Wer 2026 einen VPN-Dienst sucht, landet fast automatisch bei zwei Namen: ExpressVPN und NordVPN. Beide werben mit unabhängigen No-Logs-Audits, beide kosten grob dasselbe, und beide tauchen in nahezu jeder Bestenliste auf. Doch ein aktueller Test von Gizmodo vom 16. September 2026 zeigt etwas Überraschendes: Bei der reinen Geschwindigkeit liegen die beiden Anbieter praktisch gleichauf. Die Entscheidung fällt also woanders, nämlich bei Audits, Sicherheitsfunktionen, Preismodellen und der Frage, wem man seine Verbindungsdaten anvertraut. Dieser Vergleich stützt sich auf Testdaten von Gizmodo, The Independent und Journal du Geek sowie auf öffentlich zugängliche Audit-Angaben von KPMG, Deloitte und Cure53, um zu klären, welcher VPN-Dienst für österreichische Nutzer 2026 tatsächlich die bessere Wahl ist. Wer sich generell für Datenschutz und Privatsphäre im Netz interessiert, findet in unserem Themenschwerpunkt weitere Hintergründe.

ExpressVPN vs. NordVPN: Die wichtigsten Fakten im Überblick

ExpressVPN gehört zur Kape-Technologies-Gruppe, zu der auch Private Internet Access und CyberGhost zählen, und hat seinen juristischen Sitz auf den Britischen Jungferninseln. NordVPN, Teil von Nord Security, sitzt in Panama. Beide Standorte kennen keine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung und gehören nicht zu den Five-, Nine- oder 14-Eyes-Überwachungsallianzen. Das allein sagt aber noch nichts über die tatsächliche Vertrauenswürdigkeit aus, deshalb lohnt der Blick auf die technischen Eckdaten, bevor es an die Audit-Details geht.

ExpressVPN deckt laut eigener App-Angabe 113 Länder ab und veröffentlichte zuletzt eine Serverzahl von rund 3.000 Stück, aktualisiert diese Zahl aber nicht mehr laufend. NordVPN listet 152 Länder und betreibt nach eigenen Angaben mehr als 9.500 Server. Bei den Protokollen setzt ExpressVPN auf die hauseigene Lightway-Technologie in den Varianten UDP, TCP und der neueren Turbo-Version, während NordVPN mit NordLynx auf einer WireGuard-Basis aufbaut und zusätzlich das neuere NordWhisper-Protokoll für stark gefilterte Netzwerke anbietet. Beide Anbieter verschlüsseln mit AES-256 und haben laut Herstellerangaben bereits Schutzmechanismen gegen zukünftige Quantencomputer-Angriffe integriert.

MerkmalExpressVPNNordVPN
Hauptsitz / JurisdiktionBritische JungferninselnPanama
Länder abgedeckt113152
Serverzahl (zuletzt veröffentlicht)ca. 3.000über 9.500
HauptprotokollLightway (UDP/TCP/Turbo)NordLynx (WireGuard-Basis)
Zusatzprotokoll für Zensur-UmgehungObfuskation automatisch bei LightwayNordWhisper, obfuskierte Server
Letzter No-Logs-AuditKPMG, Stand 28. Februar 2025Deloitte, sechster Audit seit 2018, Stand Ende 2025
Audit-StandardISAE 3000 Type IISAE 3000 (Revised)
Multi-Hop / Double VPNNicht verfügbarDouble VPN verfügbar
Gleichzeitige Geräte10 bis 14 je nach Tarif10 auf allen Tarifen
Kill SwitchJa, systemweitJa, systemweit und pro App
Eigener RouterAircoveKein eigener Router, Smart-DNS-Option
Port-ForwardingNicht verfügbarNicht verfügbar
Einstiegspreis pro Monat2,99 US-Dollar3,49 US-Dollar
Rückerstattungsfrist30 Tage30 Tage

Schon dieser erste Überblick zeigt: NordVPN punktet bei Reichweite und Serveranzahl, ExpressVPN bei Geräteanzahl und Preis über die Vertragslaufzeit. Wie belastbar die Audit-Angaben tatsächlich sind, zeigt der nächste Abschnitt.

Wer steht hinter ExpressVPN und NordVPN?

Für die Einordnung der Audit-Ergebnisse lohnt ein Blick auf die Konzernstruktur dahinter, denn beide Anbieter sind Teil größerer Firmengruppen und nicht mehr die unabhängigen Einzelunternehmen, als die sie oft noch wahrgenommen werden. ExpressVPN gehört zu Kape Technologies, einem Unternehmen, das im selben Portfolio auch Private Internet Access und CyberGhost hält. Jede dieser drei Marken lässt ihre eigene No-Logs-Politik separat von externen Prüfern testen, ExpressVPN aktuell durch KPMG, während CyberGhost im Audit-Vergleich mit Surfshark und TunnelBear ebenfalls eine geprüfte No-Logs-Politik vorweist. Diese Konzernstruktur bedeutet, dass ein Nutzer, der zwischen ExpressVPN, PIA und CyberGhost wechselt, letztlich innerhalb desselben Mutterkonzerns bleibt, auch wenn die technische Infrastruktur und die Audit-Historie pro Marke getrennt geführt werden.

NordVPN gehört zu Nord Security, einem in Panama registrierten Unternehmen mit litauischen Wurzeln, das neben dem VPN-Kernprodukt auch NordPass als Passwortmanager, NordLocker als verschlüsselten Cloud-Speicher und die Identitätsschutz-Funktion Coveron im eigenen Portfolio vereint. Diese Bündelung erklärt auch, warum die höheren NordVPN-Tarife Complete und Prime nicht einfach nur mehr VPN-Funktionen bieten, sondern ein ganzes Datenschutz-Ökosystem aus einer Hand. Für die Bewertung der Vertrauenswürdigkeit ist relevant, dass beide Konzerne wirtschaftlich stark genug sind, um sich wiederkehrende, kostenintensive Audits durch Big-Four-Gesellschaften wie KPMG und Deloitte überhaupt leisten zu können, was bei kleineren VPN-Anbietern häufig nicht der Fall ist.

