterscheiden sich die Ansätze grundsätzlich: CyberGhost setzt auf offene Standards, ExpressVPN auf eine selbst entwickelte, aber öffentlich dokumentierte Lösung.

Preise 2026 im Detail

Bei den Preisen zeigt sich der deutlichste Unterschied zwischen den beiden Marken. Alle Zahlen stammen von den offiziellen US-Preisseiten der Anbieter, Kund:innen in Österreich sehen beim Checkout in der Regel Beträge in Euro, die je nach Tageskurs leicht abweichen können.

Offizielle Preise 2026, Stand: US-Preisseiten beider Anbieter
TarifCyberGhostExpressVPN
Monatsplan12,99 $/Monatca. 14,99 $/Monat (Basic-Tarif, laut Preisübersicht 2026)
Langzeit-Aktionspreis1,99 $/Monat (51,74 $ für 26 Monate)2,99 $/Monat effektiv (83,72 $ für 28 Monate)
Standard-Langzeitpreis2,19 $/Monat (56,94 $ für 2 Jahre)nicht separat ausgewiesen
Verlängerungspreisvom Anbieter nicht separat veröffentlicht99,95 $ pro Jahr
Geld-zurück-Garantie14 bzw. 45 Tage30 Tage

CyberGhost bleibt im Aktionszeitraum klar die günstigere Wahl, der Unterschied zum effektiven ExpressVPN-Monatspreis von rund 2,99 Dollar liegt bei etwa einem Dollar pro Monat (cyberghostvpn.com, expressvpn.com). Wer den Dienst nur für wenige Wochen braucht, etwa für eine einzelne Reise, zahlt bei CyberGhost im Monatstarif rund zwei Dollar weniger als bei ExpressVPN. Der Abstand wird größer, sobald ein Aktionspreis nach der ersten Laufzeit ausläuft, ExpressVPN verlangt dann fast 100 Dollar im Jahr, während CyberGhost seinen Verlängerungspreis auf der Preisseite nicht separat ausweist.

Ein Kostenfaktor, den viele Vergleiche übersehen, ist die automatische Vertragsverlängerung. Beide Anbieter verlängern Abos standardmäßig zum dann gültigen Listenpreis, nicht zum ursprünglichen Aktionspreis, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wird. Wer sich also für den günstigen 26-Monats-Tarif von CyberGhost oder das 28-Monats-Paket von ExpressVPN entscheidet, sollte sich eine Erinnerung für das Vertragsende setzen, um nicht ungewollt zum deutlich höheren Folgepreis weiterzuzahlen. Für Kund:innen in Österreich empfiehlt es sich zusätzlich, die Zahlungsmethode im Blick zu behalten, weil manche Kreditkarten Fremdwährungsgebühren für Abrechnungen in US-Dollar berechnen, was den tatsächlichen Endpreis leicht nach oben verschieben kann.

Geschwindigkeit: Was drei unabhängige Tests zeigen

Geschwindigkeitswerte hängen stark vom Testaufbau ab, deshalb lohnt sich der Blick auf mehrere Quellen statt auf eine einzelne Zahl. Die folgende Tabelle zeigt drei unabhängige Messungen aus den Jahren 2025 und 2026, die Methoden unterscheiden sich jedoch, weshalb ein direkter Eins-zu-eins-Vergleich zwischen den Zeilen nicht zulässig ist.

TestquelleCyberGhostExpressVPNAnmerkung
vpnMentor (aktualisiert April 2025)68,56 Mbit/s am nächsten Server, 18,78-68,56 Mbit/s über 10 Standorte71,81 Mbit/s am nächsten Server, 23,59-71,81 Mbit/s über 10 StandorteExpressVPN in 8 von 10 Standorten schneller
TechRadar (Gaming-VPN-Test 2025)ca. 950 Mbit/s via WireGuard, ca. 460 Mbit/s via OpenVPN1.617 Mbit/s via Lightway Turbo, 1.230 Mbit/s bei US-VerbindungenUnterschiedlicher Testaufbau, nicht direkt vergleichbar
Comparitechkein vergleichbarer Wert in derselben Testreihe veröffentlicht629 Mbit/s im OpenVPN-DurchschnittNur ExpressVPN-Wert öffentlich dokumentiert