Unabhängige Sicherheitsaudits: KPMG, Deloitte und Cure53 im Detail

Ein No-Logs-Audit prüft, ob ein VPN-Anbieter tatsächlich keine Nutzungsdaten speichert, die Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen. Beide Unternehmen lassen das regelmäßig durch große Wirtschaftsprüfer bestätigen, aber die Prüfmethoden unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt: Ein Audit nach ISAE 3000 Type I bewertet, wie die Kontrollen zu einem bestimmten Stichtag konzipiert sind. Eine wiederholte Prüfung über mehrere Jahre hinweg, wie sie NordVPN vorweist, zeigt dagegen eher, ob diese Kontrollen auch über Zeit konsistent eingehalten wurden. Konkret bedeutet das in der Praxis: Die Prüfer erhalten üblicherweise direkten Zugriff auf Serverkonfigurationen, Quellcode-Ausschnitte und interne Prozessdokumentation, befragen Mitarbeiter zu den tatsächlichen Abläufen und versuchen anschließend zu verifizieren, ob die dokumentierten Kontrollen mit der Realität übereinstimmen. Ein Audit ersetzt damit keinen unabhängigen Penetrationstest, es bestätigt aber, dass ein Unternehmen seine eigenen Datenschutzversprechen nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der tatsächlichen Systemarchitektur umsetzt.

ExpressVPN: KPMG-Prüfung und Cure53-Produktaudits

ExpressVPN ließ seine No-Logs-Politik zuletzt von KPMG prüfen, mit Stichtag 28. Februar 2025, nach dem ISAE-3000-Type-I-Standard. Zusätzlich listet das ExpressVPN Trust Center mehrere Cure53-Sicherheitsaudits aus dem Jahr 2026 für einzelne Zusatzprodukte: ExpressMailGuard im Mai 2026, Identity Defender ebenfalls im Mai 2026, EventVPN im April 2026 und eine Architektur-Prüfung von ExpressKeys im März 2026. Das bedeutet, ExpressVPN lässt nicht nur den VPN-Kernservice, sondern auch sein wachsendes Ökosystem an Zusatzprodukten regelmäßig extern prüfen, auch wenn sich diese Cure53-Audits nicht direkt auf die No-Logs-Politik des VPN-Dienstes selbst beziehen.

Ein weiterer Datenpunkt, den Gizmodo in seinem September-Test aufführt, betrifft eine reale Serverbeschlagnahmung: 2017 beschlagnahmten türkische Ermittler einen ExpressVPN-Server und fanden laut damaligen Berichten keine verwertbaren Verbindungsprotokolle. Das ist insofern bemerkenswert, weil ein Audit auf freiwilliger Kooperation mit dem geprüften Unternehmen beruht, während eine Beschlagnahmung unangekündigt erfolgt. Gleichzeitig verzeichnet ExpressVPN aber auch einen dokumentierten Sicherheitsfehler: Die Windows-App leckte laut Gizmodo-Recherche zwischen Mai 2022 und Februar 2024 in einem bestimmten Split-Tunneling-Modus DNS-Anfragen. Der Fehler wurde von einem externen Prüfer entdeckt, bevor ihn ExpressVPN selbst bemerkte, in Version 12.73.0 behoben und anschließend von der Sicherheitsfirma Nettitude verifiziert. Wie sich ExpressVPNs Audit-Historie im direkten Duell mit einem anderen audit-fokussierten Anbieter schlägt, zeigt unser separater Vergleich von ExpressVPN und Mullvad.

NordVPN: Sechster Deloitte-Audit und die Spezialserver

NordVPN lässt sich seit 2018 wiederholt prüfen und kommt laut Gizmodo und The Independent inzwischen auf sechs Audits, die jüngste im Auftrag von Deloitte mit Stand Ende 2025. Das französische Tech-Portal Journal du Geek berichtete im September 2026 zusätzlich von einer erneuten Bestätigung durch Deloitte im Februar 2026, wobei die genaue Datierung je nach Quelle leicht variiert. Wichtig für die Bewertung: Der jüngste Deloitte-Audit prüfte laut den vorliegenden Berichten nicht nur die Standardserver, sondern auch Spezialserver wie Double VPN, Onion Over VPN und die obfuskierten Server. Der Prüfstandard lautet ISAE 3000 (Revised), eine überarbeitete Fassung desselben internationalen Rahmenwerks.

Auch NordVPN hat einen dokumentierten Vorfall in der Historie: 2018 wurde ein Server in Finnland über das Fernwartungstool eines Rechenzentrumsbetreibers kompromittiert. Nach Unternehmensangaben wurden dabei keine Nutzerdaten offengelegt, weil der Server ohnehin keine Aktivitätsprotokolle führte. Der Vorfall war laut mehreren Berichten mit ein Auslöser dafür, warum NordVPN seither so konsequent auf wiederholte externe Prüfungen setzt.

Audit-MerkmalExpressVPNNordVPN
Prüfgesellschaft (aktuell)KPMGDeloitte
Stichtag letzter Kern-Audit28. Februar 2025Ende 2025, laut Journal du Geek erneut bestätigt im Februar 2026
Anzahl Audits seit StartMehrere, KPMG aktuell führendSechs seit 2018
StandardISAE 3000 Type IISAE 3000 (Revised)
Geprüfte SpezialserverNicht gesondert ausgewiesenDouble VPN, Onion Over VPN, obfuskierte Server
Realer BeschlagnahmungstestTürkei 2017, keine Logs gefundenKein dokumentierter Fall
Bekannter SicherheitsvorfallDNS-Leck 2022–2024, behoben in v12.73.0Serverbreach Finnland 2018, keine Nutzerdaten betroffen
Zusätzliche Produktaudits 2026Cure53 für ExpressKeys, ExpressMailGuard, Identity Defender, EventVPNNicht in den ausgewerteten Quellen dokumentiert

Bei der Privatsphäre-Kategorie kommen beide Anbieter im Gizmodo-Test auf ein Unentschieden. Keiner der beiden protokolliert IP-Adressen, DNS-Anfragen, Browserverlauf oder Verbindungsinhalte, und Lecktests über drei Serverstandorte einschließlich IPv6 und WebRTC verliefen laut Gizmodo bei beiden sauber. Ein Unterschied bleibt aber bestehen: ExpressVPN speichert laut eigenen Angaben tägliche Bandbreiten-Summen, das Verbindungsdatum und den gewählten Serverstandort, während NordVPN nach eigenen Angaben keine dieser Angaben speichert, mit Ausnahme eines rund 15-minütigen Sitzungs-Zeitstempels zur Durchsetzung des Gerätelimits.