Die konsistenteste Aussage liefert der direkte Vergleichstest von vpnMentor, weil dort beide Dienste unter denselben Bedingungen gemessen wurden: ExpressVPN gewann in acht von zehn getesteten Standorten, darunter Deutschland, Großbritannien, die USA und Japan, während CyberGhost nur in Israel und knapp in Los Angeles vorne lag. Die Werte von TechRadar und Comparitech stammen dagegen aus unterschiedlichen Testreihen mit unterschiedlichen Protokollen und Serverstandorten (techradar.com, comparitech.com). Ähnlich uneinheitliche Ergebnisse über mehrere Testquellen hinweg zeigt auch unser Vergleich von ExpressVPN und Mullvad. Für Anwender:innen bedeutet das in der Praxis: ExpressVPN liefert tendenziell die höheren Spitzenwerte, CyberGhost bleibt aber in den meisten Alltagsszenarien wie Video-Streaming oder Videotelefonie schnell genug.

Wichtig für die Einordnung der TechRadar-Zahlen: Werte im Bereich von über 1.000 Mbit/s sind in der Praxis für die allermeisten Heimanschlüsse in Österreich ohnehin nicht ausschöpfbar, weil selbst schnelle Glasfaseranschlüsse häufig bei 500 bis 1.000 Mbit/s liegen und viele Haushalte noch mit deutlich langsameren Kabel- oder DSL-Leitungen unterwegs sind. Für die tägliche Nutzung, also Video-Calls, Streaming in HD oder 4K und normales Surfen, reichen schon die niedrigeren, im direkten Test gemessenen Werte von CyberGhost und ExpressVPN bei Weitem aus. Der Geschwindigkeitsunterschied wird erst spürbar, wenn große Dateien heruntergeladen oder mehrere Geräte gleichzeitig über dieselbe Verbindung streamen.

Protokolle und Verschlüsselung: WireGuard gegen Lightway

CyberGhost setzt in erster Linie auf WireGuard, ein offenes Protokoll mit vergleichsweise schlankem Code, das von vielen Sicherheitsforscher:innen unabhängig geprüft werden kann, weil der Quelltext öffentlich einsehbar ist. Daneben bleiben OpenVPN und IKEv2 als Alternativen verfügbar, etwa für ältere Router oder Firmenumgebungen, die auf etablierte Protokolle angewiesen sind (cyberghostvpn.com).

ExpressVPN geht einen anderen Weg und hat mit Lightway ein eigenes Protokoll entwickelt. Der Anbieter positioniert Lightway als schneller und akkuschonender als klassisches OpenVPN, vor allem beim Verbindungsaufbau auf mobilen Geräten. Anders als bei einem rein internen, geschlossenen System hat ExpressVPN den Code von Lightway öffentlich zugänglich gemacht, sodass externe Fachleute die Implementierung nachvollziehen können. Für sicherheitsbewusste Nutzer:innen bleibt WireGuard dennoch der bekanntere und am breitesten geprüfte Standard, während Lightway noch als jüngere Eigenentwicklung gilt, auch wenn sie mittlerweile mehrere Jahre im produktiven Einsatz ist.

Jurisdiktion und Datenschutzrecht

Die Wahl des Firmensitzes ist bei VPN-Diensten mehr als eine Formalität, sie bestimmt, welches Gericht im Zweifel Herausgabeanordnungen für Nutzerdaten durchsetzen kann. CyberGhost sitzt in Rumänien und unterliegt damit EU-Recht einschließlich der DSGVO, bleibt aber außerhalb der Five-Eyes-, Nine-Eyes- und Fourteen-Eyes-Überwachungsallianzen (security.org). Für Nutzer:innen in Österreich bedeutet das einen vertrauten Rechtsrahmen, inklusive der üblichen DSGVO-Beschwerdewege bei der österreichischen Datenschutzbehörde.

ExpressVPN ist auf den Britischen Jungferninseln registriert, einem Überseegebiet Großbritanniens mit eigener Rechtsprechung und ohne verpflichtende Vorratsdatenspeicherung. Die Jurisdiktion liegt außerhalb der EU und außerhalb der Fourteen-Eyes-Allianz. In der Praxis bedeutet das für beide Anbieter: Ohne gespeicherte Verbindungsprotokolle gibt es wenig, was eine Behörde überhaupt anfordern könnte, die KPMG- und Deloitte-Audits bestätigen genau diesen Punkt für den geprüften Zeitraum, sie können aber keine Garantie für alle Zukunft aussprechen.

Was die Jurisdiktion für Nutzer:innen in Österreich bedeutet

Für ein VPN selbst spielt es keine Rolle, wo die Nutzer:innen sitzen, wohl aber, welches Recht im Streitfall zur Anwendung kommt. Wer als Privatperson in Österreich CyberGhost nutzt, kauft ein Produkt eines Unternehmens mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat, damit greifen im Streitfall dieselben DSGVO-Grundsätze wie bei jedem anderen EU-Dienstleister, inklusive der Möglichkeit, sich an die österreichische Datenschutzbehörde zu wenden, falls es um die Verarbeitung personenbezogener Daten geht. ExpressVPN unterliegt dagegen dem Recht der Britischen Jungferninseln, einem britischen Überseegebiet außerhalb der EU. Das bedeutet nicht automatisch weniger Schutz, in der Praxis verlassen sich beide Anbieter ohnehin in erster Linie auf ihre technische No-Logs-Architektur statt auf den jeweiligen Rechtsraum, doch für Nutzer:innen mit einem grundsätzlichen Anliegen für EU-Recht macht CyberGhost den formal einfacheren Weg.

In der Praxis hat die Jurisdiktion für die allermeisten Alltagsanwendungen wie Streaming, Online-Banking im Ausland oder das Schützen der eigenen Verbindung im Hotel-WLAN kaum spürbare Auswirkungen. Relevanter wird sie für Berufsgruppen mit erhöhtem Schutzbedarf, etwa Journalist:innen, Anwält:innen oder Personen, die für NGOs in einem sensiblen politischen Umfeld arbeiten. Für diese Zielgruppen kann der EU-Sitz von CyberGhost ein zusätzliches, wenn auch nicht entscheidendes Argument sein, wie auch unser Vergleich von NordVPN und ProtonVPN beim Thema Jurisdiktion zeigt. Weitere Hintergründe zu Verschlüsselung, Audits und Tracking-Schutz sammeln wir laufend im Privatsphäre-Ressort von shattered.io.

Streaming-Tauglichkeit: Netflix, Disney+ und die Tücken der Bibliotheken

CyberGhost bewirbt dedizierte Streaming-Server, die auf einzelne Plattformen wie Netflix oder Disney+ zugeschnitten sind. Ein aktueller Test von Security.org bestätigt, dass diese Server Netflix und Disney+ zuverlässig entsperren konnten (security.org). Ein anderer, ebenfalls 2026 veröffentlichter Test fand allerdings gemischte Ergebnisse: Die US- und UK-Netflix-Bibliotheken funktionierten zuverlässig, Netflix Japan blieb jedoch blockiert, und auch Disney+ ließ sich in der Desktop-App im Testzeitpunkt nicht öffnen. Das Bild ist also nicht einheitlich positiv, sondern hängt sichtbar vom gewählten Server, dem Gerät und dem Testzeitpunkt ab.

ExpressVPN gilt in der Branche traditionell als besonders streaming-stark und wird in vielen Ranglisten als Erstempfehlung für Netflix-Entsperrung genannt. Für diesen Artikel ließ sich jedoch keine ebenso detaillierte, aktuelle Einzelauswertung für Netflix und Disney+ mit exakten Erfolgsraten für 2025/2026 verifizieren, weshalb an dieser Stelle bewusst keine erfundene Prozentzahl genannt wird. Wer Streaming als Hauptkriterium hat, sollte vor dem Kauf die aktuelle Serverliste des jeweiligen Anbieters für die gewünschte Region prüfen, weil sich Sperren und Umgehungen im Streaming-Wettrüsten regelmäßig ändern.