Geschwindigkeit im Test: Drei Quellen im Vergleich

Der ausführlichste Geschwindigkeitstest stammt von Gizmodo mit Stand 16. September 2026. Getestet wurde auf einem Windows-11-Rechner über Ethernet mit einer 190,36-Mbit/s-Basisverbindung, jeweils drei Sitzungen pro Tag über drei Tage, auf Servern in Großbritannien, den USA und Japan, im jeweiligen Standardprotokoll. Das Ergebnis überrascht: Beide Dienste verloren im Schnitt exakt 7,8 Prozent der Geschwindigkeit und landeten bei identischen 175,57 Mbit/s im Download-Durchschnitt.

Server-StandortExpressVPNNordVPNOhne VPN
Großbritannien185,74 Mbit/s184,73 Mbit/s190,36 Mbit/s
USA177,03 Mbit/s181,50 Mbit/s190,36 Mbit/s
Japan163,94 Mbit/s160,47 Mbit/s190,36 Mbit/s
Durchschnitt175,57 Mbit/s175,57 Mbit/s190,36 Mbit/s

Beim Upload trennen sich die beiden Dienste dagegen deutlicher: NordVPN verlor im selben Test nur 5,5 Prozent der Upload-Geschwindigkeit, ExpressVPN dagegen 8,9 Prozent. Das macht sich vor allem bei Videocalls, Cloud-Backups und beim Seeden von Torrents bemerkbar. Bei der Latenz liegen beide erneut nah beieinander: ExpressVPN maß 42 Millisekunden nach Großbritannien, 129 Millisekunden in die USA und 223 Millisekunden nach Japan, NordVPN kam auf 41, 134 und 215 Millisekunden.

Eine zweite, unabhängige Quelle bestätigt die grobe Richtung: The Independent testete im September 2026 ebenfalls beide Dienste im Rahmen eines breiteren Windows-VPN-Vergleichs und bestätigte, dass NordVPN auf US-Servern besonders stark abschneidet, mit gemessenen 181,50 Mbit/s, dem höchsten Wert unter zehn getesteten VPN-Diensten in diesem Testlauf. Gleichzeitig hielt derselbe Test fest, dass die UK-Latenz von NordVPN mit 60 Millisekunden der langsamste gemessene Wert im gesamten Testfeld war, was zeigt, wie stark Ergebnisse je nach Serverstandort und Tageszeit schwanken können.

Eine dritte Perspektive liefert Journal du Geek aus Frankreich, das NordVPN im September 2026 im Rahmen eines Langzeittests über zwei Jahre bewertete und dabei vor allem die Konsistenz der Verbindungsqualität über verschiedene europäische Standorte hinweg hervorhob, ohne die Rohmesswerte im Detail zu veröffentlichen. In der Summe zeigen alle drei Quellen ein ähnliches Bild: Bei der reinen Downloadgeschwindigkeit unterscheiden sich die beiden Dienste kaum, NordVPN hat aber beim Upload und auf bestimmten Serverstandorten leichte Vorteile.

Sicherheitsfunktionen: Wo NordVPN mehr bietet

Beide Dienste bestehen laut Gizmodo dieselbe Basisprüfung: AES-256-Verschlüsselung mit Post-Quantum-Schutz, private DNS-Resolver, RAM-only-Server und App-Level-Split-Tunneling. Beide Kill Switches hielten im Test sowohl einem gezogenen Ethernet-Kabel als auch einem manuell beendeten VPN-Prozess stand. Unterschiede zeigen sich erst bei den Zusatzfunktionen zum Tracker- und Malware-Schutz.

FunktionExpressVPN Advanced ProtectionNordVPN Threat Protection Pro
Blockierte Tracking-Domains (d3ward-Test)71 %76 %
Scannt heruntergeladene DateienNeinJa
Prüft installierte Apps auf SchwachstellenNeinJa
Blockiert ErwachseneninhalteJaJa, nur mobil
Funktioniert bei getrenntem TunnelNeinJa
Enthalten im EinstiegstarifNur Lite-VersionNein, erst ab Tarif Complete

Ein Detail ist für ExpressVPN-Nutzer relevant: Wird Advanced Protection aktiviert, lassen sich WireGuard und OpenVPN laut Gizmodo-Test nicht mehr auswählen, nur noch Automatic oder Lightway. Blocker und freie Protokollwahl schließen sich damit gegenseitig aus. NordVPN bietet darüber hinaus Double VPN mit zwei verschlüsselten Serverhops bei rund 2,9 Prozent Geschwindigkeitsverlust, Onion Over VPN für einen zusätzlichen Tor-Hop sowie Meshnet, mit dem sich bis zu 60 eigene Geräte über verschlüsselte Tunnel verbinden lassen. Diese Funktionen hat ExpressVPN in dieser Form nicht im Programm.

ExpressVPN wiederum hat 2026 nach eigenen Angaben als erster VPN-Anbieter einen eigenen MCP-Server veröffentlicht, über den KI-Assistenten den Server- oder Protokollwechsel per Sprachbefehl oder Texteingabe steuern können. Ob sich diese Funktion durchsetzt, bleibt abzuwarten, sie zeigt aber, in welche Richtung sich VPN-Clients 2026 weiterentwickeln. Die neue Lightway-Turbo-Variante von ExpressVPN gilt dagegen laut Gizmodo als Enttäuschung: Sie brachte im Test nur 0,45 Mbit/s mehr Geschwindigkeit gegenüber dem regulären Lightway-Protokoll und deaktiviert währenddessen das Split-Tunneling.

Browser-Erweiterungen, App-Design und Support im Vergleich

Neben den Desktop- und Mobil-Apps bieten beide Anbieter auch Browser-Erweiterungen für Chrome an, die im Gizmodo-Test separat auf ihre Tracker-Blockierung geprüft wurden. Das Ergebnis fiel hier deutlich zugunsten von ExpressVPN aus: Die Erweiterung blockierte 87 Prozent der getesteten Tracker-Domains, NordVPNs Erweiterung kam auf 52 Prozent. Ein technischer Unterschied erklärt einen Teil der Lücke: NordVPNs Browser-Erweiterung funktioniert eigenständig, ohne dass die Desktop-App laufen muss, während ExpressVPNs Erweiterung dafür den sogenannten Proxy-Modus benötigt und ohne aktive Desktop-App nicht in vollem Umfang funktioniert.

Beim App-Design ging ExpressVPN 2026 einen radikaleren Weg: Ein Redesign entfernte das klassische Einstellungsmenü komplett, Protokollwahl, Kill Switch und Split-Tunneling liegen seither unter dem Profil-Menü, was laut Gizmodo eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht, dafür aber eine sehr aufgeräumte Oberfläche mit einem einzigen Verbinden-Knopf und den zuletzt genutzten Standorten darunter ergibt. NordVPNs Oberfläche zeigt dagegen mehr auf einen Blick, inklusive einer Kartenansicht, die zwar optisch ansprechend ist, in der Praxis aber langsamer zu bedienen ist als die einfache Ländersuche per Texteingabe. Bei den Verbindungszeiten lag ExpressVPN im Test mit 1 bis 2 Sekunden knapp vorn gegenüber 2 Sekunden bei NordLynx, 3 Sekunden bei OpenVPN und 4 Sekunden beim neueren NordWhisper-Protokoll.

Beim Kundensupport unterschieden sich beide Anbieter im Gizmodo-Test kaum: Beide vermittelten über den Live-Chat innerhalb von unter 20 Sekunden einen menschlichen Mitarbeiter statt eines reinen Chatbots. Für Nutzer, die im Ernstfall schnell Hilfe brauchen, etwa bei einem plötzlichen Verbindungsabbruch während einer sicherheitskritischen Recherche, ist diese Reaktionszeit bei beiden Diensten ein relevanter Pluspunkt gegenüber kleineren VPN-Anbietern, die oft nur auf E-Mail-Support setzen.

Preise und Abo-Modelle 2026

Bei den Einstiegspreisen liegt ExpressVPN vorn, wenn auch nur knapp. Der Basic-Tarif kostet 2,99 US-Dollar pro Monat bei 28 Monaten Laufzeit, insgesamt 83,72 US-Dollar, NordVPNs Basic-Tarif kommt auf 3,49 US-Dollar pro Monat bei 27 Monaten Laufzeit, insgesamt 94,23 US-Dollar. Der eigentliche Unterschied entsteht aber erst bei der Verlängerung: ExpressVPN verlängert zu 99,95 US-Dollar im Jahr, NordVPN zu 139,08 US-Dollar, macht 39,13 US-Dollar Unterschied pro Jahr ab dem zweiten Vertragsjahr.

TarifstufeExpressVPNNordVPNPreisunterschied
Einstieg, Langzeitvertrag2,99 $ / Monat3,49 $ / Monat0,50 $
Einmalzahlung bei Vertragsstart83,72 $ (28 Monate)94,23 $ (27 Monate)10,51 $
Verlängerung (jährlich)99,95 $ / Jahr139,08 $ / Jahr39,13 $
Mittlere Tarifstufe4,49 $ / Monat4,49 $ / Monat0 $
Höchste Tarifstufe7,49 $ / Monat7,49 $ / Monat0 $
Monatlicher Tarif ohne Bindung14,99 $ / Monat14,99 $ / Monat0 $
Mobile Testphase3 Tage, iOS und Android3 Tage, nur Android–
Geld-zurück-Garantie30 Tage30 Tage–

Interessant wird es bei den mittleren und oberen Tarifstufen, denn dort kosten beide Anbieter exakt gleich viel, liefern aber unterschiedliche Inhalte. NordVPNs Tarif Complete ergänzt Threat Protection Pro, den Passwortmanager NordPass sowie 1 TB Cloud-Speicher über NordLocker, während die Stufe Prime zusätzlich die Identitätsschutz-Funktion Coveron freischaltet. ExpressVPNs Advanced-Tarif bringt zusätzlichen Tracker-Schutz, den Passwortmanager ExpressKeys und den E-Mail-Schutz ExpressMailGuard, die Pro-Stufe ergänzt eine dedizierte IP-Adresse sowie das erweiterte Gerätelimit von 14 Geräten. Beide Anbieter erstatteten im Gizmodo-Test eine per PayPal bezahlte Testbuchung zügig zurück, NordVPN nach rund 10 Minuten, ExpressVPN nach rund 15 Minuten.

Server-Netzwerk, Streaming und Torrenting

Bei der reinen Abdeckung liegt NordVPN klar vorn: 152 Länder gegenüber 113 bei ExpressVPN, dazu mehr als 9.500 Server gegenüber der zuletzt veröffentlichten ExpressVPN-Zahl von rund 3.000. ExpressVPN kontert mit Stadt-Level-Tiefe in großen Märkten, etwa mehr als 20 abgedeckten US-Städten, und dem eigenen Router Aircove, der die VPN-Funktion direkt in der Firmware mitbringt. NordVPN bietet dafür keinen eigenen Router, aber eine separate Smart-DNS-Lösung für Geräte wie Samsung- und LG-Fernseher, die keine VPN-Apps unterstützen.