Für Nutzer:innen in Österreich kommt ein weiterer Aspekt dazu: der Zugriff auf ausländische Bibliotheken deutschsprachiger Streaming-Dienste. Wer im Urlaub außerhalb Europas auf die gewohnte Netflix-Bibliothek oder auf ORF-Inhalte zugreifen will, ist auf einen Server im Heimatland angewiesen, der stabil und nicht bereits von der Plattform erkannt und blockiert wurde. Große Anbieter wie CyberGhost und ExpressVPN erneuern ihre IP-Adressen deshalb regelmäßig, ein Restrisiko bleibt aber bei beiden Diensten bestehen, weil Streaming-Plattformen ihre Erkennungsmechanismen ebenfalls laufend anpassen. Wer zuverlässig auf eine bestimmte Bibliothek angewiesen ist, etwa für ein Auslandssemester oder eine längere berufliche Entsendung, sollte vor dem Vertragsabschluss die Geld-zurück-Garantie nutzen, um den gewünschten Anwendungsfall in der Praxis zu testen, statt sich allein auf Werbeversprechen zu verlassen.

Geräte-Limits und App-Ökosystem

CyberGhost erlaubt bis zu sieben gleichzeitige Verbindungen pro Abo, was für die meisten Haushalte mit Smartphone, Laptop, Tablet und Smart-TV ausreicht. ExpressVPN erlaubt laut offizieller Preisseite bis zu zehn gleichzeitige Geräte, wobei einzelne Produktseiten des Anbieters teils höhere Werte nennen, was auf unterschiedliche Regelungen je nach Tarif und Region hindeutet (expressvpn.com). Für größere Familien oder WGs mit vielen Endgeräten macht dieser Unterschied den Kauf einer zweiten Lizenz weniger wahrscheinlich nötig.

Bei der Linux-Unterstützung zeigen beide Anbieter Nachholbedarf im Vergleich zu Windows und macOS. CyberGhost bietet eine Linux-App an, der Funktionsumfang der grafischen Oberfläche bleibt jedoch eingeschränkter als bei den Desktop-Versionen für andere Betriebssysteme. ExpressVPN unterstützt Linux ebenfalls und hat sein Lightway-Protokoll auch dort verfügbar gemacht, traditionell war die Linux-Version des Dienstes aber stärker auf die Kommandozeile ausgerichtet als auf eine vollwertige grafische App. Wer produktiv unter Linux arbeitet, etwa Entwickler:innen oder Systemadministrator:innen, sollte vor dem Kauf beide Clients im Detail testen, bevor die Kaufentscheidung fällt.

Kill Switch, Split Tunneling und Zertifizierungen im Detail

Bei den Sicherheitsfunktionen unter der Haube liegen CyberGhost und ExpressVPN näher beieinander als bei Preis oder Geschwindigkeit. CyberGhost nennt seinen Verbindungsschutz Automatic Kill Switch, ExpressVPN nutzt dafür den Namen Network Lock auf dem Desktop und Network Protection auf mobilen Geräten, beide Funktionen kappen die Internetverbindung, sobald der VPN-Tunnel abbricht, damit keine unverschlüsselten Daten nach außen gelangen. Split Tunneling, also die Möglichkeit, einzelne Apps gezielt am VPN vorbeizuleiten, bieten ebenfalls beide Anbieter an, wobei der genaue Funktionsumfang je nach Betriebssystem unterschiedlich ausfällt.

Einen sichtbaren Unterschied gibt es bei den Zusatzfunktionen: CyberGhost bringt mit dem sogenannten Content Blocker einen DNS-basierten Werbe- und Tracker-Blocker mit, der zusätzlich vor bekannten Malware-Domains warnen soll. Für besonders datenschutzsensible Anwendungsfälle bietet CyberGhost außerdem eigene NoSpy-Server an, die der Anbieter eigenen Angaben zufolge selbst betreibt statt sie bei einem externen Rechenzentrum zu mieten, was die Kontrolle über die physische Hardware erhöht. Eine vergleichbare, gleichermaßen benannte Funktion listet ExpressVPN in den ausgewerteten Quellen nicht.

Bei formellen Zertifizierungen hat ExpressVPN die Nase vorn: Der Anbieter weist für sein Informationssicherheits-Managementsystem eine ISO/IEC 27001-Zertifizierung aus. Für CyberGhost ließ sich in der Recherche keine offizielle, direkt verifizierbare ISO-27001-Zertifizierung bestätigen, weshalb dieser Artikel bewusst keine entsprechende Behauptung für CyberGhost aufstellt. Beim Kundensupport bieten beide Dienste einen 24/7-Livechat an, CyberGhost ergänzt das um klassischen E-Mail-Support, ExpressVPN wirbt zusätzlich mit Router-Apps und Browsererweiterungen für Chrome und Firefox, CyberGhost bietet ebenfalls Router-Unterstützung und Browsererweiterungen an, die allerdings eher als Proxy-Erweiterung funktionieren und nicht den vollen Funktionsumfang der Haupt-App abdecken.

Mobile Apps: Android und iOS im Alltagstest

Am Smartphone unterscheiden sich die beiden Ansätze noch deutlicher als am Desktop. ExpressVPN profitiert hier direkt von Lightway, das eigens dafür entwickelt wurde, Verbindungen nach einem Netzwerkwechsel schnell wiederherzustellen, etwa beim Übergang von WLAN auf mobile Daten in der U-Bahn. Für Pendler:innen, die häufig zwischen Netzen wechseln, kann das im Alltag spürbar weniger Wartezeit bedeuten als bei Protokollen mit langsamerem Reconnect.

CyberGhost setzt auf Mobilgeräten ebenfalls auf WireGuard und bietet dieselben vorkonfigurierten Profile wie am Desktop, was den Umstieg zwischen den Plattformen erleichtert, weil sich die Bedienlogik kaum unterscheidet. Für Nutzer:innen, die ihr VPN nur gelegentlich aktivieren, etwa vor dem Verbinden mit einem öffentlichen Hotspot am Flughafen, ist dieser Konsistenz-Vorteil oft wichtiger als ein paar zusätzliche Megabit pro Sekunde. Beide Apps lassen sich zudem so einstellen, dass sie sich beim Verbinden mit einem unbekannten oder ungesicherten WLAN automatisch aktivieren, eine Funktion, die besonders für Reisende in Österreich und dem benachbarten Ausland relevant ist.

Fünf Praxisbeispiele aus dem Alltag

Zahlen und Tabellen sind ein Ausgangspunkt, in der Praxis entscheiden aber konkrete Situationen darüber, welcher Dienst besser passt. Fünf Beispiele zeigen, wie sich die Unterschiede zwischen CyberGhost und ExpressVPN im Alltag auswirken.

  • Die Wiener Studentin auf Erasmus: Sie verbringt ein Semester in Spanien und will trotzdem weiter auf das österreichische Streaming-Angebot sowie auf ORF-Inhalte zugreifen, gleichzeitig ist ihr Budget als Studierende knapp bemessen. Der CyberGhost-Aktionstarif mit 1,99 Dollar im Monat passt besser zu ihrem Budget als der ExpressVPN-Einstiegspreis, und die vorkonfigurierten Streaming-Profile ersparen ihr die Suche nach dem richtigen Server.
  • Der Linzer Freelance-Journalist: Er recherchiert gelegentlich zu heiklen Themen, etwa zu Korruptionsfällen in der Kommunalpolitik, und legt deshalb besonderen Wert auf einen EU-Firmensitz mit klarem DSGVO-Bezug. CyberGhosts rumänischer Sitz und das aktuelle Deloitte-Audit sprechen für ihn stärker als die britische Überseejurisdiktion von ExpressVPN, auch wenn beide Dienste technisch ähnlich sicher sind.
  • Die vierköpfige Familie in Graz: Zwei Smartphones, zwei Laptops, ein Tablet und ein Smart-TV sollen gleichzeitig geschützt sein, ohne dass die Eltern ständig Geräte ab- und wieder anmelden müssen. Mit zehn erlaubten Geräten bei ExpressVPN gegenüber sieben bei CyberGhost hat die Familie hier mehr Spielraum, ohne ein zweites Abo kaufen zu müssen, was sich über ein Jahr gerechnet finanziell auszahlt.
  • Der Salzburger Gamer mit Fokus auf Latenz: Für ihn zählt beim Online-Spielen vor allem eine niedrige, stabile Verbindungsgeschwindigkeit, spürbare Ruckler während eines Matches sind für ihn ein Ausschlusskriterium. Die höheren Spitzenwerte von ExpressVPN mit Lightway Turbo im TechRadar-Test machen den Dienst zur naheliegenderen Wahl, auch wenn der Aufpreis gegenüber CyberGhost spürbar ist.
  • Das Grazer Kleinunternehmen mit Linux-Server: Das Team verwaltet mehrere Linux-Maschinen im eigenen Rechenzentrum und braucht ein VPN, das sich sauber in bestehende Skripte und Automatisierungen einbinden lässt, statt nur als grafische Desktop-App zu funktionieren. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Kommandozeilen-Tools beider Anbieter, bevor eine Lizenz für das ganze Team gekauft wird.
  • Der Innsbrucker Vielreisende im Homeoffice: Er arbeitet remote für ein deutsches Unternehmen und verbindet sich mehrmals täglich über wechselnde Hotel- und Bahnhofs-WLANs. Für ihn zählt vor allem ein schneller, zuverlässiger Verbindungsaufbau nach jedem Netzwerkwechsel, weshalb ExpressVPNs auf schnellen Reconnect optimiertes Lightway-Protokoll für seinen Alltag den praktischeren Vorteil bringt.