Beim Streaming öffneten laut Gizmodo-Test beide Dienste alle 14 getesteten Plattformen, darunter Netflix in den USA, Kanada und Japan, BBC iPlayer und JioHotstar. Disney+ blockierte bei beiden die Desktop-App und ließ sich nur über die Browser-Erweiterung mit Standort-Vortäuschung öffnen. Bei ITVX hatte NordVPN einen kleinen Vorteil, weil der Dienst direkt ohne Serverwechsel funktionierte, während bei ExpressVPN ein Serverwechsel nötig war. NordVPNs SmartPlay-Funktion arbeitet automatisch auf jedem Gerät mit installierter App, ExpressVPNs MediaStreamer-Dienst verlangt dagegen vorab die Registrierung der eigenen Heim-IP-Adresse und kann laut Unternehmensangabe den Standort nicht wirklich ändern, sondern nur geografische Sperren umgehen.

Für Torrenting gilt bei beiden dasselbe Bild: Jeder Server in beiden Netzwerken akzeptiert P2P-Verkehr, die Downloadgeschwindigkeit hängt dabei im Wesentlichen vom Geschwindigkeitsverlust des gewählten Tunnels ab. Wer allerdings Port-Forwarding für private Tracker benötigt, findet es bei keinem der beiden Anbieter, das ist ein Ausschlusskriterium für diese spezielle Nutzergruppe.

Mobile Apps: iOS und Android im Detail

Auf dem Smartphone unterscheiden sich beide Anbieter vor allem bei der Testphase: ExpressVPN bietet eine dreitägige kostenlose Testphase sowohl für iOS als auch für Android an, NordVPN beschränkt dieselbe Testphase auf Android und verlangt bei iOS direkt eine reguläre Buchung. Für iPhone-Nutzer, die einen Dienst zunächst unverbindlich ausprobieren wollen, ist das ein praktischer Unterschied, auch wenn die 30-tägige Geld-zurück-Garantie bei einer Fehlbuchung als Absicherung bleibt. Beide Apps decken die gängigen Plattformen Windows, macOS, Linux, iOS, Android, Fire TV und Apple TV ab und bieten zusätzlich Erweiterungen für gängige Router.

Der bereits erwähnte Konflikt zwischen NordVPNs Echtzeitschutz und der neuen Connectivity-Assist-Funktion in iOS 27 betrifft ausschließlich die mobile App und wurde laut TechRadar Ende September 2026 öffentlich bekannt. Wer NordVPN auf einem aktuellen iPhone mit iOS 27 nutzt und gleichzeitig auf den Betrugs- und Phishing-Schutz angewiesen ist, sollte die Update-Historie beider Hersteller im Blick behalten, bis eine dauerhafte Lösung für die Kompatibilität vorliegt. ExpressVPN war von diesem konkreten Problem laut den ausgewerteten Quellen nicht betroffen.

Zensur-Umgehung: Zwei unterschiedliche Strategien

In Ländern mit strikter Internetzensur unterscheiden sich die Ansätze deutlich. ExpressVPN aktiviert Obfuskation automatisch bei jeder Lightway-Verbindung, ohne separate Serverliste und ohne zusätzliche Einstellung, die oben genannten Geschwindigkeitswerte aus dem Gizmodo-Test schließen diesen Modus also bereits ein. NordVPN behandelt das dagegen als bewusste Wahl: Obfuskierte Server nutzen OpenVPN TCP, getarnt als gewöhnlicher HTTPS-Verkehr, während das neuere NordWhisper-Protokoll denselben Zweck über einen Web-Tunnel erreicht. Beide Varianten erfordern einen manuellen Wechsel weg vom Standardprotokoll und kosten messbar Geschwindigkeit: Auf demselben britischen Server erreichte NordWhisper im Test nur 161,13 Mbit/s gegenüber 184,73 Mbit/s bei NordLynx, ein Rückgang von 12,8 Prozent, während die Latenz unter Last auf bis zu 180 Millisekunden im Download und 808 Millisekunden im Upload anstieg.

Für Nutzer, die regelmäßig aus Ländern mit strengen Netzsperren arbeiten, etwa Journalistinnen und Journalisten oder Menschenrechtsorganisationen, ist die automatische und kostenlose Obfuskation von ExpressVPN im Alltag praktischer, weil keine zusätzliche Konfiguration nötig ist. NordVPN bietet dafür mehr Auswahlmöglichkeiten, verlangt aber einen bewussten Griff in die Einstellungen und akzeptiert dafür einen spürbaren Geschwindigkeitsverlust.

DSGVO und Datenschutz in Österreich: Warum Audits überhaupt zählen

Für österreichische Nutzer ist die Frage nach unabhängigen Audits nicht nur eine technische Fußnote. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung verpflichtet Unternehmen zwar in erster Linie zum Schutz personenbezogener Daten innerhalb der EU, ein VPN-Anbieter mit Sitz außerhalb der EU unterliegt dieser Pflicht aber nicht direkt. Genau deshalb sind externe Prüfungen durch anerkannte Wirtschaftsprüfer wie KPMG oder Deloitte die verlässlichste Möglichkeit, eine No-Logs-Behauptung überhaupt nachzuprüfen, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer dem Marketingversprechen blind vertrauen müssen. Die österreichische Datenschutzbehörde in Wien beschäftigt sich in erster Linie mit Beschwerden gegen Verantwortliche mit EU-Bezug, für VPN-Dienste mit Sitz in Panama oder auf den Britischen Jungferninseln bleibt ihr Zugriff begrenzt.

Die europäische Datenschutzorganisation noyb, die vom österreichischen Juristen Max Schrems gegründet wurde, weist regelmäßig darauf hin, dass Nutzerinnen und Nutzer bei Diensten außerhalb der EU besonders genau prüfen sollten, wie belastbar Datenschutzversprechen tatsächlich sind, gerade weil klassische DSGVO-Beschwerdewege dort nicht in derselben Form greifen. Für die Praxis heißt das: Wer in Österreich Wert auf nachweisbaren Datenschutz legt, sollte nicht nur auf Marketingaussagen wie No-Logs schauen, sondern konkret auf Prüfgesellschaft, Prüfstandard und Stichtag des letzten Audits, also genau die Kriterien aus den vorangegangenen Abschnitten.