Wer sollte welchen Dienst wählen? Fünf Empfehlungen

Aus den Praxisbeispielen und den Testdaten lassen sich klare Empfehlungen ableiten, je nachdem, welches Kriterium für die eigene Nutzung am wichtigsten ist. Eine pauschale Empfehlung für “das bessere VPN” greift bei zwei Diensten desselben Konzerns ohnehin zu kurz, sinnvoller ist es, die eigene Priorität zuerst festzulegen und erst danach die passende Marke auszuwählen.

  • Preisbewusste Gelegenheitsnutzer:innen: CyberGhost, wegen des niedrigeren Aktionspreises von 1,99 Dollar im Monat und der 45-tägigen Geld-zurück-Garantie bei Langzeittarifen.
  • Nutzer:innen mit vielen Geräten im Haushalt: ExpressVPN, wegen der höheren Geräte-Obergrenze von bis zu zehn gleichzeitigen Verbindungen.
  • Datenschutzbewusste Personen mit EU-Präferenz: CyberGhost, wegen des rumänischen Firmensitzes innerhalb der EU und des aktuellen Deloitte-Audits nach ISAE 3000.
  • Nutzer:innen mit Fokus auf maximale Geschwindigkeit: ExpressVPN, wegen der höheren gemessenen Spitzenwerte über das Lightway-Protokoll in mehreren Tests.
  • Einsteiger:innen, die eine einfache App-Oberfläche suchen: CyberGhost, wegen der klar beschrifteten Server-Profile für Streaming, Torrenting und anonymes Surfen, die weniger technisches Vorwissen voraussetzen.
  • Pendler:innen mit häufigem Netzwerkwechsel: ExpressVPN, wegen des auf schnellen Wiederverbindungsaufbau optimierten Lightway-Protokolls, das beim Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk weniger Wartezeit verursacht.

Vor- und Nachteile beider VPN-Dienste

Nach allen Tabellen und Einzelvergleichen lohnt sich eine kompakte Gegenüberstellung der wichtigsten Argumente für und gegen jeden der beiden Dienste, gebündelt an einer Stelle zum schnellen Nachschlagen vor der Kaufentscheidung.

CyberGhost: Vor- und Nachteile

  • Niedrigerer Einstiegs- und Aktionspreis
  • EU-Firmensitz in Rumänien mit DSGVO-Bezug
  • Aktuelles Deloitte-Audit von 2025, bereits das dritte insgesamt
  • Hohe Serverzahl mit spezialisierten Streaming-Profilen
  • Nur sieben gleichzeitige Geräte statt zehn
  • Verlängerungspreis nach dem Aktionszeitraum nicht transparent auf der Preisseite ausgewiesen
  • Kritik an der Datenschutzrichtlinie wegen möglicher Datenweitergabe innerhalb der Kape-Gruppe

ExpressVPN: Vor- und Nachteile

  • Höhere gemessene Geschwindigkeiten in mehreren unabhängigen Tests
  • Eigenentwickeltes, öffentlich dokumentiertes Lightway-Protokoll
  • Bis zu zehn gleichzeitige Geräte
  • 30 Tage Geld-zurück-Garantie auch im regulären Betrieb
  • Deutlich höherer Preis, vor allem nach Ablauf des Aktionszeitraums
  • Firmensitz auf den Britischen Jungferninseln außerhalb der EU
  • Keine offizielle Gesamtserverzahl kommuniziert

Umstieg zwischen den Diensten: Eine kurze Anleitung

Wer von einem der beiden Kape-Dienste zum anderen wechseln will, etwa weil sich die eigenen Anforderungen geändert haben, sollte einige Schritte in der richtigen Reihenfolge erledigen, um weder Geld noch Schutz zu verlieren. Der Wechsel selbst dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde, weil sich beide Anbieter in Struktur und Bedienung ähneln, die eigentliche Sorgfalt liegt eher im Timing der Kündigung als in technischen Hürden.