Für Unternehmen in Österreich, die ihren Mitarbeitenden im Home-Office einen VPN-Zugang zur Verfügung stellen, kommt eine weitere Ebene hinzu: Die Wahl des VPN-Anbieters kann Teil der eigenen Auftragsverarbeitungs-Dokumentation nach DSGVO werden, sobald über den Tunnel personenbezogene Daten von Kundinnen und Kunden übertragen werden. Ein extern geprüfter Anbieter mit nachvollziehbarer Audit-Historie lässt sich in einer solchen Dokumentation leichter rechtfertigen als ein Anbieter, dessen No-Logs-Versprechen ausschließlich auf der eigenen Website steht.

Praxisbeispiele: Sechs konkrete Nutzungsszenarien

Wie sich die technischen Unterschiede im Alltag auswirken, zeigen sechs konkrete Beispiele aus den ausgewerteten Testberichten.

  • Streaming-Abend mit der ganzen Familie: Beide Dienste öffneten im Gizmodo-Test alle 14 geprüften Streaming-Plattformen. Wer allerdings mehr als zehn Geräte gleichzeitig verbinden will, etwa mehrere Smart-TVs, Handys und Laptops im selben Haushalt, ist mit ExpressVPNs Pro-Tarif und 14 Geräten besser bedient als mit NordVPNs festem Limit von 10 Geräten je Tarif.
  • Home-Office und Videokonferenzen: Weil NordVPN im Test nur 5,5 Prozent Upload-Geschwindigkeit verlor gegenüber 8,9 Prozent bei ExpressVPN, kann sich das bei Videocalls und beim Hochladen großer Dateien ins Firmennetzwerk bemerkbar machen.
  • Reisen mit häufigem Länderwechsel: Mit 152 statt 113 abgedeckten Ländern bietet NordVPN mehr Auswahl für Vielreisende, die gezielt einen Server in einem bestimmten Land benötigen, etwa um lokale Preise oder Inhalte zu prüfen.
  • Torrenting und Seeding auf privaten Trackern: Beide Netzwerke erlauben P2P-Verkehr auf jedem Server, wer aber auf offene Ports für besseres Seeding angewiesen ist, muss sich nach einem dritten Anbieter mit Port-Forwarding umsehen, da beide hier fehlen.
  • Sicherheitsbewusste Vielnutzer mit Zusatzfunktionen: Wer neben dem reinen VPN-Tunnel auch Malware-Scans für heruntergeladene Dateien und eine Schwachstellenprüfung installierter Apps will, findet das in NordVPNs Threat Protection Pro, ExpressVPNs Advanced Protection bietet diese beiden Funktionen laut Testtabelle nicht.
  • iPhone-Nutzer mit aktuellem Betriebssystem: Laut TechRadar-Bericht vom 22. September 2026 kollidiert die neue Connectivity-Assist-Funktion in iOS 27 mit NordVPNs Echtzeitschutz gegen Betrug und Phishing. Es handelt sich um ein technisches Kompatibilitätsproblem, nicht um eine Sicherheitslücke, zeigt aber, wie schnell sich Betriebssystem-Updates auf VPN-Zusatzfunktionen auswirken können.

Für wen eignet sich welcher Anbieter?

Aus den Testdaten lassen sich klare Empfehlungen für unterschiedliche Nutzertypen ableiten. Da sich Geschwindigkeit und Grundpreis kaum unterscheiden, entscheidet in der Praxis meist eine einzelne Zusatzfunktion oder das persönliche Preisempfinden über die Wahl.

  • Wer die günstigste Langzeitlösung sucht und regelmäßig verlängert, fährt mit ExpressVPN über mehrere Jahre rund 39 US-Dollar jährlich günstiger.
  • Wer möglichst viele Server-Standorte für Geoblocking-Umgehung oder Reisen braucht, profitiert von NordVPNs 152 Ländern und mehr als 9.500 Servern.
  • Wer in einem größeren Haushalt oder kleinen Team viele Geräte gleichzeitig absichern will, ist mit ExpressVPNs bis zu 14 gleichzeitigen Verbindungen besser bedient als mit NordVPNs festem Limit von 10.
  • Wer zusätzlichen Malware- und App-Schwachstellenschutz direkt im VPN-Client will, findet das nur bei NordVPNs Threat Protection Pro.
  • Wer aus Ländern mit strenger Internetzensur arbeitet und keine zusätzliche Konfiguration vornehmen möchte, profitiert von ExpressVPNs automatischer Obfuskation ohne Geschwindigkeitsverlust.
  • Wer eine zweite Verschlüsselungsebene für besonders sensible Recherchen will, findet mit NordVPNs Double VPN eine Option, die ExpressVPN in dieser Form nicht anbietet.
  • Wer plant, das VPN über einen dedizierten Router laufen zu lassen, ohne eigene Firmware zu flashen, profitiert von ExpressVPNs Aircove-Router, den NordVPN nicht im Programm hat.

Migration: In sieben Schritten vom einen zum anderen Anbieter wechseln

Wer sich nach diesem Vergleich für einen Wechsel entscheidet, kann das dank der 30-tägigen Geld-zurück-Garantie beider Anbieter risikofrei testen. Diese sieben Schritte sorgen für einen sauberen Übergang ohne Lücke im Schutz.

  1. Aktuelles Abo prüfen: Kündigungsfrist, automatische Verlängerung und verbleibende Vertragslaufzeit im Kundenkonto nachsehen, bevor eine neue Zahlung ausgelöst wird. Gerade bei Mehrjahresverträgen lohnt sich ein Blick in die Rechnungshistorie, um das tatsächliche Verlängerungsdatum zu kennen.
  2. Neuen Dienst zunächst parallel installieren, statt den alten sofort zu deinstallieren, damit im Fall von Verbindungsproblemen sofort zurückgewechselt werden kann. Beide Anbieter erlauben die Nutzung eines Testzeitraums, ohne dass der bestehende Vertrag dafür bereits gekündigt sein muss.
  3. Beim neuen Anbieter das empfohlene Standardprotokoll wählen, also Lightway bei ExpressVPN oder NordLynx bei NordVPN, und erst danach mit Obfuskation oder Double VPN experimentieren. Ein Wechsel auf ein selten genutztes Protokoll direkt zu Beginn erschwert die Fehlersuche, falls die Verbindung instabil wirkt.
  4. Kill Switch und DNS-Leckschutz in den Client-Einstellungen aktiv einschalten, viele Standardinstallationen lassen diese Option deaktiviert. Bei ExpressVPN liegt diese Option seit dem 2026er-Redesign unter dem Profil-Menü, bei NordVPN im Bereich Verbindung.
  5. Mit einem DNS-Lecktest wie ipleak.net oder browserleaks.com prüfen, ob die eigene IP-Adresse und der DNS-Server tatsächlich verborgen bleiben, idealerweise über mehrere Serverstandorte hinweg und nicht nur direkt nach der Installation.
  6. Bestehende Geräteintegrationen umstellen, etwa Router-Konfigurationen, Smart-TV-Apps oder Firmen-VPN-Profile, und dabei die unterschiedlichen Geräte- beziehungsweise Serverlimits der beiden Anbieter berücksichtigen. Wer bislang mit NordVPNs festem Limit von 10 Geräten haushalten musste, kann bei ExpressVPNs Pro-Tarif nun bis zu 14 Geräte gleichzeitig verbinden.
  7. Alten Dienst erst kündigen, wenn der neue mindestens eine Woche stabil funktioniert hat, und dabei die automatische Zahlungsverlängerung aktiv deaktivieren, nicht nur die App deinstallieren. Eine deinstallierte App stoppt in der Regel keine laufende Abo-Zahlung.

Ein Test-Login über eine Zweitkarte oder PayPal, wie ihn auch Gizmodo für die Rückerstattungstests verwendete, erleichtert außerdem eine schnelle Rückerstattung, falls der neue Dienst doch nicht überzeugt.

Vor- und Nachteile im Überblick

ExpressVPN

  • Günstiger bei Verlängerung, rund 39 US-Dollar Ersparnis pro Jahr
  • Bis zu 14 gleichzeitige Geräte statt fixer 10
  • Automatische, kostenlose Obfuskation ohne separate Einstellung
  • Einfachere App-Oberfläche mit kürzeren Verbindungszeiten
  • Eigener Router Aircove verfügbar
  • Kein Double VPN oder vergleichbare Multi-Hop-Funktion
  • Weniger Länder und geringere veröffentlichte Serverzahl
  • Dokumentiertes DNS-Leck zwischen 2022 und 2024 in einem Split-Tunneling-Modus

NordVPN

  • 152 Länder und über 9.500 Server, deutlich größere Reichweite
  • Double VPN, Onion Over VPN und Meshnet als zusätzliche Sicherheitsebenen
  • Threat Protection Pro mit Datei-Scan und App-Schwachstellenprüfung
  • Geringerer Upload-Geschwindigkeitsverlust im Test, 5,5 statt 8,9 Prozent
  • Sechs wiederholte No-Logs-Audits seit 2018, zuletzt durch Deloitte
  • Höherer Verlängerungspreis, rund 39 US-Dollar teurer pro Jahr
  • Festes Gerätelimit von 10, unabhängig vom gebuchten Tarif
  • Kein eigener Router, nur Smart-DNS als Behelfslösung

DNS-Leck selbst überprüfen: Ein einfacher Praxis-Check

Unabhängig davon, für welchen Anbieter man sich entscheidet, lohnt sich ein eigener Lecktest nach der Installation. Mit folgendem Befehl lässt sich unter Linux oder macOS in der Kommandozeile schnell prüfen, welcher DNS-Server aktuell tatsächlich verwendet wird, was bei einem funktionierenden VPN-Tunnel den Server des jeweiligen Anbieters zeigen sollte und nicht den DNS-Server des Internetproviders.

curl -s https://ipleak.net/json/ | python3 -m json.tool
nslookup ipleak.net

Zeigt die Ausgabe eine IP-Adresse oder einen DNS-Anbieter, der nicht zum gewählten VPN-Server passt, liegt möglicherweise ein DNS-Leck vor, und es lohnt sich, den Kill Switch sowie die DNS-Einstellungen im jeweiligen Client noch einmal zu kontrollieren.

Das Urteil: Welcher VPN gewinnt den Audit-Vergleich 2026?

Zieht man die Testkategorien aus dem Gizmodo-Vergleich zusammen, steht es unentschieden: Geschwindigkeit und Privatsphäre enden jeweils als Unentschieden, NordVPN gewinnt bei Sicherheitsfunktionen, Streaming-Details und Servernetzwerk, ExpressVPN gewinnt bei Zensur-Umgehung, Apps und Preis. Macht drei Kategorien für jeden Anbieter bei zwei Unentschieden.

KategorieErgebnis
GeschwindigkeitUnentschieden
SicherheitsfunktionenNordVPN
Privatsphäre / No-LogsUnentschieden
Streaming und TorrentingNordVPN, knapp
Zensur-UmgehungExpressVPN
Server und AbdeckungNordVPN
Apps, Geräte und SupportExpressVPN
PreisExpressVPN

Für die meisten Nutzer in Österreich, die vor allem Wert auf Funktionsumfang und Reichweite legen, spricht das knappe Übergewicht bei Sicherheitsfunktionen, Servernetzwerk und Streaming-Details für NordVPN, insbesondere wegen Double VPN, der Malware-Scan-Funktion und der insgesamt sechs wiederholten Audits seit 2018. Wer dagegen vor allem auf den Preis über mehrere Vertragsjahre, eine höhere Geräteanzahl und eine schlanke, schnelle App achtet, bekommt mit ExpressVPN nachweislich keine Kompromisse bei der reinen Geschwindigkeit, spart aber mit jedem Verlängerungsjahr rund 39 US-Dollar. Beide erfüllen die Grundanforderung an einen modernen VPN-Dienst 2026: eine extern geprüfte No-Logs-Politik, auch wenn sich die genaue Prüfmethodik unterscheidet.