  1. Aktuelles Abo prüfen: Datum des Vertragsendes und Geld-zurück-Frist im jeweiligen Kundenkonto nachsehen, bevor gekündigt wird.
  2. Neuen Dienst zunächst parallel testen: Sowohl CyberGhost als auch ExpressVPN bieten Geld-zurück-Fenster, ein kurzer Parallelbetrieb kostet also nichts, solange innerhalb der Frist gekündigt wird.
  3. Gespeicherte Server-Favoriten und individuelle Einstellungen wie Split-Tunneling-Regeln im alten Client notieren, weil sie sich nicht automatisch übertragen lassen.
  4. Neue App auf allen Geräten installieren und Protokoll passend zur eigenen Netzwerkumgebung wählen, WireGuard oder Lightway funktionieren in den meisten Heimnetzen ohne weitere Anpassung.
  5. Alte Lizenz erst kündigen, wenn der neue Dienst auf allen relevanten Geräten läuft, um keine ungeschützte Lücke zu haben.
  6. Zahlungsdaten im alten Kundenkonto entfernen, sobald die Kündigung bestätigt ist, um versehentliche Folgeabbuchungen zu vermeiden.

Das Fazit: Klarer Sieger mit Einschränkungen

Nach Audit-Lage, Preis und Geschwindigkeit ergibt sich kein eindeutiger Gesamtsieger, sondern eine Aufteilung nach Prioritäten. Beim Preis liegt CyberGhost mit einem Aktionstarif von 1,99 Dollar im Monat klar vor ExpressVPNs effektiven 2,99 Dollar im Monat. Bei der Geschwindigkeit zeigt der direkte vpnMentor-Test einen Vorteil für ExpressVPN in acht von zehn Standorten, mit 71,81 zu 68,56 Mbit/s am jeweils nächstgelegenen Server. Beide Dienste haben 2025 aktuelle, von renommierten Prüfgesellschaften bestätigte No-Logs-Audits vorgelegt, Deloitte für CyberGhost und KPMG für ExpressVPN, sodass sich in diesem Punkt kein Anbieter klar absetzt.

Für die Mehrheit der Nutzer:innen in Österreich, die ein VPN für Streaming, öffentliches WLAN und gelegentliche Auslandsreisen wollen, liefert CyberGhost das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, ohne bei Sicherheit oder Audit-Qualität sichtbare Abstriche zu machen. Wie unser VPN-Vergleich für Österreich zeigt, entscheidet sich der Preiskampf unter den großen Anbietern regelmäßig über genau solche Aktionstarife. Wer dagegen maximale Geschwindigkeit für Gaming oder große Downloads braucht und bereit ist, dafür mehr zu zahlen, bekommt mit ExpressVPN den in mehreren Tests schnelleren Dienst. Da beide Marken demselben Konzern gehören, unterscheidet sich das Grundvertrauen in die Datenschutzpraxis ohnehin kaum, die Entscheidung fällt in der Praxis eher über Preis, Gerätezahl und gemessene Geschwindigkeit als über grundsätzlich unterschiedliche Sicherheitsphilosophien.

Wer sich noch unsicher ist, sollte beide Dienste nacheinander innerhalb der jeweiligen Geld-zurück-Frist testen, 14 bis 45 Tage bei CyberGhost und 30 Tage bei ExpressVPN reichen aus, um den eigenen Hauptanwendungsfall, sei es Streaming, Homeoffice im Ausland oder Gaming, unter echten Bedingungen zu prüfen. Da beide Anbieter aktuelle, von anerkannten Prüfgesellschaften bestätigte No-Logs-Audits vorweisen und keiner der beiden Dienste 2025 oder 2026 einen bestätigten Sicherheitsvorfall verzeichnete, lässt sich die Entscheidung ohne schlechtes Gewissen allein am eigenen Budget und Nutzungsprofil festmachen.

Häufig gestellte Fragen

Wem gehören CyberGhost und ExpressVPN wirklich?