Wichtig bleibt dabei die Einordnung aus dem Abschnitt zu den Audits: Ein Type-I-Audit wie bei ExpressVPN bestätigt den Zustand an einem einzelnen Stichtag, während NordVPNs sechsfache Wiederholung seit 2018 eher zeigt, dass die Kontrollen über Jahre hinweg Bestand hatten. Für Nutzer, denen die reine Bestätigung reicht, spielt dieser Unterschied kaum eine Rolle. Wer dagegen besonders sicherheitskritisch arbeitet, etwa im journalistischen oder aktivistischen Umfeld, sollte die längere und mehrfach wiederholte Prüfhistorie von NordVPN stärker gewichten als den reinen Funktionsvergleich.

Wann sich ein dritter Anbieter lohnt

ExpressVPN und NordVPN decken die meisten Alltagsanforderungen ab, sind aber nicht für jeden Anwendungsfall die beste Wahl. Wer Port-Forwarding für privates Seeding braucht, findet das bei keinem der beiden Dienste und muss auf einen spezialisierten Anbieter ausweichen. Wer dagegen ohnehin nur gelegentlich unterwegs surft und dafür keine Kreditkarte hinterlegen möchte, findet bei Mullvad im Vergleich mit PIA und IVPN ein Modell, das komplett ohne E-Mail-Adresse auskommt und Zahlungen auch anonym per Bargeld akzeptiert. Für Nutzer, die primär eine kostenlose Basisabsicherung suchen, kann ein Blick auf NordVPN im direkten Test gegen ProtonVPN eine sinnvolle Ergänzung sein, bevor man sich für einen der beiden hier verglichenen Bezahldienste entscheidet.

Wer bereits eine Zero-Trust-Netzwerkarchitektur im Unternehmen einsetzt, sollte zudem grundsätzlich hinterfragen, ob ein klassisches Consumer-VPN wie ExpressVPN oder NordVPN für den Firmeneinsatz überhaupt noch das richtige Werkzeug ist, oder ob nicht ein dediziertes Zero-Trust-Modell die sinnvollere Lösung darstellt. Für den privaten Gebrauch in Österreich bleiben ExpressVPN und NordVPN aber weiterhin zwei der am gründlichsten extern geprüften Optionen am Markt.

Häufig gestellte Fragen

Ist NordVPN schneller als ExpressVPN?

Im Download nicht: Beide erreichten im Gizmodo-Test identische 175,57 Mbit/s im Durchschnitt über drei Kontinente. Beim Upload hat NordVPN mit 5,5 Prozent Verlust gegenüber 8,9 Prozent bei ExpressVPN einen kleinen Vorteil.

Welcher Anbieter ist günstiger, ExpressVPN oder NordVPN?

ExpressVPN. Der Einstiegstarif kostet 50 US-Cent weniger pro Monat, und die jährliche Verlängerung liegt rund 39 US-Dollar unter der von NordVPN. Bei mittlerer und oberer Tarifstufe verlangen beide denselben Preis.

Hat ExpressVPN eine Double-VPN-Funktion?

Nein. ExpressVPN begründet das damit, dass das eigene RAM-only-TrustedServer-Netzwerk in Kombination mit ShuffleIP einen zweiten Serverhop überflüssig mache. NordVPN bietet mit Double VPN eine echte Verkettung zweier Länder samt zweifacher Verschlüsselung.

Welcher VPN-Dienst hat mehr Server und Länder?

NordVPN. Die App listet 152 Länder gegenüber 113 bei ExpressVPN, und NordVPN betreibt nach eigenen Angaben über 9.500 Server, während ExpressVPN zuletzt rund 3.000 Server veröffentlichte.

Bieten ExpressVPN und NordVPN Port-Forwarding an?

Keiner von beiden. Wer für das Seeden auf privaten Trackern auf offene Ports angewiesen ist, muss sich nach einem dritten Anbieter umsehen, der diese Funktion explizit anbietet.

Wie oft werden ExpressVPN und NordVPN unabhängig geprüft?

NordVPN kommt laut Gizmodo und The Independent auf sechs No-Logs-Audits seit 2018, zuletzt durch Deloitte mit Stand Ende 2025. ExpressVPN ließ seine Kernpolitik zuletzt im Februar 2025 durch KPMG prüfen und lässt zusätzlich einzelne Zusatzprodukte 2026 laufend durch Cure53 auditieren.

Welcher Anbieter eignet sich besser für Streaming?

Beide öffneten im Test alle 14 geprüften Streaming-Dienste. NordVPN öffnete ITVX ohne Serverwechsel und arbeitet mit SmartPlay automatisch auf jedem Gerät, während ExpressVPNs MediaStreamer-Dienst vorab eine IP-Registrierung verlangt.

Lohnt sich ein Wechsel von ExpressVPN zu NordVPN oder umgekehrt?

Das hängt von der Priorität ab. Wer vor allem sparen will und mit weniger Servern auskommt, bleibt besser bei ExpressVPN oder wechselt dorthin. Wer mehr Sicherheitsfunktionen, mehr Serverstandorte und Double VPN will und bereit ist, dafür mehr zu zahlen, ist mit NordVPN besser bedient. Dank 30-tägiger Geld-zurück-Garantie bei beiden Anbietern lässt sich der Wechsel risikofrei testen, ohne dass am Ende eine Vertragsbindung ohne Rückweg entsteht.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ein VPN-Server beschlagnahmt wird?

Bei einer echten Beschlagnahmung zeigt sich, ob eine No-Logs-Politik in der Praxis hält, was ein Audit auf dem Papier verspricht. Im bislang dokumentierten Fall von 2017 fanden türkische Ermittler auf einem beschlagnahmten ExpressVPN-Server laut damaligen Berichten keine verwertbaren Verbindungsprotokolle. Für NordVPN ist in den ausgewerteten Quellen kein vergleichbarer Beschlagnahmungsfall dokumentiert, wohl aber ein Vorfall aus Panama, bei dem das Unternehmen einem Gerichtsbeschluss folgte und Zahlungsdaten sowie eine E-Mail-Adresse herausgab, jedoch keine Aktivitätsdaten, da solche laut Unternehmensangabe gar nicht erst gespeichert werden.