Beide Marken gehören dem börsennotierten Unternehmen Kape Technologies, das CyberGhost seit 2017 und ExpressVPN seit Ende 2021 besitzt (kape.com).

Welcher Dienst ist schneller, CyberGhost oder ExpressVPN?

Im direkten vpnMentor-Test war ExpressVPN in acht von zehn Standorten schneller, mit 71,81 gegenüber 68,56 Mbit/s am jeweils nächstgelegenen Server. CyberGhost lag nur in Israel und knapp in Los Angeles vorne.

Ist CyberGhost trotz der Kape-Zugehörigkeit vertrauenswürdig?

CyberGhost hat 2025 sein drittes unabhängiges Deloitte-Audit veröffentlicht, das die No-Logs-Praxis nach dem Standard ISAE 3000 (Revised) bestätigt. Ein bestätigter Datenschutzvorfall bei CyberGhost in den Jahren 2025 oder 2026 ließ sich in der Recherche nicht finden, Kritik gibt es vor allem an der Formulierung der Datenschutzrichtlinie zur Kape-Gruppe.

Welches VPN entsperrt Netflix zuverlässiger?

CyberGhosts dedizierte Streaming-Server entsperrten in einem Test von Security.org Netflix und Disney+ zuverlässig, ein anderer 2026er Test fand jedoch blockiertes Netflix Japan und blockiertes Disney+ in der Desktop-App. ExpressVPN gilt in der Branche traditionell als besonders streaming-stark, ohne dass für diesen Artikel eine ebenso detaillierte, aktuelle Einzelauswertung verifiziert werden konnte.

Wie viele Geräte kann ich gleichzeitig verbinden?

CyberGhost erlaubt bis zu sieben gleichzeitige Verbindungen, ExpressVPN laut offizieller Preisseite bis zu zehn Geräte, wobei einzelne Tarife abweichen können.

Was kostet CyberGhost im Vergleich zu ExpressVPN pro Monat wirklich?

Im Aktionszeitraum kostet CyberGhost 1,99 Dollar im Monat (51,74 Dollar für 26 Monate), ExpressVPN liegt bei effektiv 2,99 Dollar im Monat (83,72 Dollar für 28 Monate). Nach Ablauf der Aktion verlangt ExpressVPN 99,95 Dollar pro Jahr, CyberGhost weist seinen Verlängerungspreis auf der Preisseite nicht separat aus.

Kann ich von CyberGhost zu ExpressVPN wechseln, ohne die Geld-zurück-Garantie zu verlieren?

Ja, solange die Kündigung innerhalb der jeweiligen Frist erfolgt: 14 beziehungsweise 45 Tage bei CyberGhost, 30 Tage bei ExpressVPN. Ein kurzer Parallelbetrieb beider Dienste während der Testphase ist möglich, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Was passiert nach Ablauf des Aktionstarifs mit dem Preis?

Beide Anbieter verlängern das Abo automatisch zum dann gültigen Listenpreis, nicht zum ursprünglichen Aktionspreis. Bei ExpressVPN liegt dieser bei 99,95 Dollar pro Jahr, CyberGhost weist seinen Verlängerungspreis nicht separat auf der Preisseite aus. Eine Erinnerung vor dem Vertragsende hilft, ungewollte Folgekosten zu vermeiden.

Welches VPN passt besser zu Nutzer:innen in Österreich?

Für die meisten österreichischen Haushalte mit Fokus auf Preis, Streaming und öffentliches WLAN bietet CyberGhost das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bei vergleichbarer Audit-Qualität. Wer maximale Geschwindigkeit für Gaming oder große Downloads braucht und den höheren Preis akzeptiert, ist mit ExpressVPN besser bedient.

Haben CyberGhost und ExpressVPN einen Kill Switch und ISO-Zertifizierungen?

Beide Dienste bieten einen Kill Switch, bei CyberGhost heißt die Funktion Automatic Kill Switch, bei ExpressVPN Network Lock beziehungsweise Network Protection auf mobilen Geräten. Bei formellen Zertifizierungen weist ExpressVPN offiziell eine ISO/IEC-27001-Zertifizierung für sein Informationssicherheits-Managementsystem aus, für CyberGhost ließ sich keine vergleichbare offizielle ISO-Zertifizierung verifizieren.